Sonntag, 4. September 2011

Neues Leben für alte Kleider im August (und ein Ex-Drahtpullover)

Ein spätes Willkommen zu aus alt mach anders im August - nach diesem seltsamen Sommer wirft der Herbst seine Schatten voraus, und da man ja in letzter Zeit nie so richtig wusste, wo man sich jahreszeitentechnisch befindet, haben wir dazu passend sowohl Schals, als auch Sommerkleider im Angebot. Was gerade besser passt, muss man ja im Moment von Tag zu Tag entscheiden.

Frau Siebensachen gehört zur Sommerfraktion: aus einem Vorhangfutterstoff entstand ein tolles luftiges Sommerkleid, das später noch gefärbt wurde, und aus alten Jeans Täschchen für das Opinelmesser.

Wenn es aber nun tatsächlich Herbst wird und ihr eure Pullover sortiert: die löchrigen nicht wegwerfen! Siebensachen-zum-Selbermachen zeigt, wie man mit Hilfe von ein paar Knöpfen und der Waschmaschine einen geradezu avantgardistisch anmutenden Schal filzt. Einen fleckigen Rock hat sie auch noch gerettet - mit einer Applikation, denn die müssen durchaus nicht immer bunt sein.

Apropos Rock: alte Jeans aufzutrennen und in einen Rock zu verwandeln ist ja ein Klassiker der Wiederverwertung (und manchmal kann man sogar Jeansröcke kaufen, die nur so aussehen, als wären sie aus einer Jeans gemacht worden...) - hier bei Kawi sieht man nochmal, wie das aussehen kann, und da sie von einer "ungeliebten Hose" schreibt: das lohnt sich richtig bei Jeans, die nicht richtig passen und deshalb unbequem sind.

Danyeela kann ja aus nahezu allem etwas machen, den Eindruck habe ich zumindest immer, wenn ich ihr Blog lese. Diesmal ist es ein Farblumpen - ein Stück Stoff mit Farbklecksen, das als Unterlage beim Malen diente. Nun schaut euch an, was für eine Umhängetasche daraus geworden ist - der Taschenverschluss ist auch recycelt.

Um Taschen ging es auch bei der Perlendiva: aus einem alten T-Shirt wurde ein sehr praktischer Einkaufsbeutel - gut für T-Shirts, bei denen wie meistens zuerst das Halsbündchen durchgescheuert ist.



Bei meinem - lächerlich einfachen - Augustprojekt kam der erste Schal der Saison heraus. An einem heißen Tag wie heute natürlich völlig deplaziert, aber zwischenzeitlich war ja schon Schalwetter, und wer weiß schon, wie es morgen ist.

Eine Pullover in einen Loopschal zu verwandeln ist simpel, im einfachsten Fall braucht man nur eine Schere und einen dünnen Pullover, eventuell noch Jersey zum Füttern. Ich verwendete ein Teil aus dem Klamottentauschladen, das ich wegen des interessanten Materials mitgenommen hatte: 60% Viskose, 40% Kupfer. Wie man sieht ist der Pullover blöd geschnitten - breiter als lang -, hat einen ewig tiefen Ausschnitt, das Material ist leicht transparent, zieht leicht Fäden und fasst sich drahtig an. Als Pullover eine Fehlbesetzung, aber: der Kupferanteil glänzt sehr edel (was auf Fotos leider nicht so gut herauskommt) und das Gestrick lässt sich interessant in Falten knautschen.


Ideal also für einen Schal mit vor allem dekorativer Funktion. Ich schnitt den Pullover unter den Armen durch, nähte einen Schlauch aus blaugrünem Jersey in gleicher Größe und fütterte den Pulloverschlauch damit. Wenn man einen Pullover aus nicht-kratzigem Material verwurstet, kann man sich das Füttern sparen: Pullover durchschneiden, Bündchen abschneiden, den Schlauch einmal beherzt in die Breite ziehen - die Schnittkanten rollen sich ein - als Schal tragen und der Herbst kann kommen.

Das nächste Mal neues Leben für alte Kleider am 2. Oktober - die bisherigen Monate sind alle hier am Ende des Artikels verlinkt.

6 Kommentare:

  1. Immer wieder ne schöne Aktion! Hatte schon auf Dich gewartet, da ich auch mal wieder dabei bin.
    LG Karina

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  2. Schöne Idee! Genau so einen metallisch-kratzigen Pullover habe ich auch noch. Kaum getragen, zu schade zum Wegwerfen. Jetzt weiß ich, was ich damit mache! Dein Blog ist sehr inspirierend...
    LG, Mond

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  3. Schöne Idee! Toller Schal :.D

    Das merke ich mir … :.)

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  4. Das ist eine richtig edle Farbkombi und ein toller Materialkontrast.
    Manchmal frägt man sich bei Konfektionsteilen schon, ob es eine Endabnahme bei der Produktion gegeben hat. Die Proportionen sind ja derart daneben- das ist eine Schande für jede Strickerei. Aber wenn derartige Teile in China produziert werden, dann ist es eben zu spät, wenn es hier aus dem Container geräumt wird.
    Mir ist dann nur schleierhaft, wer das dann kauft.....

    Ich habe hier eben ein vielversprechendes Dingsda geschenkt bekommen- im Oktober bin ich wieder dabei beim Recyclen:)

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  5. Ah, der Schal ist ganz mein Fall. Um vieles besser, als der Pulli. Je länger ich hier mitgucke und -lese, umso öfter denk ich 'hättest du mal dies und jenes nicht weggeworfen'. Zum Beispiel eine Hose aus einer Leinen-Mischung mit einer ziemlich coolen Metallikoptik, die wäre für einen Schal noch genau richtig gewesen..
    Und danke fürs Verlinken, ich hab selber gar nicht daran gedacht, dass das ja auch zu dieser Reihe passen könnte..

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  6. tolle idee mit dem schal! und auch sonst sind das wirklich sehr spannende links und ideen! danke :)

    ich versuche mich auch oft im recyclen, mal besser, mal schlechter ;)

    lg
    halitha

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