Mittwoch, 20. März 2013
Woche 11
1. Der erste Schnee ist immer am Schönsten, der letzte... ach, lassen wir das!
2.+3.: Guter-Kaffee-Ort an unwirtlicher Straße: das Goldelsen an der Elsenstraße in Alt-Treptow, neben der Filiale des Lieblingsbäckers, ließ ich bisher völlig zu Unrecht links liegen.
4. Die Frühlingsstrickjacke bekommt Verschlussblenden. Ob der Ausschnitt so wird, wie geplant: immer noch spannend!
5. Paste-up in der Lenaustraße, Neukölln
Rubriken
Berlin
Freitag, 15. März 2013
Welche Schnittmuster gibt es? Eine Übersicht
In letzter Zeit habe ich häufig mit Nähanfängerinnen zu tun - der Handarbeitszug hat in meiner Umgebung mächtig Fahrt aufgenommen und immer mehr springen auf – und werde häufig über Schnittmuster und Schnittmusterzeitschriften ausgefragt. Wo findet man Schnittmuster, die man auch als Nähanfänger versteht? Welche Größen gibt es da so? Gibt es eigentlich noch etwas anderes als Burda? Das sind so die Fragen, wenn frau zum ersten Mal Kleider für sich selbst nähen will. Da sich das alles weder schnell noch pauschal beantworten lässt und ich derzeit wenig zum Nähen komme, dachte ich, ich mache eine kleine Serie im Blog daraus.
Heute: aktuelle Schnittmusterhefte
Vorweg: ich bin ja eine große Freundin von Schnittmusterheften. Für wenig Geld bekommt man einen Haufen Schnitte, und selbst wenn mir in einem Heft zuerst nur ein einziges Schnittmuster gefällt, kommt der Rest oft noch Jahre später zum Einsatz - Schnittmuster werden ja nicht schlecht. Schnittmusterhefte kommen damit meinem Spar-Gen und meinem Hamster-Gen entgegen. Es ist auch toll, bei spontanen Nähideen einfach aus einen großen Schnittfundus schöpfen zu können. Da jede Zeitschrift von einer eigenen Maßtabelle und von einem eigenen Grundschnitt ausgeht, lohnt es sich, Schnitte aus verschiedenen Quellen auszuprobieren, um den Hersteller herauszufinden, dessen Schnittmuster am besten zur eigenen Figur passen.
Die Burda-Familie
Über Burda wird in der Näh-Community ja gerne gelästert, und was einige stilistische Marotten der Zeitschrift betrifft – die häufig einfältigen Texte, die denglischen Begriffe, die seltsamen Bastelvorschläge, von der Hüh- und Hott-Internetstrategie ganz zu schweigen – stimme ich gerne in die Lästereien ein. Die Schnitte aber, die Schnitte sind grundsätzlich nicht verkehrt: sorgfältig erstellt, verlässlich, und mittlerweile bedienen sie auch viele verschiedene Stilrichtungen, nicht nur konsverativ-elegante Empfangssekretärinnen mit einem Faible für kragenlose Chaneljacken-Klone.
Burdastyle
Das monatlich erscheinende Hauptheft von Burda. Für 5,50€ bekommt man ca. 40 Schnitte mit Abwandlungen, davon meistens einen in den Kurzgrößen 17-21, einen in den Langgrößen 72-88 und etwa 6 bis 8 Schnitte in den Größen 44-52. Die Standard-Maßtabelle geht von einer Körpergröße von 168cm aus. Viele der Normalgrößenschnitte gehen bis Größe 44, hierbei muss man beachten, dass die Normalgrößen-44 bei Burda nicht ganz mit der Plusgrößen-44 identisch ist. Die Plusgrößen gehen von einem anderen, etwas anders proportionierten Grundschnitt aus, während die Normalgrößen-44 aus einer kleineren Größe hochgradiert wurde.
Die Schnittbögen sind mittelmäßig unübersichtlich, die Anleitungen größtenteils knapp, bis auf zwei Ausnahmen: Im Heft gibt es jeweils eine anfängertaugliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Zeichnungen für eines der einfachen Modelle, und im Anleitungsheft eine ähnliche Bildanleitung für eines der komplexeren Schnittmuster.
Easy Fashion
Ein Sonderheft für die jüngere Zielgruppe, Easy Fashion erscheint zwei Mal im Jahr, im März und im September. „Easy“ bedeutet nicht, dass die Schnittmuster besonders einfach zu nähen wären – es gibt wie in den normalen Heften Einfaches und Komplizierteres, auch mal Jacken mit Paspeltaschen, Futter und Reverskragen.
