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Dienstag, 26. Februar 2013

Stoffspielerei im Februar: Schon wieder Alabama Chanin


Etwas verspätet und nicht unbedingt innovativ kommt hier meine Stoffspielerei im Februar – ich beschäftigte mich zum x-ten Mal mit den Applikationstechniken vonAlabama Chanin. Derzeit fehlt mir ein wenig die Muße, um mich auf Stoffspielereien einzulassen. Das ist weniger eine Zeitfrage, denn eine Kopffrage: wenn ich viel zu tun habe und davon gedanklich absorbiert werde, bleibt im Kopf kein Platz, dann suche ich mir besser etwas mit einer Anleitung. Das entlastet.


Da ich mir aber un-be-dingt (seit mindestens zwei Jahren) einen Jerseyrock mit Applikationen oder ausgeschnittenen Applikationen machen möchte, probierte ich im Februar die einfache Jersey-auf-Jersey-Applikation nach Alabama Chanin aus. Erstmal an einem Schal und mit dem denkbar einfachsten (aber selbst ausgedachten) Muster. Anders als bei meinem Versuch mit Jersey-auf-Baumwollvoile gefällt mir die Wirkung schon viel besser. Es ist bei dieser Technik wohl entscheidend, dass die beiden Schichten in Dicke, Festigkeit, Struktur ähnlich sind.


Der Untergrund ist ein altes weißes T-Shirt, unter den Armen durchgeschnitten und später an einer Seitennaht aufgeschnitten. Da ich wie üblich nicht sehr weit vorausplante, kam mir erst nach einiger Zeit die Idee, die Schalenden mit grauem Jersey (ein abgeschnittenes Trägerhemd) abzusetzen.
Die frei Hand ganz unregelmäßig geschnittenen Kreise aus Jerseyresten in blau, grau und rot habe ich mit dreifädigem rotem Sticktwist aufgenäht.


Hier noch einmal im Überblick: Das zweite Schalende ist noch fast unbearbeitet (und unverstürzt). Das kommt aber noch - diese Stickerei ist eine meditative Handarbeit, fast so wie stricken. 


Die Stoffspielereien sammelt diesmal frifris - vielen Dank dafür!

(Nächster Termin: 31. 3. bei Karen.)

Sonntag, 30. Dezember 2012

Stoffspielerei Dezember 2012: Zackenlitze


Meine Dezemberspielerei ist aufgrund der Feiertage etwas magerer ausgefallen als geplant. Schon lange wollte ich mich mit aufgestickten Zackenlitzen beschäftigen, genauer gesagt, seitdem ich in "Unser Schneiderbuch" von Antonie Janusch (1967) ein Beispiel aufgestickter Litzen gefunden hatte, mit der ermunternden Aufforderung "Ihre eigene Phantasie wird noch viele Möglichlichkeiten finden."  Auch in Lieselotte Kunders "Schneidere selbst" (1962) kommen eingesetzte, aufgestickte oder zweifarbig miteinander verschlungene Litzen vor. 
 
 

Nunja, mit der eigenen Phantasie bin ich noch nicht so weit gekommen, ich habe erstmal die Beispiele aus dem Buch nachgestickt: Zackenlitze mit Hexenstich überfangen oder mit einzelnen Kettenstichen (Margeritenstichen) an den Zacken befestigt.


Die Fotos geben die satte Schwärze des Reststoffs meines Wintermanels leider nicht richtig wieder. Aus dem Stoff werde ich eine Hülle für meinen Laptop nähen - Stoff und Wattierung sollen dann noch mit roten und hellgrauen Quiltstichen verbunden werden. 


Das muss aber bis nach den Feiertagen warten.

Stoffspielereien der anderen:

Suschna bestickte Kissenbezüge mit der Nähmaschine mit sinnigen Sprüchen.

Annekata beschäftigte sich mit japanischen Ringen aus Stoff und Garn, die gleichzeitig als Fingerhut dienen.

