Montag, 6. Oktober 2014

Gestrickte Herausforderung (und eine kurze Anmerkung zur Brigitte-DIY-Debatte)


Von Zeit zu Zeit mag ich beim Stricken die technische Herausforderung. Auf die Entwürfe Kieran Foleys  wurde ich, wie könnte es anders sein, beim Blättern durch ravelry aufmerksam. Er entwirft Ajour- und Fair-Isle-Muster, oft in Kombination, die schon auf den ersten Blick sehr aus dem üblichen Stricktücher-Einerlei herausstechen. Es gibt Lochmuster mit extremen Verästelungen, es gibt Ajourschals, die wie ein Bild auf ganzer Fläche gestaltet sind, es gibt patchworkartig bunte Tücher mit einem Dutzend Farben (bei denen ich mich frage, ob man zum Schluss Dutzende Fäden vernähen muss). Nicht, dass ich alles unbedingt selbst tragen wollen würde, aber mich reizt die Technik, das Ungewohnte.


Der Schal auf den Fotos ist Kieran Foleys Schal Fleece, den es kostenlos bei knitty gibt. Das Muster enthält extreme Zu- und Abnahmen, aus drei Maschen werden in der folgenden Reihe fünfzehn oder umgekehrt. Dadurch entstehen nicht nur extreme Zacken, das Gestrickte bekommt teils eine noppige Struktur, die sich mit durchbrochenen Partien abwechselt. Diese Erweiterung des Maschenrepertoires ist nicht nur interessant (und manchmal anstrengend) zu stricken, das sieht auch interessant aus.


Ich verwendete Delight von Drops in den Farben 04, 08, 09 und 14 und verstrickte es mit Nadelstärke 5., ganz locker, denn anders lassen sich die Zu- und Abnahmen nicht bewältigen. Das Garn hat eine nette handgesponnen-Optik mit dickeren und dünneren Partien, die gut zum Muster passt.


Das Muster (genauer gesagt handelt es sich um zwei verschiedene Mustersätze, die frei kombiniert werden können) konnte ich nach kurzer Zeit auswendig, und es gefällt mir so gut, dass ich mir gerne noch einen einfarbigen Schal stricken würde. Das Stricken geht allerdings ganz schön auf die Handgelenke.


Übrigens: Der Designer Kieran Foley ist ein Mann. Und er strickt, entwirft Strickmuster, verkauft sie  im Internet und bloggt auch noch darüber, wahrscheinlich aus reiner Geltungsbedürftigkeit. Wäre er doch Pilot geworden, oder Verleger, anstatt Strickmuster zu publizieren! Aber vielleicht ist er zu oft durch Prüfungen gefallen und hatte nicht den Mumm, wieder aufzustehen, zu kämpfen und sich anzustrengen und zog sich lieber in seine alpakaweiche Privatheit zurück... Ihr findet solche Spekulationen seltsam? Ja, ich auch - aber nach diesem sehr polemischen Kommentar zu DIY-Blogs bei Brigitte wollte ich diese Argumentation zur Abwechslung mal auf einen handarbeitenden Mann anwenden.

Sachlich und argumentativ hat sich im Gegensatz zu mir Bestrickend umgarnt mit dem Artikel auseinander gesetzt, und ich stimme ihr in allem zu. Ich bin diese häufig wiederkehrenden Feminismus-vs-DIY-Debatten auch ein bißchen leid. Klar, ich kenne auch Bastelblogs, bei denen mir graut, ich schüttele innerlich den Kopf über akademisch gebildete Frauen, die nur noch schlimmen Mutti-Kitsch posten, finde den verzuckerten Familienkult furchtbar, das Freundinnen-Cliquenwesen in manchen Blogs infantil - aber ich würde jede Wette eingehen, dass Blogs zu typischen Männerhobbies wie, sagen wir, Autotuning, im Durchschnitt weder intellektuell anspruchvoller noch geschmackvoller angelegt sind.

Bei den öffentlichen Debatten - und auch bei dem verlinkten Brigitte-Artikel - wundert mich das geringe Reflexionsvermögen, das regelmäßig bei der Handarbeiten-und-Blog-Kritik aus feministischer Perspektive sichtbar wird. Wenn ein Mädchen Kampfsport lernt, ist das super, lernt sie Ballett ist ein Rückschritt? Bedeutet das nicht, männlich konnotierte Tätigkeiten von vorneherein höher einzuschätzen als alles, was in unserer Kultur als "weiblich" gilt und damit genau die Wertehierarchie zu bestätigen, die man eigentlich ablehnt?

Ich fände es durchaus legitim, mal darüber zu diskutieren, woran es liegt, dass gut ausgebildete Frauen es zum Teil attraktiver finden, sich eine Selbständigkeit auf der Basis von Basteleien aufzubauen (zugespitzt gesagt), als in ihrem Beruf zu arbeiten. Aber Schubladendenken und das Abwerten von Lebensentwürfen, die nicht in ein bestimmtes ideologisches Raster passen, bringt uns nicht weiter.

54 Kommentare:

  1. Ja,danke, die Umkehrung macht es besonders deutlich. Und der Schal ist super, kunstvoll. Sieht fast aus wie bei den gestrickten Jahrhundertwendekleinern im Modemuseum, bei denen ich mich gefragt hatte, wie man das überhaupt schaffen kann.