Dabei ist aber der Schnittbogen der Easy Fashion besonders übersichtlich, die Schnittteile können in der benötigten Größe direkt ausgeschnitten werden, und zu jedem Schnitt gibt es eine ganz ausführliche Anleitung mit Bildern. Damit kommen Nähanfängerinnen auf jeden Fall zurecht, und mit der Bildanleitung für die aufwendigen Stücke kann man sich als halbwegs talentierter Anfänger auch an etwas schwierigere Teile wagen. Mit so einer Bildanleitung nähte ich vor Urzeiten als erstes "richtiges" Nähprojekt eine Bluse mit allen Schikanen - Manschetten, Ärmelschlitz, Hemdkragen, Knopfleiste - weil ich gar nicht wusste, wie schwierig das ist. Die Hefte enthalten ca. 10 modische Schnitte mit Abwandlungen, meistens in den Größen 34 - 44, Easy Fashion kostete zuletzt 7,50€.
Dabei ist aber der Schnittbogen der Easy Fashion besonders übersichtlich, die Schnittteile können in der benötigten Größe direkt ausgeschnitten werden, und zu jedem Schnitt gibt es eine ganz ausführliche Anleitung mit Bildern. Damit kommen Nähanfängerinnen auf jeden Fall zurecht, und mit der Bildanleitung für die aufwendigen Stücke kann man sich als halbwegs talentierter Anfänger auch an etwas schwierigere Teile wagen. Mit so einer Bildanleitung nähte ich vor Urzeiten als erstes "richtiges" Nähprojekt eine Bluse mit allen Schikanen - Manschetten, Ärmelschlitz, Hemdkragen, Knopfleiste - weil ich gar nicht wusste, wie schwierig das ist. Die Hefte enthalten ca. 10 modische Schnitte mit Abwandlungen, meistens in den Größen 34 - 44, Easy Fashion kostete zuletzt 7,50€.
Burda Plus
Sonderheft für große Größen (44-52), erscheint zweimal jährlich (frühes Frühjahr/Herbst). Das Konzept der Burda Plus hat sich in letzter Zeit ein paar Mal geändert: während im letzten Jahr die Schnitte in großen Größen aus den Burdastyle-Monatsheften in den Sonderheften nur noch einmal recycelt wurden, gibt es im aktuellen Heft vom Januar 2013 nun fast 30 ganz neue Schnittmuster.
Ottobre Woman
Eigentlich eine finnische Schnittmusterzeitschrift für Kindersachen, aber zweimal im Jahr (März und September) kommt Ottobre als "Ottobre Woman" mit Erwachsenenkleidung heraus. Die Schnittmuster sind in der Art einer Grundgarderobe aufeinander abgestimmt: alles passt zu allem, und es gibt auch mal Schnitte für Sportklamotten, Unterwäsche oder einen Badeanzug. Pro Heft sind das etwa 20 Schnitte in den Größen 34-52 , ausgehend von einer Körpergröße von 1,68 m.
Die Anleitungen sind knapp, manchmal etwas holprig übersetzt und daher nicht unbedingt für Anfänger geeignet, auch wenn in jedem Heft nähtechnisch einfache Teile dabei sind. Die Schnittbögen sind trotz Mehrfarbigkeit nicht gerade übersichtlich, die Anleitungen haben keinen Schnittauflageplan, also kein Schema, wie man die Schnittteile beim Zuschneiden möglichst stoffsparend auf dem Stoff anordnet. Für erste Kleidungsnähversuche würde ich Ottobre daher nicht empfehlen, wenn man keine erfahrenere Nähfreundin dabei hat, die helfen kann.
Das Heft kostete zuletzt 8,50€, in meiner Stadt gibt’s die Ottobre z. B. in großen Supermärkten und am Bahnhof.
Eine Spezialität der Ottobre ist das „Framilonband“, das gefühlt für fast jedes Modell als Nähzutat angegeben wird. Es handelt sich um ein transparentes Gummiband, das Ottobre z. B. verwendet, um Schnittteile einzukräuseln – also für Nähvorgänge, die genauso gut ohne Spezialkurzware zu bewältigen wären. Ob Ottobre mit den Herstellern des Framilonbands unter einer Decke steckt oder ob die Zeitschrift durch den Framilonband-Verkauf quersubventioniert wird, ist mir leider nicht bekannt, ich bin aber für jedes Gerücht offen.
