Sonntag, 8. Juli 2012

Streifenmonat Juli: Bestandsaufnahme und Ideen (viele und nicht nur meine)

Meikes Monatsthema im Juli und August sind die Streifen: von Nadelstreifen bis Blockstreifen, vom Ringelshirt bis... ja, was? Das ist eben die Frage. Ich dachte ja erst, ich hätte keine besonderen Streifenpräferenzen, aber ganz so einfach ist es doch nicht.

Ringelshirts sind zum Beispiel eine Konstante in meinem Kleiderschrank. Im Laufe der Zeit hatte ich schon welche in allen möglichen Farben und Streifenbreiten und finde Ringelshirts eigentlich nie verkehrt, je geradezu unverzichtbar.


Ganz anders hingegen die Streifenbluse:  eine Bluse im klassischen Schnitt, längs gestreift wie ein Herrenhemd, finde ich einfach nur bieder. Liegt es an der Kombination von Muster und Material? Sind Streifen also nicht gleich Streifen, und würde eine Bluse mit Querstreifen etwas von der Lässigkeit eines Ringelshirts annehmen?

In meinem Kleiderschrank findet sich daher nur eine gestreifte Wickelbluse, Schnitt aus einem Burdaheft von 2005, die mir leider nicht sehr gut passt (der Schnitt hätte eine FBA gebraucht), und eine Bluse aus einem abgelegten Herrenhemd. So sind Streifen gerade noch in Ordnung.


Kommen wir zu den Unterteilen: Da ist einmal (hinten) der relativ neue Knotenrock 128 aus Burdastyle 3/2012 (Knotenanleitung hier). Ein prima Teil, mit Taschen, unkompliziert anzuziehen, passt zu vielem. Der Schnitt ist mein heißer Tipp, wenn man einen Rock mit Streifenspielerei nähen möchte, ohne beim Zuschneiden wahnsinnig zu werden: Der Streifenverlauf ergibt sich automatisch.

Der grüne Streifenrock ist das gerettete Unterteil eines Kleides - die Geschichte hatte ich vor langer Zeit hier erzählt. Während bei dem Rock die Streifen weder positiv noch negativ ins Gewicht fallen, sah das Kleid aus diesem Stoff einfach nur scheußlich aus: Kittelalarm! Wahrscheinlich eine Kombination aus schlechter Passform, schrecklichem Material (der matte, grobfädige, gecrashte Baumwollstoff ist nicht wirklich schön), ungünstiger Farbe und Längsstreifen.

Jetzt im Streifenmonat sehe ich mich also eher nicht von Kopf bis Fuß in Streifen. Ich mag Streifen vor allem als Ergänzung zu Einfarbigem und und anderen kleinen Mustern, mit denen sie ja auch gut harmonieren, wenn die Farben zusammenpassen.


Geplant habe ich
  • einen Streifenrock, wahrscheinlich einen weiten und ziemlich langen, leichten Sommerrock, bei dem der Streifenverlauf eine tragende Rolle bekommt. Diese zwei Stoffe aus dem Fundus stehen zur Auswahl, beide bekam ich geschenkt. Links ein etwas festerer Stoff mit eingewebten Streifen, Baumwolle mit Polybeimischung, schätze ich. Da der Stoff nicht wirklich luftig ist, tendiere ich zu dem Stoff rechts: aufgedruckte Streifen, reine Baumwolle, knittert leicht, fasst sich aber sehr angenehm an.
  • eventuell ein luftiges Jersey-Streifenkleid nach dieser Anleitung von Katja. Ich bin nicht sicher, ob der Rückenausschnitt etwas für mich ist. Der Streifenverlauf, in dem keine Richtung dominiert, gefällt mir schon einmal. Ob ich das angehe hängt davon ab, ob ich in den nächsten Wochen passenden Streifenjersey bekomme - mir schwebt eine dunkle Farbe mit schmalen, helleren Streifen vor.
In punkto Streifenrock muss ich erst noch einen konkreten Plan entwickeln. In meinem Nähbücherfundus habe ich eine Ausgabe der Zeitschrift "Handarbeiten und Hauswirtschaft" von 1957 Heft1, 1958, einer Fachzeitschrift, die sich an Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen in Franken richtete. In diesem Heft wurden unter der Überschrift "Streifen beflügeln die Fantasie" wohl nahezu alle Möglichkeiten der Streifenverwendung durchexerziert. Darunter sind viele wirklich gute Ideen, daher lasst uns mal einen Blick hineinwerfen.


