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Freitag, 3. Februar 2017

Stoffe, Nähmaschinen und Nähkurse in Berlin-Schöneberg: Smilla Berlin


Der Kiez um die Akazienstraße in Schöneberg, oder, mehr als ein Kiez, die Gegend zwischen Winterfeldtplatz und Kaiser-Wilhelm-Platz, ist eine wunderbare Gegend zum Bummeln, finde ich. Es gibt Schuhgeschäfte, Geschäfte mit skandinavischer Mode, einen sehr guten Laden für Küchenzubehör, mittendrin liegt Bastel-Rüther, man kann ein Vermögen für schöne Postkarten und anderen Schnickeldi ausgeben, und auch wenn meine bervorzugte Espressobar vor etwa zwei Jahren schloss und ich noch keinen guten Ersatz gefunden habe, sind Akazienstraße und Goltzstraße ab und zu das Ziel für einen kleinen Ausflug am Samstag.

Dass es in der Eisenacher Straße mit Smilla Berlin einen Stoffladen gibt, hatte ich lange Zeit nicht auf der inneren Landkarte, bis eine Kollegin aus dem Stoffladen dorthin wechselte. Kurz vor Weihnachten schaffte ich es endlich, sie zu besuchen.


Smilla ist ein Laden, der von der Straße aus kleiner aussieht, als er tatsächlich ist. An den ersten Raum mit bunt bedruckten Baumwollstoffen in Patchworkqualität, den man vom Schaufenster aus sieht, schließt sich nämlich ein zweiter, viel größerer an, in dem es Jeansstoffe, Cord, Jerseys, Sweat, Bänder, Kurzwaren von Prym und nicht zuletzt Nähmaschinen gibt.

Die Nähkurse - die unter anderem meine Ex-Kollegin betreut - finden in einem weiteren, sehr geräumigen Nebenraum statt. Zu den Zeiten außerhalb der Kurse kann man dort im Nähcafé stundenweise an den Nähmaschinen und Overlocks nähen. Eine der Pfaff-Computernähmaschinen kann man sogar tageweise mieten um sie zuhause zu nutzen - eine sehr gute Idee, finde ich. Beim Reisen zu Nähtreffen habe ich mir schon öfter gewünscht, ich müsste meine Maschine nicht durch das halbe Land schleppen, sondern könnte mir am Zielort einfach eine leihen, so wie man sich im Urlaub ein Fahrrad leiht.


Bei den Stoffen versammeln sich einige bekannte Hersteller und Designerinnen: Hamburger Liebe, Gütermann ring a roses, Swafing, Free Spirit, Hilco, Cotton&Steel, Tula Pink, Jolijou, Birch fabrics, Art Gallery. Man findet also vorwiegend festere Baumwollstoffe und Jerseys bei Smilla. Muster und Farben werden nach Erfahrung und Intuition ausgewählt: was könnte den Kundinnen gefallen? Hypes um bestimmte Designs, wie sie ab und zu durch die Blogs schwappen, setzen sich außerhalb des Netzes nur selten fort, so ist die Erfahrung der Smilla-Besatzung. Stoff wird intuitiv gekauft, nach Bauchgefühl, und das schlägt vor einem Stoffregal oftmals anders an, als im Internet.



Dekorative Kurzwaren, Knöpfe und anderes Nähzubehör sind auf die Stoffe - und auf die Themen der Nähkurse - abgestimmt, so dass alles vorhanden ist, um ein Nähprojekt erfolgreich abzuschließen, und wer sich schließlich mit dem Nähen trotz aller Beratung doch nicht anfreunden kann, kann bei Smilla Vorhänge, Kissenbezüge und Kindersachen nähen lassen.
 
smilla
Eisenacher Straße 64
10823 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00 - 19.00, Sa 11.00 - 16.00

http://www.smilla-berlin.de/

Der Laden liegt jeweils einen längeren Spaziergang vom U-Bahnhof Eisenacher Straße (U7) oder S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke (S1) entfernt. Direkt kommt man mit den Bussen 104, 187, M48 und M85 hin (Haltestelle Albertstraße).

Samstag, 23. Juli 2016

Die Nähmaschinen der Zukunft?

Ich bin ja keine große Gadget- und Nähzubehörkäuferin, aber ein bißchen enttäuscht bin ich meistens doch, wenn ich Nähmaschinenprospekte durchblättere. Echte Innovationen gibt es bei den neuen Maschinen nicht, so mein Eindruck, es geht im Wesentlichen darum, das Nähen durch noch mehr Sensoren und noch mehr elektronisch gesteuerte Voreinstellungen komfortabler zu machen und eine noch größere Auswahl von Zierstichen bereitzustellen. Die Maschinen werden tendenziell immer größer und bekommen neuerdings oft einen Touchscreen zur Bedienung, ansonsten hat sich in Sachen Nähmaschinentechnologie in den letzten Jahrzehnten nicht viel verändert.

Nur Spiegel Sewing und Toyota schlagen andere und jeweils ganz unterschiedliche Wege ein, und ich frage mich, ob einer von beiden wohl die Zukunft der Haushaltsnähmaschinen ist.

Screenshot: Spiegel Sewing
Spiegel - von der Marke hatte ich vorher noch nie gehört - ist quasi sowas wie der amerikanische Quelle-Versand. Zum 150jährigen Firmenjubiläum brachte Spiegel eine Nähmaschine heraus, die die Revolution des Nähens einleiten soll, eine Nähmaschine, die sich ins heimische WLAN einklinken kann.

Mit der so genannten "Stitch Cam", einer integrierten, auf den Nähfuß gerichteten Kamera, kann man das Nähen filmen (mit Ton!) und die Videos direkt in sozialen Netzwerken einstellen. Ein Beispiel für so einen Nähfilm einer Nutzerin findet sich hier bei Instagram - wie zu erwarten ist das nicht sonderlich aufregend, aber Spiegel hat auch noch eine App in petto. Mit dieser App lassen sich Videotutorials zu den Funktionen der Maschine oder zu bestimmten Nähtechniken anschauen, im Appstore "Premiumstiche" für die Maschine erwerben (zusätzlich zu den 350 Stichmustern, die sie schon besitzt), und laut Werbefilm auch Schnittmuster, Stoffe und Nähzubehör über die Spiegel-Webseite. Was einen da genau erwartet, bleibt etwas nebulös, weil diese Angebote ohne die App offenbar nicht zugänglich sind, zumindest konnte ich im Spiegel-Shop nichts finden. Das Prinzip ist aber klar: Es wird der Nähmaschinenbesitzerin möglichst einfach gemacht, bei Spiegel auch noch alles andere zu kaufen, das man zum Nähen benötigt. Die Nähmaschine selbst kostet 296 $ und macht auf Bildern einen verhältnismäßig soliden Eindruck, zum Beispiel hier im Auspack-Video einer Nutzerin.

