Montag, 11. Februar 2013

Ufo-Angriff 4 - Zwischenstand: die Hoffnung stirbt zuletzt und einige Gedanken über Passform und Selbernähen

Ich habe noch nicht aufgegeben. Nachdem der Angriff virenförmiger intergalaktischer Sturmtruppen auf mein Immunsystem (ich sprach an dieser Stelle schon fünf- bis zehnmal davon) mich die letzten zwei Wochen außer Gefecht gesetzt hatte (oh, eine Kriegsmetapher, tss), gibt es nun Fortschritte in Sachen Blazer zu vermelden.


Beim Einsetzen der Ärmel waren die Anleitungen von Lucia ungeheuer hilfreich, die sie anlässlich des Wintermantel-Sewalongs gemacht hatte: Armloch anpassen, das rückwärtige Armloch mit einem Schrägstreifen einhalten, den Vorderärmel stabilisieren. Das Verschmälern der Schultern um gut 1cm beseitigte wundersamerweise auch Falten über der Brust. Dennoch war ich Samstag Nacht nicht so hundertprozentig von der Passform überzeugt. Oder genauer gesagt, ich schwankte zwischen: entweder werfe ich es jetzt weg oder ich trenne alles nochmal auf und fange mit der Anpassung noch einmal ganz von vorne an.

Glücklicherweise gab ich keinem der beiden Impulse nach, sondern ging erstmal schlafen. Und Sonntag entdeckte ich die Geheimwaffe, die in meinem Schrank hing. Ich zog nämlich einen gekauften schwarzen Cordblazer an, einfach um mal zu sehen, wie so ein Blazer eigentlich richtig sitzen muss. Ich war vollkommen überzeugt, die Jacke werde prima passen, schließlich hatte ich sie im Geschäft anprobiert, ausgewählt und jahrelang zufrieden getragen. Aber jetzt war etwas anders. 
Um mit Sherlock Holmes zu sprechen: "Watson, Sie sehen, aber Sie beobachten nicht!" 

Ich war Watson. Wie hatte mir so lange entgehen können, dass die Schultern des Kaufblazers zu breit waren? Wie hatte ich die Falten von der Schulter zur Brust ignorieren können? Und die Tatsache, dass ich die Jacke über der Brust nur mit Mühe zuknöpfen konnte? Das Ding war ein einziger geballter Passformmangel, und das hatte ich jahrelang nicht erkannt. Aber mein halbfertiger, selbstgenähter Blazer hatte mir die Augen geöffnet.

Und damit brachte mich der Vergleich mit dem Kaufblazer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen: Eine Maßschneiderin mit zehn Jahren Berufserfahrung könnte eine Jacke sehr wahrscheinlich noch sehr viel besser an meinen Körperbau anpassen. Aber ist es vernünftig, diesen Maßstab aufs Selbernähen anzuwenden? - Nein! Wir Hobbynäherinnen (das überlegte ich mir, während ich auf dem Boden herumkroch, um das Futter zuzuschneiden), haben es ja in vielerlei Hinsicht viel schwerer als Nähprofis: wir haben keine systematische Ausbildung. Es fehlt uns oft an technischen Voraussetzungen - ich sage nur Zuschneidetisch, Bügelanlage, Nähzimmer. Wir nähen in kurzen Etappen, mitten in der Nacht oder mit eineinhalb Augen bei quengelnden Kindern, oder irgendwann zwischendurch. Und wenn wir unter den Bedingungen Sachen produzieren, die locker mit jedem gekauften Teil konkurrieren können, können wir doch stolz auf uns sein, oder?

Eim zweiter Aspekt an der Sache ist ja auch noch, dass zu viel Anpassen auch nicht gut ist. Man steigert sich so in den Wunsch hinein, alle Falten zu eliminieren und findet dabei kein Ende, so dass das Ergebnis letztlich weder schmeichelhaft noch bequem ist. Im englischen gibt es für diesen Vorgang den Begriff "overfitting". Die deutsche Sprache lässt uns trotz ihrer Wortzusammensetzmöglichkeiten hier im Stich, und auch in der deutschen Näh-Literatur kommt das Phänomen meines Wissens nicht vor. Oder kennt jemand eine deutsche Bezeichnung? Wenn ich hier von "Überanpassung" spräche, dächte man wohl eher an ein sozialpsychologisches Problem, nicht an zu stark angepasste Kleidung.

