Montag, 17. September 2012
Wochenrückblick Kw 37
1. + 2. Der wahrscheinllich letzte Spätsommersonntag auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Nirgends ist die Stadt so weit weg wie hier. Der Wind kann Anlauf nehmen, Drachen steigen, es fühlt sich an wie ein Tag am Meer. Das Rauschen der Stadtautobahn ersetzt die Brandung, jeder Besucher findet sein eigenes, einsames Plätzchen.
Die Fläche ist größer als der Tiergarten und soll auf Dauer in einen Landschaftspark umgewandelt werden. Ich hoffe dass sich möglichst wenig ändert, denn dieses Erlebnis von Weite und Großzügigkeit hat man nirgends sonst in Berlin. Wenn man dann mit der U6 zwei Stationen Richtung Kreuzberg zurückfährt und am Mehringdamm aussteigt, hat man das Gefühl, als wäre man ganz weit weg gewesen.
3. Tut mir leid, Karl, für mich siehst du im Moment nicht wie der Sieger der Geschichte aus! (Stencil Krüllsstraße, Alt-Treptow)
4. Und außerdem: ich bin bei Stoffe.de im Blogporträt vorgestellt worden, schon am 1. September - hätte ich gar nicht gemerkt, wenn die aufmerksame Melleni mich nicht darauf angesprochen hätte. Die, die da größtenteils bloggt, und die für die Blogporträtaktion verantwortlich ist, ist übrigens Christine, die mit Sew on trend auch noch ein eigenes Blog hat und die wir vom Me-made-Mittwoch und von Meikes Blümchenmonat kennen. Dass es bei Stoffe.de jetzt Stoffrestekisten zu bestellen gibt, habe ich bei der Gelegenheit auch bemerkt - oiweh, und das bei meinem Faible für Reste. Ich muss jetzt ganz, ganz stark sein.
Sonntag, 16. September 2012
Wintermantel-Sewalong 1: Mantel-Inspirationen
Was brauche ich eigentlich für einen Mantel? Welche Farbe wünsche ich mir? Welche Ansprüche stelle ich an die Beschaffenheit und Kompatibilität? Welche Schnitte sind schwer oder nicht so schwer zu nähen, und schaffe ich das? Oder auch: Wovon habe ich schon immer geträumt? Was bereitet mir Kopfzerbrechen und woran möchte ich mich endlich mal trauen?
Die Suche nach Mantel-Inspiration ist bei mir eigentlich ganz einfach: Ich liebe Mäntel! Ich hätte am liebsten ganz viele verschiedene Mäntel, um nach Lust und Laune wechseln zu können: einen ganz langen schwarzen, einen kurzen bunten, einen aus Tweed, einen taillierten und einen weiten, einen Trenchcoat aus Wolle, ach ja, und ein Cape, unbedingt ein Cape.
Naja, es ist bisher bei der Theorie geblieben: in Wirklichkeit habe ich jeweils immer nur einen einzigen intakten Wintermantel. Dazu ist das Mantelnähen zu zeitaufwendig und das Mantelkaufen zu teuer. Dabei gibt es beim Nähen eigentlich kein Teil mit einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis als einen Mantel: Ich ziehe ihn mindestens von November bis März jeden Tag an. Jeden Tag! Das leistet kein anderes Kleidungsstück. Und im Vergleich zu einem schönen gekauften ist ein selbstgenähter Mantel noch günstig.
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| Mantel 107, Burdastyle 10/2011 |
Da ich viel zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin und es in Berlin gerne mal -15 Grad hat, sind lange Mäntel für mich praktischer. Sowas wie mein zweireihiger, taillierter, unten weiter Mantel aus schwarz-weiß gewebtem Wollstoff, den ich vor vier Jahren gemacht habe. Der ist jetzt einfach durch.
Als Ersatz käme der ultralange, schmale, zweireihige Mantel 107 aus Burda 10/2011 in Frage. Den würde ich gerne aus einem schönen schwarzen, nicht zu dünnen Wollstoff nähen. Problem: Ich brauche 4,20 Meter davon, kommt also nur in Frage, wenn ich einen günstigen Stoff finde. Das Futter hätte ich schon, denn letztes Jahr nahm ich auf Verdacht einen bunten, irre gemusterten Stoff auf dem Markt mit (lasst euch überraschen) – das würde phantastisch dazu passen.
