Dienstag, 29. Januar 2013

Und wieder ein Fall von: "Mit uns werden Sie berühmt!"

Mode-, Kreativ- und Einrichtungsblogs in Deutschland machen gerade einen großen Schritt in Richtung Kommerzialisierung und Professionalisierung, scheint mir. Zwei Indizien: SPON berichtete vor kurzem über das neue Netzwerk themusenet.com, das Kontakte zwischen Modebloggerinnen und Industrie knüpfen soll und den teilnehmenden Bloggerinnen ein festes monatliches Gehalt ermöglicht als Gegenleistung für ihre freundliche Berichterstattung. Und ebenfalls im Januar lud sich die Einrichtungsmesse imm cologne 2013 ein paar bekannte Einrichtungs- und DIY-Bloggerinnen ein, die im Rahmen einer "Bloggertour" auf allen Kanälen (Facebook, Instagram, Twitter, Blog) über die Kooperationspartner berichten -  Verlinkung und Bild garantiert. Blogkonferenzen wie Blogst geben den Bloggerinnen das Handwerkszeug an die Hand, um als Trägerinnen für Werbebotschaften bestehen zu können.

Ich begrüße diese Professionalisierung kommerziell ausgerichteter Blogs. Eine angemessene Bezahlung bedeutet eine tatsächliche Anerkennung der kontinuierlichen Arbeit, die hinter einem erfolgreichen, viel gelesenen Blog steckt. Die deutsche Entwicklung vollzieht dabei nur das nach, was in den USA Bloggerinnen wie Amanda Soule - Soulemama schon seit Jahren erfolgreich praktizieren: Bloggen als Beruf. Und zwar als Beruf, der durch Einnahmen aus unterschiedlichen Quellen - Blogsponsoring, Anzeigen, "sponsored posts" (bezahlte Beiträge), affiliate Links (Links zu Verkaufsseiten wie amazon, die Provision für erfolgte Bestellungen zahlen), oft auch Honorare für Vorträge oder online-Kurse - ein Einkommen generiert, dass eine Familie davon ernährt werden kann. Das wurde aber auch Zeit!

Allzu lange beruhte die Beziehung zwischen Bloggerinnen und Unternehmen vor allem im Bereich der Mode- und Lifestyleblogs auf dem Verteilen von Brosamen: die PR-Abteilung schickte ein paar Bloggerinnen ein paar kostenlose Produkte und bekam im Gegenzug einen netten, als persönliche Entdeckung getarnten Blogbericht, Verlinkungen, Traffic und durch die Webpäsenz letztlich gesteigerte Umsätze. Die geschmeichelte Bloggerin als willige Multiplikatorin der Unternehmens-PR, Kosten für das Unternehmen: fast nicht messbar. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Welle beleidigter Empörung, die durch die Modeblogs schwappte, als Mary Scherpe im September 2010 beim Fashion Camp in Wien solche Bloggerinnen als "Milchmädchen" bloßstellte (Zusammenfassung z. B. hier) und Bloggerinnen aufforderte, sich zu vernetzen und ihre Arbeit nicht unter Wert zu verkaufen - Forderungen, über die heute in Bloggerinnenkreisen sicherlich weitgehend Konsens herrscht.

Es geht heutzutage weit eher um die Frage, wie man die Beziehung Unternehmen - Bloggerin - Leserin konkret ausgestaltet. Und gerade in punkto Transparenz gegenüber den Leserinnen liegt bei uns auch noch einiges im Argen. Während es in US-Blogs eine Frage der Frage der persönlichen Integrität der Bloggerinnen ist, geschäftliche Beziehungen im Hintergrund offenzulegen und unmissverständlich anzugeben, wenn es sich um Partnerlinks handelt, die Provisionen generieren, wählt die deutschsprachige Bloggerin nach meiner Beobachtung häufig die Verschleierungstaktik - was ich ärgerlich und im übrigen unnötig finde. Aber das wäre noch einmal ein Thema für einen weiteren Blogeintrag.    

Aber sonst also alles soweit gut in unserem Winkel des Internets? Ich hoffte es, wurde aber vor kurzem eines Bessseren belehrt, als unverlangt eine Mail aus der Presseabteilung der Messe Kreativ Welt Wiesbaden in meinen Postkasten flatterte. Die Kostenlos-Mentalität der Unternehmen, die meinen, bei uns Bastelmuttis Content ohne Gegenleistung abgreifen zu können, ist noch nicht ausgerottet.