Die junge Frau trägt eine Schürze aus - na klar- Streifenstoffen. Schürzen und Nachthemden (mit Kimonoärmel) waren übrigens die zwei Objekte, die 1957 laut Lehrplan im Handarbeitsunterricht genäht werden sollten. Die Fotos zum Artikel zeigen jeweils Nähproben mit Streifenstoffen, die mögliche Anwendung bei Kleidungsstücken vermittelte man in sehr charmanten Zeichnungen.

Der Artikel gibt natürlich auch Verarbeitungshinweise: Die Autorin Irmgard Hartmann empfahl, die Streifenanschlüsse mit schrägen Heftstichen von rechts mit der Hand zu heften und dann von links mit der Maschine nachzunähen. Manche Formen wie Dreiecke und Zacken wurden hingegen auf der rechten Stoffseite aufgesteppt. Falls ihr zu einem bestimmten Beispiel Näheres wissen wollt, fragt in den Kommentaren danach - meistens steht da noch irgendwo ein knapper Satz, den ich weitergeben kann.


Hier haben wir zum Beispiel quer gestreifte Blusen. An dem Kleid finde ich vor allem die Kragen- bzw. Ausschnittlösung interessant.


Der oberste Rock wäre ein Kandidat für meinen Streifenstoff:  drei schräge Partien, durch schmale Querstreifen getrennt. Wenn man diese Röcke aus einer in Falten gelegten geraden Rockbahn näht, ist das auch gar nicht so schwierig. Kompliziert wird es erst beim obersten und beim untersten Kleid, dort deutet der Zeichner oder die Zeichnerin einen Bahnenrock an, wobei die Querstreifen beim oberen Kleid patchworkmäßig eingesetzt wurden, beim unteren Kleid sind es zwischengefasste Blenden. Immerhin muss man so nicht auf den Streifenanschluss achten.


Hier finde ich den Rock auch ganz interessant. Da nur die schmalen eingesetzten Streifen schräg geschnitten sind, wäre das Modell auch nicht allzu stofffressend.

Schaut euch aber einmal das Kleid genau an, und zwar aus Schneiderinnensicht, nicht aus der Sicht eines Illustrators: Da hat doch der Wahnsinn schon die Türklinke zum Nähzimmer in der Hand. Eingesetzte zweiteilige Godets mit schrägem Streifenverlauf, und an der Naht laufen die Streifen genau zusammen! Das kann man vielleicht so zeichnen - nähen kann man das eigentlich nicht.


Das obere Kleid ist schon realistischer: alles quergestreift. Das bienenkorbartige Objekt darunter ist ein Kaffeewärmer, und die Idee der versetzten Streifen bei den beiden Teilen ganz unten gefällt mir. Nur dass das wahrscheinlich mit lauter gleich breiten Streifen wie in den Nähproben besser aussieht, als mit meinem unregelmäßig gestreiften Stoff.


Die Fünfziger liebten große, aufgesetzte Taschen, jedenfalls am "Waschkleid", dem Kleid, das man alltags zuhause trug. Die Oberteillösung samt Streifen am unteren Kleid ist auch ganz schön, nicht wahr?


Hier gibts noch einmal die schönen Kragen an den breiten, flachen Ausschnitten, die typisch Fünfziger sind.


Hier scheint es sich wieder um Bahnenröcke zu handeln. Die Musterplazierung im echten Leben so auszutüfteln, dürfte alles andere als einfach sein.


Genauso hier - die Bordüre beim unteren Kleid soll man aufsteppen. Dabei muss man den Musterrapport so ausrechnen, dass die Verzierung dann auch mit einem vollständigen Quadrat endet. Und dann muss die Höhe der schräg gestellten Quadrate auch noch mit der Rocklänge und der Streifenbreite harmonieren. Puh.


Den Streifenrauteneinsatz am Oberteil finde ich sehr hübsch, auf spitze Taschen auf der Schürze kann ich hingegen verzichten (bzw. auf Schürzen überhaupt, aber darum geht es hier ja nicht). In den Taschenspitzen lassen sich bestimmt hervorragend Krümel sammeln.


Oben: ein Schlafanzug - unten: ein verstürztes Band, das durch große Knopflöcher im Rock gezogen wird. Also auswechselbar.


