Sonntag, 27. Oktober 2013

Stoffspielerei im Oktober: Summ, summ, summ... und der rettende Schmetterling

"Insekten" hatte Suschna als Thema der Stofffspielerei vorgeschlagen. Mir gingen einige vage Ideen von Schmetterlingsflügeln und dicken, glänzenden Laufkäfern durch den Kopf, aber ich hatte nicht genug Zeit, um über die Ideen länger nachzubrüten und ein konkretes Projekt daraus zu machen. Dann hatte ich kurz vor dem Einschlafen einen Einfall, und wie das mit solchen Einfällen ja ist: ob sie großartig oder großer Blödsinn sind, weiß man im Moment des Einschlafens noch nicht.

Mir fiel nämlich meine angefangene Sechseck-Patchworkdecke ein, die ich schon lange nicht mehr angefasst hatte. Von Sechsecken zu Bienenwaben und also zu Bienen war es nur ein winziger assoziativer Sprung. Allein, das Sticken einer Biene ist alles andere als einfach, nur mit einer Zeichnung aus dem Lexikon als Vorbild. Es war also ein Experiment.


Entdeckt ihr die Biene?
Näher ran:


Und hier ein Referenz-Wespenfoto von letzter Woche:

 

Nunja, eine vage Ähnlichkeit ist vorhanden. Die gestickte Biene (oder besser: die pummelige "Biene") ist noch flügellos. Ich hatte mir überlegt, Flügel aus durchsichtigem, dünnen Gewebe anzusetzen und wollte zu diesem Zweck helles Organza-Geschenkband kaufen, Flügel zuschneiden, mit dem Feuerzeug die Kanten verkleben und die Flügel annähen. Aber solches Geschenkband war letzte Woche in mehreren Läden nicht zu finden, obwohl ich sicher bin, sowas schon oft gesehen zu haben. 


Das Tier ist mit einfädigem Sticktwist gestickt, auf einer Unterlage aus weißem Batist mit Bleistift-Vorzeichnung. Den Batist habe ich nach der erste Schicht Stickstiche, mit der ich die Grundformen angelegt hatte, eng an der Stickerei abgeschnitten. Der Körper ist mit kleinen Knötchenstichen bedeckt, um das Borstige des Bienenkörpers nachzuahmen, für die Augen kam ein Faden des gräßlichen, glänzenden Viskose-Stickgarns zum Einsatz. Aber letztlich sieht man von der ganzen Mühe bei normaler Betrachtungsdistanz überhaupt nichts - und die "Echt-und-Falsch"-Serie überlasse ich wohl besser ihrer Urheberin, die heute beeindruckend eklige gestickte Larven und Würmer zeigt.

Das Internte spülte mir vor ein paar Tagen aber auch noch eine Anleitung für einen hübschen Stoffschmetterling vor die Füße: über Mema, die die Anleitung bei Seelenruhig gefunden hatte, kam ich auf diese japanische Seite,  anscheinend so eine Art japanisches Pinterest.


Man versteht ja überhaupt nichts, aber die Faltanleitung konnte ich nach etwas Herumgerätsel nachvollziehen - Tipp: auf dem letzten Bild steht der Schmetterling auf dem Kopf. 

Suschna sammelt heute hier Insekten und anderes aus Stoff - wie gesagt: gestickte Larven - ich bin beeindruckt, was den anderes alles eingefallen ist!

6 Kommentare:

  1. Schöne Stickerei, mir gefällt besonders, dass sie auf 2 Sechsecke verteilt ist.
    Bei Flügeln aus Organza wäre die unterschiedliche Bügel- und Waschtemperatur zu bedenken.
    LG Ute

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  2. Das ist aber eine niedliche Biene. Und ich bin gleich nach oben zu meiner Geschenkbandkiste gerannt: weißes Organza ist vorhanden, kokelt auch mächtig, ist nur vielleicht in bisschen zu grob gewirkt für einen Insektenflügel. Geniale Idee! Ich hebe dir das Band auf.
    Insekten täuschend echt nachzumachen ist wirklich ein Feld für sich, das habe ich auch gemerkt. U.a. lag eine tote Mega-Riesen-Hornisse in einer Streichholzschachtel vor meiner Nase, aber das texil zu fälschen, puhhh. Hut ab vor Mr. Finch und Co.
    Der abstrakte Schmetterling ist da doch auch eine ganz feine Sache, und "japanisches Pinterest" - das hört sich ja himmlischer als himmlisch an. Ich geh mal gucken. Danke!

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  3. Hahaha, zwei Dumme ein Gedanke. Oder, viel schöner: great minds think alike.
    Du bist einfach zu schnell für mich! Ein klitzekleines bisschen anders wird meines wenigstens. Aber die Idee: genau gleich. *stirnklatsch* Naja, es liegt ja auch ein bisschen nahe, das mit den Sechsecken und so...
    Lieben Gruß!

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  4. Gerade das "Such-die-Biene" ist doch das Reizvolle bei der Geschichte. Sachen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt sind viel netter.
    Dabei müsste sie sich ja echt nicht verstecken, ich finde sie gelungen.
    (Gegen Suschnas Imitationen können wir nicht ankommen- da ist sie in einem Paralleluniversum.)

    Wegen der Flügel- dopple den Organza mal im 45-Grad-Winkel mit Steam-a-seam oder notfalls Vliesofix. Dann kann da nix mehr fransen. Denn richtiger Organza schmilzt nicht sondern kohlt nur an.
    Wie sich da Geschenkband verhält weiß ich nicht- wenn du Glück hast ist das aus Poly und wird am Rang schön glatt und sauber.

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    1. Ja, ich hoffte auf Poly-Organza-Geschenkband - aber zur Zeit gibts das nur mit goldenen Sternen drauf.

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  5. Die Biene ist der Knaller. Du hast einfach geniale Ideen. Meine Kollegin hat gerade mit auf deine Bilder geschaut und meinte nur: " Wie Retro!" Damit meinte sie den Pfennig als Größenorientierung :). finde ich sehr passend für Dich :)

    Lg

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