Unter der Betreffzeile "Kreative Blogs kostenlos anmelden!" wurde ich nicht nur über den großen Erfolg der  Kreativ Welt-Messe - "eine der größten europäischen Verkaufs-Hobbymessen" - informiert, nein, auch über ihre neue Webseite kreativ-welt.de unterrichtet:

"Diese Seite, die jetzt schon über hohe Zugriffszahlen verfügt, soll ab sofort eine neue Plattform für alle Kreativ-Blogger/innen werden. Wenn Sie sich bei uns anmelden, veröffentlichen wir eine Auswahl aus Ihrem Blog mit einer Verlinkung zu Ihren Seiten kostenlos auf unserem Portal! Wir würden uns darüberhinaus freuen, wenn Sie unser Logo als Link auf Ihrer Blogseite einbauen könnten."

Was für ein großartiges Angebot, nicht wahr? Sie würden meine Texte bei sich veröffentlichen! Mit einer Verlinkung zu mir! Und das völlig kostenlos, ich wiederhole: völlig kostenlos für mich! Kann ein Mensch so viel Glück fassen? Da braucht es die Aussicht auf "regelmäßige Gewinnspiele" und eventuell eine kostenlose Messeeintrittskarte gar nicht, mit denen in der PM um Teilnehmerinnen geworben wird. 

Und wie sieht nun das Vertragsverhältnis genau aus? Die AGBs machen den Bloggerinnen noch einmal die "größtmögliche Verbreitung ihrer Inhalte über diese Internetseiten" schmackhaft. Tatsächlich aber überträgt man mit der Anmeldung den Messeveranstaltern das "zeitlich unbeschränkte Recht, die Inhalte vollständig oder teilweise zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen sowie das redaktionelle Bearbeitungsrecht, insbesondere für Kürzungen der Inhalte. Dies gilt für alle technischen Formate und für sämtliche Datenträger und Übertragungswege. [...] [Der Blogger] akzeptiert [...] bereits jetzt, dass die Form seines Inhalt [sic!] abgeändert werden kann, mit dem einzigen Ziel, die Lesbarkeit zu verbessern oder um technischen Anforderungen des Datenträgers oder der Übertragung gerecht zu werden. In keinem Fall wird der Inhalt sachlich falsch wiedergegeben." 

Der Messeveranstalter LPS - Logikpark Service GmbH kann also nach Herzenslust auf die Blogbeiträge zugreifen, sie kürzen, neu zusammenstellen, damit werben, sie über Webseiten und andere Medien verbreiten - gegen genau welche Gegenleistung noch mal? Die Absätze 2. 5 und 2. 7. geben Auskunft:  

"2.5 Die Kreativ-Welt.de verpflichtet sich, unter jedem Inhalt einen Link zum Profil des Bloggers zur Verfügung zu stellen, durch den man direkt auf den Blog zugreifen kann. Damit erfüllt Kreativ-Welt.de die Verpflichtung zur Wahrung des geistigen Eigentums.
[...]
2.7 Im Gegenzug zur Rechteeinräumung wird Kreativ-Welt.de die Inhalte in das Angebot Kreativ-Welt.de zur besseren Verbreitung der Inhalte einbinden, um damit ein größeres Publikum für die Veröffentlichungen und Werke des Blogger [sic!] zu erreichen. Darüber hinaus wird jeder vom Blogger gelieferte Inhalt unter Nennung des Namens oder Benutzernamens des Bloggers veröffentlicht."

Da haben wir es wieder: meine Blogbeiträge erscheinen unter meinem Namen! Und durch die nun schon zum tausendstenmal betonte "bessere Verbreitung der Inhalte" und das "größere Publikum"  (Zwischenfrage: noch größer als das Internet?) werde ich ganz schnell berühmt, aber mindestens!

Wie man sieht, sind noch längst nicht alle Unternehmen so weit, mit Bloggerinnen auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten - umso wichtiger, sich zu vernetzen und zu informieren, wenn man eine kommerzielle Nutzung des eigenen Blogs anstrebt. Lasst euch nicht abspeisen, Bloggen ist was wert!

Ergänzung 30.1.2013: Gerade ganz aktuell gefunden: Diesen Artikel von Richard Gutjahr, der die Einnahmen seines Blogs offenlegt. Interessante Tipps für diejenigen, die auf seriöse Weise mit ihrem Blog Geld verdienen wollen. 

