Freitag, 11. Juli 2008

Neue Inchies

Inchies naturfarbenWie unschwer zu erkennen, war "naturfarben" das Thema



Erste Reihe von links nach rechts: Halina, HappyA, ColourFly, Haus1958, Birgitt.
Zweite Reihe: meins, Omale, ajochem, herbst-zeitlos, Karo.
Dritte Reihe: bücherfee, australiakatze, Myrin, Slashcutter, Mikimaki (patchmaus).
Vierte Reihe: Stoffkatze, akinom017, Ina6019, Zauberpuffel.

Montag, 7. Juli 2008

Blätter statt Blumen

Buchhülle aus Leinen








Die Buchhülle, passend für die meisten Taschenbücher, ist im wesentlichen nach dieser Anleitung entstanden, nur dass ich die Hülle noch mit einem roten Stoff als Futter verstürzt habe. Der Außenstoff ist ein Stück altes Leinen von einem Mangeltuch, mit Vlieseline H250 verstärkt, bedruckt mit Eichenlaub und Stofffarbe Javana tex opak. Die Eichenblätter - eins für jede Farbe - habe ich ein wenig gepresst, nicht ganz getrocknet, die Rückseite mit der leicht verdünnten Stofffarbe eingepinselt, auf das Leinen gelegt und mit einem darübergelegten Küchenpapier vorsichtig angedrückt. Hinsichtlich Farbkonsistenz und Farbmenge muss man ein wenig experimentieren, da verhält sich anscheinend auch jeder Farbton anders, weiß braucht eher mehr Farbe, grau eher weniger.

Der beschenkte Baumfreund hat sich darüber gefreut, merkte aber an, dass man doch oben gleich noch ein Bändchen als Lesezeichen einarbeiten könnte. Recht hat er!

Abdruck Eichenblatt rot

Freitag, 4. Juli 2008

Im Freizeitstress - Textiltag im Museum Europäischer Kulturen

Es gibt Wochenenden, die schaffen mich schon durch den Blick in den Veranstaltungskalender des Stadtmagazins.
Am kommenden Wochenende sind nicht nur die Tage der Stadtnatur, Poesietage, Offene Ateliers in Schöneweide, Kunsthandwerkermarkt in Spandau, Dutzende Stadtteil- und Kiezfeste, Sonntag Kunstmarkt auf der Oberbaumbrücke - nein, der Textiltag im Museum europäischer Kulturen in Dahlem taucht in der Übersicht gar nicht auf. Die Übersicht der Teilnehmerinnen liest sich sehr viel versprechend. Und ich muss für eine kleine Party am Sonntag einkaufen, Kuchen backen, Pilze einlegen und die Wohnung entstauben... Oder morgen ganz ganz früh aufstehen. Mal sehen.

Ein Wochenende im Labyrinth: Die Textile Art 2008



Die Textile Art 2008 am 21./22. Juni war ein so anregendes Erlebnis, dass ich meine Eindrücke zwar auf etlichen Notizbuchseiten notiert, aber noch nicht annähernd geordnet habe. Buchstäblich hinter jeder Ecke etwas Neues - die Carl-von-Ossietzky-Oberschule ist beim ersten Besuch derart unübersichtlich, dass der Ausstellungsbesuch einer Schatzsuche glich. Diese überraschende Schatzsuche hat sicherlich für jede Besucherin etwas anderes zutage gefördert, daher nur knapp meine persönliche Hitliste der Schätze:

1. Die dreidimensionalen textilen Objekte
Aus naheliegenden Gründen hatte es mir das genähte Tortenbuffet von Petra Darimont besonders angetan.
Aus der Ausstellung "Textile Welten" von Studierenden der UdK entzückte mich die schön morbide Installation "Morgue" von Kathrin Schulz, die nicht nur ein zerschossenes Häschen und ein ausgesetztes Hündchen mit Karteikarten-Steckbrief (inklusive Todeszeitpunkt und -art) vorstellte, sondern auch eine fachgerecht zerlegte Filzratte auf blauen Samt bettete und vielfüßige (-armige?) bunte Wurmwesen als Präparate in Gläser sperrte.

