Dienstag, 10. Juni 2014

Wochenrückblick: Von Taschenhenkeln, Tellerröcken und Burgern


Während ich das hier schreibe, geht gerade der Pfingstmontag zuende - in Berlin immer noch mit bestimmt 25 Grad, für morgen sind noch einmal 36 Grad angekündigt, ehe dann die Gewitter auch den Osten erreichen. Kaum zu glauben, dass es vor knapp einer Woche beim Stricken am Kanal noch so kalt war, dass ich meine einzige intakte Hose anzog. Das wollige Sockengarn, so schillernd grün-violett wie das Wasser des Neuköllner Schifffahrtskanals, könnte jetzt gar nicht mehr anfassen. Der Schal den ich da strickte - Fleece von Kieran Foley - ist mittlerweile fertig und muss noch gespannt werden.

Die aberwitzigen Burger gabs bei The Bird, in der neuen Filiale am Kottbusser Damm in Neukölln. Das Stammhaus eröffnete 2007 in Prenzlauer Berg und tat sich zuerst mit einem 750-Gramm-Burger hervor, der nicht bezahlt werden musste, wenn der Gast ihn komplett verzehren konnte. Die Sensationsmasche funktionierte, der Laden wurde in jeder Gastrorubrik der Stadt besprochen, und von da an war er immer voll. Wie ein befreundeter Prenzelbergbewohner berichtet, warten die Leute dort noch immer Abend für Abend auf der Straße, dass die Türen um 18.00 Uhr endlich aufgehen. Der neue The Bird in Neukölln hat durchgehend geöffnet, so dass zumindest im Moment, bevor sich die Sache herumgesprochen hat, ein spontanes Burgermahl möglich ist. The Bird ist das, was man auf Deutsch "krachledern" nennen würde, nur amerikanisch: die Karte in einem putzigen deutsch-englischen Pseudoghettoslang, scheinbar urige (aber nagelneue) Holztische, laute Musik, englischsprachige Bedienungen, grob geschnittene Zwiebel- und Tomatenscheiben und handgeschnitzte Pommes mit Schale. Im Neuköllner Kontext wirkt ein Laden, der so sehr auf authentisch amerikanisch macht, ungefähr so kulissenhaft und absurd wie das Hofbräuhaus in Tokyo, aber egal: die Burger sind wirklich gar nicht schlecht.

Das Paste-up aus bemalten Buchseiten fand ich am Maybachufer, es stammt vermutlich von AleSenso, der italienischen Künstlerin Alessandra Senso. 

Handarbeitslinks der Woche

Apropos absurd: fertige Taschenhenkel aus Leder sind oft absurd teuer (bitte Applaus für diese brillante Überleitung!). Taschenexpertin Griselda verriet in einem Tutorial, wie man solche Henkel selber herstellen kann. Großartig. Ebenso wie der neue Machwerk-Taschenschnitt Arya - ich muss wohl im Herbst meine Taschennähphobie mal gründlich überdenken.

Großartig fand ich auch die Fragen und Antworten zu Jennys gefüttertem Tellerrock mit Saumverstärkung - ich habe einiges Neues gelernt, obwohl man ja denken könnte, über das Thema Tellerrock wäre allmählich alles gesagt. Noch großartiger: Jenny schreibt uns bald eine ausführliche Anleitung fürs Tellerrock-Nähen und plant einen Sew-along. Jennys andere Anleitungen im Blog sind auch sehr lesenswert.

Zu Tellerröcken passt prima der neue Schnitt von Jennifer Lauren Vintage, das Bronte Top aus Jersey im 40er-Jahre-Stil. Das Schnittmuster gefällt mir, aber ich finde es verhältnismäßig teuer für einen pdf-Schnitt zum Zusammenkleben, deshalb bin ich nun erstmal auf weitere genähte Versionen im Netz gespannt, und ob da der Ausschnitt tatsächlich flach anliegt. Auch für diesen Schnitt soll es bald im Jennifer-Lauren-Blog einen Sew-along geben. 

Und nicht zuletzt gibt es dieses Jahr wieder einen Bademoden-Sew-along für alle, die sich Badeanzüge oder Bikini selber nähen wollen. Bei Lotti im Blog versammeln sich die Badenixen.

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