Samstag, 10. August 2013

Loben und Lästern: Burdastyle 08/2013

Ich finde es ist Zeit für eine neue Rubrik hier im Blog! Ich kaufe mir ja Monat für Monat das neue Schnittmusterheft von Burda, finde fast jeden Monat den einen oder anderen Schnitt, den ich un-be-dingt nachnähen will, lästere im Familienkreis über andere Modelle, die ich albern, lächerlich oder missraten finde, lege das Heft dann auf den wachsenden Heftstapel hier und habe bald darauf alles vergessen. Das hat zwei Nachteile: die unbedingt nachzunähenden Schnitte werden nicht genäht, und lästern ist ja in größerer Runde und unter Nähexpertinnen noch viel schöner. Außerdem lese ich gerne  die Rubrik revue de presse von Nowak - hier die Besprechung vom Burdastyle-Augustheft- und erinnert sich noch jemand an die grandiosen Burda-Lästereien der Selfish Seamstress, back in the days - zum Beispiel hier, hier und hier? Neben etwas augenzwinkerndem Läster-Spaß erhoffe ich mir mehr Struktur für meine Nähpläne. Oft habe ich ja sogar schon passende Stoffe da, und planen und schwärmen und Ideen ausbrüten ist ja sowieso das Allerschönste am Nähen.

Los gehts mit dem Burdastyle-Augustheft, wie üblich schon das erste Herbstheft mitten im Sommer, aber als echter Nähnerd kann ich mich eiskalt (haha) mit der Planung der Herbstnähereien befassen, auch bei 30 Grad im Schatten.

Die Lieblingsschnitte




Der Rock 130 von Seite 31, ein Wollrock ganz nach meinem Beuteschema: schmal mit Taschen und Anklängen an eine Herrenhose durch die Paspeltaschen im Rückenteil und einem - scheinbar - klassischen Reißverschlussschlitz. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Wickelrock: Ein teilbarer Reißverschluss verbindet vorne die obere und die untere Lage. Wie das ganze genau funktioniert, habe ich beim Lesen der Nähanleitung noch nicht verstanden, aber das erhöht nur den Reiz. Der dicke schwarze Wollstoff mit eingewebten weißen Streifen aus meinem Lager (vom Sonderverkauf bei Thatchers) passt jedenfalls perfekt dazu.

Den Streifenpullover vom Foto finde ich von der Idee her gar nicht so schlecht - aber nicht in dieser übergroßen Passform, die mich sofort wieder ins Jahr 1986 beamt.

Der Mantel 125 von Seite 32, ein schmaler Mantel mit Prinzessnähten und einem einseitigen Kragen. Seitdem ich den sehr tollen, aber wegen mieser Stoffqualität leider unrettbaren Übergangsmantel beerdigt habe, ist der Posten wieder frei, und dieser Kandidat erfüllt alle Anforderungen: knielang, schmal, und ein Schnitt, der sich besser bei mittelkalten Temperaturen als im tiefsten Winter trägt. Und einen wunderbaren dunkel-smaragdgrünen Mantelvelours in ausreichender Menge gibt das Lager auch her. Futter dann am besten himbeerrot. 

Auf der Suche nach dem dritten potentiellen Lieblingsschnitt im Heft blätterte ich hin- und her und konnte mich nicht recht entscheiden. Ein Cape wollte ich mir ja schon immer mal nähen, aber Modell 122 frisst über 4 Meter Wollstoff, es handelt sich mithin wohl um eine Jurte, nicht um ein Kleidungsstück. Dann gibt es mit Modell 106/107 ein wunderschönes Jäckchen mit Kelchkragen, aber hier tappe ich in die Blazerfalle: Ich mag solche Jacken, aber ehrlicherweise habe ich derzeit wenig Gelegenheit, sie anzuziehen.

Daher empfehle ich euch als drittes einfach einen Blick auf die Schnitte in großen Größen (Nummer 135 bis 142, hier fast ganz unten). Da gibt es dieses Mal nämlich sehr schöne, etwas retromäßig gestylte Kleiderschnitte, eine aufwendige Wolljacke und eine Hose. Ich finde, die sehen ganz brauchbar aus.

