
Der Zufall bringt doch die schönsten Geschenke. Nur der Zufall in Gestalt eines kaputten Handrührgeräts war es nämlich, der mich vor knapp zwei Wochen auf die Webseite der Berliner Stadtreinigung und dann weiter auf
die Seiten des BSR Tausch- und Verschenkmarkts führte. Was für den einen völlig wertlos ist, könnte für jemand anderes noch brauchbar sein - und in den Zeiten des Internets
muss man sich von diesem "Müll" nicht mehr finden lassen, sondern kann Dinge und Menschen relativ einfach zusammenbringen.
Ich las ein wenig durch die Anzeigen, wunderte mich über Angebote wie "Tausche Laptop gegen Kratzbaum" und entdeckte ganz zum Schluss eine ältere Anzeige „Tausche altes Handarbeitsgarn, aus DDR-Produktion, Reste, gegen eine Flasche Olivenöl, z.B. von Aldi.“ Und tatsächlich fuhr ich letzte Woche mit einer Flasche Olivenöl gen Tempelhof und kehrte mit einem großen Karton zurück.
Das „Handarbeitsgarn“ entpuppte sich als Garnvorrat einer versierten Häklerin mit einer Vorliebe für Weiß- und Naturtöne und ich fühle mich reich beschenkt. Die Vorbesitzerin, ich nehme an eine ältere Verwandte der Tauschpartnerin, kaufte Material für ihr Hobby immer gleich in größeren Mengen: weißes, cremeweißes und beiges Garn für Filethäkelei und Taschentuchspitzen jeweils zehn Mal, buntes Spitzengarn in türkis, fliederlila, pastellgelb, hellblau und in Mischungen dieser Farben jeweils vier bis sechs Mal. Dazu noch Garn mit Leinenanteil, weißes Klöppelgarn, Viskose-Glanzhäkelgarn und Sticktwist. Zufällig genau die Farben und Garne, die ich mir erhofft, aber in einer Menge, von der ich nicht zu träumen gewagt hatte. Die meisten Knäuel sind noch unversehrt, die Zeit hat ihnen nicht geschadet und hinsichtlich der Qualität kann ich im Moment keinen Unterschied zu „Westware“ erkennen.
Die bunten Garne werden in die Februar-Monatsseite einfließen, ich war nämlich schon drauf und dran, Häkelgarn zu kaufen und wollte mich vorher nur noch über die Stärke der Häkelnadel schlau machen. Die Pastellfarben entsprechen genau meiner Vorstellung von dieser Seite und und ich freue mich besonders, dass ich hier wieder altes Material benutzen kann, das schon einen eigene Geschichte mitbringt.
Was die schönen weißen und cremeweißen Garne in verschiedenen Stärken betrifft, so habe ich noch keine konkreten Pläne. Aber ich habe jetzt Garn genug für alle möglichen Experimente, noch dazu ressourcenschonend erworben, und schon das Vorhandensein des Materials lässt mich Filethäkelgardinen mit anderen Augen betrachten.
Wer auch sein Glück bei der Suche nach solchen alten Handarbeitsschätzen versuchen will: Solche Tauschbörsen gibt es in vielen Städten, auf
dieser Seite findet sich ein Überblick. Der Liebste fühlte sich von meinem Tausch gleich animiert, seinen Computersammlung zu durchforsten, um selbst etwas anbieten zu können.
Auf ein anderes Zufallsgeschenk kürzlich, über das ich mich auch sehr gefreut habe, möchte ich auch noch aufmerksam machen: Im
Blog der neuen Kreativ-Community wanaba
wurden meine Inchies vorgestellt. Inchies sind nämlich, so der Entschluss der Bastelbuchverlage und Agenturen, DER neue Kreativtrend im Jahr 2009, daher gibt es dort im Blog im Februar einen thematischen Schwerpunkt „Inchies“ mit Buchbesprechungen und Vorstellung einiger Inchie-Bastler. Ich werde aufmerksam verfolgen, ob sich dieser Trend im realen Leben tatsächlich zum Trend auswächst – wenn ich zum ersten Mal in freier Wildbahn ein Inchie sehe oder jemand, den ich tatsächlich kenne, mit der Inchie-Bastelei anfängt, gebe ich Bescheid.
Im wanaba-Blog läuft übrigens noch bis zum 15. März eine
Inchie-Mitmachaktion, bei der man etwas gewinnen kann.