Montag, 3. September 2012

Taschen-Monat September: Bestandsaufnahme und Ideen



Als Streifenmonats-Niete, die über das Planungsstadium nicht hinaus gekommen ist, verspreche ich in punkto Taschen für Meikes Taschenmonat lieber nichts. Denn Taschen auf, in, an Kleidungsstücken schätze ich zwar, weil sie praktisch sind, die dekorativen Möglichkeiten der Tasche habe ich bis dato aber noch nicht ausgeschöpft.

Gerade bei der aufgesetzten Tasche habe ich den Eindruck, dass es nicht trivial ist, die richtige Form, Größe und Platzierung auf dem Kleidungsstück zu finden. Wäre ja auch zu einfach, wenn ich daherkommen, einfach „mal eben schnell“ eine Tasche aufnähen würde, und es sähe prima aus – schließlich studieren andere Leute jahrelang Design um sowas zu können. Da halte ich mich lieber ans Schnittmuster.

Sehr gelungen finde ich zum Beispiel die aufgesetzten Taschen meines japanischen Rocks. Seitlich reichen die Taschen bis zur Naht, oben bildet die Verlängerung der Tasche die Gürtelschlaufe. Das ist aber auch das einzige Stück mit bemerkenswerten Taschen, das ich bei mir gefunden habe. Wir haben hier also eine echte Wissenslücke entdeckt.

Der Taschen-Monat wäre eigentlich die richtige Gelegenheit, um diese Lücke zu schließen - aber wie gesagt, ich bin noch unentschlossen. Vielleicht komme ich ja angesichts der Taschen-Beiträge, die Meike hier sammelt, auf Ideen. Einen großartigen Link, der zumindest die technische Seite der meisten vorstellbaren Taschen erklärt, fand ich kürzlich via Natron: Eine Serie auf ikatbag.com zeigt mit Fotoanleitungen, wie man 25 verschiedene Taschen näht.

Drittes Bloggerinnen-und-Freunde-Treffen in Berlin im November


Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal mehr, und mit dem dritten Mal begründet sich eine Tradition!

Deshalb freue ich mich, das nun schon traditionelle Bloggerinnen-und-Freunde-Treffen in Berlin für den 18. November ankündigen zu können. Wie in den Jahren zuvor wollen wir uns am Sonntag ab 11.00 Uhr mit Mitbloggerinnen und Leserinnen treffen. Also mit euch!

Damit es auch wirklich etwas zu essen und zu trinken gibt, regeln wir die Anmeldung diesmal etwas anders: wenn ihr am großen Treffen am Sonntag teilnehmen wollt, meldet euch bitte per Mail bei Catherine an. Dort findet ihr auch genauere Informationen zum Beiprogramm, z. B. dem Marktbesuch am Freitag Nachmittag. Wenn wir so viele werden, dass wir mal wieder die üblichen Cafékapazitäten sprengen, würden wir für unser Treffen gerne etwas vorab buchen und von euch einen geringen Betrag einsammeln. Die Betonung liegt auf "gering" - das sollte dann aber sicherstellen, dass diesmal niemand verhungert und verdurstet und die Café-Betreiber die Ansage "es kommen 40 Leute" ernst nehmen.

Sehen wir uns am 18. 11.? Die MMM-Crew - die sich übrigens auf der Bloggertreffen im letzten Jahr gefunden hat - wird auf jeden Fall dabei sein.

Freitag, 31. August 2012

Alles schon mal dagewesen




Schaut doch mal, was ich gefunden habe! Oben: Burdastyle 9/2012 (das aktuelle Heft), Modell 116, unten: "Brigittes schneller Schnitt" aus Heft 21 von 1972.

Das belegt die These, dass modisch gesehen doch alles irgendwann wiederkehrt, und dass man manche Sachen einfach nur lange genug - hier: 40 Jahre - aufheben muss, damit sie wieder modern sind. Die beiden Röcke sind - das erkennt man auf den Bildern nicht so gut - exakt gleich lang, nämlich 50cm. Der Brigitte-Rock ist möglicherweise einen Tick glockiger, aber das werde ich herausfinden, indem ich beide Schnitte herauskopiere.