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| Strenesse-Mantel aktuelle Burda |
Der Mantel von Strenesse aus dem aktuellen Burda-Heft ist zwar kurz, gefällt mir aber wegen der großen Taschen. Wenn ich dafür einen schönen dicken Mantelstoff bekäme, vielleicht in Dunkelgrün oder Mitternachtsblau? Der Stoff müsste auf jeden Fall
dicker sein als der Wollstoff meines Fischgratmantels mit Glitzer vom letzten Herbst, damit der Mantel dann warm genug ist.
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| 118 aus Burda 9/2010 |
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| 102 aus Burda 8/2010 |
Dann gefallen mir - warum, weiß ich auch nicht so recht - auch noch die weit geschnittenen, untaillierten Mäntel, die es zur Zeit gibt. Zum Beispiel 118 aus Burda 9/2010 oder 102 aus Burda 8/2010. Das wäre ein bisschen riskant, weil
ich in weiten Sachen meist etwas verloren wirke, aber andererseits
ungeheuer praktisch: was man da noch alles drunterziehen könnte,
ohne sich in eine gestopfte Wurst zu verwandeln!
Und nicht zuletzt liegt hier auch noch ein Einzelschnitt aus den späten Sechzigern, den ich von Carola bekam: Ein kurzer, im Rücken ausgestellter Mantel mit Ärmelaufschlägen und Riesenkragen - so toll! Er wäre genau der Bonusmantel, den ich nähen würde, wenn ich schon einen "vernünftigen" hätte. Aber bis dahin muss dieser vernünftige erstmal genäht werden...
Und wie ist es bei euch? Lang oder kurz, Wolle oder Steppstoff, eng oder weit? Ich bin gespannt, was ihr euch aussucht, Catherine sammelt heute alle Beiträge.
Montag, 10. September 2012
Wochenrückblick KW 36
2. Griselda hatte schon richtig vermutet: es ist auch noch was großes aus Sechsecken in Gange. Mal sehen wie weit ich komme, ehe sich ein Stoff wiederholt.
3. Erkenntnis des Quilttreffens am Sonntag: Drunkard's path ist ja total Siebziger!
4. Am Reuterplatz, Neukölln: paste up von Tona aus Hamburg.
Sonntag, 9. September 2012
Wintermantel-Sew-along: in 10 Wochen zum Traummantel
Habt ihr Lust auf einen Wintermantel-Sew-along? Die Idee schwebte Catherine und mir schon etwas länger im Kopf herum. Mäntel gehören ja zu den Nähprojekten, die selbst die versierteste Selbernäherin nicht einfach mal so an einem Nachmittag zusammenwuppt. So viele Entscheidungen sind zu treffen, Details zu beachten, technische Schwierigkeiten zu meistern, dass etwas gegenseitige Unterstützung in der nähenden Gemeinschaft doch gut wäre, oder? Wenn wir jetzt gemeinsam anfangen, werden die Mäntel ganz ohne Stress bis Mitte November fertig!
Wir haben uns folgenden Zeitplan überlegt:
16. 9. 2012 Mantel-Inspiration (Catherine)
Was brauche ich eigentlich für einen Mantel? Welche Farbe wünsche ich mir? Welche Ansprüche stelle ich an die Beschaffenheit und Kompatibilität? Welche Schnitte sind schwer oder nicht so schwer zu nähen, und schaffe ich das? Oder auch: Wovon habe ich schon immer geträumt? Was bereitet mir Kopfzerbrechen und woran möchte ich mich endlich mal trauen?
23. 9. 2012 Schnittmusterwahl (Catherine)
Ich habe den Schnitt für meinen Traummantel gefunden. Vorstellung der Schnittmuster. Kurz Entschlossene können jetzt noch locker einsteigen.
30. 9. 2012 Stoffwahl (Lucy)
Der Stoff für den Traummantel wird ausgewählt oder ist sogar schon eingetroffen. Mit welchem Futter wird mein Mantel warm genug, welche Knöpfe nehme ich dazu und brauche ich weitere Zutaten?
7. 10. 2012 Zuschneiden und Einlage (Lucy)
Wie bringe ich das Zuschneiden, und schlimmer, das Einlage-Aufbügeln hinter mich?
14. 10. 2012 Mantel nähen I (Lucy und Catherine)
Doppeltermin: Kragen und Designentscheidungen (Catherine), Zusammensetzen und Taschen (Lucy)
21. 10. 2012 Mantel nähen II (Lucy)
Wie kommen die Ärmel an den Mantel? Soll ich mich an Paspelknopflöcher wagen oder doch lieber Klettband annähen?