Meine Nähmode
Meine Nähmode erscheint vier Mal im Jahr, in den Heften werden ältere Schnittmuster des amerikanischen Herstellers Simplicity abgedruckt. Dabei gehen ab und zu Abnäher verloren, und da im Heft nicht so viel Platz ist, werden aus Einzelgrößen oft Doppelgrößen. Die Fotos und die ganze Aufmachung sind schrecklich altbacken (wie die Schnittmusterumschläge von Simplicity eben), aber wenn man darüber hinwegsehen kann, indem man am besten nur die Schnittzeichnungen anguckt, findet man für 5,50€ viele brauchbare Schnittmuster in den Größen 34 – 54. Die Anleitungen sind recht ausführlich mit vielen Zeichnungen, genauso wie bei den Simplicity-Einzelschnitten, also anfängertauglich. Die Zeitschrift steht im Laden meistens in Gesellschaft der billigen Häkel- und Strickheftchen im Regal.
Cut
Erscheint zwei Mal im Jahr, wobei die Termine wechseln. Bisher enthielten die Hefte jeweils 3 Schnitte, davon immer einer Tasche und zwei Kleidungsstücke. Den Berlinmitte-Hipsterstil von Cut muss man mögen, davon abgesehen wird das Nähen aber sehr gut erklärt. Die Fotoanleitungen sind sehr deutlich und setzen kaum Nähwissen voraus, alle Schnittteile sind zum Ausschneiden auf dem Bogen und die Schnitte stellen keine großen Ansprüche an die Passform, also ideal, wenn man mit dem Nähen beginnt. Das letzte Heft (Nummer 8) vom Dezember 2012 für 9,50€ ist noch im Handel, wann das nächste Heft herauskommt, erfährt man wohl am besten, wenn man die Cut-Webseite im Auge behält. Cut gibt es vor allen in schicken Buch- und Zeitschriftenläden, Stoff- und Schnickschnackläden, eine Liste der Verkaufsstellen findet sich ebenfalls auf der Webseite.
Nächste Folgen: Fremdsprachige Schnittmusterhefte, Vintage-Schnittmusterhefte, Einzelschnitte
Donnerstag, 14. März 2013
Alternativen zu google reader
Reader-Nutzerinnen werden es inzwischen bemerkt haben: Google hat vor, diesen Dienst zum ersten Juli einzustellen, weil er nicht wirtschaftlich betrieben werden könne.Über die tatsächlichen Gründe für diese Entscheidung wird viel spekuliert - letzendlich geht es wohl darum, die Nutzer in die Arme von google+ zu treiben. Ehrlich gesagt habe ich noch nicht kapiert, was man bei google+ eigentlich machen soll, aber ich bin ja auch nicht bei facebook - vielleicht habe ich einfach keinen persönlichen Bedarf für noch ein soziales Netzwerk.
Nach einer Schrecksekunde heute Morgen machte ich mich auf die Suche nach Alternativen und stellte schnell fest: andere Anbieter haben auch schöne Blogreader. Der Import der abonnierten Feeds klappt problemlos, an eine andere Oberfläche hat man sich in Nulkommanix gewöhnt - in einer Woche werden wir darüber lachen. Ich habe meine Blogabonnements nun bei feedly.com importiert, den Dienst gibt es auch für alle möglichen mobilen Geräte. Feedly baut im Moment noch auf google reader auf, ab Juli solls dann aber ohne google nahtlos weitergehen.
Aber das ist ja noch nicht alles: wie ich in den Besucherstatistiken sehe, verwenden viele Blogleserinnen zum Besipiel Bloglovin, und dieser Artikel hier listet weitere Alternativen auf, mit Links zu Listen mit noch mehr Alternativen.
Zur Panik besteht also kein Anlass, auch nicht zum Unterzeichnen von Petitionen - ich will google reader schon jetzt nicht mehr zurück. Es ist ja davon abgesehen auch ganz gut, wenn man sich nicht zu sehr von einem einzigen Anbieter abhängig macht. Und sollte google etwas Blödes mit Blogger vorhaben - ich habe eine eigene Domain in der Hinterhand und ziehe dann einfach um, jawollja.
Nach einer Schrecksekunde heute Morgen machte ich mich auf die Suche nach Alternativen und stellte schnell fest: andere Anbieter haben auch schöne Blogreader. Der Import der abonnierten Feeds klappt problemlos, an eine andere Oberfläche hat man sich in Nulkommanix gewöhnt - in einer Woche werden wir darüber lachen. Ich habe meine Blogabonnements nun bei feedly.com importiert, den Dienst gibt es auch für alle möglichen mobilen Geräte. Feedly baut im Moment noch auf google reader auf, ab Juli solls dann aber ohne google nahtlos weitergehen.
