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Dienstag, 20. Mai 2014

Nix für Lemminge 3/1: Mustermix - Inspirationssammlung

Punkte und Streifen, Karos und Blumen - gekonnt zusammengestellte Muster lassen sich regelmäßig auf den Laufstegen oder in den Modestrecken der Frauenzeitschriften bewundern. Aber wie bei vielem, was uns die Bekleidungsindustrie schmackhaft machen will, frage ich mich: Funktioniert das auch im echten Leben?

Da trifft es sich gut, dass Alex als dritte Herausforderung ihrer Nix-für-Lemminge Challenge das Thema Mustermix vorschlug. (Worum es bei dieser Nähbloggerinnen-Gemeinschaftsaktion generell geht, findet ihr hier.) Wollen wir also mal sehen, ob sich ein Outfit mit drei gemusterten Stoffen tatsächlich alltagstauglich umsetzen lässt - das ist die Aufgabe. Oder ob Muster mit Muster mit Muster nur auf Modefotos gut aussieht. Bei vielen Mode-Ideen geht es mir nämlich so, dass ich die Idee zwar rein theoretisch für gut halte, ich reiße auch immer fleißig Bilderstrecken aus Zeitschriften aus und hebe sie auf - wenn ich sowas aber trage, schaue ich den ganzen Tag zweifelnd an mir herunter. Der Vorschlag, glitzernde Pailettenoberteile mit einer grobgestrickten Strickjacke "downzudressen" und "im Büro" anzuziehen ist zum Beispiel so eine theoretisch gute, praktisch aber zweifelhafte Mustermix-Idee. Oder jedes Jahr wieder die "eleganten Jogginghosen" (ein Widerspruch in sich), die mit zierlichen Riemchensandalen und Blazer in eben diesem "Büro" getragen werden sollen. (In der Summe könnte der Eindruck entstehen, in Büros tummelten sich vorwiegend Menschen, die zwar Kleidung für alle möglichen Anlässe besitzen, aber ganz zufällig keine, die für ihren Aufenthalt am Arbeitsplatz angemessen ist, und die deshalb Tipps lesen wollen, wie man einen Taucheranzug "bürotauglich stylen" könnte. Aber das ist ein anderes Thema.)


Mustermixkombinationen haben mich schon immer gereizt, wahrscheinlich weil ich dafür kein Händchen habe. Über Jahre sammelte ich Seiten über Seiten mit Fotostrecken gemusterter Outfits. Dries van Noten, ein begnadeter Mustermixer, ist mein liebster Designer. Zickimicki mit ihrer montäglichen (jetzt monatlichen) MIXIT-Sammlung meine Mustermix-Heldin. Und natürlich habe ich die Gebote des Mustermixens aus den Zeitschriften studiert und theoretisch verinnerlicht: Kleine, mittlere und große Muster mixen! Beim Mustermixen in einer Farbfamilie bleiben! Auf wiederkehrende Farben achten! Und so weiter.

Interessanterweise gibt es unter den Modefotos aber immer auch Outfits, die alle diese Regeln ignorieren und die wirken, wie blind in den Kleiderschrank gegriffen. Absichtsvoll-unabsichtlich-ironisch-nicht zusammenpassend-wirkend ist vermutlich die ganz hohe Schule des Mustermixens und eher etwas für Fortgeschrittene. Solche absichtsvoll-unabsichtlich-lässigen Musteroutfits sieht man auch ab und zu auf der Straße, wobei über lässig oder peinlich oft nur das Alter des Trägers oder der Trägerin entscheidet. Ich denke da an die geräumigen großgemusterten Opa-Pullis, die wir 1992 in die Altkleidersammlung gegeben hatten und die heute von Neuköllner Hipstermädchen aufgetragen werden.

Also worauf ich hinauswill: Mustermix ist für mich ein schwieriges Thema. Ich glaube ich habe seit Jahren nicht mehr als ein gemustertes Kleidungsstück auf einmal angezogen. Nach einem Blick in den Stoffvorrat hatte ich eine grobe Idee, die den Vorteil hat, dass sich alle drei Teile auch einzeln zu einfarbigen Sachen tragen lassen, falls mir die volle Musterdosis zu wild wird.


Von rechts nach links: ein wunderbarer Baumwollbatist vom Stoffverkauf in Verl mit einem wie aquarelliert wirkenden Blumenmuster, ein weißer Blusenstoff aus Baumwolle mit eingewebten blauen Streifen und ein schwerer Baumwoll-Viskose-Jacquard mit einem großflächigen abstrakten Muster in dunkelblau, das an die Scherenschnitte Henri Matisses erinnert.

