Mittwoch, 3. Juli 2019

Hose, Rock, oder Rose, Hock - im Urlaub zuhause in 104C Burdastyle 2/2017 und "Pam" LMV

Ist ein Hosenrock laut Definition ein Rock, der wie eine Hose konstruiert ist oder eine Hose, die wie ein Rock aussieht, und gibt es zwischen beidem einen Unterschied? Und ist eine Culotte heutzutage identisch mit einem Hosenrock, oder handelt es sich um einen bestimmten Hosentypus?



Diese Fragen stelle ich mir, seitdem ich Modell 104C aus Burdastyle 2/2017 genäht habe - laut Beschreibung eine "Culotte", und in Wirklichkeit nicht halb so rock- oder hosenrockartig, wie ich sie mir vorgestellt hatte, eher eine weite Hose in Dreiviertellänge. Hätte ich das Modellfoto im Heft  richtig angeschaut, wäre mir das nicht entgangen - und auf der russischen Burda-Seite gibt es viele Bilder von Leserinnen, auf denen der Hosencharakter des Schnitts deutlich zu erkennen ist.


Ursprünglich - der olivgrüne Baumwolltwill lag im Januar auf meinem Nähstapel - hatte ich daraus den Hosenrock Milly aus La Maison Victor nähen wollen, dann fiel mir aber auf, dass Milly keine Taschen hat und ich suchte nach einem ähnlichen Schnitt mit Taschen. Burdastyle 104C ähnelt nun zwar nicht dem LMV-Hosenrock, aber was soll's - er hat hat auf Anhieb gut gepasst und passt auch zu vielen meiner Oberteile, so dass ich schon eine zweite, schwarze zugeschnitten habe.

Mit Taschen!


Auf der Straße begegnet mir sowas wie meine Hose ständig, diese Hosenform ist in Berlin derzeit die bevorzugte Bekleidung von Frauen zwischen 25 und 65, wahrscheinlich gerade weil sie zu so vielem passt. Zum Beispiel passt sie zu so gut wie allen Schuhen von Flipflop bis Stiefelette, und die Berlinerin mag es praktisch. Kaum zu glauben, dass Hosenröcke/Culottes/weite und nicht ganz bodenlange Hosen vor ein paar Jahren noch ganz neu waren und wir ernsthaft darüber nachdachten, ob man das wirklich tragen könne ("Clown oder Couture, Amish oder Avantgarde?" fragte ich mich im April 2015). Ob jetzt gerade (Stichwort: Zadie-Jumpsuit-Manie) dasselbe mit den Jumpsuits passiert? Wie werden wir in ein paar Jahren darüber denken?

Die sichtbare abgekettelte Kante links beim Knopf irritiert mich, aber sonst ist das Innenleben ganz schön geworden
 
Aber das führt jetzt vom Thema weg. In punkto Hosenschnitt lässt sich noch sagen, dass das Modell in der Taille sehr hoch geschnitten ist - etwas ungewohnt, aber nicht unangenehm. Der Schnitt hat keinen Bund, nur einen Beleg innen und ein geknöpfter Untertritt nimmt oben den Zug vom Reißverschluss weg. Die Beleg-Untertritt-Konstruktion konnte ich nach der Anleitung problemlos nachnähen, allerdings frage ich mich, ob man die sichtbare abgekettelte Kante des Schlitzbelegs beim Nähen nicht auch noch einschlagen könnte. (Bei der zweiten Version des Schnitts, die so gut wie fertig ist, habe ich das aber auch nicht hingekriegt, an der Stelle hatte ich schon vorbeigenäht, ehe ich es merkte).



Das Oberteil ist ebenfalls aus einem "Stapelstoff" vom Januar, kreppige Viskose aus Italien mit einem Streifenmuster in tollen Farben: Schwarz, Weiß, Beige, Rot, Orange, Rosa und Royalblau. Passt zu allem, leider sind es nur 1,20 Meter, so dass ich nach viel Schnittsucherei dann doch wieder bei Pam aus La Maison Victor gelandet bin.

Über den Streifenverlauf dachte ich lange nach, ich wollte auf jeden Fall, dass die Streifen bei Vorder- und Rückenteil und Ärmeln in dieselbe Richtung verlaufen, das passte aber nur quer zum Fadenlauf auf den Stoff. Ich probierte ziemlich lange hin- und her und schnitt dann - nicht besonders überzeugt - Querstreifen zu.  Mittlerweile finde ich die waagerechten Streifen gerade gut  und merke mir für die Zukunft: Öfter mal Querstreifen in Erwägung ziehen.  



