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Mittwoch, 7. Juli 2021

Ein seriöses Sommerkleid: Reeta von named clothing aus Leinen mit Nadelstreifen (und Taschen!)

Ein besonderes Bekleidungsproblem stellt sich jeden Sommer: Was anziehen bei über 30 Grad und tropischer Luftfeuchtigkeit, wenn man geradezu zerfließt, aber trotzdem halbwegs seriös und städtisch gekleidet sein will oder muss? Also nicht wie eine Urlauberin auf dem Weg zum Badesee wirken will? Für mich sind Hemdblusenkleider eine Lösung für dieses Problem, wegen des Kragens haben sie eine eher geschäftsmäßige Ausstrahlung. Den Schnitt für das Reeta Dress von named clothing wollte ich schon seit etwa drei Jahren nähen.

reeta dress named clothing
Der Schnitt ist schön seriös - Reverskragen, halblange Ärmel mit Aufschlägen, insgesamt ziemlich lang, aber hat einen Fehler: Er hat keine benutzbaren Taschen, denn in den aufgesetzten Taschen des Oberteils könnte man höchstens eine Kinokarte unterbringen. 

reeta dress named clothing - stoff und schnittzeichnung

Der Mangel an echten Taschen fiel mir schon beim ersten Anprobieren auf, als ich gewohnheitsmäßig die Hände in die Taschen stecken wollte. Da das Rockteil aber auf jeden Fall weit genug ist, um Taschenbeutel unterzubringen und man die Oberkante der Taschenbeutel sogar in dem innen aufgesteppten Tunnel für das Bindeband mitfassen kann, war das Hinzfügen von brauchbaren Taschen in der Seitennaht kein Problem - zählt man nicht mit, dass das partielle Auftrennen eines schon fertigen Kleidungsstücks in jedem Fall ein Problem ist, in erster Linie ein Problem des inneren Schweinehunds.

In der Seitennaht hinzugefügte Taschen
In der Seitennaht hinzugefügte Taschen von innen
Die Taillierung wird allein durch einen Tunnelzug mit einer Kordel (oder einem genähten Band oder Webband) erreicht, so dass der Schnitt auch ohne Änderungen sehr gut anpassbar ist. Man sollte nur darauf achten, dass das Oberteil, also die Strecke von den Schultern bis zum Tunnelzug, nicht zu kurz ausfällt: Das Oberteil soll gerade im Rücken leicht blusig sitzen. Ich habe den Tunnel für die Kordel daher erst aufgesteppt, als das Kleid bis auf den Saum fertig war und ich es komplett geknöpft anproboieren konnte, um den Verlauf des Tunnelzugs festzulegen.  
 
reeta dress - Tunnelzug in der Taille
Tunnelzug mit Kordel in der Taille
Wie bei den meisten Schnittmustern von named clothing sitzt der Brustabnäher sehr hoch (wenn er zu hoch ist, wird das hier von den aufgesteppten Taschen im Oberteil gnädig verdeckt), die Schultern sind ziemlich schmal und die Ärmel relativ eng. Wer breite Schultern hat, überprüft besser noch vor dem Zuschneiden, ob die Weite in dem Bereich ausreicht. Selbst ich, die ich die Schultern bei Burda-Schnitten immer um zwei Zentimeter verschmälern muss, finde die Schultern und die Armkugel hier eher eng. Aber die schmalen Ärmel und Schultern sorgen eben auch für die Eleganz der named-Schnitte. 

Reeta dress named clothing Oberteil
Der Stoff ist auch ziemlich elegant (und schwer zu fotografieren), es ist ein feines,, leicht glänzendes Leinen in Olivgrün mit beigen Nadelstreifen, das ich im Spätsommer 2018 bei einem Ausflug zu Dalink-Stoffe in Spandau gekauft hatte. Die Knöpfe - man braucht 10 Stück und das geben meine Knopfkisten nicht her, jedenfalls nicht in passender Farbe - habe ich bei der Knopftruhe bestellt. Der Shop war mal ein guter Tipp von Chrissy Pop, so weit ich mich erinnere - es gibt dort Standardknöpfe wie diese marmorierten aus Hornimitat aka Plastik zu sehr vernünftigen Preisen. 


Menschen, die ihre Kleidung selbst nähen, treffen sich wie jeden ersten Mittwoch im Monat im  heute wieder im MeMadeMittwoch-Blog - heute als Gastgeberin mit Lasercat als Gastbloggerin. Vielen Dank für die Organisation! 

Details

Schnittmuster: Reeta Shirtdress, named clothing

Änderungen: Position des Tunnelzugs erst zum Schluss festgelegt, Taschen in die Seitennaht eingefügt.