Aber wie auch immer: das Bewusstmachen meiner begrenzten Möglichkeiten und Fähigkeiten, der Vergleich mit einem ganz passablen Kaufteil und das Wissen, dass Kleidungsstücke auch zu gut passen können, nämlich so gut, dass man sich in ihnen nicht mehr bewegen kann, führten dazu, dass ich meine eigenen Nähversuche zunächst einmal mit mehr Nachsicht betrachte. Das schließt ja nicht aus, dass man dazulernen und bei jedem Teil ein bißchen besser werden kann - aber Perfektion sollte nicht der Maßstab sein. Mit meiner neu erworbenen Lockerheit bin ich jedenfalls ganz optimistisch, dass ich bis zum Ufo-Finale am nächsten Montag das Futter in den Blazer nähen kann. Den aktuellen Zwischenstand der tapferen Ufo-Bekämpferinnen sammelt heute wie jeden Montag die furchtlose Miss Margerite.

31 Kommentare:

  1. Hallo Lucy,
    freut mich ,dass es bei dir gut funktioniert hat.
    leider muss ich feststellen,dass viele von hinweisen von der quelle nicht korrekt sind,man sieht auch auf dem grossem foto,dass der eingesetzter ärmel die dellen wirft,weil der überschuß am stoff an dem falschen ort "zusammengequetscht" wurde.
    zur anpassung(was mittlerwiele zu meienm haupthobby in den letzten 2 jahren geworden ist) möchte ich dir was sagen:
    man muss unterscheiden,was ein defekt ist und was ist natürlicher fall durch die bewegung ist.
    wir näehn uns kleidung aus dem stoff.und wenn es kein thermopen ist oder sonst was für ein stoff für tiefseetaucher, bewegt sich der stoff mit uns.wenn man aber völlig faltenfrei haben will- muss man die kleidung aus karton schneidern*scherz*
    hier als beispiel, kannst du die bilder angucken, wieviel konstruktionsänderung benötig man um den ärmel bei bestimmten defekten anzupassen. guck dir spasshalber an:
    http://www.liveinternet.ru/users/va-sss-a/post231374257/

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    1. Wie wäre es denn dann mit einer Serie zum Ärmel-Einsetzen von dir?

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    2. Lucy, ich hab das schon, mehr oder weniger sogar gezeigt.das ist natürlich ein ärmel am kleid.aber die methode ist die gleiche-gut verteilen,auf markeirungen achten die nadeln dicht setzen und immer längst stecken.
      hier:
      http://sewinggalaxy.blogspot.de/2012/11/bienvenue-en-allemagne.html

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    3. P.S.
      viele ärmel setze ich ganz ohne raffung in 2 reihen. wenns nciht zu viel zgabe für extra raffung- verteile ich den stoff zwischen den finder über die finger kuppen gelegt,dass ist so ganz ohne auskomme.wichtig dabei ist imer hänge-kontrolle,wie der ärmel fällt.

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    4. basics sind zwischen 2 reihen zu nähen. ich versuche es aber so aufzuteilen,dass ich an der ärmelkugel su gut,wie gar keine raffung habe.und das geht nur durch verteilen,dicht längst die nadeln setzen und vor allen in richtung körper arbeiten,auf die fingerkuppen drehen.
      hier ist z.b. so ein fertiges ergebnis.ganz ohne 2 reihen raffung.
      http://www.burdastyle.com/projects/fukushima-jacket?image=232966
      http://4.bp.blogspot.com/-8rcI5ji6pYk/UFTfwoRwEKI/AAAAAAAADBc/R-4gSk6e2WQ/s1600/Seite.jpg

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    5. P.S.S. bei karo-jacke und bei orangenemkleid musste ich von den ärmel und von dem armloch was wegschneiden und anpassen,nachdem ich abgesteckt habe.der ärmel lief auf den rücken auf.

