Posts mit dem Label drops design werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label drops design werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 5. Dezember 2018
Plötzlich Lust auf Pullover
Im Laufe der letzten Jahre habe ich eine Menge Strickjacken gestrickt (wohl dokumentiert in diesem Blog), und keinen einzigen Pullover. In den letzten Monaten passierte etwas Unglaubliches: Ich bekam Lust, Pullover zu tragen. Fragt mich nicht, warum, und was da genau passiert ist - mir ist es auch ein Rätsel. Die Veränderung ging schleichend vor sich. Die strickjackentypische Knopfleiste erschien mir eines Tages als zu viel Gewurschtel, insbesondere wenn ein anderes Kleidungsstück mit Knopfleiste unter der Strickjacke getragen wird. Pullover erschienen mir auf einmal als idealer Partner zu Röcken, nachdem ich jahrelang keinen einzigen Gedanken daran verschwendet hatte.
In den letzten Wochen setzte ich die Idee in die Tat um, nachdem ich einige Pulloveranleitungen von Ravelry und aus den paar Strickheften, die ich besitze, gelesen und verworfen hatte. Ich probierte einige Zopfmuster aus, strickte ein Maschenprobe aus Drops Lima in rubinrot, von dem ich mal auf Verdacht 500 Gramm gekauft hatte, und begann den Pullover von unten.
Wie immer bei meiner Strickschlampen-Methode habe ich keine genauen Aufzeichnungen über das Strickstück, ich habe nach dem Bündchen seitlich etwas zugenommen und von unten bis auf Achselhöhe gestrickt - Dank Nadelstärke 5 ging das ziemlich schnell. Die Ärmel haben nach dem Bündchen erst ein paar verteilte Zunahmen, die nach etwa einer Handbreit wieder abgenommen werden.
Als die Ärmel lang genug waren, nahm ich bis auf jeweils sechs Maschen unter den Armen alles auf eine lange Rundnadel und nahm in jeder zweiten Runde rechts und links einer gedachten Raglanlinie jeweils eine Masche ab, bis mir der Ausschnitt passend erschien. Im Rückenteil habe ich dann mit verkürzten Reihen noch zweimal hin- und hergestrickt, damit der Ausschnitt hinten höher wird als vorne und schließlich ein Bündchen angestrickt.
Der Pullover passt - trotz meines wirklich fahrlässigen und geradezu skandalösen Mangels an Planung - wirklich unverschämt gut, und wie ich es mir dachte ist er ein guter Partner zu Röcken geworden.
Hier trage ich ihn mit einem ebenfalls im Herbst entstandenen Jeansrock nach dem Schnitt 21035, den ich zuerst hier bei Karin dreikah gesehen hatte und schon lange nähen wollte. Ich habe den Schnitt etwa 5 cm verlängert.
Tja, und was soll ich sagen - ich finde das Konzept Pullover so schön warm und kuschelig, dass ich schon über einen weiteren Pullover nachdenke (allerdings auch über eine neue schwarze Strickjacke - über den Sommer ist meine alte den Motten zum Opfer gefallen).
Ich gebe weiter an den MeMadeMittwoch, die allmonatliche Versammlung von Selbernäherinnen und Selbstgenähtem.
Samstag, 5. August 2017
Auf den Nadeln im August: Strickjacke "Seanair" für den Liebsten und "Flaum" für mich
Die Frage "Was strickst du gerade?" kam vor kurzem bei Instagram auf, und sie erfordert eine längere Antwort. Ich stricke zur Zeit zwei größere Projekte parallel, oder genauer gesagt: ich strickte, denn ehrlich gesagt war es in den letzten Tagen zu warm und zu schwül, um Wolle anzufassen, und beide Teile stagnieren. Aber in den kalten und regnerischen Wochen der ersten Sommerhälfte ging es sehr gut voran.
Das erste Projekt, den Cardigan Flaum nach Anleitung von Justyna Lorkowska, habe ich Ende Mai angefangen. Die Anleitung hatte Birgit - lila und gelb aufgetan und gleich die halbe Berliner Strickrunde damit infiziert. Bei dieser Jacke wird eine Art Schulterpasse in 1rechts-1links-Rippe gestrickt, die dann in Patent-Rippen übergeht, so wird die Jacke im unteren Teil automatisch weiter, ohne dass man Zunahmen stricken muss.
Man braucht ein leichtes, flauschiges Garn, und glücklicherweise hatte ich beim Fabrikverkauf von Hindahl&Skudelny in Bielefeld Anfang des Jahres eine große Kone dunkelrotes Mohairgarn erworben. Der Farbton passt exakt zu drops Alpaca im Farbton 5565, Weinrot, und beides zusammen verstrickt mit Nadeln 4,5 ergibt ein schönes, fluffiges Maschenbild. Es entspricht nicht ganz der Maschenprobe, daher stricke ich Größe L, um hoffentlich zum Schluss eine kleine Größe M zu erhalten.
Zuletzt habe ich die Taschenbeutel gestrickt, jetzt kommen noch 2,5 cm 1rechts-1links-Bündchen, dann ist der Korpus der Jacke fertig. Ich bin bis jetzt sehr zufrieden, anprobiert sehen die Proportionen gut aus und die Farbe entspricht genau meinem "mehr Dunkelrot"-Vorsatz.
Projekt Nummer zwei ist der Männercardigan Seanair mit Zopfmuster und Reißverschluss von Judith Brodnicki, die Anleitung gibt es kostenlos bei knitty.com, die Korrekturen der Anleitung aber nur auf der ravelry- Seite. Auch ihn begann ich im Mai, und er sollte ein Geschenk zum Geburtstag des Liebsten im Juli werden. Natürlich wurde ich bis zum Termin nicht fertig, aber kam doch so weit, dass die Schulternähte geschlossen waren und das Teil damit anprobierbar war. Glücklicherweise passt es! Ich stricke bei solchen geheim gestrickten Geschenken immer mit viel Zweifel, messe ständig nach und vergleiche mit passenden Oberteilen und bin trotzdem sehr nervös, ob das alles so klappt.
Diese Jacke stricke ich aus Lima von drops in Farbe 4305 (dunkelblau) auf 4er-Nadeln. Das Lima-Garn, eine Mischung aus Wolle und Alpaca, mag ich sehr gerne, es verstrickt sich flott, ist formstabil, pillt nicht und wird nach dem Spannen noch etwas flauschiger. Die Anleitung Seanair ist auch gut - aber wie gesagt, unbedingt die Fehlerkorrekturen bei ravelry beachten, ich habe mir die Anleitung ausgedruckt und erstmal alle Korrekturen eingetragen. Dann ist das Stricken kein Problem, die verschiedenen Zopfmuster kann man sich gut merken, und ich hatte nach den ganzen Stephen-West-Tüchern mit viel kraus rechts sehr große Lust, mal wieder etwas Komplizierteres zu stricken. Es ist großartig, dass eine so ausgeklügelte Jackenanleitung kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Die Jacke ist mittlerweile fertig gestrickt, nun muss ich die Fäden vernähen, die Jacke spannen und den Reißverschluss einnähen, alles in allem also ein Programm für mindestens drei Abende. Die Ärmel der Jacke scheinen ziemlich weit zu sein, und die Abnahmen kommen nicht ganz hin - zumindest in größe M muss man häufiger abnehmen, als die Anleitung sagt, damit am Bündchen die richtige Maschenzahl erreicht ist (oder die Jacke ist für Menschen mit außerordentlich langen Ärmeln konzipiert, wer weiß).
