Samstag, 11. September 2010

Ideen, verzweifelt gesucht


Brigitte, du enttäuschst mich! Die Ankündigung, dass bei Brigitte Nr. 20 (8. 9. 2010) ein 50-seitiges Extraheft mit Anleitungen zum Nähen, Stricken, Basteln und Dekorieren dabei sein sollte, ließ mich am vergangenen Mittwoch gleich zum Kiosk rennen - dachte ich doch an die liebevoll gestalteten Kreativ-Sonderteile von Brigitte aus den Neunzigern. Damals gab es in jeder Ausgabe ein Beiheft mit Bastel- oder Strickanleitungen, Koch- oder Keksrezepten, Genähtem und Gebautem im typischen zeitlosen und trotzdem originellen Brigitte-Stil.

Das aktuelle Extraheft hat mit den inspirierenden Brigitte-Handarbeitsideen früherer Zeiten leider gar nichts mehr zu tun. Dass man sich mit der Formel "ganz einfach" vor allem an Menschen richtet, die ansonsten nie basteln oder bauen, finde ich ja noch in Ordnung. Der Satz "Denn viele unserer Ideen sind so einfach, dass Sie bei der Umsetzung nicht nachdenken müssen" schraubte meine Erwartungen schon herunter - und trotzdem bin ich enttäuscht.


Enttäuscht von den banalen Vorschlägen, den zum Teil unbrauchbaren Anleitungen, und verärgert davon, dass man eine Dekoidee, die Burdastyle im Februarheft dieses Jahres auch schon hatte, noch nicht einmal neu und originell in Szene setzen konnte.
Zwar kann man, was die Idee an sich betrifft, wohl nicht von einem Plagiat sprechen, dazu fehlt die Schöpfungshöhe und dazu werden in zu vielen Grundschulklassen weltweit puschelige Blumen aus Seidenpapier gebastelt. Dass es nun aber Brigitte so wie Burda vor einem halben Jahr ganz zufällig einfällt, weiße Papierpuschel an einen knorrigen Ast zu binden, ein altes Sitzmöbel in Blautönen rechts daneben zu stellen und beides vor einer hell getünchten Wand abzulichten, nimmt mich wunder.


Genauso die Blumen aus Muffin- und Pralinenförmchen: hatte ich die nicht kürzlich schon mal irgendwo gesehen? Ja, ebenfalls in Burdastyle 2/2010 (und viel viel früher schon im Blog von Pam Garrison, nebenbei bemerkt).

Und sonst? Wer nach der kryptischen Anleitung von Seite 17 eine Stuhlhusse nähen kann, hätte wohl von Anfang an gar keine Anleitung gebraucht. Als versierte Näherin bekäme ich das wohl hin, aber die Erklärung, wie der Vogel aus Maschendraht und Pappmaché auf der gleichen Seite anzufertigen ist, lässt mich ratlos zurück: "etwas Maschendraht nehmen und daraus ein großes "U" formen. Die Form nun zum Korpus biegen, Draht mit der Drahtzange ein- oder abschneiden. Den Schwanz ebenfalls fertigen und an den Korpus haken." Ah ja.

Und in diesem Stil sind die meisten Anleitungen gehalten: beim Kistenregal auf Seite 42 werden als Material "verschiedene Holzzuschnitte" angegeben, in der Anleitung selbst ist dann übergangslos von "Kisten" die Rede, die zu einem Regal verschraubt werden sollen. Aber wie kommt frau vom Holzzuschnitt zur Kiste? Und hat schon einmal jemand versucht, wie auf Seite 41 vorgeschlagen, mit einer Laubsäge in der Rechten Figuren aus einer Spanplatte auszusägen, während die Linke die Spanplatte auf dem Tisch festhält?

"Bei der Umsetzung nicht nachdenken müssen" richtete sich doch an die Leser, nicht an die Redaktion, oder habe ich da etwas falsch verstanden? Was soll so ein lieblos gemachtes Heft? Brigitte, denk dir doch beim nächsten Mal selbst etwas aus und investier etwas mehr Sorgfalt in die ganze Sache, so wie früher.

