Donnerstag, 19. Mai 2011

Zweite Phase


Meine erste Quiltphase liegt Jahre zurück - und die Patchwork- und Quiltwelt da draußen sieht inzwischen ganz anders aus als noch vor ein paar Jahren. Ich trauere den Zeiten nicht nach, als es schon schwierig war, überhaupt halbwegs geeignete Baumwollstoffe zu finden, als die meisten Leute bei dem Begriff „Quilt“ an schottische Röcke dachten – aber wie ich mich nun in meiner zweiten Quiltphase gegenüber diesem Wust an neuen Stoffen, Mustern, Ideen positioniere, weiß ich noch nicht. Natürlich ist es toll, dass einen durch das Internet die Ideen geradezu überfluten, aber manchmal möchte ich lieber gar nichts mehr sehen, denn ist neben diesen übermächtigen Bildern noch Platz für etwas Eigenes?


Jetzt fange ich erst einmal klein an: Mit Kissenbezügen aus dem Vorhandenen. Hier schnitt ich endlich einige Stoffe aus dem Druckaustausch vor eineinhalb Jahren an – das längliche, sehr bunte Kissen mit Drucken von Floh und Kaze hatte ich hier schon in der Planungsphase gezeigt, das zweite mit Drucken von Tally (ein hellgrüner Zweig mit gelben und blauen Punkten) und Suschna (blaue unterbrochene Streifen auf strukturiertem Stoff) wurde mit Stoffen der 50er Jahre ergänzt.


Das Quilten mit der Nähmaschine ist für mich als Ex-Handquilterin ebenfalls völliges Neuland. Im Kissenformat gar kein Problem – aber wie man wohl einen ganzen Quilt unter der Maschine durchschiebt, und dann womöglich noch mit Freihandmustern versieht, ist mir nicht ganz klar.


Für das bunte Kissen verwendete ich den Wellenstich an meiner neuen alten Maschine, die leider nicht zuverlässig arbeitet (ein Kapitel für sich), daher brauchte ich fünf Anläufe, bis das Kissen endlich gesteppt war. Den Wellenstich mit großer Stichlänge (hier: 3,5) kann ich für erste Maschinenquiltversuche aber sehr empfehlen. Unregelmäßigkeiten fallen längst nicht so auf wie bei geraden Linien und die Oberfläche erhält ganz von selbst eine schöne Struktur.


Und was kommt als nächstes? Noch mehr Kissenbezüge! Diesmal ein Muster aus einem Blog, und ich machs wie bei "Stiller Post": Blog nur ein einziges Mal anschauen, Muster aus dem Kopf nacharbeiten und durch Übertragungsfehler auf eine eigene Note hoffen.

17 Kommentare:

  1. Wie schön, mit Tally und Fünfziger-Stoffen zusammen vereint auf einem Kissen, zu den Ranken und Regentropfen noch ein kleines Sonnenquadrat. Man sieht die Tüftelei bei beiden Kissen, auch wenn es so "en passant" wirkt. Neue alte Maschine? Hast du jetzt auch eine ganz alte?
    Zu der kreativen Bilderflut: Die Idee mit dem nur einmal kurz gucken und dann gleich ins Unterbewusste sinken lassen ist gut. Obwohl auch das genaue Nacharbeiten immer anders wird, wenn man andere Stoffe nimmt. Das Thema hatten wir ja schon mal, wie schwer es ist, eine würzige Mischung zu finden.

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  2. Ich kann dein schwanken wg der Bilderflut verstehen - eine ganz eigene Linie zu finden fällt so schwer, da zu viele Eindrücke von Stoffen, Farben und Mustern auf einen einstürmen. Mal bewegt man sich in eine Richtung, mal in die andere. - Der Wellenstich hat auf dem Foto eine sehr plastische Wirkung, das gefällt mir gut - Zeigst Du das Kissen noch einmal im ganzen?

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  3. What a beautiful pillow!

    Excellent combination of colors!


    Greetings from Chile.

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  4. wunderschöne Kissen, die wie ich finde Ihren eigenen Stil haben!
    Das Wellenmuster find ich Klasse!

    LG Anja

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  5. Mir gefallen die auch sehr. Ich glaube, um Individualität brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen.
    Ich probiers übrigens gerade erstmals mit dem Handquilten - es macht mehr Spaß, als ich vorher gedacht hätte.

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  6. Ich kann mich Sushna anschließen: So schön, die Stoffe von uns zusammen verarbeitet zu sehen. Wie geschickt du das gemacht hast!
    Zum Freihandquilten hatten wir uns im März der textilen Seiten ausgetauscht. Wobei: auch deine beschriebenen Bedenken bei einer großen Decke sind wieder ein Grund für Mini-Formate.
    Ich möchte mal eine dicht maschinengequiltete Decke in die Hand bekommen. Kuschigkeit kann ich mir noch immer nicht vorstellen.
    Viel Freude und gutes Ankuscheln wünscht Tally

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  7. Sitze gerade im Büro und würde mich am liebsten auf Deine einladenden Kissen legen.... Die sehen beide so gemütlich aus.

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  8. Freihandquilten, vielleicht auch frei schneiden (ohne Lineal) - es macht Spaß, sich vom klassischen Patchwork zu lösen. Für größere Quiltarbeiten mit der Maschine empfehle ich "Quilt-as -you go".

    Bin schon sehr gespannt, wie Deine 2.Quiltphase weitergeht.