Den Matisse-Scherenschnitt-Stoff kaufte ich vor ein paar Jahren mit der Idee einer leichten kleinen Sommerjacke im Kopf. Wie ich bei einigen anderen Teilnehmerinnen gelesen habe, bin ich mit dem Wunsch nach so einem Kleidungsstück nicht alleine, und ich hoffe, dass ich bei dieser Gelegenheit zu einer Schnittidee komme. Der Streifenstoff soll eine Wickelbluse werden - das Schnittmuster ist vorhanden - aus dem Blumenbatist stelle ich mir einen weiten und langen Rock vor, allerdings habe ich davon nur 1,50 m. Bei Pinterest sammelte ich ein paar Bilder von Streifenoberteilen mit bunten Röcken zusammen, aber eine wirklich überzeugende Idee war bisher noch nicht dabei. Umso besser, dass bis zum nächten Treffen, wenn es um konkrete Pläne geht, noch etwas Zeit ist. Einstweilen finden sich alle Inspirationssammlungen hier bei MamamachtSachen.  

Donnerstag, 6. März 2014

From a far away place: Finale


Hier ist es nun, das koreanisch inspirierte Ensemble mit einem heftig aufgehellten Foto - aber bei den letzten Nähten wurde die Zeit dann doch etwas knapp und auf besseres Wetter zum Fotografieren konnte ich nun nicht auch noch warten.

Worum ging es? Die Aufgabe lautete, eines oder mehrere zusammenpassende Kleidungsstücke anzufertigen, die sich an der Bekleidungssilhouette einer nicht-europäischen Kultur orientieren. Ich wollte meine Faszination für Korea umsetzen, fand ein Schnittschema für eine koreanische Jacke des 16. Jahrhunderts und nähte zwei Probeteile, bis ich mich beim dritten an die endgültige Jackenform annäherte.


Die Jacke, die ein ganzes Stück oberhalb der Taille endet,  besteht aus dunkel moosgrünem Wollstoff, gefüttert mit dünnem Volumenvlies und geblümtem Baumwollstoff, alle drei Lagen wurden in senkrechten Linien durchgesteppt.


Die Godets an den Seiten fütterte und steppte ich separat, nähte sie dann ein, schnitt die Nahtzugaben bis auf eine Lage Baumwollfutter stark zurück, klappte diese Futterlage über die Nahtzugaben und nähte sie per Hand fest. Vorne in die senkrechte Verschlussblende wollte ich zwei oder drei Druckknöpfe einschlagen - ich habe welche mit altmessingfarbenen Kappen, die prima passen würden - aber ich habe mich noch nicht getraut. Ich bin nicht sicher, ob die Druckknopf-Unterteile in dem wattierten Stoff halten würden, deshalb bin ich schon halb überzeugt, lieber welche anzunähen.

Am Kragen aus schwarzem Baumwollsatin schraubte ich nach dem dritten Probeteil noch ein bißchen herum. Bei den Probeteilen bestand der Kragen einfach aus einem geraden Stoffstreifen, der sich natürlich nciht so gut um den Hals herumlegt. Ich zeichnete mir daher leicht gerundete Kragenteile passend zum Ausschnitt und schnitt diese Teile außerdem im schrägen Fadenlauf zu. Die senkrechte Verschlussblende setzte ich auch separat an.

Die Jackenwattierung aus dem Fundus ist leider relativ steif, aber da ich eine größere Menge geschenkte Wattierung zuhause hatte, wollte ich nichts Neues kaufen. Durch die Zwickel unter den Armen ist die Bewegungsfreiheit trotzdem sehr gut. Vom Tragegefühl her liegt die Jacke zwischen Blazer und Strickjacke und ich bin selber gespannt, ob ich sie häufig anziehen werde.


Das Futter macht auf jeden Fall Spaß. Letztlich werde ich die Jacke sicher häufiger mit einem engen Rock anziehen, als mit dem silbrigen Jacquard-Tellerrock.


Wobei ich von dem Rock für sich, oder besser gesagt: mit anderen Kombinationspartnern sehr begeistert bin. Der eigenartige Stoff scheint gar kein Gewicht zu haben, er steht fast von selbst.


Nach dem Brenntest tippe ich auf Viskose oder Acetat - er verbrennt fast wie Papier - da man aber dauerhafte Falten hineinknautschen kann, könnte auch ein Metallanteil im Spiel sein. Auf der anderen Seite knittert der Stoff überhaupt nicht beim Sitzen bzw. Knitter hängen sich ganz schnell von selbst wieder aus. Kurz gesagt: ein Wundermaterial.   


Der Bund ist ebenfals aus schwarzem Baumwollsatin, gefüttert ist der Rock mit grünem Viskosefutter. Bei einem besser fallenden Stoff aus schwererem Material ist ein Futter bei einem Tellerrock nicht unbedingt nötig, wobei das luxuriöse Gefühl eines ganzen Tellers aus Futterstoff auch seinen Reiz hat.

Alles in allem finde ich die Proportionen gar nicht so weit von dem entfernt, was ich normalerweise anziehe. Da zwischen Jacke und Rock der breite Taillenbund des Rockes zu sehen ist, wird die wuchtige Form aufgebrochen, man ahnt, dass ich nicht säulenartig überall gleich dick bin. Ich finde die drei Teile (das gestreifte Shirt mit langen Ärmeln ist auch selbstgenäht) auch durchaus zusammen tragbar. Allerdings stelle ich mal wieder fest, dass mir hochgeschlossene Wickelausschnitte nicht besonders gefallen, mir ist das zu nonnenhaft-züchtig, zu brav. Woher diese Assoziation kommt - ansonsten laufe ich ja auch nicht unbedingt mit tiefen Ausschnitten herum - kann ich gar nicht sagen, allein, es ist so. Ich glaube, ich habe mir gerade unbeabsichtigt noch eine gemütliche, warme Hausjacke genäht.