Griselda nähte ein fluffiges Biscuit-Kissen und zeigt ganz genau, wie das geht.

Danyeela experimentierte mit Stoffstreifen und erhielt einen Stoff, der sie an NATO-Patchwork erinnert - aber auch (vermeintliche) Sackgassen gehören zu Stoffspielereien dazu.

KunstundKleider setzte ein mittelalterliches Porträt in Trockenfilztechnik um und wird die Köpfe in ein appliziertes Bild einbauen.

Frifris nähte Perlen auf Walk - nach einigen Versuchen am Ende dann doch noch erfolgreich. 

(Linksammlung wird nach und nach ergänzt und die nächste Stoffspielerei-Sammlung ist am 27. 1. bei Griselda/Machwerk.)

Sonntag, 25. November 2012

Aus Stoffmanipulation wird Stoffspielerei


Die Stoffmanipulations-Aktion von Suschna startet heute neu als Stoffspielerei und mit etwas verändertem Modus: Die Gastgeberrolle wechselt, heute sammelt Kathrin, annekata die Beiträge.
Ich hatte in meinen Stoffmanipulationsbeiträgen dieses Jahr bisher immer mit weißen Stoffen experimentiert und anschließend aus den Experimenten Stoffbeutel genäht. Nach einer stattlichen Reihe von Beuteln denke ich aber, jetzt ist es genug und nehme den Namenswechsel zum Anlass, die stoffspielerischen Experimente auf andere Objekte auszudehnen, vorzugsweise auf welche zum Anziehen. 


"Origami" oder "Licht und Schatten" waren die Stichworte, die sich Kathrin als Ausgangspunkt ihrer eigenen Stoffspielereiexperimente in diesem Monat gegeben hatte. Das traf sich gut, denn schon lange wollte ich einen Schal aus schwarzem, transparentem Baumwollvoile (eigentlich ein schmal gesäumtes, großzügiges Stück Meterware) "irgendwie" gestalten. Ich liebe solche Baumwollschals, nur ihre meistens indisch-alternativ-ökologische Optik liebe ich nicht. Ein Versuch mit aufgenähten Jerseyapplikationen im Alabama-Chanin-Stil sah nicht so schön aus, wie ich es mir vorgestellt hatte.


Deshalb probierte ich jetzt etwas Einfaches, ohne großartige Muster: aus Resten vom Mantelstoff - dicker schwarzblauer Wollflausch - schnitt ich Kreise in etwa 2-€-Stück-Größe. Sie wurden mit rotem Sticktwist mit einigen Knötchenstichen auf dem Schal befestigt, in einer lockeren, unregelmäßigen Bordüre entlang der schmalen Seiten.


Die Schalenden bekommen dadurch ein schönes Gewicht, die roten Knötchen leuchten aus dem Ton-in-Ton-Schwarz aus feiner Baumwolle und dicker Wolle. Wenn der Schal gewaschen wird, werden sich die Wollkreise vermutlich noch etwas mehr verfilzen und dadurch noch plastischer werden.

Noch einfacher und schneller ließe sich die Idee umsetzen, wenn man die Kreise mit der Maschine aufnäht: mit Garn in einer Kontrastfarbe fast auf der Stelle hin- und hernähen, Anfangs- und Endfäden lang lassen, den Unterfaden auf die Vorderseite ziehen und die Fäden fransig hängen lassen. Vielleicht probiere ich das mit dem zweiten Schal, den ich aus der Meterware geschnitten habe.

Die Stoffspielereien des Tages sammelt Kathrin hier - wegen der Zeitverschiebung etwas später als sonst. Der nächste Stoffspielerei-Termin ist am 30.12., gesammelt wird hier bei mir, Mitmacherinnen sind willkommen - schickt mir eventuell eine Mail mit eurem Link oder schreibt am 30. einen Kommentar, damit ich euch finde.

