Samstag, 14. Dezember 2013

Woche 49


Als ich gestern Oh-Mimmis Weihnachtskleid-Statusmeldung las und Katharinas Verteidigung des Unperfekten später am Abend, dachte ich spontan: Ich auch. Auch wenn ich mit den Weihnachtsfeiertagen wenig verbinde und der betriebene Aufwand für dieses Fest im Nahtzugabe-Haushalt sehr überschaubar ist, führt das Zusammentreffen von Feiertagen, Jahresende, neuem Anfang in jedem Jahr wieder zu einem Berg selbstauferlegter "bis-Weihnachten"-Verpflichtungen:  Bis Weihnachten noch die Küchenschränke entrümpeln, bis Weihnachten Text X und Konzept Y fertigschreiben, bis Weihnachten backen, putzen, einkaufen, bis Weihnachten noch über dieses und jenes bloggen, und nicht zuletzt: bis Weihnachten Geschenke besorgen und ein Weihnachtskleid nähen.

Ein bißchen Zeitdruck ab und zu kann produktiv sein, um Dinge zuende zu bringen, aber selbstgemachter Zeitdruck in allen Lebensbereichen verfehlt diese Wirkung: man produziert sich nur selbst Misserfolge, weil die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht werden, gar nicht erreicht werden können, und Misserfolg macht unglücklich. Ich frage mich, ob es sich bei Weihnachtsstress nicht überhaupt um eine besonders perfide Form der (weiblichen?) Selbstsabotage handelt: die letzten Wochen des Jahres, die ja in vielen Berufen sowieso mit erhöhtem Arbeitsaufkommen verbunden sind, werden zusätzlich mit besonders vielen sozialen, familiären und selbst produzierten Verpflichtungen beladen, an denen jede nur scheitern kann. Als ob mit Jahresabschlüssen, Weihnachtsfeiern und Verwandtenbesuchen nicht schon genug los wäre, nimmt frau sich vor, Weihnachtskarten selbst zu basteln, die Wohnung hübsch zu dekorieren, Kekse zu backen, für alle Verwandten Socken zu stricken und alle Wünsche mäkliger Tischgenossen beim Weihnachtsessen zu berücksichtigen. Dann hetzt sie in der Vorweihnachtszeit von Misserfolg zu Beinahekatastrophe und auf jeden Fall: immer den eigenen Ansprüchen hinterher, und beendet und beginnt das Jahr mit dem Gefühl der kompletten Unzulänglichkeit. Und fühlt sich noch schuldig, wenn der Schwiegervater im Essen stochert, die Tante das Selbstgestrickte mit "Na, du musst aber Zeit haben! Sowas kann man doch kaufen." in Empfang nimmt und Oma_1 beleidigt ist, weil die Verweildauer bei Oma_2 am Vortag für ihren Geschmack ungebührlich lang war.

Täusche ich mich, oder trifft dieser Weihnachtsstress in erster Linie Frauen? Ich breite hier ja nur eine küchenpsychologische Schwurbel-Theorie aus (die Dreiviertelpsychologin Sinje könnte dazu bestimmt wissenschaftlich fundiert referieren), aber nach meiner Beobachtung fühlen sich Männer nicht nur seltener für Weihnachtsdekorationen verantwortlich, sondern sind auch weniger für Anspruchshaltungen aller Art empfänglich. 

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, Druck und Tempo herauszunehmen und mich einfach an dem zu freuen, was ich bisher geschafft habe und in den nächsten Tagen vielleicht noch schaffe. Ich werde kein Weihnachtskleid nähen, aber vielleicht wird ja ein Kleid aus meinem halbfertige-Nähprojekte-Stapel noch fertig. Es wäre nett, wenn ich es an meinem Geburtstag anziehen könnte, vor allem, weil ich für den Abend ein Lokal gefunden habe, das geöffnet hat und in dem man ein 5-Gänge-Menü einnehmen kann. Ich stricke ein bißchen an einem Schal (ravelry-Anleitung) aus Alpaca-Silk und freue mich daran, dass ich tatsächlich ein paar Plätzchen gebacken habe, die im Gegensatz zu denen vom letzten Jahr sogar essbar sind (die steinharten letztjährigen Reste habe ich gerade entsorgt...). Geschenke, putzen, Deko: mal sehen. Lieber mache ich mir jetzt noch einen Kaffee, beschäftige mich noch zwei Stündchen mit Text X, freue mich über eine überaschend hohe Überweisung der VG Bild-Kunst und über die Preissenkung des Ökostromanbieters (es passieren auch gute Dinge!), und morgen, morgen gehe ich vielleicht auf einen kleinen Weihnachtsmarkt.