30 Kommentare:

  1. Ich durfte ja auch schon ein Blick hinter die Kulissen werfen, man sollte sich schon vor Augen führen das dies große Unternehmen sind die nichts zu verschenken haben, auch wenn man mit angeblichen "Gratis-Goodies" überhäuft wird. Produkte die alle mal günstiger sind als eine Stunde bezahlte Arbeitszeit von Fachkräften ;) Kostenlose Blog Werbung anstatt teurer Werbung.
    Lest das Kleingedruckte und hinterfragt solche Angebote auch mal direkt.
    viele liebe Grüße Rubinengel

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  2. Unverschämt, was einem da so ins Postfach flattert. Vor ein paar Tagen hat mich ein "Verlag" um meine Texte gebeten... völlig kostenfrei für mich. Na danke... Liebe Grüße, Marja

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    1. Oh je! Meine Lieblingsstelle in der Mail oben ist ja auch, dass so getan wird, als wäre das Veröffentlichen der Texte im Internte eine tolle Dienstleistung, für die man von den Autoren Geld verlangen könnte...

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  3. Oooh, ein Thema, dass mir auch oft sauer aufstößt - unter anderem gab's von Ferrero eine Weihnachtsaktion bei der man mit der kreativsten Einsendung glänzen sollte und auch gewinnen konnte [ich glaube ein Bastelkoffer und natürlich ein paar Ferreroprodukte o.ä.]. Im Gegenzug hat man aber mit Einsendung alle Rechte an Idee, Umsetzung und Darstellung abgegeben.. äh?

    Eine Schmuckvertriebsseite schreibt Blogger an und belohnt jeden positiven Beitrag danach mit einem Schmuckstück [Höchstwert 9 € laut Onlineshop] - wohlgemerkt: Danach! Der Blogger soll also loben bevor er ein Stück überhaupt in der Hand hatte.. äh?

    Auch myparfum.de verjubelt regelmäßig Gutscheine, Pröbchen und Co. Die Blogger - als scheinbar endlos dankbare Schnüffler- loben dafür sehr beständig und in schillernden Farben.

    Das Ganze trägt sehr fragwürdige Früchte - irgendwas zwischen Bloggern, die sich weit und Wert verkaufen, und Leuten, die bloggen, weil sie scheinbar glauben, dass es dann dauernd was geschenkt gibt. Bislang gewinnen da vor allem die Unternehmen..

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    1. Oh ja, diese Gutscheinangebote und sowas liebe ich ja auch - und es ist erstaunlich, wie viele angebliche Großkonzerne und "professionelle" Agenturen von Einfamilienhäusern in Frankfurter Vororten aus agieren. Ich mache mir manchmal den Spaß, Geschäftsadressen bei google Maps nachzuschauen - sehr lustig!

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  4. Ich bin ja nun weiß Gott eine echte Hobbybloggerin und mir wird niemals irgendeine Kreativwelt so viel Ehre anbieten. Aber entsetzt bin ich trotzdem. Hab mich noch nie mit dieser Thematik beschäftigt. Fallen da tatsächlich Bloggerinnen drauf rein?
    Ich lese immer gern deine kritischen Beiträge - und darum bist du seit Anbeginn meiner Bloggerzeit bei mir verlinkt - völlig kostenlos!! Weiter so. Und danke.
    Valomea

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    1. Pass' auf, du bekommst die Mail auch noch! Das war nicht gezielt an mich, die wurde einfach nur an alle Mailadresssen verschickt, denen sie in passenden Blogs habhaft werden konnten.

      viele Grüße!

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  5. Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, die AGBs durchzuarbeiten und zu kommentieren! Ich fürchte, das machen nicht alle Bloggerinnen, die so ein Angebot bekommen... sondern fühlen sich eben gebauchpinselt, obwohl es sich eigentlich hier um Ausbeutung handelt.
    Irgendwie habe ich ja auch das Gefühl, dass es in dieser Handarbeit- Hobby- Bastelecke ganz massiv so betrieben wird. Ob das auch damit zu tun hat, dass die Verlage "naive" (Haus-) Frauen dahinter vermuten?
    Aber das führt jetzt etwas weit..


    Auch mir stößt es unangenehm auf, wenn auf irgendwelchen Blogs plötzlich indirekt Sachen beworben werden, egal unter welchem Deckmäntelchen. Man kann das doch auch ehrlich als Zusammenarbeit mit einer bestimmten Firma deklarieren, mir wäre das lieber. So hat das für mich oft die Konsequenz, dass ich den Blog einfach nicht mehr lese.