Besonders schön finde ich den kleinen Stehkragen, der innen einen glatt rechts gestrickten Beleg bekommt - mal sehen, wie sehr ich mich abmühen muss, dort den Reißverschluss ansehnlich einzunähen. Aber es ist ja noch ein bißchen Zeit, bis wir wieder Strickjackenwetter haben.
Weitere Strickprojekte im August findet man in der Sammlung "Auf den Nadeln" bei Maschenfein.
Das erste Projekt, den Cardigan Flaum nach Anleitung von Justyna Lorkowska, habe ich Ende Mai angefangen. Die Anleitung hatte Birgit - lila und gelb aufgetan und gleich die halbe Berliner Strickrunde damit infiziert. Bei dieser Jacke wird eine Art Schulterpasse in 1rechts-1links-Rippe gestrickt, die dann in Patent-Rippen übergeht, so wird die Jacke im unteren Teil automatisch weiter, ohne dass man Zunahmen stricken muss.
Man braucht ein leichtes, flauschiges Garn, und glücklicherweise hatte ich beim Fabrikverkauf von Hindahl&Skudelny in Bielefeld Anfang des Jahres eine große Kone dunkelrotes Mohairgarn erworben. Der Farbton passt exakt zu drops Alpaca im Farbton 5565, Weinrot, und beides zusammen verstrickt mit Nadeln 4,5 ergibt ein schönes, fluffiges Maschenbild. Es entspricht nicht ganz der Maschenprobe, daher stricke ich Größe L, um hoffentlich zum Schluss eine kleine Größe M zu erhalten.
Zuletzt habe ich die Taschenbeutel gestrickt, jetzt kommen noch 2,5 cm 1rechts-1links-Bündchen, dann ist der Korpus der Jacke fertig. Ich bin bis jetzt sehr zufrieden, anprobiert sehen die Proportionen gut aus und die Farbe entspricht genau meinem "mehr Dunkelrot"-Vorsatz.
Projekt Nummer zwei ist der Männercardigan Seanair mit Zopfmuster und Reißverschluss von Judith Brodnicki, die Anleitung gibt es kostenlos bei knitty.com, die Korrekturen der Anleitung aber nur auf der ravelry- Seite. Auch ihn begann ich im Mai, und er sollte ein Geschenk zum Geburtstag des Liebsten im Juli werden. Natürlich wurde ich bis zum Termin nicht fertig, aber kam doch so weit, dass die Schulternähte geschlossen waren und das Teil damit anprobierbar war. Glücklicherweise passt es! Ich stricke bei solchen geheim gestrickten Geschenken immer mit viel Zweifel, messe ständig nach und vergleiche mit passenden Oberteilen und bin trotzdem sehr nervös, ob das alles so klappt.
Diese Jacke stricke ich aus Lima von drops in Farbe 4305 (dunkelblau) auf 4er-Nadeln. Das Lima-Garn, eine Mischung aus Wolle und Alpaca, mag ich sehr gerne, es verstrickt sich flott, ist formstabil, pillt nicht und wird nach dem Spannen noch etwas flauschiger. Die Anleitung Seanair ist auch gut - aber wie gesagt, unbedingt die Fehlerkorrekturen bei ravelry beachten, ich habe mir die Anleitung ausgedruckt und erstmal alle Korrekturen eingetragen. Dann ist das Stricken kein Problem, die verschiedenen Zopfmuster kann man sich gut merken, und ich hatte nach den ganzen Stephen-West-Tüchern mit viel kraus rechts sehr große Lust, mal wieder etwas Komplizierteres zu stricken. Es ist großartig, dass eine so ausgeklügelte Jackenanleitung kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Die Jacke ist mittlerweile fertig gestrickt, nun muss ich die Fäden vernähen, die Jacke spannen und den Reißverschluss einnähen, alles in allem also ein Programm für mindestens drei Abende. Die Ärmel der Jacke scheinen ziemlich weit zu sein, und die Abnahmen kommen nicht ganz hin - zumindest in größe M muss man häufiger abnehmen, als die Anleitung sagt, damit am Bündchen die richtige Maschenzahl erreicht ist (oder die Jacke ist für Menschen mit außerordentlich langen Ärmeln konzipiert, wer weiß).
Besonders schön finde ich den kleinen Stehkragen, der innen einen glatt rechts gestrickten Beleg bekommt - mal sehen, wie sehr ich mich abmühen muss, dort den Reißverschluss ansehnlich einzunähen. Aber es ist ja noch ein bißchen Zeit, bis wir wieder Strickjackenwetter haben.
Weitere Strickprojekte im August findet man in der Sammlung "Auf den Nadeln" bei Maschenfein.
Donnerstag, 20. März 2014
Strickprotokoll: die schwarze Strickjacke mit Schleifenmuster
Vor ein paar Mittwochen hatte ich die schwarze Strickjacke ja schon gezeigt, hatte aber bisher keine Zeit, noch ein paar Zeilen zu den technischen Details zu schreiben und hole das jetzt nach. Die Schlampenstrickmethode bringt leider mit sich, dass so gut wie keine archivierbaren Aufzeichnungen vorliegen und jedes Strickstück prinzipiell nicht reproduzierbar ist. Umso wichtiger ist es, bald nach der Fertigstellung ein paar Details zu notieren, denn mit solchen Zetteln:
... mit solchen Zetteln lässt sich kurze Zeit später nichts mehr anfangen. Bei dieser Jacke gelangte die Schlampenstrickmethode außerdem an ihre Grenzen, denn das Garn, Baby Merino von Drops, legt doch noch um einiges zu, wenn man es wäscht. Die Jacke ist daher ein bißchen weiter und länger geworden, als ich mir das ursprünglich ausgerechnet hatte.
Der Schnitt war wieder der bewährte Schnitt des Swing Cardigans von drops, ich brauchte ca. 400g Baby Merino in schwarz, verstrickt mit Nadelstärke 3, das Designvorbild war diese Strickjacke von Monika. Das Strickmuster mit den kleinen Noppen fand ich in Brigitte Stricken, Band 2, es nennt sich Schleifenmuster. Normalerweise werden die Umschläge unverschränkt abgestrickt, ich fand aber die entstehenden Löcher bei meinem Garn zu dominant. Die tollen Knöpfe mit Sternen sind von Lotti - es sind Hosenknöpfe aus dem Fundus ihres Opas, eines Herrenschneiders.
abgewandeltes Schleifenmuster
(Maschenzahl durch 10 teilbar + an jeder Seite eine Randmasche)
1. R.: rechts
2. R.: links
3. R.: rechts
4. R.: links
5. R.: rechts
6. R.: Randmasche *1 M. links, 1 Umschlag, 4 M. links zusammenstricken, die 4 M. aber nicht von der Nadel gleiten lassen, sondern noch einmal rechts zusammenstricken, 1 Umschlag, 5 M. links* Randmasche (von * - * wiederholen)
7. R.: rechts, die Umschläge rechts verschränkt abstricken
8. R.: links
9. R.: rechts
10. R.: links
11. R.: rechts
12. R.: Randmasche * 6 M. links, 1 Umschlag, 4 M. links zusammenstricken, aber nicht von der Nadel gleiten lassen, sondern noch einmal rechts zusammenstricken, 1 Umschlag * Randmasche (von * - * wiederholen)
13. R.: rechts, die Umschläge rechts verschränkt abstricken
Die 2. bis 13. Reihe wiederholen.
