Mittwoch, 20. März 2013

Wetter- aber nicht jahreszeitengerecht

Positiv denken! Dieser immerwährende Winter ist zwar unschön, und ich plane ein weiteres Wochenende zuhause mit gebunkerten Nahrungsmitteln, an dem ich keinen Schritt vor die Tür setzen werde, aber immerhin ist es aufgrund der Witterung noch möglich, hier im Blog gestrickte Handstulpen zu zeigen. Passt vortrefflich. Anderenfalls, würde der Frühling da draußen seine Pflicht erfüllen, wären ja alle schon auf luftige Blümchenkleider eingestellt, die Bilder würden bis zum Herbst (und darüber hinaus) auf der Festplatte vermodern, und vermutlich niemals gepostet werden, weil bis dahin ja schon so viel Neues passiert wäre. Wir dürfen dem Winter also dankbar sein, denn dann hätte die Welt niemals von diesen Stulpen erfahren (Sagt doch selbst, ist das nicht ein total tröstender Gedanke? Na??).

Ein anderer positiver Nebeneffekt dabei ist auch, dass die Büronachbarin so noch jede Menge Gelegenheit hat, ihre Stulpen zu tragen. Ihr ist das mit dem Positiven im Moment nicht so klar, glaube ich, aber wenn sie später an diesen März zurückdenkt, wird es ihr bestimmt auch auffallen. Ein Paar gestrickte Stulpen nach Wunsch waren nämlich ihr Geburtstagsgeschenk im Januar - ich verschenkte nur einen Gutschein, und ließ sie selbst Garnfarbe und Strickmuster aussuchen.

Sie wollte dunkelgrün und die Leaving Cuffs (kostenloses Muster bei ravelry) von Maria Olsson. Dunkelgrün ist ja im Moment so gar keine Modefarbe, ich fand aber ein tolles Garn, Alta Moda Fine von Lana Grossa (Alpaca/Merino), unglaublich leicht und sehr voluminös - ein Knäuel hat 160m auf 25 Gramm, man könnte das Garn aber sogar mit Nadelstärke 5 verstricken. Die Farbe 005 läuft zwar als "petrol", für mich (und auch für die Beschenkte) handelt es sich aber eindeutig um dunkelgrün mit kleinen blauen Einsprengseln. Für solche Kleinigkeiten wie Stulpen ist das Garn sehr gut geeignet, bei einem Pullover hätte ich Bedenken, dass es nicht strapazierfähig genug ist. Und es macht den Eindruck, als würde es leicht verfilzen.

Die Strickanleitung der Leaving Cuffs ist wirklich gut, das Muster liegt als Schema und Reihe für Reihe ausgeschrieben vor. Die Mausezähnchenkanten gefallen mir besonders - alternativ könnte man einige Runden Perlmuster stricken. 

Diese Stulpen hattte ich über Weihnachten und Silvester aus Baby Alpaca Silk (Seegrün) von drops für mich gestrickt. Das Muster, die Anemone Wrist Warmers (Kostenlose Anleitung bei ravelry) war nicht einmal halb so vergnüglich zu stricken wie die Leaving Cuffs. Der Rundenanfang für das Muster wandert laut Anleitung in jeder zweiten Runde um eine Masche nach links, diese Stelle soll mit einem Maschenmarkierer gekennzeichnet werden.

Es war wahrscheinlich die feiertägliche Dösigkeit, weswegen ich mir bis zum Ende der zweiten Stulpe nicht überlegen konnte, wie man das Muster ohne Verschiebung und Maschenmarkierergetue stricken kann. Ich strickte die Stulpen nämlich auf einem Nadelspiel, da ist der Rundenanfang ja sowieso deutlich sichtbar, und welchen Sinn es hat, die Musterabfolge in jeder Musterreihe woanders beginnen zu lassen, ist mir bis zuletzt nicht klar geworden. Wahrscheinlich hätte ich einfach nach dem Schema stricken und die ausformulierte Reihe-für-Reihe-Anleitung ignorieren können - aber entscheidet das mal eben schnell zwischen Gänsebraten und Silvesterfeuerwerk, keine Chance, die Hirnareale, die für Strickarithmetik zuständig sind, lagen im Dämmerschlaf.

Und apropos Gänsebraten und immerwährender Winter und positiv denken: ich überlege, das Wochenende für ein typisches Winter-Weihnachtsessen zu nutzen. Irgendwas, das man bei Temperaturen über 5 Grad nicht mehr essen mag. Irgendwas mit Rotkohl und Klößen. Wenn schon, denn schon.     

11 Kommentare:

  1. hallo lucy,
    wow sind die schön!!!!!!!!!!!!!!!!! mir gefallen muster und farbe von beiden.
    liebe grüße,
    regina

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  2. Liebe Lucy, die sind wirklich schön, sowas kann ich leider nicht, aber habe jemanden, der für mich sowas Schönes strickt. Ich bin ja schon froh, das ich mich so mit dem Nähen angefreundet habe, wobei mir ja sehr gut Dein Buch geholfen hat, wie ich Dir letztens schon schrieb. Darf ich Dir mal eine Frage stellen?
    Ich nähe ja nun so ca. seit 7 Monaten und habe mich bisher nur an Jerseykleidung gewagt, ich mag Jersey und habe früher auch fast nur Klamotten aus Jersey gekauft.
    Leider pillt sich der Stoff den ich immer kaufe und vernähe extrem stark, im Gegensatz zu den Sachen, die ich früher gekauft habe. Klar gab es da auch Pilling, aber nicht so stark.
    Nun dachte ich, es liegt an den Qualitäten, aber ich denke ich habe jetzt schon jede getestet, viel oder wenig ausgegeben, das Ergebnis ist ähnlich. Mache ich was falsch, ist das normal oder gibt es einen Hersteller, bei dem das nicht so ist? Ich bin so langsam am Verzweifeln, die Sachen sehen so schnell abgetragen aus...
    LG Karoline

