Dienstag, 13. November 2012
Wochenrückblick Kw 45
1. Bügeltäschchen-Niete. Es ist amtlich, ich bin eine lausige Bastlerin. Beim Quilttreffen zeigte uns Christiane, wie man Taschenbügel zu schicken kleinen Täschchen verarbeitet. Ich schwelgte in Vorfreude, sah vor meinem geistigen Auge schon die schönsten Bügeltaschen in allen Größen, Formen und Farben und plante, mindestens ein halbes Dutzend zu Weihnachten zu verschenken. Das Nähen und Verstürzen des Beutels war kein Problem - nähen kann ich - aber die Montage stellte mich vor bisher unüberwindliche Hindernisse: 1. Tasche falschrum an Bügel geklebt. 2. Tasche windschief an Bügel geklebt. --> Tasche aus Bügel herausrupfen, ehe der Kleber getrocknet ist und es zuhause nochmal in Ruhe versuchen. Der Ausgang ist offen, ich halte euch auf dem Laufenden.
2. Babypflanzen-Blüte - oder sowas Ähnliches. Es ist grün und borstig.
3. Ehemaliger Kiosk, Reuterplatz, Neukölln. Die große Figur ist neu - sie ist aber nicht von Owys, wie der Vergleich mit diesem Foto zeigt, von Owys stammte das schon wieder übermalte Porträt von Ai Weiwei links.
4. Selbermacher geklickt: Die Stoffmanipulation wird zur Stoffspielerei und wird nun im Wechsel bei Suschna, frifris, Griselda, Karen, Kathrin und bei mir gesammelt, immer am letzten Sonntag im Monat. Den Anfang macht am 25. 11. Kathrin - annekata, die sich mit Origami oder Licht und Schatten oder - wenn das zu nichts führt - mit einem zufälligen Wort aus dem Wörterbuch beschäftigen wird. Eure Spielereien mit Stoff - fertige oder unfertige Projekte und Experimente sind willkommen, hinterlasst am 25. einen Kommentar bei Kathrin oder schickt ihr euren Link (kathrinATannekataPUNKTcom).
Sonntag, 11. November 2012
Wintermantel-Sewalong 9: Fertigstellen
Am Mantel fehlt nur noch der letzte Schliff: Knöpfe, Aufhänger, Gürtel...
Die Spannung steigt: wir nähern uns dem Vor-Finale beim Blogtreffen nächsten Sonntag und dem großen Finale am 25. 11.! Wie ich gesehen habe, haben einige ihre Mäntel sogar schon fertig, andere haben in der vergangenen Woche endlich den ersten Schnitt in ihren Stoff getan.
Egal in welchem Zwischenstadium ihr euch gerade befindet, ihr könnt auf jeden Fall stolz auf euch sein. In den letzten Wochen betrachtete ich außer Haus quasi ununterbrochen die Kaufmäntel, die mir tagtäglich begegneten – das ist ja eine alte Selbermacherinnen-Krankheit: Näht man einen Mantel, schaut man sich überall die Mäntel an, tüftelt man an einem Hosenschnitt, schaut man bei allen anderen nach der Hosenpassform. Ich war daher vollkommen auf Mäntel fixiert, Mantelschnitte, Mantelstoffe, Mantelverarbeitung, Mantelpassform... und gerade in punkto Mantelpassform habe ich viele schauerliche Dinge gesehen. Zum Beispiel das wohlbekannte und unübersehbare Problem, dass viele Frauen im Oberteil eine andere Kleidergröße brauchen als beim unteren Teil, was häufig in Schulternähten resultiert, die irgendwo auf dem Oberarm hängen, oder in kaum zu schließenden Mantelunterteilen, kurz gesagt in Problemen, die sich beim Selbernähen relativ einfach vermeiden lassen. Jedenfalls hatte ich nach dem Abscannen hunderter Mäntel den Eindruck, dass selbstgenähte Mäntel auf jeden Fall schöner, passender, kleidsamer, ja, besser sind, als das meiste, was man so kaufen kann. Und wie der Mantel-Sewalong zeigt: es ist in einer überschaubaren Zeitspanne machbar!
Was war in der letzten Woche noch zu tun?
Seitdem das Futter festgenäht ist, habe ich den Mantel entfusselt, Markierungen entfernt und die Knöpfe (aus dem Fundus von Carola) festgenäht. Diejenigen, die tatsächlich funktional sind, bekamen auf der Innenseite einen Gegenknopf. Der Knopf ist dadurch nicht nur am Stoff befestigt, der ausreißen könnte, der Zug wird vielmehr vom Gegenknopf aufgenommen.
