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Freitag, 13. Dezember 2019

Weihnachtsgeschenke für Menschen, die nähen

In den letzten Jahren habe ich ja nebenher in einem Stoffgeschäft gearbeitet und hatte daher in der Vorweihnachtszeit häufig mit Menschen zu tun, die überwältigt mitten in diesem Laden voller Stoffe und Nähzubehör standen, sich einer Verkäuferin näherten und dann etwas sagten wie "Helfen Sie mir. Meine Schwester/Mutter/Freundin näht und ich möchte ihr etwas schenken, aber ich weiß nicht was, ich kenne mich überhaupt nicht aus." In so einem großen Geschäft kann man zur Not immer zu einem Gutschein raten, aber besonders persönlich und originell ist das natürlich nicht.

Daher habe ich hier ein paar Tipps für nicht-alltägliche Weihnachtsgeschenke für Hobbyschneiderinnen und -schneider zusammengestellt, fast alle für unter 30 Euro. Hochwertiges Nähzubehör, an dem man lange Freude hat und das die oder der Beschenkte wahrscheinlich noch nicht besitzt, da es von kleinen bis sehr kleinen Firmen hergestellt wird oder von den Erfinderinnen selbst vertrieben wird. Die letzte Geschenkidee könnte man sogar selbst basteln, wenn man sich mit Holzverarbeitung auskennt. Wer selbst näht, findet hier vielleicht noch eine Ergänzung für den Wunschzettel.

(Da ich hier Produktempfehlungen gebe und Bezugsquellen angebe, handelt es sich der Form nach um Werbung - ich wurde dafür aber weder bezahlt noch beauftragt, die Herstellerinnen, die ich empfehle, wissen nichts davon.)

1. Das Bügelhandmaß aus Edelstahl von Nannette Hopf

 

Screenshot http://www.filztex.de/index.html

Lineale für die Schneiderei gibt es zuhauf, aber die meisten, ob nun Quiltlineale, Saumlineale oder Handmaße, haben den großen Fehler, dass sie aus Plastik sind. Will man beim Bügeln etwas messen oder gar einen Saum gleichmäßig umbügeln, muss man höllisch aufpassen - bügelt man einmal aus Versehen darüber, sind sie hin. Metalllineale aus dem Schreibwarenladen sind für Schneiderzwecke größtenteils zu dick und zu starr. Nannette Hopf eintwickelte aus diesem Grund ein spezielles Handmaß aus Edelstahl und ließ sich die Form patentieren: Das Bügelhandmaß ist flach, flexibel und unverwüstlich, die Skala ist eingeätzt, nicht aufgedruckt, es hat eine Schablone zum Anzeichnen von Knopflöchern, über die Rundung an einem Ende können Kragen und andere verstürzte Teile ausgebügelt werden. 

Das Handmaß fürs Leben gibt es direkt über die Webseite von Nannette Hopf für 25,00 Euro plus Versandkosten, man kann es zu einem etwas höheren Preis auch über einige andere Shops beziehen (nach "Bügelhandmaß Edelstahl" suchen), unter anderem auch von Manufactum - aber der Direktbezug ist natürlich immer am besten, dann bleibt für die Erfinderin am meisten hängen.

2. Zuschneidehilfe "Einfach Karl" für Schere oder Rollschneider 

Screenshot https://www.etsy.com/de/shop/EinfachKarl

Die meisten Schnittmuster hierzulande enthalten keine Nahtzugabe, man muss sie beim Zuschneiden rundherum dazugeben. Viele Nähende machen das nach Augenmaß, bei kniffeligen Schnittteilen, wenn es auf Genauigkeit ankommt, oder wenn man perfektionistisch veranlagt ist, kommt man mit "ich schneide nach Gefühl immer im gleichen Abstand drumherum" aber nicht weit. Die Nahtzugabe genau anzuzeichnen ist mühsam und ein Arbeitsgang, den man sich gerne erspart.

Dazu wurde die Zuschneidehilfe "Karl" erfunden: Sie wird mit einem Magneten an der Schere befestigt und hat einen einstellbaren Zeiger parallel zur Klinge, mit dem man beim Schneiden an den Konturen des Schnittteils entlangfährt - der Schnitt ist dann automatisch im eingestellten Abstand von der Kante und man erhält ohne Messen überall gleichmäßige Nahtzugaben. "Karl" gibt es mittlerweile in zwei Größen ("Kleiner Karl" für Scheren ab 8 cm Klingenlänge, "Großer Karl" für Scheren ab 9,5 cm Klingenlänge) und in verschiedenen Farben, außerdem "Karlchen" für Rollschneider (die allerdings eine ebene, magnetische Mitte haben müssen, damit Karlchen richtig Halt findet). Die Mitglieder der Karl-Familie kann man über den "Einfach Karl"-Shop bei Etsy bestellen, sie kosten zwischen 26,50 und 30,50 Euro plus Versandkosten.

3. Bügelamboss oder Tailor's Board 

 

Screenshot https://www.etsy.com/de/shop/tailorboardnl

Bügeln ist beim Nähen von Kleidung unverzichtbar, wenn es sich um komplexere Teile als ein T-Shirt handelt. Um auch schwer erreichbare Stellen zum Beispiel am Kragen oder am Armausschnitt erreichen zu können, ist ein Bügelamboss praktisch, eine Art Mini-Bügelbrett aus Holz mit vielen verschiedenen Rundungen und Spitzen, über denen Nähte ausgebügelt werden können. Für dieses Werkzeug gibt es einige Anbieter, wer sich mit Holzbearbeitung etwas auskennt und über eine Grundstock an Werkzeugen verfügt, kann so einen Bügelamboss aber auch selber bauen. Anbieter findet man über die Suche nach "Bügelamboss", "tailor board" oder "tailor's board", zum Beispiel tailorboardnl bei etsy.

Wer sich am Selbermachen versuchen will: beim Beswingten Allerlei ist eine Anleitung verlinkt und sie beschreibt auch, wie sie die Schablonen noch etwas angepasst hat.

4. Ein Zeitschriftenabo: Fibremood oder Vintage Flaneur


Auch wenn es im Internet ja irgendwo alles gibt, ist eine gedruckte Zeitschrift aus Papier in manchen Fällen doch ganz nett, wenn das Heft schön gestaltet ist und schwer zu bekommen. Außerdem kann sich die/der Beschenkte übers ganze Jahr hinweg alle paar Monate auf weitere Ausgaben freuen.
Zwei ganz unterschiedliche Vorschläge hätte ich dazu, die Zeitschriften werden beide von einem kleinen bis sehr kleinen Team realisiert und sind meistens nur in den großen Bahnhofsbuchhandlungen zu finden.
Screenshot https://www.fibremood.com/de

Fibremood ist ein 2018 gegründetes belgisches Nähmagazin mit Schnittmustern und Strickanleitungen und im Moment die interessanteste und aktuellste Nähzeitschrift auf dem Markt. Wer gerne neue Schnittmuster ausprobiert und sich beim Nähen an der aktuellen Mode orientiert, wird sich über die Zeitschrift freuen. Das Heft erscheint fünf Mal im Jahr, Abos können für zwei Hefte (25 Euro) oder 5 Hefte (55 Euro) abgeschlossen werden.