Die Flops



Das Kostüm von Seite 35 aus Jacke 101 und Rock 132, und ich weiß schon jetzt, dass ich mich mit dieser Wahl unbeliebt mache, denn Marion erinnerte das Modell an Raumschiff Orion, und zwar auf die gute Art. Vielleicht verstehe ich es nur einfach nicht: eine ohnehin schon kastige Jacke wird noch kastiger gemacht, indem zwei Lagen Wollflausch in verschiedenen Farben aufeinander gesteppt werden. Dazu noch eine Prise schwarzes Lackleder an den Blenden und für den Vorderteilbeleg, und die Jacke steht auch ohne Inhalt von alleine. Ähnlich beim Rock, auch hier bestehen die blassrosa Felder aus einer zweiten, aufgesteppten Lage Wollflausch. Äh ja, das hält bestimmt schön warm und ist wegen der unüblichen Verarbeitung auch sicherlich sehr interessant zu nähen - aber ich vermisse bei diesem Modell buchstäblich die Leichtigkeit, und das liegt nciht nur am Material, auch an der kilometerlangen knappkantigen Abstepperei, die hier involviert ist.

Auch bei Kleid 133 von Seite 58 fragte ich mich, was das in einem Modeheft zu suchen hat: Roter Pannesamt? Eine Schnürung mit eingeschlagenen Metallösen am Ausschnitt? Dazu Empiretaille und Dreiviertelärmel in einer ganz blöden Länge, die wie herausgewachsen wirkt? Ernsthaft? Ich dachte, müssten nur diejenigen bedauernswerten Besucherinnen von Mittelalterfesten  anziehen, die nicht selbst nähen können und irgendwo was aus dem Katalog bestellen müssen.

Und zuletzt die Bluse 114, Seite 19, Motto: Uniformbluse trifft Spitze und viel hilft viel. Hier wurden für einen kastigen Blusenschnitt Stickereibatist in zwei Farben, einfacher Batist, Baumwollspitze, ein Perlenband zum Aufnähen und drei große goldene Knöpfe verbraten. Für ausreichend lange Ärmel war aber trotzdem nicht genug Material da.Wahrscheinlich verstehe ich den Reiz dieser ganzen nostalgisch aufgemachten Jahrhundertwende-trifft-Achtziger-Modestrecke nicht so richtig, denn auch die Kleider und Blusen mit Halskrause (104 und 105), das weiße Spitzenkleid wie aus Tod in Venedig (117) und nicht zuletzt die oben weite, unten enge knöchellange Lederhose (112) waren Anwärter für einen der Top-of-the-Flops-Plätze.

Ob ich mir diese Sachen in ein bis drei Jahren "schöngesehen" habe und sie dann doch ganz gut finde? Lassen wir uns überraschen, denn kein Geschmacksurteil hat ewig Bestand!    

49 Kommentare:

  1. Sehr amüsant zu lesen Deine Presserevue, auch wenn ich sie mir nicht gekauft habe ;-)
    Herzliche Nähgrüße
    Petra

    AntwortenLöschen
  2. Schöne Retroangehquchte Kleiderschnitte ? Püh ! Hast du mal die Bilder angeschaut ??Das sieht doch mehr als Waschlumpen denn retroschick aus.! Und ich Blödchen bin voll in die Bilderzeigichkaumdasesauchjederkauft Fälle getappt und hab ein halbjahresabo gemacht...schoön blöd !!
    Und dieser komische grossgeschnittene Cleanchic geht mir auf den Keks...
    Und genäht hab ich auch nix draus.weil diese riesigenÄrmel und Krägen mich erschrecken...

    Herzliche Grüße
    Stella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Och Stella, aber die 142 ist doch wirklich toll - könnte man aus Romanit nähen, der Schnitt war letztes jahr ganz ähnlich als "Normalgröße" drin. Und das Hemdblusenkleid 138 hat nen schönen Kragen und die 141 so als lockeres Hochsommerteilchen? Da haben sie im Heft einen Stoff genommen, bei dem man nix erkennt.