Das gesamte Projekt hat mir jedenfalls sehr großen Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und es war sehr interessant zu verfolgen, was sich bei den anderen Teilnehmerinnenn aus der Anregung von Mamamachtsachen entwickelt hat. In der Linksammlung der Ergebnisse verlinke ich mich jetzt noch schnell und überlege dann, ob ich die zweite Herausforderung auch annehmen soll.

Montag, 17. Februar 2014

From a far away place: Work in progress (Nix für Lemminge 1/4)

Heute ist wieder Zeit für den Zwischenstand im Nix-für-Lemminge-Projekt, initiiert von MamaMachtSachen. In den zwei Wochen seit dem letzten Treffen bastelte ich noch ein bißchen am meinem Probemodell nach Vorbild einer koreanischen Jeogori-Jacke herum.   


Diese dritte Version ist noch einmal 5 cm kürzer als der Vorgänger, ich reduzierte die Weite ein wenig und beschnitt die Vorderteile an den Kanten, so dass sie zu Dreiviertel überlappen. Die Jacke soll dort mit drei Knöpfen geschlossen werden.

Falte=Fehler?


Ich finde es sehr lehrreich, bei der Schnittbastelei zu erleben, welche Folgen einzelne Veränderungen nach sich ziehen und wie sich bei diesem Projekt die Prinzipien der Schnittaufstellung und auch das Verständnis dessen, wie ein Kleidungsstück zu sitzen und auszusehen hat, von unseren westlichen Vorstellungen unterscheiden.

Dass die engeren Ärmel von Jackenversion 2 und 3 mehr (oder eher: andere) Falten haben als die weiteren Ärmel von Version 1 wurde vor zwei Wochen schon deutlich. Aus unserem westlichen Verständnis heraus bewerten wir solche Falten als Passformmängel: das Ziel ist immer ein möglichst faltenloser Sitz der Kleidung am Körper. Dass dies aber kein allgemeingültiges Ziel sein muss, wurde mir in der vergangenen Woche klar, als ich noch einmal zu meinen Inspirationsfotos zurückkehrte.


Bei den Inspirationsfotos fiel mir jetzt auf, dass fast alle Jeogori-Jacken genau die gleichen Falten am Ärmel zeigen wie mein Probemodell - besonders deutlich werden die Falten z. B. auf diesem Foto. Auf den ersten Blick übersieht man sie gerne, weil man von den tollen Farben und Materialien  geblendet wird. Kein einziges Beispiel ist ganz ohne Falten, die relativ faltenlosen modernisierten Exemplare scheinen überschnittene Schultern und zumindest eine Andeutung von Armkugel zu haben, sie weichen also von dem traditionellen Schnittschema ab.

Die traditionelle Form gibt es nicht ohne Falten am Ärmel, es kann sie gar nicht geben: Wenn europäische Schnitte sogenannte Kimonoärmel mit Zwickel haben, dann gibt es in der Regel ein gemeinsames Schnittteil für Vorder- bzw. Rückenteil und Ärmel, wobei die Ärmel in einem Winkel von mehr oder weniger 45 Grad an die Rumpfteile angeschnitten sind. Bei der koreanischen Jacke verbindet eine Naht die Ärmel- und Rumpfteile, die Ärmel bilden einen 90-Grad-Winkel zu Vorder- und Rückenteil. Bei der europäischen Aufteilung liegen die Ärmel im schrägen Fadenlauf und fallen weicher, das reduziert schon einmal die Faltenbildung. Außerdem entspricht der 45-Grad-Winkel der Ärmel schon einigermaßen der natürlichen Armhaltung. Auch eingesetzte Ärmel sind letztlich nichts anderes als Stoffröhren, die in einem relativ spitzen Winkel von den Rumpfteilen abgehen. Kein Wunder also, dass solche Ärmel vergleichsweise wenig Falten schlagen. Der koreanische Ärmel muss hingegen zwangsläufig Falten bilden, es sei denn die Trägerin streckt die Arme im 90-Grad-Winkel vom Körper weg. 

Aus all dem schließe ich: die Falten sind offenbar kein Problem. Nur aus unseren eingelernten Maßstäben und Vorstellungen heraus sind sie eines. Wie befreiend! Und wie erhellend, auf diese Weise etwas über die Relativität von Bewertungen und über unsere Bekleidungsgewohnheiten zu lernen.  

Nachdem ich die Ärmelfalten also als Problem wegdefiniert hatte, entschloss ich mich, jetzt einfach den Wollstoff zuzuschneiden. Durch die leichte Wattierung wird das Material sowieso anders fallen als der dünne Baumwollstoff des Probeteils.

