Sonntag, 13. Dezember 2015

Meine Nähmaschine: Bernina 350 PE - der Nähmaschinenfragebogen von Marja Katz

Bei twitter kamen wir neulich auf Nähmaschinen zu sprechen, und Marja Katz, die über eine Neuanschaffung nachdenkt, setzte nun kurzerhand einen Fragebogen auf, der die technische Ausstattung der Maschinen aus Nähnerd-Sicht erfasst, als Entscheidungshilfe für alle, die sich eine neue Maschine zulegen möchten. Das trifft sich gut, denn mit meiner Neuen nähe ich nun seit fast einem Jahr und plante sowieso einen Blogartikel über sie. Die Sammlung aller Erfahrungsberichte zu Nähmaschinen findet sich hier bei Marja Katz. Tily - Frl. Ideal erstellte außerdem Anfang des Monats eine nützliche Checkliste für den Nähmaschinenkauf zum Herunterladen.

Hier der Erfahrungsbericht zu meiner Maschine, der Bernina 350 PE ("PE" steht anscheinend für "Patchwork Edition").


 

Anschaffung und Folgekosten


Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?

Die Bernina 350 PE  wird derzeit, was ich so sehe, derzeit überall zum Preis von 1259,- € verkauft, sie war ein (unfassbar großzügiges) Geschenk zu meinem Geburtstag letztes Jahr, d.h. ich benutze sie seit Ende Dezember 2014.

Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?

Ich hätte selber niemals so viel Geld für eine Nähmaschine ausgegeben (meine Schmerzgrenze liegt so bei 700, 800 €) und das etwas großsprecherische Image der Marke Bernina (die besten und die teuersten) hätte mich bei einer Kaufentscheidung auch eher abgestoßen. Ich hätte sicher eine Marke mit mehr Understatement gewählt und z. B. eine  Juki gekauft, aber ich muss zugeben: Die Bernina näht wirklich wunderbar und präzise, ist sehr leise und macht einen technisch sehr soliden Eindruck. Das Nähgefühl ist butterweich, sie schnurrt leise, nichts klappert, und die automatischen Knopflöcher sind zum Niederknien. Sie näht definitiv besser als jede andere Maschine, die ich bisher ausprobiert habe.
Wenn sie jetzt auch noch die nächsten 10 Jahre hält, ist der Preis angemessen.  

 Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?

Auch wenn es nicht meine Kaufentscheidung war, sie erfüllt die Kriterien, die für mich beim Aussuchen einer neuen Maschine wichtig gewesen wären, voll und ganz: Sie näht einen sehr guten Geradstich in allen Materialien und sehr gute Knopflöcher. Sie ist dabei klein und daher leicht verstaubar (ich habe kein Nähzimmer) und gut transportierbar. Wichtig war mir auch der Kniehebel, mit dem man den Nähfuß anheben kann, und die Möglichkeit einzustellen, ob die Nadel beim Anhalten oben oder unten im Stoff stehen bleiben soll, beides hat sich beim Nähen fitzeliger Kleinteile schon sehr bewährt.

Der Nähfußdruck der Maschine lässt sich nicht verstellen, damit habe ich eine Weile gehadert - und deshalb hätte ich die Maschine selbst nicht gekauft -, nach einem Jahr Näherfahrung kann ich aber feststellen, dass sich auch dehnbare, schwierige Materialien ohne Verziehen mit der Maschine gut nähen lassen, die zusätzliche Justierungsmöglichkeit über den Nähfußdruck braucht es aus meiner Sicht nicht.  

Ein paar Eigenschaften, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte, habe ich inzwischen sehr schätzen gelernt: Auf die Unterfadenspulen passt unfassbar viel Garn, das Aufspulen wird von einem separaten Motor besorgt, der nichts mit dem Antriebsmotor zu tun hat, d. h. man muss nicht den Nähmotor von der Näheinheit abkoppeln und an die Spuleinheit ankoppeln. Ich habe den Eindruck, dass die Spuleinheit daher viel effizienter und weniger fehleranfällig ist, als bei den Maschinen, wo das der Nähmaschinenmotor macht. Die Unterfadenspulen werden, wie man das von CB-Greifern kennt, von vorne eingelegt, der Unterfaden muss aber nicht heraufgeholt werden - man zieht ihn über den Fadenabschneider, macht die Klappe zu und näht los.


Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüßchen?

Neben dem Standardnähfuß gehörte der Fuß für automatische Knopflöcher, ein schmaler Fuß zum Einnähen normaler Reißverschlüsse, ein Fuß für den Blindstichsaum (noch nicht benutzt), der offene Stickfuß (besonders breit, nimmt man für Zierstiche, brauche ich eher nicht) und ein Patchworkfuß (Nähen mit exakt 6mm oder 3mm Nahtzugabe) zu der Maschine. Außerdem ein Obertransportfuß, bei dem ich mich zuerst gefragt habe, wozu ich sowas brauche, der mich mit seiner Performance bei Kunstleder aber vollkommen überzeugt hat.

Dann gabs noch den üblichen Kleinkram, also Unterfadenspulen, kleiner Schraubenzieher, bißchen Öl, ein Kantenlineal, Nahttrenner, Pinsel, und, sehr nützlich, auch wenn ich in der Handhabung noch nicht geübt bin: Ein Set Ausgleichsplättchen zum Nähen an sehr unebenen Stellen, z. B. am Rand von Taillenbändern, wenn der Nähfuß ohne Ausgleich halb in der Luft hängen würde.

Was mich nervt:

An der Maschine gibt es keine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Zubehörteile. Mitgeliefert wurde ein billig wirkendes Reißverschlusstäschchen, in dem die Teile locker herumfliegen, ich habe inzwischen eine Bentobox dafür umfunktioniert.

Die Zierstichauswahl ist auf eine lose Plastikkarte in Postkartengröße aufgedruckt, die man zwar in eine Rille an der Maschinenoberseite stecken kann, die aber ansonsten keinen Platz hat und dazu prädestiniert ist, verloren zu gehen. Da ich die Zierstiche nicht nutze, nervt diese Karte nur ein bißchen, ich finde die Lösung aber auch aus Designgesichtspunkten hilflos: Wir reden hier vom so genannten "Mercedes unter den Nähmaschinen", und den Bernina-Designern fällt nichts Besseres ein als eine lumpige Plastikkarte? 

Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?

Für die Maschine gibt es - wie bei Bernina üblich - einen ganzen Katalog von Zubehör zu recht happigen Preisen, Nähfüße kosten etwa 20 bis 50 €, dafür gibt es auch für jeden Spezialanwendungsfall einen passenden Fuß. Bernina ähnelt auch in der Hinsicht Mercedes (oder Apple, wo wir gerade dabei sind), dass es sich im Prinzip um ein proprietäres System handelt: Günstige Zubehör-Nachbauten, die auch funktionieren, gibt es nicht. Ich habe daher noch kein Zubehör gekauft, werde mir aber auf jeden Fall den Fuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse gönnen - der universelle Plastikfuß von Prym passt nämlich auch nicht. 

War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?

Zu dem Punkt kann ich noch nichts beitragen (und ich hoffe, das bliebt ganz lange so).

Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)

In meiner Welt ist die Maschine ganz klar ein Luxusgerät, da man aber sachlich betrachtet auch locker das drei- bis vierfache ausgeben könnte, könnte man sie auch als "Mittelklasse" einordnen. Ich finde sie im Prinzip leicht bedienbar und daher auch für Anfänger geeignet, wobei die Anleitung besser sein könnte (siehe unten). Für Fortgeschrittene gibt es aus meiner Sicht wenig, was man sich noch zusätzlich wünschen könnte.

Praktikabilität


Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?

Die Maschine ist klein (ca. 35x30x17 cm) und wiegt laut Datenblatt 8,5 kg - ziemlich viel für die Größe, es ist eben ziemlich viel Metall drin.
 
Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?
Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?