Aber das ist ja noch nicht alles: wie ich in den Besucherstatistiken sehe, verwenden viele Blogleserinnen zum Besipiel Bloglovin, und dieser Artikel hier listet weitere Alternativen auf, mit Links zu Listen mit noch mehr Alternativen.
Zur Panik besteht also kein Anlass, auch nicht zum Unterzeichnen von Petitionen - ich will google reader schon jetzt nicht mehr zurück. Es ist ja davon abgesehen auch ganz gut, wenn man sich nicht zu sehr von einem einzigen Anbieter abhängig macht. Und sollte google etwas Blödes mit Blogger vorhaben - ich habe eine eigene Domain in der Hinterhand und ziehe dann einfach um, jawollja.
Mittwoch, 13. März 2013
Woche 10
1. Füße weg = 15cm Schnee. An einem Tag. Am nächsten Tag immer noch. Unverschämtheit.
2. Nähkränzchen bei uns in Kreuzberg - und die Nähmaschinen ratterten am Sonntag im ganzen Land: Wir nähten virtuell verbunden mit dem Pott-Nähkränzchen und den Single-Nähkränzchen von Monika, Madamsel, Anick und 81GradNord. Und da es wieder so viel Spaß gemacht hat, sollte es überall noch viel mehr und noch größere Nähkränzchen geben, Nähkränzchen wie LAN-Parties (und mit ebensovielen Steckdosenleisten!).
3. Nachnähkränzlicher Stand des Trenchcoats. Sieht noch nicht nach viel aus, aber allein für die Pattentaschen brauchte ich mehrere Stunden: Patte und Taschenbeutel aufnähen, hundertmal überprüfen, ob alles richtig herum und an der richtigen Stelle sitzt, ein Stück Kuchen essen, noch einmal die Platzierung kontrollieren, durchatmen, und erst dann einen Schlitz ins Vorderteil schneiden.
4. Mit der Innenseite bin ich noch nicht zufrieden: der Mantel bekommt nur in der oberen Hälfte ein Futter, deshalb werden die Nahtzugaben dekorativ mit Schrägband versäubert – ein so genanntes Hong Kong finish oder Hong Kong binding, auf Deutsch würde man das wohl als eingefasste Nahtzugaben bezeichnen.
Schaut mal hier: was mache ich mit der Naht, mit der Patte und Taschenbeutel festgenäht werden und dem eingeschnittenen Schlitz? Liebe Burda, wie hast du dir das gedacht, hm? Für die hässliche sichtbare Einlage kannst du nichts, das war allein meine Idee - ich schneide nirgendwo einen Riesenschlitz rein, wenn ich den Stoff vorher nicht mit Bügeleinlage gesichert habe. Alte Gewohnheit. Werde ich zum Teil wieder ablösen. Aber die Naht? Ich kann da jetzt mit ein paar Handnähten noch einen Schrägstreifen hinpfuschen, aber hättest du mir nicht in der Anleitung sagen sollen, wie das richtig geht?
Beim Grübeln vor dem Einschlafen kam ich zu dem Schluss, dass man eigentlich gleich beim Annähen der Patte auf der linken Seite einen Schrägstreifen mitfassen müsste, den man dann später um die eingeschnittene Kante schlagen und von Hand festnähen könnte. Gute Idee oder Blödsinn? Wie würdet ihr diese Stelle verarbeiten? Kennt ihr Anleitungen im Netz, die sich mit solchen kniffeligen Stellen befassen?
4. Mit der Innenseite bin ich noch nicht zufrieden: der Mantel bekommt nur in der oberen Hälfte ein Futter, deshalb werden die Nahtzugaben dekorativ mit Schrägband versäubert – ein so genanntes Hong Kong finish oder Hong Kong binding, auf Deutsch würde man das wohl als eingefasste Nahtzugaben bezeichnen.
Schaut mal hier: was mache ich mit der Naht, mit der Patte und Taschenbeutel festgenäht werden und dem eingeschnittenen Schlitz? Liebe Burda, wie hast du dir das gedacht, hm? Für die hässliche sichtbare Einlage kannst du nichts, das war allein meine Idee - ich schneide nirgendwo einen Riesenschlitz rein, wenn ich den Stoff vorher nicht mit Bügeleinlage gesichert habe. Alte Gewohnheit. Werde ich zum Teil wieder ablösen. Aber die Naht? Ich kann da jetzt mit ein paar Handnähten noch einen Schrägstreifen hinpfuschen, aber hättest du mir nicht in der Anleitung sagen sollen, wie das richtig geht?