Über Knöpfe und Knopflöcher hatten wir in einer der vorigen Folgen des Wintermantelsewalongs schon gesprochen, ich wiederhole aber gerne noch einmal den guten Tipp von Meike, die Knopflöcher unter Umständen von einer Änderungsschneiderei nähen zu lassen. So ein Wollmantel mit zwei dicken Lagen Stoff – vier im Bereich der Nahtzugaben vorne am Beleg – das überfordert so manche Knopflochautomatik.
Und wie sieht es bei euch aus? Noch mit den fiddeligen Details beschäftigt, schon fertig oder gerade erst richtig angefangen?
Dienstag, 6. November 2012
Fast eine Trachtenstrickjacke (Drops 123-9)
Ist es das Wetter, die Jahreszeit, sind es die Stricktreffen - ich bin im Strickrausch. Von meinem letzten größeren Strickprojekt vor dem aktuellen Rausch, der Weihnachtsgeschenkstrickjacke, hatte ich noch fast 100g Drops Nepal (Mischung aus Alpaca und Wolle) übrig und suchte mir eine Anleitung für dieses Garn. Fündig wurde ich bei Drops 123-9, einer Strickjacke, bei der die Abnahmen für die Taille in das Zopfmuster integriert sind. Dank Nadelstärke 6 und einem logisch aufgebauten Muster strickte sich das ganz flott.
Die Garnbeschaffung stellte eine größere Hürde dar - noch nie war ich so unfähig, den Wollverbrauch richtig einzuschätzen. Ursprünglich wollte ich die restliche Wolle bei Dolle Wolle in Neukölln kaufen. Der Laden hatte die Zusammenarbeit mit Drops aber schon wieder eingestellt, als ich da endlich hinfuhr. Wie man hört sind die Konditionen ruinös, die Drops den kleinen Händlern bietet. Dolle Wolle hatte noch 300g Nepal in meiner Farbe da, die kaufte ich.
Gleichzeitig ergab sich die Gelegenheit, bei einer Garnbestellung von Wiebke mitzubestellen. Freitag orderte ich weitere 150g Nepal, voll-komm-en davon überzeugt, die Menge werde reichen. Aber dicke! Wahrscheinlich würde sogar noch ein Knäuel übrig bleiben!
Montag, nach Rückenteil, Vorderteil und Ärmel 1 wusste ich: nie und nimmer. Dienstag war die Wolle da, Mittwoch brachte Wiebke sie mir mit, und noch hoffte ich: ich strickte Ärmel 1 noch einmal, mit reduzierter Maschenzahl, da mir Größe M sowieso etwas weit erschien. Auch der beige Saum (Rest Drops Alaska) ging einerseits auf das Konto des Wollesparens, andererseits auf die Schwierigkeit zurück, zu diesem Rot passende Knöpfe zu finden. Mit einem andersfarbigen Akzent erweiterten sich die Möglichkeiten.
Es nützte aber alles nichts, oder fast nichts. Am Ende der Wolle hatte ich, wie schon gezeigt, diesen Stand bei Ärmel 2:
4 cm Armkugel standen der Vollendung entgegen! Glücklicherweise eilte Leserin A. aus Regensburg zur Rettung herbei: sie hatte noch Nepal in der richtigen Farbe, und da ich keine 10 Gramm verbrauchte, kann sie aus dem Rest ihr Projekt sicher immer noch stricken. (Das Internet machts möglich: wir schmälern die Gewinne norwegischer Garnmultis, die kleinen Einzelhändlern das Fell über die Ohren ziehen, indem wir uns Wollknäule teilen. Fehlt nur noch eine Garnknäuel-Teil-Börse, so ähnlich wie die Mitfahrzentrale. Garnsharing statt carsharing.)
Bei den Knöpfen entschied ich mich für Metallknöpfe, die wie antiquierte Münzen aussehen - wobei mir eine andere Idee auch noch im Kopf herumschwirrt: Erinnert ihr euch an die Mode der späten Achtziger, ein Sammelsurium unterschiedlicher Knöpfe an Blusen und Jacken zu nähen? Das gab es dann sogar in der Konfektion. Ich würde mich nicht wundern, wenn Madonna damals irgendwie ihre Hand im Spiel gehabt hätte, wie bei fast jeder Mode der Spätachtziger und Frühneunziger. Kam dieses modische Detail nicht in ihrem großartigen Film "Susan... verzweifelt gesucht" von 1985 vor, über den die Zibebe neulich gebloggt hatte und der auch für mich Stil- und Lebensratgeber war? Weiß jemand Genaueres?