Statt Selbermachlinks heute nur ein Fundstück zum Schauen und Staunen über die frei gehäkelte Spitze der Strickdesignerin Kat Coyle, die außerdem ein Blog schreibt, mit dem man sich vorzüglich ins warme, strahlende, südliche Kalifornien träumen kann. 

42 Kommentare:

  1. Recht hast du, absolut. Es ist alles unglaublich viel (warum um Himmels Willen gibt es zusätzlich zum St.Martins-Fest Anfang November im Kingergarten einen Monat später noch einen Weihnachtsmarkt?? Abgesagt.), und ich habe ebenfalls letzte Woche schon begonnen, Verabredungen auf den Januar zu verschieben. Außerdem gibt es von mir dieses Jahr so wenig selbstgemachte Geschenke wie noch nie. Zum Glück habe ich ja mein WK schon fertig, sonst würde ich zum jetzigen Zeitpunkt auch aufgeben. Genieß die nur noch kurze Vorweihnachtszeit und mach alles so langsam wie du Lust hast. Das ist gut so.
    Ich habe mir heute z.B. ganz außer der Reihe und völlig antizyklisch weil so kurz vor dem Fest ein Buch gekauft ("Honig" von Ian McEwan) und werde heute abend allein und lesend verbringen. Bloß kein Bastelstress mehr, das hatte ich in den letzten Jahren genug.
    Liebe Grüße!

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  2. "Weihnachten ist ein Fest und keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" - schlauer Satz, irgendwo mal gelesen und seit einigen Jahren verinnerlicht. Es ist piepegal, ob die Wohnung total geputzt ist (bei Kerzenlicht sieht man das eh nicht) und leckere Plätzchen gibt es auch beim Bäcker. Viel wichtiger sind schöne Stunden mit der ganzen Familie.

    GLG Elke

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    1. Oh ja, wie treffend. "... und keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Frauen" könnte man noch ergänzen.

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  3. Hab gerade zu viel zu tun, um ausführlich zu kommentieren ;-)
    Schöne Vorweihnachtszeit,
    Constance

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  4. Dann mal Grüße von einer, die heute abend ebenfalls sehr zufrieden zuhause auf dem Sofa liegt, während der Rest der Familie teilweise sogar parallele Feiern bedienen muss. Eben habe ich einen Strickschal bestellt, den ich sehr gut auch selbst hätte machen können. Schöne geruhsame Stunden euch!

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  5. Da hast du ganz recht. Ich glaube auch, dass das so ein Frauending ist. Die meisten Männer die ich kenne, legen nicht so großen Wert auf die perfekten Rahmenbedingungen und finden zwar selbstgebackene Kekse toll, aber finden es auch völlig o.k., wenn man welche kauft (Hauptsache, es gibt welche ;) Und diese Männerexemplare lassen sich auch weniger von Verwandtschaft stressen (glaube ich).

    Ich bin da inzwischen wohl auch eher zurückgelehnt. Plätzchen backe ich 1x zur Kinderbefriedigung und nur genau dann, wenn mir danach ist (heute z.B. den Teig gemacht). Ich back einfach nicht gerne Plätzchen, lieber Kuchen.
    Gebastelt wird inzwischen eigentlich gar nicht mehr (ich bastle äußerst ungern). Nur wenn Tochter alles zusammensucht und Vorschläge macht.
    Dankbarerweise sind meine Kinder auch beide an Schulen, die keinen Weihnachtsmarkt veranstalten, oder ein Adventscafe mit den Eltern. Dafür bin ich dankbar.