Donnerstag, 7. März 2013
Woche 8+9
1.+2. Nähpläne I: Zu Zeit habe ich viel zu tun, so viel und so Kompliziertes, dass ab und zu die Panik in mir hochsteigt: Kann ich das schaffen? Werde ich es schaffen? Ich muss es einfach schaffen! Komplizierte Nähprojekte kann ich daher gar nicht brauchen, und statt zu werkeln, plane ich für die Abende ab jetzt besser eine zweite Schicht am Schreibtisch ein. Der Frühlingstrenchcoat wurde am vergangenen Wochenende zugeschnitten, und unter der Woche beschäftigte ich mich in 30-Minuten-Häppchen mit den Vorarbeiten: Abnäher und Tascheneingriffe markieren, Einlage aufbügeln, solche Sachen und konzentriere meine Vorfreude auf den nächsten Sonntag: Dann ist wieder Nähkränzchen und ich darf sofort losrattern!
3. Nähpläne II: Am Montag war ich ja zu einem Ultrakurzbesuch in Leipzig und hatte nach dem zweiten Termin noch Zeit, einmal schnell durch den Breuninger am Markt zu laufen und mich geballt der Frühjahrs-Sommer-Kaufmode auszusetzen. Ich weiß noch: letztes Jahr um diese Zeit kam ich von einem Schaufensterbummel durch die Friedrichstraße mit dem Gedanken zurück „wie gut, dass ich nähen kann“, weil ich, egal wo, nur schlammfarbene Teile gesehen hatte: Klärschlamm, Vulkanschlamm, Wattenmeerschlamm, aufgelockert mit ein wenig Nato-Tarngrün. Deprimierend.
„Wie gut, dass ich nähen kann“, dachte ich auch dieses Jahr, aber diesmal, weil die Frühlingssachen so unglaublich bunt und gemustert sind. Gut, im Endeffekt zieht das kein Mensch genau so an, wie es jetzt im Laden hängt (und vor allem nicht alles gleichzeitig) – aber trotzdem. Die alte Regel „je günstiger die Marke, desto greller die Farben“ gilt übrigens immer noch.
Ich sah viel gelbstichiges Pink – ähnlich wie lachsrosa, bloß kräftiger – und einen Farbton, der zwischen gelb und hellgrün liegt. Gelb gibt es überhaupt noch viel, aber nicht mehr Senfgelb wie im Winter, sondern Zitroneneis. Und so ein kräftiges, strahlendes Blau, mit dem sich Meike gerade auf dem Stoffmarkt bevorratet hatte.
Dann gibt es dünne Stoffhosen mit grafischen Mustern ähnlich wie Pyjamahosen - da bin ich sehr dafür. In Schanghai wird der Schlafanzug schon seit Jahren als Oberbekleidung getragen, und es wurde auch Zeit, dass dieser Trend endlich bis zu uns gelangt. Viel besser als Unterhemden und Jogginghosen!
Wie immer sah ich auch Kleidungsstücke, die ich nicht verstand. Was sagt ihr z. B. zu einem engen, knielangen Rock, die Vorderseite aus schwarzem Stoff, die Rückseite aus weißem? Ich als ÖPNV-Nutzerin fand das natürlich gleich unpraktisch - diese Rockrückseite wäre schon nach einer Fahrt nicht mehr weiß - und überlegte, ob nicht die umgekehrte Kombination, vorne weiß und hinten schwarz, viel sinnvoller wäre. Da meldete dann aber die Spaghetti-mit-Tomatensoße-Esserin in mir Bedenken an. Was für ein Dilemma.
In meinem Stofflager fand ich übrigens diesen Stoff, der gleich mehrere Trendkritierien des kommenden Sommers erfüllt und den ich in weiser Voraussicht schon im Februar 2009 gekauft hatte: leichter Baumwollsatin (Trendkriterium 1) mit großem Paisleymuster (Trendkriterium 2) in dunkelblau und gelbgrün (Trendkriterium 3). Ich schätze, dieser Stoff will noch vor dem Sommer vernäht werden - er muss mir nur noch verraten, was er werden will.
4. Paste-up Hermannstraße, Neukölln
Mittwoch, 6. März 2013
Me made Mittwoch am 6. März 2013
Schiebt mal schnell mit mir rüber ins Me made Mittwoch-Blog, da bin ich heute Gastgeberin - mit Strickjacke Paulie und dem vor kurzem hier diskutierten Stephan-Schneider-Rock.
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