Ich muss ja zugeben, dass ich die Maschine mit diesen goldfarbenen Leisten furchtbar hässlich finde und die App für mich überhaupt kein Grund wäre, eine Nähmaschine zu kaufen - aber ich kann mir vorstellen, dass das Konzept seine Anhängerinnen finden wird. Das Versprechen, dass Schritt für Schritt ganz genau im Film gezeigt wird, wie die Maschine zu bedienen ist, spricht wenig  wagemutige Neu-Näherinnen bestimmt an. Viele sind davon genervt, Schnitte und Stoffe und Kurzwaren selbst zusammenstellen zu müssen und wollen vor allem die Sicherheit, dass alles zueinander passt und sie keine Fehler begehen. Die App vermittelt das Gefühl, dass nichts schiefgehen kann, schätze ich. 

Die zweite Nähmaschine abseits des Üblichen kommt von Toyota, die bei uns bisher ja eher für günstige und in jeder Hinsicht durchschnittliche Nähmaschinen bekannt sind.


Screenshot: Oekaki Renaissance


Die Nähmaschine Oekaki Renaissance fällt zuerst natürlich mit ihrem schnittigen Design aus dem üblichen weißen Nähmaschineneinerlei heraus: Es gibt sie in rot, schwarz oder grün-grau ("Salbei"). Ihre technischen Eigenschaften entsprechen denen der meisten mittelpreisigen Maschinen, das Nähen wird elektronisch gesteuert, es gibt 50 verschiedene Stiche, darunter drei Knopflöcher und ansonsten recht wenig Schnickschnack.

Das Besondere ist die so genannte "Oekaki-Funktion", ein eingebauter Freihand-Stickmodus. Wie man es vom Freihandsticken kennt, wird der Transporteur versenkt und der Stoff frei in alle Richtungen bewegt. Zusätzlich verändert sich in diesem Modus die Stichbreite, je nachdem, wie stark man auf das Fußpedal tritt. Die Maschine wird dann nicht schneller, sondern der Zickzackstich breiter, den sie näht. Hier in diesem kurzen Film lässt sich erahnen, dass es aber einige Übung braucht, ehe man damit schöne, schwungvolle Schriftzüge fabriziert. In der ganz neu eingerichteten Werkgalerie auf der Oekaki-Webseite finden sich schon sehr schöne frei gestickte Beispiele - aber ich habe den Eindruck, dass die Spezialfunktion des Fußpedals dabei gar nicht so offensichtlich eingesetzt wurde, sprich: Mit Geduld und Können und einem Stickfuß könnte man das alles vermutlich auch auf jeder anderen Maschine sticken.

Trotzdem finde ich die Maschine schon aufgrund des Designs sehr reizvoll - ich mag die Form und ich könnte mich kaum für eine Farbe entscheiden, hätte ich die Wahl. Für das, was sie technisch zu bieten hat, erscheint sie mir aber verhältnismäßig teuer (bei uns kostet sie um die 550€). Eine Revolution des Nähens ist die Nähmaschine von Toyota sicherlich nicht, aber ich wundere mich, dass sie die ersten sind, die in Sachen Nähmaschinendesign die ausgetretenen Pfade verlassen haben.

Ist die Zukunft der Nähmaschine bunt und außergewöhnlich? Oder werden wir bald alle irgendwelche Apps nutzen, die uns die Hersteller unserer Nähmaschine zur Verfügung stellen und die uns beim Nähen an die Hand nehmen? Oder noch ganz etwas anderes?

Sonntag, 27. Dezember 2015

Nähnerd-News: Nähnerdwort des Jahres, Nähmaschinenkauf, Textile Redewendungen und Cousu main

Weihnachtsbeleuchtung Leipziger Platz Berlin
Ein Zwischenruf vom Sofa und ein paar Linktipps:

  • Das Nähnerdwort des Jahres 2015 wird hier bei Chrissys Nähkästchen gesucht: Bis zum 30. 12., 12.00 Uhr läuft die Vorschlagsphase, abgestimmt wird dann bis zum Abend des 1. 1. 2016.
  • Entscheidungshilfe beim Nähmaschinenkauf: Marja Katz sammelt Erfahrungsberichte zu Nähmaschinenmodellen, sehr hilfreich für alle, die über eine neue Maschine nachdenken. Je mehr Maschinentypen beschrieben werden, desto besser und informativer, deshalb: Kopiert euch den Fragenkatalog, beschreibt eure eigene Maschine (die kein neues Modell sein muss) und verlinkt euch bei Marja Katz! 
  • Susannes Buch - Verflixt und Zugenäht - Textile Redewendungen gesammelt und erklärt ist so gut wie ausverkauft. Ich bin ganz geplättet (!) von dieser Resonanz und habe noch nicht ganz realisiert, was in den vergangenen gut 8 Wochen passiert ist. Damit hatte ich so nicht gerechnet, und Susanne, glaube ich, auch nicht. Vielen Dank vor allem für die vielen begeisterten, netten Mails, die ich im Zusammenhang mit den Bestellungen bekommen habe und das Lob und die ermutigenden Gespräche, beim Bloggerinnentreffen in Köln und bei anderen Gelegenheiten! Susanne und ich denken über neue Projekte nach, und eine zweite Auflage des Buchs wird es im Frühjahr möglicherweise auch geben.       
  • Kostproben aus Verflixt und Zugenäht gab es in den letzten Wochen im Adventskaleder in Susannes Blog, Textile Geschichten: Woche 1, Woche 2, Woche 3, 24. Dezember, und wie gesagt, ein par Exemplare sind noch zu haben.  
  • Die deutsche Nähsendung im TV war ja letztlich nur mittelprächtig (eventuell raffe ich mich hier doch noch zu einem kurzen Fazit auf), der französische Sender M6 beginnt nun das neue Jahr mit der zweiten Staffel seiner Adaption des Great British Sewing Bee: Cousu main läuft ab dem 2. Januar um 18.00 Uhr. Ich nehme an, dass man die Sendung auf der Webseite dann zeitversetzt anschauen kann, das versuche ich noch genauer herauszufinden! 
Weihnachtsbeleuchtung Potsdamer Platz

Sonntag, 13. Dezember 2015

Meine Nähmaschine: Bernina 350 PE - der Nähmaschinenfragebogen von Marja Katz

Bei twitter kamen wir neulich auf Nähmaschinen zu sprechen, und Marja Katz, die über eine Neuanschaffung nachdenkt, setzte nun kurzerhand einen Fragebogen auf, der die technische Ausstattung der Maschinen aus Nähnerd-Sicht erfasst, als Entscheidungshilfe für alle, die sich eine neue Maschine zulegen möchten. Das trifft sich gut, denn mit meiner Neuen nähe ich nun seit fast einem Jahr und plante sowieso einen Blogartikel über sie. Die Sammlung aller Erfahrungsberichte zu Nähmaschinen findet sich hier bei Marja Katz. Tily - Frl. Ideal erstellte außerdem Anfang des Monats eine nützliche Checkliste für den Nähmaschinenkauf zum Herunterladen.