      Löschen
  3. Oh, bitte mehr davon!

    AntwortenLöschen
  4. Hat Spaß gemacht zu lesen. Burda mag ich gar nicht, finde ich immer so...hm Ich bin auf den Mantel gespannt, die Farbe zusammen mit himbeerroten Futter, fantastisch. Bin jeden Falls am Ball, zumindest was das Mitlesen angeht. LG Lilu-Cosmee

    AntwortenLöschen
  5. Oah, die letzte Bluse finde ich auch ... äh ... grenzwertig. Dazu noch eine fesche Dauerwelle : Perfekt!
    Liebste Grüße, Nina

    AntwortenLöschen
  6. Die Spitzenbluse ist ja echt heiß!!! (Schade um den schönen Stoff, für den hätte ich ja grad Verwendung ... ;) ) Liebe Grüße, Zuzsa

    AntwortenLöschen
  7. Mir geht´s genau so, ich kaufe auch immer die "Burda", finde auch immer Modelle, die mir gefallen und amüsiere mich über Scheußlichkeiten.....wie z.B. diese merkwürdige Spitzenbluse. Wer zieht sowas an??????? Genau wie dieses unsägliche Spitzenkleid. Den Mantel und den Blazer finde ich auch supertoll. Vielleicht probiere ich mal den Blazer. Auf Deinen Mantel bin ich gespannt.
    Herzliche Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen
  8. Die Spitzenbluse ist ja echt...speziell...

    AntwortenLöschen
  9. Ich muss gestehen: Das rote Samtkleid hat mich auch stocken lassen und an meine ersten Nähversuche in den 80ern erinnert. Grausamst!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Pannesamt geört verboten! (Jetzt ist es raus, ich habe es endlich gesagt.)

      Löschen
    2. Und ich muss gestehen: ich finde das rote Samtkleid toll! Okay, Pannesamt weniger. Aber sonst ...

      Schöne Rezension!

      Liebe Grüße
      Anja

      Löschen
    3. Aber nur weil es rot ist, Anja! ;-)

      Löschen
  10. auch ich bin eine fleißige käuferin von burda heften, ohne dass ich in letzter zeit auch nur irgendwas genäht hätte. auch ich war vom august heft sehr enttäuscht (das beste ist die vorschau auf das septemberheft). die mäntel fand ich ganz schön (vor allem den blauen), das war's aber schon. ich musste sogar das heft nochmal zur ahnd nehmen, um die von dir beschriebenen modelle nachzuschlagen. das thema neoromantik hatte ich sogar völlig verdrängt - das sagt ja schon alles!
    und jetzt sollte ich mich endlich mal an die arbeit machen und auch was nähen, ich schau bloß immer ganz neidisch und bewundernd, was ihr alle hier zeigt! auf deine lob- und lästerposts freue ich mich schon!

    lieben gruß!

    susi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dieses Heft fand ich im Vergleich zum Juli sogar ganz gut - dort gabs ja wieder die üblichen Rechtecke, die irgendwie um den Körper gewickelt werden, wie jeden Sommer.

      Löschen
  11. Du bist ja noch nett. Mag ja sein, dass die Schnitte an sich vielleicht ganz gut sind, aber diese Fotostrecken sind (wie immer) so grottig, dass ich kaum hingucken kann. Allein die Farbzusammenstellungen auf den Fotos. Alle so haarscharf daneben, man kann die Bilder noch nicht mal "wunderbar grotesk" nennen. Schade, mit besseren Stylisten und Fotografen käme sicher Schwung in die Bude. Etwas mehr Vogue und etwas weniger Multipolster-Möbelbeilage!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. kichichi- Multipolster. Absolut treffend.