Das Verstricken unterschiedlicher Garnpartien war übrigens kein Problem. Erstmal müssen die Partien bei Drops riesig sein, denn die Wolle aus dem Laden hier in Berlin hatte die gleiche Partienummer wie die mit Wiebke bestellte Wolle. Zweitens kenne ich, Stricktreffen sei Dank, jetzt einen Trick, wie man Farbunterschiede ausgleicht: Man strickt in einem Übergangsbereich abwechselnd zwei Reihen mit dem alten Knäuel, zwei Reihen mit dem neuen.
Jetzt müsste ich nur noch eine Faustformel wissen, wie man den Garnverbrauch abschätzen kann. Wie macht ihr das? Könnt ihr sagen, wieviel ihr insgesamt brauchen werdet, wenn ihr z. B. das Rückenteil gestrickt habt?
Strickmuster: Drops 123-9
Material: Drops Nepal, tiefrot (3608), ca. 600g + Rest Drops Alaska, beige
Nadelstärke 6
Die Garnbeschaffung stellte eine größere Hürde dar - noch nie war ich so unfähig, den Wollverbrauch richtig einzuschätzen. Ursprünglich wollte ich die restliche Wolle bei Dolle Wolle in Neukölln kaufen. Der Laden hatte die Zusammenarbeit mit Drops aber schon wieder eingestellt, als ich da endlich hinfuhr. Wie man hört sind die Konditionen ruinös, die Drops den kleinen Händlern bietet. Dolle Wolle hatte noch 300g Nepal in meiner Farbe da, die kaufte ich.
Gleichzeitig ergab sich die Gelegenheit, bei einer Garnbestellung von Wiebke mitzubestellen. Freitag orderte ich weitere 150g Nepal, voll-komm-en davon überzeugt, die Menge werde reichen. Aber dicke! Wahrscheinlich würde sogar noch ein Knäuel übrig bleiben!
Montag, nach Rückenteil, Vorderteil und Ärmel 1 wusste ich: nie und nimmer. Dienstag war die Wolle da, Mittwoch brachte Wiebke sie mir mit, und noch hoffte ich: ich strickte Ärmel 1 noch einmal, mit reduzierter Maschenzahl, da mir Größe M sowieso etwas weit erschien. Auch der beige Saum (Rest Drops Alaska) ging einerseits auf das Konto des Wollesparens, andererseits auf die Schwierigkeit zurück, zu diesem Rot passende Knöpfe zu finden. Mit einem andersfarbigen Akzent erweiterten sich die Möglichkeiten.
Es nützte aber alles nichts, oder fast nichts. Am Ende der Wolle hatte ich, wie schon gezeigt, diesen Stand bei Ärmel 2:
4 cm Armkugel standen der Vollendung entgegen! Glücklicherweise eilte Leserin A. aus Regensburg zur Rettung herbei: sie hatte noch Nepal in der richtigen Farbe, und da ich keine 10 Gramm verbrauchte, kann sie aus dem Rest ihr Projekt sicher immer noch stricken. (Das Internet machts möglich: wir schmälern die Gewinne norwegischer Garnmultis, die kleinen Einzelhändlern das Fell über die Ohren ziehen, indem wir uns Wollknäule teilen. Fehlt nur noch eine Garnknäuel-Teil-Börse, so ähnlich wie die Mitfahrzentrale. Garnsharing statt carsharing.)
Bei den Knöpfen entschied ich mich für Metallknöpfe, die wie antiquierte Münzen aussehen - wobei mir eine andere Idee auch noch im Kopf herumschwirrt: Erinnert ihr euch an die Mode der späten Achtziger, ein Sammelsurium unterschiedlicher Knöpfe an Blusen und Jacken zu nähen? Das gab es dann sogar in der Konfektion. Ich würde mich nicht wundern, wenn Madonna damals irgendwie ihre Hand im Spiel gehabt hätte, wie bei fast jeder Mode der Spätachtziger und Frühneunziger. Kam dieses modische Detail nicht in ihrem großartigen Film "Susan... verzweifelt gesucht" von 1985 vor, über den die Zibebe neulich gebloggt hatte und der auch für mich Stil- und Lebensratgeber war? Weiß jemand Genaueres?
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| Eine nicht realisierte Idee: Unterschiedliche Knöpfe. Oder soll ich doch noch? |
Jetzt müsste ich nur noch eine Faustformel wissen, wie man den Garnverbrauch abschätzen kann. Wie macht ihr das? Könnt ihr sagen, wieviel ihr insgesamt brauchen werdet, wenn ihr z. B. das Rückenteil gestrickt habt?