Material: ca. 2,60 m Leinen, 140 cm breit, 10 Knöpfe (Hornimitat, 18 mm), leichte Vlies-Bügeleinlage. 1,60m schwarze Kordel   

Mittwoch, 3. Juni 2020

MeMadeMittwoch: Eine Reminiszenz an das beliebteste Sommerkleid Europas 2019

Habt ihr letztes Jahr im Spätsommer die Geschichte des beliebtesten Sommerkleids Europas mitbekommen? Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es zu diesem Kleid auch in deutschen Medien Berichte gab (und finde jetzt keine Artikel dazu), der britische Guardian berichtete aber ziemlich groß darüber und diverse englischsprachige Frauenzeitschriften folgten.

Das Kleid, ein weites, halblanges Viskosekleid aus weißem Stoff mit schwarzen, unregelmäßigen Tupfen, das in Großbritannien 40 Pfund kostete, in den USA 50 Dollar, hatte sich zum viralen Sommerhit entwickelt. Es wurde von Frauen jedes Alters und jeder Figur getragen, es passte zu allen Schuhen und allen Anlässen, war bequem und unkompliziert und nicht zuletzt bildete es den Gegenentwurf zu einzwängender, körperbetonter Sommerkleidung, die den Körper permanent der Beurteilung anderer aussetzte. Das Kleid wurde so oft verkauft, dass die Wahrscheinlichkeit groß war, es auf der Straße an einer anderen Frau zu sehen - und laut Guardian nickten seine Trägerinnen einander in einer Art verschworener Schwesterschaft zu, wenn sie sich auf der Straße begegneten. Schließlich gab es sogar einen Instagramaccount, der allein diesem Kleid und seinen Trägerinnen gewidmet war. 


Die Erfolgsgeschichte dieses Kleides mit allen seinen offensichtlichen Vorteilen blieb irgendwie bei mir haften und entwickelte sich im Lauf des Frühjahrs zu dem Wunsch, etwas ähnliches zu nähen. Halblang, locker geschnitten, mit halblangen Ärmeln, moderatem Ausschnitt und je nach Zubehör (Strumpfhose oder nicht, Strickjacke oder nicht) für alle Monate zwischen März und November geeignet. Wenn von einem Kleid dieses Typs letztes Jahr vermutlich zehntausende Exemplare (genau weiß man das nicht) verkauft worden waren, dann doch bestimmt nicht ohne Grund.


Einen passenden Schnitt fand ich in Kleid 21 aus Fashion Style 7/2018, dem monatlichen Entwurf des niederländischen Labels Janice, wobei der Originalentwurf einen vorne kniekurzen, hinten langen Rock vorsah. Das Rockteil habe ich gleich am Schnitt großzügig verlängert, so dass es im Rückenteil nur noch zwei, drei Zentimeter länger ist als vorne.


Den Ärmelabschluss bilden Ärmelblenden, die in einem Stoffstreifen zum Knoten auslaufen. Diese Blenden habe ich mit Einlage verstärkt, ebenso wie den Blusenkragen und  die Kanten des Schlitzes darunter, die einfach nur umgeklappt und festgesteppt werden.


Die Teilungsnähte des Schnitts sind durch das Stoffmuster so gut wie nicht sichtbar, das ist etwas schade. Das ziemlich unruhige Muster finde an sich auch nicht einmal wirklich schön, aber für dieses Allround-Kleid ist es genau das richtige. Alle meine Schuhe, Strickjacken und fast alle Jacken und Mäntel passen dazu, und damit habe ich das beliebteste Sommerkleid 2019 recht gut reproduziert - wenn es auch, da Einzelstück, keine verschworene Gemeinschaft der Kleidträgerinnen gibt, was fast ein bisschen schade ist.


Details zu Stoff und Schnitt:

Schnitt: Kleid 21 aus fashionStyle 7/2018
Änderungen: Vorderes Rockteil verlängert, so dass der Rock vorne nur knapp kürzer ist als hinten, Schultern beim Einsetzen der Ärmel etwa 1 cm verschmälert
Material: 2,50 m gewebte Viskose (Viskosebatist), Einlage für Kragen, Ärmelblenden, Schlitzkanten im Oberteil

Menschen in selbstgenähter Kleidung treffen sich wie jeden ersten Mittwoch im Monat beim MeMadeMittwoch - wo Gastgeberin Elke heute mit der Wilder Gown ein Kleid zeigt, das auch eine gewisse Ähnlichkeit zum beliebtesten Sommerkleid des vergangenen Jahres zeigt. (Aber ihres hat Taschen, noch besser!)

Mittwoch, 4. März 2020

Endlich seriös: Beryl bomber dress (named clothing) in Nadelstreifen


Vor ein paar Wochen hatte ich bei der Präsentation meines aktuellen Stoff- und Projektestapels ja schon angemerkt, dass ich einen ansehnlichen Vorrat an Herrenanzugstoffen in Grau- und Blautönen besitze. Anzugstoffe sind die Stoffart, die ich mit den Gedanken "wie schön" und "kann man immer brauchen" in den vergangenen Jahren sehr oft ohne einen konkreten Plan gekauft hatte. Schließlich kann man ja auch so gut wie alles daraus nähen: Hosen, Röcke, Kleider, Blazer - unter Umständen auch Mäntel oder gar Chaneljacken. Ich schreibe mit Absicht das unpersönliche "man", denn ich habe bisher wirklich sehr wenig davon verarbeitet. 