      Löschen
    2. "Multipolster-Möbelbeilage"! Das ist herrlich! Vermutlich bin ich wirklich zu nachsichtig, weil ich mir so viel vorstellen kann - diese komische Bluse z. B. genau so im Schaufenster von COS und bald darauf auf der Straße an einer ganz bestimmten Sorte Hipstermädchen. Das macht die Bluse nicht schöner, aber weniger abgehoben.

      Löschen
    3. Genau das meine ich. Hätte man die Spitzenbluse COS gegeben, hätten sie sie mit Sicherheit nicht mit einem zauseligen Dutt, Durchbrucharmreifen und wurstiger Satin/Lederröhre in einem Flur mit Kasettenflügeltür und Styroporrosetten inszeniert.

      Löschen
    4. Vermutlich ist das Landschlos-Styling ein Kompromiss, um Leute abzuholen, die nicht so Berlinmitte-gestählt sind wie wir (hihi). Die Fotos sollen uns hier, aber z. B. auch in Brasilien und in Russland gefallen, es muss also im Prinzip ein Dorf irgendwo in der russischen Provinz mit Sao Paulo und meinetwegen Braunschweig geschmacksmäßig unter einen Hut gebracht werden. Das Ergebnis ist Styroporstuck. Also Multipolster, wie du ja sschon sagtest.

      Löschen
  12. Herrrliiiisch!
    Bis jetzt war mir die komödiantische Seite der Burda entgangen. Vielen Dank für den Spass!
    LG Cynthia

    AntwortenLöschen
  13. Ich bin sehr dafür, dass solche Burda Besprechungen einen festen Platz in deinem blog finden- so herrlich sind deine scharfsinnigen Kommentare.
    Die Spitzenbluse 114 ist auch meine ungeschlagene Favoritin für den Preis "UnSchnitt des Jahres". Dicht gefolgt vom Pulli 128. Solche komischen Schnitte mit weiten und leicht zu kurzen Ärmeln erinnern mich sehr an grauslige Flohmarkt-Kinderpyjamas, die durch häufiges Waschen solch eine merkwürdige Form bekommen haben.
    Ansonsten ist mir aufgefallen, dass der Fotograf der immer die Windverwehten Haare als Stilmittel einsetzt, diesmal nicht dabei ist.
    Insgesamt bin ich aber erfreut, dass dieses Heft ganz weit über dem Niveau der letzten Ausgaben liegt. Oder liegt das vielleicht auch am Herbst, da kann man sich kein mehr oder weniger rechteckiges Stoffstück als Kleidungsstück hindrapieren um das zu einem Schnitt zu deklarieren.
    LG
    Wiebke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mit den windverwehten Haaren sprichst du ein wichtiges Thema an, auf das ich in den nächsten Monaten sicher eingehen werde - dazu gibt es im Hause Nahtzugabe nämlich eine dezidierte Theorie! Der Fotograf hat nicht Schuld, soviel darf ich schon verraten.

      Löschen
  14. Köstlich, köstlich, erinnert mich sehr an http://www.paunnet.com/2013/08/burdastyle-magazine-082013.html Rezensionen von Burda und LMB, lg Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, Danke für den Link! Das Paunnet-Blog verfolge ich nicht regelmäßig - sollte ich mal öfter lesen!

      Löschen
  15. Oh, ich fände diese Rubrik toll bei Dir, da ich es selbst nie schaffe. Schon beim ersten Durchblättern gehen bei mir ja immer die beschrifteten Schubladen auf und zu. Ich bin nur immer zu träge um einen Post zu schreiben. Also kann ich das jetzt bei dir mitkommentieren.

    Also, was Burda da als "Downton Abbey" (also Anfang 20. Jahrhundert) bezeichnet: unglaublich. Das ist so 80er wie Lady Di (wann wird ihr Hochzeitskleid in der Burda wieder aufgewärmt?) und Samantha Fox. Bluaaargh. Nie, nie, nie zieh ich so etwas an - mit Mühe hab ich mich ohne Dauerwelle durch die 80er gekämpft, da fall ich doch in meinem nichtpubertären Alter jetzt auch nicht mehr drauf rein. Oder?
    (übrigens bin ich frifris, nicht anonym, geht hier aber nicht anders, gerade).