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  2. Hallo Lucy!
    Du sprichst mir total aus der Seele... ich habe auch immer so einen komischen Anspruch, ewig nicht zufrieden etc. das blockiert manchmal extrem. Dabei verhält es sich mit gekauften Sachen nicht unbedingt anders, die muss ich ja auch erst langsam "einwohnen". Also, mehr Lockerness (ich weiß nicht, ob es dies Wort gibt) beim Selber-Machen :-)
    LG Birgit

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  3. danke, das ist ein super beitrag! lucia kannte ich nicht, aber da werde ich nun immer lesen.
    und die links sind super. genauso habe ich es auch von meiner meisterin gelernt (nur mit dem schrägstreifen am rücken war für mich neu- aber jede schneiderin hat so ihre eigenen methoden und daher würde ich mir nie anmaßen zu sagen,dass sei falsch!).
    man lernt nie aus!
    ...und nicht päpstlicher als der papst werden in sachen passformfragen (manchmal gibt es dann auch grenzen ;0)
    ganz liebe grüße
    andrea

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  4. Wie wäre es denn mit Hyper-Anpassung?
    Das kenne ich auch. Als das Rotbusch-Kleid dann endlich richtig gut saß und ich mich setzte, machte es nur "krack". Und bei Stoffhosen ist es ja auch fast unmöglich, hinten keine Falten zu haben. Wie soll etwas auch stehend und sitzend faltenlos funktionieren, das schließt sich (außer bei Stretch) doch eigentlich aus.

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  5. Hallo Lucy, ja, auch mir sprichst du aus der Seele. Ich habe die gleiche Erfahrung wie du gemacht: bei Gekauftem lasse ich so einiges durchgehen, bei Selbstgeschneidertem wird das Auge überkritisch. Ich denke, der Ausdruck " etwas verschlimmbessern" trifft in etwa das Problem beim "overfitting". Irgendwann hat man im Bestreben etwas zu verbessern soviel verändert, dass es nur noch schlechter wird.
    LG, berry

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    1. Oh ja, "verschlimmbessern" ist gut - damit haben wir ja doch noch ein Wort gefunden!

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  6. Liebe Lucy, vielen Dank für die aufmunternden Worte zur Unvollkommenheit. Ich werde sie beherzigen und versuchen mit dem selbstgenähten zufrieden zu sein, wie es nun mal ist. Naja, ein bisschen anpassen, soll frau ja schon, aber das hast du ja auch nicht ausgeschlossen. Ich bin gespannt auf deinen fertigen Blazer nächste Woche (?). Viel Erfolg, Katti Rocksaum

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  7. Hi Lucy, Du hast ja sooo recht! Ich bemerke übrigens bei mir auch andersherum, dass man bei gekauften Klamotten super kritisch wird, nur weil man bei den eigenen Werken so pingelig und perfektionistisch ist. Und das mir, die noch Lichtjahre von Deinen Nähkenntnissen entfernt bin. Zumindest macht Dein Blazer - so wie er jetzt ist - schon ne Menge her. Weiter so! Ich freu mich aufs fertige Teil. LG, Melanie

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    1. Ja, dieses "das kann ich aber besser selber machen" ist oft die zweite Krankheit - denn realistischerweise hat man doch nicht die Zeit dafür und hätte besser etwas gekauft. Auch wenn sich das "verboten" anfühlt, wenn man es doch auch selber nähen könnte...

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    2. das kenne ich auch. mein "papageikleid" hat im original(foto auch im post) von s.Oliver 70€ gekostet, war in der kleinster grösse zu unformig.
      70€ dafür ausgeben wollte ich nicht, es würde bedeutet, kaufen und alles neu machen.ich entschied mich fürkomplett neu machen.
      an der puppe war das kleid natürlichmiot stecknadeln figurbetonter gesteckt:-)):
      http://sewinggalaxy.blogspot.de/2012/06/papageikleid-als-internationales.html

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  8. Hallo Lucy,
    Du hast Recht, man kann auch zu viel des Guten tun...
    Im Moment schaue ich mir verstärkt Haute-Couture-Schauen an, um von der Passform zu lernen, und was sehe ich? Falten! Klar, ohne geht es nicht, wenn man sich bewegt. Das geschulte Auge erkennt wohl, welche Falten zwangsläufig sind und welche nicht. Das ist ein Lernprozess, der mit der ersten Naht an der Maschine anfängt, Ende nicht in Sicht.
    Übrigens kann auch der Unterbau Deines Blazers für Falten sorgen, die nicht einer schlechten Passform geschuldet sind. Ich sag ja, ein weites Feld...
    Greets,
    Liese

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  9. Jawollja, Dein Post hat mir aus der Seele gesprochen. Ich schaff's oft nicht, mal ein Auge zuzudrücken: trenne auf, nähe zusammen, trenne auf - und bin doch nie 100%ig zufrieden. Aber besser wird's nicht, eher schlimmer durch die ewige "Ver-böserei"!

