Montag, 5. September 2011
Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 35
1. Herbst-Nähkränzchen in Mini-Besetzung: drei Nähmaschinen und eine Overlock
2. Am vermutlich heißesten Tag des Jahres Wollstoff vernäht, aber es hieß ja Herbst-Nähkränzchen
3. Auf dem Markt sind die Winterstoffe da!
...und sonst?
Selbstgebacken: Am Bedarf vorbei - auf der Party am Samstag (Brownies) waren nur 30 Leute, nicht 50, und jemand anderes hatte die gleiche Idee wie ich. Beim Nähkränzchen (Suschnas Explosionsbrot) nur drei Näherinnen, nicht fünf oder sechs, und ich bin mit mehr Gebackenem (Kuchen von Melleni) nach Haus gegangen, als ich mitgebracht hatte. Nächste Woche back' ich nix.
Sonntag, 4. September 2011
Neues Leben für alte Kleider im August (und ein Ex-Drahtpullover)
Ein spätes Willkommen zu aus alt mach anders im August - nach diesem seltsamen Sommer wirft der Herbst seine Schatten voraus, und da man ja in letzter Zeit nie so richtig wusste, wo man sich jahreszeitentechnisch befindet, haben wir dazu passend sowohl Schals, als auch Sommerkleider im Angebot. Was gerade besser passt, muss man ja im Moment von Tag zu Tag entscheiden.
Frau Siebensachen gehört zur Sommerfraktion: aus einem Vorhangfutterstoff entstand ein tolles luftiges Sommerkleid, das später noch gefärbt wurde, und aus alten Jeans Täschchen für das Opinelmesser.
Wenn es aber nun tatsächlich Herbst wird und ihr eure Pullover sortiert: die löchrigen nicht wegwerfen! Siebensachen-zum-Selbermachen zeigt, wie man mit Hilfe von ein paar Knöpfen und der Waschmaschine einen geradezu avantgardistisch anmutenden Schal filzt. Einen fleckigen Rock hat sie auch noch gerettet - mit einer Applikation, denn die müssen durchaus nicht immer bunt sein.
Apropos Rock: alte Jeans aufzutrennen und in einen Rock zu verwandeln ist ja ein Klassiker der Wiederverwertung (und manchmal kann man sogar Jeansröcke kaufen, die nur so aussehen, als wären sie aus einer Jeans gemacht worden...) - hier bei Kawi sieht man nochmal, wie das aussehen kann, und da sie von einer "ungeliebten Hose" schreibt: das lohnt sich richtig bei Jeans, die nicht richtig passen und deshalb unbequem sind.
Danyeela kann ja aus nahezu allem etwas machen, den Eindruck habe ich zumindest immer, wenn ich ihr Blog lese. Diesmal ist es ein Farblumpen - ein Stück Stoff mit Farbklecksen, das als Unterlage beim Malen diente. Nun schaut euch an, was für eine Umhängetasche daraus geworden ist - der Taschenverschluss ist auch recycelt.
Um Taschen ging es auch bei der Perlendiva: aus einem alten T-Shirt wurde ein sehr praktischer Einkaufsbeutel - gut für T-Shirts, bei denen wie meistens zuerst das Halsbündchen durchgescheuert ist.
Bei meinem - lächerlich einfachen - Augustprojekt kam der erste Schal der Saison heraus. An einem heißen Tag wie heute natürlich völlig deplaziert, aber zwischenzeitlich war ja schon Schalwetter, und wer weiß schon, wie es morgen ist.
Eine Pullover in einen Loopschal zu verwandeln ist simpel, im einfachsten Fall braucht man nur eine Schere und einen dünnen Pullover, eventuell noch Jersey zum Füttern. Ich verwendete ein Teil aus dem Klamottentauschladen, das ich wegen des interessanten Materials mitgenommen hatte: 60% Viskose, 40% Kupfer. Wie man sieht ist der Pullover blöd geschnitten - breiter als lang -, hat einen ewig tiefen Ausschnitt, das Material ist leicht transparent, zieht leicht Fäden und fasst sich drahtig an. Als Pullover eine Fehlbesetzung, aber: der Kupferanteil glänzt sehr edel (was auf Fotos leider nicht so gut herauskommt) und das Gestrick lässt sich interessant in Falten knautschen.
Ideal also für einen Schal mit vor allem dekorativer Funktion. Ich schnitt den Pullover unter den Armen durch, nähte einen Schlauch aus blaugrünem Jersey in gleicher Größe und fütterte den Pulloverschlauch damit. Wenn man einen Pullover aus nicht-kratzigem Material verwurstet, kann man sich das Füttern sparen: Pullover durchschneiden, Bündchen abschneiden, den Schlauch einmal beherzt in die Breite ziehen - die Schnittkanten rollen sich ein - als Schal tragen und der Herbst kann kommen.
Das nächste Mal neues Leben für alte Kleider am 2. Oktober - die bisherigen Monate sind alle hier am Ende des Artikels verlinkt.
Frau Siebensachen gehört zur Sommerfraktion: aus einem Vorhangfutterstoff entstand ein tolles luftiges Sommerkleid, das später noch gefärbt wurde, und aus alten Jeans Täschchen für das Opinelmesser.