    AntwortenLöschen
  16. meine persönliche erfahrung nach vielen jahren hat gezeigt,dass man egal bei welchem modell immer die nachgenähte exemplare abwarten muss.
    sehr oft entdecke ich viele modelle für mich,die ich heiss und innig will erst wenn ich in einer russischen interpretation gesehen habe....
    sehr oft werden die models falsch gewählt oder sitzen ungünstig,dass man auch modell einfach überblättert oder die gewälte stoffe wirken am modell gar nicht.
    daher bilde ich mir meine meinung immer später...

    AntwortenLöschen
  17. Die Erfahrung habe ich inzwischen auch gemacht (vor allem auch hier bei Lucy): Da taucht durchaus ansehnliche Kleidung auf, die angeblich nach einem Burda-Schnitt entstanden sein soll! (Nach dem Heft mit dem tollen Stefan Schneider Rockschnitt suche ich übrigens immer noch...) Darum bin ich diesmal der Versuchung erlegen und habe das Heft auch geholt, sah der ein oder andere Schnitt nach möglichem Potential aus. Ich kann also mitreden, juchu!

    Deine Flops unterstreiche ich voll und ganz, wobei bei mir vielleicht doch das Kleid 117 den Spitzenplatz einnähme, dicht gefolgt von der Bluse. Sehr dicht. 80er-Revival müssen auch ohne mich stattfinden, wobei mir die Serie "Form und Stil" sonst ganz gut gefällt. Die Doppelung mit Leder (anstatt eine zweite Lage Wollflausch) beispielsweise, stelle ich mir ganz interessant und auch gut zu tragen vor. Das Shirt 131 werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. Besonders gespannt bin ich aber auf das, was die geschätzten Mitnäherinnen aus dem Wunderkind-Schnitt machen!
    LG, Bele

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Über den Wunderkind-Schnitt habe ich ja länger nachgedacht. Die Modellskizze von Wolfgang Joop gefällt mir richtig gut, und mir kommts so vor, als hätten sie sich bei Burda aber nicht getraut, den Schnitt dann auch so umzusetzen, sondern als hätten sie Details verwässert, damit er etwas "mehrheitsfähiger" wird. Ich sehe in der Skizze ein Oberteil mit Prinzessteilungsnähten, das in einen sehr weiten Rock mit seitlichen Faltenteilen übergeht - und zwar nicht aus aus einem weich fallenden Stoff. Die Faltenteile ergeben in der Skizze so eine Art Reifrock-Effekt - ich mag das, aber wahrscheinlich würden 95% der Käuferinnen daran kritisieren, dass das "breit macht".

      Aus einem dünnen, aber nicht lappigen Baumwollstoff, mit etwas geraderem Saum und umgotteswillen nicht rosa, könnte ich mir den Schnitt aber auch so, wie er da ist, ganz gut als Sommerkleid vorstellen. Insofern bin ich auch gespannt, ob den jemand näht und Bilder postet. Da lässt sich bestimmt mehr draus machen, als so ein fades Prinzessinnenkleid.

      Löschen
    2. Ich habe gerade die Skizze noch einmal vorgekramt. Mm, Prinzessnähte sehe ich eher nicht. Da soll doch irgendwie in der vorderen Mitte viel Weite sein, die in der Taille zusammengefasst wird, um sich im Rockteil fortzusetzen, oder? Interessanterweise hätte ich auch eher an einen schwereren Crêpe gedacht, bei dem die Weite erst in der Bewegung sichtbar wird. Das ist aber mein persönlicher Crêpefaible...ich denke bei sehr vielen Schniten an dieses Material! Die Rückenlösung mit dem Gummiband finde ich nicht so elegant und den Saum würde ich auf jeden Fall begradigen. Aber wie gesagt: Da bin ich sehr gespannt auf die Lösungen anderer!