Das Gewicht ist bestimmt nichts, was man lange herumschleppen möchte, die Maschine passt aber gut in einen mittelgroßen Rollkoffer, damit ist der Transport auch ohne Auto unproblematisch. Nur mit der mitgelieferten Abdeckhülle würde ich die Maschine auf keinen Fall transportieren - die ist nur gegen das Einstauben nützlich, wenn die Maschine irgendwo längere Zeit steht. Zuhause lässt sie sich leicht und schnell beiseiteräumen und braucht nicht viel Platz.  

Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?

Es soll lediglich der Greifer (den kann man wie alle CB-Greifer auseinanderbauen) gereinigt und geölt werden, alles andere erreicht man nicht. Da ich aus alter Gewohnheit mit den vollmechanischen Maschinen das Aufschrauben und Reinigen gewöhnt bin, macht mich das etwas irre, aber ich beherrsche mich. Das Gehäuse und die Greiferumgebung wirken aber auch so dicht, dass da vermutlich wirklich kein Staub reinkommen kann.  

Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?

Sehr hell, ohne Schatten, mit mehreren LED-Leuchten.

Wie laut ist die Maschine?

Sie schnurrt sehr schön, leise und gleichmäßig, auch bei hoher Geschwindigkeit. 

Ist die Maschine intuitiv bedienbar?

Ja, die Stiche haben Nummern, die durch Zahlentasten angewählt werden, die zweite Ebene der Stiche (ab Nr. 10) erreicht man durch Drücken der Rautetaste, mehr muss man sich nicht merken. Das Verstellen der Nadelposition (oben/unten bzw. 9 Positionen von rechts nach links), der Stichlänge und der Stichbreite macht man mit Pfeiltasten an einer LCD-Anzeige, ganz anschaulich, allerdings sind die Skalen auf der Anzeige bei Kunstlicht nicht so gut zu erkennen. Fürs Rückwärtsnähen, Vernähen und Start/Stopp gibt es einzelne Tasten. Mit der Speichermöglichkeit für Stichkombinationen habe ich mich noch nicht beschäftigt.


Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?

Im Prinzip ja, man bekommt ein 50-seitiges, spiralgebundenes Heft mit vielen Grafiken und einigen Schwarz-weiß-Fotos. Im Detail merkt man, dass bei Bild und Text Nähmaschineningenieure am Werk waren, die einen gewissen Fachidioten-Blick auf die Maschine haben und sich in den Wissensstand von Nähmaschinen-Anfängern nicht hineinversetzen können.

So wird zum Beispiel nicht erwähnt, dass man beim Nähen mit dem Reißverschlussfuß die Nadelposition ganz nach rechts oder ganz nach links verstellen muss, sonst knallt die Nadel auf das Füßchen. Die Bedienung des Nadeleinfädlers habe ich erst nach einem youtube-Video verstanden - auf den Zeichnungen in der Anleitung konnte ich nicht erkennen, wo der Faden entlanggeführt werden muss. Nähmaschinen-Anfängern würde ich daher empfehlen, sich die Bedienung der Maschine im Geschäft zeigen zu lassen. 

Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?

Ja, per Start-Stopp-Knopf auf der Vorderseite der Maschine. 


Näheigenschaften


Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?

Vorher hatte ich eine rein mechanische Möhre der Holzklasse aus den frühen 90ern, die zuverlässig nähte, aber ohne jeglichen Komfort. Mit Brother-Maschinen verschiedener Preisklassen (mit Horizontalgreifer) und einer mechanischen Veritas habe ich zwischendurch auch ab und zu genäht. Mit diesen Maschinen lässt sich die Bernina nicht vergleichen - da liegen Welten dazwischen.   

Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?

Ich nähe mindestens einmal in der Woche, mit der Bernina habe ich wegen Abgabeterminen aber auch schon 3 Wochen mehr oder weniger am Stück durchgenäht. Ich nähe hauptsächlich Kleidung, selten mal ein bißchen Patchwork oder Deko-Kleinkram. Dafür ist die Maschine perfekt ausgestattet. 

Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?