Der MeMadeMittwoch, die monatliche Verlinkungsaktion für selbstgenähte Kleidung, hat heute das Sommerspecial Urlaubsgarderobe - egal, wo Urlaub stattfindet - leider ist mein Sommerurlaub für dieses Jahr schon vorbei, aber Berlin ist ja bekanntlich die Stadt, wo andere Leute Urlaub machen, und hier lässt es sich im Sommer ganz gut aushalten (abzüglich der Tage mit 35 Grad natürlich, aber die sind auch an den meisten Urlaubsorten anstrengend). Urlaubsgarderoben en masse zur Inspiration also jetzt beim MeMadeMittwoch.


Die Details kurz gefasst:

Hose ("Culotte")
Schnitt: 104C aus Burdastyle 2/2017
Stoff: 1,80 m olivgrüner Baumwolltwill ohne Elasthan
Änderungen: Etwa 3 cm kürzer als das Schnittmuster

Bluse
Schnitt "Pam" aus La Maison Victor Januar/Februar 2016
Stoff: 1,20 leicht gecrashte Viskose, quer zum Fadenlauf zugeschnitten (und gebügelt), Ausschnittbeleg aus schwarzem Baumwollvoile
Änderungen: Rückennaht mit leichter Hohlkreuzanpassung

Samstag, 15. Juni 2019

Punchen, Sashiko, Hebemaschen und andere Neuigkeiten von der hh Cologne


Ende März war ich auf der handarbeit + hobby in Köln, der deutschen Fachmesse für die Handarbeitsbranche, auf der Stoff-, Garn- und Zubehörhersteller ihre Angebote zeigen. Beim mehr oder weniger systemtischen Wandern durch die vier Hallen (diesmal in netter Begleitung der Drehumdiebolzeningenieurin) habe ich einiges gesammelt, was mir interessant und neu erschien. Sozusagen "die Trends", so weit ich sie erkennen konnte. Denn mir scheint - das war auch ein Thema einiger Gespräche, die ich auf und am Rande der Messe hatte - so ein richtiger neuer Trend ist derzeit nicht sichtbar.

Ob ich Lampenschirme aus Wolle außerhalb einer Handarbeitsmesse cool finde, weiß ich noch nicht.

Die Instagram-Ästhetik ist mittlerweile allgegenwärtig und mehr oder weniger durchgespielt: Weiß und Pastellfarben (im Moment Lachsrosa/Koralle und pudriges Zitronengelb), Kupfer und Gold, dazu Streifen und Rauten, Rattan und Marmor, Dschungelpflanzen und Kakteen und überall Alpakas, die jetzt aber als Lamas bezeichnet werden - war das nicht im letzten Jahr schon genauso? Und findet man diese Versatzstücke nicht auch schon bei den Mittelgangangeboten der Supermärkte? Nicht so einfach, das zu beurteilen, vermutlich hat es nicht viel zu bedeuten, dass unsereiner in der DIY-Blase diese Dinge schon x-mal gesehen hat - "draußen" ist es denkbar, dass makrameegeknüpfte Blumenampeln wirklich noch total neu und aufregend sind.

Puschelkissen bei Rico design


Stricken


Für Handstrickerinnen ist die Messe wirklich ein Eldorado: Neben den großen Garn- und Strickzubehörherstellern gibt es eine Menge kleinerer Garnproduzenten und Handfärberinnen und man kann viele Garne, von denen man sonst nur im Internet liest, tatsächlich in die Hand nehmen.

Hier weiß ich leider nicht mehr, von welchem Stand das Foto stammt...

Die sehr, sehr dicken Garne für Nadelstärke 10 aufwärts, die mir letztes Jahr auf der Messe gerade bei den großen Firmen auffielen, waren jetzt nicht mehr so verbreitet, vor allem wurden sie nicht mehr so oft zu Kleidungsstücken verarbeitet, eher noch zu Kissen und Teppichen aller Art. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass sich sehr grober Grobstrick nicht besonders gut trägt und für Innenräume meistens zu warm, für draußen aber zu winddurchlässig ist und zu voluminös, um eine Jacke darüber anzuziehen.

Feines Garn bei Rico design

 Mohairgarne und Flauschiges findet man weiterhin sehr viel, sowohl sehr feines in Lacequalität, als auch Garne in mittlerer Stärke, die man mit Nadelstärken von 5 oder 6 verstrickt. Häufig ist ein ganz feiner Lurexfaden dabei, so dass die Garne unter dem Flausch ein ganz leichtes Glitzern zeigen.Im Knäuel sind diese Garne schwer fotografierbar, aber Jetztkochtsie hat gerade so ein Garn verarbeitet und ist schwer begeistert (ich auch!).

Nie wieder kalte Beine! (Stand unbekannt)
 Die dänische Firma Gepardgarn hatte wunderschöne Mohair- und Merinogarne, letztere auch handgefärbt in den seit einigen Jahren beliebten gesprenkelten, sehr kurzen Farbverläufen. Bei den Strickmodellen am Stand wurde Mohair und gesprenkelt gefärbtes glattes Garn gemeinsam in Hebemaschenmustern verstrickt, so dass raffinierte sanfte Farbschattierungen entstanden. Auch haptisch eine Wucht, fühlt sich sehr luxuriös an.