      Löschen
  18. Kommentar, 2. Versuch. Ich stimme Frisfris zu, wäre aber allein nicht darauf gekommen: Die Bluse ist ein Samantha-Fox-original, bstimmt hat sie im Eastend schon verzweifelt danach gesucht. Zur Sache: dein Entschluss zur Burdabesprechung freut mich, weil Du erstens sowieso interessant schreibst aber vor allem viel nach Burda nähst. Mich persönlich nerven die (meist negativen) Rezensionen von Bloggerinnen, die eh (fast) nur independent-Schnitte nähen. Ich würde einen Schritt weitergehen und anregen, dass Du Dich der Burda-challenge z.B. von fehrtrade oder loweryourpresserfoot anschließt und jeden Monat Dein Lieblingsteil nähst, bevor die neue Burda rauskommt ;-) . Ziemlich dreist, oder? Wäre aber interessant zu lesen! Viele Grüße aus dem Urlaub (Brandenburg, wahrscheinlich könnte ich auch aus dem Fenster rufen), hoffentlich klappts jetzt mit der Technik

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das wäre wirklich interessant - und ich hätte das Gefühl, dass die Heftkauferei einen Sinn hat ;-) Allerdings weiß ich jetzt schon, dass ich daran scheitern würde. Die Schnitte, die mir wirklich gut gefallen, kommen früher oder später aber auch so dran. Meistens.

      Löschen
  19. Bitte die Rubrik dauerhaft einführen.
    Habe nun quasi auch ein burda Abo (rein geschäftlich versteht sich) und das war meine erste Ausgabe. Meiner Meinung nach mal eine typische burda-Ausgabe: einiges ganz nett, aber die durchweg schönsten Sachen ohn schlimme Ausrutscher sin bei den großen Größen.
    Ich wage mal die Prognose: die Spitzenbluse gefällt in drei mal drei Jahren immer noch nicht.

    AntwortenLöschen
  20. Oh ja, das Cape.
    Und wie immer bei Burda würden mit Verrenkungen und etwas freestyle auch 3 Meter reichen. Aber damit das gut ausschaut kann man halt kein Polymischzeux nehmen, das braucht eine schöne Wolle.
    Hach, schön wär das Ding schon.
    Der Rest in der Ausgabe ist eher mau.

    Und was das Styling betrifft: Ich schaue fast nie ins Heft, mir reicht der Überblick bei den technischen Zeichnungen. Die Fotos irritieren mich nur.
    Ich arbeite mich ja gerade durch die 60er und 70er- Burdas. In den frühen Jahrgängen war die Präsentation noch sehr clean und sachlich, in den 70ern wurde das dann sehr phantasievoll inszeniert.
    Auch die Inhalte haben sich geändert: Lebensberatung, Horoskope, Kochrezepte- das war alles mal in der Burda drin.

    Ich bin ja bekennender Burdafan- die Zeitung ist überall schnell für alle verfügbar. Notfalls kann man sich ältere Exemplare aus der Bücherei holen. Und mit etwas Kreativität lässt sich viel aus den sauber gemachten Schnitten herausziehen. Wenn man sich erst mal in Burda-Speak eingelesen hat sind auch die Anleitungen nicht mehr so kryptisch.

    Und ja, schreib ruhig öfter drüber. Ich habe das gerade gern gelesen.


    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eure Bibliothek lagert ältere Hefte?! Das ist ja toll. Hier wird alles entsorgt, was älter als ein Jahr ist, da "zu verschlissen". Dabei habe ich oft den Eindruck, daß ich die einzige bin, die die Hefte ausleiht (zumindest war ich die erste, die fragte, ob man denn den Schnittbogen herausnehmen könnte, was zu großer Aufregung beim Personal sorgte... (HÄ?? Warum leiht man sich ein Schnittheft wohl aus???) Und ja, wir sprechen über die Hauptfiliale einer deutschen Großstadt.
      Ich schaue mir auch primär die technischen Zeichnungen an. Fehlende Zeichnungen der Vorder- und Rückseite ist das, was mich bei den "kleinen" Schnittentwicklern am meisten stört.
      LG, Bele

      Löschen
  21. *kicher*
    Also, ich hab die Burda nicht nur eiskalt angeschaut, sondern auch eiskalt liegenlassen. Ganz ehrlich: Bei manchen Modellen hat's mir einfach um den Stoff leid getan, der da verbraten wurde.
    Ein oder zwei rühmliche Ausnahmen, zugegeben. Der Rest: Schwund.