    Selbergemachte Geschenke: nur wenn ich wirklich eine super Idee und auch Lust habe. Das heißt, eigentlich kriegen wenn, dann nur die Kinder/der Mann Kleidungsstücke genäht, die sie ohnehin brauchen. Allerdings schenken sich bei uns die Erwachsenen in der Verwandtschaft alle ganz konsequent nichts (ja, das funktioniert wirklich). Für die kleine Anerkennung (Therapeuten, etc.) gibt es wahlweise eine Bienenwachskerze oder eine schöne Seife (gekauft).

    Gekocht wird völlig unaufwändig, jedes Jahr das gleiche. Weihnachtsdeko ist bei uns jedes Jahr der Tannenbaum, der jedes Jahr gleich geschmückt wird (halt, dann noch ein gekaufter Adventskranz und eine Weihnachtspyramide - he, das ist für meine Verhältnisse viel). Verwandtschaftsbesuch wird möglichst unstressig gehalten.

    Ob ich das Weihnachtskleid jetzt noch nähe oder nicht - mal sehen. Lust hab ich, aber wenig Zeit ohne Kinder. Gibt's halt ein Silvesterkleid wie letztes Jahr.

    Und trotzdem empfinde ich unser Weihnachten als schön und harmonisch. Und den Kindern geht es glaube ich auch so, denen reicht es ja meist, wenn es einfach so ist wie immer und es Geschenke gibt :)

    Man kann sich schon ein bisschen aus dem Stress ausklinken, ohne dass das Feiertagsgefühl darunter leidet (sondern eher im Gegenteil).

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    1. entschuldige, das war unnötig lang. ich muss wohl mal selber wieder einen post schreiben, sonst leiden anderer leute blogs unter meinen ausufernden kommentaren.

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    2. Kein Problem - lange Kommentare stören doch nicht!

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  6. Du hast recht, dass es ein weiblich besetztes Problem ist, aber warum nur? Mein Mann macht sich nicht nur keinen Stress, er wäre auch überhaupt nicht unglücklich ohne Deko, Karten, Handarbeit und Plätzchenbacken. Für mich wäre das der Inbegriff von Trostlosigkeit. Da mich aber zwei Kinder davon abhalten, vergangene Höchstleistungen zu wiederholen, schwanke ich so halbgar dahin. Weniger Verabredungen. Karten basteln muss aber sein. Keine handgearbeiteten Geschenke. Na gut, vielleicht ein kleines. Nur zwei Sorten Plätzchen. Weihnachtskleid-Sewalong. Heute abend lieber Lesen auf dem Sofa. Priorität hat das Erreichen des Fests bei geistiger Gesundheit! Viele Grüße

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    1. Ja, das kommt noch dazu - ein bißchen Weihnachten möchte ich ja selber auch haben, und ich erfülle damit nicht in erster Linie die Erwartungen von anderen, sondern meine eigenen.
      Deinen letzten Satz sollte man sich in den Kalender schreiben - oder in roten Kreuzstichen irgendwo hinsticken.

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  7. Hier gibt's auch nur ein Mindestmaß, der Kinder zuliebe. Was ich auch nie verstehen werde: "Wollen wir uns nicht vor Weihnachten nochmal treffen?" Sagen alle Vereine, Gruppen, sonstige Zusammenrottungen von Menschen. Z.B. auch die Dresdner Nähblogger. Mag ja noch gehen, obwohl die Welt ja nach Weihnachten nicht untergeht und man sich super im Januar treffen könnte. Aber dann kommt immer jemand mit "Wollen wir nicht wieder wichteln? Nur was Kleines, selbstgemachtes..." Ich hab immer das Gefühl, ich bin die Einzige, die denkt "NEIN, Bloß nicht!"
    Ich stimme ich dir zu, dass muss so ein Frauending sein.

    LG
    anne

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    1. Ha, bei dem Gedanken ertappe ich mich aber selber auch ab und zu: vor Weihnachten nochmal treffen, als würde zu Weihnachten die Welt untergehen. Vielleicht gibt es so eine archaische, tief verwurzelte Furcht, dass nach diesem Jahr vielleicht doch kein neues Jahr mehr kommen könnte?