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  2. Das hängt wahrscheinlich mit der schlechten Vereinbarkeit der meisten Jobs mit Familie zusammen. Sogar viele feministische Frauen übernehmen freiwillig den größten Teil der Sorge-Arbeit und bringen es nicht über´s Herz ihr Kind nur beim Schlafen zu sehen. So suchen viele die Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten.
    Ich schätze, es gibt wahrscheinlich viel mehr DIY-Mütter, als wir von Dawanda und Handarbeits-Blogs kennen, wahrscheinlich gibt es auch ein Heer von Fotografinnen, Schreinerinnen, Grafik-Designerinnen, technischen Zeichnerinnen, schwarz arbeitenden Friseurinnen usw. Vielleicht sind es gerade auch die Akademikerinnen, die ihre Selbständigkeit in der Handarbeit suchen, weil es jeder lernen kann und ein Handwerk schwieriger zu erlernen ist. Müsste eine mal untersuchen.

    Dein Schal sieht großartig aus.
    Liebe Grüße

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  3. schon interessant, wie frauen sich immer wieder gegenseitig schlecht machen. oder glaubst du, muss sich ein mann in einen bodybuilderforum oder auf seinem autoblog rechtfertigen, sich mit typisch männlichen themen zu beschäftigen und stattdessen nicht lieber friseur oder kindergärtner sein zu wollen? liegt es vielleicht daran, dass frauen es selbst in "typisch weiblichen" sparten selten bis an die spitze schaffen? schließlich sind auch die meisten modeschöpfer, köche oder pädagogen männlich, während diese aufgaben im alltag doch meist von frauen ausgeübt werden. und jetzt stricken die männer sogar noch und bringen es auch da zu anerkennung! ich bin schockiert!
    nein im ernst, irgendetwas läuft bei uns frauen da gewaltig schief!
    aber abgesehen davon gefallen mir die kreationen von kieran foley sehr gut.

    lieben gruß, susi

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    1. Vor allem müsste sich wohl kein Mann dafür rechtfertigen, wenn er sich in der Freizeit intensiv mit einem Hobby beschäftigt und aus diesem Hobby dann irgendwann eine Nebenerwerbs-Selbständigkeit macht. Man ersetze in dem Rant nur mal "Handarbeiten" etc. durch "Angeln" oder sowas, dann wird es deutlich.

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  4. Den Brigitte Artikel habe ich heute früh noch nicht ganz lesen können , jedenfalls finde ich den doof .Teilweise stimmt es, Manche Frauen können geade mal eine Nähnadel/Stricknadel halten und glauben sie könnten mit Handarbeit Geld verdienen .
    Bei You Tube (Deutsch) gibt es nicht einen einzigen vernünftigen Film mit Arbeitsanleitungen für Fortgeschrittene Handarbeitswillige .Die kennen nicht mal die Namen für gewöhnliche Stickstiche .

    Mein Lieblingsdesigner ist Kaffe Fasset .

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    1. Das habe ich kürzlich auch festgestellt: Anleitungen für Anfänger-Sachen gibt es jede Menge, aber versuch' mal eine deutsche Anleitung für eine Paspeltasche zu finden. Wenn ich mehr Zeit hätte...

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    2. Heute morgen war ich noch nicht ganz wach , der Schal ist außergewöhnlich schön geworden .
      Mir hat jemand neulich in einem You Tube Kanal ( bushcraft ) vorgeworfen das Kleidung selber nähen mittelalterlich ist .
      Geantwortet habe ich allerdings nicht ., wenn der meint ( mit den Augen roll )

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  5. Morgens um halb sieben hab ich noch nicht so viele Worte parat.....aber ich schwing da echt mit dir mit !
    Toller (komplizierter) Schal !

    LG Claudia

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  6. Sie beschäftigt sich meiner Meinung nach oft aus einer ganz eigenartigen Perspektive mit dem Thema. (Und zudem, der Text ist so schlecht geschrieben. Ich konnte mich schwer durchringen, ihn bis zum Schluss zu lesen).

    Ich sehe den Veröffentlichungsdrang nicht nur als Drang zur Selbstdarstellung/Narzissmus, wie die Gute schreibt. Die Frau bzw. ihre Tätigkeit war ja bis Mitte letztes JH (oder länger...) auf den privaten Bereich beschränkt, das Haus, die Familie. Die Öffentlichkeit gehörte dem Mann. Indem wir DIY-bloggen erobern wir ja genau auch eine öffentliche Domäne mit unseren Tätigkeiten, wir geben uns nicht zufrieden, heimlich still zu werkeln sondern wollen uns darüber austauschen, damit Geld verdienen, zeigen was wir können (warum darf man das nicht? Ein bisschen stolz tut jedem manchmal gut). Und geben dem, was wir tun, öffentlichen Raum.

    Und der kleine Konsumkritiker in mir versteht auch nicht, warum die Frau nicht ansatzweise begreift, dass selber nähen und selber stricken ein Weg in die Unabhängigkeit der Frauen ist (auch Unabhängigkeit v. der Kleiderindustrie). Einerseits unabhängig von der Kleiderindustrie, aber - viel wichtiger aus feministischer Perspektive - von der Modeindustrie! Keine Normfiguren, keine Normformen, keine Modetrends denen wir blind folgen müssen. Wir können selber bestimmen was wir wann tragen.