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    1. Ich glaube die Stoffqualität ist heute einfach nicht mehr so gut wie früher mal, und leider weiß man ja gerade beim Stoffkauf nicht so genau, was man bekommt. Das ist natürlich superärgerlich, wenn sich dann erst nach dem Nähen herausstellt, ob der Stoff was taugt. Leider habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass ein teurer stoff nicht unbedingt besser ist als ein billiger, und dass man es dem Stoff vorher nicht ansieht, wie er sich verhalten wird.
      Also ich denke du machst gar nichts falsch, sondern es ist einfach nur wahnsinnig schwer, guten Jersey zu bekommen (und unmöglich, voher mit Sicherheit zu erkenne, ob ein Jersey ein "guter" ist). Die Jerseys von Sanetta sollen ja sehr gut sein, und dann gibt es noch diesen Ringeljersey namens Campan - ich habe beides aber selbst nicht vernäht, nur öfter gehört dass man sich da einigermaßen auf die Qualität verlassen kann.

      viele Grüße!

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    2. Danke, das ist lieb, das Du antwortest. Schade, das die Qualitäten oft nicht so toll sind. Am WE war ich mit meiner Schwester in Leipzig shoppen. Unter anderem bei Breuninger. Ob die Sachen einem gefallen oder nicht, muss man zugeben, das es da oft ganz gute Qualitäten sieht. Wenn man als Hobbyschneiderin ein wenig Erfahrung gesammelt hat, muss man zugeben, so teuer sind die Sachen am Ende gar nicht. Guter Stoff, toller Schnitt (die Designer müssen ja auch bezahlt werden), aufwendige Verarbeitung. Am Ende frage ich mich manchmal, wie die solche Sachen zu den Preisen anbieten können. Als Hobbyschneiderin spart man eigentlich auch nicht wirklich was, da man die Stoffe ja leider nicht in solchen Mengen kaufen kann, das man Mengenrabatt bekommt. Bin ich jetzt vom Thema abgedriftet? Ich wollte es mal los werden... Auf alle Fälle google ich jetzt mal nach den von Dir genannten Jerseys.
      Viele Grüße
      Karoline

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  3. Die grünen Leaving cuffs sind ja traumhaft! Ich wünschte ich hätte die Geduld fürs stricken, aber leider wird es wohl beim Nähen bleiben... ;)

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  4. Vom Text habe ich zwar nur einen Bruchteil verstanden - strickchinesisch für mich, sozusagen - aber die Bilder Sprechen für sich. Die dunkelgrünen Stulpen sind umwerfend schön!

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  5. Entzückend! Da habe ich für den nächsten (!) Winter genügend Anregung.
    Ansonsten stimme ich dir deiner Begründung zu, warum es gut ist, noch immer Schneewetter zu haben. Mein Argument: Die frisch im Ausverkauf gekaufte allermolligste und schönste Winterjacke. Die will schließlich ausgeführt werden D).
    Grüße nach Berlin
    Tally

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  6. Stulpen kann man nie genug haben. ich verstehe gar nicht, dass ich Jahre ohne ausgekommen bin.Das Blattmuster gefällt mir gut in diesem antiken Grün. ist so ähnlich wie dein Tuch, oder? Manchmal finde ich Anleitungen sehr komisch und bin dann mit einer Musterschrift und einenm Foto schneller, als mit Erklärungen.Die Engländer stricken ja verkehrt herum, vielleicht ergibt sich dadurch manchmal andere Sichtweisen, die wir gar nicht übernehmen müssen.
    Klöse und Rotkohl sind gut! das passt schön zum wetter.
    viele Grüße von der Stulpen-kaze

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  7. Super Deine Anregung bezüglich des Speiseplans. Habe noch einen Rotkohl im Kühlschrank, der wartet darauf gegessen zu werden!!
    und natürlich sehr sehr schön ist Deine Pulswärmersammlung.
    Ist auch auf meine Liste für Geschenkideen (nur für handarbeitsaffine Personen) gewandert.
    viele Grüsse, Birgit
    meine sind jetzt auch fertig. dazu bald mehr.

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  8. Grüße auch von Nicht-Stulpen-Suschna. Ob ich wohl mal begreifen werde, warum man die braucht? Aber der andauernde Winter hat wirklich Vorteile. Ebenso wie Tally trage ich ein schönes Wintermantelschnäppchen, und das schon seit dem Sale vor 1-2 Monaten. Außerdem habe ich gestern meinen rot-weiß gestrickten Musterschal zerschnitten und zu einer Mütze gemacht. Die könnte ich nun sogar noch im Blog zeigen, statt Osterdeko, auf die man so gar keine Luste hat. Wir waren noch nicht Schlittenfahren diesen Winter, und das können wir nun vermutlich sogar noch in den Osterferien nachholen. Ganz zu schweigen von dem von dir erwähnten deftigen Essen. Alles fein!

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  9. Die sind wunderschön! Auf meinem Computer sedimentiert auch ein Stulpenmuster vom letzten Drops-Adventskalender in die Festplatte. Vielleicht sollte ich ja das Winterwetter auch so sinnvoll nutzen..
    LG, Mirabell

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