Was wäre eine wichtige Veranstaltung, auf die man wochenlang hinfiebert, ohne mindestens ein Kleidungsstück, das nicht rechtzeitig fertig wird? Nicht denkbar, oder? Diese Strickjacke nach einer
Anleitung namens Paulie wollte ich am Sonntag zum großen Bloggerinnentreffen tragen: Donnerstag strickte ich den zweiten Ärmel zuende, Freitag Abend und am Samstag vernähte ich die gar nicht so wenigen Fäden und zog die Jacke durch warmes Wasser, um sie in Form zu spannen.
Sonntag früh war sie noch nicht trocken - Mist! Und Knöpfe hatte sie auch noch nicht. Also zog ich zum Treffen etwas anderes an. Und Doppel-Mist: Eigentlich wollte ich mit der Jacke heute am
Me made Mittwoch teilnehmen, aber für ein Foto an mir war auch keine Gelegenheit. Wir hier in Berlin haben die Sonne seit ca. einer Woche nicht mehr gesehen, jetzt ist es 15.00 Uhr und ich muss das Licht anmachen. Kein Fotolicht, nirgends.
In der Zwischenzeit erzähle ich euch noch etwas über
Paulie: Die Jacke ist aus Sockengarn gestrickt, und zwar aus einem Garn von Coats, "Red Heart Sport Socks", das es nebenan in der größten Rossmann-Filiale der Welt gab. Das Garn ist relativ weich und angenehm - weicher jedenfalls als die Standard-Regia-Garne, die hier in der Gegend die Wolladenregale verstopfen und die ich schrecklich kratzig und unangenehm finde. Ich brauchte für Größe M etwa 250g davon, von dem blauen Garn, das ich vor längerer Zeit geschenkt bekam, wahrscheinlich keine 50g. Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 3.
Die Jacke wird als "Raglan von oben" gestrickt - also auf einer großen Rundnadel vom Halsausschnitt mit Zunahmen nach unten. Die Maschen für die Ärmel werden zunächst stillgelegt und Vorder- und Rückenteil bis zum Bündchen fertiggestellt. Die Ärmelmaschen nimmt man dann wieder neu auf die Nadeln und strickt die Ärmel in Runden. Das wird in der
Anleitung alles sehr gut beschrieben.
Bei meiner Jacke sind die Proportionen aber etwas anders als beim Original: Die Paulie-Designerin ist wohl eine sehr große und dünne Frau, ich bin allenfalls mittel und nicht so dünn, sondern kurvig. Meine Srickjacke hat daher nur nur 11 blaue Streifen, nicht 12, und reicht mir damit bis zum Hüftknochen. Die Ärmel haben 13 Streifen wie das Original, bei mir aber eine normale Ärmellänge, kein Dreiviertelärmel. Gut, das sieht man dann besser, wenn ich ein Foto an mir nachliefern kann.
Es ist jedenfalls ein Vorteil beim "Raglan von oben", dass solche Längenanpassungen beim Stricken vorgenommen werden können, wenn es so weit ist. Die Passform um die Schultern herum finde ich aber bei der herkönmmlichen Lösung mit eingesetzten Ärmeln immer einen Tick besser. Der angestrickte Kragen mit verkürzten Reihen ist auch so ein bißchen unentschlossen: zu klein für einen richtigen Schalkragen, aber zu groß um glatt zu liegen. Aber da das auf allen Fotos bei allen anderen Paulies auch so ist, lasse ich das jetzt so.