Der Rock



Was den Rock des Ensembles betrifft, entschloss ich mich, mich dort nicht weiter mit komplizierten Schnitten zu verkünsteln: das wird ein einfacher Tellerrock. Bei dem locker gewebten, sehr leicht fransenden Stoff war die Stütznaht rund um den Taillenausschnitt überlebenswichtig.


Und einen Stoff, der sich am Saum derartig aushängt, habe ich auch noch nie erlebt. Das Rockteil darf sich nun noch etwas am Bügel entspannen, mit dem Wattieren der Jackenteile werde ich heute wahrscheinlich noch beginnen.

Alle Zwischenstände wie immer gesammelt bei MamaMachtsachen.   

Sonntag, 2. Februar 2014

From a far away place: Probemodelle (Nix für Lemminge 1/3)


Heute ist das dritte Treffen des Far-away-Projekts und es geht um die nähtechnische Umsetzung der Entwürfe vom letzten Mal. Ich habe ich mich seitdem um den Jackenschnitt gekümmert. Der Ausgangspunkt war ein rekonstruiertes Schnittschema für eine koreanische Jacke aus dem 16. Jahrhundert.


Die erste Probejacke hatte ich schon gezeigt...


... und so sieht sie angezogen aus. Im 16. Jahrhundert war von der hohen Taille noch keine Rede. Die Jacke ist ziemlich üppig, da es als ein Zeichen von Reichtum angesehen wurde, wenn man mit solchen Stoffmengen protzen konnte.


Das zweite Probeteil. Änderungen gegenüber Version 1:
  • Jackenteile um 10 cm gekürzt 
  • Ärmel auf 40 cm Umfang verschmälert
  • an den Seiten ist jeweils nur noch eines der Seitengodets eingenäht (ursprünglich gehören da zwei hin)
  • der Kragenstreifen ist nur noch halb so breit wie bei der ersten Version 

Das kommt meinen Vorstellungen schon näher, ist aber immer noch einen Tick zu lang. Im Rücken hat die Jacke auch noch viel Luft.


Hier ein Blick auf die Partie unter dem Arm: Seitenteil und der Zwickel, der für Bewegungsfreiheit sorgt. Ich bin ganz begeistert, wie gut diese supersimple Konstruktion funktioniert.

Pläne für Version 3:

  • Jacke noch einmal um ca. 5 cm kürzen
  • Seitenteil und Zwickel zu einem einzigen Schnittteil zusammenfassen
  • Jacke an der Naht zwischen Seitenteil und Rückenteil und an der rückwärtigen Mittelnaht verschmälern
  • einen geraden Abschluss für die Vorderteile und den Kragen überlegen - wahrscheinlich reicht abschneiden 
  • die Größe und den Verlauf des Ausschnitts festlegen
  • und sicher noch irgendwelche anderen Änderungen, die jetzt noch nicht vorhersehbar sind

Was die Verarbeitung betrifft, plane ich mittlerweile mit einem nicht ganz so dünnen Volumenvlies, seitdem ich nämlich über Fragolinchen auf die modernisierten Hanbok-Modelle einer koreanischen Designerin stieß: Steppjacken! Kuschelige Steppjacken mit Plüsch und dicken gesteppten Röcken! Es hat sicher mit den derzeitigen Temperaturen zu tun, dass mir diese Vorstellung im Moment viel verlockender vorkommt als der Gedanke an flatternde dünne Röcke und blusenartige Jäckchen.

Was die Mitstreiterinnen so treiben  - von denen ja einige unerschrocken an Sommerkleidern werkeln - sammelt wie immer Mamamachtsachen.

Sonntag, 19. Januar 2014

From a far away place: Entwurf (Nix für Lemminge 1/2)

Also die Nix-für-Lemminge-Challenge entwickelt sich zum Interesssantesten, was die nähnerdige Blogosphäre gerade zu bieten hat. Bei der Inspirationssammlung vor zwei Wochen zeichnete sich ja schon ab, dass sich eine ganze Reihe Teilnehmerinnen in Richtung Korea aufmacht. Das wird spannend, wie verschiedene Leute den gleichen Ausgangspunkt interpretieren und in ein heute tragbares Kleidungsstück übersetzen!

Ich habe seit dem letzten Mal noch ein bißchen weiter in Sachen Hanbok, dem traditionellen koreanischen Ensemble aus kurzem Jäckchen und langem, weiten Rock mit hoher Taille geforscht. Glücklicherweise gibt es überall auf der Welt Enthusiasten, die historische Trachten nachschneidern und dies im Netz dokumentieren. Über eine interessante Serie von Posts über das Nachschneidern eines Hanboks, allerdings auf Grundlage eines kommerziellen Schnittmusters, gelangte ich zu einem Artikel über den Formwandel des Hanboks seit dem 16. Jahrhundert.    