Screenshot https://www.vintage-flaneur.de/

Der Vintage Flaneur ist keine Handarbeitszeitschrift, auch wenn immer ein paar kleine DIY-Anleitungen enthalten sind, sondern ein liebevoll gemachtes kleines Magazin für Menschen, die Mode und Design der 1920er bis 1950er Jahre mögen. Das Heft erscheint sechs Mal im Jahr und enthält neben Mode auch Beiträge zu Kultur und Geschichte, meistens hat das Heft ein übergeordnetes Thema. Das Geschenkabonnement über sechs Ausgaben mit Geschenkprämie gibt es für 47,40 Euro.


5. Das Materiallexikon "Stoff und Faden"



Zum Schluss noch etwas Eigenwerbung: Das kleine Stofflexikon "Stoff und Faden" ist nun in der zweiten Auflage erschienen und für 14 Euro immer noch ein nettes, kleines Geschenk für nähende Menschen. Oder vielleicht lieber ein Buch über Mode oder zu einem anderen textilen Thema? Beim Verlag Texte und Textilien ist einiges im Angebot. Alle Bücher kann man im Buchhandel oder direkt auf der Seite bestellen.

Montag, 4. März 2019

Besser bügeln

Bügeln ist fast die wichtigste Tätigkeit beim Nähen, das haben ja schon viele mit Überraschung festgestellt.

Um Nähte an schwierigeren Stellen gut ausbügeln zu können, gibt es allerlei Bügelzubehör. Für Abnäher und alle Stellen, an denen ein Teil nicht flach gebügelt wird, sondern die Rundung erhalten werden soll oder überhaupt erst beim Nähen und Bügeln entsteht, verwendet man Bügelkissen oder auch Bügeleier (mit etwas anderer Form auch Bügelbohnen genannt). In der Maßschneiderei sind diese fest mit Holzspänen ausgestopften Kissen riesig, um die 60 cm lang, weil darauf zum Beispiel ein kompletter Reverskragen in eine leichte Rundung gebügelt wird, so dass er sich dem Körper anschmiegt. Wenn man unprofessionell schneidert, ist überhaupt irgendein schönes rundes, festes Kissen als Bügelunterlage für Abnäher schon ein sehr großer Fortschritt.



Wie nützlich dieses Zubehör wirklich ist, erlebte ich dann jedes Jahr im Januar bei der AnNäherung, dem Bielefelder Nähtreffen - irgendjemand brachte immer ein Bügelei mit, und ich fuhr jedes Mal mit dem festen Plan zurück, mir jetzt wirklich bald selbst eines zu machen. Jahrelang ist das nichts geworden, bis dann vor drei Tagen Ute Schneckennasen bei twitter den Anstoß lieferte:


Noch am gleichen Abed sichtete ich Schnittmuste, las ein paar Blogbeiträge über das Nähen von Bügeleiern nach und druckte einen Schnitt aus. Am nächsten Morgen suchte ich Stoffreste heraus, bevor ich mich an den Schreibtisch setzte, und benutzte eine Arbeitspause am Nachmittag dazu, zum nächsten Laden zu spazieren und ein Paket Kleintierstreu für 69 Cent zu kaufen. Abends schnitt ich vier  Stoffteile zu, nähte acht Abnäher und eine Naht und stopfte das Kissen aus. Alles in allem fertig in etwa einer Stunde, und da ist der Kleintierstreueinkauf mitgerechnet. Ich bin sehr zufrieden, und die Frage, warum ich das nicht schon längst in Angriff genommen hatte, stelle ich mir nicht, denn die Antwort lautet: Weil das immer so ist. 

Wer jetzt selbst in unter einer Stunde ein Bügelei anfertigen möchte, hier sind ein paar Tipps:

Im Blog von Tilly and the Buttons gibt es einen guten Schnitt zum Herunterladen: How to make tailor's hams


 Zwei Stofflagen verwenden, damit die Hülle ausreichend fest und dicht ist: als innere Lage mittelfesten gewebten Baumwollstoff, zum Beispiel Bettwäsche, Nessel oder ähnliches.

Die äußere Lage kann aus gewebter Baumwolle oder Leinen sein, oft hat das Bügelei auch auf einer Seite Baumwolle, auf der anderen Wolle - die Woll-Seite soll zum Bügeln von Wolle besser sein, heißt es. das ist aber vermutlich nicht so wichtig, denn die Bügeleier für Profis, die man fertig kaufen kann, haben einen einheitlichen Bezug aus Leinen. Ich habe Baumwolle/Wolle genommen, weil das auch nett aussieht.

Der Stoff darf keinen Kunstfaseranteil haben und vor allem kein Elasthan enthalten.


 Die beiden Stofflagen aufeinander legen und wie eine Lage verarbeiten, also die Abnäher durch beide Lagen gleichzeitig nähen.

Zuerst die Abnäher nähen, mit sehr kleinen Stichen (Stichlänge 1mm), dann beide Teile aufeinandersteppen, dabei an der Seite ein Stück der Naht (etwa 8 cm) offenlassen.



Mit Geduld mit dem Kleintierstreu ausstopfen und das Streu dabei immer wieder kräftig zusammendrücken. Das Bügelei soll so hart werden, dass man es kaum noch eindrücken kann. Ich habe mich zum Schluss eine Weile auf das Ei gestellt und die Füllung verdichtet, dann ließ sich wieder etwas nachstopfen. Ich habe etwa ein halbes 3,5-Liter-Paket Streu in dem Ei untergebracht.

Die offene Naht mit Handstichen (Leiterstich, wie beim Zusammennähen von Strickteilen) schließen, dabei darauf achten, dass man beide Stofflagen an beiden Seiten der Öffnung erwischt. Ich habe die Nahtstelle vorsichtshalber zweimal genäht.

Fertig!






Freitag, 3. Februar 2017

Stoffe, Nähmaschinen und Nähkurse in Berlin-Schöneberg: Smilla Berlin


Der Kiez um die Akazienstraße in Schöneberg, oder, mehr als ein Kiez, die Gegend zwischen Winterfeldtplatz und Kaiser-Wilhelm-Platz, ist eine wunderbare Gegend zum Bummeln, finde ich. Es gibt Schuhgeschäfte, Geschäfte mit skandinavischer Mode, einen sehr guten Laden für Küchenzubehör, mittendrin liegt Bastel-Rüther, man kann ein Vermögen für schöne Postkarten und anderen Schnickeldi ausgeben, und auch wenn meine bervorzugte Espressobar vor etwa zwei Jahren schloss und ich noch keinen guten Ersatz gefunden habe, sind Akazienstraße und Goltzstraße ab und zu das Ziel für einen kleinen Ausflug am Samstag.

Dass es in der Eisenacher Straße mit Smilla Berlin einen Stoffladen gibt, hatte ich lange Zeit nicht auf der inneren Landkarte, bis eine Kollegin aus dem Stoffladen dorthin wechselte. Kurz vor Weihnachten schaffte ich es endlich, sie zu besuchen.


Smilla ist ein Laden, der von der Straße aus kleiner aussieht, als er tatsächlich ist. An den ersten Raum mit bunt bedruckten Baumwollstoffen in Patchworkqualität, den man vom Schaufenster aus sieht, schließt sich nämlich ein zweiter, viel größerer an, in dem es Jeansstoffe, Cord, Jerseys, Sweat, Bänder, Kurzwaren von Prym und nicht zuletzt Nähmaschinen gibt.