2. Das Patchwork
Mein Patchworkphase ist ja eigentlich schon eine Weile vorbei, aber die mitreißende Art, mit der Brigitte Morgenroth über ihre Quilts spricht, könnte dazu führen, dass ich im kommenden Winter wenigstens das Angefangene wieder hervorhole. Brigitte Morgenroth lässt sich beim Handquilten von ihrem Mann vorlesen - vielleicht würde mein Liebster das auch machen?
Ideen für Neues lieferten die Patchworkdecken aus ungewöhnlichen Materialien und Farbharmonien von Filiz Yüreklik und die fantastische Wollquiltausstellung, die von Edda Gehrmann kuratiert wurde. Ein paar Wollstoffreste habe ich ja schon gesammelt, habe tapfer widerstanden, am Wollquilt-Stand weitere (sehr sehr günstige!) Reste zu erwerben und Ideen, wie unterschiedliche Karomuster gut harmonieren könnten, habe ich jetzt auch. Das dazugehörige Buch wäre allerdings bei einem anderen Verlag besser aufgehoben gewesen, der einen professionellen Buchsatz verwendet und gute Fotos machen lässt - dann hätte ich es auch gekauft.

3. Perlen, Perlen, Perlen
Für mich ziemliches Neuland, denn mit Perlenstickereien und -fädeleien (wie die Indianer!) habe ich mich zuletzt als Kind ernsthaft beschäftigt.
Größte Entdeckung: Die Perlenkugeln, die ich vor zwei, drei Jahren schon mal bei einer Kunsthandwerkausstellung im Leipziger Grassimuseum bewundert hatte, werden gehäkelt! Für andere wahrscheinlich ein alter Hut, für mich ganz was neues und eine Webseite zum Thema gibt es natürlich auch. Mir schwant, da lauert ein neues Hobby am Horizont.

4. Der Strandliegestuhl-Haarschmuck von Ilona Krieg und das Kravattenkleid einer Besucherin am Sonntag.

Meine persönliche schade-Liste enthält nur zwei Punkte:
1. Das "Show-and-tell" am Sonntag fand mangels Anmeldungen nicht statt - schade, denn unter einer Textilkunstmesse verstehe ich nicht nur eine Verkaufsmesse, sondern auch den persönlichen Austausch. Den gab es zwar so auch, aber angesichts der Bekleidung (das Kravattenkleid!) und vor allem der Taschen einiger Besucherinnen nehme ich doch an, dass einige etwas zu erzählen und zu zeigen gehabt hätten.

2. Ich hatte keinen Workshop belegt - sehr schade, wenn ich bei Ute sehe, was dabei herauskommen kann - und dazu noch selber schuld. Das merke ich mir auf jeden Fall für nächstes Jahr vor.

Dienstag, 1. Juli 2008

Die Ernte der Fußball-EM

Häkelnetz Erdbeerform geschlossen














Keine EM heißt: Endlich wieder Zeit für andere Dinge. Bei einem der langweiligeren Spiele habe ich angefangen, Bärbels Erdbeer-Netz zu häkeln. Die Mitseher in der Kneipe fanden das Häkeln sicherlich etwas absonderlich und ahnten glücklicherweise nichts von dem kitschigen Endergebnis.

Das Garn ist Baumwolle Classic von Schewe, 50g rot (Farbe 0016) und 100g hellgrün (Farbe 0075). Anders als in Bärbels Anleitung habe ich die Henkel und die obere Kante noch mit einer Reihe fester Maschen in hellgrün umhäkelt. Mein erstes gehäkeltes Teil seit (schätzungsweise) 1986! Als Strickerin musste ich mich in die Technik erstmal wieder einfinden und kapieren, dass man beim Häkeln nicht starr an irgendwelche Maschenreihen gebunden ist. Und das Aufribbeln geht viel schneller als beim Stricken. Jetzt bin ich sozusagen warmgehäkelt und bereit für weitere Taten - zum Beispiel: Häkelschriften verstehen lernen. Als hilfreich erwies sich bisher ein altes Häkellehrbuch - da gibt es neben der Häkelschrift jeweils mehrere Bilder und eine versprachlichte Anleitung, mehrkanalig sozusagen.