Gepard Garn aus Dänemark

Hebemaschenmuster bei Gepard Garn

Die Hebemaschenmuster - die im Internet schon überall sind - sah man an vielen Ständen, aber bei keinem so virtuos eingesetzt wie bei Gepard Garn. Die Strickanleitungen gibt es auf der Webseite und unter dem Namen Sus Gepard bei ravelry, das Garn in etwa einer Handvoll deutscher Wolläden (Bezugsquellen auf der Webseite). Ich bin vor allem von den vielen schönen Blau- und Blaugrautönen hingerissen.

Dann musste ich noch Jetztkochtsieauchnoch am Stand von Addi Hallo sagen (wenn man schon mal eine kennt, die an einem Stand steht!). Addi ist ein traditionsreicher deutscher Strick- und Häkelnadelhersteller mit wirklich hochwertigen Nadeln, die trotzdem sehr vernünftige Preise haben. Da ich größtenteils immer noch mit einem Fundus alter Rundstricknadeln von meiner Mutter aus den 70ern und 80ern stricke (mit allen Nachteilen wie widerspenstigen Seilen und höckrigen Übergängen vom Seil zur Nadel), sind die Nadeln tendenziell interessant für mich, denn ab und zu muss ich mal die eine oder andere Nadelstärke nachkaufen und außerdem ist es ist spannend zu sehen, wie man am Nadeldesign schrauben kann, um die Stricknadel noch zu verbessern. Neu in diesem Jahr sind Rundstricknadeln mit strukturierten Spitzen, von denen gerade Lacemuster mit vielen Umschlägen nicht so schnell herunterrutschen sollen.

Das sensationelle Strickkleid kann man nur erahnen - und die Strickjacke ist natürlich auch selbstgemacht

Danach besuchte ich natürlich auch noch Feierabendfrickeleien, die andere Hälfte des Frickelcast-Duos am Stand von Pony Needles - wobei ich ehrlich gesagt von den bunten Strick- und Häkelnadeln gar nichts wahrgenommen habe (und dass es auch Nähzubehör gibt, sehe ich erst jetzt auf der Webseite), denn Steffi trug ein sensationelles schwarzes Strickkleid, das - wenn ich das richtig sehe - entstanden ist, bevor sie bloggte, und daher nicht in ihrem Blog zu finden ist. Das Armband mit aufgenähten Druckknöpfen hat eine Pony-Mitarbeiterin aus Indien für die Standbesatzung gemacht.

Stoffe


Für Stoffe ist die h+h im allgemeinen keine so gute Adresse - es gibt vor allem die hyperbunte Holland-Stoffwarktware oft von zweifelhafter Qualität, das war dieses Jahr nicht anders als in den Jahren zuvor.

About Blue - hochwertige Jersey- und Sweatstoffe aus Belgien

Nochmal Stoffe von About Blue

Die Drehumdiebolzeningenieurin und ich suchten also gleich direkt den Stand von Lotte Martens, der Frau mit den tollen, metallisch-handbedruckten Stoffen. Sie teilte sich den Stand diesmal mit der ebenfalls belgischen Firma About Blue. Die lohnt es sich auch im Auge zu behalten - sehr schöne hochwertige Sweat- und Jerseystoffe mit grafischen Mustern und passenden Uniqualitäten gab es da.

Stoffe von Lotte Martens

Und bei Lotte Martens gibt es die Stücke mit metallischen Bordürendruck jetzt auch in doppelter Länge, also 1,20 Meter über die ganze Stoffbreite (vorher gab es nur 60-cm-Stücke), das vervielfacht die Möglichkeiten, was man daraus nähen kann. Unseren Wunsch nach Stoffen in kalten Farben gaben wir für alle Fälle auch zu Protokoll - die Farbtöne, die es gibt, von mattem Pfefferminzgrün über Lachsrosa und Senfgelb sind toll, keine Frage, und passen auch gut zusammen, sind aber für die Drehumdiebolzeningenieurin und mich nichts. Das kalte Farbspektrum ist einfach nicht die Farbwelt der Designerin, aber vielleicht findet sie ja einen Zugang zu Blau- und Blaugrautönen und blaustichigem Rot (wobei ich seit September ja einen dunkelblauen Coupon mit Kupferdruck habe und ihn nur streichle).

Ganz kurz schauten wir auch bei Atelier Brunette, dort durfte man aber nur eingeschränkt forografieren - udn die Musterstoffe sind, da viel senfGelb udn Altrosa, oft auch gar nicht so mein Fall Aber traumhaften Viskosecrêpe in blaustichigem Dunkelgrün und in Bordeauxrot hatte ich da in der Hand - den einfarbigen Crêpe gibt es in 12 Farben, und das ist wirklich bester Stoff.