Dienstag, 13. November 2012

Wochenrückblick Kw 45




1. Bügeltäschchen-Niete. Es ist amtlich, ich bin eine lausige Bastlerin. Beim Quilttreffen zeigte uns Christiane, wie man Taschenbügel zu schicken kleinen Täschchen verarbeitet. Ich schwelgte in Vorfreude, sah vor meinem geistigen Auge schon die schönsten Bügeltaschen in allen Größen, Formen und Farben und plante, mindestens ein halbes Dutzend zu Weihnachten zu verschenken. Das Nähen und Verstürzen des Beutels war kein Problem - nähen kann ich - aber die Montage stellte mich vor bisher unüberwindliche Hindernisse: 1. Tasche falschrum an Bügel geklebt. 2. Tasche windschief an Bügel geklebt. --> Tasche aus Bügel herausrupfen, ehe der Kleber getrocknet ist und es zuhause nochmal in Ruhe versuchen. Der Ausgang ist offen, ich halte euch auf dem Laufenden.

2. Babypflanzen-Blüte - oder sowas Ähnliches. Es ist grün und borstig.

3. Ehemaliger Kiosk, Reuterplatz, Neukölln. Die große Figur ist neu - sie ist aber nicht von Owys, wie der Vergleich mit diesem Foto zeigt, von Owys stammte das schon wieder übermalte Porträt von Ai Weiwei links. 

4. Selbermacher geklickt: Die Stoffmanipulation wird zur Stoffspielerei und wird nun im Wechsel bei Suschna, frifris, Griselda, Karen, Kathrin und bei mir gesammelt, immer am letzten Sonntag im Monat. Den Anfang macht am 25. 11. Kathrin - annekata, die sich mit Origami oder Licht und Schatten oder - wenn das zu nichts führt - mit einem zufälligen Wort aus dem Wörterbuch beschäftigen wird. Eure Spielereien mit Stoff - fertige oder unfertige Projekte und Experimente sind willkommen, hinterlasst am 25. einen Kommentar bei Kathrin oder schickt ihr euren Link (kathrinATannekataPUNKTcom).

Sonntag, 30. September 2012

Stoffmanipulationen im September: die Rüschentasche


Herzlich willkommen zur Stoffmanipulationssammlung, bei der ich die Initiatorin Suschna heute vertrete. Es geht wie immer um Zwei- und Dreidimensionales mit und aus Stoff, genäht, gerafft, gefaltet, geknotet oder gedruckt.

Ich wäre im September beinahe meiner Taschenserie aus weißen Stoffen mit roten und schwarzen Akzenten untreu geworden, weil ich mir endlich das neueste Buch von Natalie Chanin, Alabama Studio Sewing + Design gegönnt hatte. Die Fotos darin sind einfach atemberaubend – wunderschöne Kleidungsstücke mit Applikationen, Perlen, aufgenähten Jerseyschnüren und so weiter. Da mein angefangener Schal aber keineswegs atemberaubend zu werden versprach, kehrte ich reumütig zu meinen Taschenmaterialien zurück.


„Random ruffle“, zufällige Rüsche, nennt Natalie Chanin solche aufgenähten Jerseystreifen. Das ist tatsächlich sehr einfach umzusetzen und macht was her. Ich verwendete wie immer Nessel als Taschenmaterial und schnitt Jerseystreifen aus einem alten T-Shirt, die ich mit rotem Stickgarn aufnähte. Die gerüschten Stellen werden mehr oder weniger willkürlich, eben "random" verteilt. Ich dachte mir aber gleich, dass es doch besser aussieht, wenn man ein System hat - im Buch ist nämlich eine Stola abgebildet (S. 138), die dicht an dicht mit "random ruffles" besetzt ist, so dass die gerüschten Stellen ein regelmäßiges Raster ergeben.



Natalie Chanin besetzt T-Shirts mit einigen Rüschenstreifen, aber man könnte ja auch größere Stoffbahnen so gestalten. In weiß mit weiß wäre das z. B. Stoff für ein unkonventionelles Brautkleid.

Eure Stoffmanipulationen im September: 

Marion/Kunst und Kleider befilzte Jerseyschals mit Motiven aus Wolle.