    Und vor allem fehlt mir jegliche Differenziertheit in dem Text. Für mich bedeutet Feminismus, dass eine Frau so leben und sein kann, wie sie will. Und da gehören verschiedene Lebensentwürfe dazu. Die Abscheu alles Weiblichen ist mir sehr unsympathisch, warum sollen Frauen denn nicht auch rosa Blümchenblogs haben dürfen? Das heisst doch nicht, dass sie nicht emanzipiert sind.

    Herzliche Grüsse von Lottie, so irgendwie Akademikerin mit absoluten Hausmütterchenhobbies und rosa Büro und innerlich eine kleine sportliche Wildsau (wie man bei uns sagt). Passt jetzt grad nicht so in ihr Raster.

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    1. Ja, es werden so viele Aspekte außer Acht gelassen in dem Text. Nicht zuletzt bilden ja auch die kritisierten "rosa Blümchenblogs" nur einen bestimmten Teil der Lebenswirklichkeit ihrer Autorinnen ab. Wer weiß, vielleicht gibt es sogar Pilotinnen, die einen Blümchenblog betreiben und darin nichts über ihre Arbeit schreiben, so dass man davon gar nichts weiß! Ich frage mich zwar auch manchmal, warum gerade dieses Liebliche, Süße das ist, was man in den Blogs der Welt zeigen will, aber darüber könnte man ja auch ohne Angriffe debattieren.

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  7. Du bringst die Diskussion durch die Umkehrung wunderbar auf den Punkt. Klasse!
    Ich kann deine Begeisterung für das raffinierte Schalmuster absolut nachvollziehen. Das stecken spannende Techniken drin (und ich hätte auf den ersten Blick auf Häkeln getippt).
    Ich habe auch oft Lust aus Spaß am Ausprobieren solche Sachen zu testen. Leider ist es dann im Alltag aber so, dass ich die besonders anspruchsvollen Gestricke gar nicht so oft bis teilweise gar nicht benutze. Und ich zügele mich deshalb immer wieder.
    LG

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  8. Guten Morgen!
    Ich hatte wirklich Schwierigkeiten mich bis zum Ende des Artikels durchzuarbeiten: Das könnte daran liegen, dass mein Abi in Deutsch schon 25 Jahre her ist und ich seit dem zu viele anspruchslose Lektüre gelesen habe.
    Ich finde die gute Frau klingt ziemlich frustriert. Könnte es sein, dass sie neidisch ist auf Frauen, die an dem was sie machen Spaß haben? Ich habe überhaupt kein Problem mit dem was ich mache und auch meine super emanzipierte Großmutter hat schon das gleiche gemacht, na und? Warum kann eigentlich nicht jeder leben wie es ihm oder ihr gefällt? Warum ist es schlecht, wenn sich eine Frau um ihr Kinder kümmert und nicht sofort wieder arbeiten geht? Warum muss! frau mit Abitur Kariere machen? Mich nerven Artikel, Medienberichte und Politiker, die glauben, dass das Leben immer in geraden Linien verläuft. Manchmal wünsche ich solchen Menschen meinen Lebenslauf. Dann können wir ja drüber diskutieren, ob handarbeitende, kinderkümmernde Mütter unemanzipiert sind. Ich bin froh das ich lebe und für meine Familie da sein kann.
    So genug geschrieben. Ich gehen jetzt in meinen Nähkeller und nähe unrosa Shirts.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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    1. Ja, dieser Anspruch, dass Lebensläufe "lückenlos" und zielstrebig vom Abitur bis zur Rente sein müssen, alles andere ist ein Zeichen persönlichen Versagens, das ist auch so ein interessantes Konstrukt. Liest man ja immer wieder als Anforderung für Leute, die groß Karriere machen wollen - und ab einem bestimmten Zeitpunkt galt das auf einmal für alle. Plane das Unplanbare. Mit sehr viel Glück klappt das vielleicht.

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  9. Wie gut, dass ich mich null angesprochen fühle von der Dame. Eher belustigt mich, dass sie das alles ernst meint. Für mich ist das ein Zeichen von Engstirnigkeit, mangelndem Interesse, schlechter Recherche, und das bei einer Journalistin. Auch dass sie die Kommentare so falsch versteht und von ihrem Schubladendenken keinen Zentimenter abweicht.
    Du hast jedenfalls das Unglück des Artikels wunderbar auf den Punkt gebracht.
    Dein Schal ist ein Traum. Ich habe mal Stulpen aus der Wolle gehäkelt, die sind ganz toll geworden. Eine wirklich sehr schöne Wolle ist das, mit herrlichen Farben! Und das Muster ringt mir großen Respekt ab. Da hat sich die Anstrengung gelohnt (glaube ich gern, dass das auf die Handgelenke geht), es sieht toll aus!
    Liebe Grüße,
    N

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  10. Tja, warum liebäugele auch ich mit der Idee, nach Ende meiner projektfinanzierten Tätigkeit mein bloggen, nähen, etc. so zu professionalisieren, daß daraus wenigstens ein Nebenerwerb werden kann?
    1. Ich bin sehr gerne meine eigenen Herrin.
    2. Ich liebe Abwechslung - und mein Interesse verschlägt es mal da und mal dort hin - was so gerade gestrickte 9 to 5 irgendwie total unattraktiv macht. Und schnell langweilig.
    3. Je mehr ich über meine Arbeitszeit bestimmen kann, desto mehr kann ich die um die Zeiten mit meinem Sohn drum herum bauen. Ich halte es nämlich nicht für richtig, ihn unser Erwachsenentempo aufzudrängen.
    4. Ich habe tatsächlich keinerlei Lust mehr auf die Machtspielchen der Männer, die am Theater üblich sind.
    5. Bis jetzt ist mir noch keine Festanstellung untergekommen, in der ich tatsächlich die Dinge, die ich extrem gut kann, gerne mache und mit denen ich am meisten Wirkung erzielen könnte, alle hätte einsetzen können.
    Das nur mal so aus der Hüfte geschossen. An nem blog-post dazu kaue ich schon ne Weile. Der kommt dann mal die Tage.