Mir ist bisher noch kein fehlendes Feature aufgefallen. Für größere Quiltarbeiten kann ich eine große, mechanische Maschine nutzen, denn dafür finde ich den Raum rechts von der Nadel bei der Bernina zu klein, aber es ist ja logisch, dass eine kleine Maschine keinen großen Durchgangsraum haben kann.

Auf die automatischen Knopflöcher - immer perfekt, immer gleich lang - würde ich nicht mehr verzichten wollen, und der Fadenabschneider links neben der Nadel ist extrem praktisch.
 
Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?

Der Geschwindigkeitsregler - ich konnte bisher keinen Unterschied im Nähverhalten feststellen, wenn ich die Nähgeschwindigkeit auf "langsam" stelle. Das bedeutet vermutlich, dass ich generell immer eher langsam nähe.

Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?

Sie näht Wäscheknopflöcher mit geraden Riegeln am Abschluss - auch mit Garneinlage - und Augenkopflöcher, sowohl vollautomatisch gesteuert, als auch manuell. Wenn man die Tipps in der Anleitung beherzigt und z. B. den Unterfaden etwas anders einfädelt, werden die Knopflöcher sehr gut. Bei kniffeligen Stellen, wie am Bundende, sollte man Ausgleichplättchen unterlegen. Die Zeit- und Nervenersparnis durch die Automatikfunktion kann ich gar nicht beziffern: In der Zeit, die ich früher allein zum Anzeichnen brauchte, sind die Knopflöcher jetzt schon genäht, und alle perfekt gleich lang...

Potentielle Problemzonen


Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?

Ich finde sie wendig, hatte beim Kurvennähen aber auch mit meinen früheren Maschinen keine Probleme. Der Kniehebel und die Nadel-unten-Einstellung ist außerdem praktisch, wenn man bei sehr engen Rundungen öfter anhalten und den Stoff drehen muss. 
 
Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?

Die Maschine näht einen sehr guten Geradstich, geht auch durch dicke Jeanssäume durch wie Butter, und ich hatte den Eindruck, dass ich die Höchstgeschwindigkeit bisher noch gar nicht ausgereizt habe. Empfindlich reagiert sie auf sehr billiges Garn, das macht sich sofort auf der Nahtunterseite bemerkbar: Der Geradstich bildet kleine Schlaufen, beim Zickzack werden Stiche ausgelassen, die Maschine klackert vernehmlich. Das ist dann aber wirklich altes Zeug aus verwerflichen Quellen, das man besser eh nicht vernähen sollte - mit dem billigen Garn von Stoff&Stil näht sie z. B. sehr gut. 

Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?
Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)

Ja und ja. Manchmal wird der Fadenanfang zu einem Knödel auf der Unterseite zusammengezogen, was ich verhindern könnte, wenn ich immer daran dächte, den Faden ordentlich nach hinten zu legen.

Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?

Obwohl der Nähfußdruck nicht angepasst werden kann, bin ich mit dem Nähen elastischer Stoffe zufrieden. Vielleicht wäre die Verarbeitung mit regulierbarem Nähfußdruck noch einen Tick besser möglich - aber sie ist jetzt schon besser, als ich sie bei meiner früheren Maschine mit viel Einstellerei erreichen konnte.

Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?

Man kann die Maschine über das Fußpedal ganz einfach auch Stich für Stich nähen lassen - das ist überhaupt das Beste im Vergleich zu meiner alten Maschine, die nur die Geschwindigkeiten "schnell" und "sehr schnell" kannte, langsam Losnähen war nicht möglich. Laut Datenblatt schafft die Bernina 900 Stiche in der Minute, ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt schon so schnell genäht habe.




Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?

Elastisches Kunstleder war bisher die größte Herausforderung für die Maschine, es wurde schlecht transportiert und wellte sich extrem, und ich packte als letzte Maßnahme den Obertransportfuß aus. Der Effekt war unglaublich: So eine exakte Naht ohne Versatz habe ich noch nie gesehen. Der Stoff wurde absolut präzise geführt, daher denke ich, dass es im Grunde kaum eine technische Grenze für die Stoffverarbeitung gibt. 

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?