Suschna ahmte Knallerbsen nach, die weißen Beeren des Gartenstrauchs. Bei ihr sind sie aus gefärbter Seide (und sehen täuschend echt aus).  

Waltraut/Siebensachen stellte Blüten aus gestreiftem Stoff her und verzierte ihre Sandalen damit.

Kathrin/annekata probierte eine schwedische Sticktechnik namens Hallandssöm aus, über die es im Netz kaum Informationen gibt - das Internet weiß eben doch nicht alles.

Griselda/Machwerk hat die gesmokte Tasche fertig und experimentierte mit gefüllten Biesen iin transparentem Stoff.

Kathrin/tinistaschen faltete große Sechsecke zu ebenfalls sechseckigen, plastischen Strukturen - eine interessante Technik, die noch viele Möglichkeiten bietet.

Christoph/Chri-stoff Charming experimentierte mit Falten unterschiedlicher Breite - und mit dem Kordelaufnähfuß der Nähmaschine.

... und bei frifris erfährt man, wie man Muschelbiesen mit der Maschine anfertigt und einen rechteckigen Einsatz dann mit schönen Ecken in eine Bluse näht.

Sonntag, 26. August 2012

Stoffmanipulation: Zickzack plastisch - aber Schwarz macht eben doch schlank


Wo ist eine Idee, wenn man mal eine braucht? Zur Stoffmanipulation in diesem Monat brauchte ich letzte Woche ganz dringend eine. Glücklicherweise sitze ich tagtäglich an einem Fenster im ersten Stock mit dem Blick auf eine sehr belebte Straße. Wenn man da den Blick schweifen lässt, fällt einem eigentlich immer irgendetwas auf oder ein. Letzte Woche dachte ich über die Stoffmanipulation nach, schaute nach unten - und sah eine weiße Tasche mit schwarzem Zickzackmuster am Arm einer Frau vorübergehen.

Aus dem regelmäßigen, kleinformatigen Zickzack aus der Fabrik wurde bei mir ein einziger Riesenzacken aus schwarzem Leinen, offenkantig mit großen Handstichen (Sticktwist) appliziert. Da alle offenen Kanten schräg zum Fadenlauf geschnitten sind, wird er in der Wäsche nicht oder nur ein bißchen ausfransen.



Die Kanten wollte ich durch eine plastische Füllung hervorheben, was nicht so ganz geklappt hat. Zwischen die beiden parallelen Stichreihen oben und unten habe ich von der Rückseite mehrere Stränge weiches Baumwollgarn gezogen.

Kordelquilten oder Kordelstepperei nennt man das - geht auch mit der Maschine. Das Prinzip ist immer, dass man in eine doppelte Stofflage einen schmalen Tunnel näht, in den eine oder mehrere Kordeln mit einer stumpfen Nadel eingezogen werden. An den Spitzen, wenn der Tunnel die Richtung wechselt, sticht man durch die Rückseite nach draußen, sticht an der gleichen Stelle wieder ein und lässt auf der Rückseite eine kleine Fadenschlaufe stehen.


Allerdings entfaltet das schwarze Leinen eine so schlankmachende Wirkung, dass man die plastische Füllung nur im Gegenlicht wahrnimmt, oder wenn man die Tasche anfasst - jedenfalls nicht auf einem Foto. Kordelstepperei macht auf einem einfarbigen, hellen Stoff definitiv mehr her, so viel zum Lernzuwachs dieses Mal.

Alle August-Stoffmanipulationen sammelt Suschna heute hier (und wir dürfen in ihre Blumenwerkstatt gucken).

Sonntag, 29. Juli 2012

Sieben Farben weiß: Patchwork paradox


Knoten, Falten, Verdrehen, Schneiden - um diese manipulativeren Methoden der Stoffmanipulation ging es mir diesmal nicht. Ja, mein Genähtes qualifiziert sich höchstens noch gerade so als Stoffmanipulation, ich hatte aber einfach größte Lust es anzufertigen.


