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Mittwoch, 1. Juni 2016

Olé Olé, kauft Ananas (MMM am 1. 6. 2016)

 

Auf einem Spaziergang von zuhause über Kreuzberg nach Mitte entstanden am Sonntag diese Fotos, in der Köpenicker Straße vor einem riesigen Paste-Up des Künstlerduos Various & Gould, das zu einer ganzen Serie gehört - wie bei einer Schnitzeljagd bekommt man bei jedem Bild einen Hinweis, wo sich das nächste befindet und kann in den Etappen eine Geschichte über Maik, Paul und Jörg verfolgen. Es war sehr warm, und ich trug eine weitere Bluse aus der Serie Pam/La Maison Victor, über den Schnitt und meine Änderungen hatte ich letzte Woche schon geschrieben.  



Mit der sehr dünnen und weichen Ananas-Viskose war das Nähen nochmal eine neue Herausforderung. Der Stoff fasst sich an wie Seide und ist sehr empfindlich. Ich schaffte es zwei Mal, beim Nähen in Ausschnittnähe einen Faden zu ziehen, der sich glücklicherweise mit etwas Geduld wieder zurückziehen ließ. Blöderweise weiß ich nicht genau, wie das passiert ist, nur, dass die Nähmaschine irgendwie daran beteiligt war - es muss da irgendwas im Bereich der Nadel geben, an dem man leicht hängenbleibt. Den Beleg für den Ausschnitt schnitt ich aus dünnem weißen Baumwollstoff zu. Der Ausschnitt kommt mir trotzdem weiter vor, als bei der Zugvögel-Version von letzter Woche.  



So hat derselbe Schnitt aus anderem Stoff doch wieder einen anderen Fall. Diese Bluse ist sehr leicht, etwas transparent, daher trage ich noch ein Jerseyhemd darunter - an dem der leichte Stoff wie auf dem allerersten Foto gerne mal hängenbleibt.


Die Culotte dazu ist Schnitt 126 aus Burda 3/2015 vom letzten Jahr, die ich sehr gerne anziehe, wenn das Wetter unbeständig ist - auch wenn ich beim Heruntergucken an mir manchmal immer noch "Clownshose" denke.


Beim Nähen hatte ich einen schrecklichen Ohrwurm, den ich youtube sei Dank leicht zuordnen konnte: Ananas aus Caracas, gesungen von Vico Torriani 1957 in dem Film "Siebenmal in der Woche". (Anklicken nicht zu empfehlen, falls ihr demnächst Ananasstoff verarbeiten wollt - das Lied ist hartnäckig).



Damit zurück zum Me made Mittwoch, der Vernetzungsaktion für selbstgemachte Kleidung!

Mittwoch, 25. Mai 2016

Mottotag "Tier" beim MMM und der perfekte Oberteilschnitt


Der MeMadeMittwoch, die Vernetzungsaktion für selbstgemachte Kleidung, steht heute unter dem Motto "Tierstoffe". Animalprints im engeren Sinne, also Fellmusterdrucke von G wie Giraffe bis Z wie Zebra oder gar Schlangenhaut, Federn oder Schuppen finden sich nicht in meinem Kleiderschrank. Aber ich wage die Prognose: Das wird nicht so bleiben. Der Einfluss der Tiermusterträgerinnen im MMM-Team (ich schaue vor allem nach Bielefeld) wird sich durchsetzen - und das ist ja überhaupt das Schöne am Austausch hier beim MMM: Die Ermutigung, auch mal etwas ganz anderes auszuprobieren und Farben, Muster und Schnittformen zu testen, auf die ich ansonsten nicht gekommen wäre.