 „Brigittes schneller Schnitt“ war übrigens eine Nähbeilage in der Brigitte in den frühen 70er Jahren. Von Carola hatte ich diese und noch einige andere ältere Schnittmuster bekommen, vielen Dank noch einmal. Man konnte sich damals mit Brigitte eine komplette Grundgarderobe nähen. Jede Beilage enthielt zwei zusammenpassende Modelle in drei Größen, 38, 40 und 42. Der Schnitt für das Oberteil ist hier auch dabei und wird in zwei Varianten, als Jacke und als elegante Bluse gezeigt. Das Schnittmuster und eine sehr knappe Nähanleitung sind auf der Rückseite des Bogens.

Den Brigitte-Rock hatte ich mir schon vor ein paar Wochen auf den „bald nähen“-Stapel gelegt, zusammen mit einem großen Rest dünnem Jeansstoff. Jetzt, da ein identischer Rock in der neuesten Burda erschienen ist, fühle ich mich in meiner Wahl natürlich ab-so-lut bestätigt. Juhu, ich hatte Recht!

Nur wie ein in den Rock gesteckter Pullover länger als 5 Minuten so ordentlich bleiben kann, wie bei der Dame auf dem Burda-Foto ist mir ein Rätsel, und warum der Pulloverabschluss sich darunter nicht als Wulst abzeichnet auch. Ihr T-Shirt-Reinsteckerinnen da draußen, wie macht ihr das? Ständig zupfen und ordnen? Oder einfach nie hinsetzen?

Mittwoch, 29. August 2012

MMM* - Strumpfhose oder nicht...

...das ist zur Zeit die Frage aller Fragen. Herbst liegt in der Luft, und morgens weiß man nicht, ob nackte Beine so eine gute Idee sind. Ich schätze: nein, aber der Rock muss auch noch nicht aus Wolle sein.

Ich trage einen Acht-Bahnen Rock, den "Skyline Skirt" aus dem Buch twinkle sews, den Rock (der zum Teil aus einem alten Hemd genäht ist), hatte ich hier besprochen, das Buch hier vorgestellt. Auch wenn das Zusammenkleben der Schnitte umständlich, die Anleitungen nicht doll und die Schnittmuster zum Teil fehlerhaft sind - ich mag bisher alle Teile sehr, die ich nach twinkle-Schnitten genäht habe.

Das Oberteil ist ein ganz einfaches Teil aus Jersey mit angeschnittenen Ärmeln, Nummer 108 aus Burdastyle 9/2011 (hier zu sehen im russischen Burda-Archiv). Man braucht knapp 2 Meter Stoff und hat viel Verschnitt, wenn man Vorder- und Rückenteil am Stoffbruch zuschneidet, daher schnitt ich den unteren Teil der Ärmel separat zu und fügte sie mit einer dort nicht vorgesehenen Naht zusammen. Absichtlich so, dass die Streifen nicht übereinstimmen, anpassen wäre nämlich so gut wie unmöglich gewesen. Inzwischen habe ich aber noch einen besseren Stoffspar-Trick bei solchen Teilen mit angeschnittenen Ärmeln gelesen: Nur das Vorderteil im Bruch zuschneiden und ins Rückenteil eine senkrechte Mittelnaht einbauen. Nächstes Mal dann.       



Die Kette ist nicht von mir selbstgemacht - sie stammt aus Brno,  gekauft vor vielen, vielen Jahren.

Rockschnitt: "Skyline Skirt" aus twinkle sews von Wenlan Chia
Material: altes Hemd und Baumwoll-Viskose-Satin

Shirtschnitt: 108 aus Burda 9/2011
Material: Jersey vom Markt

*) Beim MMM, dem Me-made Mittwoch geht es darum, selbst gemachte Kleidung zu tragen und dies zu dokumentieren. Alle Beiträge von heute finden sich hier, im neuen Me-made-Mittwoch-Blog.