Im folgenden Heft von "Handarbeiten und Hauswirtschaft" gab es diesen Nachtrag: Blockstreifen können so gefaltet und zusammengesteppt werden, dass neue, interessante Streifenmuster entstehen.

An Ideen ist also kein Mangel - weitere wie gesagt hier beim Auftakt des Streifenmonats -, ich bin selbst gespannt, was es schließlich wird.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Wochenrückblick KW 26





Man könnte meinen, ich hätte die letzte Woche mit Essen verbracht - aber dem ist nicht so, neinnein, zwischendurch musste ich ja Fußball schauen.  

1. Im Biergarten Republik Frank und Frei gleich neben dem Ausgang der U-Bahn Heinrich-Heine-Straße gibt es jedenfalls beste fränkische Bratwurst und die freundlichsten Biergartenbetreiber überhaupt.

2. Jimmy Woo in der Friedelstraße erntet ja recht unterschiedliche Bewertungen im Netz, aber: das laotische Curry und der laotische Nudeltopf waren gut, kein Standardgeschmack, die Bedienung freundlich und lange gedauert hats auch nicht. Da gehen wir nochmal hin.

3. Die Ausstellung mit Fotografien Hildegard Ochses läuft noch bis Ende Juli im Haus am Kleistpark. Ja, auch West-Berlin konnte in den 1980er Jahren deprimierend sein, am besten gefielen mir aber die ironischen Beamtenporträts.

4. Letztes Jahr wurde der kaputte Kaugummiautomat noch als Mülleimer missbraucht. (Bouchéstr., Alt-Treptow)

Dienstag, 3. Juli 2012

Warum Burda 122 aus Heft 2/2007 ein guter Schnitt ist, oder: einige Wickelkleid-Geheimnisse entschlüsselt


Heute kommen wir noch einmal zu der technischen Seite des Wickelkleids von Sonntag. In der intensiven Diskussion in den Kommentaren zu den Wickelkleidüberlegungen neulich sind wir dem Geheimnis des Wickelkleids schon ziemlich nahe gekommen, glaube ich. Zumindest kann ich euch genau sagen, was an dem Schnitt von Burda (122 aus Burda 2/2007) gut ist, und was ich geändert habe.



Und zwar:

  •  das Oberteil hat vorne und im Rücken eingelegte Falten anstelle von Abnähern. Es sitzt daher nicht eng anliegend, sondern bietet gerade im Rücken Reserven zum Bewegen, weil die Falten aufspringen und nachgeben können.  Der Kommentar von BuxSen brachte mich darauf, dass das immens wichtig ist: "Ich hatte das Problem, dass der Rücken zu schmal war und die Vorderteile wie bei dir beschrieben aufklafften.", schrieb sie. Eigentlich klar: wenn hinten zu wenig Weite ist, zieht sich das Vorderteil nach hinten, vorne spannt es, und bei einem Wickelkleid springt dann der Ausschnitt auf, weil er es kann. Das passiert natürlich nicht nur, wenn das Rückenteil von vorneherein zu schmal ist, sondern auch wenn durch die Bewegung Zug auf das Rückenteil ausgeübt wird, der sich in die Vorderteile fortsetzt. Die großzügigen Falten im Vorderteil sind natürlich ebenso günstig: auch sie können sich bei Bewegung auseinanderziehen.  

Mellenis (hier, hier und hier) und Christels (hier) Wickelkleider aus Webstoff nach Butterick 5030 illustrieren die Gültigkeit dieser These. Die Kleider haben Abnäher in Vorder- und Rückenteil (eine Schnittzeichnung sieht man hier) und tragen sich nicht besonders bequem. "Das Tragegefühl ist nicht so wie bei ganzen Kleidern", sagte Melleni, Christel bezeichnet ihres als "Zupfkleid".

Ist das Kleid aus nachgiebigem Jersey, ist diese Bewegungsreserve nicht so wichtig, das sieht man zum Beispiel bei Monikas - wollixundstoffx Sommerwickelkleid nach einem Schnitt vom Stoffmarkt: es hat in Ober- und Rückenteil Abnäher.

Buntekleider hat Vogue 8379 schon mehrmals genäht, immer mit Erfolg. Das Kleid hat im Vorderteil eingelegte Falten wie mein Burdaschnitt, der Rücken ist glatt (siehe Schnittzeichnung) - und aus Jersey funktioniert das auch.