Mal sehen, ob mich beim Frühlingsjäckchen der Gruppendruck der MittwochsMasche zum Führen nachvollziehbarer Aufzeichnungen bringt. Ich fühle mich in der Runde, wenn alle ihre vorbildlich geführten Stricknotizbücher auspacken, nämlich ein bißchen wie der Loser in der Klasse, der bloß einen zerfledderten Collegeblock und eine Werbekugelschreiber vorweisen kann, während die Streber-Mädchen Schnellhefter und Textmarker in allen Farben des Regenbogens besitzen.
Nina druckt zum Beispiel die Strickanleitungen aus und klebt sie in ein A5-Notizbuch mit Spiralbindung, das man flach hinlegen kann. Lotti führt neuerdings ein Maschenproben- und Musterbuch, in das sie die gestrickten gewaschenen (!) Läppchen und eine Garnbanderole einklebt, hier konnte man das auf einem Foto schon sehen. S. strickte beim letzten Mal ein Lochmuster, das so kompliziert ist, dass sie dabei nicht sprechen konnte, und hatte sich nun auch ein Stricknotizbuch angeschafft, und wenn ich lese, wie akribisch Chrissy die Sache mit der Strickmaschine angeht, nehme ich an, dass sie ihre Unterlagen auch beim Handstricken sorgfältig führt, auch wenn mir das konkret noch nicht aufgefallen ist. Und ich als Strickschlampe dazwischen - und das, obwohl ich in anderen Lebensbereichen durchaus zum Herumstrebern neige (bis auf die Textmarker, sowas benutze ich nicht)...
Samstag, 14. Dezember 2013
Woche 49
Als ich gestern Oh-Mimmis Weihnachtskleid-Statusmeldung las und Katharinas Verteidigung des Unperfekten später am Abend, dachte ich spontan: Ich auch. Auch wenn ich mit den Weihnachtsfeiertagen wenig verbinde und der betriebene Aufwand für dieses Fest im Nahtzugabe-Haushalt sehr überschaubar ist, führt das Zusammentreffen von Feiertagen, Jahresende, neuem Anfang in jedem Jahr wieder zu einem Berg selbstauferlegter "bis-Weihnachten"-Verpflichtungen: Bis Weihnachten noch die Küchenschränke entrümpeln, bis Weihnachten Text X und Konzept Y fertigschreiben, bis Weihnachten backen, putzen, einkaufen, bis Weihnachten noch über dieses und jenes bloggen, und nicht zuletzt: bis Weihnachten Geschenke besorgen und ein Weihnachtskleid nähen.
Ein bißchen Zeitdruck ab und zu kann produktiv sein, um Dinge zuende zu bringen, aber selbstgemachter Zeitdruck in allen Lebensbereichen verfehlt diese Wirkung: man produziert sich nur selbst Misserfolge, weil die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht werden, gar nicht erreicht werden können, und Misserfolg macht unglücklich. Ich frage mich, ob es sich bei Weihnachtsstress nicht überhaupt um eine besonders perfide Form der (weiblichen?) Selbstsabotage handelt: die letzten Wochen des Jahres, die ja in vielen Berufen sowieso mit erhöhtem Arbeitsaufkommen verbunden sind, werden zusätzlich mit besonders vielen sozialen, familiären und selbst produzierten Verpflichtungen beladen, an denen jede nur scheitern kann. Als ob mit Jahresabschlüssen, Weihnachtsfeiern und Verwandtenbesuchen nicht schon genug los wäre, nimmt frau sich vor, Weihnachtskarten selbst zu basteln, die Wohnung hübsch zu dekorieren, Kekse zu backen, für alle Verwandten Socken zu stricken und alle Wünsche mäkliger Tischgenossen beim Weihnachtsessen zu berücksichtigen. Dann hetzt sie in der Vorweihnachtszeit von Misserfolg zu Beinahekatastrophe und auf jeden Fall: immer den eigenen Ansprüchen hinterher, und beendet und beginnt das Jahr mit dem Gefühl der kompletten Unzulänglichkeit. Und fühlt sich noch schuldig, wenn der Schwiegervater im Essen stochert, die Tante das Selbstgestrickte mit "Na, du musst aber Zeit haben! Sowas kann man doch kaufen." in Empfang nimmt und Oma_1 beleidigt ist, weil die Verweildauer bei Oma_2 am Vortag für ihren Geschmack ungebührlich lang war.
Täusche ich mich, oder trifft dieser Weihnachtsstress in erster Linie Frauen? Ich breite hier ja nur eine küchenpsychologische Schwurbel-Theorie aus (die Dreiviertelpsychologin Sinje könnte dazu bestimmt wissenschaftlich fundiert referieren), aber nach meiner Beobachtung fühlen sich Männer nicht nur seltener für Weihnachtsdekorationen verantwortlich, sondern sind auch weniger für Anspruchshaltungen aller Art empfänglich.
Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, Druck und Tempo herauszunehmen und mich einfach an dem zu freuen, was ich bisher geschafft habe und in den nächsten Tagen vielleicht noch schaffe. Ich werde kein Weihnachtskleid nähen, aber vielleicht wird ja ein Kleid aus meinem halbfertige-Nähprojekte-Stapel noch fertig. Es wäre nett, wenn ich es an meinem Geburtstag anziehen könnte, vor allem, weil ich für den Abend ein Lokal gefunden habe, das geöffnet hat und in dem man ein 5-Gänge-Menü einnehmen kann. Ich stricke ein bißchen an einem Schal (ravelry-Anleitung) aus Alpaca-Silk und freue mich daran, dass ich tatsächlich ein paar Plätzchen gebacken habe, die im Gegensatz zu denen vom letzten Jahr sogar essbar sind (die steinharten letztjährigen Reste habe ich gerade entsorgt...). Geschenke, putzen, Deko: mal sehen. Lieber mache ich mir jetzt noch einen Kaffee, beschäftige mich noch zwei Stündchen mit Text X, freue mich über eine überaschend hohe Überweisung der VG Bild-Kunst und über die Preissenkung des Ökostromanbieters (es passieren auch gute Dinge!), und morgen, morgen gehe ich vielleicht auf einen kleinen Weihnachtsmarkt.
Statt Selbermachlinks heute nur ein Fundstück zum Schauen und Staunen über die frei gehäkelte Spitze der Strickdesignerin Kat Coyle, die außerdem ein Blog schreibt, mit dem man sich vorzüglich ins warme, strahlende, südliche Kalifornien träumen kann.