Neue alte Techniken: Needlepunchen und Sashiko


Der Riesenstand von Rico Design ist immer ein guter Anhaltspunkt für die Großtrends und für andere Techniken als Nähen und Stricken, die in nächster Zeit in Bastelläden wie Idee auftauchen werden und sich dann von da aus den Weg in die Niederungen des Einzelhandels bahnen und womöglich in zwei Jahren als Bastelpackung bei Tchibo zu haben sind. (Kleinere Anbieter gibt es in diesem Bereich auf der Messe nur wenige oder genauer gesagt: Die kleinen Anbieter haben sich fast alle auf Stickpackungen spezialisiert, deren Designs ich unfassbar scheußlich finde. Wer diese ganzen Packungen für Stickbilder mit Pony unter Palmen vor Sonneuntergang eigentlich kauft, muss ich noch herausfinden.)

Einer dieser neuen alten Techniken ist Needlepunchen, needle punch embroidery, eine Technik, für die es meines Wissens keinen deutschen Namen gibt, die aber in englischsprachigen DIY-Blog-Kreisen seit Jahren  immer mal wieder auftaucht. Diese Stickerei kann mit Stickgarn genauso wie mit Wolle ausgeführt werden. Eng verwandt mit der Technik ist das Rug Hooking, eine traditionelle Form der Teppichherstellung aus Stoffstreifen, die mit einer Art Häkelnadel durch Jutegewebe gezogen werden. Beim Needlepunchen arbeitet man aber von der Rückseite der Arbeit aus mit einer speziellen Nadel, durch die das Garn gefädelt wird. Die flauschigen Schlaufen entstehen auf der anderen Seite, auf der man nicht einsticht.

Punchnadeln von Rico design

Mit der Technik lassen sich schön strukturierte Oberflächen gestalten, mit Garnschlaufen in verschiedenen Höhen. Mir gefällt das vor allem mit dickeren Garnen aus Wolle, weil dabei teppichartige Flächen entstehen und man so seinen eigenen Stoff gestalten kann, aus dem man zum Beispiel Taschen nähen könnte.

Punchneedle-Stickerei bei Rico design

Für das Needlepunchen mit feinerem Garn, zum Beispiel Stickgarn, fällt mir hingegen so recht noch keine Verwendungsmöglichkeit ein. Da der Untergrundstoff sowohl durchlässig, also locker gewebt, als auch stabil sein muss, bietet es sich nicht an, gepunchte Verzierungen direkt auf Bekleidung zu sticken.

Rico Design bietet Punchnadeln in zwei verschiedenen Stärken an, Untergrundsroff, Bastelpackungen und ein ziemlich gut gemachtes dickes Anleitungsheft mit Modellen, fast ein Buch zum Thema. Die Variante mit dickem Strickgarn würde ich tatsächlich gerne einmal ausprobieren, und für die Stick-Variante schaut man wohl am besten mal im englischsprachigen Internet nach Anfregungen, da die Technik dort ja nichts Neues ist. Gute Tutorials zum Neeldepunchen gibt es übrigens bei der Schiffchenschieberin.

Neu interpretiertes Sashiko bei Rico design

Das zweite große Thema: Sashiko, die tradtionelle japanische Stickerei, modern abgewandelt, aber in den traditionellen Farben Dunkelblau und Weiß und mit naturfarbenem Garn auf Leinen. Rico Design hat sich Baumwoll-Meterware mit vorgedruckten Mustern ausgedacht, die man ganz oder teilweise nachsticken kann.

Zu der Meterware mit Sashikomustern gibt es verschiedene andere passende Stoffe

Nochmal Sashiko, nochmal Rico design

Da das Übertragen der Muster immer das Langwierigste (und unspaßigste) beim Sticken ist, finde ich das eine ganz gute Idee - die Meterware lässt einem alle Verarbeitungmöglichkeiten offen und es gibt dazu passende einfarbige und gemusterte Stoffe. Und es ist mal nicht Rosa oder Pastell, das begrüße ich sehr! Da es zur Zeit einige neue englischsprachige Bücher gibt, die sich mit Sashiko im weiteren Sinne beschäftigen, wird das vermutlich noch länger ein Thema sein.

Aus der Meterware kann man natürlich auch Kleidung nähen (Rico design)

Bücher


Damit kommen wir zu den Büchern, da ist das Angebot ziemlich übersichtlich und, zumindest bei den Großverlagen Christophorus, Frech, Edition Fischer, in meinen Augen ziemlich uninteressant geworden. Jerseynähbücher, wohin man schaut.