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    1. Aus Erfahrung würde ich sagen, dass Machtspielchen unter Frauen bei der Arbeit nicht unbedingt weniger sind, nur anders ausgetragen werden. Aber dass es nicht um die Sache geht, sondern darum, wer bestimmt, das läuft unter Frauen im Prinzip genauso. Nur verdeckter, so dass der Verdacht, es ginge um Macht, empört abgestritten werden kann. Aber das ist nur ein Nebenaspekt, der mir gerade in den Kopf kam. Bin gespannt auf deinen Artikel!

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    2. Peggy Drexler: "The Tyranny of the Queen Bee" - WSJ Updated March 6, 2013 5:11 p.m. ET http://online.wsj.com/news/articles/SB10001424127887323884304578328271526080496

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    3. @Lucy in the Sky: so sehe ich das auch, mit den Machtspielchen.So "ungern" ich es hier schreibe: aber so unkompliziert wie mit Männern, habe ich zuvor noch nie gearbeitet.Natürlich gibt es da auch Defizite, aber diese elende "Zickerei" (ein Unwort zwar, aber es passt halt),die fällt eben flach.Manche Frauen verzetteln sich leider auf Nebenkriegsschauplätzen (ist die andere jünger,schöner,cleverer, hat den tolleren Nagellack,teurere Kleidung,bessere Haare...ich übersptze,oder vielleicht auch nicht?).Mir erzählte mal eine Kollegin, als es um das Thema Karriere von Frauen ging, das ein Freund lächelnd erklärte "wir Männer brauchen uns gar nicht zu fürchten, daß Frauen uns die besseren Jobs wegnehmen, wir gucken euch beim Streiten und Zanken zu und lehnen uns beruhigt zurück!".Hat er recht?-Ich weiß, ich bin etwas off-topic, aber als Nebenaspekt...

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    4. Auch wenn es vielleicht off-topic ist, aber ich kann das nur teilweise bestätigen: Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Frauen fürchterlich zicken können, gerne lästern und mobben. Bei Männern gibt es aber ein ganz anderes Problem: jeder will das Alpha-Männchen sein und da wird dann mit ganz anderen Bandagen gekämpft (nicht so zickig wie bei manchen Frauen, aber trotzdem nicht fair)

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  11. Wow, der Schal ist total toll geworden! *___*
    Das Muster ist wirklich faszinierend!

    ... und der Artikel ist ja mal die Höhe. Ehrlich. *grrrr*

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  12. Ich habe die Brigitte vor Jahren abbestellt, weil sie mir einfach nicht mehr gefiel.
    Solche unreflektierten Statements gab es auch zu anderen Themen (auch zum Bereich der Landwirtschaft, in dem ich studiert habe und mich einigermaßen auskenne und wo es nicht nur böse=konventionell und gut=bio gibt, sondern sehr viele Facetten, die von tausenden Faktoren abhängen...).
    Ich finde es gut, dass man heute so viele verschiedene Lebensentwürfe leben kann. Ich kenne viele Frauen, die intellektuell anstengende Jobs haben und in der Freizeit gern nähen und stricken. Handarbeit macht glücklich, genau wie Joggen oder Garten... Wer damit nichts am Hut hat, muss es ja nicht tun.
    Viele von uns haben übrigens schon gehandarbeitet, als das noch als altmodisch und verstaubt verschrien war. Dass es jetzt Trend ist, belustigt mich eher. Aber ich werde hoffentlich auch noch nähen, wenn ein neuer Hype durch die Lande getragen wird :-)

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    1. Ja, muss auch sagen, dass ich schon seit Jahren keine Brigitte mehr gekauft habe - bis in die Neunziger war das noch eine lesenswerte Zeitschrift, dann wurde sie so seicht wie alle anderen.

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    2. Ja und die Themen wurden immer wieder recycelt. Peinlich!

      Und das mit dem Strick-Trend: Immer wenn ich in der Öffentlichkeit stricke und angequatsch werde, weil das ja sooo im Trend liege, sage ich: "Ich stricke seit über 30 Jahren, egal was irgendwelche Zeitschriften dazu sagen."

      Liebe Grüße,
      Henriette

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  13. Boa, ist die Dame gefrustet. Offenbar misst sie den Sinn und Zweck einer Tätigkeit im Wesentlichen an der Mainstream-Sozialisierung (männlich-intellektuell gut, rosafarben-ballettig schlecht) und der gesellschaftlichen Anerkennung (Geld verdienen gut, Selbstfindung schlecht). Wer diesem Wertesystem kritiklos anhängt kann wahrscheinlich zu keinem anderen Fazit kommen. Man könnte natürlich auf all die nicht-bonbonfarben nähenden AkademikerInnen verweisen, aber sollten wir uns überhaupt rechtfertigen? Dein Schal ist beeindruckend, Lucy, und Dein Blog wie immer ein herausragender.