Die Nähkurse - die unter anderem meine Ex-Kollegin betreut - finden in einem weiteren, sehr geräumigen Nebenraum statt. Zu den Zeiten außerhalb der Kurse kann man dort im Nähcafé stundenweise an den Nähmaschinen und Overlocks nähen. Eine der Pfaff-Computernähmaschinen kann man sogar tageweise mieten um sie zuhause zu nutzen - eine sehr gute Idee, finde ich. Beim Reisen zu Nähtreffen habe ich mir schon öfter gewünscht, ich müsste meine Maschine nicht durch das halbe Land schleppen, sondern könnte mir am Zielort einfach eine leihen, so wie man sich im Urlaub ein Fahrrad leiht.


Bei den Stoffen versammeln sich einige bekannte Hersteller und Designerinnen: Hamburger Liebe, Gütermann ring a roses, Swafing, Free Spirit, Hilco, Cotton&Steel, Tula Pink, Jolijou, Birch fabrics, Art Gallery. Man findet also vorwiegend festere Baumwollstoffe und Jerseys bei Smilla. Muster und Farben werden nach Erfahrung und Intuition ausgewählt: was könnte den Kundinnen gefallen? Hypes um bestimmte Designs, wie sie ab und zu durch die Blogs schwappen, setzen sich außerhalb des Netzes nur selten fort, so ist die Erfahrung der Smilla-Besatzung. Stoff wird intuitiv gekauft, nach Bauchgefühl, und das schlägt vor einem Stoffregal oftmals anders an, als im Internet.



Dekorative Kurzwaren, Knöpfe und anderes Nähzubehör sind auf die Stoffe - und auf die Themen der Nähkurse - abgestimmt, so dass alles vorhanden ist, um ein Nähprojekt erfolgreich abzuschließen, und wer sich schließlich mit dem Nähen trotz aller Beratung doch nicht anfreunden kann, kann bei Smilla Vorhänge, Kissenbezüge und Kindersachen nähen lassen.
 
smilla
Eisenacher Straße 64
10823 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00 - 19.00, Sa 11.00 - 16.00

http://www.smilla-berlin.de/

Der Laden liegt jeweils einen längeren Spaziergang vom U-Bahnhof Eisenacher Straße (U7) oder S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke (S1) entfernt. Direkt kommt man mit den Bussen 104, 187, M48 und M85 hin (Haltestelle Albertstraße).

Montag, 5. Oktober 2015

Nähzubehör-Hack: Kleben statt Heften


Das Umfunktionieren von Haushaltsdingen für Nähzwecke macht mir ja große Freude: Eine einfache Lösung für ein Nähproblem zu finden, ohne Spezialanschaffungen, einfach nur mit Sachen, die ohnehin vorhanden sind und der Zubehörindustrie ein Schnippchen schlagen. Das Motto: "Erlaubt ist, was funktioniert", mag nicht das Motto ausgebildeter Schneiderinnen und Schneider sein, aber ich finde es lohnt sich, ungewöhnliche Wege zu erproben. Ich habe z. B. mal eine Architektin kennengelernt, die Schnitteile beim Zuschneiden mit ein paar Klebestreifen auf dem Stoff festklebt.

Ich benutze ab und zu einen Klebestift aus dem Bürobedarf für das großflächige Befestigen kniffeliger Stellen beim Nähen und empfehle das auch weiter, ernte aber meistens ungläubige Blicke. Dabei sind Papierklebestifte (anders als das vielgepriesene Stylefix) in kaltem Wasser auswaschbar.

Seitdem mir Henriette, die Linkshänderin, einen so genannten  "Gütermann Fixierstift" aus alten Beständen mitbrachte, fühle ich mich rehabilitiert: Was ich mache, ist also gar nicht so verschroben und unfachfraulich, denn es gab dafür sogar schon mal ein Spezialzubehör.


Der Gütermann Fixierstift entspricht - bis auf den Aufdruck - einem normalen Klebestift für Papier. Da die Herstellerangabe an der Seite noch eine alte vierstellige Postleitzahl trägt, sollte der Stift vor 1990 hergestellt worden sein.


Ein bißchen eingetrocknet ist der Stift in den etwa 25 Jahren, daher haftet der Bürokleber (links) besser. Und nun bin ich neugierig: Benutzt hier noch jemand Klebestifte beim Nähen? Oder funktioniert ihr andere Haushaltsdinge beim Nähen um? 

Montag, 17. August 2015

Nähzubehöraufbewahrung mit Messer und Gabel



Die Überschrift ist natürlich ein großer Blödsinn, ich bin aber gerade ganz glücklich über meine Idee zur Nähmaschinenzubehöraufbewahrung (uff!), dass ich die Idee mit euch teilen möchte.

Meine neue Maschine brachte für das Zubehör nur ein weder besonders schönes, noch besonders praktisches Reißverschlusstäschchen mit, in das man alle Teile ungeordnet hineinwerfen konnte. Weil mich das nervte, benutzte ich stattdessen eine Pappschachtel, aber die erstens schwer aufging, und zweitens etwa 2 mm zu flach für den Knopflochfuß war und mich deshalb genauso nervte. Dann fiel mir heute in meinem eigenen Bücherregal eine Bento-Box in die Hände, und es machte Klick.

Die Box ist vom Tiger-Shop, einem dänischen 1-Euro-Laden in schick, und war vor ein paar Monaten ein dämlicher Spontankauf, weil ich mir zwar manchmal Essen mit zur Arbeit nehme, aber nie Dinge, die in so eine japanische Mini-Essensschachtel reinpassen würden. Außerdem schließt die Bentobox viel schlechter, als alle Plastik-Frischhaltedosen von Ikea bis Tupper, die wir im Regal haben. Was die Tiger-Shop Bentobox aber kann und was die anderen Plastikdosen nicht können: Gut aussehen.

Die zwei Etagen haben jede für sich einen eigenen Innendeckel, in die obere, höhere, passt der Knopflochfuß hinein. Dass man die Dosen geschlossen aufeinander stapeln kann, finde ich sehr praktisch. Unter dem Abschlussdeckel ist Platz für ein Picknickbesteck, da passt also z. B. eine kleine Schere hinein. Ich bin sehr zufrieden und habe schon ein viel weniger schlechtes Gewissen, dass ich unnötigerweise so ein Plastiktrumm gekauft habe, das ich gar nicht brauche.

(Hier gibt's auch bald wieder etwas Substanzielleres - in den letzten Wochen habe ich mein zweites Nähbuch fertiggeschrieben, mir dann die Rippen geprellt und die heißen Abende damit verbracht, mich nach einem Tag in der Wohnung im Freien auszulüften - wegen der Rippen mehr oder weniger bewegungslos. Nähen war nicht, und das Schmerzmittel machte mich so schläfrig, dass Bloggen auch nicht drin war. Aber jetzt geht es langsam wieder aufwärts.)