    LG frifris

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    1. Über das "naive-Hausfrauen-Argument" habe ich auch nachgedacht, aber andererseits bekommen wohl Männer, die irgendwie spezialisierten Hobbyblogs schreiben, auch solche Angebote.
      Dass die deutschen Bloggerinnen (und auch die ganz großen) hinsichtlich ihrer Werbepartner etc, nicht ehrlich zu ihren Leserinnen sind, stört mich auch sehr. Wo ist z. B. das Problem zu sagen, dass es sich um einen amazon-Partnerlink oder einen Blogsponsor handelt? Die Leserin kann da dann ja auch absichtlich draufklicken und was bestellen, weil sie möchte, dass ihre Lieblingsbloggerin ein bißchen Geld verdient. Ist doch kein Drama. Aber so wie das meistens gehandhabt wird, stößt mich das total ab, ich habe das Gefühl, ich soll als Leserin getäuscht werden, und ich besuche diese Blogs aus Prinzip nicht (nur zweimal im Jahr um zu sehen, ob sich was geändert hat).

      viele Grüße! Lucy

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    2. Diese indirekte Werbung - das macht diese Blogs auch sehr unglaubwürdig, leider weiß ich dann nicht, ob z.B. das Hotel wirklich zu empfehlen ist oder ob einfach nur Geld für diesen Text inkl. Fotos und Verlinkung geflossen ist. Schade.

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  6. Danke dass Du das hier mal so schreibst, ich habe die Mail auch bekommen und auch nur mal kurz gelacht - unglaublich.
    Ich mag auch keine versteckte Werbung, eher finde ich es peinlich, wenn es so aussehen soll, als wären alle davon begeistert und jeder gleich merkt, dass es eben doch nur Werbung sein soll.

    Naja, ich bin jedenfalls gespannt, in welche Richtung das alles geht.

    VLG
    Tessa

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    1. Und was mir auch noch aufgefallen ist (zumindest bei mir) vermehren sich die Anfragen von "Verlagen" und irgendwelchen Plattformen, scheinbar erkennen die gerade das Potential von Hobbybloggern.

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    2. Das ist ja interessant - die tollen Angebote für Gutscheine oder das Testen von Kochtöpfen flauen gerade etwas ab, scheint mir, und das ist jetzt das nächste? Ich bin auch gespannt, was da noch alles kommt!

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  7. Grundsätzlich ist ja nichts Schlimmes dran, wenn jemand die Popularität des Blogs in irgendeiner Form kommerziell nutzt. Wir alle wissen, dass wir auch Zeit ins Schreiben investieren. Und wenn sich das in irgendeiner Form auszahlt und die Qualität des Blogs erhalten bleibt, warum nicht.

    Aber dann sollten alle Seiten informiert sein. Die Blogger über den eigentlichen Wert eines Beitrags und die Leser über die Zusammenhänge im Hintergrund. Nur so kann die Glaubwürdigkeit erhalten bleiben, auf die die werbenden Firmen ja auch Wert legen.

    Echt ätzend finde ich die Anfragen von Verlagen nach Content für ihre Zeitschriften oder Bücher. Das gräbt nämlich irgendwann auch den Redakteuren das Wasser ab. Wenn ich als Bastelmutti alles für lau liefere brauchen viele freie Designer nichts mehr beizutragen. Und die leben zum Teil davon.

    Ansonsten: Blogs mit zuviel Werbung und/oder der Sidebar-Werbung geschuldetem Leer-Content lese ich nicht mehr.
    Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

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    1. Eben, Werbung per se ist ja nicht schlecht, aber damit kann man doch offen umgehen.

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  8. Ich muß ehrlich sagn, ich weiß nicht, ob ich die Entwicklung, die du so positiv sieht, wirklich gut finde. Es gibt Blogs, die von vornherein Ihre eigenen Verkauf in den Vordergrund gestellt haben und so ein wenig privat war Zugabe. Dann gibt es Blogs, die ihre Neugier und Kreativität ausgiebig teilen und ein Link zu einem Shop haben.
    Inzwischen gibt es aber auch die Variante, dass blogs Dinge vorstellen ausgiebig oder verlosen, die mich natürlich informieren, aber ich im Hinterkopf sofort habe, wer verdient hier mit. Hätte der Autor genau das vor einem Jahr auch getan? Die Glaubwürdigkeit und die Authentzität geht für mich dadurch eindeutig verloren.
    Seitdem ich weiß, dass die Kassen klingeln, allein durch das Betreten des Blogs mit Werbeflächen an den Seiten, fühle ich mich unwohl und irgendwie betrogen. Ok, man kann sagen, dann besuch den Blog nicht mehr.
    Dass aber ich als Besucher mich in diese Situation gebracht sehe, ärgert mich richtig.
    Am besten finde ich dann noch blogs, bei denen man durch das Layout genau sehen kann, gehe ich auf den kommerziellen Bereich oder bleibe ich draußen.
    ich habe den Eindruck, dass diese welt gerade am Kippen ist, wie schade!