Freitag, 22. November 2013
Drops-Wolle in Berlin: Wollreich und Liljedal Verkhus
In Berlin gibt es wieder Wolle von Drops! StrickerInnen werden wissen, dass die Garne der norwegischen Firma in Deutschland nur in wenigen Läden angeboten werden. Ich nehme an, der Verzicht auf ein dichtes Händlernetz senkt die Kosten und erklärt auch die relativ geringen Preise der Wolle. Im letzten Jahr gab es für kurze Zeit einen Wollladen in Neukölln, der Wolle von Drops führte, mit der Inhaberin wurde ich aber überhaupt nicht warm (ich sage vorbeugend, dass das sicher an mir lag), also habe ich die Wolle dann doch meistens bestellt. Aber viel schöner ist es natürlich, die Wolle direkt anfassen zu können und die Farben vor sich zu sehen, und natürlich ist es sinnvoll, kleine Einzelhändler dort zu unterstützen, wo man wohnt. Und in dieser Hinsicht hat sich in Berlin nun einiges getan: Zwei neue Geschäfte, in Charlottenburg und Liljedal in Alt-Treptow, haben das Garn im Programm.
Spätere Ergänzung: Im Wollreich in Charlottenburg gibt es nun kein Garn von Drops mehr, dafür aber in einem Laden in der Brunnenstraße, Handsache Berlin.
Das Wollreich ist ein netter kleiner Laden in der Knobelsdorffstraße um die Ecke von der Sophie-Charlotten-Straße. Schurrmurr hatte im Frühjahr hier schon darüber geschrieben, ich habe nur bis jetzt gebraucht, um mich in den Westen der Stadt aufzumachen.
In erster Linie trieb mich Baby Merino in Schwarz dorthin, denn einer angefangenen Strickjacke fehlt noch immer der zweite Ärmel - nur gab es zwar Baby Merino in vielen schönen Farben, doch Schwarz war leider nicht darunter. Aber das war nicht so schlimm, denn davon abgesehen finde ich die Garnqualitäten gut ausgewählt, es gibt dickeres wie dünneres, Mohair, Merino, Alpaca und Baumwolle, alle Garne und alle Farben kann ein Laden mit begrenztem Platz nun mal nicht vorrätig haben. Es gibt schon genug Aha-Erlebnisse, wenn man zum Beispiel einige Drops-Alpaca-Farben wirklich in der Hand hält und nicht nur die Farbkarte im Internet anstarrt. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass Farbe 3969 "rot lila" ein wunderbares, sattes, blaustichiges Dunkelrot ist. Welche Drops-Garne das Wollreich führt, findet man hier auf der Händlerliste.
Neben Drops gibt es auch Wolle von einigen anderen Herstellern, zum Beispiel Zauberbälle von Schoppel, Mohairgarn von ggh, Seidengarn von Bergère de France, außerdem natürlich Stricknadeln, Maschenmarkierer und Anleitungshefte.
Wollreich
Knobelsdorffstr. 43
14059 Berlin
geöffnet: DI 10.30-18.00 Uhr, MI-FR 10.30-18.30 Uhr, SA 11-15.00 Uhr
Haltestellen: Messe Nord oder Westend (S 41/42) oder Sophie-Charlotte-Platz (U2)
http://www.wollreich-berlin.de/
Nicht ganz zum Woll-Thema passend, aber nur wenige Schritte vom Wollreich entfernt, gibt es noch ein Selbermach-Lädchen, das Schurrmurr auch schon mal erwähnt hatte.
An Wunderschick fand ich zuerst einmal das winzige, dreieckige Lädchen selbst faszinierend - es ist ein kleiner Anbau in einem Winkel zwischen zwei Wohnhäusern. Neben herzigem Schnickschnack, Postkarten, Bildern, kleinen Möbeln und Genähtem werden dort auch Selbermach-Kurse abgehalten, Stricken und Häkeln, oder am 21. Dezember ein aller-allerletztes Weihnachtsgeschenkebasteln. Leider war geschlossen, als ich vorbeikam - am besten erfährt man wohl im Wunderschick-Blog, was so los ist.
Der zweite Berliner Laden mit Drops-Garnen, das Liljedal Verkhus Handarbeits-Atelier, eröffnete letzten Freitag quasi vor meiner Haustür. In meinem Kiez!
Ich muss etwas ausholen, warum das so unglaublich ist: niemals, wirklich niemals hätte ich vor gut sechs Jahren mit sowas gerechnet, als der Liebste und ich in diese Gegend zogen. Meine Straße war eine lange, graue Straße mit heruntergelassenden Rolläden. Die Gegend, früher auf östlicher Seite im Schatten der Mauer gelegen, wirkte entvölkert und immer noch wie abgeschnitten vom Rest der Welt. (Was die Internetverbindung betrifft, ist das übrigens noch nicht viel besser geworden). Fast alle Geschäfte standen leer. Ein bißchen deprimierend war es schon da draußen, aber dafür waren der Landwehrkanal, die Spree, der Görlitzer und der Treptower Park nicht weit, und man gelangte schnell nach Kreuzberg, Mitte oder andere aufregendere Orte. Wir hatten den richtigen Riecher, denn mittlerweile ist es bei uns richtig nett geworden. Und ein Wollladen vor meiner Haustür ist natürlich die Krönung!
Ich war sehr gespannt - dass in dem Geschäft gewerkelt wurde, war mir schon vor zwei, drei Monaten aufgefallen. Dann tauchten Blumenkübel vor der Tür auf, ab und zu waren die Rolladen hochgezogen und ich konnte einmal ein paar Nähmaschinen erspähen. Die Chefin des Lieblingsrestaurants erzählte mir vor ein paar Wochen ganz begeistert, dass sie dort Wolle gesehen habe - Wolle! Vor kurzem wurde das Schild mit der vielversprechenden Aufschrift "Handarbeits-Atelier" montiert - und als ich am letzten Wochenende den großen Aufkleber "Autorisierter Drops-Händler" auf dem Briefkasten sah, wäre ich am liebsten in Ohnmacht gefallen.
Das Liljedal Verkhus ist tatsächlich sowohl Woll- als auch Nähladen: neben Drops-Wolle gibt es eine kleine, feine Auswahl Westfalenstoffe, Schrägbänder und anderes Nähzubehör. Im Nebenraum stehen schon einige Nähmaschinen bereit - im nächsten Jahr soll es hier auch Kurse geben. Das kommt aber alles erst nach und nach, im Sommer wird die Tochter der Inhaberin mit einsteigen, dann werden die Öffnungszeiten verlängert, und das Stoffangebot soll sich nach Möglichkeit vergrößern, so erzählte mir die Besitzerin. Wie sich der Laden entwickelt, hängt natürlich davon ab, wie er bei uns im Kiez angenommen wird. Ich setze große Hoffnung in meine Nachbarinnen und Nachbarn und kaufte am Mittwoch gleich mal drei Knäuel Wolle.
In der Drops-Händlerliste wird das Liljedal Verkhus im Moment noch nicht aufgeführt - ich erinnere mich an die Garnsorten Merino extra fine, Big Merino, Karisma, Lace, Andes, Fabel, Nepal,
Safran, das neue Cotton-Merino und das neue, mohairartige Alpaca-Silk. (Sobald es einen Händlereintrag mit Garnliste gibt, verlinke ich ihn hier). Ergänzt: hier ist der Händlereintrag mit Garnliste.
und die aktuellen Öffnungszeiten (Stand 12. 12. 2013):
MI, DO 15.00-19.00 Uhr
SA 10.30-15.30 Uhr
Liljedal Verkus Handarbeits-Atelier
Karl-Kunger-Str. 9
12435 Berlin
Geöffnet zur Zeit MI und FR Nachmittag und Samstag
Haltestelle: Treptower Park (S41/42) oder Herrmannplatz (U7/U8) und weiter mit dem Bus 194 bis Lohmühlenstraße.
http://liljedal.de/
Spätere Ergänzung: Im Wollreich in Charlottenburg gibt es nun kein Garn von Drops mehr, dafür aber in einem Laden in der Brunnenstraße, Handsache Berlin.
