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Mittwoch, 26. April 2017

Der Marled Magic Mystery Shawl KAL von westknits


Über den Fortgang des Marled Magic Mystery-Knitalongs hatte ich im März Woche für Woche und Teil für Teil berichtet (hier, hier und hier) - nun ist das Tuch fertig, und ich stimme Birgit - Lila und Gelb zu, dass das Ergebnis gar nicht so spektakulär aussieht, wenn auch natürlich viel bunter als alles, was ich jemals gestrickt habe. Zwischendurch fühlte sich das Stricken allerdings an, wie an einem Kunstprojekt teilzunehmen. Auf eine Raute im Netzmuster folgten verschiedene Strukturen: Perlmuster, kraus rechts, Patent, geformt durch Ab- und Zunahmen und verkürzte Reihen. Einmal wurde sogar um die Ecke gestrickt. Zuletzt in Folge 4 rechts und links zwei langgestreckte Dreiecke im Krausrippenmuster, die das große Tuch zu einem sehr großen Tuch erweiterten.


Den Abschluss bildet ein rosarot melierter I-Cord-Rand, an dem ich einen ganzen Abend strickte. Bei den Farbwechseln hatte ich viele Fäden gleich eingestrickt, trotzdem gab es noch einiges zu vernähen, und die Details bei der Ausarbeitung wollte ich mir nach dem Motto "mehr ist mehr" nicht entgehen lassen.


Die langen Anfangsfäden der Raute - für einen ominösen "Partytrick" gleich in der ersten Folge angelegt - wurden zu einem Zopf verflochten und mit einer dicken bunten Troddel gekrönt, ebenso wie die beiden Tuchzipfel.


Verstrickt habe ich - mit Troddeln und allem - 475 Gramm, das Tuch ist nach leichtem Spannen 2,70 m lang und an der breitesten Stelle 70 cm breit. Was ich nie erwartet hätte: Es sind immer noch bunte Wollreste übrig. Im Verlauf des Strickens fand ich immer wieder hier und da noch geeignete Reste oder besser gesagt: Es stellten sich mehr Garnreste als geeignet heraus, als am Anfang gedacht, weil ich weniger wählerisch wurde. Schwarze, graue und dunkelblaue Wollreste sind hingegen - bis auf ein halbes Knäuel Sockenwolle, das ich erst gegen Projektende wiederfand - komplett verbraucht. 


Durch die Farbwiederholungen finde ich den Marled Magic Mystery Shawl trotz der vielen Farben ziemlich harmonisch. Zu schwarzen und grauen Mänteln passt er gut, wie hier zum Stadtmantel, und in den letzten sehr kalten und windigen Tagen war so ein großer Schal auch sehr, sehr nötig. Am letzten Wochenende trug ich das Tuch unterwegs in der Stadt, und mich wunderte nicht, dass ich damit, trotz Troddeln, nicht weiter auffiel. Lustigerweise sprach mich heute eine Nachbarin im Kiez an - aber nicht auf das Tuch, sondern auf meine Hose! Da sieht man mal, worauf die Leute achten oder nicht achten. 

Strickmuster: Marled Magic Mystery Shawl von westknits
Material: ca. 475g Sockenwollreste, Baby Merino (drops), Kid Mohair-Silk in Lacestärke (drops,  Lana grossa), Fine Wool (S&S)
Größe: ca. 2,70 m x 0,70m

Soundtrack:

Freitag, 24. März 2017

Fast schon angekommen: Der Marled Magic Mystery-Knitalong, Teil 3


Vorhin landete der vierte und letzte Teil der Anleitung für den Marled Magic Mystery-Knitalong in meinem Postfach, und ehe ich mir anschaue, wo die Strickreise diesmal hingeht, zeige ich noch schnell den Stand nach Teil drei. Wie letzte Woche erwartet wurde rechts von der Raute im Netzmuster weitergestrickt. Es kam eine asymmetrische Ecke mit verkürzten Reihen in kraus rechts dazu, die die beiden freien Seiten der Raute einfasst. 


Ich habe diesen Teil wieder schwarz-weiß-meliert gestrickt, um das Schwarz-weiß auf der anderen Seite der Raute aufzunehmen. An der Ecke gibt es große Löcher, die durch einen doppelten Umschlag entstanden sind, der in der folgenden Reihe mit zwei Maschen abgestrickt wird - eine interessante Technik, die ich noch nicht kannte.


An eine Seite der schwarz-weißen Ecke schließt wieder ein großes Dreieck im Perlmuster an. Mit dieser Partie habe ich eine ganze Menge Reste komplett verstrickt - je nachdem, was jetzt noch kommt, muss ich eventuell Garn dazukaufen. Das Tuch ist jetzt schon so groß geworden, dass ich auf einen Hocker steigen muss, um die Mitte und den neuen Teil komplett auf Bild zu bekommen. Bis zu der "sehr großen" Endgröße kann es also nicht mehr weit hin sein.

Donnerstag, 16. März 2017

Stricken mit unbekanntem Ziel: Westknits Mystery-Knitalong Teil 2


Letzte Woche verglich die Luise das den Mystery-Knitalong von Westknits mit einer Fernsehserie - und sie hat recht: Die Puzzlestücke, wo das alles hinführt, setzen sich erst nach und nach zusammen, und ich bin sicher, dass es bis zum Ende noch die eine oder andere überraschende Wendung geben wird. Was bisher geschah, steht im vorigen Beitrag, hier folgt jetzt die zweite Folge:

In den letzten Tagen kam der Zipfel links dazu, im Patentmuster gestrickt aus hellgrauem Sockengarn zusammen mit schwarzem Mohair-Seide-Gemisch. Für Menschen, die nicht gerne Patent stricken, gab es in der Anleitung auch die Möglichkeit, im Perlmuster weiterzustricken. Ich finde den Patentmuster-Zipfel aber so herrlich elastisch und fluffig, das ich große Lust auf einen Patentpullover oder eine Jacke bekommen habe - es muss ja nicht so ein Sack-Schnitt wie in den 1980ern sein.