41 Kommentare:

  1. ich hab mich auch schon gefreut...
    auf die eine oder andere originelle idee für ein schönen herbst oder vielleicht auch weihnachten...
    altes zeug, zwar nett fotographiert, aber auch alles....
    ich bin genauso enttäuscht wie du....
    und auch der schlauchschal hat eine geniale zeitangabe...
    nu ja....

    es ist halt auch schwierig immer wieder was neues zu kreieren...

    liebe grüße
    stella

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  2. genau wenn wir hier in kleinbloggersdorf so kreativ sind, kann denen auch nichts neues mehr einfallen oder sind wir zu verwöhnt??

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  3. Danke für diesen Bericht!! Ich war so entsetzt von dem ganzen Heftchen, ganz ganz schlimm und irgendwie auch so traurig. Das kopieren erwartet man eher bei anderen Heften und selbst da machen die es besser. Auch das 100. Sockenviech macht mich nicht mehr an.
    Also von mir 100% Zustimmung!
    ♥-liche Grüße!
    claudia

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  4. Dem kann ich noch etwas hinzufügen: "Schöner Wohnen" ist seit einiger Zeit geschmacklich auch umgeschwengt auf all das Schöne, das man sich in der Blogwelt so zusammentragen kann. Das ganze Heft voller Vintage-Retro-Stil, Optik und Ideen so wie man es schon lange kennt, wenn man intensiv in der Kreativ- und Designblogwelt unterwegs ist. Eigentlich hatte ich es mir immer gewünscht, dass die Printmedien endlich aus den Blogs schöpfen, aber nun wird es mir auch gleich schal. Ich glaube fast auch, wir sind zu verwöhnt. Selber schuld, wenn man schon alles gesehen hat...
    Danke für den Hinweis, dass ich mir das Brigitteheft sparen kann.

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  5. da geb ich dir in allen punkten recht!
    leider werden die kleinen magazine mit eigenen, etwas anderen ideen immer rarer, da die großen verlage alle aufkaufen. und da wird aus kostengründen eben das eine in die andere zeitschrift übernommen. ich produziere selbst einige magazine und muss es auf anweisung der verlagsleitung auch so machen. die meisten hefte kann man sich also mittlerweile sparen, da bietet das netz doch viel mehr abwechslung und neuigkeiten! und wenn ich schon einmal lust auf gedrucktes schmökermaterial habe, blättere ich mittlerweile vorm kauf das ganze heft durch.
    lg, catharina

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  6. wollt ich doch schon sooo lange papierblumen an einen knorrigen ast binden.
    pappmache - die kinder werden älter, will ich doch auch mal wieder im kleister matschen.
    ein u aus draht? - vielleicht bleib ich doch lieber bei meinen nadeln und erinnere mich an frühere zeiten, als ich noch gerne nach zeitschriftanleitungen kreativ war!!!
    oder einfach - alle jahre wieder!

    ärgere dich nicht, du wirst es in einem jahr hier oder dort wieder finden. egal ob blauer stuhl oder vielleicht mal ein roter.

    liebe kreative grüße
    von brigitte - äh monika

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  7. Auch ganz meine Meinung.Ihr wundervollen Bloggerinnen seit heute viel inspirierender. Aber vielleicht ist es bei Euch auch ein wenig wie bei mir. Mich hat die Brigitte seit meiner frühsten Kindheit begleitet.Mit Ihr habe ich gebastelt,gestrickt,genäht, gebacken... die Anfänge gelernt ( früher war in fast jedem Heft ein SCHNITTBOGEN) und sie hat für eigene kreative Ideen den Anstoß gegeben. Schade, das ist verloren gegangen. Deswegen freue ich mich über jedes alte Heft und jede VIVA Ausgabe, die ich auf dem Flohmarkt finde. Die sind liebevoll produziert und mit 20 - 40 Jahren auf dem Buckel immer noch spannend und inspirierend. Gruner und Jahr sollte das Brigitte Archiv plündern und ein BRIGITTE VINTAGE rausbringen. Auch gerade für die über 40, die Brigitte Woman lesen sollen, aber eigentlich nur Ihre "alte" Brigitte durchblättern wollen.
    Danke für Deinen Kommentar und überhaupt Deine schöne Seite!

