Sonntag, 1. Juli 2012

Blümchenmonat-Happyend zum aller-allerletzten Finale


Geschafft! Zum wirklich allerallerletzten Nach-Nachzüglerfinale in Meikes Blümchenmonat  kann ich euch tatsächlich ein fertiges Wickelkleid präsentieren. Zur Erinnerung: es handelte sich um Modell 122 aus Burda 2/2007, und ich bin begeistert!

Der Stoff ist genial - obwohl ich in weiß meistens ziemlich elend aussehe und obwohl ich wegen der starken Kontraste im Muster und der Blumengröße Bedenken hatte, fühle ich mich darin wohl und denke, dass es gut aussieht. Außerdem ist der Stoff schön glatt und fest, absolut blickdicht und knitterarm, aber trotzdem aus Baumwolle, also das ideale Material für heiße Tage wie gestern.

Ich glaube aus beiden Faktoren kann ich ableiten, welche Blümchenmuster für mich funktionieren: wenn es nicht Blümchen, sondern erwachsene Blumen sind,  wenn das Material weder an Kinderkleid noch an Kittelschürze erinnert und wenn die Farben auf die U-Bahn-Station abgestimmt sind, ähm wenn es Farben sind, die ich auch einfarbig anziehen würde.

Der Schnitt ist übrigens auch ziemlich gut - im nächsten Beitrag verrate ich euch, was ich geändert habe und fasse die Wickelkleid-Diskussion von neulich zusammen. Ich glaube wir haben das Geheimnis des Wickelkleids geknackt! Habt bis dahin noch ein schönes Wochenende - morgen geht es bei Meike ja schon mit Streifen weiter, auch darauf freue ich mich.


Samstag, 30. Juni 2012

Wie halt ich's mit den Burdaschnitten? Auswertung und Alternativen


Danke für eure langen und durchdachten Antworten, ob Verlinkung zu der dusseligen Burda-Webseite sinnvoll und nötig ist, welche Schnittmusterinformationen ihr euch wünscht, was für euch verzichtbar ist und wie andere das handhaben. Beim Lesen musste ich ganz oft zustimmend nicken, und ich habe jetzt ein paar Ideen, wie sich hier die nötigen Informationen vermitteln lassen, ohne dass man ständig auf nicht mehr gültige Links hereinfällt. Sortieren wir doch mal:

- Neben Schnittnummer und Ausgabe ist vor allem die technische Zeichnung wichtig, da sind wir uns wohl einig. Bisher hatte ich die immer verlinkt, aber das ist ja gar nicht nötig. Wie Uta anmerkte, ist es ja sogar praktischer, wenn alle Infos gleich auf einen Blick im Text sichtbar sind - "Bin eher ungeduldig und Querleserin und klicke Links meistens gar nicht an, ärgere mich aber, wenn ich die relevante Info nur aus Links bekomme."

- Den Service für die Leserin, eben mit einem Klick zum Schnitt zu gelangen, finde ich gleichwohl wichtig, ich freue mich ja selbst auch darüber, wenn ich nicht suchen muss. Sofern ich also den Schnitt auf der Burda-Webseite finde, werde ich ihn auch verlinken, das steht dann aber nicht mehr an prominenter Stelle im Text. Wenn der Link später irgendwann ins Leere führt, ist das dann Pech für Burda und nicht für uns.

Denn dass die deutsche Webseite an unseren Interessen als Bloggerinnen und Blogleserinnen ziemlich vorbeigeht, darin sind wir uns wohl auch einig. Ich bin "schon seit einiger Zeit völlig entnervt von der deutschen Burda-Seite, Werbung, Werbung, Werbung. Keine Artikel, aber die Überschriften lassen immer darauf hoffen. Klickt man auf den Link findet man nur drei Sätze.", schrieb Sarah. Genau. Aber es gibt ja auch ein paar Alternativen:

- Les petits points d'Oasis, französischer Nähblog mit vielen genähten Schnitten von Burda, vor allem Kleider und
- Burda addicts, auch französisch, dort wurden viele Modelle schon genäht und besprochen, beide Tipps von Siebensachen-zum-Selbermachen.

- osinka.ru bietet ein Archiv der Burda-Hefte - links auf das entsprechende Jahr klicken, dann kann man das gesuchte Monatsheft aufrufen.
- burdastyle.ru hat erheblich mehr Inhalt als die deutsche Seite - sogar Kochrezepte! -, besonders interessant ist zum Beispiel die Fotogalerie mit den genähten Modellen der Nutzerinnen. (beide Tipps von Sewing galaxy.)