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  8. Ja da schreibst du was Wahres. Komischerweise möchten die wenigsten sein bzw werden wie die eigene Mutter, aber den Perfektionsanspruch übernehmen wir dann trotzdem. Und gerne auch die Überzeugung, dass das Leben anstrengend sein muss, damit wir Anerkennnung verdienen.
    Männern handeln eher nach dem Effizienz-Prinzip ("Was hab ich davon?"), und zwar ohne schlechtes Gewissen. Ich fand es lohnenswert, mir davon eine dicke Scheibe abzuschneiden. Mein Weihnachtskleid wird mittlerweile ein Rock. Plätzchen backt mein Sohn. Einkauf macht mein Mann. Zu essen gibt es das, was er nicht vergessen hat. Die Zeit, die wir gemeinsam verbringen, ist kostbar, und viel wichtiger.
    Ein zauberhaftes Fundstück übrigens, dein Häkel-Link!
    Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtswoche,
    Martina

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    1. Stimmt, auch wenn man es normalerweise ganz gut schafft, nicht alles so zu machen wie die eigenen Eltern, schlägt zu Weihnachten so ein Hausfrauen-Perfektionismus zu - wo auch immer dieser Drang herkommt.

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  9. bei mir läuft das ganz anders, obwohl du natürlich recht hast. erstens feiern wir kein weihnachten, und darum brauch ich auch keine deko und keine geschenke zu basteln. aber ich bastel generell sehr gerne und das ist für mich kein stress sondern entspannung. heute hab ich genäht. und kekse backen bei euns die kinder, haha. das hat sich so ergeben, so wäre das ja nie planbar gewesen. meine tochter (16) hat letztes jahr schon mit ihrer freundin bei dieser kekse gebacken und das dann zu hause alleine wiederholt. von sich aus. mama darf ich...? na klar, gerne doch. und dieses jahr haben zusätzlich auch noch meine jungs damit angefangen (15 und 13), von sich aus. mama dürfen wir...? na aber bitte! und danach machen sie alles sauber, nichtmal das bleibt an mir hängen. yay! und was bei dir die tante bringt (sowas machst du selber? das kann man doch kaufen) das ist bei mir die mutter. meine mutter bringt auf selbstgemachte geschenke solche kommentare: die farben magst du? / hast du für sowas zeit? willst du nicht lieber mal wieder die fenster putzen? (nö, ich wollte basteln) / ...
    ABER neulich, da hab ich ihr, nachdem sie versehentlich ihr nadelkissen weggeworfen hat, 2 nadelkissen genäht. eins als handgelenknadelkissen, das schaut aus wie ein igel. und der kommentar dazu hat mich fast zum weinen gebracht. er lautete: "das ist ja süß!"
    ich hab mein weihnachtsgeschenk dieses jahr also schon!
    es kann nur besser werden, wenn wir was ändern. also stress aus, ruhe ein.

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    1. Au weia. Willst du nicht lieber mal wieder die Fenster putzen? - Daraufhin würde ich wahrscheinlich nie wieder etwas Selbstgemachtes verschenken.

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  10. Hallo Lucy! Danke für den Hinweis auf Kat Coyle! Die Spitze ist wunderschön und inspirierend.
    Ich wünsche Dir eine entspannte Woche und ebensolche Weihnachtstage!
    Martina

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  11. Hallo Lucy!
    Genau die richtige Einstellung, wie ich finde.
    Ich versuche es auch, ruhig anzugehen. Mit drei Kindern ist das Manchmal schwierig, da gibt es die eine oder anders Verpflichtung durch Schule oder Kindergarten.
    ABER: sie sind noch so klein, dass man Weihnachten tatsächlich reduziert feiern kann. Das hat letztes Jahr schon ganz gut geklappt und ich hoffe, dass es das dieses Jahr wieder tut!
    Ich bin gestern von meiner Mutter gefragt worden, was ich denn Silvester mache, ob der Mann zu Hause wäre oder arbeiten müsse. Sie könnten ja sonst zum Essen kommen.
    Meine Antwort: Nehmt euch ruhig was vor, sollte der Mann arbeiten müssen, gehe ich eben um 10 ins Bett. Auch gut.
    Ich finde, man wird entspannter mit allem, zumindest bemühe ich mich sehr darum. Es klappt mit jedem Jahr besser! :o) (Beginnende Altersweisheit???)
    Liebe Grüße und einen entspannten 3.Advent!
    BuxSen

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    1. Bei mir ist es bisher jedes Jahr dasselbe - aber ich schließe nicht aus, dass ich in Zukunft noch etwas dazulerne.