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  14. Ich bin über diesen Blog auf den Brigitte-Artikel aufmerksam geworden, habe ihn mir daraufhin durchgelesen und auch einige der Kommentare zu diesem Artikel.
    Abgesehen von der Einstellung der Autorin zum Thema Handarbeiten/ etc. fand ich einige/viele Reaktionen darauf mal wieder typisch "Frau",sofort "fühlt" man sich persönlich angegriffen und rechtfertigt sich mit seinen eigenen Motivationen zu stricken/häkeln/bloggen.
    Die Argumente der Autorin sind ihre persönliche Sichtweise.Ich teile sie nicht,halte sie für überzogen, aber sie verletzen mich nicht,und hindern mich nicht fröhlich und hochmotiviert weiterhin zu handarbeiten.
    Einzig die Auseinandersetzung mit den ewigen Vergleichen zwischen -ich verkürze hier absichtlich mal-: "gut" (Kampfsport-Mädchen) und " "nicht gut" (strickendes Mädchen) sind ärgerlich,weil es zu den uralten Klischees gehört und pures schwarz/weiß denken ist.
    Das Taek-won-do kämpfende weibliche Wesen packt ihre Sportsachen nach dem Training in die Hello-Kitty-/rosa-rot-geblümte Sporttasche und in einer Häkelpause greift die Angestellte/Hausfrau/Studentin/Zahnärztin zum Nachrichtenmagazin.Sowas soll es geben.
    Frauen erklären sich,rechtfertigen sich und: kratzen sich mal wieder gegenseitig die Augen aus.
    In meinem Umfeld hat sich noch kein Mann darüber lustig gemacht, daß ich meine Garderobe selber nähe.Im Gegenteil!
    Und dieses Mantra, daß jede Frau auf diesem Planeten -oder zumindest im hochentwickelten,zivilisierten Deutschland,Pilotin,Ärztin oder am besten /Kanzlerin/Präsidentin ihres Landes werden könnte/sollte/müsste wenn sie nur ihre schlummernden Talente/Neigungen richtig ausschöpft (wenn sie es nicht tut,nicht kann oder WILL, dann sind natürlich immer die gesellschaftlichen Zwänge Schuld) -das nervt! Aber ich kann trotzdem noch lachen - und nähe weiter!

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    1. Danke, ich sehe das ganz genauso.

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    2. Da es ähnliche Debatten schon zwei-drei-mal gegeben hat, habe ich auch überhaupt keinen Rechtfertigungsdrang mehr, kann es aber gut verstehen, dass sich viele ziemlich verunglimpft fühlen durch die schwarz--weiß-Malerei in dem Kommentar. Ich frage mich aber auch, ob ich ähnliches schon mal gelesen habe, wenn Männer über Männer schreiben: würde sich ein Mann hinstellen und so einen Text über ein Hobby verfassen, das er nicht teilt? Werden Männer, die "nur" Krankenpfleger sind gefragt, warum sie sich nicht mehr angestrengt haben und nicht Arzt geworden sind?

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  15. Oje, ich bin jetzt ein bisschen verwirrt. Ich betreibe mit Mittelalter-Liverollenspiel ein männlich dominiertes Hobby und stelle gern Ritterinnen und Soldatinnen dar, besitze auch mehrere Rüstungen. Allerdings nähe ich meine Kostüme selbst, und blogge auch noch darüber. Bin ich jetzt eine Schande für die Weiblichkeit und ein harter Schlag in den Rücken der Emanzipation oder nicht? Kann mich jemand aufklären? Hallo, Frau Fuhljahn?

    Dein Schal wäre stilistisch überhaupt nicht meins, aber - technisch toll und aufwändig! Und wirklich faszinierend anzuschauen.

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    1. Ja, dass diese Frauen einfach nicht in die Schubladen passen wollen!

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  16. Oh ja, ich erinnere mich an eine Riesendiskussion über einen ähnlichen Artikel in der Süddeutschen, wo ebenfalls eine Journalistin sich genervt zeigte über die "guck mal, ich kann stricken und darüber blogg ich mal" Bewegung (1-2 Jahre her).
    Um nicht in den Verdacht zu kommen, ich hätte was gegen genervte Journalistinnen, weise ich auf eine ähnliche Situation in einem ganz anderen Zusammenhang hin, wo es einen Mann trifft:
    http://www.dlz-coc.de/wordpress/
    Gemeinsamer Nenner: bloggende Laien.
    Zu deinem Schal kann ich mich Hana Mond nur vollinhaltlich anschließen.
    mhs,
    die mal wieder anonym schreiben muß da keins der angebotenen Profile auf mich passt.

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    1. Danke für den Link! Dieses Elitengehabe findet man immer da, wo klar wird, dass es mit der eigenen Kompetenz auch nicht weiter her ist als mit der so genannter "Laien" und man sich auf einmal in einer Konkurrenzsituationn befindet. Im Hobbyschneiderinnenforum beklagte sich auch mal ein Forumsmitglied, das Posten von Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Fotos würde dazu führen, dass die Leute keine Nähkurse mehr buchen und keine Nähbücher mehr kaufen würden, abgesehen davon, dass auch viel Falsches vermittelt würde.

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  17. Brigitte ist auch schon lange nicht mehr in meinem Beuteschema, weder online noch im Print.
    Die Autorin hat es durch die Diskussion aber geschafft, mich auf die Website zu lotsen und mal kurz zu denken. Nicht so wie sie, aber immerhin.
    Klickzahl erhöht, Kommentare gleich welcher Art generiert- Ziel erreicht.
    Oder?
    (Denn wirklich ernst kann sie das ja wohl nicht meinen.)