Allen, die die Option "Näh doch mal was anderes!" angeklickt haben (der Screenshot oben ist vom letzten Wochenende), kann ich hier schon mal einen Einblick in meine gedankliche Projektliste ohne Garantie auf Fertigstellung, aber mit einer Menge Nicht-Burda-Projekten geben:

- in Meikes Streifenmonat einen Streifenrock nähen (Schnitt mache ich selber)
- einen Jeansrock mit Kellerfalte nach einem Brigitte-Schnitt von 1972 nähen, den Stoff hab ich schon rausgelegt
- aus rot-weißem Streifenjersey den Schnitt für ein Wickeloberteil aus einer der letzten Burdas (April?) ausprobieren
- einen Schnitt für ein locker sitzendes kurzärmeliges T-Shirt oder eins mit überschnittenen Schultern finden (eher nicht bei Burda), und aus hellgrauem Jersey nähen
- eine rote Strickjacke nach einer Drops-Anleitung stricken
- ein Patchworkkissen endlich fertigstellen

Montag, 25. Juni 2012

Wochenrückblick KW 25


1. "Aber verstrick' nicht alles auf einmal, Kind!" Ich kann beim Stricken nicht maßhalten. Auf der Suche nach einem schönen Strickmuster für ein Tuch für die kürzlich erstandene Wolle, musste ich erstmal ein Dutzend Anleitungen ausdrucken, ein halbes Dutzend davon anstricken, verwerfen, anstricken, verwerfen, mich für eine entscheiden, und seither stricke ich wie eine Besessene. Blümchenkleid, geplante Blogartikel? Egal. Fast ein Glück, dass der zwecks Nachschub ausgekundschaftete Wollladen letzten Freitag geschlossen hatte.   

Zweitens stiehlt mir die Fußball-EM meine Freizeit. Wie schön, wenn man zuhause am eigenen Fernseher gucken und dabei z. B. stricken kann! Gut, das deutsche Spiel am Freitag war in der Kneipe sowieso lustiger. Und danach fuhr wieder der Ein-Auto-Autokorso durch unseren Kiez.

Das Viertelfinale Italien-England war ein etwas langwieriger Abend. Im Restaurant in unserer Straße hatten Inhaber zwar einen alten Röhrenfernseher aufgebaut. Der starb aber mitten in der ersten Halbzeit mit einem leisen "Flupp". Riesenkatastrophe, vor allem für die englandbegeisterte Bedienung, die hektisch alle möglichen Freunde antelefonierte, um Ersatz zu organisieren (die gingen aber alle nicht ans Telefon, wahrscheinlich saßen sie in der Kneipe und sahen sich das Spiel an...). Also schnell bezahlt und doch noch in die freundliche Bar ein paar Häuser weiter, dort noch Plätze in der ersten Reihe gefunden, ich hätte das Spiel auch ohne Brille bestens verfolgen können. Spät nach Hause gewankt, nichts genäht, heute Morgen kaum aus dem Bett gefunden. Gottseidank nur noch drei Spiele. 

2. Stecker in der Weichselstraße, Neukölln. Nur wo ist das Kerlchen dazu (so wie bei diesen früher gefundenen)?

Sonntag, 24. Juni 2012

Stoffmanipulationen - Stoffdimensionen im Juni: Gefaltetes


Ein alter, schon ganz dünn gewaschener Kopfkissenbezug lieferte das Material für die Stoffmanipulation im Juni: der weiße Stoff ist schon zu morsch, um etwas daraus zu nähen. Er lässt sich aber wunderbar falten, und so probierte ich eine Faltanleitung aus, die ich über das Hobbyschneiderinnenforum bei instructables gefunden hatte.


Der fabric origami quilt block wird aus einem Stoffquadrat gefaltet. Den letzten Schritt der Anleitung, bei dem die Ecken des Quadrats von der Rückseite wieder nach vorne gezogen werden, ließ ich schließlich weg. Mir gefielen die Gebilde ohne offene Kanten und mit nur vier großen Blütenblättern besser.



Die gefalteten Quadrate befestigte ich mit ein paar großen Stichen auf dem Untergrundstoff. Mehrere Quadrate in Reihe ergeben eine Borte - bestimmt auch schön aus Filz oder gefilztem Pullovermaterial, das könnte man in einer Lage verarbeiten.



Suschna sammelt heute wieder die Beiträge der Stoffmanipulandinnen - hier - zufällig zeigt sie heute auch eine Borte aus weißem Stoff, auf den ersten Blick ähnlich, aber ganz anders gemacht. Ach, unendliche Möglichkeiten!




Mittwoch, 20. Juni 2012

Liebe Leserinnen,

ich hätte da mal eine Frage!

Wie ihr wisst, nähe ich viel mit den Schnitten aus dem Burdastyle-Heft. Zuletzt hatte ich in den Artikeln immer auf die Schnittmuster auf einer der fremdsprachigen Burda-Seiten verlinkt. Nun ist auch noch die russische Seite nach dem Vorbild der deutschen umgebaut worden, so dass es auch dort kein vernünftig verlinkbares Heftarchiv mehr gibt. Auf der französischen und der italienischen Seite stehen zwar noch die alten Bilder, aber seit dem Frühjahr tauchen die neuen Ausgaben nicht mehr im Archiv auf, so dass es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch diese Seiten umgestaltet werden.