Korea 1904. Cornell University Library via flickr, public domain
Im Verlauf von 500 Jahren schrumpfte  die Jacke immer mehr, wurde kürzer und enger, bis um 1900 die heute so charakteristische Silhouette erreicht war, mit einer sehr kurzen, gerade die Achseln bedeckenden Jacke und und einem Rock bzw. Kleid, das schon auf oder unmittelbar unter der Brust gekräuselt ist. Auf alten Fotos sieht man, dass die Röcke im Alltag nicht bodenlang getragen wurden, sondern über einer pludrigen langen Hose. Die Kragenform der Jacke, die relativ weiten Ärmel und das Schließen der Jacke links über rechts wurden hingegen beibehalten.

Ein Test: Jacke nach einem rekonstruierten Schnitt aus dem 16. Jahrhundert

Im Zuge meiner Suche fand ich auch zu einer Seite mit einem rekonstruierten Schnittschema einer koreanischen Jacke aus dem 16. Jahrhundert, und um mich einzugrooven und ein Gefühl für die Sache zu bekommen, nähte ich ein Probeteil dieser Jacke. Die Konstruktion ist sehr interessant: die Jacke besteht im wesentlichen aus Rechtecken, deren Maß anhand der Körpermaße des Trägers bestimmt wird. Das Maß von Handgelenk zu Handgelenk bei ausgestreckten Armen, durch sechs geteilt, bestimmt die Breite der einzelnen Elemente. Die Teile sind äußerst einfach zusammenzunähen, denn es gibt nur gerade Nähte - und dabei entsteht ein wirklich ansprechendes Kleidungsstück. Aus dem richtigen Material, zum Beispiel aus Wollwalk, ergäbe das eine absolut alltagstaugliche Jacke, unter der man auch noch einen dicken Pullover tragen könnte. Das hat mich schon überrascht, ich hatte etwas erwartet, das sich viel mehr wie eine Verkleidung anfühlt.


Mit dem getesteten Schnittschema werde ich nun weitermachen. Mir schwebt eine engere, kürzere Jacke vor, die sich wie eine Strickjacke tragen lässt - ich werde die Jacke quasi so schrumpfen, wie es in der historischen Entwicklung auch passiert ist. Die Jacke sollte knapp über der natürlichen Taille enden. Der Kragen, die gerade Naht zwischen Schulter und Ärmel, die eingesetzten Seitengodets und die abgeschägten Vorderteile mit dem asymmetrischen Verschluss sind die wesentlichen Elemente, die ich erhalten will. Wie man bei den gesammelten Hanbok-Beispielen auch sieht, gibt es aktuell durchaus eine größere Variationsbreite, was die Position der Taille betrifft - ich werde mich an den Beispielen orientieren, bei denen die Taille im Verhältnis zur natürlichen Taille nur leicht erhöht ist. 


Hier die endgültige Stoffauswahl. Die Jacke wird aus dem moosgrünen Wollstoff genäht, in Kombination mit dem passenden grün-blauen Karostoff. Die Aufteilung stelle ich mir ungefähr so wie bei dieser Jacke vor - die Seitenteile und Zwickel aus Karostoff.

Den weißen Stoff mit den Blumen habe ich als Futter für die Jacke vorgesehen, er soll mit einem leichten Vlies unterlegt und versteppt werden. Vlies muss ich noch besorgen, oder genauer gesagt: mir überhaupt überlegen, was ich dafür nehme. Ich möchte ein ganz dünnes Steppfutter, das der Jacke mehr Substanz gibt, aber ohne sie zu versteifen. 

Dazu kommt ein weiter, in der Taille sitzender Rock aus dem grauen Jacquard, Schnitt noch unklar, eventuell ein Tellerrock. Außerdem ein langärmeliges T-Shirt aus weiß-schwarz-geringeltem Baumwolljersey und möglicherweise auch noch eines aus magentarotem Viskosejersey.

Meine Route bis zum nächsten Treffen am 2. 2. ist also soweit klar: das Probeteil zu dem geplanten Jackenschnitt weiterentwickeln und über den Rockschnitt nachsinnen. Heute aber bin ich erstmal sehr gespannt, was die anderen Mitnäherinnen sich überlegt haben. Der Stand der Dinge wie immer bei Mamamachtsachen. 

Sonntag, 5. Januar 2014

From a far away place: Inspirationssammlung (Nix für Lemminge 1/1)

Im Jahresrück- und Ausblick hatte ich ja schon davon erzählt, dass die Nix-für-Lemminge-Designchallenge von Alex für mich bisher das einzige fest geplante Vorhaben für das Nähjahr 2014 ist. Kurz gesagt geht es bei der Challenge darum, zu sechs von Alex vorgeschlagenen Themen innerhalb von je zwei Monaten Kleidungsstücke zu entwickeln und herzustellen. Das passt prima zu meinen Plänen, wollte ich doch in diesem Jahr wagemutiger (und bunter!) nähen und Neues ausprobieren. Hand in Hand mit anderen Nähnerds unterwegs zu sein, mindert hoffentlich meine Tendenz, mir einfach einen engen, grauen Rock oder andere, auf Sicherheit und "passt immer" bedachte Kleidungsstücke zu nähen. Ich habe außerdem vor, im Rahmen der Challenge vor allem schon vorhandene Materialien zu verwenden - die Stoffspeicher sind zum Bersten gefüllt.

