Festhalten, Leute, jetzt wird's esoterisch: Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Post vom Mai 2012, "Plötzlich verrückt nach Tangerine Tango". Ich verspürte damals ein für mich unerklärliches Hingezogensein zu der Farbe Mandarinenorange, nur um festzustellen, dass praktisch die gleiche Farbe, genannt Tangerine Tango, von der Farb-Trend-Agentur Pantone zur Farbe des Jahres 2012 ausgerufen worden war.
Jetzt ist schon wieder sowas passiert. Die Farbe des Jahres 2013 ist Emerald, ein dunkles, sattes, ins Türkis-Blaue gehendes Grün, so wurde am Donnerstag (6. 12.) von Pantone bekanntgegeben. Und was meint ihr wohl, was habe ich bereits am 17. November auf dem Markt gekauft (ca. 25 Blogtreffenteilnehmerinnen waren Zeugen)?
Jupsi. Mantelvelours Smaragdgrün alias Emerald. Es ist also wahr. Ich bin ein Medium. Eindeutig.
Ergeben sich dadurch nicht ganz neue berufliche Perspektiven? Ich denke zum Beispiel an mich als eine ein-Frau-Stoff-Trendagentur. Ich würde, agil wie ein junger Hund, den Maybachmarkt abschnüffeln, und dem Kunden einen Stoff apportieren. Das hieße selbstverständlich nicht, dass rosa Blümchen Trend würden, brächte ich rosa Blümchenstoff mit - so einfach ist das ja nie mit Vorhersagen. Wie bei jedem guten Orakel käme es darauf an, meine Vorhersagen richtig zu verstehen. Daran scheitern ja die meisten Orakel-Kunden, weiß man ja, Macbeth ist das beste Beispiel. Ich sehe jedenfalls im nächsten Jahr eine glänzende Zukunft auf mich zukommen, das verraten mir meine mediumistischen Fähigkeiten!
Freitag, 14. Dezember 2012
Die Konferenz der Internationalen Fernmeldeunion ist gescheitert...
und das ist ausnahmsweise eine gute Nachricht.Ich hatte ja kürzlich über die Pläne einiger Staaten geschrieben, bei dieser Konferenz ein Vertragswerk durchzubringen, das eine staatliche Kontrolle des Internets ganz offiziell erlauben würde. Die Konferenz ist nun ohne Ergebnis zuende gegangen, das Abkommen wurde von den europäischen Staaten und den USA nicht unterzeichnet, wie u. a. SPON berichtet.
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Internet
Dienstag, 11. Dezember 2012
Wochenrückblick Kw 49
1. Schneetreiben. Am Wochenende war vorgesehen, die Wohnung winterfest zu machen und die lange geplanten Vorhänge zu nähen, aber diverse Umstände machten uns einen Strich durch die Rechnung: am Samstag fuhren wegen einer Demo am Herrmannplatz keine Busse in Richtung Baumarkt, am verkaufsoffenen Sonntag waren wir schlichtweg eingeschneit - und mit Vorhangstangen zu Fuß durch den Schnee war keine Option. Dass nicht nur ich mit wärmedämmenden Maßnahmen beschäftigt bin, merke ich daran, dass meine alte Anleitung für Zugluftstopper mit Sandfüllung derzeit so häufig aufgerufen wird wie selten.
2. Nähflow. Da ich keine Vorhänge nähen musste, konnte ich mich ausführlich mit der geerbten Overlock beschäftigen. Ich beginne langsam zu verstehen, was sie mag und was sie nicht mag und sie hat mir sehr schöne Shirts zusammengerattert. Die drei Teile sind nach den Schnitten aus Ottobre Woman 5/2012 entstanden, Rückenteil und Ärmel sind immer die gleichen, nur das Vorderteil ändert sich. Dass die Schnitte und besonders die Ärmel eng ausfallen, wie ich irgendwo gelesen hatte, kann ich nicht bestätigen: ich schnitt Größe 38 zu, und die Shirts sitzen anliegend, aber nicht knalleng, eben so, wie ich es erwartet hatte.
Ganz oben "Cool Grey" aus einem dicken, aber seltsam labberigen Jersey - dieses Oberteil sitzt sogar eher locker, und der Bündchenstreifen (10% kürzer als Halsausschnitt) hätte noch etwas kürzer sein dürfen. Den aufgestepptem Streifen würde ich beim nächsten Mal mit Einlage verstärken - es ist mir schleierhaft, wieso ich am Samstagabend meinte, darauf verzichten zu können. Tragbar, aber es ginge besser.