Seitdem wir nämlich beim Quiltgruppentreffen English Paper Piecing durchgenommen hatten, handgenähtes Patchwork mit Hilfe von Papierschablonen, überlegte und verwarf ich Projekte in dieser Technik. Als erst Floh, dann Suschna English Paper Piecing im Blog zeigten, druckte ich mir eine Seite Fünfecke aus (von hier) und fing an - mit den Stoffen aus der Manipulationstüte, also weißem Batist, ungebleichtem Leinen, Nessel und anderen weißen Stoffen, Nähgarn in weiß, schwarz und rot - absichtlich nicht passend, absichtlich mit sichtbaren Stichen.


Fünfecke erschienen mir weniger regelmäßig und vorhersehbar als Sechsecke, aus denen dieses Patchwork traditionellerweise genäht wird. Der Stern aus Rauten auf der Rückseite der Tasche ergab sich aus den Resten, den Zwischenräumen der ausgedruckten Fünfecke.


In Wirklichkeit fallen die Farbunterschiede zwischen den Stoffen übrigens nicht so stark auf - die Kamera verstärkt sie ohne mein Zutun. In Muster und Technik sehe ich noch viele Möglichkeiten, mehrfarbig natürlich, aber auch ein Patchwork aus nur einem einzigen einfarbigen Stoff erscheint mir reizvoll. Das führte das Prinzip des Patchworks ad absurdum. Im nächsten Schritt müsste ich auf die Einzelteile verzichten, und nur noch die verbindenden Nähte auf den Stoff nähen. Oder ein Gitter aus Nähten anlegen, ganz ohne Stoffstücke dazwischen. Also quasi ein Einkaufsnetz! Wenn man sich einmal mit paradoxem Patchwork beschäftigt, führt zwangsläufig eines zum anderen.    

Alle Stoffmanipulationsideen sammelt wie immer Suschna.

Sonntag, 24. Juni 2012

Stoffmanipulationen - Stoffdimensionen im Juni: Gefaltetes


Ein alter, schon ganz dünn gewaschener Kopfkissenbezug lieferte das Material für die Stoffmanipulation im Juni: der weiße Stoff ist schon zu morsch, um etwas daraus zu nähen. Er lässt sich aber wunderbar falten, und so probierte ich eine Faltanleitung aus, die ich über das Hobbyschneiderinnenforum bei instructables gefunden hatte.


Der fabric origami quilt block wird aus einem Stoffquadrat gefaltet. Den letzten Schritt der Anleitung, bei dem die Ecken des Quadrats von der Rückseite wieder nach vorne gezogen werden, ließ ich schließlich weg. Mir gefielen die Gebilde ohne offene Kanten und mit nur vier großen Blütenblättern besser.



Die gefalteten Quadrate befestigte ich mit ein paar großen Stichen auf dem Untergrundstoff. Mehrere Quadrate in Reihe ergeben eine Borte - bestimmt auch schön aus Filz oder gefilztem Pullovermaterial, das könnte man in einer Lage verarbeiten.



Suschna sammelt heute wieder die Beiträge der Stoffmanipulandinnen - hier - zufällig zeigt sie heute auch eine Borte aus weißem Stoff, auf den ersten Blick ähnlich, aber ganz anders gemacht. Ach, unendliche Möglichkeiten!




Sonntag, 27. Mai 2012

Stoffdimensionen - Stoffmanipulationen im Mai: allerlei Verknotetes

Was kann man mit einer typischen Handarbeit des 18. Jahrhunderts heute noch anstellen? war meine Leitfrage für die Stoffmanipulation im Mai, Suschnas Handarbeitsrätsel vor einigen Wochen der Anlass. Marie Antoinette und die anderen porträtierten Damen fabrizierten Knotenschnüre, eine zu ihrer Zeit sehr beliebte Handarbeit, wie Suschna hier das Rätsel aufklärte. Ein Zeitvertreib, der die Damen im Gespräch auf elegante Weise beschäftigt, aber nicht zu beschäftigt wirken ließ? Oder mehr als ein Zeitvertreib, weil die geknüpften Schnüre zu Quasten verarbeitet oder dekorativ aufgenäht werden konnten, und man so beim Aufputz des neuen Kleides doch ein bißchen sparen konnte? Wer weiß.