Ich würde der Maschine 4 von 5 Sternen geben, sie ist in meinen Augen sehr, sehr gut, aber nicht perfekt. Gemessen am Anspruch Berninas, die besten Haushaltsnähmaschinen der Welt zu bauen, gäbe es in manchen Details noch Verbesserungsmöglichkeiten. 

30 Kommentare:

  1. Die Maschine klingt ja toll! Und wow, ein wahnsinnig ausführlicher Fragebogen!
    Ein bisschen neidisch bin ich auf die perfekten Knopflöcher. Mit meiner Pfaff bin ich eigentlich sehr glücklich, aber die automatischen Knopflöcher funktionieren mehr schlecht als recht - und ich habe auch schon sehr oft von anderen Pfaff-Besitzern ähnliches gehört, also liegt es wohl nicht _nur_ an mir. Na ja, man kann wohl nicht alles haben, wenn man keine Super-High End-Maschine kaufen möchte :)

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  2. Salut, liebe Lucy,
    die 350 PE habe ich auch, und wie du fühle ich mich dadurch eher als Luxusbiene unter den Nähmaschinenbesitzerinnen.
    Noch ein Tipp für dich wegen der Nähfüßchen, deren vergleichsweise unfassbar hohe Preise für mich tatsächlich ein Grund wären, beim nächsten Mal keine Bernina mehr zu kaufen. (Aber die Maschine soll ja nun laut Nähmaschinenhändler bis an mein Lebensende halten. Jaja.)
    Es gibt ein Adapterfüßchen, die Bernina-Fußverlängerung #75 (und noch die Fußverlängerung #77 in kurz), für 10 - 12 €, damit kannst du andere Standardfüßchen doch noch an die Bernina schnallen.
    Ich habe mir das zugelegt, weil ich meinem Privileg- (aka Brother-) Reißverschlussfuß hinterhergetrauert habe, und es funktioniert.
    Wenn du noch zahlreiche, heißgeliebte Nähfüße deiner alten Maschine hast, lohnt es sich vielleicht für dich, das mal auszuprobieren.
    Viele herzliche Grüße von Edna

    P.S. Der Geschwindigkeitsregler hat nur dann eine Funktion, glaube ich, wenn du ohne Fußpedal nähst. Das Bedürfnis hatte ich für meinen Teil aber noch nie.

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    1. Danke für den Tipp, das schaue ich mir mal an! Meine alte Maschine hatte auch nicht gerade viele Füßchen, da gibt es eigentlich nichts, was ich unbedingt retten möchte, bzw. ich hätte gerne schon ein paar Füßchen gehabt, aber das hätte sich für die Maschine nicht mehr gelohnt. Jetzt sitze ich im Prinzip wieder genauso da und frage mich: lohnt sich das? Wie oft muss ich ein Füßchen nutzen, damit es gerechtfertigt ist, so viel Geld auszugeben? (Jammern auf hohem Niveau)

      Und mit dem Geschwindigkeitsregler hast du vollkommen recht! Jetzt habe ich das endlich verstanden - warum hat mir das denn die Bedienungsanleitung nicht erzählt?

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  3. Das klingt wie eine Maschine nach meinem Herzen. Und gut aussehen tut sie auch noch (für mich designverwöhntes Wesen ein durchaus wichtiges Kriterium!). Die Geschwindigkeit lernst du bestimmt beim entsprechenden Nähprojekt noch schätzen.
    Dieser Fragebogen und die bisherigen Antworten sind wirklich immens hilfreich! Schade, dass ich mir gerade keine neue Maschine kaufen möchte...
    LG, Bele

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    1. Ich muss zugeben, dass ich die Fragebogen auch richtig gern lese - totales Nerdverhalten! Aber die Autotests in der ADAC Motorwelt werden sicher genauso nur zur Unterhaltung gelesen...

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  4. Danke für den Bericht. Ich habe mir für meine günstige Elna-Nähmaschine (ca. 500 €) extra ein Obertransportfüßchen gekauft, weil der Nähfußdruck nicht verstellbar war und alle dehnbaren Stoffe wellig wurden. Jetzt näht sich auch der flutschigste Jersey super! Nur das ständige Füßchen-tauschen ist nervig.
    Liebe Grüße, Nicole

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    1. Gut zu wissen, dass der Obertransportfuß tatsächlich Probleme löst - so viel Erfahrung habe ich damit nämlich noch nicht gesammelt.