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    1. Ja, die fehlende Transparenz ist auch genau das, was ich bei vielen kommerziell ausgerichteten Blogs kritisieren würde. Für mich ist die Glaubwürdigkeit dann auch nicht mehr gegeben, bzw. ich fühle mich als Leserin mißbraucht, wenn ich merke, dass mir Werbung untergejubelt werden soll. Komischerweise haben die Amerikanerinnen gar kein Problem damit, ihre geschäftlichen Hintergründe offen zu legen, bzw. gehört sich das dort einfach so, dass man das macht. Wenn ich Bescheid weiß, kann ich mir ja überlegen, worauf ich klicke und ob ich dort lese. Wie gesagt, ich bin sehr für Professionalisierung - aber die müsste eben auch im Verhältnis zu den Leserinnen gelten.

      viele Grüße! Lucy

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  9. Ein interessanter Artikel. Er hat mich zum Nachdenken angeregt. Jedoch ist mein Blog, obwohl ich schon seit Jahren blogge, damals noch beim edblog, eher klein, und somit sind mir solche Erfahrungen fremd. Aber das Thema Werbung in Blogs ist für mich als Leserin anderer Blogs natürlich ein Thema.
    Und, da stimme ich dir zu, die amerikanischen Blogs die ich lese, gehen mit Werbung irgendwie anders um. Das Persönliche bleibt erhalten, steht weiterhin im Vordergrund.
    Im letzten Jahr hatte ich hier eher den Eindruck, dass eine "Klickhascherei" umgeht. Der Versuch, mit fragwürdigen Mitteln, wie Gewinnspielen, Leser zu gewinnen und die Klickrate zu erhöhen. Wohl um des Geldverdienen willens.
    Letzlich geht es mir wie Griselda: Blogs mit zuviel Werbung, vordergründiger Werbung und/ oder sidebar Werbung lese ich nicht mehr.
    Was du beschreibst, gefiele mir auch nicht. Deine Einstellung zum Umgang mit den Verlagen gefällt mir.

    LG aus Berlin P-berg.
    Sylvie

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  10. Ach herrje. Ich frage mich auch gerade, was das im Grunde soll. Ich meine, wenn man sich darauf einlässt, verschenkt man seine Texte und Fotos wofür nochmal? Für eventuell mehr Besucherzahlen? Ich glaube, umgekehrt wird da eher ein Schuh draus. Abgesehen davon finde ich Besucherzahlen eh nicht so wichtig. Im Gegensatz zu einem Unternehmen, das dann direkt davon profitieren kann. Dreiste Ausbeutung gibt es ja überall. Erinnert mich an die Geschichte von neulich mit dem Verlag. Tss
    Liebe Grüße
    P.S. Vermisse gerade schon ein wenig die MittwochsMasche.

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    1. (Ja, die Mittwoche liegen wieder so ungünstig, dass die nächste MNittwochsmasche erst am 13. 2. ist.
      viele Grüße!)

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  11. Vielen Dank für den Link zu Herrn Gutjahr! Mir geht es wie Dir, Lucy. Ich finde Werbung zwar nicht toll, wenn aber so transparent damit umgegangen wird wie bei Amanda von soulemama ist es meine Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen. Sie ist sich und ihrem Stil trotz der wachsenden Professionalisierung treu geblieben und ich bewundere die Kreativität, sich einen Beruf zu erfinden, der in das eigene Lebenskonzept passt. Bei vielen Bloggern fehlt mir diese Transparenz, was zum Teil zu latentem Mißtrauen meinerseits führt. Meist lese ich lieber die Blogs, die explizit als Hobby geführt werden. Deinen zum Beispiel und das mit großer Freude!

    Gruß, Bele

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  12. Vielen Dank für deinen aufschlußreichen Artikel! Ich bin noch nicht allzu lange aktiv dabei, habe aber auch schon einige Erfahrungen diesbezüglich gesammelt. Deine Worte bestärken mich nochmals, transparent zu bleiben und mich bzw. meinen Blog nicht unter Wert zu verkaufen!