Links: single knot, rechts: chenille knot

Den damaligen Stellenwert der Knoterei im Leben einer Dame wird man heute wohl nicht mehr aufklären können - ob das Knoten machen womöglich zum neuen Trendhobby des 21. Jahrhunderts taugt, wollte ich im Selbstversuch herausfinden. Eine Anleitung für verschiedene Knoten findet sich hier, die Grundlage bildet immer ein einfacher Knoten, fortlaufend dicht aneinander oder in Gruppen, die durch weitere Knoten verbunden werden.

Chenille knot mit großem Abstand zwischen den einzelnen Knoten

Wie Susanne wickelte ich das Garn - naturfarbenes Baumwollhäkelgarn - um eine Wäscheklammer und knotete los: im Bus, und zuhause, wenn sich kleine Wartezeiten zwischendurch ergaben. Im Bus erntete ich interessierte bis belustigte Blicke, zuhause erreichte ich zuletzt eine solche Automatisierung, dass ich parallel Zeitung lesen und knoten konnte. Die Knotenabstände stimmten auch erst mit einiger Übung: man muss die Knoten dichter setzen, als man zuerst denkt, und man benötigt unglaubliche Mengen Garn, wenn man es richtig macht.   

Double sided knot
Der Strang mit double sided knots - jeweils zwei einfache Knoten werden mit einem dritten Knoten zusammengefaßt - verbrauchte eine voll gewickelte Wäscheklammer und ergab nur ein kleines Endchen, nicht mal 30cm. Daher bin ich mit meinem Monatsprojekt auch nicht so weit gekommen wie geplant: die Knoterei ist mit so dünnem Garn wirklich zeitaufwendig.

Chenille knot aufgenäht
 Aufgenäht im Wechsel mit ungeknotetem Häkelgarn ergeben sich aber interessante Strukturen aus den Knotenschnüren. Da ich wie immer ohne Stickrahmen unterwegs war, zog sich der Stoff zusammen - in der Mitte der Kreise gefällt mir das sehr, am Rand der Kreise nicht so. Aber wenn der Stoffstreifen erst in eine Tasche eingenäht ist, wird das kaum noch auffallen.

Single knot, aufgenäht
Und wie ist es nun um die Trendtauglichkeit dieser Handarbeit bestellt? Nicht schlecht, würde ich sagen, wenn man eine halbwegs schick-dekorative Anwendung der geknüpften Schnüre und ein spezielles Knüpfmaterial lancieren würde. Einfache Knotentechniken werden ja immer wieder mal nach oben gespült, sind eine Weile populär - erinnert sich noch jemand an Scoubidou? - und verschwinden nach einiger Zeit der Popularität wieder. Im Moment sind die Freundschaftsbänder dran, Makramee steht wahrscheinlich schon in den Startlöchern, und danach dann vielleicht Knoten knüpfen? 

Womit ihr euch in stoffmanipulativer Absicht beschäftigt habt, trage ich in Vertretung von Suschna heute zusammen.

Einen Beitrag hatte ich vor ein paar Tagen schon bei Monika erspäht: Als Abschluss für einen Rock verwendete sie die Cording-Technik nach Stitch magic von Alison Reid. 

Kathrin (tinistaschen) hat diesmal mit der Maschine appliziert und frei gestickt - ein Stoffbild aus Seidenresten.   

Kathrin (annekata) experimentierte mit Einzelteilen aus festem Stoff, die zu dreidimensionalen Gebilden zusammengesetzt und verformt werden können.

Siebensachen hat gleich zwei Teile in Arbeit: eine Jacke in Trapunto-Technik und ein Oberteil mit Biesen, das später gefärbt werden soll.