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  5. Hallo Lucy, gern möchte ich dich gern wissen lassen, dass ich seit 22 Jahren mit einer Bernina nähe und keine andere mehr haben möchte. Ich fertige meine gesamte Gardarobe, früher auch viel Kindersachen und jetzt betreibe ich eine kleine Änderungsschneiderei. Sie hält und hält und..... Aber was viel wichtiger ist, sie hat von ihrer Präzision noch nichts eingebüßt. Den Nahtreißverschluss nähe ich mit dem einfachen Knopflochfuss, Nr. 3 und es ist perfekt. Da kannst du evtl. das Geld für einen anderen Fuß ausgeben. Auf jeden Fall wünsche ich dir weiterhin viel Freude u d viele gute Nähergebnisse!
    Liebe Grüße, Evelin

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    1. Du meinst den normalen Reißverschlussfuß, Nr, 3 oder? So ein ganz schmales Füßchen? Das habe ich bei dem letzten nahtverdeckten auch verwendet, da das dabei war, es ging auch, aber schon (für mich) mit viel Konzentration, damit die Naht genau im richtigen Abstand landet. Um es damit perfekt zu machen, so wie du, brauche ich erst noch 22 Jahre Übung ;)

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    2. Nein, ich meine den KNOPFLOCHFUSS Nr. 3. jedenfalls hat er bei mir diese Nummer. Es ist der einfache Fuß, er hat unten 2 Rillen für die Raupen des Knopflochs. Du kannst die RV Raupe in der Rille laufen lassen. Die Nadel kann in der Mittelposition bleiben. Raupe rechts, rechte Rille....Raupe links linke Rille. Probieren lohnt sich wirklich. Vielleicht hast du aber nur den Automatikfuss (bei mir 3C) fürs Knopfloch, dann funktioniert es natürlich nicht. Vielleicht könnte ich dir ja etwas helfen.
      Alles Liebe, Evelin

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    3. Nachtrag......Sorry! Ich lese gerade in deinem Post, dass du nur den Automatikfuss hast. Dann nützt dir mein Vorschlag natürlich nichts. Ich wünsch dir weiterhin viel Freude mit der "Neuen"! Ich musste mir jetzt erst einen neuen Kniehebel bestellen, er war völlig abgearbeitet. Doch ohne geht nicht mehr ;) LG

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    4. Ich habe den Fuß #35 für verdeckte Reißverschlüsse zu Weihnachten in einem silbernen Schächtelchen überreicht bekommen - daher ist mein Problem jetzt gelöst, aber gut zu wissen, dass es mit dem Fuß Nr 3 zur Not auch ginge. Danke für den Tipp!

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  6. Meine Bernina 350 habe ich jetzt schon 5 Jahre, (daumendrücken) sie näht wie am ersten Tag.
    Die Geschwindigkeitsregelung ist für Nutzung ohne Fußpedal.
    Sag bloß du hast für unter 1.300€ den Obertransportfuß mitgeliefert bekommen, und den Kniehebel etwa auch? ich habe damals mehr ohne diese extras bezahlt.
    Mich stört lediglich das der Kunststoff schnell verkratzt ( durch Transport) und die Bedruckung verschindet.
    Wollen wir hoffen, dass wir im 20 Jahren wieder über die Erfahrung mit unserer Freundin 350 schreiben können.
    Schönen Adventssonntag LG sybille

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    1. Ja, die war deutlich günstiger – auch als das Modell jetzt kostet. Und Kniehebel und Obertransportfüßchen waren beim Zubehör dabei.

      Diese Zubehörpolitik erinnert mich an das Gebaren der Autohersteller, die entweder für jeden Pups Aufpreis verlangen oder bestimmte Merkmale nur in absurden Ausstattungspaketen anbieten.