Hier der Erfahrungsbericht zu meiner Maschine, der Bernina 350 PE ("PE" steht anscheinend für "Patchwork Edition").


 

Anschaffung und Folgekosten


Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?

Die Bernina 350 PE  wird derzeit, was ich so sehe, derzeit überall zum Preis von 1259,- € verkauft, sie war ein (unfassbar großzügiges) Geschenk zu meinem Geburtstag letztes Jahr, d.h. ich benutze sie seit Ende Dezember 2014.

Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?

Ich hätte selber niemals so viel Geld für eine Nähmaschine ausgegeben (meine Schmerzgrenze liegt so bei 700, 800 €) und das etwas großsprecherische Image der Marke Bernina (die besten und die teuersten) hätte mich bei einer Kaufentscheidung auch eher abgestoßen. Ich hätte sicher eine Marke mit mehr Understatement gewählt und z. B. eine  Juki gekauft, aber ich muss zugeben: Die Bernina näht wirklich wunderbar und präzise, ist sehr leise und macht einen technisch sehr soliden Eindruck. Das Nähgefühl ist butterweich, sie schnurrt leise, nichts klappert, und die automatischen Knopflöcher sind zum Niederknien. Sie näht definitiv besser als jede andere Maschine, die ich bisher ausprobiert habe.
Wenn sie jetzt auch noch die nächsten 10 Jahre hält, ist der Preis angemessen.  

 Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?

Auch wenn es nicht meine Kaufentscheidung war, sie erfüllt die Kriterien, die für mich beim Aussuchen einer neuen Maschine wichtig gewesen wären, voll und ganz: Sie näht einen sehr guten Geradstich in allen Materialien und sehr gute Knopflöcher. Sie ist dabei klein und daher leicht verstaubar (ich habe kein Nähzimmer) und gut transportierbar. Wichtig war mir auch der Kniehebel, mit dem man den Nähfuß anheben kann, und die Möglichkeit einzustellen, ob die Nadel beim Anhalten oben oder unten im Stoff stehen bleiben soll, beides hat sich beim Nähen fitzeliger Kleinteile schon sehr bewährt.

Der Nähfußdruck der Maschine lässt sich nicht verstellen, damit habe ich eine Weile gehadert - und deshalb hätte ich die Maschine selbst nicht gekauft -, nach einem Jahr Näherfahrung kann ich aber feststellen, dass sich auch dehnbare, schwierige Materialien ohne Verziehen mit der Maschine gut nähen lassen, die zusätzliche Justierungsmöglichkeit über den Nähfußdruck braucht es aus meiner Sicht nicht.  

Ein paar Eigenschaften, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte, habe ich inzwischen sehr schätzen gelernt: Auf die Unterfadenspulen passt unfassbar viel Garn, das Aufspulen wird von einem separaten Motor besorgt, der nichts mit dem Antriebsmotor zu tun hat, d. h. man muss nicht den Nähmotor von der Näheinheit abkoppeln und an die Spuleinheit ankoppeln. Ich habe den Eindruck, dass die Spuleinheit daher viel effizienter und weniger fehleranfällig ist, als bei den Maschinen, wo das der Nähmaschinenmotor macht. Die Unterfadenspulen werden, wie man das von CB-Greifern kennt, von vorne eingelegt, der Unterfaden muss aber nicht heraufgeholt werden - man zieht ihn über den Fadenabschneider, macht die Klappe zu und näht los.


Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüßchen?

Neben dem Standardnähfuß gehörte der Fuß für automatische Knopflöcher, ein schmaler Fuß zum Einnähen normaler Reißverschlüsse, ein Fuß für den Blindstichsaum (noch nicht benutzt), der offene Stickfuß (besonders breit, nimmt man für Zierstiche, brauche ich eher nicht) und ein Patchworkfuß (Nähen mit exakt 6mm oder 3mm Nahtzugabe) zu der Maschine. Außerdem ein Obertransportfuß, bei dem ich mich zuerst gefragt habe, wozu ich sowas brauche, der mich mit seiner Performance bei Kunstleder aber vollkommen überzeugt hat.

Dann gabs noch den üblichen Kleinkram, also Unterfadenspulen, kleiner Schraubenzieher, bißchen Öl, ein Kantenlineal, Nahttrenner, Pinsel, und, sehr nützlich, auch wenn ich in der Handhabung noch nicht geübt bin: Ein Set Ausgleichsplättchen zum Nähen an sehr unebenen Stellen, z. B. am Rand von Taillenbändern, wenn der Nähfuß ohne Ausgleich halb in der Luft hängen würde.

Was mich nervt:

An der Maschine gibt es keine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Zubehörteile. Mitgeliefert wurde ein billig wirkendes Reißverschlusstäschchen, in dem die Teile locker herumfliegen, ich habe inzwischen eine Bentobox dafür umfunktioniert.

Die Zierstichauswahl ist auf eine lose Plastikkarte in Postkartengröße aufgedruckt, die man zwar in eine Rille an der Maschinenoberseite stecken kann, die aber ansonsten keinen Platz hat und dazu prädestiniert ist, verloren zu gehen. Da ich die Zierstiche nicht nutze, nervt diese Karte nur ein bißchen, ich finde die Lösung aber auch aus Designgesichtspunkten hilflos: Wir reden hier vom so genannten "Mercedes unter den Nähmaschinen", und den Bernina-Designern fällt nichts Besseres ein als eine lumpige Plastikkarte? 

Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?

Für die Maschine gibt es - wie bei Bernina üblich - einen ganzen Katalog von Zubehör zu recht happigen Preisen, Nähfüße kosten etwa 20 bis 50 €, dafür gibt es auch für jeden Spezialanwendungsfall einen passenden Fuß. Bernina ähnelt auch in der Hinsicht Mercedes (oder Apple, wo wir gerade dabei sind), dass es sich im Prinzip um ein proprietäres System handelt: Günstige Zubehör-Nachbauten, die auch funktionieren, gibt es nicht. Ich habe daher noch kein Zubehör gekauft, werde mir aber auf jeden Fall den Fuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse gönnen - der universelle Plastikfuß von Prym passt nämlich auch nicht. 

War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?

Zu dem Punkt kann ich noch nichts beitragen (und ich hoffe, das bliebt ganz lange so).

Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)

In meiner Welt ist die Maschine ganz klar ein Luxusgerät, da man aber sachlich betrachtet auch locker das drei- bis vierfache ausgeben könnte, könnte man sie auch als "Mittelklasse" einordnen. Ich finde sie im Prinzip leicht bedienbar und daher auch für Anfänger geeignet, wobei die Anleitung besser sein könnte (siehe unten). Für Fortgeschrittene gibt es aus meiner Sicht wenig, was man sich noch zusätzlich wünschen könnte.

Praktikabilität


Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?

Die Maschine ist klein (ca. 35x30x17 cm) und wiegt laut Datenblatt 8,5 kg - ziemlich viel für die Größe, es ist eben ziemlich viel Metall drin.
 
Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?
Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?

Das Gewicht ist bestimmt nichts, was man lange herumschleppen möchte, die Maschine passt aber gut in einen mittelgroßen Rollkoffer, damit ist der Transport auch ohne Auto unproblematisch. Nur mit der mitgelieferten Abdeckhülle würde ich die Maschine auf keinen Fall transportieren - die ist nur gegen das Einstauben nützlich, wenn die Maschine irgendwo längere Zeit steht. Zuhause lässt sie sich leicht und schnell beiseiteräumen und braucht nicht viel Platz.  

Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?

Es soll lediglich der Greifer (den kann man wie alle CB-Greifer auseinanderbauen) gereinigt und geölt werden, alles andere erreicht man nicht. Da ich aus alter Gewohnheit mit den vollmechanischen Maschinen das Aufschrauben und Reinigen gewöhnt bin, macht mich das etwas irre, aber ich beherrsche mich. Das Gehäuse und die Greiferumgebung wirken aber auch so dicht, dass da vermutlich wirklich kein Staub reinkommen kann.  

Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?

Sehr hell, ohne Schatten, mit mehreren LED-Leuchten.

Wie laut ist die Maschine?

Sie schnurrt sehr schön, leise und gleichmäßig, auch bei hoher Geschwindigkeit. 

Ist die Maschine intuitiv bedienbar?

Ja, die Stiche haben Nummern, die durch Zahlentasten angewählt werden, die zweite Ebene der Stiche (ab Nr. 10) erreicht man durch Drücken der Rautetaste, mehr muss man sich nicht merken. Das Verstellen der Nadelposition (oben/unten bzw. 9 Positionen von rechts nach links), der Stichlänge und der Stichbreite macht man mit Pfeiltasten an einer LCD-Anzeige, ganz anschaulich, allerdings sind die Skalen auf der Anzeige bei Kunstlicht nicht so gut zu erkennen. Fürs Rückwärtsnähen, Vernähen und Start/Stopp gibt es einzelne Tasten. Mit der Speichermöglichkeit für Stichkombinationen habe ich mich noch nicht beschäftigt.


Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?

Im Prinzip ja, man bekommt ein 50-seitiges, spiralgebundenes Heft mit vielen Grafiken und einigen Schwarz-weiß-Fotos. Im Detail merkt man, dass bei Bild und Text Nähmaschineningenieure am Werk waren, die einen gewissen Fachidioten-Blick auf die Maschine haben und sich in den Wissensstand von Nähmaschinen-Anfängern nicht hineinversetzen können.

So wird zum Beispiel nicht erwähnt, dass man beim Nähen mit dem Reißverschlussfuß die Nadelposition ganz nach rechts oder ganz nach links verstellen muss, sonst knallt die Nadel auf das Füßchen. Die Bedienung des Nadeleinfädlers habe ich erst nach einem youtube-Video verstanden - auf den Zeichnungen in der Anleitung konnte ich nicht erkennen, wo der Faden entlanggeführt werden muss. Nähmaschinen-Anfängern würde ich daher empfehlen, sich die Bedienung der Maschine im Geschäft zeigen zu lassen. 

Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?

Ja, per Start-Stopp-Knopf auf der Vorderseite der Maschine. 


Näheigenschaften


Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?

Vorher hatte ich eine rein mechanische Möhre der Holzklasse aus den frühen 90ern, die zuverlässig nähte, aber ohne jeglichen Komfort. Mit Brother-Maschinen verschiedener Preisklassen (mit Horizontalgreifer) und einer mechanischen Veritas habe ich zwischendurch auch ab und zu genäht. Mit diesen Maschinen lässt sich die Bernina nicht vergleichen - da liegen Welten dazwischen.   

Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?

Ich nähe mindestens einmal in der Woche, mit der Bernina habe ich wegen Abgabeterminen aber auch schon 3 Wochen mehr oder weniger am Stück durchgenäht. Ich nähe hauptsächlich Kleidung, selten mal ein bißchen Patchwork oder Deko-Kleinkram. Dafür ist die Maschine perfekt ausgestattet. 

Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?

Mir ist bisher noch kein fehlendes Feature aufgefallen. Für größere Quiltarbeiten kann ich eine große, mechanische Maschine nutzen, denn dafür finde ich den Raum rechts von der Nadel bei der Bernina zu klein, aber es ist ja logisch, dass eine kleine Maschine keinen großen Durchgangsraum haben kann.

Auf die automatischen Knopflöcher - immer perfekt, immer gleich lang - würde ich nicht mehr verzichten wollen, und der Fadenabschneider links neben der Nadel ist extrem praktisch.
 
Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?

Der Geschwindigkeitsregler - ich konnte bisher keinen Unterschied im Nähverhalten feststellen, wenn ich die Nähgeschwindigkeit auf "langsam" stelle. Das bedeutet vermutlich, dass ich generell immer eher langsam nähe.

Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?

Sie näht Wäscheknopflöcher mit geraden Riegeln am Abschluss - auch mit Garneinlage - und Augenkopflöcher, sowohl vollautomatisch gesteuert, als auch manuell. Wenn man die Tipps in der Anleitung beherzigt und z. B. den Unterfaden etwas anders einfädelt, werden die Knopflöcher sehr gut. Bei kniffeligen Stellen, wie am Bundende, sollte man Ausgleichplättchen unterlegen. Die Zeit- und Nervenersparnis durch die Automatikfunktion kann ich gar nicht beziffern: In der Zeit, die ich früher allein zum Anzeichnen brauchte, sind die Knopflöcher jetzt schon genäht, und alle perfekt gleich lang...

Potentielle Problemzonen


Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?

Ich finde sie wendig, hatte beim Kurvennähen aber auch mit meinen früheren Maschinen keine Probleme. Der Kniehebel und die Nadel-unten-Einstellung ist außerdem praktisch, wenn man bei sehr engen Rundungen öfter anhalten und den Stoff drehen muss. 
 
Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?

Die Maschine näht einen sehr guten Geradstich, geht auch durch dicke Jeanssäume durch wie Butter, und ich hatte den Eindruck, dass ich die Höchstgeschwindigkeit bisher noch gar nicht ausgereizt habe. Empfindlich reagiert sie auf sehr billiges Garn, das macht sich sofort auf der Nahtunterseite bemerkbar: Der Geradstich bildet kleine Schlaufen, beim Zickzack werden Stiche ausgelassen, die Maschine klackert vernehmlich. Das ist dann aber wirklich altes Zeug aus verwerflichen Quellen, das man besser eh nicht vernähen sollte - mit dem billigen Garn von Stoff&Stil näht sie z. B. sehr gut. 

Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?
Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)

Ja und ja. Manchmal wird der Fadenanfang zu einem Knödel auf der Unterseite zusammengezogen, was ich verhindern könnte, wenn ich immer daran dächte, den Faden ordentlich nach hinten zu legen.

Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?

Obwohl der Nähfußdruck nicht angepasst werden kann, bin ich mit dem Nähen elastischer Stoffe zufrieden. Vielleicht wäre die Verarbeitung mit regulierbarem Nähfußdruck noch einen Tick besser möglich - aber sie ist jetzt schon besser, als ich sie bei meiner früheren Maschine mit viel Einstellerei erreichen konnte.

Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?

Man kann die Maschine über das Fußpedal ganz einfach auch Stich für Stich nähen lassen - das ist überhaupt das Beste im Vergleich zu meiner alten Maschine, die nur die Geschwindigkeiten "schnell" und "sehr schnell" kannte, langsam Losnähen war nicht möglich. Laut Datenblatt schafft die Bernina 900 Stiche in der Minute, ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt schon so schnell genäht habe.




Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?

Elastisches Kunstleder war bisher die größte Herausforderung für die Maschine, es wurde schlecht transportiert und wellte sich extrem, und ich packte als letzte Maßnahme den Obertransportfuß aus. Der Effekt war unglaublich: So eine exakte Naht ohne Versatz habe ich noch nie gesehen. Der Stoff wurde absolut präzise geführt, daher denke ich, dass es im Grunde kaum eine technische Grenze für die Stoffverarbeitung gibt. 

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?

Ich würde der Maschine 4 von 5 Sternen geben, sie ist in meinen Augen sehr, sehr gut, aber nicht perfekt. Gemessen am Anspruch Berninas, die besten Haushaltsnähmaschinen der Welt zu bauen, gäbe es in manchen Details noch Verbesserungsmöglichkeiten. 

Montag, 17. August 2015

Nähzubehöraufbewahrung mit Messer und Gabel



Die Überschrift ist natürlich ein großer Blödsinn, ich bin aber gerade ganz glücklich über meine Idee zur Nähmaschinenzubehöraufbewahrung (uff!), dass ich die Idee mit euch teilen möchte.

Meine neue Maschine brachte für das Zubehör nur ein weder besonders schönes, noch besonders praktisches Reißverschlusstäschchen mit, in das man alle Teile ungeordnet hineinwerfen konnte. Weil mich das nervte, benutzte ich stattdessen eine Pappschachtel, aber die erstens schwer aufging, und zweitens etwa 2 mm zu flach für den Knopflochfuß war und mich deshalb genauso nervte. Dann fiel mir heute in meinem eigenen Bücherregal eine Bento-Box in die Hände, und es machte Klick.

Die Box ist vom Tiger-Shop, einem dänischen 1-Euro-Laden in schick, und war vor ein paar Monaten ein dämlicher Spontankauf, weil ich mir zwar manchmal Essen mit zur Arbeit nehme, aber nie Dinge, die in so eine japanische Mini-Essensschachtel reinpassen würden. Außerdem schließt die Bentobox viel schlechter, als alle Plastik-Frischhaltedosen von Ikea bis Tupper, die wir im Regal haben. Was die Tiger-Shop Bentobox aber kann und was die anderen Plastikdosen nicht können: Gut aussehen.

Die zwei Etagen haben jede für sich einen eigenen Innendeckel, in die obere, höhere, passt der Knopflochfuß hinein. Dass man die Dosen geschlossen aufeinander stapeln kann, finde ich sehr praktisch. Unter dem Abschlussdeckel ist Platz für ein Picknickbesteck, da passt also z. B. eine kleine Schere hinein. Ich bin sehr zufrieden und habe schon ein viel weniger schlechtes Gewissen, dass ich unnötigerweise so ein Plastiktrumm gekauft habe, das ich gar nicht brauche.

(Hier gibt's auch bald wieder etwas Substanzielleres - in den letzten Wochen habe ich mein zweites Nähbuch fertiggeschrieben, mir dann die Rippen geprellt und die heißen Abende damit verbracht, mich nach einem Tag in der Wohnung im Freien auszulüften - wegen der Rippen mehr oder weniger bewegungslos. Nähen war nicht, und das Schmerzmittel machte mich so schläfrig, dass Bloggen auch nicht drin war. Aber jetzt geht es langsam wieder aufwärts.)

Sonntag, 28. September 2014

Stoffspielerei im September: Zeigt her eure Nähfüße - der Säumerfuß

Was mich betrifft könnte das Motto der Stoffspielerei im September auch lauten: Der Nähfuß - das unbekannte Wesen, denn ich habe bei allen meinen Nähmaschinen bisher immer nur drei Nähfüße genutzt: den Standardnähfuß, den Reißverschlussfuß und den Knopflochfuß. Aber in den mitgelieferten Zubehörkästchen liegen ja noch andere Füße mit mir unbekanntem Zweck. Griseldas Aufgabenstellung - unbekannte Nähfüße benutzen und herausfinden, was man damit machen kann oder Lieblingsnähfüße vorstellen - zwingt mich daher mit sanftem Druck, mich überhaupt mal diesen Maschinenteilen zu beschäftigen.

Ich muss aber gleich beichten, dass ich den interessantesten Nähfuß noch nicht ausprobieren konnte, da die Kabel der Gritzner von 1957 derartig mürbe sind, dass ich sie erst austauschen muss, was ich wusste, aber verdrängt hatte. Sobald die Maschine gefahrlos benutzt werden kann, werde ich mich mit dem Applikationsfuß und dem Lochstickereiapparat beschäftigen.

Aber an Nähmaschinen ist hier ja kein Mangel. Deshalb wandte ich mich meiner Hauptnähmaschine zu, einem mechanischen No-Name-Modell ("Royal 2116") von 1990, dessen Bauweise den Singer-Maschinen aus der gleichen Zeit ähnelt. Die Maschine war damals nicht teuer, was bedeutet, dass nicht viel Zubehör dabei ist: Neben Standard-, Knopfloch- und Reißverschlussfuß gibt es nur einen Säumerfuß (auch Rollsaumfuß genannt) und einen Blindsaumfuß. Mit dem Blindsaumfuß (rechts) beschäftigte ich mich nicht, denn unsichtbare Säume habe ich wahrscheinlch schneller und besser mit der Hand genäht, als dieser Fuß auch nur richtig eingestellt ist.