    Mein Mann macht nur noch "hmpf", wenn auf seine Nachfrage, ob ich ihm denn das neue Kleid/Rocke/Jacke mal vorführe und nur ein genuscheltes "Nö, hab's nochmal aufgetrennt" als Antwort bekommt. ABER ab jetzt werde ich immer ganz, ganz fest an Deinen Post denken und auch mal alle Fünfe grade sein lassen. Versprochen!

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  10. War einfach wunderbar, dass zu lesen, denn mir gehen zur Zeit auch solche Paßformgedanken durch den Kopf, nachdem mir kürzlich ein Schneider zu meiner von mir stolz genähten Weste aufgezeigt hat, wo deren Mängel sind.
    Wollte auch schon am liebsten alles Hinschmeißen, doch wozu habe ich dann erst kürzlich wieder Stoff gekauft. Es ist ein Hobby und wir versuchen das
    Beste draus zu machen.

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  11. Ja, du hast recht, da müssen wir alle etwas entspannter werden - das Problem ist die Grenze: wo verläuft sie, wo stoppt man? Ich laufe immer dann zu weit, wenn ich mir Fotos vom Teil anschaue, wo dann Falten sind, die im wahren Leben partout nicht zu finden sind, die ich aber dennoch bekämpfen will - zu viele Windmühlen um mich herum ;-) Die werden jetzt ignoriert, basta!

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    1. Fotos sind ind er Hinsicht sowieso gefährlich: da werden Falten sichtbar, die im wirklichen Leben so gar nicht da sind. Der Fotoapparat sieht nicht das gleiche wie das Auge.

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  12. Ich kann dich sehr gut verstehen, genauso verrückt ist das !Erst recht bei Blazer oder Mantel, weil doch absolut komplex. als ich vor vielen Jahren einen Blazer nähen wollte, gab mir die Chefin des Musterbüros an der Schule, eine Herrenmaßschneiderin, so viele 100 minitipps, die zum absouten Gelingen nötig sind, dass ich erst ganz glücklich, später ganz verwzeifelt war und was soll ich sagen: das Ding ist in die Ecke geflogen und nie fertig geworden.Diese Feinheiten muß man sich wohl doch Stück für Stück erarbeiten.Wenn man die Ausdauer hat, weitere Jahre zu investieren, geht dir das in 5 Jahren locker von der Hand. Mich hat solch eine Aussicht verschreckt, aber du hast den richtigen Biss.

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    1. Na, ich rechne ja eher mit 15-20 Jahren ;-)
      Im Moment finde ich die Apassungsmöglichkeiten und Verarbeitungsdetails bei Jacken und Mänteln unenendlich komplex - wie du sagst, 100 kleine Kleinigkeiten, aber in der Summe überwältigend. Vor allem, weil ja jede Änderung dann wieder woanders Folgen hat, die man nicht unbedingt vorhersieht, wenn man nicht so viel Erfahrung hat.

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  13. Liebe Lucy,
    Du wirst lachen, genau das ist mir schon mal passiert, dass ich ein perfekt passendes Kleidungsstück fabriziert hab, das ich dann genau so, wie es war, kübeln konnte. Bewegung war nicht mehr möglich und schön sah es dann in Wahrheit auch nicht mehr aus ;)
    Erstaunlich finde ich die Tatsache, dass man mit den selbstgenähten Sachen viel kritischer umgeht als mit gekauften Teilen. Wenn ich darüber nachdenke, was du geschrieben hast, muss ich dir da zu 100 Prozent Recht geben.
    Ich freu mich jedenfalls schon auf den fertigen Blazer, vielleicht dürfen wir sogar ein Bild an der Frau sehen?
    VLG und toitoitoi
    Ena

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    1. Was die Bewegungsfreieheit betrifft, sind ja auch Kaufsachen oft nicht so optimal - wobei das wohl eher an schlechter Passform oder an schlechten Schnitten liegt. Ich denke da an die 100 Blazer, die ich schon anprobiert habe, in denen es quasi nicht möglich war, die Arme höher als bis Brusthöhe anzuheben...