      Oder wie Softwarehersteller, die das identische Produkt zu unterschiedlichen Preisen anbieten - die billigeren Varianten sind dann einfach um ein paar Eigenschaften kastriert. Bei diesen Maschinen geht das ja auch prima. Die Stiche werden ja per Software gesteuert. Ich würde wetten, dass die Elektronik bei allen von exakt derselben Software gesteuert wird. Nur ein paar Funktionen sind je nach Modell einfach nicht erreichbar.

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    2. Das hoffe ich auch, Sybille. Die Maschine mit dem Zubehör ist wohl so ein Paketpreis, mit dem ein älteres Modell wieder interessant gemacht werden soll, wobei das Paket im letzten Jahr sogar teurer geworden ist, haben sie wohl wegen dem schlechten Euro-Kurs angepasst. Das Modell gibts auch als "limited edition" mit farbigen, gemusterten Folien beklebt, und noch einem Quiltfuß dabei, das ist dann wieder ein anderer Preis...

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  7. Innerhalb einer Modellreihe haben alle dieselbe Software, wollte ich sagen.

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  8. Meiner bescheidenen Meinung nach lohnt sich für dich nur noch ein Extrafüßchen: #36 für den verdeckten NahtRV. Der ist dafür der beste Fuß überhaupt und jeden Cent wert. Meiner blieb an der Bernina die mit dem Kind das Haus verlassen hat (ich wollte ja unbedingt die Dicke) und der ist der einzige dem ich nachweine. Das aber heftig.
    LG
    mhs
    anonym da bloglos

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    1. Das hilft mir sehr weiter, danke. Bei den Füßen, die ich auch interessant finde (der Paspelfuß, der Kordelaufnähfuß und der Stickfuß fürs Freihandsticken z. B.) frage ich mich schon, wie oft ich die wohl wirklich nutzen würde, bzw. ob ich da mit improvisierten Lösungen nicht auch zum Ziel komme. Werde ja nicht auf einmal exzessiv jede Woche Kordeln aufnähen wollen.

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    2. Sorry, es ist der Fuß #35! der genannte ist der 1/4 Inch Fuß, auch praktisch, besonders bei amerikanischen Schnittmustern mit ihren 5/8 inch Nahtzugaben, das fehlende Achtel Inch macht die ease Zugabe.. gg
      mhs

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  9. Ich habe ja die Bernina 450 aurora, die ähnelt der deinen recht stark. Nur musste ich den Obertransport und das Patchwork-Füßchen dazukaufen - davon bereue ich aber keinen Kauf.
    Nachdem ich am Wochenende einen nahtverdeckten RV mit dem normalen RV-Fuß eingenäht habe (was auch einigermaßen gelungen ist), steht der Spezialfuß dennoch auf meiner Wunschliste. Wahrscheinlich wird es dann noch gerader (auf Dauer macht Bernina-Nähen pingelig...)
    Bei mir funktioniert der Geschwindigkeitsregler allerdings auch mit Pedal (liegt aber vielleicht auch daran, dass ich oft auch Vollgas nähe und daher das Langsamere merke. Nur nehme ich dieses Langsamnähen nie, nur wenn die Kinder nähen wollen).
    Da ich seit vierzig Jahren auf einer Bernina nähe (zuerst als Minimädchen auf der meiner Mutter, mit 12 Jahren bekam ich eine eigene Bernina und jetzt vor ein paar Jahren eben die 450) kann ich mir ein Nähen auf einer anderen gar nicht mehr vorstellen.
    Dir weiter viel Freude mit deiner Bernina!
    Liebe Grüße
    Ines

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    1. Ich muss das mal genauer ergründen, wozu diese Geschwindigkeitsregelung gut ist - und zum Vergleich mal mit Knopf nähen. Von Brother kenne ich es so, dass damit die Maschine insgesamt runtergeregelt wird, genau so, wie du es für die 450er beschreibst.