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  8. Ich habe mich leider auch zum Kauf verleiten lassen, da eingeschweisst, war angucken ja nicht möglich.
    War dann auch sehr erstaunt über das Gebastel.
    Das nächtst mal bin ich klüger und warte erst mal deine Kritik ab.

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  9. Danke. Wieder ein unnötiger Kauf gespart. Aber es ist ja eher schade.
    :(
    Liebe Grüße,
    frifris

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  10. Bin auch mit Brigitte aufgewachsen, lese sie aber seit vielen Jahren nicht mehr. Mich spricht auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt überhaupt nichts mehr an, weder was das Nähen noch das Basteln, Stricken oder Kochen betrifft. Ich habe ungefähr 20 Burda-Hefte zu Hause und wenn ich die so durchschaue, hab ich das Gefühl, dass sich da irgendwie auch alles wiederholt. Ich warte noch, dass man mich als Zielgruppe entdeckt... Bis dahin halte ich mich mit Bloglektüre und ausländischer Literatur über Wasser.
    Vielen Dank für den schönen Artikel.

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  11. Ich habe das Heft auch gekauft. Und die Beilage gleich entsorgt. Hey wer will den solche Staubfänger wie Papierblumen in der Wohnung haben? Und genau: Schöner Wohnen kaufe ich schon lange nicht mehr.
    Elle Decoration dagegen wird immer wieder besser und es ist viel mehr als "Dekoration" drin. :-)

    Liebe Grüße, Smila

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  12. Danke fürs Vorwarnen!
    Ich kann dir nur ans Herz legen, deinen Beitrag auch dem Leserdienst der BRIGITTE zu senden!

    Vermutlich werden sie zwar auch dir ans Herz legen, auf BRIGITTE Woman zu schwenken...

    Als treue Leserin seit ca 1963 kaufe ich die BRIGITTE seit einigen Monaten nicht mehr, hätte ev. bei dieser Ausgabe eine Ausnahme gemacht.

    Ich bin dabei, Berge abzubauen und über 1000 Hefte auszusortieren.
    Ja nach Jahrgang geht das tatsächlich ratzfatz oder schleppend bis "muss-ich-behalten"!
    Letzteres betrifft fast durchwegs alte Hefte.

    Übrigens habe ich mir gestern das BURDA easy gekauft und die Anleitung für den Schlauchschal dreimal gelesen - ich verstehe sie immer noch nicht und vermisse eine einfache Skizze dazu.
    Und der Bolero, der mir im Heft am besten gefiel, ist einmal mehr nur käuflich erhältlich... Ich habe ein Déja-vu (BURDA-Heft 2009/?) und werde das nächste Mal beim Zeitschriftenkauf die Lesebrille hervorkramen...

    Liebe Grüsse, LY

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  13. "Ich warte noch, bis man mich als Zielgruppe entdeckt" ist für mich der Satz des Tages! Ich warte dann mal mit.
    Ich bin ja auch mit Brigitte aufgewachsen (meine Mutter hatte ein Abo), und habe immer noch drei Ordner voller alter Kreativteile. Die Entwürfe finde ich nach wie vor schön und originell, daher denke ich nicht einmal, dass es die Blogs sind, wodurch dieses Sonderheft im Vergleich so schal wirkt. Wenn man die alten Strickanleitungen, Weihnachtsdekorationen, Stickvorlagen usw. heute noch einmal veröffentlichen würde, könnten sie durchaus im Vergleich zu den Blogs bestehen.
    Brigitte hatte in den Achtzigern auch zwei oder drei Redakteurinnen nur für Strick- und Handarbeitsentwürfe und Anleitungen. ich erinnere mich an Kathrin Behrens und Ariane Heyduck, die zusammen auch sehr schöne Bücher gemacht haben. Sowas gibts heute vermutlich nirgends mehr.