Getreu dem Vorsatz, dass 2020 das Jahr werden muss, in dem Vorräte angeschnitten werden, wurde aus einem Nadelstreifenstoff von 2010 ein Beryl Bomber Dress von namedpatterns - ein Kleiderschnitt, der an den Schnitt sportlicher Blousonjacken mit Rippenstrickkragen angelehnt ist. Ich stellte es mir gut vor, den sportlichen Schnitt mit Metallreißverschluss und Gummizügen mit so einem konservativen, eleganten Material zusammenzubringen.


Das Ergebnis finde ich wirklich nicht schlecht, das Kleid passt durch diese Stilmischung mehr oder weniger überall hin, ohne total over- oder underdressed zu sein. Während ich beim Ansa-Kleid vom letzten MeMadeMittwoch oft gefragt werde "ob ich noch etwas vorhabe", fügt sich Beryl besser in den Alltag ein und fällt anscheinend nicht weiter auf - ähnlich wie der dunkle Herrenanzug, der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Uniform des respektablen, fleißigen, bürgerlichen Mannes wurde.


Vielleicht funktioniert diese Assoziationskette vom Stoff zum Charakter ja noch immer, obwohl dunkle Anzüge bei der Arbeit in den meisten Branchen ja nicht mehr üblich sind? Noch dazu trägt sich das Kleid dank Gummizug und der allgemeinen, wenn auch etwas ungewohnten, Weite sehr bequem - und wenn der Stoff noch dazu Seriosität, Fleiß, Rechtschaffenheit und Kompetenz ausstrahlt und diese Eigenschaften auf mich abfärben, soll mir das nur recht sein.

Lauter kompetente, gut gekleidete Frauen versammeln sich wie an jedem ersten Mittwoch im Monat  beim MeMadeMittwoch.

Hier noch einige Details zum Schnitt:


Die Schulterpartie ist bei diesem Kleid sehr interessant konstruiert: Der Strickkragen ist tief heruntergezogen und bildet einen mittelgroßen Ausschnitt. Die Ärmel sind im Prinzip Kimonoärmel, sie gehen in die Rückenpasse bzw. in das obere Vorderteil über. Oben auf Schultern und Ärmeln verläuft eine Naht.


Die großen Taschen sind seitlich aufgesetzt - durch die schräge obere Kante geht auch nicht viel hinein, weil der hintere Teil der Tasche (den man auf diesem Foto allerdings nicht sehen kann) nicht besonders tief ist.


Tailliert wird das Kleid durch einen Gummizug. Die Enden des Gummis verschwinden unter dem Reißverschlussbeleg und werden dort festgenäht. Das ist so ein gut durchdachtes Detail, für das ich die Schnitte von Namedpatterns liebe. Den Tunnel für das Gummiband habe ich aus einem abgekettelten Stoffstreifen genäht - laut Anleitung soll man hier "ein breites Band" aufsteppen, sowas hatte ich nicht zur Hand.


Bei mir sind Taillen- und Ärmelgummiband jeweils 3,5 cm breit, eigentlich sollte das Taillengummi breiter sein. Die genaue Position des Taillengummis bestimmt man am besten ganz zuletzt, wenn das Kleid ansonsten fertig ist - ich habe den Tunnel nach dem ersten Versuch wieder etwa 1 cm hochgesetzt, nachdem ich das Oberteil in Brusthöhe vorher um 1,5 cm verlängert hatte - also eine Änderung, die ich mir hätte sparen können.

Schnittmuster: Beryl Bomber Dress von named clothing
Änderungen: Oberteil auf der Brustlinie 1,5 cm verlängert - Taillengummi später aber wieder ca. 1 cm hoch gesetzt
Stoff: 2 Meter Woll-Viskose(?)-Mischung, grau mit Streifen
Zubehör: Metallreißverschluss 60 cm, Gummiband 3,5 cm breit, grauer Rippenstrickstoff

Verlinkt beim MeMadeMittwoch, der monatlichen Verlinkungsaktion für Selbstgenähtes.

Mittwoch, 5. Februar 2020

Agate Dress von named clothing (mit Schlitzverarbeitung nach Frau Waas, Lummerland)

Wie die heutige MMM-Gastgeberin Carola Nähkatze wollte ich heute meinen fertigen Trenchcoat vom AnNäherungswochenende 2020 präsentieren - und meiner hat sogar Knöpfe und Knopflöcher, aber ich habe einfach noch keine Zeit zum Fotografieren gehabt. Auch bei mir kommt daher ein noch nicht verbloggtes Kleidungsstück zu Zuge, das ich letztes Jahr genäht habe und dessen Schnitt, obwohl einfach zu nähen, mir etwas Kopfzerbrechen bereitet hat.