28. 10. 2012 Futter nähen und einsetzen (Lucy und Catherine)
Doppeltermin: Wir kämpfen gemeinsam mit dem Futter und finden dabei vielleicht eine ganz einfache Methode. L. und C. zeigen zwei unterschiedliche Methoden, einen Mantel zu füttern.
4. 11. 2012 Krise kriegen (Catherine)
Nichts klappt - ich heul gleich! Virtuelles Taschentuchreichen und Wege aus der Krise
11. 11. 2012 Fertig stellen (Lucy)
Am Mantel fehlt nur noch der letzte Schliff: Knöpfe, Aufhänger, Gürtelschlaufen...
18. 11.2012 Berliner Minifinale (alle, die da sind)
Fototermin im fertigen Mantel für die Teilnehmerinnen des Blogtreffens!
(bzw. weitere Nähzeit für die, die noch nicht so weit sind)
25. 11. 2012 Großes Finale! (alle)
Präsentation der fertigen Mäntel in den Blogs
Wie ihr seht werden Catherine und ich uns zum Teil abwechseln, zum Teil an einem Termin verschiedene Aspekte behandeln. Ich glaube unsere unterschiedlichen Nähvorlieben ergänzen sich gut: Motivatorin und Vintage-Expertin Catherine wird sich möglicherweise für ein altes Schnittmuster entscheiden, mich könnt ihr fragen, wenn es darum geht, Burda-Anleitungen in unsere Sprache zu übersetzen. Bei jedem Termin wird es eine zentrale Verlinkungsmöglichkeit bei einer von uns geben.
Seid ihr dabei? Einen Mantel zu nähen ist keine Hexerei und auch für relative Nähanfänger machbar, wenn ihr euch nicht gerade einen Schnitt mit 53 Paspeltaschen aussucht. Und die alten Häsinnen finden bestimmt ihre eigene Herausforderung - einen lange gehüteten Wollstoff anschneiden, ein eigenes Schnittmuster basteln, den Kragen pikieren statt zu kleben...
Wir sind sehr gespannt, wer von Euch dabei sein wird - wir treffen uns zur Inspirationssammlung am nächsten Sonntag, 16. 9., bei cat-und-kascha-rote-tupfen.blogspot.com.
Freitag, 7. September 2012
Schöner sitzen
Ich sitze viel, mehr als ich möchte, täglich lange auf diesem Platz. So ein Plastikschalenstuhl wäre ohne Kissen auf die Dauer ziemlich unangenehm, daher besorgte ich nach dem Einzug schnell ein Schaumstoffkissen im Ramschkaufhaus nebenan. Dass ein schöner Kissenbezug nicht schlecht ist, wenn man sich an einem Ort so lange aufhalten muss, ist ja klar.
Aber, unter uns, ich brauchte vor allem ein Betätigungsfeld für meine neue Sucht - ich habe nämlich Hexagonitis. Ja, so siehts aus. Wahrscheinlich war es nur eine Frage der Zeit, wahrscheinlich war es fahrlässig von mir, mich bewusst immer wieder den Hexagons und ihren englischen Verwandten auszusetzen - schließlich wundert man sich ja auch nicht über eine Erkältung, wenn man in der Erkältungszeit im vollbesetzten Bus steht und alle um einen herum husten und schniefen. Jetzt habe ich also auch Hexagonitis mit den bekannten Symptomen:
- ich bin immer auf der Suche nach Stoff für noch mehr Hexagons (andere zerschneiden in diesem Zustand die nicht mehr getragenen Sachen aus dem Kleiderschrank, habe ich gehört – erschreckend, oder?)
- bin ständig beschäftigt mit dem Anlegen, Sortieren und Umschichten hübscher, kleiner, gehefteter Hexagon-Stapel
- habe zerstochene Fingerspitzen
- leide zeitweilig unter Schlafmangel und sozialer Vereinsamung („ich komme gleich, ich mache nur noch schnell die Reihe zuende!“)
Angesteckt hatte ich mich wahrscheinlich schon bei einem Treffen der Berlin modern quilt guild zum Thema – hier im Quilt-guild-Blog findet man auch die ganzen technischen Tricks, die Tacha uns verraten hatte. Beim English paper piecing (Hexagonitis ist nur eine Unterart, es gibt z. B. auch Pentagonitis oder Parallelogrammitis, you name it) werden Stoffstücke um Papierschablonen geheftet oder geklebt und durch Handnähte zusammengefügt.