    Ich fands übrigens auch in erster Linie traurig, ja deprimierend, dass die Brigitte so mies geworden ist. Kaufe das Heft seit etwa 10 Jahren nicht mehr, aber unternehme ab und zu mal wieder einen Versuch, die Zeitschrift zu mögen.

    habt noch einen schönen Sonntag!
    Lucy

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  14. LY, ich habe kürzlich von einer Bekannten einige alte Brigitte-Hefte aus den frühen Achtzigern bekommen (damals las ich nur "Die kleine Brigitte"), und ich war überrascht was für ein dickes, textlastiges Heft das damals war. Brigitte Woman habe ich im Urlaub sogar einmal gelesen, aber ehrlich gesagt finde ich ja den Unterschied zum Hauptheft nicht so sonderlich groß, und durch die Zielgruppenansprache "ab 40" fühle ich mich ja direkt ausgeschlossen ;-)

    viele Grüße!

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  15. gut zu wissen, wollte mir das heft holen. das kann ich mir jetzt sparen. mag deinen blog sehr und hab mich jetzt als leser angemeldet.
    sonnige grüsse aus der pfalz

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  16. Ich kaufe mir die Hefte gar nicht mehr um mich vor Enttäuschungen zu bewahren. Ein paar ältere gute Brigitte Zeitschriften habe ich aufbewahrt. Dann habe ich noch ein paar der Zeitschrift Prima, die gehen noch... Bloggen und Blog lesen ist besser...

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  17. Na, das geht ja ab hier!. Es sit soooo beruhigend, dass man mit so einem Gefühl nicht allein steht. Aus alter Liebe kaufe ich so 2-3 mal im Jahr noch die Brigite, um beim ersten Durchblättern wieder zu wissen, ich hätte es sein lassen können.
    Anfangs dachte ich ,dass es der rasante chinesische Ideeklau ist, der die Redation zum Einschränken des Krativteils gebracht hat. Mir fielen Ideen auf, die ein halbes jahr später käuflich zu erwerben waren. Dann kam die seltsame Aufsplitterung der Brigitte und ich holte für meine große Tochter die "young miss" und fand alles Kreative war ab da , nur noch dort zu finden. Die brigirre war fad dagegen. Für den Rest sah ich mich nicht als Zielgruppe. Die Miss fand ich viel besser und die war bis 25 gedacht, die hatte ich schon ein paar Tage überschritten. Leider wurde sie ziemlich rasch komplett eingestellt. Ich nehme an das flinke Internet hat sie gefühlt überholt. Was ich aber nicht finde, denn es gibt nichts Gleichwertiges.

    Der Druckvorlauf ist sicher ein Problem , um mit der Bloggerwelt Schritt zu halten, aber man geht diesen Versuch gar nicht erst an.
    Ich freue mich an den alten Titeln, von denen ich noch welche habe und das Dossier lese ich öfter in der Bibo. Das ist nach wie vor gut recherchiert.
    Danke für diesen Post, Lucy!
    nachdenkliche Grüße
    Karen

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  18. Gutes Wort, Schöpfungshöhe... - daran sieht man wieder mal, wie wenig Eigenimpulse, Qualität + fundierte Information es inzwischen in den Medien gibt + wie sich die Blätter stattdessen gegenseitig "kanibalisieren", wie ein Freund (Ex-Chefredakteur) das nennt...

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  19. Sehr richtig, stimme total zu! Mich öden diese "so einfach, sogar ohne Nachdenken"-"Bastelprojekte" immer furchtbar an, denn es gibt in den einschlägigen Zeitschriften kaum etwas anderes als Dritte-Klasse-Werkenprojekte. Danke für diesen Post! Ich hoffe, jemand aus der Brigitte-Redakton liest ihn!!!

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  20. Vernetzung schafft Öffentlichkeit!

    Wenn Ihr die Chance erhöhen möchtet, dass das jemand aus der Brigitte-Redaktion zu lesen bekommt, dann bloggt über diesen Artikel doch auf euren eigenen Blogs - mit Link.

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  21. Danke für diese teils schon belustigenden Einblicke ... wenn es denn nicht so traurig wäre.

    Ich selber bastle nicht, schaue mir auch diese Dinge nicht sehr intensiv an und kann somit überhaupt nicht mitreden. Auch damals habe ich die Brigitte nie gelesen.

    Was mich aber sehr überrascht ist, dass die Redaktion(en) scheinbar? ihren Neuigkeitsgehalt nicht prüfen, bevor etwas veröffentlicht wird.