Der Schnitt für das Agate Pencil Dress gefiel mir schon  bei Erscheinen, es war aber ziemlich schwierig, zum Schnittmuster passende Stoffe zu finden: Sie sollten dünn und gut fallend sein und sich in Farbe und Muster irgendwie ergänzen, und wie immer, wenn zwei Stoffe für ein Teil gefragt sind, tat ich mich ziemlich schwer. Schließlich fand ich ein bedrucktes Doppelgewebe aus Bambusviskose von Lillestoff, das sich von beiden Seiten verwenden ließ und das schön schwer fällt.


Ein schönes Kleid! Ich werde regelmäßig gefragt, ob ich denn "noch was vorhabe", wenn ich es trage. Von der Konstruktion des Schnitts bin ich nach dem Nähen nicht mehr so überzeugt, er hat nicht die Raffinesse, die ich bei einem Schnitt von Named clothing erwartet hatte, nach all den Schnitten, die ich von den finnischen Schwestern schon ausprobiert hatte. 

Zum einen sind die abgesetzten seitlichen Streifen rechts und links vom Mittelteil nur Dekoration. Anders als ich erwartet hatte, sind in den Teilungsnähten keine Abnäher versteckt, die Kanten der beiden Schnittteile passen genau aufeinander. Das Kleid wird nur über die Seitennähte und über je zwei senkrechte Abnäher im Vorder- und Rückenteil geformt. Wenn man wollte, könnte man die Schnittteile einfach zusammenlegen (genauso wie die Teile, aus denen sich die Ärmel zusammensetzen), und hätte damit einen Schnitt für ein ziemlich einfach geschnittenes Kleid, das nur durch die Flächenaufteilung etwas interessanter gemacht wird.


Die zweite Merkwürdigkeit ist die im Schnitt eingezeichnete Brustlinie, die sich nur 20 cm unter der Schulter befindet. Ich messe bei den meisten Schnittmustern die Weite auf Brusthöhe kurz nach, um den Schnitt unter Umständen zu ändern, daher fiel mir die merkwürdige Lage auf.

Fachsprachlich heißt der Abstand von der Schulter zur stärksten Stelle der Brust (da, wo die Brustabnäher enden) "Brusttiefe", und in Standardmaßtabellen wird bei Größe 38 von 28 cm Brusttiefe ausgegangen (nachgeschaut bei Hofenbitzer, Schnittkonstruktion für Damenmode). Die Maßtabelle von Named clothing gibt keine Brusttiefe an, ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass irgendjemand an dieser Stelle ernsthaft von 20 cm ausgeht - wenn ich von meiner Schulter 20 cm senkrecht nach unten messe, lande ich in der Achselhöhle.


Über diese merkwürdigen Proportionen des Schnitts grübelte ich zwei Abende lang nach, maß immer wieder nach, überlegte, ob ich Besonderheiten wie eine vorverlegte Schulternaht oder eine Passe übersehen hatte, wodurch sich der Abstand verändern würde, musste aber schließlich einsehen, dass der Fehler nicht bei mir liegt, auch wenn ich so gerne daran glauben wollte. Das Oberteil ist quasi zusammengestaucht, und ich verlängerte es um 4 cm, damit landete die schmalste Stelle des Kleides dann auch in meiner Taille.


Da das Kleid nicht besonders eng sitzt und die Armausschnitte reichlich weit und überschnitten sind, hätte es sicher auch ohne Änderungen einigermaßen gepasst - im Nachhinein fiel mir dann aber auf, dass man vergleichsweise wenige genähte Versionen dieses Schnittes im Netz findet,  viel weniger, als von anderen Schnitten von Named clothing, woraus ich schließe, dass der Schnitt wirklich nicht besonders gut zu den Proportionen der meisten Menschen passt.

Ein Detail hat dieser Schnitt aber, das ich besonders mag, die oben schon erwähnte Schlitzverarbeitung nach Frau Waas, Lummerland. Frau Waas aus Lummerland ist, wie sicher die meisten wissen, die Ziehmutter Jim Knopfs und die Erfinderin des auf- und zuknöpfbaren Lochs, das Hosenflicken überflüssig macht: Statt die Hose am Knie zu zerreißen, knöpft man das Loch einfach auf, und statt es zu flicken, wird es einfach wieder zugeknöpft.


Dieses geniale Prinzip übernahm Named Clothing für die Verarbeitung eines Schlitzes im Rockteil in der Naht zwischen Vorder- und Seitenteil. Der Schlitz wird von einem nahtverdeckten Reißverschluss gebildet, der nach oben aufgezogen werden kann, genauso weit, wie man es gerade braucht. Weil der Reißverschluss nachgeben kann, kann das obere Ende des Schlitzes nicht ausreißen - der Reißverschluss öffnet sich dann einfach ein bißchen weiter, und man zieht ihn bei Gelegenheit einfach wieder zu, anstatt das ausgerissene Ende des Schlitzes reparieren zu müssen. Genial, nicht wahr? Mir kommt dieses lummerländische Patent sehr entgegen, denn ich schaffe es fast immer, Rockschlitze durch raumgreifende Bewegungen zu zerstören. Und so ist dieses Kleid wirklich sehr bequem und für alles geeignet, was man so vorhaben kann.