Wollreich Charlottenburg
Das Wollreich ist ein netter kleiner Laden in der Knobelsdorffstraße um die Ecke von der Sophie-Charlotten-Straße. Schurrmurr hatte im Frühjahr hier schon darüber geschrieben, ich habe nur bis jetzt gebraucht, um mich in den Westen der Stadt aufzumachen.
In erster Linie trieb mich Baby Merino in Schwarz dorthin, denn einer angefangenen Strickjacke fehlt noch immer der zweite Ärmel - nur gab es zwar Baby Merino in vielen schönen Farben, doch Schwarz war leider nicht darunter. Aber das war nicht so schlimm, denn davon abgesehen finde ich die Garnqualitäten gut ausgewählt, es gibt dickeres wie dünneres, Mohair, Merino, Alpaca und Baumwolle, alle Garne und alle Farben kann ein Laden mit begrenztem Platz nun mal nicht vorrätig haben. Es gibt schon genug Aha-Erlebnisse, wenn man zum Beispiel einige Drops-Alpaca-Farben wirklich in der Hand hält und nicht nur die Farbkarte im Internet anstarrt. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass Farbe 3969 "rot lila" ein wunderbares, sattes, blaustichiges Dunkelrot ist. Welche Drops-Garne das Wollreich führt, findet man hier auf der Händlerliste.
Neben Drops gibt es auch Wolle von einigen anderen Herstellern, zum Beispiel Zauberbälle von Schoppel, Mohairgarn von ggh, Seidengarn von Bergère de France, außerdem natürlich Stricknadeln, Maschenmarkierer und Anleitungshefte.
Wollreich
Knobelsdorffstr. 43
14059 Berlin
geöffnet: DI 10.30-18.00 Uhr, MI-FR 10.30-18.30 Uhr, SA 11-15.00 Uhr
Haltestellen: Messe Nord oder Westend (S 41/42) oder Sophie-Charlotte-Platz (U2)
http://www.wollreich-berlin.de/
Nicht ganz zum Woll-Thema passend, aber nur wenige Schritte vom Wollreich entfernt, gibt es noch ein Selbermach-Lädchen, das Schurrmurr auch schon mal erwähnt hatte.
An Wunderschick fand ich zuerst einmal das winzige, dreieckige Lädchen selbst faszinierend - es ist ein kleiner Anbau in einem Winkel zwischen zwei Wohnhäusern. Neben herzigem Schnickschnack, Postkarten, Bildern, kleinen Möbeln und Genähtem werden dort auch Selbermach-Kurse abgehalten, Stricken und Häkeln, oder am 21. Dezember ein aller-allerletztes Weihnachtsgeschenkebasteln. Leider war geschlossen, als ich vorbeikam - am besten erfährt man wohl im Wunderschick-Blog, was so los ist.
Liljedal Verkhus
Der zweite Berliner Laden mit Drops-Garnen, das Liljedal Verkhus Handarbeits-Atelier, eröffnete letzten Freitag quasi vor meiner Haustür. In meinem Kiez!
Ich muss etwas ausholen, warum das so unglaublich ist: niemals, wirklich niemals hätte ich vor gut sechs Jahren mit sowas gerechnet, als der Liebste und ich in diese Gegend zogen. Meine Straße war eine lange, graue Straße mit heruntergelassenden Rolläden. Die Gegend, früher auf östlicher Seite im Schatten der Mauer gelegen, wirkte entvölkert und immer noch wie abgeschnitten vom Rest der Welt. (Was die Internetverbindung betrifft, ist das übrigens noch nicht viel besser geworden). Fast alle Geschäfte standen leer. Ein bißchen deprimierend war es schon da draußen, aber dafür waren der Landwehrkanal, die Spree, der Görlitzer und der Treptower Park nicht weit, und man gelangte schnell nach Kreuzberg, Mitte oder andere aufregendere Orte. Wir hatten den richtigen Riecher, denn mittlerweile ist es bei uns richtig nett geworden. Und ein Wollladen vor meiner Haustür ist natürlich die Krönung!
Ich war sehr gespannt - dass in dem Geschäft gewerkelt wurde, war mir schon vor zwei, drei Monaten aufgefallen. Dann tauchten Blumenkübel vor der Tür auf, ab und zu waren die Rolladen hochgezogen und ich konnte einmal ein paar Nähmaschinen erspähen. Die Chefin des Lieblingsrestaurants erzählte mir vor ein paar Wochen ganz begeistert, dass sie dort Wolle gesehen habe - Wolle! Vor kurzem wurde das Schild mit der vielversprechenden Aufschrift "Handarbeits-Atelier" montiert - und als ich am letzten Wochenende den großen Aufkleber "Autorisierter Drops-Händler" auf dem Briefkasten sah, wäre ich am liebsten in Ohnmacht gefallen.
Das Liljedal Verkhus ist tatsächlich sowohl Woll- als auch Nähladen: neben Drops-Wolle gibt es eine kleine, feine Auswahl Westfalenstoffe, Schrägbänder und anderes Nähzubehör. Im Nebenraum stehen schon einige Nähmaschinen bereit - im nächsten Jahr soll es hier auch Kurse geben. Das kommt aber alles erst nach und nach, im Sommer wird die Tochter der Inhaberin mit einsteigen, dann werden die Öffnungszeiten verlängert, und das Stoffangebot soll sich nach Möglichkeit vergrößern, so erzählte mir die Besitzerin. Wie sich der Laden entwickelt, hängt natürlich davon ab, wie er bei uns im Kiez angenommen wird. Ich setze große Hoffnung in meine Nachbarinnen und Nachbarn und kaufte am Mittwoch gleich mal drei Knäuel Wolle.
und die aktuellen Öffnungszeiten (Stand 12. 12. 2013):
MI, DO 15.00-19.00 Uhr
SA 10.30-15.30 Uhr
Liljedal Verkus Handarbeits-Atelier
Karl-Kunger-Str. 9
12435 Berlin
Geöffnet zur Zeit MI und FR Nachmittag und Samstag
Haltestelle: Treptower Park (S41/42) oder Herrmannplatz (U7/U8) und weiter mit dem Bus 194 bis Lohmühlenstraße.
http://liljedal.de/
Samstag, 31. August 2013
Drops 69-17 und eine Verteidigung des Glatt-rechts-Strickens
Die dunkelblaue Strickjacke vom Me-made-Mittwoch in dieser Woche wollte ich ja noch einmal im Detail zeigen. Das Strickmuster 69-17 ist schon ein älteres von Drops, bei ravelry gab es bisher keine einzige Umsetzung davon (nur meine jetzt). Ich wurde auf die Anleitung in einem Me-made-Mittwoch-Beitrag aufmerksam, die Bloggerin hatte die Jacke aus weißem Baumwollgarn gestrickt, wenn ich mich richtig erinnere - falls jemand sich und seine Jacke wiedererkennt, bitte Bescheid geben, ich verlinke das dann noch. Ich verwendete statt Baumwollgarn Drops Baby alpaca silk, knapp 300g für Größe M, verstrickt mit Nadeln 3,5, das ergibt bei meiner Strickspannung ein relativ lockeres, leichtes Gestrick.