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  10. Klingt vielversprechend, Dein Erfahrungsbericht. Der Vergleich mit Fahrzeugen ist wohl naheliegend, dort treibt auch ein Gaspedal an.
    Die Anschiebe-Arbeitsfläche finde ich gut, ich vermisse manchmal den Flächenkomfort einer Flachbettmaschine mit Schrank.
    Meine Brother-Kombi-Innovis ist eher eine Diva, sehr garnzickig und für mein Gefühl auch mit kurzem Wartungsbedarf.
    Mechaniker unterscheiden nach 3 Spulenkapsel-Typen, nach Überlegungen etwas reduziert robustes anzuschaffen (Pfaff, Juki) nähe ich jetzt meistens auf einer Maschine mit doppelt umlaufendem Greifer, die würde ich als geländegängigen Jeep mit Allrad-DFT einstufen.
    Wäre vielleicht mal interessant, ob Fahrzeugvorliebe auf Nähmaschinenanalogie trifft.
    LG Ute

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    1. Wenn wir mit Fahrzeuganalogien anfangen, dann habe ich von einem Trabi auf einen kleine Porsche gewechselt...

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  11. Deine Nähmaschine klingt richtig toll. Ich nähe seit 17 Jahren auf einer Pfaff, mit integriertem Obertransport. Den halte ich für das beste Feature überhaupt! Es gibt fast keine Naht, bei der ich ihn nicht unten habe. Ich bin froh, dass ich diesen Fragebogen bei Dir gefunden habe, den will ich unbedingt auch beantworten.
    LG, Stefanie

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    1. Ohja, mach' das mal! Ich verschlinge gerade die ganzen Nähmaschinenfragebögen, das ist wirklich interessant. Und sicher eine große Hilfe für Leute auf der Mschinensuche.

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  12. Ich habe seit ein paar Jahren die Bernina 440 QE. Das ist das Modell, das vor allem auch für Quilter interessant ist, weil es da den Stichregulator fürs Freihandquilten mit im Paket gibt. Der Obertransportfuß war auch gleich mit dabei und ich möchte das Teil nicht missen. Ich habe den eigentlich immer statt des normalen Füßchens montiert. Bei Jersey, bei dünnen flutschigen Stoffen, aber auch bei besonders dicken Stoffen wird die Naht einfach gleichmäßiger.
    Liebe Grüße
    Katharina

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  13. Hallo. DANKE für die ausführliche Darstellung. Ich habe es sehr gern gelesen inkl. aller Kommentare. Selbst nähe ich auf Janome DC 3018 und überlege mich zu verbessern...In Feage kommen 350PE oder die 530. Für die 530 sprechen der Verstellbare Füsschendruck. Hat er Dir je gefehlt? Für die 350 der Obertransporteur... Bin hin und her gerissen. Und nun?

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    1. Schwierig! Für die 530 spricht ja auch, dass es noch 2 Knopflöcherarten mehr gibt und man - so weit ich weiß - die Breite der Knopflöcher auch verstellen kann. Und ich denke, wenn man verstellbaren Füßchendruck hat, wird man einen zusätzlichen Obertransporteur niemals brauchen. Aber der Preis ist schon happig im Vergleich zur 350er, man bezahlt eine ganze Menge mit (z. B. die Aufrüstmöglichkeit zum Sticken), die einen vielleicht gar nicht interessiert. Ich komme mit der 350er gut zurecht - und die allermeiste Zeit geht das auch ohne verstellbaren Füßchendruck wunderbar. Viskosejersey habe ich gerade erst genäht, das war gar kein Problem.

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  14. Hallo. Danke für Deine Antwort. Darauf hatte ich gehofft. Viskosejersey also auch kein Problem. Gut zu wissen... Sticken möcht ich nicht... Unterschied ca. 600 EUR. Auch viel Geld.... Grübele und werde beim Händler testen.

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  15. Vor vielen Jahren hab ich bei mehreren Händlern verschiedene Marken mit meinem Stoffmuster getestet. Und festgestellt, daß die Bernina den Oberstofftransport gar nicht braucht, während andere Marken schnell überfordert waren und nur mit Obertransport zu brauchbaren Ergebnissen kamen.

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Vielen Dank für deinen Kommentar!