    Und dein Schal hat eine astreine Häkeloptik, nur strukturierter und spannender. Toll!
    Wie lang ist er denn geworden?

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    1. Knapp 2 Meter - aus 200g Wolle.

      Ob der Artikel vor allem Klickhascherei ist, habe ich auch überlegt - aber andererseits beleidigen sie damit eine großen Teil ihrer Leserinnen, ist es das wert? Wieso so ein Artikel mit den Formulierungen durchrutscht, frage ich mich aber auch. Wird darin womöglich die Haltung der Brigitte-Redaktion gegenüber ihren Leserinnen sichtbar, ohne dass sie es wollten?

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  18. Die Brigitte kaufe ich mir schon ewig nicht mehr und habe den Artikel nur überflogen - das hat mir schon gereicht. Ich bin in meiner Verwand- und Bekanntschaft so ziemlich die einzige, die strickt, häkelt und näht. Loben für meine Werke muss ich mich meistens auch selber :-) - ist mir egal, mir machts Spaß.

    Und dann halte ich es wie der alte Fritz "Jeder soll nach seiner Facon selig werden"

    In diesem Sinne - toller Schal

    LG
    Kristine

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  19. Diese "Basteleien.... Strickereien....." sind im uralte Kulturtechniken, die von Generation zu Generation tradiert und weiterentwickelt wurden; gerade nicht als Hüten einer Asche, sondern als Weitergeben der Flamme, die oft überlebenswichtig war. Das ist auch ein Ausdruck von Intelligenz, von Wissen bis hin zu Weisheit. Wer meint, darauf herabschauen zu müssen, verdeckt vielleicht nur Sehnsüchte in einer
    von sich selbst oft entfremdeten Welt, wo Dinge des täglichen Lebens noch selber erzeugt oder wenigstens teilerzeugt werden. Ich werde auch belächelt, weil ich (obwohl ich Akademikerin bin) Obstwiesen mit Ernst und Freude betreibe.
    Und spinnen wir den Gedankenfaden einmal weiter: Wer würde überleben in einer Welt ohne elektrische Energie und so manch anderes Selbstverständliches? Wie einer meiner Schüler sagte:
    Dann werden die Karten ganz neu gemischt.
    In diesem Sinne: Wer was selber machen will, soll das doch tun. Fröhlich und selbstbewusst.
    Und die anderen? Sollen sich dran freuen oder uns auslachen. Wir lachen miteinander und höchstens mal über uns selbst.
    Ingrid

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    1. Wenn man in handwerklicher Hinsicht gar nichts mehr kann, entstehen auch neue Abhängigkeiten, man muss wegen jedem abgefallenen Knopf zum Änderungsschneider - oder das Teil wegwerfen und neu kaufen. Ist ja vielleicht auch gewollt, oder zumindest nicht nachteilig für die Industrie. So lange, wie wir uns diesen Lebensstil leisten können. Es ist ja nicht unwahrscheinlich, dass wir es noch erleben werden, wie die Karten neu gemisct werden.
      Danke für deine Gedanken!

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  20. ...also Maedels, das geht jetzt aber echt nicht, wieso beschaeftigt ihr euch denn jetzt mit einem Strickmuster anstatt (oder etwa UND) emanzipiert die Welt zu retten....also ne wirklich ; )

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  21. Eigentlich ist alles zu dem Artikel gesagt, du bringst es nochmal gut auf den Punkt, und die anderen hier auch.
    Ich sehe sowieso keinen Anlass mich für irgendwas zu rechtfertigen. Oder ist das hier etwa die https://www.youtube.com/watch?v=Ixgc_FGam3s

    Der Schal ist super, was für ein Muster! Schade, dass der gute Mann nichts Besseres zu tun hatte ;)

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  22. Der Schal ist super geworden.

    Und zum DIY-Feminismus: Ich finde es sehr interessant, dass Mädchen (in Deutschland) heutzutage quasi alles dürfen, Jungs aber nicht. Mädchen tragen Hosen und Röcke. Ein Junge im Kleid? Skandal! Mädchen dürfen alle Farben tragen, aber ein Junge mit einem rosa Herz auf der Jeans? Schwul! Mädchen, die mit Puppen und Autos spielen? Super, die werden bestimmt mal Ingenieurinnen! Jungs, die mit Puppen spielen, häkeln oder Haarspangen tragen? Oh je!
    Alles "typisch weibliche" ist anscheinend bei Mädchen gerade noch zu ertragen, aber Jungs sollten sich doch bitte wirklich davon fernhalten...

    Ich sehe mit großem Vergnügen seit einiger Zeit einen Video-Podcast von einem Mann, der wie ein Holzfäller aussieht und unter anderem Lace-Tücher strickt:
    http://dairylandknits.blogspot.de
    Großartig! Bei mir entspannt es das Gehirn, wenn mal die ganzen blöden Schubladen weggelassen werden und jeder einfach macht, was ihm gefällt.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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    1. Danke für den Link - der Mann backt ja auch noch und kocht Marmelade!