Bild: Mamamachtsachen.de

Bei der ersten Herausforderung, die heute beginnt, geht es um die Beschäftigung mit einer nicht-europäischen Kleidungssilhouette, deren "Essenz und einzelne Elemente in unser Hier und Jetzt" übersetzt werden sollen, so Alex.

Wir hier in Mitteleuropa sind ja traditionell im großen und ganzen auf eine Sanduhrform des weiblichen Körpers fixiert, die in früheren Zeiten mit Korsetts und Hüftpolstern, Reifröcken oder Krinolinen künstlich hergestellt wurde. Nichts anderes machen auch die zur Zeit so beliebten Petticoats: die Taille erscheint noch schmaler, wenn mehrere Lagen Tüll um die Knie wuscheln. Zwar gab und gibt es auch bei uns ab und zu modische Abweichungen von der Sanduhrsilhouette, zum Beispiel zur Zeit Napoleons in Directoire und Empire, oder aktuell in Neukölln, wo manche Hipstermädchen kastige, gerade pobedeckende Kleidchen tragen, aus denen sehr, sehr dünne Beine in Leggings herausschauen, aber von diesen Ausreißern abgesehen, ist die als ideal geltende weibliche Körperform über die Jahrhunderte hinweg erstaunlich konstant geblieben.  

Ganz anders in großen Teilen Asiens. Ich sah mich für diese Aufgabe in Korea um, weil mich ein gewisses kulinarisches (sehr leckeres Essen) und kulturelles (gute Filme) Interesse mit dem Land verbindet, und nicht zuletzt, weil mir das, was die Bildersuche hinsichtlich koreanischer Textilien zutage fördert, sehr gefällt.

Meine Recherche mit englischen Begriffen ist dabei ungefähr so fundiert, als ob eine begeisterte Selbernäherin aus Seoul, Südkorea, die noch nie in Europa war, ihr Wissen über Deutschland aus dem Kino bezieht und das deutsche, so exotische Essen im Seouler Restaurant Bärlin liebt, im Netz nach deutschen Dirndlkleidern sucht, um sich etwas Ähnliches nachzunähen und zwar so, dass es zu ihr passt und sie es im Alltag anziehen kann. Aber auf die Genauigkeit kommt es hierbei nicht an, es geht um ein generelles Gefühl, eine Stimmung.

South Korea 2010: Jirisan. Foto: Ronengelbert via flickr, unter CC-Lizenz
Gyeonghwon Sanseong (Gyeon Hwon Fortress). Foto: korea.net via flickr, unter CC-Lizenz
Igidae Coastal Walkway. Foto: Lee Phelps Photograpy via flickr, unter CC-Lizenz

In meinem Phantasie-Korea sprudelt kaltes Gebirgswasser über glattpolierte Steine, die dunkelgrünen Pinien an den Berghängen verschwinden im Nebel und auf den Gipfeln liegt Schnee. Es gibt schroffe, felsige Küsten, mit Steinplatten gepflasterte Wege, verborgene Seen und dichte Wälder. Kurzum: ein Land wie in Kim Ki-Duks Film Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling.

ChungNo Hanbok Shop. Foto: danielcraig via flickr, unter CC-Lizenz
Hanbok for man and female. Foto: Republic of Korea via flickr, unter CC-Lizenz
Women used to wear jangot when going out of the house. Foto: Republic of Korea via flickr.com, unter CC-Lizenz

Die traditionelle koreanische Kleidung Hanbok besteht aus einem langen, weiten, gekräuselten Wickelrock, dessen Bund sehr hoch sitzt - unmittelbar unter der Brust oder zum Teil sogar darüber. Dazu gehört eine kurze, links über rechts geschlossene Jacke mit meist weiten Ärmeln und einem weißen Streifen am Kragen, darüber kann außerdem ein langer, weiter Mantel getragen werden. Die charakteristische Form die sich daraus ergibt, ähnelt einem Dreieck, die Taille ist kaum vorhanden oder sitzt sehr hoch. Die Tracht wird heute zum Teil noch bei festlichen Anlässen, zum Beispiel Hochzeiten getragen, daher gibt es in Südkorea recht viele Designer, die traditionelle Hanboks oder moderne Abwandlungen herstellen - auf pinterest findet sich eine Menge.  

Was sich aber fast gar nicht finden lässt sind Bilder, die den Rock, Chima, ohne die Jacke (Jeogori) zeigen - einen Eindruck, wie die Einzelteile aussehen, bekommt man am ehesten noch in diesem Video, das das Anziehen von Chima und Jeogori zeigt. Wie man sieht, wird der  Wickelrock hier von Trägern auf den Schultern gehalten und über der Brust gebunden. Bei anderen Beispielen scheint der Rock ein enges, bustierartiges Oberteil zu haben, ähnelt also einen schulterfreien Kleid, und die Kräusel setzen zum Teil erst unter der Brust an. 