Strickmuster: Drops 123-9
Material: Drops Nepal, tiefrot (3608), ca. 600g + Rest Drops Alaska, beige
Nadelstärke 6
Montag, 5. November 2012
Wochenrückblick Kw 44
1. Das Haus Lemke in Alt-Hohenschönhausen wurde 1932 von Mies van der Rohe entworfen und wirkt wie ein Gartenhaus im Vergleich zu den Jahrhundertwende-Protzvillen, die dort am Ufer des Obersees auch stehen. Aber die Lemkes wünschten sich ja auch nur ein „kleines und bescheidenes Wohnhaus“. Geöffnet Dienstag-Sonntag 11-17.00 Uhr, mit wechselnden Kunstausstellungen. Nach einem Spaziergang am Orankesee nahebei, zog uns der Kaffeedurst wieder in die Stadt.
2. Meine Strickjacke ist fertig - und ich freute mich wieder an den unsichtbaren Nähten. Wie man Strickteile unsichtbar mit Matratzenstich verbindet, weiß ich erst seit letztem Jahr, seit der Herzenswunsch-Strickjacke. In der Strickschule muss ich in dieser Stunde geschlafen haben.
3. Paulie macht rasante Fortschritte - die Anleitung ist toll!
4. In der Post: Das "Lovemag", ein Magazin von Dawanda, das es zur Zeit kostenlos in den Idee-Kreativmärkten und auch online gibt. Eine Zeitschrift wie ein Wimmelbuch: Produkte, Herstellerporträts, Anzeigen, DIY-Anleitungen. Ich entdecke bestimmt bei jedem Durchblättern wieder etwas Neues.
Sonntag, 4. November 2012
Mantel-Sewalong 8: Krise kriegen
Nichts klappt - ich heul
gleich! Virtuelles Taschentuchreichen und Wege aus der Krise
Oberflächlich betrachtet könnte man denken, zur Krise bestünde gar kein Anlass...
... aber irgendwas ist ja immer!
Aber ich will ehrlich sein: ein echter Krisengrund ist das zu kurz angenähte Futter nicht - es ist noch Nahtzugabe da, nichts ist passiert, niemand verletzt, kein Stoff verschnitten, es lässt sich reparieren (und wenn man eine Schneiderpuppe hat, der man den Mantel auf links gedreht anziehen kann, passiert einem sowas erst gar nicht).
Die Krisenmomente hatte ich vielmehr immer wieder im Laufe des Sewalongs - ganz ehrlich, hätte nicht der Druck bestanden, hier Ergebnisse abzuliefern, der Mantel wäre noch längst nicht so weit. Was habe ich geflucht und gehadert, mich auf diesen sewalong eingelassen zu haben!
Wie die meisten Leute bin ich abends heilfroh, wenn ich zuhause bin und nach dem Abendessen und dem Haushaltskram auf dem Sofa zusammensinken kann. Wegen des Sewalongs hatte ich mir vorgenommen, nach einer kurzen Verschnaufpause jeden Abend wenigstens einen weiteren Schritt zu erledigen: Schnitt abpausen, Außenstoff zuschneiden, einen Abend Futter, einen Abend bügeln und so weiter - und jeden Abend wenigstens ein, zwei Nähte nähen. Wie sich herausgestellt hat, nähe ich zu dieser Zeit nicht nur völligen Blödsinn zusammen und es hat immer noch Spaß gemacht - ich könnte mich also Abends durchaus häufiger an die Nähmaschine zwingen.
Die noch zu erledigenden Arbeiten sind übersichtlich:
- Futtersaum teilweise auftrennen und neu annähen
- Heftfäden und Markierungen entfernen
- Mantel entfusseln (ich hatte den Futterstoff mit der Zackenschere zugeschnitten - keine so gute Idee, er franst zwar nicht, dafür fusselt er wie blöd, und die Fussel haben sich auf der Außenseite verteilt.)
- Knöpfe annähen
... und dann ist der Mantel, nach knapp acht Wochen, tatsächlich fertig! Ich freue mich schon total aufs Anziehen!
Mal sehen wie es euch ergangen ist - die Sammlung ist heute bei Catherine.
Donnerstag, 1. November 2012
Es ist... ein Buch!
