Freitag, 25. September 2009

Cut, die zweite



Ein Wochenende, das Freitag Nachmittag zusammengerollt mit einer schönen dicken Zeitschrift auf dem Sofa beginnt, kann doch nur ein gutes Wochenende werden, finde ich. Wenn diese Zeitschrift die zweite Ausgabe des Nähmagazins Cut ist, dann umso mehr. Ein wenig hatte ich ja gezittert und gebangt, ob es dieses Magazin noch ein zweites Mal geben würde, nachdem Monate verstrichen und sich auf der Webseite fast nichts tat - bis dann letzte Woche der Titel in einigen Blogs auftauchte.

Die zweite Ausgabe gefällt mir fast noch besser als das erste Heft. Wieder fast ein kleines Buch (144 Seiten), aus schönem dickem Papier, wieder sehr sorgfältig mit vielen verspielten Ideen gestaltet. Sogar der Grafik- und Layoutfreak an meiner Seite war sehr angetan und und wollte die Zeitschrift gar nicht mehr hergeben.
Den Texten über vier ganz unterschiedliche Designer, über die Gratwanderung zwischen Kopie und Inspiration im Modegeschäft, über die interessanten Ecken von Bukarest und die Wiederkehr des Grunge merkt man dankenswerter Weise an, dass sie von denkenden Menschen geschrieben wurden, die genau hingesehen, nachgefragt und zugehört haben - keine Übername von PR-Sprechblasen, keine versteckten Kaufempfehlungen, sondern einfach gute Geschichten, und dieses Mal fehlt auch der Spritzer Ironie nicht, den ich in Zeitschriften sonst so vergeblich suche.

Hier näht die Designerin noch selbst

Zum Selbernähen mit Schnittbogen und bebilderten Anleitungen gibt es dieses Mal eine Laptophülle, eine Weste und ein Hängerkleidchen aus Jersey, letzteres entworfen von Sarah Elbo, deren neues Label Bo van Melskens weit mehr als Mode umfasst. Besonders charmant: Bei dem Kleid sieht man in Schritt-für-Schritt-Fotos, wie die Designerin selbst Hand anlegt, und auch die Anleitung hat sie selbst geschrieben - sehr ermutigend, man merkt, das ist alles keine Hexerei (aber der Stoffbruch ist wichtig!).

T-Shirt-Chirurgie mit Cut

Ab sofort lässt sich Cut auch im Abo beziehen - das aktuelle und das nächste Heft für 16 Euro. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für alle, die etwas ländlicher leben, sondern auch wichtig für den Verlag, denn Abonnentenzahlen sind ein gewichtiges Argument gegenüber möglichen Werbekunden. Sobald es also ein Abo für das nächste und übernächste (und überübernächste...) Heft gibt, werde ich auch eins abschließen. Cut könnte unter den Nähheften das werden, was brandeins für die Wirtschaftszeitschriften ist, und das ist alle Unterstützung wert.

16 Kommentare:

  1. will auch haben! Kannte ich gar nicht, bisher....

    AntwortenLöschen
  2. da kann ich ja ewig warten...
    wobei genäht hab ich daraus nix, weil zu dick ....
    nur was für zarte leute...
    aber es war wirklich ( ist) ein überaus angenehmes heft, das wirklich andere wege geht.
    werde danach ausschau halten !

    schönes wochenende
    stella

    AntwortenLöschen
  3. Gibt es CUT in Deutschland in Zeitschriftenhandel oder im Buchladen oder nur über das Internet?

    Ich würde gerne mal in einer Ausgabe blättern bevor ich bestelle.

    Schöne Stunden mit dem Heft
    Teresa

    AntwortenLöschen
  4. Ich habe es auch heute abgeholt. Ich war ziemlich überrascht, dass es das Heft in unserem Supermarkt-Provinz-Zeitschriftenladen überhaupt gab. Noch überraschter war ich, als ich erfuhr, dass es wegging wie warme Semmeln und mir ein Heft nachbestellt werden musste.

    Ich habe es nur kurz durchgeblättert und freue mich schon auf heute Abend: da werde ich es mir mit dem Heft gemütlich machen.

    Liebe Grüße, Smila

    AntwortenLöschen
  5. Das Jerseykleid sieht wirklich toll aus. Hab letztens so eine Art Overall aus Jersey gesehen in einer meiner alten Handarbeitsbücher, das hat es mir auch angetan, aber das hier ist auch super schön.
    Ich werd mich mal nach dieser Zeitschrift umschauen.

    Liebe Grüße, Niki

    AntwortenLöschen
  6. Oh, und plötzlich freue ich mich wieder auf die Uni! Auf dem Weg da hin komme ich nämlich an einem Zeitschriftenlade vorbei, der die Cut führt... und dieses Heft sieht ja super vielversprechend aus!