Da die meisten Heftschnittmuster bei Burdastyle auch einzeln heruntergeladen werden können, könnte ich auf die Schnitte im Katalog verlinken, daneben stünde dann jeweils die Kaufoption - und ich frage mich: will ich das eigentlich?

Ehrlich gesagt bin ich von der Burdastyle-Webseite mehr als genervt. Durch deren ständige Umbauerei funktionieren die meisten Schnittmusterlinks hier im Blog sowieso nicht mehr. Die Veränderungen auf der Webseite zielen darauf ab, die Anzahl der Klicks und die Verweildauer der Besucher auf der Seite zu erhöhen, um die Werbeplätze teurer verkaufen zu können. Journalistische Inhalte oder auch Service für die Kundin sind nicht mehr vorgesehen - denn damit verdiene man ja kein Geld, so verriet der fürs Internet zuständige Verlagsvorstand Philipp Welte schon im September 2010 in einem Interview. Wenn Burda wenigstens noch "die Inhalte seiner Print-Produkte im Web ablaichen" würde, wie Thomas Knüwer damals kommentierte. Stattdessen haben wir Kauf-mich-Angebote und Anzeigen, kurz: einen Webshop. Soll ich das noch unterstützen, indem ich Links setze und denen Traffic zuführe?

Oder was meint ihr? Unten könnt ihr abstimmen - und natürlich diskutieren! 



  • Ja, find' ich nützlich
  • Nein, die verdienen schon genug!
  • Mir egal, ich klick' das sowieso nicht an
  • Näh' doch lieber mal was anderes

Montag, 18. Juni 2012

Wochenrückblick KW 24








1. Ein Kommentar zum alten oder zum neuen Neukölln? Das Kulturfestival 48 Stunden Neukölln von Freitag bis Sonntag Abend entstand vor 14 Jahren, um dem öffentlichen Bild vom Problembezirk ein anderes entgegen zu setzen. Das Festival hat auch dieses Jahr der Versuchung zum immer mehr - immer größer - immer lauter widerstanden. An 340 Orten - Läden, Ateliers, Veranstaltungsräume, Parks, Privatwohnungen - gab es Lesungen, Aufführungen, Ausstellungen, Konzerte Ich finde jedes Mal überraschend, was in der eigenen Nachbarschaft im zweiten Hinterhof alles verborgen ist.

2. Die Gartenkolonie Hand in Hand zum Beispiel, die demnächst dem Ausbau der Rütli-Schule weichen soll.  Am Samstag gabs da ein tolles kleines Konzert der Dreiercombo Trajdiridirom, die entweder ganz anders geschrieben wird, oder wirklich nicht die kleinste Internetpräsenz hat.

3. & 4. Jacquardtextilien von Vivian Christlein in der Föllerei - Stoff mit integrierter Blumenvase.

5. Und abends wirkt der Neuköllner Schifffahrtskanal wie der Amazonas. 

6. Beim Konzert von Phia im Locht 43 mussten wir relativ schnell wieder gehen, weil Freund W. so einen inneren Widerstand gegenüber gefühlig singenden Anfangszwanzigerinnen verspürte - schade!

7. "Hat abstrakte Kunst heute noch eine Berechtigung?", wurde im Kunstraum Ossastraße 38 diskutiert. Die meiste Zeit dachte ich, wir seien in ein Happening geraten und die Zuschauerreaktion Teil des Kunstwerks, denn die Thesen des belgischen Kritikers Ludovik Vermeersch kennt man ohne die intellektuelle Verbrämung von den Stammtischen dieser Welt - "das kann ja mein Dreijähriger auch malen!" Dass unter dem Namen Ludovik Vermeersch, von dem verwaisten Blog abgesehen, keine Publikationen aufzufinden sind, zerstreut mein Misstrauen nicht gerade. Wer war dieser Mann? Sollte ein angeblicher Kulturkritiker und freier Journalist nicht irgendwo gedruckt oder zitiert werden? Vielleicht gibt ein Filmessay Auskunft, der zur Zeit über die Veranstaltungen im Kunstraum gedreht wird. Interessant fand ich aber aber die Erwiderungen der ausstellenden Künstler, die ihre Arbeitsweisen erklärten - im Bild Jens Presser, das Bild im Hintergrund stammt von Anna Ernst.    

8. Lesenswert gefunden: Dieses Interview mit dem Urheberrechtsexperten Till Kreutzer auf sueddeutsche.de, der die Debatte auf eine Meta-Ebene hebt: "Will man erreichen, dass das Recht befolgt wird, muss es verständlich und angemessen sein. Sonst wird es nicht akzeptiert."