Also. Ich wollte hier ja schon seit
zwei drei Wochen etwas ankündigen und wartete auf einen Zeitpunkt, der
sich dafür richtig anfühlt. Allerdings habe ich einen Horror vor Blogs, die auf einmal zu einer einzigen Werbe- und Selbstbeweihräucherungsplattform mutieren - das soll hier auf keinen Fall passieren. Aber nun habe ich mein Buch
schon in der Buchhandlung an der Ecke im Regal gesehen, also endlich raus damit:
Ich habe ein Nähbuch für Anfänger geschrieben, das Ende September erschienen ist. Der Buchverlag für die Frau aus Leipzig (der, der früher die PRAMO und die Modischen Maschen gemacht hat), hatte mich nach meiner Buchrezension vom letzten Jahr noch einmal angeschrieben, wir kamen ins Gespräch, über das Internet, das Nähen und das Nähen im Internet, und die Gespräche führten schließlich zu einem Buch: "Nähen" in der Reihe ABC der Handarbeiten.
Wenn sich das so anhört, als sei "ich schreibe und fotografiere ein Buch" sowas wie Alltag bei Nahtzugabe zuhause: war es natürlich nicht. Erstmal ist es sowieso eine irre Sache, als Bloggerin überhaupt von einem Verlag so ein seröses Angebot zu bekommen. Da wir uns einmal getroffen hatten, konnte sich meine Lektorin Frau M. zwar davon überzeugen, dass ich kein Hund bin, trotzdem ist ein Buchvertrag ja erstmal ein Vertrauensvorschuss. Umso mehr freue ich mich, dass alles geklappt hat, und das Buch so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Da mich im nicht-virtuellen Leben schon einige Leute gefragt haben, wie das eigentlich läuft: ein ganzes Buch machen, und ob das viel Arbeit ist (ja), werde ich euch nächste Woche darüber nochmal etwas ausführlicher erzählen.
Jetzt aber noch kurz zum Inhalt (und das wars dann auch mit Werbung): Das Buch ist als Grundlagenbuch für absolute Näh-Anfänger gedacht. Ich habe mich in meine eigene Anfangszeit zurückversetzt und habe mir überlegt, was man, ganz pragmatisch, am Anfang wissen müsste, und was meine eigenen Näh-Irrtümer und Näh-Fragen waren, auf die ich mir Antworten gewünscht hätte. Auf 72 Seiten kann man natürlich nicht jedes nähtechnische Problem abdecken, das einem jemals begegnen wird, daher beschränkte ich mich auf die Probleme, mit denen es ein Anfänger wahrscheinlich zu tun bekommt.
Welche Nähte gibt es, und was nimmt man wofür? Wie kopiert man einen Schnitt aus einem Schnittmusterbogen heraus? Wie schneidet man zu? Wie näht man einen Reißverschluss in die Hose? Was ist "versäubern" und wie funktioniert das? Wie bekommt man solche dekorativen Sachen wie bunte Schrägbandeinfassungen, Applikationen und aufgenähte Bänder hin? Wie näht man Jersey mit der Nähmaschine? Wie mancht man einen Gummizug? Mir war dabei wichtig, dass jeder möglichst sofort loslegen kann, und zwar ohne erst noch einen Sack Zubehör kaufen oder auf die Overlock sparen zu müssen.
Im hinteren Teil des Buches gibt es einige Schritt-für-Schritt-Anleitungen für genähte Kleinigkeiten, eine gefütterte Buchhülle, ein Reißverschlusstäschchen mit Futter, einen Kissenbezug mit Applikationen, bei denen die grundlegenden Techniken gleich angewendet werden können.
Ganz wichtig fand ich auch, das typische Nähvokabular, die "Nähsprache" zu vermitteln. Wenn man die Begriffe nämlich erst einmal intus hat, entzaubern sich auf einmal die ganzen Nähanleitungen (ja, auch die von Burda), so dass man selbst weiterlernen und auch schwierigere Sachen nähen kann.
Das Buch kostet 9,90€ und ist beim großen Onlinebuchhandel zu haben, und euer Lieblingsbuchhändler bestellt es euch natürlich auch, falls es nicht vorrätig ist, so dass ihr es am nächsten Tag habt.
Ich bin ja sowieso immer dabei, meine Umgebung zu missionieren und in die Arme des Näh-Hobbys zu treiben (jüngster Coup: die Bedienung im Stammcafé hat sich eine Nähmaschine angeschafft). Ich weiß, dass viele Leute gerne nähen wollen, aber sich nicht trauen, oder denken, sie können es nicht lernen. Ich hoffe daher, dass das Buch
Hier noch die Buchdaten, und damit Ende der Werbeeinblendung:
Constanze Derham
Nähen (ABC der Handarbeiten)
BuchVerlag für die Frau, Leipzig 2012
72 Seiten
ISBN 978-3-89798-361-8
9, 95€
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