Sonntag, 28. September 2014

Stoffspielerei im September: Zeigt her eure Nähfüße - der Säumerfuß

Was mich betrifft könnte das Motto der Stoffspielerei im September auch lauten: Der Nähfuß - das unbekannte Wesen, denn ich habe bei allen meinen Nähmaschinen bisher immer nur drei Nähfüße genutzt: den Standardnähfuß, den Reißverschlussfuß und den Knopflochfuß. Aber in den mitgelieferten Zubehörkästchen liegen ja noch andere Füße mit mir unbekanntem Zweck. Griseldas Aufgabenstellung - unbekannte Nähfüße benutzen und herausfinden, was man damit machen kann oder Lieblingsnähfüße vorstellen - zwingt mich daher mit sanftem Druck, mich überhaupt mal diesen Maschinenteilen zu beschäftigen.

Ich muss aber gleich beichten, dass ich den interessantesten Nähfuß noch nicht ausprobieren konnte, da die Kabel der Gritzner von 1957 derartig mürbe sind, dass ich sie erst austauschen muss, was ich wusste, aber verdrängt hatte. Sobald die Maschine gefahrlos benutzt werden kann, werde ich mich mit dem Applikationsfuß und dem Lochstickereiapparat beschäftigen.

Aber an Nähmaschinen ist hier ja kein Mangel. Deshalb wandte ich mich meiner Hauptnähmaschine zu, einem mechanischen No-Name-Modell ("Royal 2116") von 1990, dessen Bauweise den Singer-Maschinen aus der gleichen Zeit ähnelt. Die Maschine war damals nicht teuer, was bedeutet, dass nicht viel Zubehör dabei ist: Neben Standard-, Knopfloch- und Reißverschlussfuß gibt es nur einen Säumerfuß (auch Rollsaumfuß genannt) und einen Blindsaumfuß. Mit dem Blindsaumfuß (rechts) beschäftigte ich mich nicht, denn unsichtbare Säume habe ich wahrscheinlch schneller und besser mit der Hand genäht, als dieser Fuß auch nur richtig eingestellt ist.


Der Fuß für schmale Säume könnte eine große Arbeitserleichterung sein, wenn's denn funktioniert. Normalerweise nähe ich schmale Säume in zwei Touren: Saum einmal umbügeln, knapp am Bruch entlangsteppen, Stoff entlang der Steppnaht knapp abschneiden, die Kante noch einmal einschlagen, bügeln und noch einmal durchsteppen.


Mit dem Säumerfuß soll das mit einer einzigen Naht gehen - die Stoffkante läuft in eine kleine Schnecke hinein, wird dadurch zweifach umgeschlagen und anschließend festgesteppt. Am Nahtanfang schlägt man am besten den Saum zweifach ein, näht den Anfang fest und benutzt diesen Anfangsfaden, um die eingefaltete Stoffkante in die Schnecke einzuziehen.

Bei den ersten Versuchen mit dünnem Baumwollstoff sah das regelmäßig so aus:


Nach einem guten Anfang hatte der Stoff eine Tendenz, beim Nähen nach links abzuhauen, dann stimmte der Abstand nicht mehr und die Kante wurde nur noch einfach eingeschlagen. Ich las dann bei The sewing loft nach - die Seite hatte Griselda vor zwei Wochen verlinkt, und da stand: erst bügeln.  


Ich bügelte also den Saum erst zweifach schmal um, sicherte den Anfang, fädelte ihn in den Fuß ein und siehe da: der schmale Saum näht sich so völlig problemlos in Nullkommanix, nicht nur erheblich schneller als mit der Zwei-Naht-Methode, sondern auch viel schöner.

Fazit: Fuß bezwungen, viel gelernt, Näherin überzeugt - ich könnte jetzt kilometerweise Dinge schmal säumen. Prima.

Griselda hat sich auch den Rollsaumfuß vorgenommen, schreibt noch eine Menge erhellende Dinge mehr (z. B. wie man Ecken verarbeitet) und sammelt außerdem die anderen Beiträge zur Stoffspielerei. Vor allem vielen Dank für die Idee - ohne diesen Anstoß hätte ich die Füße nie zur Hand genommen.

Donnerstag, 14. August 2014

Näh-Gadgets

Im tiefsten Herzen bin ich ja eine Nähzubehör-Puristin und davon überzeugt, dass die Hobby-Industrie-Mafia (egal für welches Hobby) eine Menge überkandidelten Kram auf den Markt bringt, den kein Mensch wirklich braucht. Schaut euch zum Beispiel mal diese elektrische Schrägbandformmaschine von Simplicity für 99,99$ an - verrückt, oder? Ich habe einen der üblichen Schrägbandformer und benutze nicht mal den...


Aber was ich eigentlich erzählen wollte: vor kurzem kaufte ich doch mal wieder ein Nähzubehörteil und bin begeistert! Dieser Kreidestift mit auswechselbaren, auch farbigen Minen, löst nämlich das Problem des Anzeichnens auf weißen oder sehr hellen Stoffen, wo die üblichen Werkzeuge der Nähzubehör-Puristin, nämlich normale Schneiderkreide und Seifenstücke, versagen. Eine Zeitlang hatte ich bei hellen Stoffen die radierbaren Frixion-Stifte benutzt, über die ich hier schon mal geschrieben hatte, aber erstens war mein Vertrauen, dass die Linien beim Bügeln wirklich immer verschwinden, nicht ganz so hoch (und Suschna berichtete gerade, dass sich mehrere Monate alte Vorzeichnungen nicht mehr wegbügeln ließen), zweitens kosten die Stifte 3 Euro pro Stück und sind ziemlich schnell leergeschrieben - mithin viel zu teuer für Näh-Geizhälse wie mich. Von dem Kreidestift mit Minenset, der weniger kostete als drei Frixion-Stifte, werde ich viel länger etwas haben, und die Minen gibt es im Nachfüllpaket für 4 oder 5 Euro.


Das aller- allerbeste Nähzubehör aller Zeiten ist meiner Ansicht nach übrigens dieses kleine, nur 10 cm lange Alulineal. Es trägt die sympathische dänische Bezeichnung Sømometer und stammt von Stoff&Stil, im aktuellen Katalog heißt es Saum-Messer und ist etwas anders bedruckt. Bei Ebay gibt es solche Lineale mit dem Markennamen Sew Mate auch ab und zu, sie sind dort aber fast dreimal so teuer.

Die Vorsprünge und Aussparungen bezeichnen alle Maße, die beim Nähen, Bügeln oder Markieren wichtig sind: Mit den Maßen für 1 cm, 1,5 cm und 2 cm zeichne ich Nahtzugaben an, mit 3 cm, 4 cm und 6 cm bügele ich Säume um. Knopflöcher einzeichnen, hier was nachmessen, da auf dem Schnittmuster etwas dazuzeichnen - dazu benutze ich fast nur noch das Sømometer. Praktisch an dem Ding im Gegensatz zu normalen Linealen und Maßbändern: Man erkennt das relevante Maß auf einen Blick und kann sich beim Ablesen nicht so leicht vertun.

Habt ihr auch solche Lieblingswerkzeuge, auf die ihr nicht verzichten wolltet? Nachdem mich der Kreidestift so glücklich macht, verpasse ich vielleicht etwas Wesentliches, wenn ich sämtliches Spezialzubehör weiterhin ignoriere?