Die Bücher des Stiebner Verlags, der zum ersten Mal bei dieser Messe dabei war (wenn mich nicht alles täuscht) fallen dagegen wirklich positiv auf. Nähnerds kennen Stiebner schon länger, denn sie übertrugen die japanische Pattern-Magic-Reihe ins Deutsche. Jetzt haben sie zum Beispiel ein Buch übers Needlepunchen im Programm, das beim Blättern einen sehr guten Eindruck machte. Der Schwerpunkt liegt darin nämlich auf einem sehr ausführlichen Technikteil, der einen befähigen sollte, eigene Ideen umzusetzen, und nicht so sehr auf dem genauen Nacharbeiten einfacher Modelle, wie das die meisten DIY-Ratgeber handhaben.

Neue Schnittmustertechnik: Pattarina


Auf der Messe gab's auch endlich eine Gelegenheit, die Pattarina- Schnittmusterapp auszuprobieren, nachdem ich immer nur davon gehört und die Entwicklung über Onlinekanäle ein bisschen mitverfolgt hatte. Beim Nähbloggertreffen in Hamburg im letzten November hatte Nora auch einiges erzählt und ich muss zugeben, dass ich skeptisch war, ob nicht das Aufmalen des Schnittmusters auf den Stoff noch nerviger ist als das Herauskopieren oder Zusammenkleben eines Schnittmusters.

Wenn man genau hinschaut sieht man die Schnittlinien in der Pattarina-App

Mit der App werden einem die Linien und Markierungen des Schnittes nämlich auf dem Handybildschirm angezeigt, wenn man die Kamera auf den Stoff und den "Anker" richtet, ein schwarz-weißes Papierquadrat als Referenzpunkt. Die Linien muss man dann mit rechts nachziehen (oder besser: nachtupfen), während man mit links das Handy hält. Für einige Minuten stellt man sich an wie der erste Mensch, weil man den Abstand zwischen Stift und Stoff nicht abschätzen kann, aber nach ein paar Minuten läuft das schon deutlich flüssiger.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Pattarina gerade bei kleineren Schnitten mit nicht so vielen Teilen - einfache T-Shirts, Röcke, Kindersachen, Taschen - etablieren wird, denn da man für ein Schnittmuster weder Druckerpapier noch Seidenpapier oder Folie braucht, eignet sich die App hervorragend zum spontanen Nähen und Ausprobieren. Das Aufzeichnen komplexerer Schnitte, wenn man eine zwei oder drei Meter lange Stoffbahn auf dem Fußboden unterbringen muss, ist vermutlich eher anstrengend, da würde ich dann doch eher auf einen Papierschnitt zurückgreifen. Die kostenlose App mit einigen Testschnittmustern soll demnächst verfügbar sein, als Schnittmusterpartner konnte unter anderem Burda gewonnen werden. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt!


Was ich verpasst habe


- den laut Erzählungen im Vergleich zum Vorjahr auf doppelte Größe angewachsenen Stand von Merchant & Mills - sie waren nur im Nachtrag zum Ausstellerverzeichnis aufgelistet, einem losen Extrablatt zum Katalog, daher habe ich sie übersehen, und zufällig sind die Drehumdiebolzeningenieurin und ich auch nicht darüber gestolpert.
- sämtliche organisierte Treffen, die Modenschau, Workshops und andere Veranstaltungen. Die Initiative Handarbeit macht dieses Jahr eine Aktion zum Nähen, Häkeln und Stricken von Einkaufsbeuteln, um Plastikmüll zu reduzieren, und stellt dafür Anleitungen zur Verfügung, das Modell im Nähwettbewerb ist dieses Jahr eine Gürteltasche.

Wie immer fuhr ich mit dem Gefühl weg, bei weitem nicht alles gesehen und nicht alle getroffen zu haben - und mit dem Vorsatz, meinen Besuch im nächsten Jahr besser zu planen. Wir werden sehen!

Donnerstag, 13. Juni 2019

Neue Stoffkunde- und Upcyclingworkshops

Es gibt neue Veranstaltungen! Ich freue mich besonders, dass ich dazu demnächst in Hamburg bin - am 20. 06. von 15.30 bis 18.00 Uhr gibt es bei COKO - Nahtstelle Hamburg einen Stoffkunde-Workshop. Wir schauen uns die gängigsten Stoffarten an, ihr erfahrt etwas über den Aufbau von Stoffen und ihre Materialien und wie ihr dieses Wissen beim Stoffeinkauf für eure Projekte nutzen könnt. Für Kurzentschlossene sind noch zwei Plätze frei. Der Workshop kostet 25 Euro, alle Informationen dazu und Anmeldung über die Webseite von COKO Hamburg.
Fotos: Corinna Korte

Am 28./29. September beim Lillestoff-Festival bin ich auch wieder dabei: An beiden Festivaltagen biete ich einen Stoffkunde-Workshop an (35,- €) und einen Upcycling-Workshop (45,- €), bei dem mit einfachen Handnähtechniken kaputte T-Shirts und Jeans gerettet werden - ohne Nähmaschine!
Alle Informationen zum Festival und die Buchung hier über Lillestoff.
Bild: Lillestoff