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  14. Ich muss dir in vielen Sachen Recht geben. ;) Auch ich war jahrelang sehr überkritisch was die Passform anging (Berufsrisiko ;)), inzwischen sehe ich vieles nicht mehr ganz so verbissen, auch weil mir die Zeit für aufwendige, pinglig genaue Anpassungen fehlt. Den dies ist eben mit viel Trennen verbunden. Die perfekte Passform ist nun mal ein Zusammenspiel aus guter Schnittkonstruktion, Verarbeitung und optimaler Stoffwahl. Leider hat man aber nun nicht immer den optimalen Stoff zur Hand und muss dann nachbessern ;)
    Kleine (!) Falten werden seitdem gerne von mir ignoriert und nach den Feiertage lasse ich auch nicht unbedingt die 1-2cm an den Seitennähten raus, damit der Rock wieder faltenfrei sitzt. ;)

    Ich kenne aus Schneiderkreisen noch den Begriff "verschneidert" und bezeichnet ein allgemeines zuviel an Schnittanpassung und meisterlichen Verarbeitungstechniken. Besonders an den Schneiderkostümen der alten Meisterinen konnte man dieses Phänomen beobachten. Trotz perfekter Passform und Verarbeitung fehlte der gewisse Esprit und eine Leichtigkeit im Design.

    Noch eine Kleinigkeit zum Schluss. Es gibt auch genügend Profis, die mit Schnittanpassung und Verarbeitung ihre Probleme habe. Ich habe schon Dinge gesehen.... die glaubt man nicht ;) Daher könnt ich alle ganz stolz auf eure Werke sein!

    LG Lucia

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    1. "Verschneidert", das ist ja auch ein guter Begriff, da habe ich gleich ein Bild vor Augen: perfekt, aber leblos, ohne Schwung. Im Hinblick auf die Verarbeitung hat sich spätestens seit Armani ja auch einiges geändert. Ich habe ein Nähbuch aus den 40er Jahren, in dem die Herstellung einer Kostümjacke gezeigt wird, richtig alte Schule mit mehreren aufeinander aufbauenden Einlagestoffen im Brust- und Schulterbreich, alles pikiert. Ich kann mir schon vorstellen, dass so eine Jacke 30 Jahre lang hält, aber sowas Schweres wird heutzutage keiner mehr anziehen wollen. Deshalb bin ich auch so skeptisch, was Gerties Nähbuch angeht - Kleidvorderteile mit aufpikierter Rosshaareinlage, ernsthaft? Aber das ist nochmal ein anderes Thema.

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  15. Danke, danke! Du schreibst mir aus der Seele! Lustigerweise stehe ich nämlich vor einem ähnlichen Problem: Einem schwarzen Blazer, der schon seit Wochen fertig ist, aber noch nicht getragen wurde, weil, naja, wegen der nicht-optimalen Passform halt. Aber Du hast Recht: Unsere selbstgenähten Sachen verdienen mehr liebevolle Nachsicht :-)

    Herzlich
    Stefanie

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    1. Wenn du einen gekauften Blazer zuhause hast, dann probier' den mal im Vergleich an. Oder noch besser: geh' in die nächste Fußgängerzone und probiere in irgendeinem Laden Blazer an. Du wirst dein Selbstgenähtes mit anderen Augen sehen, das verspreche ich dir!

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  16. Ups, da bin ich näh- und passformtechnisch doch eher der Grobmotoriker: Mir ist nicht so wichtig, ob es "sitzt", sondern ob es gut aussieht und ob ich mich wohlfühle. Durch den Artikel und die Kommentare habe ich aber auf jeden Fall viel gelernt. Danke dafür.

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    1. Aber hängt das nicht alles miteinander zusammen? Es sieht nur gut aus, wenn es sitzt, und man fühlt sich nur wohl, wenn es bequem ist, und es ist nur bequem, wenn es richtig sitzt... oder? Für mich sind das nur verschiedene Seiten einer Medaille. Also nix Grobmotoriker! ;-)

      viele Grüße! Lucy

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