Mittwoch, 6. Oktober 2021

Auf der Suche nach der (für mich) perfekten Bluse (Spoiler: Fashionstyle 10/2018, Schnitt 23 ist es nicht)


Seid ihr schon im Herbstnähmodus? Mir fehlt es noch etwas an Ideen, was ich im Herbst und Winter tragen möchte (nur dass es etwas mit Breitcord zu tun haben wird, das ist relativ klar. Brauche ich eventuell einen grünen Cordmantel?). Ich hoffe, dass ich beim MeMadeMittwoch heute, dem Treffpunkt für Menschen, die ihre Kleidung selbst nähen, etwas Inspiration finde.   

Bluse aus FashionStyle 10/2018, Nr. 23
Inzwischen kann ich euch noch ein mäßig erfolgreiches Projekt der letzten Monate zeigen. Ich bin ja seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten, auf der Suche nach einem guten, DEM guten Blusenschnitt. Dasss ich klassische Hemdblusen zwar gerne nähe (ich verarbeite gerne Hemdenstoffe, ich liebe Kragen und Manschetten und all' das), aber letztlich nicht trage, habe ich inzwischen herausgefunden. Irgendwie sieht so ein Hemdschnitt an mir nie so lässig aus, wie ich es mir vorstelle, der Kragen kommt immer mit der Jacke ins Gehege, irgendwas stimmt da nicht. 


Dann hatte ich den Blusenschnitt "Pam" aus La Maison Victor für mich entdeckt (und einige Exemplare genäht, zum Beispiel mit Ananas), ein einfaches, verschlussloses Oberteil mit langen Ärmeln und rundem Ausschnitt, der mit einer Art Mini-Schluppe, einem kleinen, verstürzten Band geschlossen wird. Das war zwar ganz schön, aber ein bisschen einfach, denn ich suchte ja eigentlich nach einem Schnitt, der klassische Blusenelemente enthält - Knopfleiste, Kragen, Manschetten - ohne eine Hemdbluse zu sein. (Wenn ich meine Problembeschreibung hier schwarz auf weiß lese, bekomme ich selbst den Eindruck, dass ich im Grunde das Unmögliche suche.)   

Jedenfalls dachte ich, im Schnitt 23 aus Fashionstyle 10/2018 möglicherweise die ideale Bluse gefunden zu haben, oder zumindest einen Schnitt, der einen Versuch wert war: Sie hat eine Schluppe wie Pam, die aber am hinteren Ausschnitt einen Art Kragen bildet. Sie hat Ärmel mit Schlitzen und Manschetten und eine Knopfleiste, die in einem V-Ausschnitt endet und sie hat Prinzessnähte und zusätzlich einen kleinen Brustabnäher. Das klang vielversprechend.


In Wirklichkeit habe ich schon beim Nähen etwas geflucht, weil ich mir einen Rest sehr weichen, wenig formstabilen Viskosecrêpe ausgesucht hatte, dunkelblau mit Strandszenen, und das Nähen dadurch kniffelig war. Übrigens ein Stoff vom Tauschtisch von der Annäherung in Bielefeld 2020, erkennt ihn jemand wieder? Die Kragenschluppe habe ich komplett mit Einlage verstärkt, die Knopfleiste und die Manschetten sowieso, trotzdem ist die allgemeine Labberigkeit des Stoffes auch bei der fertigen Bluse einfach etwas ungünstig. 

 

Die Taillierung durch die Prinzessnähte kommt bei so wenig Stand im Stoff kaum heraus, außerdem sitzen der Armausschnitt und der Schulterbereich nicht besonders gut - ich habe nicht herausgefunden, woran das genau liegt, denn eigentlich passt sich der Stoff an alles an. Aber vielleicht ist das genau das ein Teil des Problem. 

Schnitt 23 aus FashionStyle 10/2018 ist also vermutlich nicht der gesuchte perfekte Blusenschnitt, auch wenn ich mich beim Betrachten der Schnittzeichnung schon gefreut hatte. Aber vielleicht finde ich den perfekten Blusenschnitt ja heute beim MeMadeMittwoch!  

Die Details kurzgefasst:

Schnitt: 23 aus FashionStyle 10/2018 ohne Änderungen

Stoff: sehr weicher Viskosecrêpe 

Einlage: leichte Bügelvlieseinlage in Schluppe, Knopfleiste und Manschetten

14 Kommentare:

  1. Farbe und Muster der Bluse mag ich sehr an Dir. Gute Blusenschnitte sind schwer zu finden, bzw. was halt gut zum eigenen Körper passt. Kenne ich gut. Ich teste mich einfach weiter durch die SM, mein nächster Versuch ist aus der Ottobre, LG Jeanette

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    1. Ja, genau so ist es. Burda-Blusen sind an mir auch nicht so doll, da sind die Schultern immer viel zu breit. Ottobre könnte ich direkt mal testen, ich habe noch ein paar Hefte, aus denen ich noch nie was genäht habe.