Die Jacke ist denkbar schlicht: ein Raglan von unten, glatt rechts, mit einem einfachen Zopfmuster über zwei Maschen an den Bündchen, das man ohne Hilfsnadel stricken kann.
Über die Raglanabnahmen hatte ich mich zuerst gewundert (die Anleitung ist, da eine der älteren von drops, auch etwas merkwürdig übersetzt): Anstatt in jeder Hinreihe Maschen abzunehmen, wird nur in jeder vierten Reihe abgenommen - dafür dann aber immer zwei Maschen auf einmal. Das ergibt an der Raglanschrägung kleine Knötchen im Gestrickten, die mit den zwei-Maschen-Zöpfen an den Bündchen und an den Vorderkanten korrespondieren - also alles gut durchdacht von der Designerin oder dem Designer.
Die Bündchen an der Vorderkante habe ich in eins-rechts-eins-links zuletzt separat angestrickt, die gleich mitgestrickten kraus-rechts-Bündchen, die es bei Anleitungen von Drops oft gibt, schätze ich nicht besonders.
In ihrer Schlichtheit passt die Jacke ungefähr zu allem in meinem Kleiderschrank, und ich möchte hier mal eine Lanze für glatt rechts gestrickte Teile brechen. Klar, man könnte auch viel Komplizierteres stricken - aber wer sagt, dass man das muss? Man näht ja auch nicht nur Karokleider, weil da die Musteranpassung beim Zuschneiden besonders kompliziert ist und Einfarbiges zu langweilig und einfach wäre.
Bei glatt rechts Gestricktem kommt das Garn besonders gut zur Geltung, das Gestrick ist leicht, dehnbar und anschmiegsam. Strukturmuster mit vielen Verkreuzungen ergeben oft ein sehr dickes, fast störrisches Gestrick, und Muster passen eben auch nicht immer und überall - zu einer auffällig gemusterten Strickjacke auch noch einen gemusterten Rock zu tragen, kann für meinen Geschmack schon etwas zu viel Muster sein.
Nicht zuletzt stricke ich auch gerne glatt rechts: es geht schnell und verlangt wenig Mitdenkkapazitäten und ist damit ideal für Strickprojekte zum Mitnehmen auf Reisen, für die schnelle Reihe zwischendurch, fürs paralle DVDgucken oder für die Stricktreffen bei der MittwochsMasche, wenn man sich nebenher unterhalten will. Komplizierte Strickmuster mag ich zwar auch, weil das Stricken selbst dann so spannend und unterhaltend ist, wenn sich das Muster auf den Nadeln langsam entwickelt, aber ich habe festgestellt, dass ich zum Beispiel mit Stricktüchern nicht so recht etwas anfangen kann. Und Dinge stricken, nur weil ich den Herstellungsprozess interessant finde und die ich letztlich gar nicht benutze, ist ja auch nicht sinnvoll. Überhaupt liegt bei glatt rechts gestrickten Modellen der Reiz in gut gelösten, kleinen technischen Details, wie hier zum Beispiel in den betonten Raglanabnahmen. Sowas ist zwar nicht so auffällig wie ein flächendeckendes Zopfmuster, macht mir aber auch Freude. Die Jacke wird deshalb sicher nicht mein letztes glatt rechts gestricktes Teil gewesen sein - auch wenn zur Zeit wieder etwas Gemustertes auf den Nadeln ist.
Freitag, 25. Januar 2013
Nur fürs Protokoll: Strickjacke "Swing" (Drops 97/18) aus Alpaca
Hier siehts noch nicht so wirklich wieder gut aus - heute war ich zum ersten Mal seit einer Woche nicht nur für allernötigste Medikamente- und Lebensmitteleinkäufe draußen, sondern saß eine Stunde im Café nebenan, um Kaffee zu trinken und die "Zeit" durchzublättern. War nicht so richtig der Hit - warum ist woanders herumzusitzen und zu lesen anstrengender als zuhause im Bett zu sitzen und zu lesen? Ich hab' mich jedenfalls gleich wieder mit dem Laptop ins Bett verkrümelt und überlege, alle angedachten Ausflüge nach draußen bis Montag zu verschieben.
Handarbeitstechnisch passiert dieser Tage daher auch nicht viel, bis darauf, dass ich vor dem Caféausflug einen Stoff kaputtgebügelt habe, was mir, glaube ich, auch noch nie passiert ist. Ehe ich noch sonstwas anrichte, schreibe ich jetzt lieber schnell die wichtigsten Fakten zu dieser Strickjacke auf, die ich beim Me-made-Mittwoch am 16. 1. schon gezeigt hatte. Nichts Neues also, aber da das Blog auch als Archiv der fertiggestellten Sachen dient und ich diese Anleitung möglicherweise sogar noch einmal stricken werde, darf die Zusammenfassung hier nicht fehlen.
Anleitung: Strickjacke "Swing" (Drops 97-18)
Wieso diese Jacke "Swing" heißt, ist allerdings unerklärlich, denn da swingt oder schwingt überhaupt nichts, es handelt sich vielmehr um ein tailliertes Jäckchen, geformt über Ab- und Zunahmen in den Vorder- und Rückenteilen.
Abweichungen von der Anleitung: Unteren Rand mit schmalem Bündchen im Perlmuster gestrickt, angestrickte Verschlussblenden ebenfalls im Perlmuster statt kraus rechts.
Material: knapp 300g Drops Alpaca (blau meliert 6360), verstrickt mit Nadelstärke 3,5. Von dem Garn bin ich begeistert, es ist sehr leicht, weich und flauschig. Es hat nach meinem Eindruck mehr Volumen als z. B. ein Merinogarn mit gleicher Lauflänge, daher ergibt sich bei meiner eher festen Strickweise mit Nadelstärke 3,5 ein wunderbar leichtes, aber nicht löchriges Gestrick.
Die wunderbaren, ganz genau (aber wirklich ganz, ganz genau) passenden Knöpfe hatte ich vor Weihnachten im Nähkontor gekauft, dem tollen neuen Kurzwarenladen in der Bötzowstraße, über den ich hier anlässlich der Eröffnung schon geschwärmt hatte. Wie ich gerade sehe, hat Nina, eine der Inhaberinnen, gerade noch ein privates Blog aufgemacht, um dann auch beim Me-made-Mittwoch teilnehmen zu können: ninusch.blogspot.com. Na dann, willkommen, Nina, in unserer Runde!
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Ein Wollmusterbuch
Wenn ihr auch ab und zu Wolle vom großen norwegischen Garnhersteller bestellt, kennt ihr wahrscheinlich das Problem: es gibt zum Teil unendlich viele Farben, man sinniert vor dem Rechner über die Unterschiede von blau, blau/türkis, petrol, dunkeltürkis und hellpetrol, nicht zu vergessen indigoblau, marineblau und königsblau, schaut sich die Farbkarten bei verschiedenen Händlern und auf verschiedenen Monitoren an und kommt doch zu keinem Entschluss.Aber immer nur grau oder Schwarz verstricken ist ja auch langweilig.