Samstag, 19. April 2014

Wochenrückblick: Ostern, Eier, Ausflugstipps


Der Frühling ist ausgebrochen! Der Neuköllner Schifffahrtskanal verwandelt sich wie jedes Jahr in eine grüne Hölle, und wie jedes Jahr machte ich ungefähr 300 Bilder von den japanischen Zierkirschenbäumen auf dem Mauerstreifen. Ich zeige euch aber nur eines und hinterlasse euch noch schnell die

Selbermach-Links der Woche:

 

Eier nähen statt Eier suchen! Passend zu Ostern bietet Constance von Santa-Lucia-Patterns ein kostenloses Schnittmuster und eine Anleitung für Bügeleier an. Auf der gewölbten Fläche des Eis lassen sich gebogene Nähte und Abnäher viel leichter ausbügeln als auf einem geraden Bügelbrett.  Ich wollte mir sowas schon sehr, sehr lange nähen und frage mich gerade, warum ich das immer noch nicht gemacht habe. Sägemehl gibt es übrigens als Kleintierstreu in jeder Drogerie.

Mode im Nationalsozialismus klingt zunächst wie ein Paradox, denkt man bei dieser Zeit doch vor allem an Uniformen und kriegsbedingte Not. Die Ausstellung Glanz und Grauen im LVR-Industriemuseum in Euskirchen-Kuchenheim läuft noch eine Woche und zeichnet ein differenzierteres Bild - sehr lesenswert auch die Ausstellungsbesprechung in der Jungle World.

Das Industriemuseum ist aber bestimmt auch nach dieser Ausstellung einen Abstecher wert: es  befindet sich in einer alten Tuchfabrik, die in den 1960er Jahren stillgelegt wurde und die Zeiten fast unverändert überdauerte. Solche Ausflugsziele sammelt Lily auf der Ausflugskarte textiles Handwerk, die aber noch viele Einträge mehr gebrauchen kann. Ihr könnt mithelfen, indem ihr Lily Ausflugstipps übermittelt.

Genießt die freien Tage!

Dienstag, 10. April 2012

Der Bastel-Planet in Schöneberg


Das Kreativkaufhaus Modulor am Kreuzberger Moritzplatz über das ich hier schon mal geschrieben hatte, bezeichnet sich selbst in schönster Selbstüberschätzung ja gerne als „Planeten“. Den Gegenentwurf, einen Bastelplaneten ganz anderer Art, eigentlich schon fast ein Sonnensystem, gibt es schon ewig in der Schöneberger Goltzstraße. In mehreren nebeneinander liegenden Läden eines Häuserblocks verkauft das Familienunternehmen Wilhelm Rüther, unter Berlinern als "Bastel-Rüther" bekannt, alles, was nur im weitesten Sinne mit Papier, Basteleien und Hobby zu tun hat: vom Schulheft bis zum kompletten Keramikofen, vom Malen-nach-Zahlen-Set bis zur Tischkreissäge. Wie das oft so ist, hatte ich zwei Trabanten, Rüthers Perlen-Spezialladen und dem Künstlerbedarfsladen auf der Suche nach etwas Bestimmten schon früher Besuche abgestattet, in das Hauptgeschäft ging ich mehr zufällig erst am Ostersamstag.


Damit war mir das beste bisher entgangen. Was sich am Moritzplatz in weitläufigen Gängen ausbreitet, wird hier in die Höhe gebaut. Die labyrinthischen Regalreihen sind bis unter die Decke mit Waren vollgestopft. Die Verkäuferinnen und Verkäufer nicht im mindesten jung und hip, aber authentisch herzlich und vor allem kenntnisreich. Die Preise im Vergleich mit dem Großkreativkaufhaus äußerst konkurrenzfähig, ich würde sagen: meistens günstiger, und Auswahl und die Breite des Angebots hängen manches Spezialgeschäft ab.

Auch für Textilinteressierte wird einiges geboten – weit mehr, als im Onlineshop bestellt werden kann. Neben Materialien für die Seidenmalerei, einem mittlerweile fast vergessenen Hobby, gibt es einen Grundstock an Kurzwaren (Näh- und Knopflochgarn von Madeira, Druckknöpfe von Prym, Reißverschlüsse in den gängigsten Farben und Längen, Handstickgarn von Madeira).

Besonders viel Auswahl hat Rüther aber im Bereich der Textilfarben: Stoffarben als Pulver, in flüssiger Form und als Stift von Deka und Marabu, darunter die Deka permanent Stoff- und Druckfarbe, die sich besonders gut für Stoffdruck eignet. Es gibt spezielle Textilfarben für Kunstfasern, Lederfarbe und sogar Naturfarben zum Färben in der Waschmaschine von der Firma Livos.

Warum ich keines dieser kleinen Naturfarbsets zum Ausprobieren kaufte, weiß ich nicht mehr - es muss die Reizüberflutung gewesen sein, denn im Laden wird ungelogen jeder Quadratzentimeter Wandfläche genutzt. Und wo gerade keine Krepppapierrollen, Laubsägeblätter, Ausstechformen oder Drahtrollen hängen, kleben sorgfältig handgemalte Zettel mit Wünschen und Hinweisen, etwa dass man die Bastelbücher so sorgsam wie eigene Bücher behandeln möge oder dass sich der Preis von Karten und Umschlägen seit fünf Jahren nicht verändert habe.     


Gegen Ende meines Rundgangs hatte ich meine fünf Sinne aber so weit wieder beisammen, dass ich die Taschenhenkel in einem Stichgang rechts vom Kerzenzubehör wahrnehmen konnte. Hier, wie bei vielen anderen Artikeln, verkauft Rüther Materialien unter eigenem Namen. Die Taschenbügel sind unschlagbar günstig (kleiner halbrunder Portemonnaiebügel 1,65; großer Taschenbügel 2,45), zu diesem Preis nehme sogar ich sie erstmal mit und warte auf eine Idee, wie ich sie verarbeite.

Von der Riesenauswahl im Perlenladen und im Künstlerbedarfsladen (Farben, Leinwände, Papier) ein paar Türen weiter haben wir jetzt noch nicht einmal gesprochen - und im Keramik-und Email-Spezialgeschäft im Haus dazwischen war ich bis heute nicht, denn das ist ja nun noch einmal ein ganz anderer Planet.

Hobby Shop Wilhelm Rüther
Goltzstr. 37 und angrenzende Geschäfte
10781 Berlin

Geöffnet Mo-Fr 10-19.00 Uhr, Sa 10-16.00
U-Bahn Eisenacher Str. (U7)

Filialen gibt es in Tegel, Spandau und Prenzlauer Berg, siehe Webseite. Im Geschäft in der Kollwitzstraße war ich sogar schon einmal, er hatte mich aber nicht sonderlich beeindruckt - für das echte Rüther-Gefühl muss man nach Schöneberg.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Schnipp! Scherenkauf auf dem Winterfeldtmarkt

HandarbeitsschereDas Wrack und die neue

Über den Sinn von vernünftigem Werkzeug fürs Handarbeiten müssen wir wohl nicht diskutieren. Wo man aber vernünftiges Werkzeug findet und wie man es erkennt, ist schon eher eine interessante Frage.

Bei der Auswahl des kleinen Scherenwracks links im Bild hatte ich kein glückliches Händchen. Die Schere stammte aus dem Kaufhaus, war nicht mal billig, schnitt von Anfang an nicht so gut wie sie sollte, und leider war ich nicht so schlau, sie sofort umzutauschen. Nach und nach lockerte sich die Verbindungsstelle zwischen den Scherenblättern und irgendwann verlor sich erst die kleine Mutter, die Schraube folgte dann vor einem halben Jahr. Bei solchen Kleinteilen ist es ja immer dasselbe: sie haben längst im Staubsaugerbeutel das Haus verlassen und sind über alle Berge, ehe ihr Fehlen überhaupt bemerkt wird.