Mema hat schon viele Wickelkleidschnitte aus Jersey ausprobiert und im Kommentar und hier in ihrem Blog von ihren Erfahrungen berichtet. Zusammengefasst: Wickelkleider wie Onion 2037, bei denen Ober- und Unterteil in einem Stück, ohne Taillennaht geschnitten sind, sind nach ihrer Ansicht ungünstig für kurvige Frauen. Am besten sitzt bei ihr ein Wickelkleid aus einem Knip-Spezialheft von 2010, hier besprochen. Dieses Schnittmuster, für Jersey gedacht,  ähnelt ebenfalls dem Burdaschnitt. Es hat eingelegte Falten im Vorderteil und an den Schultern, im Rückenteil Abnäher.



  • der Verschluss: Nötig sind ein Verschluss für den Untertritt (die unten liegende Kleidhälfte) und für den Obertritt. Das können zwei Bänder sein wie bei Memas Knipkleid, günstiger sind m. E. aber Knöpfe wie bei Malous Weihnachtskleid. "Das Kleid hat an der Taille etwas Spiel, die Knöpfe halten es ausreichend zusammen, schnüren aber nicht ein, so dass es sich wie ein 'normales' Kleid trägt.", schrieb sie dazu. Ich habe daher nicht nur für den Untertritt einen großen Druckknopf angenäht, sondern auch an der Kante des Obertritts, unter dem Bindeband, das dadurch nur noch dekorativ ist. Die Vorderteile sind damit an zwei Punkten fixiert - das Bindeband alleine würde lediglich das oben liegende Vorderteil in Richtung Seitennaht ziehen, es könnte sich aber immer noch nach oben und nach unten verschieben. Die Folge: man schnürt das Kleid immer mehr zusammen, um das Verrutschen zu verhindern und fühlt sich unbehaglich wie eine abgeschnürte Wurst. Mit der zwei-Knopf-Variante sitzt die Taille locker, und das Band wird nur locker geknotet. 
Bei einem Wickelkleid aus Jersey stellt sich auch dieses Problem nicht, denn Jerseybänder geben nach. Warum also nicht ein Kleid aus Webstoff mit Bindebändern aus Jersey versehen? Meistens wählt man dafür ja ohnehin einen Kontraststoff.
  • die Taille des Kleides muss in der natürlichen Taille, also an der dünnsten Stelle sitzen, damit die Statik des Kleides stimmt. Das ist zugleich auch die Stelle des Körpers, wo Bindebänder einen natürlichen Halt finden. Das Gegenteil habe ich nicht empirisch erprobt, aber ich hasse das unbehagliche Gefühl, wenn so eine Taillennaht wie bei Burda-Standard auf der Höhe meiner untersten Rippe baumelt, das muss als Beleg reichen. Die Oberteile sind mir bei Burdas einfach immer 2cm zu  kurz.



  • die Passform an Ärmeln und Schultern. Memas Lieblingswickelkleid von Knip hat enge, gut anliegende Ärmel und Armausschnitte. Beim Heben der Arme wird damit nicht das gesamte Kleid hochgezogen.Die Ärmelpassform finde ich bei Burda häufig problematisch, den Armausschnitt zu groß. Hier habe ich (wie immer) die Schulternaht um 1cm verkürzt und den unteren Bereich des Armlochs in der Achsel um etwa 1,5cm angehoben - das Armloch wird dadurch kleiner und sitzt näher am Arm. Da zum Schnitt ein angekräuselter Puffärmel gehört, musste ich den Ärmelschnitt nicht ändern, ich habe einfach die Kräusel so verteilt und den Ärmel so festgeheftet, dass mir das Ergebnis gefiel.
Auch dieses Problem stellt sich bei Jersey nicht oder nicht so stark, und auch dem gegenteiligen Fall, dass Ärmel zu eng sind, wird man nur selten begegnen. Bei diesem Schnitt fand ich den Ärmelabschluss einen Tick zu eng, nämlich unbequem einengend, wenn ich den Arm beuge, daher  habe ich den Ärmel um genau diesen Tick (ca. 1cm) erweitert.