Der Fuß für schmale Säume könnte eine große Arbeitserleichterung sein, wenn's denn funktioniert. Normalerweise nähe ich schmale Säume in zwei Touren: Saum einmal umbügeln, knapp am Bruch entlangsteppen, Stoff entlang der Steppnaht knapp abschneiden, die Kante noch einmal einschlagen, bügeln und noch einmal durchsteppen.


Mit dem Säumerfuß soll das mit einer einzigen Naht gehen - die Stoffkante läuft in eine kleine Schnecke hinein, wird dadurch zweifach umgeschlagen und anschließend festgesteppt. Am Nahtanfang schlägt man am besten den Saum zweifach ein, näht den Anfang fest und benutzt diesen Anfangsfaden, um die eingefaltete Stoffkante in die Schnecke einzuziehen.

Bei den ersten Versuchen mit dünnem Baumwollstoff sah das regelmäßig so aus:


Nach einem guten Anfang hatte der Stoff eine Tendenz, beim Nähen nach links abzuhauen, dann stimmte der Abstand nicht mehr und die Kante wurde nur noch einfach eingeschlagen. Ich las dann bei The sewing loft nach - die Seite hatte Griselda vor zwei Wochen verlinkt, und da stand: erst bügeln.  


Ich bügelte also den Saum erst zweifach schmal um, sicherte den Anfang, fädelte ihn in den Fuß ein und siehe da: der schmale Saum näht sich so völlig problemlos in Nullkommanix, nicht nur erheblich schneller als mit der Zwei-Naht-Methode, sondern auch viel schöner.

Fazit: Fuß bezwungen, viel gelernt, Näherin überzeugt - ich könnte jetzt kilometerweise Dinge schmal säumen. Prima.

Griselda hat sich auch den Rollsaumfuß vorgenommen, schreibt noch eine Menge erhellende Dinge mehr (z. B. wie man Ecken verarbeitet) und sammelt außerdem die anderen Beiträge zur Stoffspielerei. Vor allem vielen Dank für die Idee - ohne diesen Anstoß hätte ich die Füße nie zur Hand genommen.

Montag, 4. November 2013

Neu im Maschinenraum: Die Gritzner VZ-Automatic


"Nähmaschinen-Porn!" kommentierte Alex vorhin, als ich bei twitter ein erstes Foto der neuen alten Maschine im Fuhrpark zeigte. Ja, ich bin auch so eine, die gerne alte Maschinen aufschraubt, säubert und ölt, die an einer Nähmaschine lieber chromglänzende Knöpfe bedient als Touchscreens. Meine Schwiegeroma hatte mir ihre alte Maschine schon lange angeboten, und nun ergab sich kurzfristig eine Transportmöglichkeit nach Berlin.


Es handelt sich um eine Gritzner VZ-Automatic von 1957, eine schwergewichtige Maschine mit Metallgehäuse. "Zwei Monatslöhne vom Opa!" habe die Maschine damals gekostet, erzählt die Oma sehr gerne bei jedem Besuch. Sehr viel Geld, aber einen guten Teil des Anschaffungspreises spielte die Maschine bald wieder ein, denn die Oma half ihrer Nachbarin und Freundin Frau G, Schneidermeisterin, beim Nähen von Aufträgen. Frau G. wohnt immer noch in der Nachbarschaft - vielleicht erinnern sich einige, im März 2009 porträtierte mein Liebster die Werkstatt von Frau G. hier im Blog.


Die Gritzner ist, wie man sieht, in einem zierlichen 50er-Jahre-Schränkchen installiert. Die Deckplatte kann man aufklappen, sie ruht auf der filzgepolsterten Kante der Tür und bildet so eine große Arbeitsfläche. Meinen nächsten Wintermantel werde ich an dieser Maschine nähen. Wahrscheinlich ist sie auch prima fürs Quilten geeignet.


Die Nähmaschinenfirma Gritzner wurde 1872 in Karlsruhe-Durlach gegründet und vergrößerte sich schnell: 1905 wurden schon 120 000 Nähmaschinen produziert. 1931 fusionierte Gritzner mit dem Nähmaschinenhersteller Kayser aus Kaiserslautern zur Gritzner-Kayser AG, 1957 übernahm Pfaff die Aktienmehrheit an dieser Firma. Die grüne Hammerschlaglackierung scheint ganz typisch für die Gritzner-Maschinen zu sein, zeitgleich gab es auch ein etwas einfacheres Modell, bei dem Deckel und Handrad aus cremeweißem Kunststoff sind.


Bei diesem Modell sind nur die Füllungen der Verstellknöpfe aus Plastik, außerdem der Knopf am Hebel zur Stichlängenregulierung (im Bild oben auf der linken Seite) und zwei kleine Rädchen, mit denen die Zickzackbreitenbegrenzung bzw. die Zierstiche eingestellt werden. Die Spulvorrichtung liegt vorne am Handrad. Das ist verchromt, aus Metall, und genauso schwer und solide, wie es aussieht.


Die Schaltzentrale der Maschine. Linker Knopf: Verstellen der Nadelposition links-mitte-rechts. Rechter Knopf: Einstellen der Zickzackbreite - Position "0" ist Geradstich. Hebel unten rechts: Stichlänge. Die eingebauten Grundstiche der Maschine sind Geradstich, Zickzackstich und eine genähte Bogennaht, ähnlich wie ein genähter Zickzackstich. Und unter der Chromplakette mit dem stilisierten Greif ist eine Klappe verborgen, dort befindet sich...


... die Zierstichautomatik. Auf einem Metallstift sitzen auswechselbare Kunststoffscheiben, die über eine Art Abtaster auf rein mechanische Weise die Stichbreite beim Nähen verändern. Fünf Zierstichkurven gehören zur Maschine, damit können 10 verschiedene Zierstiche genäht werden.


Ein Blick ins Innere: Oben in der Mitte das Kunstoffrad, mit dem man in den Zierstichmodus schaltet. Die Maschine war gut in Schuss, als sie hier ankam, sie stand bis zuletzt in einem gut geheizten, trockenen Wohnzimmer. Ich fand so gut wie keinen Staub, ölte sie nur ein bißchen nach. Der Motor und das mechanische Nähgeräusch ergeben einen ganz besonderen, tiefen Sound, sie hört sich vollkommen anders an als meine anderen Maschinen.

Nach meinem Eindruck näht sie sehr präzise - bei meiner Hauptnähmaschine von 1990 habe ich immer den Eindruck, dass die einzelnen Stiche beim Geradstich ein ganz kleines bißchen schräg stehen, bei dieser Maschine nicht. Ich werde das demnächst vergleichen, aber zuerst muss ich mich um etwas anderes kümmern. Beim Ausprobieren wunderte ich mich schon, dass das Gehäuse leicht unter Spannung stand, und dann entdeckte ich gerade noch rechtzeitig das:


Puh. Also erst Kabel auswechseln, dann weiterprobieren.