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  12. Liebe Lucy, danke für deine Worte! Bei mir auf dem Blog ist gerade Ruhe, weil ich keine Lust auf Streß und auch zu sagen habe. Kekse sind gekauft, Weihnachtsgeschenke sind dieses Jahr - bis auf eins - nicht selbst gemacht und der Mann hat sich (überwiegend) um die Weihnachtsdekoration gekümmert! Heiligabend bleiben wir auch zu Hause und an den anderen Feiertagen kommt auch KEIN Familienbesuch. Herrlich, ich freue mich richtig auf die Tage schlampig auf dem Sofa! Lieber Gruß und einen schönen 3. Advent

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  13. Antworten
    1. Ja, wenn Weihnachten erstmal da ist, ist in der Regel auch alles gut - man kann ja z. B. nicht mehr einkaufen, und was man vergessen hat, hat man halt vergessen... Ich bin über die Feiertage auch zuhause, und erfahrungsgemäß ist das immer sehr erholsam.

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  14. Mmmh, bei uns ist es umgekehrt. Mein Mann kann ohne Weihnachtsdeko nicht leben und schleppt jedes Jahr die Kisten aus dem Keller, um dann bei der Durchsicht des Materials fest zu stellen, dass er dieses Jahr ne ganz andere Farbkombi haben will, in der wir mit Sicherheit noch keine Kugeln usw. haben. (Und er schafft es auch zielsicher, sich etwas auszudenken, was in dem Jahr gerade komplett dem Mainstream entgegengesetzt ist und es daher trotz allem Überfluss des Konsums richtig schwer wird, sein Konzept umzusetzen.) Und Plätzchen müssen selbstgebacken sein, sonst kann man ja keinen Teig naschen. Außerdem gibt es keine fertigen Star Wars und Drachen Plätzchen zu kaufen. Aber weil er es so zu schätzen weiß, hab ich es bis jetzt auch immer gerne gemacht.
    Dieses Jahr setzen wir leider trotzdem aus, weil es unser erstes Weihnachten zu Dritt ist und der Kleine sowieso noch nichts davon hat. Dem ist es gerade viel wichtiger, dass wir rund um die Uhr um ihn kreiseln. Aber ich freue mich schon drauf nächstes Weinachten wieder "richtig" zu feiern. ^_^

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    1. Das ist ja schön, wenn man jemanden hat, der das Dekorieren übernimmt und das auch noch richtig gerne und gut macht. Unter den Umständen würde ich auch Star-Wars-Kekse backen!

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  15. Ganz interessant, was Du da geschrieben hast. Mein Mann bestellt kernentspannt bei amazon, und ich habe hier die Weihnachtswelle (genau mit so einem Mist wie "Du musst noch dies und das aufräumen", "das fertigstellen" und anderem tralala.
    Dieses Jahr gibt es bei mir sehr viel Selbstgemachtes, aber das ging auch nur, da ich nach den Sommerferien viel Zeit hatte und alles in einer großen Weihnachtskiste gelandet ist.
    Aber dank Deines Posts ist mir jetzt das Chaos in den Küchenschränken und im Wohnzimmer egal :)
    Stattdessen lege ich die Füße hoch und stricke ein bisschen vor mich in (und das ist NICHTS für Weihnachten)
    Liebe Grüße
    Julika