Alle Teilnehmerinnen des MeMadeMittwoch treffen sich heute hier.

Die Details auf einen Blick:
Schnitt: Agate Pencil Dress von Named clothing 
Änderungen: Oberteil 4 cm verlängert
Stoff: Bambus-Musselin (Doppelgewebe) von Lillestoff (nicht mehr erhältlich), dunkelblau mit aufgedrucktem Muster, Vorder- und Rückseite des Stoffes verwendet

Mittwoch, 5. September 2018

Das Kranich-Kaftan-Kleid (Fashionstyle Juni 2018)

An den letzten warmen Tagen möchte ich noch mein - vermutlich - letztes Sommerkleid für dieses Jahr zeigen. Im Grunde plante ich schon seit Jahren, mir ein ganz leichtes, weites Hochsommerkleid aus ganz dünnem Stoff für die Tage über 30 Grad zu nähen. In den vorigen Sommern ist dieser Plan nie gelungen, obwohl im Laufe der Jahre schon mehrere Schnittmuster für künftige Hochsommerkleider auserkoren waren. Aber immer war es dann schlagartig viel zu warm, um an der Nähmaschine zu sitzen - man glaubt gar nicht, wie viel Wärme selbst der Motor der Maschine abstrahlt, wenn man bei normalen Temperaturen davor sitzt. Ganz zu schweigen von der 15-Watt-Glühbirne in meiner alten Nähmaschine: bei mehr als 25, 26 Grad einfach unerträglich!


Dieses Jahr klappte das rechtzeitige Nähen, vermutlich, weil die Maschine jetzt LED-Beleuchtung hat und weil ich den Schnitt und den leider sehr unfotogenen Stoff fast gleichzeitig entdeckte, kaufte und genau dann eine kleine, zweitägige Abkühlung einsetzte, die es erlaubte, das Kleid zu nähen, so dass es dann pünktlich zur nächsten Hitzewelle fertig war.

Der Schnitt stammt aus der Fashionstyle-Ausgabe von Juni, einer Übersetzung der niederländischen Knipmode. Die deutschen Hefte erscheinen etwa einen Monat später als das Original, daher bekommt man die festlichen Silvesterkleider erst Ende Januar zu sehen - die Übersetzung braucht Zeit - aber dafür ist sie auch ziemlich gut. Die Schnitte sind nach meiner nicht sehr umfangreichen Erfahrung auch gut, fallen vielleicht ein bißchen groß aus. Im Sommer 2015 nähte ich ein Kleid aus im Hausflur gefundenen Stoff nach Fashionstyle-Schnitt, das mag ich sehr.


Das Kleid Nummer 9 aus der Juniausgabe (als Nummer 10 in Tunikaversion mit langen Ärmeln - man könnte also auch das Kleid mit diesen Ärmeln nähen) ist von der Grundlage her ganz einfach: Ein Vorder- und ein Rückenteil mit weiten, angeschnittenen kurzen Ärmeln, nur geformt durch zwei gesmokte Partien und einen hinten angenähten Stoffgürtel.


Durch den V-Ausschnitt mit einem breiten Beleg, die Schulterpasse und den kleinen Stehkragen, in dem ein Bindeband mitgefasst ist, ist das Kleid aber weit mehr als nur ein Sack mit Gummizug.

Beleg und innere Passe aus anderem Stoff

Den Ausschnittbeleg und den inneren Teil der Schulterpasse habe ich aus dünnem Baumwollstoff zugeschnitten, der etwas stabiler ist als die leichte Viskose, wodurch ich für den Beleg keine Einlage brauchte. Außerdem konnte ich Stoff sparen: Die Anleitung verlangt satte 3,05 m für Größe 38, ich hatte nur 2,70 m, schnitt den Gürtel und die Passe quer zum Fadenlauf zu, was sich wegen des Musterverlaufs sowieso anbot, und kam damit gut hin.

Smok mit transparentem Gummi von hinten - man sieht noch die blaue Vorzeichnung

Die gesmokten Partien habe ich etwas unorthodox mit feinem, transparentem Gummiband (wie Framilonband) gemokt: Stepplinie auf der linken Seite des Stoffes markieren, Gummi gedehnt auf die Linie legen und mit etwas länger eingestellten Stichen aufsteppen. Für die traditionelle Methode mit Gummifaden, der auf die Unterfadenspule gewickelt wird, fehlte mir der Gummifaden und auch die Muße, die Einstellungen der Maschine auszuprobieren.


Für meine Verhältnisse habe ich das Kleid wirklich in rasender Gewschwindigkeit innerhalb von zwei Tagen genäht - es ist erstaunlich, wie schnell das geht, wenn man einen Schnitt ohne Anprobieren einfach "aus der Packung" nähen kann, weil die Schnittform überall weit ist.