Beim Stricktreffen (nächster Termin übrigens am 12. 12.) arbeiten wir jetzt an einer Lösung: in einem kleinen Ringbuch (ursprünglich ein Jahreskalender von Tchibo) sammele ich Garnproben. Jede Garnqualität bekommt ein farbiges Trennblatt, auf das ich eine Garnbanderole aufklebe, dahinter kommen die in unserem Kreis schon verstrickten Farben mit Farbnummern. Wenn sich das Programm von drops nicht über Nacht grundlegend ändert, haben wir bald ein handliches kleines Nachschlagewerk, wenn es vor dem Garnbestellung mal wieder heißt: "welche Farbe nehm' ich bloß?".
Beim Stricktreffen (nächster Termin übrigens am 12. 12.) arbeiten wir jetzt an einer Lösung: in einem kleinen Ringbuch (ursprünglich ein Jahreskalender von Tchibo) sammele ich Garnproben. Jede Garnqualität bekommt ein farbiges Trennblatt, auf das ich eine Garnbanderole aufklebe, dahinter kommen die in unserem Kreis schon verstrickten Farben mit Farbnummern. Wenn sich das Programm von drops nicht über Nacht grundlegend ändert, haben wir bald ein handliches kleines Nachschlagewerk, wenn es vor dem Garnbestellung mal wieder heißt: "welche Farbe nehm' ich bloß?".
Dienstag, 6. November 2012
Fast eine Trachtenstrickjacke (Drops 123-9)
Ist es das Wetter, die Jahreszeit, sind es die Stricktreffen - ich bin im Strickrausch. Von meinem letzten größeren Strickprojekt vor dem aktuellen Rausch, der Weihnachtsgeschenkstrickjacke, hatte ich noch fast 100g Drops Nepal (Mischung aus Alpaca und Wolle) übrig und suchte mir eine Anleitung für dieses Garn. Fündig wurde ich bei Drops 123-9, einer Strickjacke, bei der die Abnahmen für die Taille in das Zopfmuster integriert sind. Dank Nadelstärke 6 und einem logisch aufgebauten Muster strickte sich das ganz flott.
Die Garnbeschaffung stellte eine größere Hürde dar - noch nie war ich so unfähig, den Wollverbrauch richtig einzuschätzen. Ursprünglich wollte ich die restliche Wolle bei Dolle Wolle in Neukölln kaufen. Der Laden hatte die Zusammenarbeit mit Drops aber schon wieder eingestellt, als ich da endlich hinfuhr. Wie man hört sind die Konditionen ruinös, die Drops den kleinen Händlern bietet. Dolle Wolle hatte noch 300g Nepal in meiner Farbe da, die kaufte ich.
Gleichzeitig ergab sich die Gelegenheit, bei einer Garnbestellung von Wiebke mitzubestellen. Freitag orderte ich weitere 150g Nepal, voll-komm-en davon überzeugt, die Menge werde reichen. Aber dicke! Wahrscheinlich würde sogar noch ein Knäuel übrig bleiben!
Montag, nach Rückenteil, Vorderteil und Ärmel 1 wusste ich: nie und nimmer. Dienstag war die Wolle da, Mittwoch brachte Wiebke sie mir mit, und noch hoffte ich: ich strickte Ärmel 1 noch einmal, mit reduzierter Maschenzahl, da mir Größe M sowieso etwas weit erschien. Auch der beige Saum (Rest Drops Alaska) ging einerseits auf das Konto des Wollesparens, andererseits auf die Schwierigkeit zurück, zu diesem Rot passende Knöpfe zu finden. Mit einem andersfarbigen Akzent erweiterten sich die Möglichkeiten.
Es nützte aber alles nichts, oder fast nichts. Am Ende der Wolle hatte ich, wie schon gezeigt, diesen Stand bei Ärmel 2:
4 cm Armkugel standen der Vollendung entgegen! Glücklicherweise eilte Leserin A. aus Regensburg zur Rettung herbei: sie hatte noch Nepal in der richtigen Farbe, und da ich keine 10 Gramm verbrauchte, kann sie aus dem Rest ihr Projekt sicher immer noch stricken. (Das Internet machts möglich: wir schmälern die Gewinne norwegischer Garnmultis, die kleinen Einzelhändlern das Fell über die Ohren ziehen, indem wir uns Wollknäule teilen. Fehlt nur noch eine Garnknäuel-Teil-Börse, so ähnlich wie die Mitfahrzentrale. Garnsharing statt carsharing.)
Bei den Knöpfen entschied ich mich für Metallknöpfe, die wie antiquierte Münzen aussehen - wobei mir eine andere Idee auch noch im Kopf herumschwirrt: Erinnert ihr euch an die Mode der späten Achtziger, ein Sammelsurium unterschiedlicher Knöpfe an Blusen und Jacken zu nähen? Das gab es dann sogar in der Konfektion. Ich würde mich nicht wundern, wenn Madonna damals irgendwie ihre Hand im Spiel gehabt hätte, wie bei fast jeder Mode der Spätachtziger und Frühneunziger. Kam dieses modische Detail nicht in ihrem großartigen Film "Susan... verzweifelt gesucht" von 1985 vor, über den die Zibebe neulich gebloggt hatte und der auch für mich Stil- und Lebensratgeber war? Weiß jemand Genaueres?
Das Verstricken unterschiedlicher Garnpartien war übrigens kein Problem. Erstmal müssen die Partien bei Drops riesig sein, denn die Wolle aus dem Laden hier in Berlin hatte die gleiche Partienummer wie die mit Wiebke bestellte Wolle. Zweitens kenne ich, Stricktreffen sei Dank, jetzt einen Trick, wie man Farbunterschiede ausgleicht: Man strickt in einem Übergangsbereich abwechselnd zwei Reihen mit dem alten Knäuel, zwei Reihen mit dem neuen.
Jetzt müsste ich nur noch eine Faustformel wissen, wie man den Garnverbrauch abschätzen kann. Wie macht ihr das? Könnt ihr sagen, wieviel ihr insgesamt brauchen werdet, wenn ihr z. B. das Rückenteil gestrickt habt?
Strickmuster: Drops 123-9
Material: Drops Nepal, tiefrot (3608), ca. 600g + Rest Drops Alaska, beige
Nadelstärke 6
Die Garnbeschaffung stellte eine größere Hürde dar - noch nie war ich so unfähig, den Wollverbrauch richtig einzuschätzen. Ursprünglich wollte ich die restliche Wolle bei Dolle Wolle in Neukölln kaufen. Der Laden hatte die Zusammenarbeit mit Drops aber schon wieder eingestellt, als ich da endlich hinfuhr. Wie man hört sind die Konditionen ruinös, die Drops den kleinen Händlern bietet. Dolle Wolle hatte noch 300g Nepal in meiner Farbe da, die kaufte ich.
Gleichzeitig ergab sich die Gelegenheit, bei einer Garnbestellung von Wiebke mitzubestellen. Freitag orderte ich weitere 150g Nepal, voll-komm-en davon überzeugt, die Menge werde reichen. Aber dicke! Wahrscheinlich würde sogar noch ein Knäuel übrig bleiben!