    Die Bluse übrigens: Gerade bei der finde ich es unglaublich schade um den schönen Stoff. Da hätte man auch was Hübsches draus machen können.
    Aber die 80er haben mich ja schon in den 80ern so gar nicht "angemacht".

    AntwortenLöschen
  22. Ich muss lachen! Einer solchen Rubrik würde ich nur zu gern folgen! Ist das alles in der August-Ausgabe??? Ich stelle fest, dass ich mich nicht an all das erinnern kann...hab ich die überhaupt schon durchgesehen??? Immerhin kommt sie hier per Post an. Egal! Kommt ja nächste Woche schon das September-Blättchen. :o)
    Und mit dem Mantel wünsche ich dir viel Glück- ist ja nicht immer alles in Wirklichkeit so, wie es auf der Schema-Zeichnung erscheint, nech!?
    Liebe Grüße,
    BuxSen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Siehste, diesen Gedächtnisschwund hab' ich bisher auch - und dann blättere ich so ein Heft später mal wieder durch, und erinnere mich daran, was ich eigentlich mal nähen wollte.

      "Burda-Schnitte, die in Wirklichkeit ganz anders aussehen, als auf dem Foto" wäre dann nochmal eine andere, sicher auch sehr spaßige Rubrik. Aber dafür nähe ich wohl zu langsam.

      Löschen
    2. Hallo Lucy!
      Die Rubrik hätte auch was für sich! Kennst du die Seite "my pattern my Fashion?".
      Da werden Schnittmuster von den Usern besprochen. Das kann durchaus hilfreich sein. Und anderen kann man so vielleicht einen Schiffbruch ersparen.
      Die September-Ausgabe fand ich auf den ersten Blick (glaube ich) nicht so schlimm.
      Hab sie aber auch nur im Schnelldurchlauf "gelesen".

      Liebe Grüße,
      BuxSen

      Löschen
  23. Die 80er sind wieder voll da, richtig? Muss ich jetzt wieder auf eine Oben Dauerwelle, hinten kurz Frisur umsteigen? Würde zur letzten Bluse KLASSE aussehen. Und dazu noch eine Karottenhose mit Bundfalten aus Popeline.
    Die wäre auch eine stilsichere Kombi zum Streifenpulli! :D

    Das Orionkostüm ist von der Optik her gar nicht mal SO schlimm, aber mehrere Lagen Wollflausch aufeinander? Tatsache, die Teile stehen dann wirklich freiwillig. Der Vorteil ist, dass man sie nie bügeln muss.
    Apropos Wollflausch. So ein Cape braucht tatsächlich irre viel Stoff. Alles schön in eine Richtung legen und sämtliche Teile sind ordentlich ausgestellt. Das frisst Stoff. Aus den Resten kann man sich bestimmt noch den Rock nähen.

    Ich dachte, müssten nur diejenigen bedauernswerten Besucherinnen von Mittelalterfesten anziehen, die nicht selbst nähen können und irgendwo was aus dem Katalog bestellen müssen.
    Also bitte, selbst die haben noch Stil.. also.. naja. *hust* Wenn schon Pannesamt, dann schwarz und lang mit Arwenärmeln. Das darf auch ruhig zweifarbig sein und vielleicht mit etwas Satin aufgepeppt werden. Natürlich haben die Teile gelegentlich Hochwasser, aber so kurz muss es dann doch nicht sein.
    Für mich sieht das Kleid eher aus wie "Guck mal Schatz, ich passe noch in das tolle Karnevalskostüm, dass meine Mama mir genäht hat, als ich 10 war."