Dienstag, 28. August 2012

Wochenrückblick KW 34






1. Nicht so gut: Ich habe gemessen, jawohl, und wie! Die lange versprochene, ewig herausgeschobene Laptoptasche für die Büronachbarin wurde nach Mitternacht doch noch fertig, der Samt nahm das Trennen nicht übel, und wenn sie nun auch noch passt, fällt mir ein Stein vom Herzen und ich schreibe hundert Mal "ich werde nie mehr für andere nähen."

2. Gar nicht gut: Tschüss, kleiner Freund. Mein Laptop hat den Geist aufgegeben, im Alter von neun Jahren, davon fast fünf Jahre in meinem Besitz. Dank täglicher Datensicherung kein "OMG! Es ist alles WEG!!!"-Drama, ich kann quasi nahtlos weiterarbeiten, sobald ich ein neues Gerät habe. Nur ein paar Fotos für noch nicht gepostete Blogbeiträge sind verloren. Trotzdem menno, ich mochte meinen kleinen Rechner.

Netterweise ging er erst dann kaputt, als ein größeres Projekt gerade abgeschlossen war - Ende der Woche hatte ich die allerletzten Korrekturen gemacht. Das Projekt hat übrigens mit diesem Blog und unserem gemeinsamen Hobby zu tun und ist für mich ganz schön aufregend. In etwa drei Wochen erzähle ich euch mehr darüber, denn ich möchte selbst erstmal sehen, wie es aussieht.

3. Phantastisch: Der Me-made Mittwoch ist wieder da! Wie ihr vermutlich schon gesehen habt, hat er mit dem Blog http://memademittwoch.blogspot.com eine eigene Heimat. Bis morgen dann da drüben!

4. Auch nicht schlecht: Eine Dinosaurierchimäre! (Paste up in der Herrmannstraße, Neukölln).

Sonntag, 26. August 2012

Stoffmanipulation: Zickzack plastisch - aber Schwarz macht eben doch schlank


Wo ist eine Idee, wenn man mal eine braucht? Zur Stoffmanipulation in diesem Monat brauchte ich letzte Woche ganz dringend eine. Glücklicherweise sitze ich tagtäglich an einem Fenster im ersten Stock mit dem Blick auf eine sehr belebte Straße. Wenn man da den Blick schweifen lässt, fällt einem eigentlich immer irgendetwas auf oder ein. Letzte Woche dachte ich über die Stoffmanipulation nach, schaute nach unten - und sah eine weiße Tasche mit schwarzem Zickzackmuster am Arm einer Frau vorübergehen.

Aus dem regelmäßigen, kleinformatigen Zickzack aus der Fabrik wurde bei mir ein einziger Riesenzacken aus schwarzem Leinen, offenkantig mit großen Handstichen (Sticktwist) appliziert. Da alle offenen Kanten schräg zum Fadenlauf geschnitten sind, wird er in der Wäsche nicht oder nur ein bißchen ausfransen.



Die Kanten wollte ich durch eine plastische Füllung hervorheben, was nicht so ganz geklappt hat. Zwischen die beiden parallelen Stichreihen oben und unten habe ich von der Rückseite mehrere Stränge weiches Baumwollgarn gezogen.

Kordelquilten oder Kordelstepperei nennt man das - geht auch mit der Maschine. Das Prinzip ist immer, dass man in eine doppelte Stofflage einen schmalen Tunnel näht, in den eine oder mehrere Kordeln mit einer stumpfen Nadel eingezogen werden. An den Spitzen, wenn der Tunnel die Richtung wechselt, sticht man durch die Rückseite nach draußen, sticht an der gleichen Stelle wieder ein und lässt auf der Rückseite eine kleine Fadenschlaufe stehen.


Allerdings entfaltet das schwarze Leinen eine so schlankmachende Wirkung, dass man die plastische Füllung nur im Gegenlicht wahrnimmt, oder wenn man die Tasche anfasst - jedenfalls nicht auf einem Foto. Kordelstepperei macht auf einem einfarbigen, hellen Stoff definitiv mehr her, so viel zum Lernzuwachs dieses Mal.

Alle August-Stoffmanipulationen sammelt Suschna heute hier (und wir dürfen in ihre Blumenwerkstatt gucken).