  • die diagonalen Vorderkanten des Kleides sollten im gewickelten Zustand unter leichter Spannung stehen, das heißt gut anliegen. Michou hatte in den Kommentaren sogar eine einleuchtende schnittechnische Erklärung dafür, warum das bei Fertigschnitten oft nicht der Fall ist, sewing galaxy empfahl eingenähtes Silikongummiband. Stichelbeeres Demonstration, wie man einen Ausschnitt "kneift", um das Abstehen zu verhindern, hatte ich beim letzten Mal schon verlinkt, aber leider selbst nicht beachtet - diese Änderung würde ich unbedingt machen, sollte es eine zweite Version geben.    

Fazit: Wickelkleider aus Webstoffen sind machbar. Wie wir gesehen haben, vermeidet man aber eine Menge Probleme, wenn man Jersey verwendet. Aus Vergleichsgründen werde ich auch noch einen Wickelkleidschnitt aus Jersey testen, sobald mir ein geeigneter Jersey zuläuft.

Schnittmuster: 122 aus Burda 2/2007
Stoff: knapp 2,50m fester Baumwollpopeline vom Markt
Änderungen: Armausschnitt ca. 1,5cm höher gesetzt, Taille ca. 2cm tiefer gesetzt, Ärmel am Abschluss um ca. 1cm erweitert

Sonntag, 1. Juli 2012

Blümchenmonat-Happyend zum aller-allerletzten Finale


Geschafft! Zum wirklich allerallerletzten Nach-Nachzüglerfinale in Meikes Blümchenmonat  kann ich euch tatsächlich ein fertiges Wickelkleid präsentieren. Zur Erinnerung: es handelte sich um Modell 122 aus Burda 2/2007, und ich bin begeistert!

Der Stoff ist genial - obwohl ich in weiß meistens ziemlich elend aussehe und obwohl ich wegen der starken Kontraste im Muster und der Blumengröße Bedenken hatte, fühle ich mich darin wohl und denke, dass es gut aussieht. Außerdem ist der Stoff schön glatt und fest, absolut blickdicht und knitterarm, aber trotzdem aus Baumwolle, also das ideale Material für heiße Tage wie gestern.

Ich glaube aus beiden Faktoren kann ich ableiten, welche Blümchenmuster für mich funktionieren: wenn es nicht Blümchen, sondern erwachsene Blumen sind,  wenn das Material weder an Kinderkleid noch an Kittelschürze erinnert und wenn die Farben auf die U-Bahn-Station abgestimmt sind, ähm wenn es Farben sind, die ich auch einfarbig anziehen würde.

Der Schnitt ist übrigens auch ziemlich gut - im nächsten Beitrag verrate ich euch, was ich geändert habe und fasse die Wickelkleid-Diskussion von neulich zusammen. Ich glaube wir haben das Geheimnis des Wickelkleids geknackt! Habt bis dahin noch ein schönes Wochenende - morgen geht es bei Meike ja schon mit Streifen weiter, auch darauf freue ich mich.


Samstag, 30. Juni 2012

Wie halt ich's mit den Burdaschnitten? Auswertung und Alternativen


Danke für eure langen und durchdachten Antworten, ob Verlinkung zu der dusseligen Burda-Webseite sinnvoll und nötig ist, welche Schnittmusterinformationen ihr euch wünscht, was für euch verzichtbar ist und wie andere das handhaben. Beim Lesen musste ich ganz oft zustimmend nicken, und ich habe jetzt ein paar Ideen, wie sich hier die nötigen Informationen vermitteln lassen, ohne dass man ständig auf nicht mehr gültige Links hereinfällt. Sortieren wir doch mal:

- Neben Schnittnummer und Ausgabe ist vor allem die technische Zeichnung wichtig, da sind wir uns wohl einig. Bisher hatte ich die immer verlinkt, aber das ist ja gar nicht nötig. Wie Uta anmerkte, ist es ja sogar praktischer, wenn alle Infos gleich auf einen Blick im Text sichtbar sind - "Bin eher ungeduldig und Querleserin und klicke Links meistens gar nicht an, ärgere mich aber, wenn ich die relevante Info nur aus Links bekomme."

- Den Service für die Leserin, eben mit einem Klick zum Schnitt zu gelangen, finde ich gleichwohl wichtig, ich freue mich ja selbst auch darüber, wenn ich nicht suchen muss. Sofern ich also den Schnitt auf der Burda-Webseite finde, werde ich ihn auch verlinken, das steht dann aber nicht mehr an prominenter Stelle im Text. Wenn der Link später irgendwann ins Leere führt, ist das dann Pech für Burda und nicht für uns.