    LG
    Elke

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  9. Die Kissen sind wahnsinnig schön geworden. Ich spüre sozusagen den (von dir im April beschriebenen) "Klick", den die Ausarbeitung dieser Kissen erzeugt haben muß!
    Wie meisterhaft und ungezwungen das gelbe und das grüne Quadrat ihren Platz auf dem blauen Kissen gefunden haben....
    Ist die Rückseite durchgängig aus einem Stoff und mit Knopfleiste?
    LG
    Wiebke

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  10. Durch die Kombination der handbedruckten Stoffe mit den 50er Jahre Stöffchen, ist das Kissen nicht nur wunderschön, sondern sehr individuell und hebt sich deutlich von der Bilderflut ab. Mir geht das übrigends ähnlich, so froh ich war, dasws es nun endlich wunderschöne Baumwollstoffe mit tollen Drucken zu kaufen gibt, erwische ich mich nun oft dabei, das ich beim immer wieder Wiedererkennen der Stoffe (+beliebte Schnitte) so eine Assoziation an "Malen nach Zahlen" bekomme. Vielleicht rede ich mir das auch ein, da ich zu geizig bin, Markenstoffe und co. zu kaufen, aber mein liebster Quilt besteht zum größten Teil aus Stoffen aus Resten, alten Kleidungsstücken und Vorhängen und Stoffen vom (Sperr)müll.
    Du hast schön und sauber mit der Maschine gequiltet. Ich bin zwar immer begeistert beim Patchwork der Oberseite, aber wenn es dann an das Quilten geht....
    Viele Grüße
    Julia

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  11. @Suschna, meine neue alte Maschine ist nur von 1978 - ich stelle sie demnächst nochmal vor, vor allem, weil ich noch mit der Fehlersuche beschäftigt bin, vielleicht weiß ja hier jemand was.
    @Floh, zum nächsten BMQG-Treffen bringe ich die Kissenbezüge mit.
    @Maria Xi, thank you!
    @Tally, Dank unserer Quilttreffen hier hatte ich nun schon eine Menge maschinengequilteter Decken in der Hand, und die sind wirklich richtig kuschelig! Sie sehen anders aus als handgequiltet, aber überhaupt nicht schlechter, anders.
    @Wiebke, ja die Rückseite ist nur Stoff, sogar ohne Knopfleiste, die Kanten der Rückseitenteile liegen einfach übereinander
    @Julia, wenn manche Stoffserien auf den Markt kommen, und dann sieht man die auf einmal überall, ja, das hat dann schon was von "Malen nach Zahlen" - guter Vergleich! Manche beliebte Serien habe ich mir nur durchs Internet "über"gesehen, auch manche Farbkombinationen, z. B. orange und Magenta, das ist zur Zeit sehr beliebt. Ich nehme jetzt erstmal das, was ich habe, denn das ist reichlich...

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  12. Mmmmh, sehr, sehr schön. Und sehen sooo kuschelig aus!

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  13. Ihr habt mich auch angesteckt (ihr von der BMQG). Ich habe schon einen rieigen Stapel alter Spitzentaschentücher bereitliegen und werde mich sofort, wenn ich wieder mehr Muße habe, an eine 2x2,50m Decke machen, jawoll. Klotzen nicht kleckern.
    Der Wellenstich sieht wunderschön aus, der kommt dann auf jeden Fall auch zum Einsatz.
    Liebe Grüße und süße Träume auf deinen schönen Kissen!

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  14. Diese Zusammenstellung ist dir wirklich gut gelungen. Der Klick war vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt. Manchmal reift so etwas und man kann oft nicht genau sagen, warum es jetzt vielleicht einfacher geht.
    Eine echt schöne Simbiose. Danke!
    Und ich bin schon neugierig aufs das nächste Projekt aus dem gedächnis.Die Anregeung als vage Erinnerung umsetzen ist viel kreativer, als 1 zu 1 abzuarbeiten und dann ensteht garantiert etwas, was ganz lucy-like ist.
    Inspirierte Grüe von Karen

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  15. bei deinen kissen geht mir das herz auf - wunderschön!!
    LG

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  16. Ich denke seit Jahren schon über meinen ersten Quilt nach - und habe noch nicht mal angefangen...
    Mir spuken auch die tollen Modelle durch den Kopf, die man überall zu sehen bekommt, ich trau' mich einfach nicht.
    Deine Kissen sind wunderschön. Und die Verwendung von Resten und 'besonderen' Stoffen ist doch die ursprüngliche Variante des Quiltens, oder habe ich das jetzt falsch im Kopf?
    In unserer Ferienwohnung im Dezember habe ich ein Buch gefunden, dass sich mit den Quilts der Amishen befasst hat - höchst interessant und weit entfernt von dem, was man so heute quiltet. Jedenfalls, was die Stoffe angeht.
    Andererseits: das mag jeder so halten, wie es ihm beliebt. Mich reizt vor allen Dingen die sinnvolle Verwendung von Stoffresten, da wäre es doch widersinnig, extra Stoffe für einen Quilt zu kaufen - und seien sie auch noch so schön...
    Greets,
    Liese

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  17. Liese, einen Quilt aus Stoffresten in deinen Farben könnte ich mir sehr gut vorstellen! Fang doch einfach mal mit einem kleinen Teil an.
    Das gute an Quilts ist ja, dass da jeder etwas nach seinem Geschmack finden kann: Charm Quilts aus besonderen gesammelten Stoffresten, Crazy Quilts, in denen man auch Samt und Seide verarbeiten kann, Quilts aus den modernen Quiltstoffen, Restequilts, figurative Applikationsquilts, oder sowas Reduziertes wie die Quilts der Amish, geht alles. Im Moment liegt für mich tatsächlich die größte Herausforderung darin, aus dem, was da ist, etwas zu machen: Jede Menge Stoff, aber aus mehreren Jahrzehnten und gar nicht aufeinander abgestimmt wie die typischen Quiltstoffe.

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Vielen Dank für deinen Kommentar!