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  22. Sorry, so ganz ohne Gruss

    das sollte nicht.

    LG
    Sabine

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  23. DANKE für den Artikel.
    Das mit den wiederverwertetet Anleitungen gibt's übrigens schon länger. Burda, Lena und wie sie alle heißen.
    Sonderhefte zu Weihnachten? 10 Jahre Zeitschriftenarchiv diverser "Handarbeitshefte" decken die Doppel auf. "Das Haus" verwertet auch sehr gerne mal alte Anleitungen.
    Sicher, nicht alles ist neu, und das Rad (der PomPom, der Quilt, der Schal) müssen sicher nicht mehr neu erfunden werden, aber ein bißchen veräppelt fühlt man sich manchmal schon.
    Immerhin haben sie neue Fotos gemacht. Manchmal verwenden die ja sogar noch die gleichen Bilder wie in einem anderen Heft - DAS ist dann nochmal peinlicher.

    Nicht ärgern, sondern nur wundern.
    Die Anleitungskürzungen habe ich übrigens schon am eigenen Leib erfahren dürfen, als von 3 Seiten Schritt-für-Schritt-Anleitung nur noch fünf Sätze übrigblieben. So viel zum Thema "anfängergeeignet".

    Also: Brett festhalten und links nageln. Oder so.

    LG,
    Katrin

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  24. Ja, ich singe mit im Chor der Enttäuschten! Ach, was habe ich früher meine Brigitte Vorlagen und Anleitungen geliebt. Bis heute wird noch jede gut gehütet und auch meine Hoffnung auf ein Revival der Brigitte-Künste stirbt langsam. Dieses Heft war noch weit weniger als 0815. Beste Grüsse!

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  25. Ja, genau auch meine Meinung, hast du hoffentlich auch an die Brigitte-Redaktion gemailt? Habe auch noch Seitenausrisse aus alten Brigittes - immer noch schön und kreativ.

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  26. Kann sich noch wer an die Brigitte Schnitthefte erinnern? Ich habe noch welche die waren damals, in den frühen 1990 Jahren, wirklich modisch und weit schicker als die Burda damals.
    Ich war von dem aktuellen Heft auch enttäuscht, ich dachte aber es liegt an mir. Ich bin zu alt für die Kreativen Ideen die man heute so hat :)
    Aber ehrlich gesagt nicht mal bei der Liste mit den Blogs war wirklich was neues dabei, ich habe mir die Mühe gemacht und bin sie durchgegangen.

    Ich kaufe die Brigitte, im Unterschied zu früher, nicht mehr regelmäßig und auch Brigitte Women nur sporadisch obwohl ich absolut die Zielgruppe bin. Aber beide Hefte können sich mir früheren Ausgaben nicht messen.
    Die Blogs sind natürlich eine Vorgabe für die Zeitungen aber eine Zeitung wie "Landlust" schaft ja auch in jedem Heft jede Menge unterschiedlichster Themen fundiert zu behandeln und Anleitungen sind auch immer drinnen.

    Ich kaufe sehr viele Gartenhefte und hebe alle auf. Das gibt mir die Möglichkeit die Ausgaben zu vergleichen. Ich schreibe immer an die Verlage wenn die gleichen Fotos/Artikel auftauchen, einmal habe ich schon einen sehr schönen Kalender als Entschuldigung bekommen, einmal - geschrieben habe ich schon öfter. Die Unsitte der endlos Wiederverwertung greift nicht nur bei den Kreativseiten Platz.
    Liebe Grüße und DANKE für diesen Post und die Kommentare(ich dachte schon mit mir stimmt was nicht)
    Teresa