Ärmelabschluss mit einem Schrägstreifen, der nach außen umgeschlagen und aufgesteppt wird

Ein unförmiger Sack ist das Kleid trotzdem nicht, und es hat sich bei den im August noch folgenden Hitzetagen bewährt - sehr luftig, nicht einengend und leicht, dabei aber nicht durchsichtig, kann man morgens überwerfen, den ganzen Tag und Abend tragen, weil es überall hinpasst, und abends in die Wäsche werfen. Um für Hitzewellen umfassend gerüstet zu sein, müsste ich mehrere davon haben, aber das kann ich ja für nächstes Frühjahr anpeilen. So schön der Sommer war, jetzt freue ich mich ehrlich gesagt schon wieder auf Strickjacken und Wollröcke und die ganzen Herbstsachen.


Ob bundesweit noch Spätsommer- oder schon Frühherbstgarderobe getragen wird heute beim MeMadeMittwoch.

Die Details auf einen Blick

Schnitt: Fashionstyle Heft 6/2018, Modell 9
Material: Bedruckter Viskosestoff, 2,70m (bei Größe 38)
Änderungen: Ausschnittbeleg und innere Passe aus feinem Baumwollstoff zugeschnitten, äußere Passe und Gürtelteile wegen des Musters und aus Stoffspargründen quer zum Fadenlauf aufgelegt.

Mittwoch, 1. August 2018

Anna (by hand London) aus selbstgefärbtem Batikstoff oder: Vier Jahre von Idee bis Ausführung


Es gibt ja Studien - habe ich kürzlich irgendwo gelesen - die besagen, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Vorhaben wirklich umzusetzen, dramatisch sinke, wenn man es nicht quasi sofort in Angriff nimmt. Und, das ist zumindest meines Beobachtung, wenn das Umsetzen des Vorhabens ins Stocken gerät, wird es oft schwierig, wieder einzusteigen und es tatsächlich abzuschließen.


Dieses Kleid belegt diese These recht gut: Den Stoff dafür färbte ich bei der Stoffspielerei im März 2017. Ich wollte nach der poppig-lauten Miami-Vice-Anna vom Sommer 2014 schon die ganze Zeit eine seriösere Variante des Schnitts nähen: Dunkelblau  mit einem Batikmuster im unteren Teil des Rocks. Es dauerte also nur etwa zwei Jahre, um nach der ersten Idee den Stoff tatsächlich herzustellen.


Dann begann ich zu nähen, nicht etwa direkt nach dem Färben, sondern etwas später im Sommer 2017, was dazu führte, dass das Kleid vor dem Herbst nicht mehr fertig wurde. Das Oberteil ist mit einem Futter aus schwarzem Baumwollvoile verstürzt und der Rockteil ist bis zum Schlitz ebenfalls mit Voile gefüttert. Das Futter führte dazu, dass die Passform des Oberstoffs wirklich stimmen muss, ehe man verstürzt, sonst wird das Ändern ziemlich aufwendig, und das hielt mich auf.

Ich erinnere mich daran, dass ich bei einem Nähtreffen hier in Berlin im Herbst bei schlechtem Wetter unter anderem an dem Kleid weiternähte, mit einem eingehefteten Reißverschluss nach Hause fuhr und dachte: "Jetzt habe ich's, das sind doch nur noch Kleinigkeiten".


Zur Annäherung, dem großen Nähtreffen in Bielefeld im Januar 2018 nahm ich das Kleid wieder mit, als Zweitprojekt. Danach war der Reißverschluss fest eingenäht und das Oberteil verstürzt, das Futter musste "nur noch" an den Reißverschluss gesäumt und der Rock gefüttert werden. "Jetzt habe ich's, das sind ja nur noch Kleinigkeiten", dachte ich, als ich nach Hause fuhr.

Muss ich extra betonen, dass das Kleid danach wochen-, nein monatelang auf dem Bügelbrett im Nähstapel lag und in diesem Stapel immer weiter nach unten wanderte? Es zog mit mir in die neue Wohnung um, in der es ein Arbeits- und Nähzimmer für mich gibt (und keinen Nähstapel auf dem Bügelbrett - ich habe mir fest vorgenommen, das Bügelbrett mindestens einmal in der Woche zusammenzuklappen und wegzuräumen).


Dass das Kleid tatsächlich fertiggestellt wurde, bevor der Sommer vorbei ist, ist letztlich nur der Fußballweltmeisterschaft zu danken: Wenn ich mal fernsehe - und besonders, wenn es sich um Fußball handelt - brauche ich nebenher eine Beschäftigung. Das Futter mit der Hand einzustaffieren und das Kleid zu säumen war die passende Tätigkeit für eines dieser langen Spiele mit Verlängerung und Elfmeterschießen.