Montag, 15. Juli 2013

Alle Räder stehen still...


... wenn dein starker Arm es, äh nein, wenn der Schmierstoff fehlt. Gestern Nachmittag war ich gerade dabei, eine Kreuzung aus dem Vichy-Kleid von Schnittquelle und einem Brigitte-Schnitt von 1970 zusammenzuschweißen, als ich fand, dass sich die Overlock neuerdings ja wirklich laut anhöre. Ich konnte kaum noch "sollte ich vielleicht doch mal ölen" denken, als sie schon stillstand. Der Motor brummte noch etwas verzweifelt, das Handrad ließ sich noch ein bißchen drehen - bis zu einem deutlichen, mechanischen Widerstand. Das wars. Sollte sie etwa kaputt sein, einfach so? Da es zuvor kein dramatisches Ereignis gegeben hatte, keinen Knall, kein häßliches Geräusch, wenn Metall auf Metall schlägt, fädelte ich sie erstmal aus, entstaubte sie und holte die Ölflasche.


Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Geschichte (gebloggt hier und hier) - meine Kettelmaschine ist fast dreißig Jahre alt, ich bekam sie von der Büronachbarin geschenkt, nachdem sie (die Maschine natürlich) gut zehn Jahre in einem Abstellraum verbracht hatte. Und ich hatte sie, nach einem Blick in die Gebrauchsanleitung völlig sicher, dass ich das Richtige tue, nie geölt. In bester, holprig übersetzter Gebrauchsanleitungsprosa heißt es dort nämlich

"Weil die wichtige Teile aus speziellem ölhaltigen Material hergestellt sind, ist eine zusätzliche Schmierung kaum erforderlich. Jedoch wird regelmäßige Schmierung (ein- oder zweimal pro Monat) von ein oder zwei Tropfen die Lebensdauer der Maschine verlängert."

Ich hatte mich vollkommen auf den ersten Satz verlassen, und die Einschränkung im zweiten Satz überlesen. Gestern folgte ich also den bebilderten Anweisungen, in denen ja auf einmal von viel mehr Öl als nur "ein oder zwei Tropfen" die Rede war, träufelte oben 10 Tropfen Öl hinein, an alle anderen Stellen einen Tropfen und wartete ab.


Gestern Abend tat sich noch gar nichts, aber heute Morgen ließ sich das Handrad wieder bewegen! Drückt mir mal die Daumen, dass es nur der Ölmangel war und ich sie nicht zum Schrauber bringen muss. Und gebt euren Maschinen heute von mir mal einen Schluck Öl aus!

Freitag, 18. Mai 2012

Neue Zeiten brechen an



"Möchtest du die vielleicht haben? Sonst werfe ich sie weg", fragte die Büronachbarin, Modedesignerin, nachdem sie einen zehn Jahre im Abstellraum dämmernden Karton geöffnet und ihre erste Overlock, Baujahr 1984 wiedergefunden hatte.

Das war vor einigen Wochen, heute hatte ich endlich Zeit, mich mit der Anleitung auseinanderzusetzen. Nachdem ich im Nähmaschinenladen von Yves Meckelburg, der praktischerweise schräg gegenüber liegt, 10,95€ für spezielle Rundkolbennadeln ausgegeben hatte, näht sie im Prinzip prima. Jedenfalls festen Baumwollstoff. Manchmal bleiben am Rand ein paar Fitzel stehen - aber die Büronachbarin hat irgendwo noch ein Ersatzmesser. Damit probiere ich es am Montag aus, und mit Jersey natürlich. Huijuijui, spannend wird das! Ich freue mich wirklich außerordentlich. Neue Zeiten.

(Btw. die Maschine wiegt laut Gebrauchsanleitung 8 Kilo und besteht, so weit ich sehen kann, komplett aus Metall. Bis auf die Gummifüße und die Drehknöpfe an der Spannungsregelung. Sowas Solides habe ich lange nicht gesehen.) 

Montag, 30. Mai 2011

Nähen mit alten Schätzchen: Veritas 8014/41


Seit einigen Wochen steht eine neue alte Nähmaschine in meinem Fuhrpark: Eine Veritas 1814/41, Baujahr 1978, wenn ich die Gußmarken an den Plastikteilen richtig deute. Aus dem VEB Nähmaschinenkombinat Wittenberge, einst als Singer-Werk eine der größten Nähmaschinenfabriken der Welt, mit eigenem Hafen, Bahnanschluss, Werkssiedlung und in der Inflationszeit sogar mit einer eigenen Währung. Ich bin ganz begeistert von der klar aufgebauten Maschine, besonders von dem Aufbewahrungskoffer, in dem sogar noch eine Box für Spulen, Füße und Zubehör integriert ist.


Und wie näht sie nun? Hierzu muss ich vorübergehend in den Autotester-Jargon verfallen:

Der knurrige Motor der Veritas 1814/41 reagiert sofort auf die Ansprache des Gaspedals, zieht gut durch und offenbart seine relativ geringe Leistung (60 Watt) erst bei höheren Nähgeschwindigkeiten. Das bewährte Umlaufgreifersystem läuft ruhig und weitgehend erschütterungsfrei und steht einer modernen Maschine in nichts nach. Die Oldtimerqualitäten der Veritas 1814/41 zeigen sich vor allem in der ruppigen Steuerung der Stichauswahl (ein Gradstich, drei Zickzackstiche mit fester Breite, sechs Zierstiche), die mit einem Umschalthebel auf der Oberseite des Gehäuses angewählt werden können. Der Fadenspannungsregler reagiert zum Teil überempfindlich – aber das zeichnet eben sportliches Nähen ohne elektronischen Fadenwächter und automatischem Nähfußdruck aus. Mit dem mitgelieferten Gradstichfuß bewältigt die Veritas 1814/41 aber auch dünne Materialien problemlos. Sehr spartanisch ist die Abdeckung des Unterfadenzugangs vor dem Transporteur geraten: sie besteht nur aus einer lose aufliegenden Metallplatte, die im Gelände, etwa beim Quilten, leicht vom Nähgut mitgerissen werden kann. Die Elektrik scheint ein weiterer Schwachpunkt der Veritas 1814/41 zu sein. Bei dem getesteten Modell traten in voller Fahrt unerklärliche Motoraussetzer auf, die sich nach einer Wartezeit von zwei bis drei Tagen auf ebenso unerklärliche Weise behoben.

Fazit: Eine interessante Maschine für sportliche Näherinnen, die auf den heute üblichen Komfort verzichten können oder wollen. Hier ist Nähen fast noch so, wie zu den Anfangszeiten der Motorisierung!