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  2. Eigentlich finde ich den Schnitt sehr schön. Allerdings läuft man bei Schluppe immer Gefahr, dass man damit die Proportionen stark verändert. Auf dem Bild wirkt die Schluppe schon sehr streng. Wäre interessant zu wissen, wie die Bluse fallen würde, wenn du die Schluppe nur einmal umlegen und lang runter hängen lassen würdest. In etwa so: https://i.otto.de/i/otto/d1496768-0c43-532d-b3e1-93ad56ef9ea6/mona-schluppenbluse-aus-satingewebe.jpg?$formatz$
    Fällt sie dann besser? Bei der Ananasbluse wirkte die Schluppe nicht so zu, weil sie weiter unten saß.

    Ansonsten sieht es auf dem Foto so aus, als wäre zwischen Oberweite und Schulter zu viel Stoff. Ist da zu viel Länge drin oder ist die Bluse an der Oberweite zu schmal und "arbeitet" sich dann hoch?

    Meine Erfahrung bei Kaufblusen ist, dass fließende Viscose immer etwas mehr Raum braucht, um sich zu legen, während feste Baumwolle ruhig etwas enger anliegen und damit formen kann. Vielleicht ist das das eigentliche Problem?

    Gerade nähe ich selbst eine Viscosebluse, du darfst dich also demnächst mit harter Kritik bei mir revanchieren (wenn meine zu hart war, das sollte sie natürlich nicht sein, sondern eher hilfreich, ich hoffe, das kommt etwas rüber). Liebe Grüße Tina

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    1. Doch, das ist hilfreich! Ich vermute ja, dass sich die Bluse insgesamt etwas ausgehangen hat, auch die Armausschnitte und dass der Bereich zwischen Schulter und Arm wirklich zu lang sein könnte (weit genug ist sie nämlich). Viskose neigt ja sowieso zum Ausleiern, und als Crêpe erst recht. Aus festerer Baumwolle würde der Schnitt anders sitzen, da bn ich mir sicher. Danke für den Gedankenanstoß, darüber hatte ich nicht nachgedacht!

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  3. Eine interessante Bluse - ich hätte ja noch nicht mal gewusst, dass das Schluppe heißt und wäre wahrscheinlich immer in Versuchung, einen "Pionierknoten" zu binden oder eher genau den zu umgehen ...

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    1. Den Pionierknoten (ich habe gegoogelt) muss ich mal ausprobieren - nicht hauen, aber an sich sieht der gut aus. Wenn man keine bestimmten Assoziationen dazu hat.

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  4. Ja, man sieht auf den Bildern, dass die Schulter hochrutscht, wenn du den Arm bewegst; schade, schade, denn das verspielte Stöffchen passt prima zum Schluppenschnitt.
    Bei der Passformanalyse bin ich aber leider raus.
    Ein grüner Cordmantel für den Einstieg in den Herbst hört sich für mich genau richtig, wahrscheinlich, weil ich gerade eine Schönwetterjacke aus grünem Wollstoff in Arbeit habe, : ).
    LG von Susanne

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    1. Ich werde an der Passform dieses Schnitts auch nicht nochmal herumbasteln - lieber etwas Neues ausprobieren. Grünen Wollstoff habe ich ja auch noch...

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  5. Dein Stoff ist toll, schade dass du nicht so zufrieden mit Ergebnis bist.
    Vor längerem habe ich aus der la Maison Victor eine Schluppenbluse genäht, leider kaum getragen.

    LG, Heike

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    1. Ja, vielleicht ist das Konzept Schluppe auch Teil des Problems. Die richtige Blusenkragen- bzw. -ausschnittvariante habe ich noch nicht gefunden.

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  6. Wieder mal ein Beispiel wie sehr die Stoffwahl das Ergebnis beeinflusst. Die Bluse sieht gut aus aber du wirst sicher noch weitersuchen. Viel Erfolg!
    LG Monika

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    1. Danke! Ja, Tina hat mich mit ihrem Kommentar oben darauf gebracht, dass der Schnitt aus Baumwolle wahrscheinlich ganz anders sitzen würde.

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  7. Wie schade, so viel Arbeit... Aber muss denn immer alles perfekt sein? Ich hoffe die Bluse findet trotzdem noch Verwendung! Ich drücke die Daumen für die weitere Suche. Nach Schnitt und Stoff! Ich habe grade eine Burda Bluse genäht, aber da war mir die Viskose am Ende auch zu schlabberig. (Im Nachgang festgestellt, so what...) LG Sarah

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    1. Du hast recht, ich werde die Bluse wahrscheinlich auch anziehen, unter einen dünnen Strickjacke geht das ja. Tragbar ist sie ja schon!

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