Bei Griselda gibt es heute Volants für Rüschenverächterinnen.

Suschna probierte Rug Hooking aus, dabei werden Stoffstreifen in ein lockeres Grundgewebe eingezogen. 



(wird ergänzt)

Sonntag, 29. April 2012

Stoffmanipulation, Tasche drei: Übergang in die dritte Dimension


"Was hast du denn da für Geschwüre genäht!?" war der Kommentar des Liebsten angesichts meiner neuesten Stoffmanipulation. Dabei wollte ich in der dritten Runde unserer diesjährigen Manipulationsunternehmung einfach nur die dritte Dimension einbeziehen, also Stoff zu plastischen Gebilden falten und auftürmen.

Die schwarzen "Geschwüre" sind im Prinzip Yoyos, also mit einem Faden am Rand eingereihte Stoffkreise aus schwarzem Wollkrepp, umgekehrt aufgenäht, so dass das Eingereihte nicht zu sehen ist. Mit Knötchenstichen aus rotem Stickgarn wurden sie zu diesen zerklüfteten Gebilden geformt, die ich eigentlich nicht schlecht finde - auf eine seltsame Art dekorativ. Stellt euch diese "Knödel" zum Beispiel rund um den Ausschnitt eines schwarzen Pullovers vor - das wär doch was, oder?


Versuch Nummer zwei ist von Alison Reids  Stitch magic, S. 36 - einer Halskette aus Filz- und Stoffkreisen und ähnlichen, aufgenähten Gebilden auf Seite 104/104 - inspiriert. Es sind mit der Zackenschere geschnittene Kreise aus einem gefilzten Pullover, einem weißen T-shirt und rotem Flanell, die durch zwei Stiche mit dickem schwarzen Baumwollgarn fixiert sind. 


Zuerst sah das übrigens so aus: Statt Baumwollgarn verwendete ich glänzendes Stickgarn aus Viskose, das ich noch im Fundus hatte - "Marlitt" von Anchor/Coats.*) Ein gräßliches Garn! Zwar lässt es sich nett in vier Einzelfäden aufdröseln, aber dann kann man dabei zusehen, wie sich im Zeitlupentempo der gerade geknüpfte Knoten von selbst auflöst - und es gibt, von Klebstoff mal abgesehen, kein Mittel dagegen.



Ohne "Marlitt" sehen die Gebilde aber ein bißchen nackt aus - ich sollte wohl  noch ein bißchen weiterarbeiten und den gesamten Einsatzstreifen des Beutels damit bedecken, nur ein paar "sehen nach nichts aus", wie man bei uns zuhause früher immer sagte.

Und nun bin ich gespannt, was bei den anderen entstanden ist - die Links findet ihr hier bei Suschna. Und klickt auch noch mal zu Monika/Wollixundstoffix und schaut euch die Tasche an, die sie mit aufgenähten Stoffkreisen nach Stitch Magic verziert hat.


*) Das Marlitt-Garn habe ich seit etwa zehn Jahren im Fundus, und es wundert mich, dass es immer noch hergestellt wird - verwendet das jemand von euch? Was macht man "eigentlich" damit? Und warum heißt das Garn wie Eugenie John alias Marlitt, die erste Bestsellerautorin der Welt?

Sonntag, 25. März 2012

Stoffmanipulation, Tasche zwei: schwarze Löcher


Nach Tasche 1 mit Applikation und „umgekehrter“ Applikation interessierte mich, was man mit Löchern bzw. deren Füllungen noch anstellen kann. Oder muss ein Loch gar kein Loch sein, um wie ein Loch wahrgenommen zu werden? In meiner Materialtüte steckt auch ein fadenscheiniger Rock aus schwarzem Wollkrepp (dieser). Der Stoff ist schön schwarz und sehr matt und lichtschluckend.

Der zweiten Tasche brachte ich damit Pseudo-Löcher bei: in Wirklichkeit handelt es sich um Applikationen, also um aufgenähte Stoffstücke.