    Liebe Grüße - und ich werde mir übrigens morgen eine externe Festplatte besorgen...

    Sinje

    AntwortenLöschen
  7. Du hattest mich ja schon 'damals' neugierig gemacht. Leider ist es mir trotz Großstadt nie über den Weg gelaufen.
    Ich habe mich jetzt spontan einfach mal für das Miniabo entschieden. Dann kann ich endlich mal blättern und auch was Gutes tun.

    LG
    n u s

    AntwortenLöschen
  8. Habe meins schon letzten Freitag bestellt aber es noch nicht da!!!!! grrrrr
    naja vorfreude ist doch...weißt eh ;)

    AntwortenLöschen
  9. Teresa, auf der Cut-Webseite sind ein paar Läden in D., Österreich und der Schweiz aufgeführt, hier:

    http://www.cut-magazine.com/verkaufsstellen/

    Und außerdem "im gut sortierten Zeitschriftenhandel, an Bahnhofs- und Flughafenkiosken". Hier in B. gibt es das Heft in größeren Zeitschriftenläden in den Bahnhöfen und wie ich gehört habe auch bei Karstadt.

    schönes wochenende!
    Lucy

    AntwortenLöschen
  10. Meine Ausgabe hab ich schon letzte Woche bekommen und war - ehrlich gesagt - gar nicht so angetan.
    Schönes Heft insgesamt, sehr gute Artikel, aber für meinen Geschmack war's zu sehr 80er-lastig (und die 80er waren in den 80ern schon unerträglich).
    Vielleicht bin ich aber einfach nur zu alt und zu spießig... ;)

    Wobei Du recht hast: Eines der wenigen Hefte, die für Anfänger geeignet sind und wirklich nicht gleich ein bestimmtes Maß an Vorkenntnissen fordern. Das ist mal sehr löblich!

    AntwortenLöschen
  11. In der Tat, mir reicht es auch vollkommen, die 80er einmal durchlitten zu haben - in meiner Umgebung sehe ich aber, dass diese Sachen genau den Geschmack vieler Leute mit ca. Geburtsjahrgang 1990 treffen (für die ist das ja auch alles neu). Ein Jerseyhängerkleidchen werde ich mir auch eher nicht nähen.

    AntwortenLöschen
  12. Hier in Berlin habe ich das Heft im Bücherbogen am Savignyplatz durchgeblättert. Das mit den 80ern geht mir auch so, ich bin wohl geschmacklich nicht so die Zielgruppe. Einige Themen haben mich schon interessiert (z.B. Kopie/Inspiration), aber insgesamt konnte ich mich (noch?) nicht zum Kauf entschließen.

    AntwortenLöschen
  13. Ich habe heute das Heft gekauft (für alle Österreicher: bei Morava) trotz des stolzen Preises und ich finde die Aufmachung sehr gelungen, die Ideen und Schnitte sind wirklich für Menschen geeignet die gar nicht nähen können. Alles halt "retro" und wenn frau die Zeit erlebt hat ist es schon nicht mehr so spannend.
    Vielleicht mache ich die Ärmellose Jacke...
    Danke für den Tipp,
    Liebe Grüße
    Teresa

    AntwortenLöschen
  14. Ich habe es auch endlich in meinen Händen. Ich habe es über Morgenheit.de bestellt.
    Und ich muss sagen: Super Magazin. Es hat wieder tierisch Spaß gemacht, durchzublättern und mich auf die Schnittmuster zu stürzen :)
    Kann es kaum erwarten, bis die nächste Ausgabe rauskommt.

    AntwortenLöschen
  15. Schon gehört? CUT soll jetzt auch auf englisch gedruckt werden.
    War richtig überrascht von der Nachricht. Die finde ich aber auch mehr als positiv, denn schließlich steckt so viel Mühe in dem Magazin drin, das hat es also mehr als verdient.
    Bin mal gespannt, ob es genauso gut in Übersee ankommt wie hier in Deutschland.
    Ich bin aber der Meinung, dass das CUT genauso großen Anklang in anderen Ländern finden wird, wie hier.Denn leider gibt es echt zu wenig Magazine dieser Art. Da ist CUT mittlerweile wirklich zu einem Geheim-Tip geworden.

    AntwortenLöschen
  16. Noch nicht gehört, aber spannend! In USA und GB gibt es ja noch so einige Nähzeitschriften (Threads, Stitches, Sew stylish), aber nix mit Schnittmustern für Kleidung und vor allem nix was diesem Gestaltungskonzept nahe kommt. Das könnte eine Marktlücke sein.
    VG, Lucy

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deinen Kommentar!