Denn dass die deutsche Webseite an unseren Interessen als Bloggerinnen und Blogleserinnen ziemlich vorbeigeht, darin sind wir uns wohl auch einig. Ich bin "schon seit einiger Zeit völlig entnervt von der deutschen Burda-Seite, Werbung, Werbung, Werbung. Keine Artikel, aber die Überschriften lassen immer darauf hoffen. Klickt man auf den Link findet man nur drei Sätze.", schrieb Sarah. Genau. Aber es gibt ja auch ein paar Alternativen:

- Les petits points d'Oasis, französischer Nähblog mit vielen genähten Schnitten von Burda, vor allem Kleider und
- Burda addicts, auch französisch, dort wurden viele Modelle schon genäht und besprochen, beide Tipps von Siebensachen-zum-Selbermachen.

- osinka.ru bietet ein Archiv der Burda-Hefte - links auf das entsprechende Jahr klicken, dann kann man das gesuchte Monatsheft aufrufen.
- burdastyle.ru hat erheblich mehr Inhalt als die deutsche Seite - sogar Kochrezepte! -, besonders interessant ist zum Beispiel die Fotogalerie mit den genähten Modellen der Nutzerinnen. (beide Tipps von Sewing galaxy.)

Allen, die die Option "Näh doch mal was anderes!" angeklickt haben (der Screenshot oben ist vom letzten Wochenende), kann ich hier schon mal einen Einblick in meine gedankliche Projektliste ohne Garantie auf Fertigstellung, aber mit einer Menge Nicht-Burda-Projekten geben:

- in Meikes Streifenmonat einen Streifenrock nähen (Schnitt mache ich selber)
- einen Jeansrock mit Kellerfalte nach einem Brigitte-Schnitt von 1972 nähen, den Stoff hab ich schon rausgelegt
- aus rot-weißem Streifenjersey den Schnitt für ein Wickeloberteil aus einer der letzten Burdas (April?) ausprobieren
- einen Schnitt für ein locker sitzendes kurzärmeliges T-Shirt oder eins mit überschnittenen Schultern finden (eher nicht bei Burda), und aus hellgrauem Jersey nähen
- eine rote Strickjacke nach einer Drops-Anleitung stricken
- ein Patchworkkissen endlich fertigstellen

Montag, 25. Juni 2012

Wochenrückblick KW 25


1. "Aber verstrick' nicht alles auf einmal, Kind!" Ich kann beim Stricken nicht maßhalten. Auf der Suche nach einem schönen Strickmuster für ein Tuch für die kürzlich erstandene Wolle, musste ich erstmal ein Dutzend Anleitungen ausdrucken, ein halbes Dutzend davon anstricken, verwerfen, anstricken, verwerfen, mich für eine entscheiden, und seither stricke ich wie eine Besessene. Blümchenkleid, geplante Blogartikel? Egal. Fast ein Glück, dass der zwecks Nachschub ausgekundschaftete Wollladen letzten Freitag geschlossen hatte.   

Zweitens stiehlt mir die Fußball-EM meine Freizeit. Wie schön, wenn man zuhause am eigenen Fernseher gucken und dabei z. B. stricken kann! Gut, das deutsche Spiel am Freitag war in der Kneipe sowieso lustiger. Und danach fuhr wieder der Ein-Auto-Autokorso durch unseren Kiez.

Das Viertelfinale Italien-England war ein etwas langwieriger Abend. Im Restaurant in unserer Straße hatten Inhaber zwar einen alten Röhrenfernseher aufgebaut. Der starb aber mitten in der ersten Halbzeit mit einem leisen "Flupp". Riesenkatastrophe, vor allem für die englandbegeisterte Bedienung, die hektisch alle möglichen Freunde antelefonierte, um Ersatz zu organisieren (die gingen aber alle nicht ans Telefon, wahrscheinlich saßen sie in der Kneipe und sahen sich das Spiel an...). Also schnell bezahlt und doch noch in die freundliche Bar ein paar Häuser weiter, dort noch Plätze in der ersten Reihe gefunden, ich hätte das Spiel auch ohne Brille bestens verfolgen können. Spät nach Hause gewankt, nichts genäht, heute Morgen kaum aus dem Bett gefunden. Gottseidank nur noch drei Spiele. 

2. Stecker in der Weichselstraße, Neukölln. Nur wo ist das Kerlchen dazu (so wie bei diesen früher gefundenen)?