Diese Lochimitationen sind einfach Kreise aus dem Kreppstoff, mit Sticktwist und großen Handstichen aufgenäht. In diese Richtung möchte ich weitermachen: So einen kunstvoll geflickten Jeansrock, wie ihn annekata gemacht hat, hätte ich auch gern.




Auf der anderen Seite überstickte ich die Kreppkreise am Rand ganz dicht mit Stickgarn. Das erinnert auch an Löcher - oder an Schusswunden, wie Suschna meinte?

Bei ihr laufen auch die Fäden dieser Aktion zusammen: Stoffmanipulation im März.

Wenn ich die anderen, bunten Beiträge betrachte, bin ich nicht mehr sicher, ob ich mein geplantes Farbschema - nur weiße Stoffe mit schwarz, rot und grau - wirklich die ganze Zeit durchhalten möchte. Allerdings ist der zweite Faktor, der mich am Loslegen hindert (der erste ist, wie Suschna gerade schrieb, die Angst, teures, besonderes oder unwiederbringliches Material zu zerstören), also der zweite hinderliche Faktor ist der Zwang, auswählen zu müssen. Nehme ich diesen Stoff oder einen anderen? Passt das blaue oder das rote besser dazu? Nehme ich dies - oder wäre jenes doch besser gewesen? Eine vordefinierte Tüte mit Material erleichtert mir das Leben...




Sonntag, 26. Februar 2012

Stoffmanipulationen, Tasche eins: Löcher


Heute ist Zeige-Termin für die Stoffmanipulationen, die eine Reihe von Bloggerinnen dieses Jahr unternehmen. Wie jede das Thema auslegt ist jeder selbst überlassen. Im Prinzip geht es um das Verändern von Stoffen mit Nadel und Faden und anderen Hilfsmitteln und erlaubt ist, was einem einfällt. Ich hatte mir vorgenommen, die Techniken aus Alison Reids Stitch magic auszuprobieren und aus meinen Probestücken Stoffbeutel zu nähen.


Tasche eins kommt mir selbst etwas geschummelt vor, weil nicht wirklich etwas noch-nie-Dagewesenes: die erste Technik aus Stitch magic – das Applizieren von kleinen Stoffstücken - hatte ich in ganz ähnlicher Weise schon früher ausprobiert, im Stil der Applikationen von Alamaba Chanin, die vor allem Jersey in dieser Form offenkantig verarbeitet. (Und Natalie Chanins ganz neues drittes Buch befasst sich ausschließlich mit handgenähter Kleidung, habe ich bei Kathrin gesehen, die das Buch schon hat.)


Der obere Stoff ist jeweils weißer Jersey von einem alten T-Shirt (dem Rest des Lampenschirms) auf einer Unterlage aus Nessel. Vorder- und Rückseite zeigen ein positiv-negativ-Muster: Die Löcher, oder besser gesagt deren Füllung, die ich auf einer Seite ausschnitt, applizierte ich auf ein zweites Stück Stoff. Das rot unterlegte Loch ist ein Unfall, wo ich beim Schneiden aus Versehen den Untergrundstoff erwischte.


Das gute an dieser Art des Applizierens: es kann ruhig ganz ungleichmäßig sein und sieht trotzdem „nach was aus“. Auf der einen Seite stickte ich mit rotem Garn über den Rand hinweg („überwendlich“, wie man in Fachsprech sagt), auf der anderen Seite mit kleinen Vorstichen entlang der Lochränder.


Ganz einfach und trotzdem ziemlich effektvoll - ich bin (nicht zum ersten Mal) hoch motiviert, solche Applikationen auf einem richtigen Kleidungsstück unterzubringen.

Weitere Stoffmanipulationen werden bei Suschna gesammelt, die sich einen Hortensienpelz genäht hat.
Aber schaut doch schon mal bei Siebensachen, die ihren Link hier hinterlassen hatte: Auch sie ließ sich von den Alabama-Chanin-Reversapplikationen inspirieren, verwendete aber Walkstoffe.