Burdastyle 3/2012 stellt mit Modell 106 sogar ein Schnittmuster dafür bereit. Aber Spaß beiseite: das Burda-Modell wir es natürlich nicht! Ich werde mich vor allem mit dem Schnitt des Jäckchens genauer auseinandersetzen. Der Rock dazu wird voluminös, das steht fest, aber sicher nicht bodenlang. Auf historischen Fotografien aus Korea sieht man, dass die bodenlange Variante im Alltag von Frauen, die arbeiten mussten, nicht getragen wurde - die langen Röcke waren Hof- oder Festkleidung. Aber dazu komme ich beim nächsten Termin am 19. Januar noch einmal zurück.


Zum Abschluss ein erster Blick auf die Stoffe, die ich im Auge habe. Von links nach rechts: ein jacquardähnlicher, aber locker gewebter Kleiderstoff (v. a. Viskose) mit metallischem Glanz in schiefergrau. Der Stoff ist für sein Volumen sehr leicht und fällt etwas störrisch. Als nächstes kommt ein moos- bis khakigrüner Wollstoff in Köperbindung, den ich 2012 schon zu einer Jacke nach Pattern magic verarbeitet hatte. Ich habe noch einen großen Rest davon und würde auch die alte Jacke opfern, denn die Schnittform ist nicht besonders bequem und das Teil hängt vor allem im Schrank. Als drittes und viertes folgen ein grün-blau karierter Wollstoff, von dem ich ein paar Reste habe, und ein gemusterter Viskosestoff (auch Rest), der mir aber in diesem Zusammenhang  möglicherweise zu klischeehaft-asiatisch aussieht. Das ist auch erst eine grobe Vorauswahl, ich habe irgendwo noch gestreifte Dupionseide in petto.

Die Farbstimmung geht in Richtung Schiefer, Moosgrün, Kupfer, verwittertes Holz, Lorbeer - eventuell mit einigen bunteren Akzenten. Wichtig ist vor allem der Kontrast zwischen dem glänzenden Jacquard und dem matten Wollstoff, alle anderen Materialien sollten sich dem unterordnen. Mögliche Schnittformen und ein paar Bilder zur Farbstimmung habe ich bei pinterest gesammelt.

Ehe der Text hier zum Roman wird, verweise ich jetzt lieber auf die anderen Teilnehmerinnen, die sich heute bei Alex versammeln. Ich bin sehr gespannt, wie andere die Vorgabe umsetzen werden, vor allem da ich in Alex' Pinterestsammlung auch einige Hanboks entdeckt habe.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Tops und Flops 2013 und ein Ausblick auf 2014

Im Me-made-Mittwoch-Blog hatte ich gerade schon über meine Lieblingsstücke 2013 geschrieben, ich möchte hier aber trotzdem noch einmal eine Näh-Blog-Bilanz ziehen - mit den Lieblingsstücken, denn sonst würde ich hier ja nur über die Flops schreiben.

Meine Nähbilanz ist symptomatisch für mein gesamtes Jahr 2013: Ich hatte im Jahresverlauf oft das Gefühl, dass ich nicht ganz so konnte, wie ich wollte. Nach dem ungeheuer anstrengenden Jahr 2012 fehlte mir oft der Elan, oder besser gesagt: mir fehlte nicht unbedingt der Wille, aber die Energie. Und die Zeit sowieso. Ich habe also nicht viel fertiggestellt: Vier Röcke, drei Kleider, eine Bluse, ein Sommermantel, ein Bademantel (für andere) und eine Tasche (für andere), und zwei Projekte für mich, die ich noch nicht fotografiert habe, mehr war es nicht. Bei den Stricksachen sind drei Strickjacken (davon eine für andere), ein Cape und vier Paar Stulpen und Handschuhe fertig geworden.

Aber auch wenn die Quantität nicht besonders groß war, mit der Qualität bin ich sehr zufrieden, ich ziehe fast alles sehr gerne und regelmäßig an. Mein genähtes Lieblingsstück 2013 ist, trotz aller seiner Mängel, der Trenchcoat nach Burda 118 aus 12/2011.

 
Alle Einwände, die ich bei seiner Fertigstellung hatte - die öde Farbe, der überraschend unförmige Schnitt - bestehen weiterhin, aber das ist völlig egal: andererseits passt der Trench zu einfach allem, er ist in den Wochen im Herbst mit moderaten Temperaturen und viel Regen unschlagbar praktisch. So vielseitig und praktisch, dass ich mich frage, was ich eigentlich angezogen habe, bevor ich den Mantel hatte.

Das gestrickte Lieblingsstück 2013 ist das Miss-Marple-Cape nach eigener Idee.


Im Gegensatz zum Mantel ein Spaßprojekt, das sich sogar als sehr wärmend erwiesen hat. Während man mit dem Trench in der Menge untergeht, zieht das Strickcape sogar in Berlin einige Blicke auf sich, und das gefällt mir. Ich empfinde das Cape als lustig im positiven Sinne - also nicht als nervend-peinlich-lustig, als würde ich im Clownskostüm auf die Straße gehen, sondern als beschwingt-fröhliches, stimmungsaufhellendes Accessoire.