Nach einem halben Jahr ohne funktionierende kleine Schere war ich am letzten Wochenende weichgeklopft und bereit, nochmal Geld auszugeben - eingedenk des bekannten Indianersprichworts "Wenn du bemerkst, dass du ein totes Pferd reitest - steig ab!" aber nicht für die Reparatur des Scherenwracks, sondern für einen neuen Anfang.

Auf dem Samstagmarkt am Winterfeldtplatz in Schöneberg gibt es einen Stand mit Messern aller Art - vom Skalpell bis zum Fleischerbeil - und mit Scheren in allen Formen und Größen, die ich schon ein- zweimal beäugt hatte. Dieses Mal rückte ich mit Stoffresten zum Probeschneiden an und legte nach etwas Geschnipsel hier und da 10 Euro für eine hübsche kleine, etwa 35 Jahre alte Handarbeitsschere an.

Der Händler verkauft größtenteils alte, aber unbenutzte Bestände von Solinger Messern und Scheren und lebt vor allem, wie er mir verriet, von Kunden wie mir, die zuerst irgendwas im Kaufhaus kaufen und dann nicht damit zufrieden sind (OK, so genau habe ich das eigentlich nicht wissen wollen, Lektion gelernt). Oder von Leuten, die ein geeignetes Schneidwerkzeug für ein ganz bestimmtes Material suchen und dann bei ihm am Stand ihren Proben testweise mit verschiedenen Klingen zu Leibe rücken können, ehe sie kaufen. Für textile Belange hätte es zum Beispiel auch noch eine kleine Schere speziell für dünne Seiden, eine Zackenschere, eine Applikationsschere, eine Lederschere und diverse Fadenabschneider gegeben.

Mein messeraffiner Liebster bekam einen kleinen anschaulichen Vortrag über die sehr unterschiedlichen Klingenformen, die in anderen europäischen Ländern als ideales Küchenmesser angesehen werden - die Unterschiede sind so groß, dass man eine europäische Kulturgeschichte des Messers schreiben könnte.

Mich macht schon das satte Schnipp!-Geräusch meiner neuen Schere glücklich, die im übrigen bis zur Spitze viel schärfer ist, als das Wrack zu seinen besten Zeiten. Falls die Schärfe nachlassen sollte, könnte ich sie am Stand auch neu schärfen lassen, aber ich nehme an, dass das sehr lange nicht nötig sein wird. Und falls ich noch eine Spezialschere brauchen sollte, weiß ich jetzt, wo ich zuerst hingehe.


Scheren- und Messerstand
Markt auf dem Winterfeldtplatz, Berlin-Schöneberg
Standreihe an der Gleditschstraße
jeden Samstag
Messer- und Scherenschärfen nicht bei Minusgraden

Update November 2013: Der Messerstand scheint Samstags nicht mehr auf dem Markt zu sein, so der Hinweis eines Lesers/einer Leserin (Danke!). Als Alternative schlägt er/sie die Schleiferei Kölle in Schöneberg in der Rosenheimer Str. 5/ Ecke Eisenacher Str. vor. Habe ich selsbt nicht getestet, gebe es aber einfach mal weiter. 

Haltestelle: Nollendorfplatz (U1, U2, U3, U4)

Freitag, 26. Juni 2009

Zweimal praktisch



Die kleinen Plastikboxen vom Blasenpflaster lagen schon im Müll, als mir einfiel, dass sie ideal für das Aufbewahren von Perlen, Knöpfen oder anderen Kleinteilen wären. Die Etiketten lassen sich einfach abziehen. Die größere hellblaue Box rechts ist die Verpackung von Blasenpflaster der Firma Scholl und sogar groß genug, um ein Reisenähzeug unterzubringen, die kleineren sind Marke Compeed. Da dieser Haushalt besonders im Sommer einen recht großen Blasenpflaster-Verbrauch hat, werden mir die Behältnisse so schnell nicht ausgehen - wenigstens etwas gutes, wenn empfindliche Füße und Eitelkeit (Birkenstock? Nylonfüßlinge? *grusel* niemals!) zusammentreffen.

Freitag, 29. Mai 2009

Im Kurzwarenrausch in München



Von allen mir bekannten Räuschen ist der Kurzwarenrausch mir der liebste. Man möge mir diesen läppischen Witz verzeihen, aber dieser hübsche weiß-rosa Laden in der Corneliusstraße, nur ein paar Schritte vom Gärtnerplatz, ist wirklich ein Kleinod unter den Kurzwarenläden (und ich wünschte ich würde sowas in Berlin finden).

Natürlich kann man dort auch langweilig-praktisches Nähzubehör, Nähgarn und Reißverschlüsse und aufbügelbare Flicken kaufen. Richtiggehend begeistert bin ich aber von der riesigen Auswahl an Perlen, Borten, Bändern und anderen Verzierungen, die ich so woanders noch nicht gesehen habe. Zum Beispiel gibt es ganz viele verschiedene Stoffblümchen, Satinröschen und Häkelblumen zum Aufnähen. In einem dicken A4-Ordner mit Klarsichthüllen kann man durch alle möglichen gestickten Aufnäher, Pailletten- und Strassmotive blättern. Und erst die Borten und Bänder! Das Bild zeigt noch nicht einmal die ganze Bortenabteilung, links davon und davor steht noch einiges mehr. Da gibt es ungefähr alles – Satin, Samt- und Ripsbänder, gemusterte Schrägstreifen, Zackenlitze, perlenbestickte Tüllborten, elastische Spitze, Wäschegummis in den schönsten Farben, bunte Baumwollhäkelspitze, Borten mit Federn, mit Fransen, mit Perlen, mit Stickereien, mit eingewebten Mustern, mit Bommeln. Alles in sehr guter Qualität, daher nicht billig, aber auch gar kein Vergleich zum Kaufhaus-Standardangebot. Die freundliche Inhaberin bezieht die Ware zum Teil aus Frankreich.


Ich konnte mich jedenfalls mal wieder nicht entscheiden und wie das so ist, fiel mir nachher noch einiges ein, was ich jetzt doch ganz gerne hätte, aber der nächte München-Besuch kommt bestimmt, irgendwann, und dann: KURZWARENRAUSCH!

Ergänzung 22. Juli 2009: Am Wochenende konnte ich mich überzeugen, dass sich der Laden bester Gesundheit erfreut. Bänder von Mokuba aus Japan haben sie auch.



Kurzwarenrausch Sanna Liisa Dollhofer
Corneliusstr. 31
80469 München
www.kurzwarenrausch.de

Öffnungszeiten
Di - Fr 11.00 bis 19.00 Uhr, Sa 11.00 bis 16.00 Uhr, Montags geschlossen

Samstag, 28. März 2009

Vertagung der Nähwagenfrage, spätere Wiedervorlage nicht ausgeschlossen

Liebe Leute, habt herzlichen Dank für Eure vielen Vorschläge und hilfreichen Überlegungen zur Nähwagenumgestaltung. Ich habe jetzt immerhin eine Vorstellung entwickelt, wie ein aufgehübschtes Gefährt aussehen könnte. In meinen Vorräten habe ich vier verschiedene, aber zueinander passende rot-weiß-blau-gestreifte Stoffe gefunden, die sich gemeinsam als Seitenteile, Deckel, Rand und Innenleben gut machen würden.