Folge 2. 2 füllt die Lücke zwischen Teil 1. 1 und Teil 1. 2 mit verkürzten Reihen aus: Hier habe ich nach hellgrau-grauem Anfang jeweils einen schwarzen und einen weißen Faden gemeinsam verstrickt. Die Idee ist, die Farben durch schwarz-weiß und grau etwas zu dämpfen, so dass das Tuch oder der Schal dann auch tragbar wird und nicht einfach nur chaotisch bunt.


Das wars dann auch schon mit der heutigen Folge - ein echter Cliffhanger! Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie aus diesem Anfang ein wirklich großes Tuch werden soll - in der Beschreibung des Knit-alongs hieß es, man könne "später" entscheiden, ob das Tuch groß oder sehr groß werden soll. Dieses "später" müsste ja eigentlich mit der dritten Folge am nächsten Freitag erreicht sein. Im Moment erscheint es naheliegend, dass als nächstes rechts von der zuerst gestrickten Raute aus weitergestrickt wird, dann könnte eine leicht asymmetrische, aber im Prinzip dreieckige Form entstehen. Aber das ist bestimmt ein Trick, und in Wirklichkeit passiert etwas ganz anderes. Schalten Sie also auch nächste Woche wieder ein zur dritten Folge des Mystery-Knit-alongs, wenn wir dem Geheimnis immer näher kommen!

Donnerstag, 9. März 2017

Stricken mit unbekanntem Ziel: Der Marled Magic Mystery-Knitalong, erster Teil


Einem mit den Gepflogenheiten der Strickszene nicht vertrauten oder gar komplett strickunkundigen Menschen das Konzept eines "Mystery-Knitalongs" zu erklären, ist ein lustiges Erlebnis! Gestern Abend hatte ich dieses Vergnügen, als ich mit Lila und gelb bei einem sehr spontanen Mini-Stricktreffen in der Kiezkneipe saß, und zwei Nachbarn wissen wollten, was wir denn da stricken. Die beiden akzeptierten aber dann doch weitgehend ohne komische Nachfragen, dass wir etwas stricken, von dem wir nicht genau wissen, wie es am Ende aussehen wird, und dass uns das Spaß macht. Es geht natürlich um den Marled Magic Mystery Shawl von Westknits, ein Projekt, von dem man nur weiß, dass es ein großes Tuch oder wahlweise ein sehr großes Tuch werden wird, und dass es zweifädig aus allen möglichen Garnresten gestrickt werden kann, so dass interessante gemischte Farbtöne entstehen. Ich ja schon mal erwähnt, dass mich das reizt.


Die Anleitung bekommt man in vier Teilen an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen und tastet sich also Stück für Stück zum Endprodukt vor. Meine in der Stärke zum Projekt passenden Wollreste ergaben mehr oder weniger einen Regenbogen ohne besonderes Farbkonzept. Die erste Idee war, die Farben mit einem wollweißen dünnen Bouclégarn zu verbinden, das ich mal geschenkt bekommen hatte - aber eine Strickprobe (siehe Bild oben) fühlte sich ungefähr wie ein Topfkratzer an. Das Bouclégarn ist zwar aus reiner Wolle, aber sehr hart, und wenn man es im Perlmuster verstrickt könnte man mit der Maschenprobe Möbel anschleifen. 


Den zweiten, dritten und vierten Anlauf unternahm ich dann bereits mit dem ersten Teil der Anleitung - man strickt zuerst ein rautenförmiges Teil im Netzmuster. Wechselnde bunte Garne zusammen mit schwarzem Lacegarn aus Mohair und Seide gefiel mir nicht so recht, verschiedene Garne mit gelbgrün kombiniert auch nicht, erst bei den Rottönen mit grauem Mohair hatte ich eine Ahnung, in welche Richtung es gehen könnte. 


Um die Farben etwas zu bändigen, habe ich beim fünften und endgültigen Anlauf jeweils einen Farbverlauf von dunkel zu hell und bunt und wieder zurück gestrickt - die Farben des Fotos hier kommen dem Original sehr nahe, das mit der Handykamera aufgenommene Bild drüben bei Instagram ist durch die interne Bildoptimierung des Geräts viel zu grell und leuchtend.


Die Farbmischungen, die gerade beim Perlmuster entstehen, sind wirklich faszinierend und auch etwas süchtigmachend - Birgit und ich wollten uns eigentlich nur für eine Stunde in der Bar treffen, um die Anleitung zu besprechen, und dann konnten wir uns bis Mitternacht nicht losreißen und strickten und strickten... Birgits Anfang sieht man übrigens hier.

Morgen gibt es den zweiten Teil der Anleitung und ich bin schon ganz gespannt, wie es weitergeht - mein Plan ist, das oder die nächsten Segmente in etwas ruhigerem schwarz-weiß-grau weiterzustricken, damit das Tuch oder der Schal insgesamt nicht zu unruhig wird. Aber wer weiß, ob das mit der Anleitung zusammenpasst!