Die riesigen Blätter in der Rabatte hinter mir sind übrigens Mangold
Und dann war das Kleid tatsächlich fertig, pünktlich zur Hitzewelle, und es funktioniert genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Der lange Rock wirbelt die Luft beim Gehen schön auf und das Kleid sitzt insgesamt lockerer als die erste Version des Schnitts. Darin kann man gut einen heißen Sommertag verbringen. Wobei: An dem Tag auf der Pfaueninsel, als die Bilder entstanden, war es eigentlich noch gar nicht so heiß wie im Moment, ich konntefür die Fotos sogar eine Weile in der Sonne stehen, ohne umzukippen.

Mehr Hochsommerkleidung heute im Me-made-Mittwoch-Blog nebst Ankündigung des Hamburger Nähbloggerinnen-Treffens, organisiert von Der feschen Lola und Frau Küstensocke!

Die Details auf einen Blick

Schnitt: Anna von by hand London
Material: Baumwollbatist, selbstgefärbt, etwa 2,30 m - mit fortgeschrittenem Zuschnitttetris, von dem gewünschten Stoff war nicht mehr da.
Futter schwarzer Baumwollvoile von Stoff&Stil, etwa 1m oder 1,20 m
Änderungen: Oberteil ohne Belege, komplett mit Voile verstürzt, Rockteil auch gefüttert. Am Reißverschluss im Rücken angepasst. Schnittteile für den Rock schon vor dem Zuschneiden stark gekürzt, der Schnitt ist übermäßig lang.

Samstag, 25. November 2017

Weihnachtskleid pragmatisch: Ein Plan, ein Stoff, ein Kleid

Vorweihnachtszeit ist Weihnachtskleidzeit, und so gibt es auch dieses Jahr ein gemeinschaftliches Weihnachtskleidnähen in der Nähbloggerinnencommunity. Ich habe schon in einigen Jahren mitgenäht, aber nur eine recht geringe Erfolgsquote vorzuweisen. Weihnachtszeit ist eben auch Jahresende, und neben Geschenke-Nähen und Besinnlichkeit bedeutet das meistens auch einen Berg noch zu erledigender Dinge. Ich bin dann meistens froh, wenn ich Weihnachten irgendwie in den Sessel fallen kann und alle Geschenke fertig geworden sind. Den Stapel mit den für Weihnachtskleidung vorgesehenen Stoffen und Schnitten räume ich dann nach Weihnachten beschämt vom Bügelbrett.

Dieses Jahr versuche ich es mal mit kluger Beschränkung: Ein ungefüttertes Kleid mit wenigen Schnittteilen habe ich mir ausgesucht, nämlich "Lora" aus La Maison Victor 9/10 2015, ein locker sitzendes Kleid mit Taschen. Die Version von Dana Feinstöfflich hatte mir letztes Jahr besonders gut gefallen, und im Mai zeigte Yvonet ein geblümtes Kleid nach dem Schnitt, das meine Erinnerung an den Schnitt erneuerte.

Außerdem brachte ich durch Yvonnes Stoffwahl  auf einmal einen Stoff aus meinem Lager mit dem Schnitt in Verbindung, und zwar einen recht festen, stretchigen Baumwollsatin mit einem wie aquarelliert wirkenden Blumenmuster auf schwarzem Untergrund.

Den Stoff hatte ich mittlerweile schon als "schwierig" gedanklich wegsortiert, weil er viel Stand hat, während die gerade aktuellen Schnitte meistens dünnere und fließendere Stoffe verlangen. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, den kräftigen Satin ein paar Jahre wegzulegen, bis sich die Kleidungssilhouette mal wieder grundlegend geändert hat. Aber zu Lora passt der Stoff genau, und Dank Yvonne konnte ich jetzt auch die Transferleistung vollbringen, mir den Schnitt aus einem gemusterten Stoff vorzustellen.

Das ist also der Plan für das Weihnachtskleid 2017. Meinen etwas planlosen Plan von 2016 - einen üppigen Paillettenrock mit Blüten aka "Dior für Arme"- habe ich aber noch nicht aufgegeben.

Übers Jahr hatte ich immer mal wieder zufällig die beiden Stoffe in der Hand - einen Viskosejersey mit grau-gelben hingeklecksten Blüten und einen stretchigen schwarzen Pailettentüll. Die Idee von Weihnachten 2016, die beiden Stoffe doppellagig zu einem Maxirock zu verarbeiten, und die obere Lage aus Tüll mit weiteren Pailetten zu verzieren, gefiel mir mit jedem Mal besser und besser.

Ich versuche, das als Langzeitprojekt im nächsten Jahr umzusetzen. Der Maxirockschnitt 106 aus Burdastyle 1/2016 erscheint mir im Moment geeigneter, als der Schnitt, den ich letztes Jahr vorgesehen hatte, denn die seitlichen Einsätze könnten aus festem Stoff gemacht werden. Oder doch ein langer, angekräuselter Rock? Darüber muss ich noch nachdenken und mal ein bißchen mit den Stoffen drapieren.