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  27. Ich habe die Brigitte nie gekauft - bekomme aber die abonnierten Hefte von meiner Schwester. Leider fand ich schon die ganze letzte Zeit keine Anleitung, die wirklich ein wenig Anspruch besaß. Ich persönlich habe wirklich die allermeisten alten Verena-Hefte aufgehoben und freue mich jetzt immer, wenn ich diese durchblättere. Die hatten immer ganz viel Strickkram und hinten drin immer Schnittmuster zum nähen und ganz tolle Kreativ-Ideen. Mir haben die am besten gefallen...
    Ja mir geht es auch oft so, daß ich enttäuscht bin. Nicht enttäuschend finde ich aber die Landlust, die wirklich immer schöne kleine Dinge mit in ihr Heft integrieren. Die kann man dann online im Anleitungsteil der Landlust-Seite runterladen - oder nicht. Da finde ich es eher schade, es nicht beiliegen zu haben, dafür ist es für alle einsichtig und selbst die können alle Anleitungen sehen, die das Heft nicht kaufen. Ist dann nicht eigentlicher Luxus?
    Auf neue kreative Ideen!!!!!
    Liebe Grüße Tinki
    PS: Es gibt eben auch kleine Nachteile der globalisierten-E-Welt....

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  28. Die "Landlust" kommt ja von einem kleineren Verlag in Münster, der hauptsächlich landwirtschaftliche Fachzeitschriften herstellt, nicht von einem der großen Zeitschriftenverlage. Sollte es da einen Zusammenhang geben? (Das ist natürlich eine rhetorische Frage. Dort scheint es noch um Inhalte zu gehen, nicht nur um ein Werbeumfeld.)

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  29. Im Tagesspiegel gab es mal einen Artikel zur Frage, warum Landlust (und dessen Kopien) vielleicht so erfolgreich sind: http://www.tagesspiegel.de/medien/gackert-das-huhn-freut-sich-der-mensch-/1803620.html

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  30. Puh, die Ausgabe wollte ich auch noch kaufen! Das werde ich mir nun natürlich sparen!
    Ich stimme Dir zu!!!!

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  31. Danke, Suschna, für den Link. Wobei mir der wichtigste Punkt in Bezug auf Landlust die wirkliche Authentizität ist: die Leute kennen das, wovon sie schreiben. Es ist nicht die Pseudo-Authentizität von Münchner Magazinmachern, die "das einfache Leben auf dem Land" als neue Masche entdeckt haben, das die Masche "auch du kannst wie ein Star sein (oder zumindest die gleiche teure Handtasche kaufen)" ersetzt.

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  32. Ich kann nur einstimmen.
    Meine Mutter als früher auch die Brigitte und liebte schon als Kind die Kreativ-Extras. Heute finde ich so ziemlich alles Bastelige auf dem Print-Markt langweilig uninspirierend und dieses öde "Schon-tausend-mal gesehen-Gefühl"-versprühend.

    Zusätzlich negativ wirkt sich m.E. die Tendenz alles zu Designer-Imitaten aufzublasen. So was gab es in den alten Heften nie und das tat den Entwürfen und Ideen da drin auch sehr gut.

    Und was das Wiederverwenden von Fotostrecken etc. angeht: Ich hab eine Zeit lang mal Living and More gelesen, das ist sozusagen die Schmalspurversion der Elle Decor. Die Fotostrecken waren 1 zu 1 aus der Elle übernommen. Und selbst innerhalb der Living and More-Hefte findest du innerhalb von zwei Jahren nahezu identische Fotostrecken.

    Daher: Adieu Printmedien!

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  33. Also wegen der Diskussionen hier hat der Liebste mir das aktuelle Landlust-Heft (mein erstes) mitgebracht (außerdem bin ich total erkältet und hüte das Sofa). Von der Leseransprache her erinnert sie mich an Brigitte zu den besten Zeiten - man merkt dem Heft an, das die Leser ernst genommen werden, es bietet echten Mehrwert (z. B. präzise Benennungen, z. B. lateinische Pflanzennamen in den Gartenartikeln), es ist nicht mit redaktionell eingekleideter Werbung vollgestopft, es ist nicht marktschreierisch ("Die 100 besten Pflanzen für ihren Garten!", und was die Konkurrenz sonst so textet). Es macht einen aufrichtigen, grundehrlichen Eindruck, und dass diese Haltung aufgeht, sieht man an der Leserbriefseite (dass eine Zeitschrift überhaupt eine Leserbriefseite hat, ist ja mittlerweile schon eine Seltenheit).