      Deien Beobachtung finde ich sehr interessant - und sehr zutreffend, wenn ich mal drüber nachdenke. Dazu passt der Artikel von Grayson Perry, auf den ich gestern bei twitter gestoßen bin: Rise and fall of the default man. Es geht darum, dass der "default man", wie er es nennt, der durchschnittliche, weiße Mittelklassemann zum Maß aller Dinge geworden ist: in der Politik, in der Wirtschaft, dass daher alle versuchen, sich ihm anzupassen (auch optisch, z. B. Frauen in Politik und Wirtschaft) und dass seine Ansichten bei uns als so tiefverwurzelt "normal" und "vernünftig" gelten, dass sie gar nicht mehr hinterfragt werden.

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  23. Nun ja, dann habe ich den Artikel halt doch gelesen... gut, ist halt 'ne Polemik, darf man ja auch.

    Ich muß zugeben, daß viele dieser "Liebelein-rosa-süß-Eulen-Fliegenpilz" Blogs bei mir auch Aggressionen erzeugen.
    Aber... hey, das Internet ist groß! ICH muß mir den Mist nicht angucken und wer daran Spaß hat, soll sich da vergnügen. Ich geh einfach woanders hin. Das Netz ist groß und es gibt sogar interessante Handarbeitsblogs. (Dieses, zum Beispiel.)

    Außerdem bin ich Akademikerin, beherrsche mehrer Fremdsprachen und vergößere dadurch meinen Radius. :-P
    Kann man der Autorin der Polemik vielleicht auch mal empfehlen.

    Oder vielleicht sollte sie mal Kampfsport machen. Um ihre Aggressionen abzubauen.

    Apropos... Martha Steward war mit Kochen und Backen doch auch finanziell sehr erfolgreich. Warum ist das jetzt emanzipierter, wenn man seine Kohle mit... keine Ahnung... Angelzubehör verdient? Statt sich einfach selber gut zu verkaufen?

    Ich fürchte... die Autorin hat die Konzepte "Karriere" und "erfolgreich" noch nicht ganz verstanden...

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  24. Durch die Redaktionszusammenlegungen haben so einige Journale an Profil verloren oder werden verschwammt.Online habe ich fast den Eindruck, der Beitrag ist Qotenhascherei bzw. der Rubel rollt ja bei jedem Klick! Und wir nehmen uns viel zu viel Zeit für solch eine ärgerliche Diskussion.Wir Frauen rechtfertigen uns immer, egal was wir tun!? Jedenfalls beobachte ich das oft.
    Das Tuch sieht sehr aufwändig aus und ich wäre nie draufgkommen , dass man solch eine dicke Nadel braucht.Danke für das Finden! VG kaze

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  25. Der Schal ist genial, vielen Dank für den Link zum Strickmuster!

    Deine prägnante Zusammenfassung zum Brigitte-Artikel spricht mir aus der Seele. Bravo! Die Brigitte-Diskussion finde ich herabwürdigend. Schade um die Zeit, die man damit verbringt! Stattdessen könnte man noch soviel stricken... ;-)
    Viel Grüße, Sathiya

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  26. Offenbar stehe ich mit meinen Gedanken zum Thema "Feminismus" doch nicht so allein auf weiter Flur. Ich wundere mich auch schon so lange, dass unter dem Deckmantel der Emanzipation alles vermeintlich 'weibliche' eine deutliche Abwertung erfährt. Wieso sind denn nur 'männliche' Tätigkeiten ausübenswert? Und wer strickt oder, Gott bewahre!, bügelt ist ein Schandfleck für die Frauenbewegung. Ach, für die gesamte Menschheit!

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  27. Hier nur kurz eine Erinnerung an 2 große Frauen, die mit dem Verkauf von Gebasteltem ihren Lenbensunterhalt bestritten: Kathe Kruse und Margarethe Steiff... Auch sie würden heute sicher blogs und dawanda nutzen...

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    1. Sehr richtig - und da Nowak oben gerade auf Martha Steward hinwies: ein Unternehmen, das auf Selbermachen aufbaut, ist ja nicht von vorneherein unprofessionell - und es muss auch nicht klein sein bzw. ewig klein bleiben.

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  28. Das Problem liegt in meinen Augen in der Vorstellung vieler Frauen, dass Feminismus gleich Vermännlichung ist.

    Eine Bekannte von mir setzt zum Beispiel alles daran, sich ja bloß nicht beim guten Kochen erwischen zu lassen oder eine Pflanze regelmäßig zu gießen, damit sie grün bleibt. Nee, lieber postet sie auf Facebook zerkochte Kartoffel, die „schon von Anfang an nicht mehr frisch und voller Augen waren. Dafür bekommt sie „volles Rohr Verständnis“ von ihren Femi-Buddies (okay, das ist jetzt vielleicht recht spitz formuliert), die alle noch mit „kernig klingend sollenden Kommentaren“ an ihrer tiefen Stimme arbeiten.

    Ich persönlich gehöre zu der anderen Seite, sonst würde ich hier bei dir ja nicht kommentieren, muss aber zugeben, dass ich die Eskalation sehr begrüße. Offenbar neidet man uns die Kreativität, die wir so offen und weiblich zur Schau tragen, besser kann es doch nicht kommen! Stellt euch mal vor, unter uns DIY- Feen gibt es am Ende noch tatsächlich emanzipierte Geister, dann könnte Frau ja einfach Frau bleiben und am Ende sogar noch glücklich heiraten! Wo kämen wir denn aber auch hin? Zur verdammten Gleichberechtigung oder was? Undenkbar!
    LG, Jasmin

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    1. So einen seltsamen Stolz darauf, nicht mal einen Knopf annähen zu können (oder nichts kochen zu können und die Küche in der Wohnung quasi nicht zu benutzen, bis auf den Kühlschrank) habe ich von Altfeministinnen der Generation 50+ auch schon erlebt. Wobei ich das bei Älteren noch nachvollziehen kann, sie haben bei ihren Müttern ja wahrscheinlich noch das treusorgende Heimchen-Dasein miterlebt und grenzen sich davon ab. Interessant, dass diese Abgrenzungsstrategien auch von jüngeren noch benutzt werden oder noch als nötig empfunden werden.