Rotgestreift darunter: "Patchwork" mit größerem Ausschnitt (dort fast ohne Nahtzugabe zugeschnitten), aus einem dickeren, sehr dehnbaren Viskosejersey, Ausschnittbündchen fast 20% kürzer als Halsausschnittlänge. Gut gelungen, wegen des Materials hauptsächlich zum Unterziehen gedacht.
Ganz unten: "Patchwork" mit Ausschnitt nach Schnittmuster, Halsbündchen ca. 15% kürzer als Ausschnitt. Der dicke Viskose-Baumwoll-Jersey ist toll: dick, dehnbar und mit leichtem Glanz, das Shirt ist für meine Begriffe so ziemlich perfekt geworden, was aber sehr viel mit dem guten Material zu tun hat. Ich bin sehr zufrieden mit der Ausbeute des Wochenendes, stelle aber wieder einmal fest: Shirtnähen ist Erfahrungssache und man hat schon verloren, wenn man den Stoff falsch einschätzt.
3. Steckerkerlchen (Krüllsstraße, Alt-Treptow)
Sonntag, 9. Dezember 2012
Basteln + Buchvorstellung bei Volksfaden
Habt ihr am 16. 12., also am dritten Advent schon was vor? Und seid ihr wirklich sicher, dass ihr ausreichend Weihnachtsdekorationen besitzt?
Wenn ihr zögert und die Fragen mit "Nein" beantwortet, kommt doch am Sonntag Nachmittag zu Volksfaden in die Crellestraße. Über Volksfaden, in meinen Augen der schönste Patchworkstoffladen in Berlin, hatte ich hier ja schon einmal geschrieben - seither sind viele neue, gut gefüllte Stoffregale dazu gekommen. Volksfaden hat am dritten Adventssonntag ab 12.00 Uhr geöffnet, es gibt Punsch und Kekse, einen kleinen Weihnachtsmarkt mit handgemachten Sachen auf dem Platz vor dem Laden und außerdem 20% Rabatt auf alle Stoffe. Um 15.00 Uhr stelle ich dort mein Buch vor - kommt vorbei, falls ihr mal darin blättern wollt, oder einfach nur Hallo sagen. Ich würde mich freuen!
Den ganzen Nachmittag über könnt ihr bei Volksfaden außerdem Weihnachtsschmuck aus Stoff basteln: von 13.00-14.30 Stoffkugeln mit Diana, später dann Anhänger aus Stoffyoyos mit mir. Die dekorativen Teilchen machen sich nicht nur gut am Weihnachtsbaum, sondern verzieren auch Geschenke, bei nicht-weihnachtlicher Stoffwahl (schließlich geht auch das schönste Weihnachtsfest einmal vorbei) und entsprechendem Unterbau lassen sie sich auch als Brosche oder Haarspange verwenden.
Ich hoffe, dass man sich den Weg nach Schöneberg nächsten Sonntag nicht mit dem Spaten bahnen muss (heute hat es nämlich den ganzen Tag geschneit) - vielleicht sehen wir uns ja? Alle Daten und Fakten findet ihr kurz und knapp (und auch auf Englisch) auch noch einmal im Volksfaden-Blog.
Wenn ihr zögert und die Fragen mit "Nein" beantwortet, kommt doch am Sonntag Nachmittag zu Volksfaden in die Crellestraße. Über Volksfaden, in meinen Augen der schönste Patchworkstoffladen in Berlin, hatte ich hier ja schon einmal geschrieben - seither sind viele neue, gut gefüllte Stoffregale dazu gekommen. Volksfaden hat am dritten Adventssonntag ab 12.00 Uhr geöffnet, es gibt Punsch und Kekse, einen kleinen Weihnachtsmarkt mit handgemachten Sachen auf dem Platz vor dem Laden und außerdem 20% Rabatt auf alle Stoffe. Um 15.00 Uhr stelle ich dort mein Buch vor - kommt vorbei, falls ihr mal darin blättern wollt, oder einfach nur Hallo sagen. Ich würde mich freuen!