Ich lade die Schablonen hier herunter und drucke sie auf Schmierpapier aus. Die ausgeschnittenen Papiersechsecke klebe ich mit Klebestift leicht auf den Stoff und hefte die Ränder hinten fest, ohne durch das Papier zu stechen, so dass die Schablonen später herausgezupft werden können und die Heftfäden drinbleiben.
Die klassische Sechseck-Anordnung ist der "Grandmothers flowergarden" mit sechs gleichfarbigen Teilen um eine andersfarbige Mitte herum, aber wie macht man ein modernes Muster daraus? Indem man nur ungemusterte Reste verwendet und eine Anordnung wählt, die gar kein regelmäßiges Muster ergibt, dachte ich mir. Eine gewisse Ähnlichkeit des Kissens mit zeitvertreibenden Spielchen wie Infex oder Mad Virus lässt sich ja nun nicht verleugnen. Aber sowas spiele ich nur gaaanz, ganz selten, ehrlich!
Mittwoch, 5. September 2012
MMM*: Nur scheinbar grau
Grau ist der Alltag - so sieht es zumindest auf diesem typischen macht-der-Selbstauslöser-jetzt-mal-was-er-soll?-Bild aus der Büroecke aus. Ich stelle die Kamera mit zwei dicken Büchern darunter auf den Tisch und gebe mir drei Versuche. Wenn dann schon ein Foto dabei ist, auf dem ich mir gefalle, auf dem also mein inneres Bild von mir mit dem äußeren zur Deckung kommt, spricht das sehr für das Outfit. Was auf einem Foto nämlich nur in bestimmten Posen und mit Herumgezupfe gut aussieht, wird sehr wahrscheinlich auch im wirklichen Leben nicht so toll sein wie die Vorstellung, die ich mir davon gemacht habe.
In punkto Passform und Wohlfühlen ist bei diesen Teilen alles in Ordnung - dafür wusste ich nicht, dass das Ensemble aus der Entfernung so graumäusig aussieht. Von Nahem ist es nämlich so:
Ein schwarz- weiß geringeltes Shirt nach Burda 114/115 aus Heft 10/2006 (hier kurz besprochen), ein schwarz-weiß karierter Leinenrock mit Passe (122 aus Burda 6/2008, hier vorgestellt) und eine graue, gekaufte Strickjacke. Ich mag das Zusammentreffen unterschiedlicher Musterungen, könnte aber etwas mehr Farbe vertragen, damit ich nicht mit der Wand verschmelze. Das muss der Zebra-Effekt sein, die tragen ja auch schwarz-weiße Muster, damit man sie in der Savanne nicht sieht. Das nächste Mal also lieber eine farbige Strickjacke (habe ich nicht), oder eine dicke Kette in rot, blau, oder grün (dito) oder etwas anderes Buntes dazu, mal sehen.
*) Beim Me-made Mittwoch geht es darum, selbstgemachte Kleidung im Alltag zu tragen und dies zu dokumentieren - alle Teilnehmerinnen wie immer hier bei memademittwoch.blogspot.com.
In punkto Passform und Wohlfühlen ist bei diesen Teilen alles in Ordnung - dafür wusste ich nicht, dass das Ensemble aus der Entfernung so graumäusig aussieht. Von Nahem ist es nämlich so:
Ein schwarz- weiß geringeltes Shirt nach Burda 114/115 aus Heft 10/2006 (hier kurz besprochen), ein schwarz-weiß karierter Leinenrock mit Passe (122 aus Burda 6/2008, hier vorgestellt) und eine graue, gekaufte Strickjacke. Ich mag das Zusammentreffen unterschiedlicher Musterungen, könnte aber etwas mehr Farbe vertragen, damit ich nicht mit der Wand verschmelze. Das muss der Zebra-Effekt sein, die tragen ja auch schwarz-weiße Muster, damit man sie in der Savanne nicht sieht. Das nächste Mal also lieber eine farbige Strickjacke (habe ich nicht), oder eine dicke Kette in rot, blau, oder grün (dito) oder etwas anderes Buntes dazu, mal sehen.
*) Beim Me-made Mittwoch geht es darum, selbstgemachte Kleidung im Alltag zu tragen und dies zu dokumentieren - alle Teilnehmerinnen wie immer hier bei memademittwoch.blogspot.com.
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