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  16. ich hab zwar keine kinder und mich erwarten auch keine verwandtenbesuche, nicht hier und nicht dort, aber ich weiß, was du meinst. das hat lang gedauert, bis ich mich von dem ungeliebtan weihnachtsgedöns frei machen konnte. übrig geblieben sind ein vom göga und mir gemeinsam gestalteter adventsstern mit bienenwachskerzen, eine üppige liste mit wunschessensvorschlägen, welche der gatte mir kochen möchte, gekaufte kekse und und andere winterliche kulinarische köstlichkeiten. meine mutter hat früher immer bis weihnachten geschuftet wie verrückt und dann war sie krank (nicht, dass wir kinder das jemals bemerkt hätten). soo nicht!
    entspannt zum lebendigen adventskalender gehen udn mit den lieben nachbarn schnacken, das finde ich schön. am 24. nach neumünster auf den großflecken gehen und das turmsingen anschauen, wundervoll und stimmungsvoll. das reicht dann aber auch.

    in diesem sinne, lasst euch nicht stressen, überlegt, was i h r wollt

    lg birgit

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    1. Oh ja, krank zu Weihnachten, wenn die Anspannung nachlässt, das wird immer wieder gerne genommen. Das Merkwürdige ist ja, dass Weihnachten mich dazu bringt, Ansprüche für mich zu übernehmen, die ich eigentlich gar nicht hatte - die scheinen irgendwie in der Luft zu liegen.

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  17. backen ist blöd. alles dreckig und kaum was im mund ;)), deko ? hol ich immer am 24 . raus. o.k. ich träum jedes jahr den landleben traum von selbstgemachten kränzen ums haus, bei punsch und selbstgebackenem stollen gekranzt im total aufgeräumten garten....hahaha...
    nach 20 jahren eigenverantwortlichem weihnachten : keine plätzchen, selbstgebasteltes nur wenns im oktober schon fertig war, deko nur im notfall und alkohohl ist jetzt auch tagsüber erlaubt ! ( man denke nur an die rührseligen telefonate mit der familie...)

    liebe grüße
    stella
    und unperfekt ist für mich gerade gut genug !

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    1. Alkohol ist jetzt auch tagsüber erlaubt?!? Wenn ich das gewusst hätte!

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  18. Oh, wie ich euch verstehen kann! Jedes Jahr frage ich mich mehr und mehr, wozu diese ganze Betriebsamkeit überhaupt gut sein soll - vor Weihnachten rödeln wie der Hamster im Laufrad, und danach fallen dann alle in ein ganz tiefes Loch? Och nö. Wenn im Beruf Jahresabschlussarbeiten anstehen und sich die Arbeitsbelastung häuft, so dass ich Überstunden produzieren darf wie blöd, dann fehlt mir irgendwann auch die Lust, noch auf eine Weihnachtsfeier zu gehen. Bei einem Kollegen von mir ist es ganz extrem: da kommen zu den Schulweihnachtsfeiern auch noch die aus diversen Vereinen hinzu. Daher habe ich dieses Jahr alles abgesagt, was außer Berufsstreß noch zu weiterem Streß führen könnte. Und wer weiß: vielleicht bekomme ich kurz vor knapp doch noch Lust, irgendwelche Kekse zu backen. Wenn nicht eine Erkältung mich gerade flach gelegt hätte. - oder ist das die berühmte Auszeit/Entschleunigung, die mein Körper mir auferlegt hat?

    tut mir leid, wenn ich am Schluß etwas wirr klinge, aber das waren so meine Gedanken dazu
    liebe Grüße
    Ulrike

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    1. Dann mal gute Besserung. Meine Deklaration hier, dass ich mir nichts mehr für Weihnachten vornehme, hat jetzt witzigerweise zu einem gewissen Produktivitätsschub geführt. Es könnte also sein, dass ich doch noch etwas backe. Aber dann, weil ich will, und nicht weil ich das Gefühl habe, ich müsste/sollte.

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  19. Ihr sprecht mir aus der Seele!
    Liebe Grüße und ganz, ganz fröhliche Weihnachten!
    Beate

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  20. Ja, da gibt es Studien dazu, wie gerne wir Frauen und selber sabotieren und vor allem, wie wir versuchen, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch den vermuteten und gefühlten Ansprüchen. (Was allerdings an mir völlig vorbei geganen ist, genetisch scheint es also nicht zu sein. ;) )

    Ich mache schon lange die Dinge, die mir wichtig sind, mit denen fange ich teilweise einfach im November schon an (einen Teil der Karten basteln). Der Rest... passiert nicht.