Den ganzen Nachmittag über könnt ihr bei Volksfaden außerdem Weihnachtsschmuck aus Stoff basteln: von 13.00-14.30 Stoffkugeln mit Diana, später dann Anhänger aus Stoffyoyos mit mir. Die dekorativen Teilchen machen sich nicht nur gut am Weihnachtsbaum, sondern verzieren auch Geschenke, bei nicht-weihnachtlicher Stoffwahl (schließlich geht auch das schönste Weihnachtsfest einmal vorbei) und entsprechendem Unterbau lassen sie sich auch als Brosche oder Haarspange verwenden.
Ich hoffe, dass man sich den Weg nach Schöneberg nächsten Sonntag nicht mit dem Spaten bahnen muss (heute hat es nämlich den ganzen Tag geschneit) - vielleicht sehen wir uns ja? Alle Daten und Fakten findet ihr kurz und knapp (und auch auf Englisch) auch noch einmal im Volksfaden-Blog.
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Ein Wollmusterbuch
Wenn ihr auch ab und zu Wolle vom großen norwegischen Garnhersteller bestellt, kennt ihr wahrscheinlich das Problem: es gibt zum Teil unendlich viele Farben, man sinniert vor dem Rechner über die Unterschiede von blau, blau/türkis, petrol, dunkeltürkis und hellpetrol, nicht zu vergessen indigoblau, marineblau und königsblau, schaut sich die Farbkarten bei verschiedenen Händlern und auf verschiedenen Monitoren an und kommt doch zu keinem Entschluss.Aber immer nur grau oder Schwarz verstricken ist ja auch langweilig.
Beim Stricktreffen (nächster Termin übrigens am 12. 12.) arbeiten wir jetzt an einer Lösung: in einem kleinen Ringbuch (ursprünglich ein Jahreskalender von Tchibo) sammele ich Garnproben. Jede Garnqualität bekommt ein farbiges Trennblatt, auf das ich eine Garnbanderole aufklebe, dahinter kommen die in unserem Kreis schon verstrickten Farben mit Farbnummern. Wenn sich das Programm von drops nicht über Nacht grundlegend ändert, haben wir bald ein handliches kleines Nachschlagewerk, wenn es vor dem Garnbestellung mal wieder heißt: "welche Farbe nehm' ich bloß?".
Beim Stricktreffen (nächster Termin übrigens am 12. 12.) arbeiten wir jetzt an einer Lösung: in einem kleinen Ringbuch (ursprünglich ein Jahreskalender von Tchibo) sammele ich Garnproben. Jede Garnqualität bekommt ein farbiges Trennblatt, auf das ich eine Garnbanderole aufklebe, dahinter kommen die in unserem Kreis schon verstrickten Farben mit Farbnummern. Wenn sich das Programm von drops nicht über Nacht grundlegend ändert, haben wir bald ein handliches kleines Nachschlagewerk, wenn es vor dem Garnbestellung mal wieder heißt: "welche Farbe nehm' ich bloß?".
Dienstag, 4. Dezember 2012
Wochenrückblick KW 48
1. Mittwoch. Diesen Fehler machte ich an den anderen Tagen nicht mehr, dafür aber jede Menge andere.
2. Mittens, zu deutsch: Fausthandschuhe. Dunkelblau-Pink hatte ich mir schön zusammen vorgestellt, aber angestrickt gefällt es mir nicht mehr. Vielleicht stricke ich lieber bei Couturette mit? Ingrid zeigt in einem Tutorial ganz ausführlich, wie man perfekt passende Fingerhandschuhe strickt: erster Teil hier, zweiter Teil hier.
3. Mochi im koreanischen Restaurant Furusato in der Leibnizstraße, Charlottenburg, das ich sehr empfehlen kann.
4. Mitleid. Danke für die vielen lustigen Repliken zu "Bitte melde dich". Ich habe unter den Interessentinnen gelost und Bettina (ohne Blog, aber ein "sehr stoffreundlicher Haushalt" - klingt gut) bereits kontaktiert. Der Stoff hat sich die Tränen abgewischt und ist noch ein wenig zaghaft, aber vorsichtig optimistisch angesichts der Reise.
5. Mitmachen. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass die Spendenaktion auf dem MMM-Blog solche Resonanz hervorruft. Wahnsinn! Durch unsere Spenden sind jetzt schon mindestens 7 Ausbildungen finanziert - und die Aktion geht ja noch bis zum 20. Dezember. Wahnsinn!! (Ich wiederhole mich).