    Liebe Grüße,
    Ina

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  13. Die Mail war bei mir gleich in den Papierkorb gewandert (Spontanausmusterung wegen doofen Schriftzugs KREATIV WELT), denn von solchen Massenmails hat man als Blogger nix, wie du es beschreibst. Das hatten wir ja schon öfter. Wie FAden verloren glauch ich auch, dasss es solchen Anbietern um IHRE klicks geht, d.h. die wollen durch die Blogs erst bekannt werden.
    Ich lese kaum Blogs, die WErbung haben, meist ist mir das zu zugemüllt. Der Bloginhalt muss schon wirklich interessant sein, dann wäre mir die Werbung egal. Bei Soulmama habe ich auch aufgehört zu lesen, als Werbebeiträge kamen. DAs ist mir zu unübersichtlich. Aber wenn mein Blog eine Einkommensquelle sein könnte, würde ich das natürlich toll finden. Ich würde eher so etwas in Richtung Flattr gut finden. Vielleicht gibt es ja irgenwann eine Blogflatrate, in der dann die Lieblingsblogs enthalten sind und z.B. deren Blogempfehlungen und Links. Ich würde auf jeden Fall monatlich für all das bezahlen, was ich lese - wenn es irgendwie praktikabel wäre.
    Würde mich ja mal interessieren, wie du Verschleierungstaktiken in deutschen Blogs bemerkst. Also, das Thema für einen anderen Beitrag.

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    1. Ich frage mich gerade, ob ein AdBlocker nicht auch bei Blogs funktioniert. Ich hab einen installiert, deswegen weiß ich jetzt gar nicht, ob die Blogs, die ich lese werbefrei sind oder nicht. Zumindest Banner lassen sich damit ohne Probleme blocken.
      Adblocker gibt es für jeden Browser als kostenloses Add on.
      Liebe Grüße
      Lotti

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    2. Hm, das weiß ich auch nicht - aber ich lese die meisten Blogs sowieso im Reader, da werden Anzeigen eh nicht angezeigt ;-)

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  14. Ja der Spam und dämliche Werbemails nimmt eindeutig zu ... danke für den tollen Artikel, kann ich falls mal ein Blog zur Toyiano-Webseite kommt gedanklich anknüpfen ;O)

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  15. Dein Beitrag bringt auf den Punkt, was mich seit einiger Zeit schon beschäftigt. Ich bin Hobbynäherin und habe mit dem Bloggen vor zwei Jahren begonnen, um mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ich habe viel gelernt und vom Erfahrungsaustausch profitiert. Mir fällt in der letzten Zeit vermehrt auf, daß Blogs "undercover" plötzlich kommerziell werden. Selbst mein Blögchen mit kleiner Leserzahl bekommt Angebote Produkte vorzustellen. Diese habe ich bisher dankend abgelehnt. Nun bin ich von einer Dame angeschrieben worden, die mich gebeten hat, Schnittmuster zu kommentieren - kostenlos. Im Ausgleich dafür wollte sie mich auf Facebook promoten, was mich aber nicht interessiert. Ich bin dort auch nicht unterwegs und lege auch keinen Wert darauf künstlich meinen Blog großzumachen. Das habe ich ihr auch geschrieben, fand aber die Idee, einen Schnittmusterpool zu haben, gut. Ich habe mir die Seite angesehen und mich - mit etwas Bauchschmerzen - registriert. Es erschien bei Facebook ein Hinweis auf meinem Blog - zugegeben nett gemacht. Seit dieser Zeit erhalte ich jede Menge Spams... - Danke fürs Anstubsen, ich
    werde nochmal genauer nachhaken und entscheide mich dann, ob ich dort was einstelle...
    LG und ein schönes Wochenende
    Annette

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  16. Danke für diesen superinteressanten Beitrag! Ich finde die Idee, mit dem Blog etwas Geld zu verdienen prinzipiell nicht schlecht, allerdings sollte schon gut überlegt werden, wie und womit. Da hast du auf jeden Fall ein paar gute Denkanstösse gegeben.

    LG, Micha

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  17. Vielen Dank für Deinen super Beitrag. Ich bin zwar ein Blog-Anfänger, aber wenn ich nicht weiterkomme, suche ich immer Hilfe im Netz und finde es toll, wie die Leute ihr Wissen kostenlos zur Verfügung stellen. Ich hoffe, daß das so bleibt.
    LG Marianne

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  18. @alle - Danke für euer Lob, freut mich sehr, wenn die eine oder andere etwas Nützliches gefunden hat.

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