Donnerstag, 17. März 2011

Weg von der Wegwerfgesellschaft: "Kleider tauschen Leute" jetzt in Kreuzberg


Unser konsumorientierter Lebenstil tut uns global gesehen nicht gut, das wissen wir wohl alle. Ob es um billige Energie geht, billige Klamotten und Lebensmittel, Flugreisen oder elektronischen Schnickschnack: Der in Geld bemessene Preis mag für uns niedrig sein, doch alles, was darüber hinaus auf der Strecke bleibt – seien es unsere Mitmenschen, Tiere, die Umwelt – steht nicht mit auf der Rechnung.

Nicht unüberlegt irgendwelchen Krams anzuhäufen, der schnell kaputtgeht oder bei der nächsten Aufräumaktion eh wieder rausfliegt, ist das eine. Dinge, die man hat, möglichst lange zu nutzen, das andere. Was die Kleidung betrifft, ist das manchmal eher zwiespältig: Sicher hat wohl jeder ein paar Lieblingsteile, die so lange getragen werden, bis sie von selbst vom Körper fallen. Manches ist aber einfach doch nicht das richtige für einen selbst, vieles lässt sich auch durch Refashion nicht mehr retten, und die Freude über ein neues Teil, die Lust auf ab und zu etwas anderes im Kleiderschrank, die lässt sich ja auch nicht wegdiskutieren.

Als Alternative zum Konsum gibt es ab nächster Woche wieder einen Klamottentauschladen in Berlin, mit dem gleichen Konzept wie letztes Jahr, diesmal in der Kreuzberger Markthalle in der Eisenbahnstraße. Das Prinzip ist simpel: saubere, heile Sachen bringen und andere Sachen mitnehmen.

Los gehts am Samstag (19. 3.) von 13 bis 20.00 Uhr mit einer Klamottentauschparty, bei der die neuen alten Sachen gleich an der Nähmaschine verändert oder per Siebdruck verschönert werden können. Kleider tauschen Leute verspricht "Siebdruckspaß, up-cycling Spaß, Kino-box Spaß, Näh- und Stick Spaß und vieles mehr. Einfach vorbeikommen und Spaß haben."

Danach hat der Kleider tauschen Leute-Klamottentauschladen dann Mittwoch bis Samstag jeweils von 14 bis 19.30 Uhr geöffnet, Workshops zum Nähen, Flicken, Drucken und Filmvorführungen sind geplant, das Programm erfahrt ihr aktuell bei ktl.blogger.de oder im Laden. Möchtet ihr selbst etwas unkommerzielles anbieten oder sonstwie mitmachen, sprecht die Tausch-Leute an, ihr seid willkommen.

In Kiel gibt es übrigens einen Klamottentauschladen in der Lessinghalle, und ob bei euch in der Nähe Tauschpartys stattfinden, seht ihr bei www.klamottentausch.net.

Also dann "Gut Tausch!", wie der Kleidertauscher sagt.

12 Kommentare:

  1. Super Tip!
    Vielen Dank sagt
    Wiebke

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  2. super idee ... bei uns in der straße stellen viele sachen, die sie nicht mehr mögen oder brauchen, erst einmal auf den bürgersteig ... meist hat alles innerhalb weniger stunden einen neuen besitzer gefunden, ganz unkompliziert :-).
    liebe grüße
    bianca

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  3. Daumen hoch zu dem sinnvollen Post!
    Ich habe auch erst vor Kurzem erfahren, daß es so Etwas in meiner Stadt gibt.
    Solche Ideen gehören verbreitet :)

    Grüßle PEtra

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  4. Sehr gute Idee. Schade, daß ich nicht in Berlin wohne. Neben der Sinnhaftigkeit dieser Sache, verspricht das Ganze auch noch Spaß ... das hört sich klasse an!

    Liebe Grüße!
    Christel

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  5. Was für eine tolle Idee!

    LG Anja

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  6. Das ist ja eine tolle Idee, ich werde mal den "Hauptblog" verfolgen, falls es so eine Aktion wieder einmal in meiner Nähe gibt! Viel Spaß! LG, Simone

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  7. Danke für den Tip mit Kiel, das habe ich noch gar nicht mitbekommen, da werde ich mich nachher mal auf die Socken machen :)
    lg Friederike

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  8. Eine tolle Sache, so ein Kleidertausch. Hier in "rural America" finden diese Swaps oft in Kirchen statt. Ich weiss, dass es auch sehr elegante clothing swaps gibt, aber ich frage mich, ob hier die Menschen nicht doch hier mit Riesenmuelltueten kaemen und nicht tauschten sondern gierig ihre Tueten fuellen wuerden, weil das Umfeld so arm ist. Vor allem, wenn nicht 1 zu 1 getauscht wuerde. Schade eigentlich. Eine Party mit Essen und Tanzen und Tauschen wuerde sicher sehr viel Spass machen.
    Vielleicht kommt es auch einfach nur darauf an, wie es organisiert wuerde.
    Viel Spass beim Kleidertausch!

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  9. Kreuzberg ist auch nicht gerade eine reiche Gegend - und das Prinzip dieser speziellen Tauschveranstalter ist, dass nicht aufgerechnet wird. Man darf auch etwas mitnehmen, wenn man nichts bringt. Beim letzten Klamottentauschladen in Friedrichshain wurden wohl mehr Sachen gebracht, als mitgenommen wurden, und auch beim Tauschladen in Kiel scheint das im Moment so zu laufen. Vielleicht wirkt da eine besondere Art der sozialen Kontrolle?

    viele Grüße!

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  10. Und? Was hast Du getauscht? Hier im Saarland scheint diese Idee leider noch nicht angekommen zu sein. Aber ich halte die Augen offen! :)

    LG, Kirsten

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  11. Kirsten - noch nix, ich war nämlich noch nicht da, aber den Laden gibts ja noch eine Weile, ich gehe bestimmt noch hin.

    viele Grüße!

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  12. Für alle die es nicht zu einem Laden schaffen oder keinen in der Nähe haben.
    Tauscht doch online auf Tauschgnom (www.tauschgnom.de). Anmeldung und Tauschen ist da absolut gebührenfrei, ihr geht also kein Risiko ein.
    Per Post kommen die ertauschten Schätze dann zum neuen Eigentümer, natürlich fällt da etwas Porto an, aber dafür geht es rund um die Uhr ;-)

    Viele Grüsse

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