    Sehr interessant finde ich auch, dass Journalistenkollegen auf den Medienseiten der Tageszeitungen den Erfolg der "Landlust" immer nur auf ein paar Eckpunkte reduzieren - Sehnsucht nach dem einfachen Leben, nach überschaubaren Verhältnissen, Nostalgie usw. - ich denke es ist viel mehr als das.

    Ich danke euch allen jedenfalls für die lebhafte Diskussion und die viele neuen Aspekte. Ich sehe mittlerweile das Gebarme der Printmedien, "das Internet" sei Schuld am Niedergang von Print mit anderen Augen.

    Habt noch ein schönes Wochenende!
    Lucy

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  34. Die Printmedien bringen sich doch selber um mit ihrer ewigen Sparerei und "qualifizierte Redakteurinnen durch Praktikantinnenersetzung". (Die übrigens nur noch so kurz bleiben, damit ihnen am Besten gar nichts gezahlt werden muss!!) Die haben es gar nicht anders verdient. Und Heftchen wie "Das Haus" leben ausschließlich von Bildern aus Bildagenturen, daher kommt uns auch alles so wahnsinnig bekannt vor. Und wenn die Praktikantinnen dann noch mindestens 50 Stunden die Woche durchschuften, dann verzeihe ich ihnen gerne dass sie nur noch klauen können weil sie sonst zusammenbrechen... Aber die Herren Verlagsleiter brauchen ja sehr viele Heftchen für sehr sehr viele Anzeigenkunden, die aber auch alle abspringen.. Und dafür kann das arme Internet nun auch nichts ;-)
    glg!
    claudia (vom Verlagsleben für immer kuriert)

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  35. kann mich den vorschreibenden nur anschliessen. vor ein paar tagen wollte ich ein strickheft kaufen. in wien, weil da das zeitschriftenangebot - angeblich - grösser ist. ich fand EIN einziges strickheft, welches mich aber nicht ansprach. also wich ich - ich will wieder zu nähen beginnen - auf burda style, easy fashion aus.

    was bemerkte ich zuhause? ein teil der schnitte ist zum DOWNLOAD angeboten. wie soll das denn mit meinem kleinen tintendrucker gehen?! und als ich jetzt online ging, stelle ich fest, das heft gibt es zweimal im jahr und online ist noch das frühjahr-sommer-heft. ich KANN die schnitte also noch gar nicht downloaden! die brauchen für ihre webseiten länger, als für ihre printprodukte! ich hab das heft vor einer woche gekauft … und zwar auch deshalb, weil ich mir schnitte eben NICHT downloaden will, sondern am schnittbogen haben will …

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  36. eigentlich finde ich das extraheft ganz hübsch und inspirierend, also einfach schön anzusehen. aber was das nachbasteln betrifft, hast du recht: die ideen sind nicht bahnbrechend und die anleitungen grauenhaft. ich mochte die stulpen und die anleitung ist auch ganz einleuchtend, aber dann bei der kinder-version schreiben sie einfach "entsprechend weniger reihen stricken". da dachte ich mir auch, dass sie es sich ganz schön leicht machen...

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  37. Mein Geheimtipp: Die Zeitschrift marie claire idées, erscheint etwa alle 4 Monate. Wunderschöne Gestaltung von Näh- und Stickarbeiten, Basteln für Wohnung und Garten, einige originelle Rezepte - ich sammle die Hefte schon seit Jahren, man mag sich einfach nicht trennen davon. Allerdings: man muss etwas französisch können. Aber auch mal ne ganz gute Gelegenheit, seine Sprachkenntnisse etwas anzuwenden.
    Liebe Grüsse
    Chnobli

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  38. Oh ja, Chnobli, die MC idées könnte ich mir auch mal wieder gönnen! Die Zeitschrift finde ich auch toll, nur schrecke ich immer vor dem Preis zurück. Aber andererseits kostet sie auch nur so viel wie 3 Brigitten, ist aber zehnmal interessanter.

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  39. Diese Kreativergüsse in Brigitte und Burdastyle wirken für mich immer wie "geklaut" bei Marie Claire.
    Ansonsten bin ich ganz Eurer Meinung in ALLEN Punkten!

    lg
    birgit

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Vielen Dank für deinen Kommentar!