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  29. Hallo,
    ich arbeite in der IT (Männerberuf), habe E-Technik studiert, Abi in Mathe/Physik gemacht und trotzdem handarbeite ich für mein Leben gerne. Wer mit Handarbeit auch noch Geld verdienen kann, soll das bitte schön auch machen. Es gibt doch nix Schöneres, als mit einem Beruf Geld zu verdienen, der einen glücklich macht. Für mich ist handarbeiten "nur" ein Hobby. Aber ich liebe es und ich brauche es als Ausgleich zu meinem Job. Ich finde, jeder (egal ob Mann oder Frau) sollte sich dafür rechtfertigen müssen, wenn man etwas macht, was einen glücklich macht.
    Liebe Grüße
    Christa

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  30. Hallo es muß natürlich heißen KEINER sollte sich rechtfertigen müssen....

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  31. Ich möchte auch meinen Senf abgeben: ich häkele, stricke, nähe, bastele....
    Was mich an der ganzen Diskussion wirklich stört (und das jetzt nicht nur in diesem Zusammenhang hier) ist, wie sehr Emanzipation / Feminismus teilweise schlecht geredet wird. Das ist sehr schade, denn heutzutage scheint das ein Schimpfwort zu sein. Ich glaube manchmal, dass viele gar nicht wissen, was Frauen für Frauen erreicht haben. Ich komme aus einer Zeit, in der es z.B. für Arbeiterkinder - erst Recht Mädchen... - ein Unding war, aufs Gymnasium zu gehen.
    Als Alleinerziehende war man der Abschaum der Gesellschaft.
    Und da spreche ich von den 70er - 80ern.

    Was war vorher? Vorher durften Frauen nicht wählen, kein eigenes Konto eröffnen und einen Arbeitsvertrag nur mit Unterschrift und Genehmigung ihres Mannes unterschreiben. Man sollte also schon auch respektieren, was alles erreicht wurde.

    Und ich habe manchmal schon das Gefühl (das ist nur ein Gefühl und meine persönliche Meinung!), dass es immer mehr Frauen gibt, die teilweise ein wenig froh wären, wenn es diese Zeiten wieder gäbe. - vorsichtig ausgedrückt. Ich glaube, dass frauen, die die 30er- 50er Jahre so Klasse finden, dass sie auch heute danach leben oder Frauen, die sich danach sehnen, mit ihrem Mann auf "unserer kleinen Farm" zu leben (und das gibt es!), gar nicht wissen, was eine Frau von heute alles aufgeben müsste.

    Bitte nicht falsch verstehen: selbstverständlich bin ich dafür, dass jede Frau, jeder Mann machen soll, was sie will ( ;) ), und wenn er/sie/es 140 Handarbeits-Blogs führt.

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    1. Ja, ich glaube ich weiß was du meinst. Dieses Unbehagen habe ich auch, wenn ich diese Heile-Welt-Blogs ansehe (wobei Blogs ja immer nur einen stilisierten und zurechtgemachten Blick auf die Wirklichkeit zeigen, sollte man nicht vergessen). Daher habe ich auch meine Probleme mit der ganzen Retromode - für mich ist das mit einer muffigen, sehr restriktiven Zeit gekoppelt, und diese Bedeutung verschwindet nicht damit, dass ich ein Retrokleid anziehe und es im Alltag trage. Kittykoma hat eine schöne Analyse über diese Sehnsucht nach früher geschrieben, wo alles seinen Platz hatte, hier: Aber natürlich mit Häkeldiplom

      Auf der anderen Seite habe ich ein Problem mit dem so genannten "Netzfeminismus", also der Strömung des Feminismus, die zumindest im Internet die Debatte beherrscht. Diese hochtheoretischen Debatten, diese implizite Abwertung von Dingen und Tätigkeiten, die als "weiblich" konnotiert sind, diese bevormundende Haltung gegenüber einem Teil der Frauen, denen mehr oder weniger erklärt wird, sie würden "falsch" leben, ach ja, erwähnte ich den Dogmatismus und die Humorlosigkeit? Ich würde mir einen pragmatischen Feminsimus wünschen, der sich auch für die sehr realen Probleme von Frauen ohne Uniabschluss interessiert, und der sich bemüht, sein Anliegen zu vermitteln. Dass es darum geht, dass alle besser leben, und nicht darum "den Männern etwas wegzunehmen", wie es ja oft in der Öffentlichkeit dann ankommt.

      Ich sehe schon, das wäre eigentlich Material für einen Blogpost, würde ich hier nicht "nur ein Handarbeitsblog" schreiben. ;)

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  32. ähm, sorry, was ganz Wichtiges vergessen: auch ich bin erst durch dein Blog auf den Brigitte-Artikel aufmerksam geworden. Ich lese hier nämlich schon länger mit und finde ihn wirklich super!
    LG

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