Häkelnetz Erdbeerform offen

Montag, 16. Juni 2008

Weil ich ein Mädchen bin...

Frau Tulpe Fahrradständer


















Wie mein Bekannter D. es einmal unnachahmlich formulierte, gehen Frauen ja nicht unbedingt einkaufen, sondern sie suchen bestimmte Läden auf, um die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, schauen hier, stöbern da, und verlassen das Geschäft gefühlte Stunden später, womöglich ohne etwas zu kaufen. Frau Tulpe in der Veteranenstraße ist das Stoffgeschäft unter diesen Mädchenläden, was bedeutet, dass man eine Nicht-Mädchen-Begleitung eventuell in einem der zahlreich vorhandenen Cafés in der Nähe parken sollte.

Dann aber steht dem ausführlichen Stöbern nichts mehr im Wege. Zunächst gilt es, die feine Stoffauswahl zu betrachten und zu befühlen. Bei Frau Tulpe gibt es genau die Stoffe, die ich im Knopfloch oder auch im Kaufhaus vermisse: Hochwertige dünne Baumwollstoffe mit schönen Mustern, meistens in der Qualität von dünnem Baumwollbatist, einige auch etwas kräftiger. Außerdem dickere, gröber gewebte Stoffe für Taschen oder Kissen meistens mit Retromustern, einfarbige Jerseys in schönen Farben, etwas Jeans, Vichykaro, Punkte, buntes Wachstuch, im Winter Wollwalk und Wollstoffe. Bei meinem letzten Besuch habe ich auch Frottee und interessantes Kunstleder gesehen. Die Preise sind für die Qualität absolut angemessen, was aber bedeutet, dass sie für den Kauf auf Verdacht ("Ich nehm dann mal drei Meter mit...") doch ein wenig zu teuer sind. Die Entscheidung was und wieviel kann sich also ganz schön in die Länge ziehen.

Frau Tulpe InnenraumBorten und Bänder hängen hier von der Decke

Um die Entscheidung reifen zu lassen, durchkrame ich dann erstmal die weiteren Angebote des Ladens, zum Beispiel die genähten Kleinigkeiten (Einkaufsbeutel, Duftkissen, Kosmetiktäschchen), die Bänder, Knöpfe, Aufnäher, Taschengriffe und -verschlüsse und sonstigen Schnickschnack. Die Kurzwaren gibt es so zwar auch woanders, in der schönen Zusammenstellung von Farben und Mustern sieht das aber gleich nochmal ganz anders aus, und die Präsentation ist es ja auch zum großen Teil, die einen guten Mädchenladen ausmacht. Neuerdings gibt es auch einige Schnitte der dänischen Firma Onion mit deutscher Vokabelliste, die vielversprechend aussehen und perfekt zu den Tulpe-Stoffen passen.

Die Ladenbesatzung sitzt manchmal im hinteren Teil des Raums an der Nähmaschine und lässt einen gerne stöbern, gibt aber auch Nähtipps und hilft bei der Entscheidungsfindung. Falls größere Wissenslücken auftauchen, kann man an Nähkursen teilnehmen. Das Du gehört hier übrigens zum Programm, aber es handelt sich ja, wie schon mehrmals erwähnt, um einen Mädchenladen. Letztens habe ich Frau Tulpe mit etwas bunt Gemustertem verlassen - ganz entgegen meiner sonstigen Vorliebe für Schwarz und ich hoffe, mir daraus vor Ablauf des Sommers noch ein mädchenhaftes Sommerkleid zu nähen.

Frau Tulpe
Veteranenstraße 19
10119 Berlin
www.frautulpe.de

Öffnungszeiten Mo-Fr 10-20.00, Sa 12-18.00
Haltestelle: Rosenthaler Platz (U8)