Donnerstag, 11. April 2019

Cord und kontroverse Kunstfell-Nostalgie: Jacke Burdastyle 104 aus Heft 11/2018

Das Jahr 2019 lässt sich etwas holprig an - nach der ersten Januarwoche und der auch dieses Mal wieder wunderbaren Annäherungs-Nähwochenende in Bielefeld knockte mich eine Erkältung aus und zwei Wochen später eine weitere Erkältung, und jetzt ist schon April und ich habe das Gefühl,  dieses Jahr noch nichts Wesentliches auf die Reihe gekriegt zu haben. Objektiv betrachtet stimmt das nicht ganz (ein neues Buch ist bald fertig), in Bielefeld wurde ein Wintermantel zu zwei Drittel fertig, und auch den Stoffstapel vom Januar habe ich abgearbeitet.


Aus dem dunkelgrünen Cord wurde die Jacke 104 aus Burdastyle 11/2018, aber mit den aufgesetzten Taschen von Modell 105. Ich nahm sie zugeschnitten und halbfertig nach Bielefeld mit, weil ich hoffte, auf dem Stofftauschtisch einen irren Stoff - Fell, Gestepptes oder etwas mit Struktur - für die Taschen zu finden. Und der Tauschtisch enttäuschte mich nicht: Es gab Ozelotplüsch von Frau Crafteln! Die war allerdings gar nicht begeistert, als ich das Plastikfell an mich nahm und meinen Taschen-Plan verkündete, sie versuchte nachdrücklich, mir die Taschen aus diesem Material auszureden, sekundiert von weiteren Fraktionen meines Nähtisches. (Marja Katz, die hier über die Annäherung bloggte, warf an dieser Stelle die Frage auf, ob ich vielleicht am falschen Tisch säße?)


Ich habe die skandalösen Felltaschen dann lieber zuhause genäht - wären sie wirklich scheußlich geworden, hätte ich sie hier gar nicht gezeigt und so das Gesicht wahren können. Und jetzt finde ich, dass die Taschen genau richtig sind und genau so sein müssen (auch wenn ich jede verstehen kann, die das nicht findet).


Das Kunstfell löst bei mir nämlich eine gewisse Nostalgie aus: Zu Abiturzeiten hatte ich einen sehr schönen und sehr unpraktischen, weil verschlusslosen Wintermantel in Hängerform aus schwarzem Wollflausch mit einem langgezogenen, bis zum Saum des Mantels reichenden Schalkragen aus ähnlichen Fell wie diesem. Der Mantel war wirklich außerordentlich unpraktisch, weil man ihn vorne permanent geschlossen halten musste - glücklicherweise trug man zu der Zeit auch Rucksäcke, und so waren die Hände dafür frei. Ich habe diesen Mantel sehr geliebt und, wie man sieht, nie vergessen, daher macht es mich so glücklich, wieder ein Stück mit künstlichem Ozelotfell zu besitzen.


Als es vor ein paar Tagen etwas wärmer war, habe ich die Jacke schon getragen und ich bin gespannt, ob sie es wirklich auf Dauer in meine Garderobe schafft. Auf eine gewisse Weise ist die Jacke so detailüberladen mit Fell und roter Einfassung und Bling-Bling-Druckknöpfen (aber nur diese passten zu den Zähnchen des Reißverschlusses), dass sie schon wieder sehr kombinationsfreudig ist - irgendein Detail passt immer. Das Nähen hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht, es lohnt sich, ab und zu von den üblichen Pfaden abzuweichen.

Eines noch: Der Jackenschnitt hat überschnittene Schultern, allerdings mit einem normal geformetn Armloch, das geht aus der Schnittzeichnung nicht hervor. Wenn man ihn so lässt ist die Jacke um die Schultern herum sehr voluminös und der Ärmel beginnt erst auf der Höhe des Oberarms. Ich habe die Schultern um etwa 2 cm verschmälert, damit sind sie immer noch ziemlich breit, aber auch sehr bequem. Die Schulterbreite also unbedingt überprüfen, ehe der Ärmel eingenäht wird! 

Die Fakten zur Jacke

Schnitt: Burdastyle 104 aus Heft 11/2018, Taschen von Modell 105
Material: Breitcord dunkelgrün (1,20 m reichte aus), schwarzes Viskosefutter
Reißverschluss, Druckknöpfe, Baumwollschrägband, Rippjersey, Kunstfell
Änderungen: Bei Größe 40 Schulter um ca. 2 cm verschmälert

Montag, 4. März 2019

Besser bügeln

Bügeln ist fast die wichtigste Tätigkeit beim Nähen, das haben ja schon viele mit Überraschung festgestellt.