Ein richtiger Nähflop 2013 war das Retrokleid nach dem re-macher-Schnitt


Das Projekt scheiterte an der Materialauswahl: ein unbügelbarer Stoff in ungünstiger Farbe, fertig ist der Kittel für die adrette Servicefachkraft. Das Kleid habe ich bereits als Papierkorb verwurstet. Ich danke euch trotzdem sehr herzlich für die vielen Kommentare und Rettungs-Tipps beim ursprünglichen Post. Letztlich probierte ich nichts davon aus, weil ich nicht noch einmal Arbeit investieren wollte in ein Kleid, das selbst in glattgebügeltem Zustand kein Lieblingskleid werden würde. Mit dem Schnittmuster bin ich aber noch nicht fertig, das kommt für den nächsten Sommer wieder auf den Plan, dann wird sich zeigen, ob das doch noch etwas wird mit Retro und mir.



Die dunkelblaue Strickjacke aus Drops Baby Alpaca-Silk entpuppte sich leider mehr oder weniger als Strickflop 2013: das Garn bildet an den strapazierten Stellen Knötchen und fusselt herum. Komischerweise sieht das am schlimmsten aus, wenn ich an mir heruntergucke, auf dem Foto wirken die Knötchen nicht besonders eindrucksvoll. Mag also sein, dass ich ein bißchen überempfindlich reagiere, aber Tatsache ist: von der Jacke hatte ich mir mehr versprochen und ich ziehe sie daher nicht mehr so richtig gerne an.

Der beliebteste Blogpost 2014 war der Nähnerd-Test, dicht gefolgt vom ersten Teil der Übersicht über Schnittmusterzeitschriften. Den für mich wichtigsten Artikel schrieb ich im Nachklapp zur #waagnis-Aktion über das Nähen, um sich selbst mehr zu mögen.

Und darum geht es immer noch: Um das Kleidermachen und um die Freiheit, die das bedeutet. So richtig wieder bewusst wurde mir das, als ich Brontes Jahresrückblick las und ihre kluge Feststellung, dass sie ihr Hobby nicht als "Nähen" bezeichnet, sondern sagt "Ich mache meine Kleidung selbst." Das ist so viel mehr, als einfach irgendwas irgendwie zusammenzurattern. Wahrscheinlich kommen die ganzen Missverständnisse, wenn wohlmeinende Bekannte mit einem Stapel zu kürzender Hosen ankommen und denken, sie täten einem damit einen Gefallen - "Du nähst doch so gerne!" - wegen dieser tiefstapelnden Bezeichnung "Nähen" zustande, die bei Außenstehenden vollkommen falsche Vorstellungen hervorruft.

Und wie geht's nun weiter?

 Ich werde in diesem Jahr weiterhin meine Kleider selber machen - weil es mir großen Spaß macht und weil ich es kann, nicht weil ich es muss. Wie ich im Me-made-Mittwoch-Blog schon schrieb, möchte ich in diesem Jahr wagemutigere Lieblingsstücke herstellen, nachdem ich schon Kleidung für alle Gelegenheiten in schwarz, grau und dunkelblau besitze.

Bild: Mamamachtsachen.de
   
Deshalb freue ich mich sehr auf die Design it yourself - Nix für Lemminge-Challenge, die sich Alex ausgedacht hat: im zwei-Monats-Rhythmus werden Gesamtoutfits zu vorgegebenen Themen entwickelt, genäht und präsentiert. Für mich ist das eine gute Gelegenheit, die ausgetretenen Näh-Pfade zu verlassen, oder genauer gesagt: mich von Alex von den ausgetretenen Pfaden weglocken zu lassen. Bei den Stoffspielereien habe ich schon oft erlebt, dass das Spielen entlang  einer Vorgabe ganz unerwartete Ergebnisse hervorbringen kann, und wie interessant es ist, den Weg der MitstreiterInnen zu verfolgen. Außerdem gefällt mir sehr, dass sich die Challenge flexibel an die persönlichen Kleidungsbedürfnisse und -wünsche anpassen lässt: welche Stücke letztlich hergestellt werden und aus welchen Materialien bleibt jeder selbst überlassen. Das erste Thema - From a far away place - fordert dazu auf, sich mit einer nicht-europäischen Kleidungssilhouette zu beschäftigen, am Sonntag gehts los.

Mehr nehme ich mir für 2014 nicht vor, denn aus Erfahrung weiß ich, dass es mich am zufriedensten macht, wenn ich mal hier, mal da etwas ausprobieren kann und mich hier im Blog einfach mit dem beschäftige, was mich im Moment am meisten interessiert.

Nicht zuletzt möchte ich euch allen da draußen, LeserInnen und MitbloggerInnen, für euer anhaltendes Interesse und die immer wieder interessanten Gedankenanstöße, Ideen und Bemerkungen in den Kommentaren danken. Ich freue mich sehr darüber, lerne jede Menge dazu, und der Austausch hier ist für mich unverzichtbar geworden.

Also auf in ein neues Nähjahr! Alles Gute für euch, an der Nähmaschine und wo ihr euch sonst noch aufhalten mögt.