Ich sage jetzt ausdrücklich „würden“, denn wann und ob ich mich an die Arbeit mache, kann ich jetzt noch nicht sagen. Vorvorgestern Abend schraubte ich voller Motivation das Wägelchen auseinander und drang nach dem Entfernen von circa 500 Tackerklammern und Polsternägeln zu den Grundstrukturen des Möbels vor. Auch die sind ziemlich brüchig. Hinter der Holzimitat-Folie vom Deckel rieselte mir erstmal eine Tasse Sägemehl entgegen – dachte ich. Als ich zwischen der Folie und dem Rand des Kastens auf eine oblatenartige Schicht mit derselben Farbe stieß, wurde mir klar, dass es sich um eine dünne Schaumstoffschicht handelte, die sich beim Deckel buchstäblich schon pulverisiert hatte. Der Untergrund ist jeweils uralte Spanplatte, bei der ich nicht sicher bin, dass sie es verträgt, wenn da nochmal getackert oder genagelt wird. Für den Deckel könnte ich mir aus Sperrholz ein neues Stück zuschneiden lassen, für den Rest müsste ich mich erstmal über Klebstoffe informieren und, bevor es los gehen kann, noch einige Tackerklammern herauspulen.

naehnadeln
Da die eindeutige Unbegeisterung meines Liebsten für „das Ding“ beharrlich anhält, mir selbst im Moment eher nach Aufräumen, Platz schaffen, Balkon herrichten und auch Nähen zumute ist – falls der äh, wie hieß das noch, der Frühling sich blicken lässt – ist die Sache Nähwagen vorerst vertagt. Er leistet jetzt einer nicht unerheblichen Computersammlung im Keller Gesellschaft und ich werde nochmal gründlich in mich gehen, ob ich wirklich Mühe und Zeit aufwenden möchte und mich dann entscheiden.

Die etwa 50 Nähnadeln plus zwei Stecknadeln vom Foto befanden sich übrigens, von außen nicht sichtbar, in den beiden grünen Nadelkissen vom Kastendeckel, die man im vorigen Post auf dem letzten Foto sieht. Sticht man Nadeln im spitzen Winkel hinein, geraten sie leicht samt Öhr in die Füllwatte und sind dann nicht mehr zu entfernen. Ob sich die Vorbesitzerin über ihren nadelfressenden Nähkasten gewundert hat?

Mittwoch, 25. März 2009

Der geheimnisvolle Nähwagen

Der Nähwagen ist da! Und ich bin etwas zwiegespalten, aber seht selbst -



Aus der Form des Messinggestells (tatsächlich mit kleinen, etwas quietschenden Rädchen) würde ich schließen, dass das Möbelstück tatsächlich aus den sechziger Jahren stammen könnte. Das halbrunde Unterteil ist mit einem zweifarbigen Spangeflecht verkleidet, so ähnlich wie ein Erdbeerkörbchen. Seitenteile und der Klappdeckel sind aber leider nicht aus Holz, sondern mit einer Art Wachstuch oder steifer Folie mit aufgedrucktem Holzmuster bezogen. Aus der gleichen Folie bestehen auch die untere Ablage und die Taschen im Inneren. An der Innenseite des Deckels sind zwei schon ziemlich zerstochene Nadelkissen aus grünem Satin befestigt. Für das grüne Material, mit dem der Nähkasten innen ausgeschlagen ist, fällt mir keine Bezeichnung ein: es ist weder Stoff noch Filz noch Samt, leicht kratzig-flauschig und erinnert mich an den Rasen von Modelleisenbahnanlagen.



Tja, was nun? Braune Holzimitatfolie gehört zu den Dingen, die ich jederzeit als „abscheulich“ bezeichnen würde. Hier ist das Imitat an der Außenseite immerhin so gut gemacht, dass es den Betrachter auf den ersten Blick zu täuschen vermag (die Betrachterin besonders dann, wenn sie wie meine Schwiegertante beständig auf der Suche nach ihrer Lesebrille ist). Die untere Ablage fängt aber schon an zu bröckeln, und auch bei den vom Konzept her witzigen Innentaschen ist das nur noch die Frage einer kurzen Zeitspanne. Plastik altert eben nicht mit gepflegter Patina, sondern fällt auseinander.



Die gerundete Form des Kästchens, das Spangeflecht und das Messinggestell gefallen mir und ich kann mir dieses Wägelchen gut als Stauraum für die aktuellen Projekte hier in der Wohnung vorstellen (Klappdeckel zu und alles ist aufgeräumt).
Aber diese Folie! Braunes Holzimitat wird, fürchte ich, nie zu einer vom Alter geadelten Antiquität, egal wie lange ich noch warte. Und außerdem finde ich, dass alte Gegenstände, die lange benutzt wurden, eine gewisse „Aura“ haben. Oder anders herum, ich reagiere durchaus emotional-assoziativ auf solche Gegenstände, für mich sind sie mit der (realen oder imaginierten) Geschichte ihrer Vorbesitzer gesättigt. So als ob etwas von den Besitzern, ihrem Leben und ihren Gefühlen beim Benutzen dieser Gegenstände auf sie übergegangen wäre. Wenn also zum Beispiel Suschna im Kommentar zum vorigen Beitrag schreibt, sie habe einen Nähwagen aus der Frohnauer Invalidensiedlung mit einer unheimlichen Ausstrahlung, dann kann ich mir sofort etwas darunter vorstellen.
Bei meinem Nähkasten nun sehe ich eher Deprimierendes vor mir – beige-graue Herrensocken mit riesigen Löchern, die gestopft werden müssen – ein verheddertes Stopfgarnknäuel – ein verkrumpeltes, bröckeliges Maßband und Unterhosen mit ausgeleierten Gummis. Also kurz gesagt: Mir kommt es nicht so vor, als hätte das Ding mal jemand besessen, der Spaß am Nähen gehabt hätte.

Daher denke ich darüber nach, die Pseudo-Holzteile zu verändern, vielleicht anders zu beziehen. Aber womit und wie weiß ich noch nicht. Der Unterbau scheint aus schnöder Spanplatte zu bestehen. Und was mache ich mit dem Inneren? Da bin ich noch völlig ratlos. Irgendwelche Ideen, Vorschläge, Meinungen? Ich freue mich immer über Kommentare, aber diesmal ganz besonders.

Montag, 16. Juni 2008

Weil ich ein Mädchen bin...

Frau Tulpe Fahrradständer


















Wie mein Bekannter D. es einmal unnachahmlich formulierte, gehen Frauen ja nicht unbedingt einkaufen, sondern sie suchen bestimmte Läden auf, um die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, schauen hier, stöbern da, und verlassen das Geschäft gefühlte Stunden später, womöglich ohne etwas zu kaufen. Frau Tulpe in der Veteranenstraße ist das Stoffgeschäft unter diesen Mädchenläden, was bedeutet, dass man eine Nicht-Mädchen-Begleitung eventuell in einem der zahlreich vorhandenen Cafés in der Nähe parken sollte.