Um Nähte an schwierigeren Stellen gut ausbügeln zu können, gibt es allerlei Bügelzubehör. Für Abnäher und alle Stellen, an denen ein Teil nicht flach gebügelt wird, sondern die Rundung erhalten werden soll oder überhaupt erst beim Nähen und Bügeln entsteht, verwendet man Bügelkissen oder auch Bügeleier (mit etwas anderer Form auch Bügelbohnen genannt). In der Maßschneiderei sind diese fest mit Holzspänen ausgestopften Kissen riesig, um die 60 cm lang, weil darauf zum Beispiel ein kompletter Reverskragen in eine leichte Rundung gebügelt wird, so dass er sich dem Körper anschmiegt. Wenn man unprofessionell schneidert, ist überhaupt irgendein schönes rundes, festes Kissen als Bügelunterlage für Abnäher schon ein sehr großer Fortschritt.



Wie nützlich dieses Zubehör wirklich ist, erlebte ich dann jedes Jahr im Januar bei der AnNäherung, dem Bielefelder Nähtreffen - irgendjemand brachte immer ein Bügelei mit, und ich fuhr jedes Mal mit dem festen Plan zurück, mir jetzt wirklich bald selbst eines zu machen. Jahrelang ist das nichts geworden, bis dann vor drei Tagen Ute Schneckennasen bei twitter den Anstoß lieferte:


Noch am gleichen Abed sichtete ich Schnittmuste, las ein paar Blogbeiträge über das Nähen von Bügeleiern nach und druckte einen Schnitt aus. Am nächsten Morgen suchte ich Stoffreste heraus, bevor ich mich an den Schreibtisch setzte, und benutzte eine Arbeitspause am Nachmittag dazu, zum nächsten Laden zu spazieren und ein Paket Kleintierstreu für 69 Cent zu kaufen. Abends schnitt ich vier  Stoffteile zu, nähte acht Abnäher und eine Naht und stopfte das Kissen aus. Alles in allem fertig in etwa einer Stunde, und da ist der Kleintierstreueinkauf mitgerechnet. Ich bin sehr zufrieden, und die Frage, warum ich das nicht schon längst in Angriff genommen hatte, stelle ich mir nicht, denn die Antwort lautet: Weil das immer so ist. 

Wer jetzt selbst in unter einer Stunde ein Bügelei anfertigen möchte, hier sind ein paar Tipps:

Im Blog von Tilly and the Buttons gibt es einen guten Schnitt zum Herunterladen: How to make tailor's hams


 Zwei Stofflagen verwenden, damit die Hülle ausreichend fest und dicht ist: als innere Lage mittelfesten gewebten Baumwollstoff, zum Beispiel Bettwäsche, Nessel oder ähnliches.

Die äußere Lage kann aus gewebter Baumwolle oder Leinen sein, oft hat das Bügelei auch auf einer Seite Baumwolle, auf der anderen Wolle - die Woll-Seite soll zum Bügeln von Wolle besser sein, heißt es. das ist aber vermutlich nicht so wichtig, denn die Bügeleier für Profis, die man fertig kaufen kann, haben einen einheitlichen Bezug aus Leinen. Ich habe Baumwolle/Wolle genommen, weil das auch nett aussieht.

Der Stoff darf keinen Kunstfaseranteil haben und vor allem kein Elasthan enthalten.


 Die beiden Stofflagen aufeinander legen und wie eine Lage verarbeiten, also die Abnäher durch beide Lagen gleichzeitig nähen.

Zuerst die Abnäher nähen, mit sehr kleinen Stichen (Stichlänge 1mm), dann beide Teile aufeinandersteppen, dabei an der Seite ein Stück der Naht (etwa 8 cm) offenlassen.



Mit Geduld mit dem Kleintierstreu ausstopfen und das Streu dabei immer wieder kräftig zusammendrücken. Das Bügelei soll so hart werden, dass man es kaum noch eindrücken kann. Ich habe mich zum Schluss eine Weile auf das Ei gestellt und die Füllung verdichtet, dann ließ sich wieder etwas nachstopfen. Ich habe etwa ein halbes 3,5-Liter-Paket Streu in dem Ei untergebracht.

Die offene Naht mit Handstichen (Leiterstich, wie beim Zusammennähen von Strickteilen) schließen, dabei darauf achten, dass man beide Stofflagen an beiden Seiten der Öffnung erwischt. Ich habe die Nahtstelle vorsichtshalber zweimal genäht.

Fertig!






Sonntag, 24. Februar 2019

Gezeichnete Mode: Ausstellung in den Reinbeckhallen Oberschöneweide


Mich gibt es noch! Der Januar und vor allem der Februar sind ohne Zweifel die härtesten Monate in Berlin, und nach drei Wochen Herumgeschnupfe und Erkältungs-Pingpong habe ich erst seit kurzer Zeit das Gefühl, dass es wieder aufwärts geht. Im Hintergrund ist aber einiges passiert, bald gibt es von neuen Büchern bei Schnatmyer&Derham zu berichten!