Ja, die Elektrik. Erst lief die Maschine gar nicht – dann auf einmal doch. Dann blieb sie mitten im Nähen stehen und bekam offenbar keinen Strom mehr – Ruckeln an Stecker und Kabel brachte nichts – zwei Tage später wieder probiert: sie näht – und bleibt nach einiger Zeit wieder stehen. Der Wellenstich auf dem Kissenbezug letztens brauchte so fünf Anläufe, und in der Fehlersuche bin ich noch nicht viel weiter gekommen. Im Zuge meiner Ursachenforschung hatte ich das Fußpedal schon aufgeschraubt und ergebnislos hineingestarrt, ein anderes Fußpedal bekommen, das leider einen nicht kompatiblen Stecker hat, diverse Forenbeiträge über den Anlasser gewälzt – und nun näht sie gerade wieder, einfach so.


Falls der Fehler wieder auftritt, konsultiere ich einen der Berliner Veritas-Reparateure, die ich in Berlin ausfindig gemacht habe, Ossis Nähmaschinenladen oder Nähmaschinentechnik Kieselbach. Auf der Seite des Veritasklubs gibt es auch jede Menge Informationen, Bilder und Berichte und Reparaturadressen in anderen Städten (leider eine sehr unübersichtliche Seitenstruktur, die Navigation erfolgt jeweils über einen winzigen "weiter"-Button ganz ganz unten auf der Seite). Hilfreich fand ich auch die zahlreichen Veritas-Threads im Nähmaschinenbereich des Hobbyschneiderinnen-Forums, dort habe ich herausgefunden, dass man das Fußpedal der Veritas durch ein Standardpedal ersetzen könnte, wenn man passende Stecker montiert.Es gibt also jede Menge Hoffnung, dass sich das Problem beheben lässt, wenn es sich noch einmal zeigt.


Abgesehen von diesem Problem mit der Stromzufuhr, das ich als Einzelfallpech bewerte, ist die Veritas eine schöne Maschine, die alles kann, was eine Nähmaschine können muss. Wenn mich Näheinsteiger fragen, mit welcher Nähmaschine sie anfangen sollen, empfehle ich immer so eine alte – fragt eure Mutter, Omas und Tanten, ob sie noch eine ungenutzte Maschine im Schrank haben, gebt eine Suchanzeige am schwarzen Brett im Supermarkt auf, schaut bei Haushaltsauflösungen oder bei Ebay. Ich habe bei Nähtreffen schon viele mit Maschinen von Aldi und Konsorten verzweifeln sehen – mit den alten, entstaubten und frisch geölten näht‘s sich besser.

Freitag, 9. Mai 2008

Zentralste Nähversorgung








Heute komme ich endlich einmal dazu, über das Thema zu schreiben, was ich eigentlich am Anfang in den Mittelpunkt dieses Blogs stellen wollte (man hat ja manchmal so Pläne): Die Einkaufsmöglichkeiten für Stoffe und andere Lebensnotwendigkeiten in Berlin.

Im Knopfloch am Alexanderplatz war ich mittlerweile am häufigsten - das hat nicht unbedingt mit dem Laden selbst zu tun, sondern vor allem mit seiner unschlagbaren günstigen Lage, nur wenige Schritte von S- und U-Bahn entfernt. Alte West-Berliner werden jetzt aufstöhnen, aber zentraler kann ein Laden kaum liegen: in der etwas angeschmuddelten Passage des Alexanderhauses neben der Weltzeituhr.

Der Laden selbst wirkt auf den ersten Blick etwas altmodisch und unübersichtlich, was auch am Wollregal liegt, das man beim Hereinkommen als erstes sieht: Die Auswahl finde ich nicht so doll, es gibt recht viel Acryl in grellen Farben, ein paar Garne von online und Gedifra und ansonsten meistens nichts, was ich gerne auf der Nadel hätte.
Nachdem ich jetzt mehrere Male dort war, habe ich aber die unbestreitbaren Vorzüge des Ladens entdeckt. Da sind zunächst einmal die Verkäuferinnen alten Schlags, die sich in der Materie auskennen und beraten können und wollen, egal ob eine Schülerin Stoff für ein Taschennähprojekt an der Schule braucht oder eine kniffelige Lösung für ein Gothikkleid gefunden werden soll. Die einen aber auch einfach in Ruhe Stoffe schauen lassen, wenn man das möchte.

Zweitens hat das Knopfloch eine gute Auswahl an saisonunabhängigen Standardstoffen, Handarbeits- und Patchworkstoffen und ich begrüße es sehr, wenn ich auch jetzt im Mai beispielsweise Cord in verschiedenen Farben kaufen kann, falls ich ihn brauche und nicht auf die Herbstsaison warten muss. Die Stoffpreise finde ich in Ordnung - nicht überragend günstig, aber auch nicht überteuert, angemessen eben, etwa die Preise, die man für Markenstoffe im allgemeinen zahlt. Dann gibt es in dem Laden noch viel, viel mehr, was man aber schätzungsweise erst beim dritten Mal sieht, weil man am Anfang gar nicht alles erfassen kann. Zum Beispiel neben Burdaschnitten neuerdings auch Schnitte von Simplicity und Unterwäsche-Schnitte von Sewy nebst Dessousstoffen und -zubehör. Perlen von Gütermann, Stickpackungen und Handstickgarne, außerdem Maschinenstickgarne von Madeira und das Gütermann Baumwollstickgarn. Knöpfe von union Knopf, dill, Muehlmeier und die schönen, selten zu findenden von Jim Knopf und natürlich die üblichen Kurzwaren, Bänder, Borten, Häkelgarne und so weiter. Nicht zuletzt verkauft das Knopfloch auch Nähmaschinen (Pfaff, Singer, Brother) und bietet eine Nähmaschineninspektion für 30 Euro an.

Nur die Saisonstoffe, da kommen das Knopfloch und ich nicht so recht zusammen. Obwohl ich viel schwarz und dunkle Farben trage, sind mir die Stoffe dort zu düster, vielfach auch zu gemustert. Möglicherweise ist das einfach eine seltsame Diskrepanz zwischen Fühlen und Denken bei mir: Offenbar mag ich Stoffläden lieber, in denen es viele bunte Stoffe gibt, obwohl ich letztlich immer dunkle kaufe. Das muss ich mal weiter beobachten. Stoff habe ich also noch nicht gekauft, und das obwohl zum Saisonwechsel zum Teil kräftig reduziert wird. Aber kann ja noch werden.

Knopfloch
Alexanderplatz 2
10178 Berlin

Haltestelle Alexanderplatz

Update 16.6.2008:
Aus einem werden zwei: Die Inhaberinnen des Knopflochs gehen anscheinend in Zukunft getrennte Wege: Wie die Webseite ankündigt, zieht das Knopfloch zum 1.7.2008 in einen S-Bahn-Bogen neben das Alexa. Ein zweiter Laden eröffnet ebenfalls am 1.7.2008 im Berlin-Carré in der Karl-Liebknecht-Straße.