Für den Mottotag heute konnte ich leider noch kein schönes, zu mir passendes Tierfellmuster beschaffen (aber ich weine einem dunkelroten Viskosestoff mit abstrahiertem Leomuster von Stoff&Stil nach, den es letzten Herbst noch gab und den ich blöderweise doch nicht kaufte). Aber Tiere auf Stoff fand ich, und das Zustandekommen dieser Bluse wäre ohne die Nähbloggerinnengemeinschaft auch nicht möglich gewesen. Den Stoff machte nämlich Yvonet ausfindig, nähte die Bluse "Pam" aus La Maison Victor daraus (Heft Januar/Februar 2016), es ergab sich eine Gelegenheit zum Anprobieren, ich war begeistert, Yvonne hatte nichts dagegen, dass ich ihre Bluse genau so nachnähe, Wiebke bestellte eine größere Menge des Stoffes - den sie heute auch trägt - und der bevorstehende Mottotag führte dazu, dass ich die Zugvögel auf Viskosekrepp nicht übermäßig lange streichelte, sondern nach geringer Ablagerungszeit anschnitt.


Der Schnitt "Pam" war in den letzten Wochen oft beim MeMadeMittwoch zu sehen, ich erinnere mich zum Beispiel an die schönen Versionen von Frau Vau hier und hier, von Birgit - Lila und gelb hier, von Steffi - Einmal Mond und zurück hier und von Andrea - Lya und ich hier aus gestreiftem Jersey. Nach einem guten Oberteilschnitt für leichte Webstoffe habe ich schon sehr lange gesucht, und "Pam" ist meiner Meinung nach ideal: Dank Brustabnäher nicht zu sackig, die Arme lassen sich gut bewegen und die nicht dominierende Schleife ist ein nettes Detail. Ich habe direkt gleich mal drei Stück genäht. 


Bei der leichten Viskose dehnen sich schräg geschnittene Partien schon aus, wenn man die Schnittteile nur hochhebt und zur Nähmaschine trägt. Die Nahtlinien von Ausschnitt und Schlitz habe ich daher als erstes mit einer Stütznaht gesichert. Was sich dann noch dehnte, ließ sich glücklicherweise beim Annähen des Belegs wieder zusammenschieben.

Den Beleg habe ich durch "understitching", Feststeppen auf der Nahtzugabe befestigt, und außerdem in den Schulternähten und der aus Anpassungsründen eingefügten Rückennaht durchgesteppt. Die Nähte sind sämtlich rechts-links-Nähte (sogenannte "französische Nähte").    


Der Schlitz im Vorderteil ist eine Stelle, an der es mit der Zeit leicht zum Ausfransen kommen kann, er ist deshalb zweifach gesichert: einmal durch die Stütznaht auf der Nahtzugabe knapp neben der Nahtlinie, zweitens ist der untere Teil des Schlitzes ganz knapp an der Kante abgesteppt, was bei dem körnigen Stoff kaum auffällt (auf dem Foto leider auch nicht).

Nachdem der in meinen Augen perfekte Schnitt für langärmelige Webstoffoberteile gefunden ist, suche ich nun als nächstes einen ebenso guten Schnitt für kurzärmelige Webstoffoberteile, also eine Art T-Shirt-Ersatz. Luzies vergleichendes Nähen von drei Webstoff-Oberteilschnitten vor kurzem war schon mal sehr aufschlussreich, Miss Margerite hatte letzten Sommer hier ein paar Schnitte zusammengestellt. Oder ich verwende einfach "Pam" als Grundlage und experimentiere mit überschnittenen Schultern, mal sehen. Einstweilen geb ich zurück zum MemadeMittwoch mit vielen schönen Beispielen für Kleidung mit und ohne Tier.

Details Bluse
Schnitt: "Pam" aus La Maison Victor, Januar/Februar 2016, Größe 38
Änderungen: Rücken mit Naht zugeschnitten und etwas ausgeformt, Brustabnäher ca. 1,5 cm nach unten versetzt
Material: ca. 1,30 m Viskosecrêpe

Details Rock (Prada-Sewalong)
Schnitt: Sechs-Bahnen-Rock selbst aus einem Acht-Bahnen-Rock erstellt
Material: Reste schwarzes Leinen, offenkantig verarbeitet und sichtbar zusammengesteppt - weitere Bilder hier.