    Aufräumen bestenfalls im Wohnzimmer, den Baum schmückt mein Mann (und ich gleiche dann eben mit den Lind-Teilchen noch aus...) und ein Weihnachtskleid nähe ich mir nicht. Oder nur, falls ich Zeit habe. Und selbstgemachte Geschenke gibt es nur die, die ich machen will für die Leute, die es zu schätzen wissen.

    Die Arbeit kann bis nach dem Urlaub warten, Rechnungen kann ich auch am 02.01. noch schreiben und die Umsatzsteuer reicht dann auch noch.

    Aufräumen muß ich zum 28., da kommt der Übernachtungsbesuch, der braucht das Zimmer... :D

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    1. Und da ich nicht mehr editieren kann: Kein Wichteln, keine Verwandtenbesuche im Dezember, es sei denn, die kommen zu mir. (Kekse zum Kaffee habe ich ja genug und sonst kann ich improvisieren. Oder eine Pizza bestellen.) Keine Zwangsbesuche bei irgendwem.

      Und kein "jaja, den Kunden mache ich noch schnell fertig, wenn er so lieb fragt". Mache ich nicht. (Ich habe gesetzliche Fristen, an die halte ich mich, ein paar gibt es als "Bonus", wenn Zeit ist, aber vorgezogen wird keiner.)

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    2. Letzteres, also irgendwelche beruflichen muss-ich-unbedingt-noch-erledigen-Sachen (und der Frust darüber, das nicht zu schaffen) sind bei mir der Grund für meine zeitweilige Entnervung, soweit habe ich die Sache immerhin schon durchschaut. Ansprüche von außen in Bezug auf Weihnachten gibt es glücklicherweise fast keine. Es tut auf jeden Fall gut, Nein zu sagen (auch zu sich selber manchmal). Muss ich nächstes Jahr unbedingt öfter mal machen.

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    3. Beruflich ist das wirklich Übungssache. ;-)

      (Bei meiner Tätigkeit gibt es ohnehin nicht wirklich ein "fertig", man könnte immer noch hier oder da.... Also kann man "fertig" auch genauso gut dann setzen, wenn es einem in den Kram paßt. Aber... das mußte ich auch erst mal lernen. )

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  21. Hallo liebe Lucy, ich find deine Küchentischpsychologie völlig zutreffend. Wir Frauen machen uns Druck und Streß, setzen uns Ziele, die an Perfektionismus Grenzen und wundern uns, dass unsere Leistungen nicht unseren Erwartungen entsprechen. Immer mit dem Blickwinkel, es allen und jedem Recht zu machen. Das unglaubliche ist aber, dass PaNama,Oma,Tante, ... esgar nicht perfekt wollen. Erinnert ihr euch an perfektes Weihnachtsfest??? Also da wird esbei mir schwierig. Ich erinnere mich an das Fest, wo die Katze im Baum gelandet ist und ihn umwarf, fast alle Kugeln hin waren, an das Fest mit der verkohlten Weihnachtsgans, wo der Abend besonders schön wurde, weil alle in der Küche standen und gekocht und gesungen haben. Mir fallen da noch dutzende Katastrophen ein, aber es waren die schönsten Feste, weil wir gemeinsam nach einer Lösung gesucht haben und auch gefunden haben. Unperfekte Weihnachten so für mich die schönsten. Ich habe gelernt, dass Perfektionismus mich unglücklich macht, weil nichts unvorhergesehenes mehr passiert, dass mir ein Lächeln entlockt

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    1. Ja, Perfektionismus ist eine Falle, da kann ich ein Lied von singen. Denn "perfekt" ist eigentlich unmöglich, es geht immer noch besser. Aber es ist schwer, sich von den eigenen Ansprüchen zu verabschieden.

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Vielen Dank für deinen Kommentar!