Montag, 22. November 2010

Krake Paul (XII)


Wovon hängt es eigentlich ab, ob es im Sommer ein Sommerloch-Tier gibt, dass das ganze Land wochenlang in Atem hält? Ich meine solche Tiere wie den Problembären Bruno, Sammy den Kaiman, der 1994 schließlich "erschöpft und verängstigt" aus einem Baggersee bei Dormagen geborgen wurde, oder auch Manni das Känguruh, das im Sommer 1998 durch Niedersachsen hüpfte, seinen Häschern mehrmals knapp entkam und leider von einem Zug überfahren wurde.
Der prophetische Krake Paul gehört für mich unzweifelhaft auch in die Reihe - obwohl wir ja Dank Fußball eigentlich gar kein Sommerloch hatten. Vielleicht kommt es beim Auftreten von Sommerlochtieren gar nicht so sehr auf die Nachrichtenlage an, sondern sie treten in relativ regelmäßigen Abständen etwa alle vier Jahre auf?
Sammy 1994 - Manni 1998 - Kuno ("Killerwels") 2001/2003 - Bruno 2006 - Paul 2010 - das ist doch ein Muster! Das nächste Sommerlochtier wäre damit 2014 zu erwarten (ich komme dann darauf zurück).


Paul (der übrigens einen dicken Fehler aufweist - sieht das jemand?) hat hier seine Tarnfarbe angelegt und ist mit Stiel- und Vorstichen gestickt. Die Bordüre ist die 12. Stichkombination der Stickamazonen - Ergebnisse sieht man auch hier. Neu ist hier der umschlungene Langettenstich (Schlingstich) in grün, der eine plastische, lose aufliegende Kante bildet.

7 Kommentare:

  1. Es lag nahe: Die Anzahl der Arme stimmt nicht;) Hättest du nicht darauf hingewiesen wär es mir aber nicht aufgefallen.Ich warte gespannt auf den Sommer 2014, vielleicht sollten wir Wetten abschließen um welches Tier es sich handeln wird. LG Ann

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  2. Schön, dass du ihm ein persönliches Denkmal gesezt hast oder sollte man pasenderweise Stickmal sagen?
    Ich glaube dieses Tierchen müssen einfach herhalten, damit menschliche Wertungen, nicht als Schwäche auslegbar sind - wer will schon Fehler öffentlich machen? Wir werden also mit Sicherheit noch mehr Sommerlochtiere kennenlernen. Und der Anlaß in dem Film "und täglich grüßt das Murmeltier" ist eigentlich nix anderes. Also ein globales Phänomen.
    tierfreie Grüße, karen

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  3. Ja auch ich würde sagen, daß ein Tintenfisch - 8 Arme hat ( heißen die auch Tentakeln? Nein ich glaube die heißen irgendwie anders - kenne mich nicht so gut aus ).
    Aber wenn man den künstlerischen Aspekt sieht, ist es vielleicht sein INspirations-Arm.
    Oder wie in den Comiks und den Puppenspielen - dort haben die Figuren nur 4 Finger nicht fünf...
    Also - das mit den Tieren ist mir gar nicht so aufgefallen - aber ich bin auch so ein bißchen Nachrichtenresistent....
    Liebe Grüße Tinki
    PS: Deine Stickereien gefallen mir echt gut. Ich komme irgendwie momentan nicht dazu - aber auf meine to-do-Liste steht auch wieder sticken!

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  4. Genau, der neunte Arm ist der Fehler. Und dazu ist es gekommen, weil ich mich nach der Abbildung in meinem dtv-Lexikon von 1990 gerichtet habe - unter dem Stichwort "Krake" sieht man dort tatsächlich ein Tier mit neun Armen.
    Aber der Inspirations-Arm gefällt mir - das ist natürlich die Erklärung.

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  5. Hui, mir gefällt sehr, wie der Krake im süßen Tierjenseits beschwingt über die grüne Wiese tänzeln darf. Hurra, Paul, endlich raus aus den Muscheln!

    Meine Tochter sagte schon über dein Vögelchen (frag mich nicht, welcher Monat das war): ich möcht auch so eins! Ich sag's ja nicht zum ersten Mal, aber Deine Stickereien gefallen mir sehr.

    LG
    frifris

    PS: Hättest du nicht darauf hingewiesen, mir wär's nicht aufgefallen, mit dem Arm.

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  6. Ich lache gerade sehr. Da sitze ich müde zwischen den Arbeiten auf der Arbeit - und finde deinen gestickten Kraken.
    Das ist echt ein Gegenprogramm. :-)
    Auf was für Ideen du kommst!
    Herzliche Grüße
    Tally

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  7. Toll, danke Lucy für die Erinnerung an all diese armen Tiere- habe mich köstlich amüsiert.
    Deine Stickerei mit der kleinen künstlerischen Freiheit ist wunderschön geworden.
    LG Wiebke

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