Dieser Pullover aus dem Brigitte-Kreativ-Heft 4/2017 gefällt mir auch sehr gut und passt zum Thema "Weihnachten einfach nur in den Sessel fallen", es ist allerdings vollkommen illusorisch, dass ich sowas in den Wochen bis Weihnachten noch fertigstellen könnte. Die Perlen sind alle aufgestickt. Eine Idee, die ich ebenfalls im Hinterkopf behalte. Wenn ich im Sommer anfange, könnte er Weihnachten 2018 fertig sein!

Den Stand der  Weihnachtskleidnäherei gibt es hier im MeMadeMittwoch-Blog.

Montag, 24. Juli 2017

Lempi II oder die Tücken die Routine


Vor einigen Wochen hatte ich vollmundig eine ganze Garderobe aus lauter Lempi-Kleidern (nach dem Schnitt von namedclothing) angekündigt, und ehrlich gesagt finde ich die Idee immer noch bestechend: Neben dem ersten, dem grauen Lempi noch ein blaues, ein rotes, ein grünes und ein schwarzes Lempi, ein Lempi aus Jeans, eins aus feinem Cord, für den Herbst eins als Tweed und für jetzt eins mit Blumenmuster, außerdem natürlich ein Abend-Lempi aus Brokat. Klingt doch total plausibel, oder? Lempi in jeder Lebenslage, außer vielleicht zum Schlafen und zum Schwimmen!


Aber im Ernst: Was dieser Lempisierung meiner Garderobe entgegensteht, bin ich selbst. Einen Schnitt zum zweiten Mal zu nähen ist nie so schön und wird nie so gut wie beim ersten Mal, scheint mir. Mein neues Lempi-Kleid aus dünnem, dunkelblauen Denim mit ein wenig Elasthan hatte ich flott und wohlgemut gleich nach Lempi I zugeschnitten und die ersten großen Nähte geschlossen. Als Kappnähte, abgesteppt mit beigem Jeansgarn. Und dann passierte folgendes:



Die Schere war so scharf, dass ich gar nicht merkte, wie ich durch zwei Stofflagen schnitt. Und natürlich reichte der Stoffrest nicht mehr für einen neuen Ärmel. Typisch! Sowas passiert mir nur bei Schnitten, die ich schon einmal genäht habe.

Nach etwas Herumschmollen und Verzweifeln setzte ich schließlich einfach einen Streifen Jeansstoff an, den ich innen versäuberte und von außen durchsteppte. Nicht unsichtbar, aber da es sich um die Ärmelnaht handelt, befindet sich die Stelle unter der Arm, das sieht man wirklich kaum. Am fertigen Kleid sieht das jetzt so aus:

Damit kann ich leben. Die Steppnaht mit Jeansgarn lenkt ganz gut von der parallel verlaufenden Naht ab.


Am restlichen Kleid habe ich mit Absteppungen ansonsten nicht übertrieben: Den Kragen, die aufgesetzten Taschen und Taschenklappen, die Schulternaht, die Gürtelschlaufen und die Säume habe ich abgesteppt, die Knopfleiste nicht. An dieser sehr sichtbaren Stelle auffällige Nähte zu setzen, war mir nach den vorangehenden Erlebnissen zu heikel, das hätte vermutlich nicht auf Anhieb geklappt, und der Stoff ist erstaunlich empfindlich, was das Trennen angeht.


Die Knöpfe sind silberfarben mit etwas Patina, auf eine Gürtelschnalle habe ich diesmal verzichtet -- es gab zwar eine farblich passende, sie erschien mir aber zu schwer für ein Kleid, und als Kleid habe ich Lempi bisher getragen. Der Schnitt ist ideal für das merkwürdige, wechselhafte Wetter zur Zeit, das oft innerhalb eines Tages von heiß und schwül auf windig und verregnet wechselt. Ich habe aber vor, das Jeans-Lempi auch mal als leichten Mantel einzusetzen, wie es Mema mit ihrem Jeanskleid Iam Hermes macht - die Idee ist gerade für die Reisegarderobe sehr praktisch, und es sieht wirklich gut aus.


Wie beim grauen Lempi-Kleid habe ich am Schnitt nichts geändert, und da der Denim einen kleinen Anteil Elasthan hat, trägt es sich sogar noch bequemer als das erste. Meine Liebe zu diesem Schnitt ist auch noch nicht erloschen: ich habe ein großformatiges schwarz-weißes Vichykaro aus leichter Baumwolle da, Karolänge etwa 4 cm, das ich mir auch als Lempi vorstellen kann. Oder wird das zu heftig gemustert? Ich werde noch eine Weile darüber nachdenken und in der Zwischenzeit etwas anderes nähen, sonst versemmele ich das Kleid bestimmt.

Zusammenfassung:
Schnittmuster: Lempi von namedclothing
Genähte Größe: 40, keine Änderungen
Stoff: Leichter dunkelblauer Denim aus Baumwolle mit Elasthananteil. Jeansabsteppgarn in beige für einige Nähte