Noch in einem etwas vernebelten Halb-Erkältungszustand besuchte ich vor zwei Wochen eine sehr interessante Ausstellung von Modegrafik aus der DDR - "Zwischen Schein und Sein" - in den Reinbeckhallen in Oberschöneweide, die ich sehr empfehlen kann. Die Reinbeckhallen sind ein Teil des riesigen Industriekomplexes zwischen Wilhelminenhofstraße und dem Spreeufer, ehemals Standort des Kabelwerks Oberspree und der AEG. Vor einigen Jahren wurde in der Gegend die Hochschule für Technik und Wirtschaft angesiedelt, in den alten Hallen gibt es kleine Firmen und immer noch viele freie Flächen. Ein ganzer Komplex am Ende der Reinbeckstraße wird seit 2017 für Ausstellungen, Veranstaltungen und für Ateliers genutzt.


Die Modegrafik-Ausstellung fand ich sehr gut zusammengestellt und erläutert. Die Blätter, vor allem Zeichnungen, stammen von den Mitarbeiterinnen des Modeinstututs der DDR, das zu seinen Anfängen Kollektionen für die Bekleidungskombinate entwickelte. Später, als sich gezeigt hatte, dass die Entwürfe aus Gründen der Rationalisierung bei der Produktion und aus Mangel an passenden Materialien, wenn überhaupt nur vollkommen verwässert in den Handel gelangten, bekam das Modeinstitut einen direkteren Draht zu einigen Bekleidungsfabriken, die die Entwürfe für den Verkauf in Exquisit-Läden umsetzten. Dafür wurden schließlich sogar im Westen Stoffe und andere Materialien eingekauft.

Modellzeichnungen mit Stoffproben von Karin Klinger

An den Zeichungen kann man zum Teil noch erkennen, wie mit ihnen gearbeitet wurde: Angeheftete Stoffschnipsel, von anderen Zeichnungen durchgepauste und eingeklebte Elemente, handschriftliche Bemerkungen zu Steppnähten, Schnittführung und Material.

Zeichnungen von Ursula Fehlig

Andere Zeichnungen geben eher eine Atmosphäre, ein Lebensgefühl wieder. Das mag ich so an Modezeichnungen: Dass nicht wie bei einem Katalogfoto jedes Detail ausformuliert ist, sondern dass die Vorstellung immer ihren Teil dazutun und das Gezeichnete ergänzen muss.Bei Modezeichnungen setze ich meine Vorstellungskraft sehr gerne in Bewegung - während dieser Vorgang bei arg "künstlerischen" Modefotos, auf denen man das Kleidungsstück kaum erkennen kann, für mich meistens nicht funktioniert.

Zeichnung von Dorothea Melis

Ich habe in der Ausstellung jedenfalls viele Entwürfe gesehen, die ich sehr gerne anziehen würde, und es hat mich besonders gefreut, in der Ausstellung über die Designerinnen des Modeinstituts auch etwas mehr zu erfahren. Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. März, geöffnet ist immer Donnerstag bis Sonntag, am Freitag ist der Eintritt frei.

Auch die Umgebung der Hallen ist einen Spaziergang wert (wenn es nicht zu kalt ist). Eine durchgängige Uferpromenade führt jetzt bis zum Peter-Behrens-Bau (einst Verwaltung und Produktion der Neuen Automobil-Gesellschaft, 1917, jetzt Hochschule), in dessen fünften Stock es eine Cafeteria mit einem tollen Blick über Schöneweide gibt (Turmcafé Oberschöneweide). Ein paar Schritte weiter am Ufer ist in einem alten Hafenkran das Kranhauscafé. So weit bin ich bei meinen Ausstellungsbesuch in verschnupftem Zustand aber gar nicht gekommen . Da das Café Schöneweile direkt bei der Ausstellungshalle voll war, verschlug es Hern Nahtzugabe und mich in die Kranbar ein paar Schritte weiter (an dem Spazierweg, der zum Kaisersteg führt), und das war ein Volltreffer - sehr guter Kaffee, und so einen locker-cremigen Käsekuchen habe ich selten gegessen. Im Sommer, wenn man draußen sitzen kann, muss es dort traumhaft sein. Also auf nach Oberschöneweide!

Zwischen Schein und Sein
Modegrafik in der DDR 1960-1989

Reinbeckhallen
Reinbeckstr. 17, 12459 Berlin (Oberschöneweide)

noch bis 31. März 2019
Do+Fr 16-20.00 Uhr, Sa+So 11-20.00 Uhr
Eintritt 5€/3€ ermäßigt, freitags Eintritt frei