    Vielen Dank für diese schöne Rubrik, auch wenn ich die Burda inzwischen eher selten kaufe!
    Grüße
    Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kleiner Nachtrag. Also <a href="http://www.burdastyle.ru/model/2013-burda-8-128>DAS TEIL</a> ist ja wohl eindeutig auch eher Flop. Die schlimmsten Albträume der 80er werden wieder wach! Und dazu noch diese Lederpumphose. Welche Frau soll sowas tragen, ohne absolut lächerlich auszusehen? Ist das technisch überhaupt möglich?

      Löschen
    2. Ja, die geföhnte Dauerwelle aus den 80ern würde tatsächlich gut dazu passen - und das Lederpumphöschen hatte ich glatt übersehen. Zu meiner Entschuldigung: wenigstens gibt es dafür keinen Schnitt!

      Löschen
  24. Liebe Lucy,

    Deine Analyse hat mir aus der Seele gesprochen. Deine Flops sind mir als solche auch absolut ins Auge gestochen. Ansonsten mag ich die Plusmodelle diesmal alle sehr gerne. Schön Retro. Meine Favoriten sind die Mäntel und Capes. Ich hoffe, dass ich meine Nähkünste bald soweit vorangebracht habe, dass ich mich daran traue.
    Ansonsten gerne weiter mit dieser Rubrik. Ich kaufe mir auch fast jedes Heft.

    Grüße von Frau K

    AntwortenLöschen
  25. Sehr schön, dann lästere ich schon nicht mehr alleine. :-D

    (Und unterschiedliche Meinungen zu den Modellen machen das Leben doch nur spannend!)

    AntwortenLöschen
  26. Ich habe seit einigen Monaten ein Burda-Abo und seit einigen Monaten finde ich pro Ausgabe mal so gar nichts mehr Nähbares für mich (vielleicht ein Fluch des Abos?).

    Vielleicht bin ich spätreif aber für mich könnten da einige eeeeetwas jugendlichere Modelle dabei sein. Vielleicht muss ich auf das Anfängerheft der Burda zurückgreifen. Oder doch mal einen Blick ins Ausland werfen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach und vorgestern kam bereits das Septemberheft - für mich persönlich noch grausamer.

      Löschen
    2. Ja, beim Septemberheft finde ich auf den ersten Blick auch nichts - außer diesen ganz klassischen Hemdschnitt, sowas kann man immer brauchen. Das "Anfängerheft" Easy fashion (oder wie das nun gerade heißt) ist zwar meistens nicht so sehr "Anfänger", aber bei den Modellen schaffen sie es wirklich, solche Sachen auszusuchen, die hier auch gerade in den entsprechenden Schaufenstern hängen. Es lohnt sich also, das mal im Auge zu behalten - das Heft kommt wohl irgendwann im September, hab' aber noch keine Ankündigung gefunden.

      Löschen
  27. Oh ja, bitte die Burda-Rezension hier zu einer Dauereinrichtung machen. Ich mag Deinen Blog mit seiner relativen Unvoreingenommenheit. Dieses kollektive Pflichtlästern der meisten Internetseiten nervt nämlich. Gestern habe ich z. B. einen Rock bei COS gesehen, den ich letztes Jahr nach einem Schnitt aus der Burdastyle 6/2012 genäht hatte. Übernächstes Jahr erwarte ich ihn dann bei C&A und in den Lästerblogs hierzulande. Grüßli, Rosa.

    AntwortenLöschen
  28. Ich lese dies hier recht spät aber gern. Ich bin seit diesem Sommer 2013 endlich- nach einem ganzen gefühlten Schneiderleben- von Burda geheilt. Die haben bei mir geklaut (ja, das sagen sie alle) und ich muss ja nichts von denen kaufen. Ich verschenke meine gehorteten Jahrgänge ab 1968, geht mir am Popo vorbei. Sollen sie auf ihrem hohen Roß glücklich werden, ich bin es auch ohne Burda. Andere Hersteller haben auch schöne(re) Schnitte.

    Lesenswerter Artikel btw, ich kam von machwerke hierher, Danke für deine Gedanken

    Bärbel

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deinen Kommentar!