Dann aber steht dem ausführlichen Stöbern nichts mehr im Wege. Zunächst gilt es, die feine Stoffauswahl zu betrachten und zu befühlen. Bei Frau Tulpe gibt es genau die Stoffe, die ich im Knopfloch oder auch im Kaufhaus vermisse: Hochwertige dünne Baumwollstoffe mit schönen Mustern, meistens in der Qualität von dünnem Baumwollbatist, einige auch etwas kräftiger. Außerdem dickere, gröber gewebte Stoffe für Taschen oder Kissen meistens mit Retromustern, einfarbige Jerseys in schönen Farben, etwas Jeans, Vichykaro, Punkte, buntes Wachstuch, im Winter Wollwalk und Wollstoffe. Bei meinem letzten Besuch habe ich auch Frottee und interessantes Kunstleder gesehen. Die Preise sind für die Qualität absolut angemessen, was aber bedeutet, dass sie für den Kauf auf Verdacht ("Ich nehm dann mal drei Meter mit...") doch ein wenig zu teuer sind. Die Entscheidung was und wieviel kann sich also ganz schön in die Länge ziehen.

Frau Tulpe InnenraumBorten und Bänder hängen hier von der Decke

Um die Entscheidung reifen zu lassen, durchkrame ich dann erstmal die weiteren Angebote des Ladens, zum Beispiel die genähten Kleinigkeiten (Einkaufsbeutel, Duftkissen, Kosmetiktäschchen), die Bänder, Knöpfe, Aufnäher, Taschengriffe und -verschlüsse und sonstigen Schnickschnack. Die Kurzwaren gibt es so zwar auch woanders, in der schönen Zusammenstellung von Farben und Mustern sieht das aber gleich nochmal ganz anders aus, und die Präsentation ist es ja auch zum großen Teil, die einen guten Mädchenladen ausmacht. Neuerdings gibt es auch einige Schnitte der dänischen Firma Onion mit deutscher Vokabelliste, die vielversprechend aussehen und perfekt zu den Tulpe-Stoffen passen.

Die Ladenbesatzung sitzt manchmal im hinteren Teil des Raums an der Nähmaschine und lässt einen gerne stöbern, gibt aber auch Nähtipps und hilft bei der Entscheidungsfindung. Falls größere Wissenslücken auftauchen, kann man an Nähkursen teilnehmen. Das Du gehört hier übrigens zum Programm, aber es handelt sich ja, wie schon mehrmals erwähnt, um einen Mädchenladen. Letztens habe ich Frau Tulpe mit etwas bunt Gemustertem verlassen - ganz entgegen meiner sonstigen Vorliebe für Schwarz und ich hoffe, mir daraus vor Ablauf des Sommers noch ein mädchenhaftes Sommerkleid zu nähen.

Frau Tulpe
Veteranenstraße 19
10119 Berlin
www.frautulpe.de

Öffnungszeiten Mo-Fr 10-20.00, Sa 12-18.00
Haltestelle: Rosenthaler Platz (U8)

Freitag, 9. Mai 2008

Zentralste Nähversorgung








Heute komme ich endlich einmal dazu, über das Thema zu schreiben, was ich eigentlich am Anfang in den Mittelpunkt dieses Blogs stellen wollte (man hat ja manchmal so Pläne): Die Einkaufsmöglichkeiten für Stoffe und andere Lebensnotwendigkeiten in Berlin.

Im Knopfloch am Alexanderplatz war ich mittlerweile am häufigsten - das hat nicht unbedingt mit dem Laden selbst zu tun, sondern vor allem mit seiner unschlagbaren günstigen Lage, nur wenige Schritte von S- und U-Bahn entfernt. Alte West-Berliner werden jetzt aufstöhnen, aber zentraler kann ein Laden kaum liegen: in der etwas angeschmuddelten Passage des Alexanderhauses neben der Weltzeituhr.

Der Laden selbst wirkt auf den ersten Blick etwas altmodisch und unübersichtlich, was auch am Wollregal liegt, das man beim Hereinkommen als erstes sieht: Die Auswahl finde ich nicht so doll, es gibt recht viel Acryl in grellen Farben, ein paar Garne von online und Gedifra und ansonsten meistens nichts, was ich gerne auf der Nadel hätte.
Nachdem ich jetzt mehrere Male dort war, habe ich aber die unbestreitbaren Vorzüge des Ladens entdeckt. Da sind zunächst einmal die Verkäuferinnen alten Schlags, die sich in der Materie auskennen und beraten können und wollen, egal ob eine Schülerin Stoff für ein Taschennähprojekt an der Schule braucht oder eine kniffelige Lösung für ein Gothikkleid gefunden werden soll. Die einen aber auch einfach in Ruhe Stoffe schauen lassen, wenn man das möchte.

Zweitens hat das Knopfloch eine gute Auswahl an saisonunabhängigen Standardstoffen, Handarbeits- und Patchworkstoffen und ich begrüße es sehr, wenn ich auch jetzt im Mai beispielsweise Cord in verschiedenen Farben kaufen kann, falls ich ihn brauche und nicht auf die Herbstsaison warten muss. Die Stoffpreise finde ich in Ordnung - nicht überragend günstig, aber auch nicht überteuert, angemessen eben, etwa die Preise, die man für Markenstoffe im allgemeinen zahlt. Dann gibt es in dem Laden noch viel, viel mehr, was man aber schätzungsweise erst beim dritten Mal sieht, weil man am Anfang gar nicht alles erfassen kann. Zum Beispiel neben Burdaschnitten neuerdings auch Schnitte von Simplicity und Unterwäsche-Schnitte von Sewy nebst Dessousstoffen und -zubehör. Perlen von Gütermann, Stickpackungen und Handstickgarne, außerdem Maschinenstickgarne von Madeira und das Gütermann Baumwollstickgarn. Knöpfe von union Knopf, dill, Muehlmeier und die schönen, selten zu findenden von Jim Knopf und natürlich die üblichen Kurzwaren, Bänder, Borten, Häkelgarne und so weiter. Nicht zuletzt verkauft das Knopfloch auch Nähmaschinen (Pfaff, Singer, Brother) und bietet eine Nähmaschineninspektion für 30 Euro an.

Nur die Saisonstoffe, da kommen das Knopfloch und ich nicht so recht zusammen. Obwohl ich viel schwarz und dunkle Farben trage, sind mir die Stoffe dort zu düster, vielfach auch zu gemustert. Möglicherweise ist das einfach eine seltsame Diskrepanz zwischen Fühlen und Denken bei mir: Offenbar mag ich Stoffläden lieber, in denen es viele bunte Stoffe gibt, obwohl ich letztlich immer dunkle kaufe. Das muss ich mal weiter beobachten. Stoff habe ich also noch nicht gekauft, und das obwohl zum Saisonwechsel zum Teil kräftig reduziert wird. Aber kann ja noch werden.

Knopfloch
Alexanderplatz 2
10178 Berlin

Haltestelle Alexanderplatz

Update 16.6.2008:
Aus einem werden zwei: Die Inhaberinnen des Knopflochs gehen anscheinend in Zukunft getrennte Wege: Wie die Webseite ankündigt, zieht das Knopfloch zum 1.7.2008 in einen S-Bahn-Bogen neben das Alexa. Ein zweiter Laden eröffnet ebenfalls am 1.7.2008 im Berlin-Carré in der Karl-Liebknecht-Straße.