Montag, nach Rückenteil, Vorderteil und Ärmel 1 wusste ich: nie und nimmer. Dienstag war die Wolle da, Mittwoch brachte Wiebke sie mir mit, und noch hoffte ich: ich strickte Ärmel 1 noch einmal, mit reduzierter Maschenzahl, da mir Größe M sowieso etwas weit erschien. Auch der beige Saum (Rest Drops Alaska) ging einerseits auf das Konto des Wollesparens, andererseits auf die Schwierigkeit zurück, zu diesem Rot passende Knöpfe zu finden. Mit einem andersfarbigen Akzent erweiterten sich die Möglichkeiten.
Es nützte aber alles nichts, oder fast nichts. Am Ende der Wolle hatte ich, wie schon gezeigt, diesen Stand bei Ärmel 2:
4 cm Armkugel standen der Vollendung entgegen! Glücklicherweise eilte Leserin A. aus Regensburg zur Rettung herbei: sie hatte noch Nepal in der richtigen Farbe, und da ich keine 10 Gramm verbrauchte, kann sie aus dem Rest ihr Projekt sicher immer noch stricken. (Das Internet machts möglich: wir schmälern die Gewinne norwegischer Garnmultis, die kleinen Einzelhändlern das Fell über die Ohren ziehen, indem wir uns Wollknäule teilen. Fehlt nur noch eine Garnknäuel-Teil-Börse, so ähnlich wie die Mitfahrzentrale. Garnsharing statt carsharing.)
Bei den Knöpfen entschied ich mich für Metallknöpfe, die wie antiquierte Münzen aussehen - wobei mir eine andere Idee auch noch im Kopf herumschwirrt: Erinnert ihr euch an die Mode der späten Achtziger, ein Sammelsurium unterschiedlicher Knöpfe an Blusen und Jacken zu nähen? Das gab es dann sogar in der Konfektion. Ich würde mich nicht wundern, wenn Madonna damals irgendwie ihre Hand im Spiel gehabt hätte, wie bei fast jeder Mode der Spätachtziger und Frühneunziger. Kam dieses modische Detail nicht in ihrem großartigen Film "Susan... verzweifelt gesucht" von 1985 vor, über den die Zibebe neulich gebloggt hatte und der auch für mich Stil- und Lebensratgeber war? Weiß jemand Genaueres?
![]() |
| Eine nicht realisierte Idee: Unterschiedliche Knöpfe. Oder soll ich doch noch? |
Jetzt müsste ich nur noch eine Faustformel wissen, wie man den Garnverbrauch abschätzen kann. Wie macht ihr das? Könnt ihr sagen, wieviel ihr insgesamt brauchen werdet, wenn ihr z. B. das Rückenteil gestrickt habt?
Strickmuster: Drops 123-9
Material: Drops Nepal, tiefrot (3608), ca. 600g + Rest Drops Alaska, beige
Nadelstärke 6
Mittwoch, 25. Januar 2012
Herzenswunsch (Drops 135-21)
Jedes Jahr das gleiche Drama: auch mir fällt es schwer, für den Liebsten ein Weihnachtsgeschenk zu ersinnen. Fotokrams kauft er sich selbst, Elektronikgadgets auch, außerdem hat er ja mich und ist ansonsten wunschlos glücklich. Auf die Frage, was er sich zu Weihnachten wünsche, gab es immer nur eine Antwort: „Nichts.“
Dass doch zumindest ein ganz konkreter Wunsch in dem Mann schlummert, wurde mir klar, als wir im Herbst zufällig am KaDeWe vorbeikamen und da eine Strickjacke irgendeiner bekannten Marke im Fenster hing: sah aus wie handgestrickt, kostete 850 Euro, und der Liebste betrachtete sie mit leuchtenden Augen. Wie gerne hätte er doch wieder so eine kuschelige Strickjacke, wie er sie früher einmal gehabt hätte. Ob ich ihm nicht sowas stricken könnte?
Hilfe! Noch nicht einmal für mich selbst stricke ich derzeit solche langwierigen Projekte. Irgendwie konnte ich auf ein anderes Thema überleiten, aber die übliche was-wünschst-du dir-zu-Weihnachten-Frage hatte fortan eine andere Antwort: „Eine schöne Strickjacke! Sonst nichts.“
Anfang Dezember und mithin für Weihnachten eigentlich viel zu spät, war ich zermürbt. Schließlich kann ich stricken, wie könnte ich meinem Liebsten nur aus Faulheit einen Herzenswunsch versagen? Ich suchte nach Strickjackenanleitungen, fand das meiste blöd oder ungeeignet und verfiel, schon in leichter Panik, auf Drops 135-21, eine Jacke mit Schalkragen und Einstrickmuster. Die bestellte Wolle kam glücklicherweise schon nach wenigen Tagen.
Warum ich nicht daran gedacht hatte, dass mir das Einstrickmuster erstmal nicht so leicht von der Nadel gehen würde, weiß ich nicht mehr. Und dann auch noch eins mit Hin- und Rückreihen, so dass beim zweifarbigen Linksstricken die Fäden vor dem Gestrickten liegen. Couturette hatte Recht: das sollte man vermeiden (und wie sich Musterstrickjacken in der Runde arbeiten lassen erklären die Links in ihrem Beitrag, das merke ich mir für nächstes Mal). Ich entwickelte dann meine eigene krude kontinental-angelsächsische Strickmethode, bei der die Hauptfarbe nach deutscher Art um den Finger gewickelt und die Musterfarbe englisch hineingeworfen wird.
Vorder- und Rückenteile strickte ich mit einer zwischen Größe M und L liegenden Maschenzahl, nach Vorbild einer passenden Kaufstrickjacke. Die Ärmel sind recht seltsam, so, wie sie die Anleitung vorsieht: sehr lang und schmal, genauer gesagt 8 Zentimeter länger als die Ärmel der Vorbildjacke, in Größe M aber so eng, dass sie nicht einmal mir gepasst hätten. Ärmel für Menschen mit der Größe eines Basketballprofis, aber ohne die Muskeln. Nach einem Ärmeldrittel musste ich also noch einmal von vorne anfangen, mit der Maschenzahl von Größe XL und neu berechneten Zunahmen.
Das warf mich arg zurück, so dass ich mit dem Stricken (und dem Vernähen der tausend Fäden erst!) exakt bis Heiligabend beschäftigt war, aber es hat sich gelohnt: ich habe einen glücklichen Menschen zuhause, der quasi mit der Jacke verwachsen ist. Und ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass Männerstrickjacken mit Nadelstärke 5 gar nicht so schlimm sind und denke schon über eine Wiederholung nach. Dann fange ich aber spätestens im Oktober an!
Strickmuster: Drops 135/21
Garn: Drops Alaska olive-meliert und beige und Drops Nepal in rot
Nadeln: Stärke 4,5 für Bündchen und Schalkragen, Stärke 5 für alles andere
Änderungen: Ärmel knapp zwei Nummern breiter und dafür 8cm kürzer gestrickt.
Knopflöcher über drei Maschen statt gehäkelte Schlaufen.
Die Garnmenge ist sehr großzügig berechnet: Von den Musterfarben hätten je 100g dicke gereicht, auch von der Hauptfarbe blieb mehr als ein Knäuel übrig.
Abonnieren
Posts (Atom)


