Dieses Internet überrascht mich doch immer wieder. Weil - wenn ich mal milchmädchenphilosophisch werden darf - das Beste und das Schlechteste am Menschen nur wenige Klicks auseinander liegen. Liest man beispielsweise die Kommentarspalten von Focus online, könnte man auf der Stelle an der Menschheit verzweifeln, angesichts von so viel Destruktivität, Blödheit und Borniertheit. Und zugleich ist es woanders möglich, durch die Vernetzung, wenn sich die richtigen Leute finden und verbinden, etwas Gutes zu bewirken.
Der Me-made Mittwoch hat damit bewiesen, dass er mehr ist, als nur eine Parade von Äußerlichkeiten. Wir sind noch zu ganz anderen Dingen fähig! Die Ermutigung, Vernetzung, der Austausch und für viele, die in ihrer abgelegenen Ecke der Welt ganz alleine dem - in den Augen anderer - unzeitgemäßen Hobby Nähen frönten, die Bestätigung, eben doch kein komischer Vogel zu sein - schon das ist wichtig. Zu wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die die eigenen Interessen teilen und die ähnlich ticken. Es ist schrecklich pathetisch, aber ich sage es trotzdem: ich glaube der Me-made Mittwoch hat für viele dazu beigetragen, zu der Person zu werden, die sie gerne sein möchten. Dass sich schöne Kleider, Selbstfindung und Engagement für andere nicht ausschließen, hat sich dieser Tage gezeigt, und ich bin sehr stolz auf diesen besonderen Geist des Me-made Mittwochs.
2. Mittens, zu deutsch: Fausthandschuhe. Dunkelblau-Pink hatte ich mir schön zusammen vorgestellt, aber angestrickt gefällt es mir nicht mehr. Vielleicht stricke ich lieber bei Couturette mit? Ingrid zeigt in einem Tutorial ganz ausführlich, wie man perfekt passende Fingerhandschuhe strickt: erster Teil hier, zweiter Teil hier.
3. Mochi im koreanischen Restaurant Furusato in der Leibnizstraße, Charlottenburg, das ich sehr empfehlen kann.
4. Mitleid. Danke für die vielen lustigen Repliken zu "Bitte melde dich". Ich habe unter den Interessentinnen gelost und Bettina (ohne Blog, aber ein "sehr stoffreundlicher Haushalt" - klingt gut) bereits kontaktiert. Der Stoff hat sich die Tränen abgewischt und ist noch ein wenig zaghaft, aber vorsichtig optimistisch angesichts der Reise.
5. Mitmachen. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass die Spendenaktion auf dem MMM-Blog solche Resonanz hervorruft. Wahnsinn! Durch unsere Spenden sind jetzt schon mindestens 7 Ausbildungen finanziert - und die Aktion geht ja noch bis zum 20. Dezember. Wahnsinn!! (Ich wiederhole mich).
Dieses Internet überrascht mich doch immer wieder. Weil - wenn ich mal milchmädchenphilosophisch werden darf - das Beste und das Schlechteste am Menschen nur wenige Klicks auseinander liegen. Liest man beispielsweise die Kommentarspalten von Focus online, könnte man auf der Stelle an der Menschheit verzweifeln, angesichts von so viel Destruktivität, Blödheit und Borniertheit. Und zugleich ist es woanders möglich, durch die Vernetzung, wenn sich die richtigen Leute finden und verbinden, etwas Gutes zu bewirken.
Der Me-made Mittwoch hat damit bewiesen, dass er mehr ist, als nur eine Parade von Äußerlichkeiten. Wir sind noch zu ganz anderen Dingen fähig! Die Ermutigung, Vernetzung, der Austausch und für viele, die in ihrer abgelegenen Ecke der Welt ganz alleine dem - in den Augen anderer - unzeitgemäßen Hobby Nähen frönten, die Bestätigung, eben doch kein komischer Vogel zu sein - schon das ist wichtig. Zu wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die die eigenen Interessen teilen und die ähnlich ticken. Es ist schrecklich pathetisch, aber ich sage es trotzdem: ich glaube der Me-made Mittwoch hat für viele dazu beigetragen, zu der Person zu werden, die sie gerne sein möchten. Dass sich schöne Kleider, Selbstfindung und Engagement für andere nicht ausschließen, hat sich dieser Tage gezeigt, und ich bin sehr stolz auf diesen besonderen Geist des Me-made Mittwochs.
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