Wenn es aber nun tatsächlich Herbst wird und ihr eure Pullover sortiert: die löchrigen nicht wegwerfen! Siebensachen-zum-Selbermachen zeigt, wie man mit Hilfe von ein paar Knöpfen und der Waschmaschine einen geradezu avantgardistisch anmutenden Schal filzt. Einen fleckigen Rock hat sie auch noch gerettet - mit einer Applikation, denn die müssen durchaus nicht immer bunt sein.
Apropos Rock: alte Jeans aufzutrennen und in einen Rock zu verwandeln ist ja ein Klassiker der Wiederverwertung (und manchmal kann man sogar Jeansröcke kaufen, die nur so aussehen, als wären sie aus einer Jeans gemacht worden...) - hier bei Kawi sieht man nochmal, wie das aussehen kann, und da sie von einer "ungeliebten Hose" schreibt: das lohnt sich richtig bei Jeans, die nicht richtig passen und deshalb unbequem sind.
Danyeela kann ja aus nahezu allem etwas machen, den Eindruck habe ich zumindest immer, wenn ich ihr Blog lese. Diesmal ist es ein Farblumpen - ein Stück Stoff mit Farbklecksen, das als Unterlage beim Malen diente. Nun schaut euch an, was für eine Umhängetasche daraus geworden ist - der Taschenverschluss ist auch recycelt.
Um Taschen ging es auch bei der Perlendiva: aus einem alten T-Shirt wurde ein sehr praktischer Einkaufsbeutel - gut für T-Shirts, bei denen wie meistens zuerst das Halsbündchen durchgescheuert ist.
Bei meinem - lächerlich einfachen - Augustprojekt kam der erste Schal der Saison heraus. An einem heißen Tag wie heute natürlich völlig deplaziert, aber zwischenzeitlich war ja schon Schalwetter, und wer weiß schon, wie es morgen ist.
Eine Pullover in einen Loopschal zu verwandeln ist simpel, im einfachsten Fall braucht man nur eine Schere und einen dünnen Pullover, eventuell noch Jersey zum Füttern. Ich verwendete ein Teil aus dem Klamottentauschladen, das ich wegen des interessanten Materials mitgenommen hatte: 60% Viskose, 40% Kupfer. Wie man sieht ist der Pullover blöd geschnitten - breiter als lang -, hat einen ewig tiefen Ausschnitt, das Material ist leicht transparent, zieht leicht Fäden und fasst sich drahtig an. Als Pullover eine Fehlbesetzung, aber: der Kupferanteil glänzt sehr edel (was auf Fotos leider nicht so gut herauskommt) und das Gestrick lässt sich interessant in Falten knautschen.
Ideal also für einen Schal mit vor allem dekorativer Funktion. Ich schnitt den Pullover unter den Armen durch, nähte einen Schlauch aus blaugrünem Jersey in gleicher Größe und fütterte den Pulloverschlauch damit. Wenn man einen Pullover aus nicht-kratzigem Material verwurstet, kann man sich das Füttern sparen: Pullover durchschneiden, Bündchen abschneiden, den Schlauch einmal beherzt in die Breite ziehen - die Schnittkanten rollen sich ein - als Schal tragen und der Herbst kann kommen.
Das nächste Mal neues Leben für alte Kleider am 2. Oktober - die bisherigen Monate sind alle hier am Ende des Artikels verlinkt.
Mittwoch, 31. August 2011
Ich näh' mir einen Topf Erbsensuppe
Von links nach rechts: grüne Erbsen, gelbe Erbsen, Sellerie, zerkochte Möhren, getrockneter Majoran, Würstchen – ganz klar: Erbsensuppe.
Die Stoffe stammen aus dem Kona Cotton Charm pack, das wir in der Quiltgruppe für unser kleines gemeinsames Projekt verwenden: Jede hat so ein Paket, 44 Quadrate, 44 verschiedene Farben, und näht daraus einen kleinen Quilt oder etwas anderes patchworkiges, zwei andere Unistoffe nach Wunsch dürfen dazu genommen werden.
Die Farbauswahl des Charm packs namens „Dusty“, den wir uns aufgrund der Farbübersicht auf der Kona-Webseite etwas anders vorgestellt hatten, erinnert in natura ein wenig an Rentnergarderobe, das war ja meine erste Assoziation.
Subtrahiert man dies, die Erbsensuppe und andere Eintöpfe, sieht der Rest aber gar nicht mehr so schlecht aus:
Schon besser, aber trotzdem nicht einfach. Normalerweise nähe ich Patchwork nicht aus neuen, dezidiert für Patchwork vorgesehenen Materialien, jedenfalls nicht nur. Mich irritieren an den Stoffen genau die Eigenschaften, wegen denen sie vermutlich von Quilterinnen gekauft werden: Sie haben keinerlei Glanz, die Fäden sind absolut gleichmäßig gefärbt, das Gewebe hat keine irgendwie besondere Struktur. Sie sind perfekt, und sie sind, bis auf die Farben, eigenschaftslos – und das bin ich überhaupt nicht gewohnt. Stoffe müssen sprechen, ihren Charakter in das Gesamtwerk einbringen, sie haben doch eine Seele! Diese hier wirken wie frisch geschlüpfte Klonküken.
Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Die Stoffe ganz oben sagen ja immerhin laut und vernehmlich „wir sind Erbsensuppe!“ (und ich glaube Linsensupe und Soljanka sind auch im Paket). Aber ich frage euch – ist das normal? Hat schon mal jemand von Stoffen gehört, die freiwillig Erbsensuppe sein wollten? Also ich nicht. Und ich frage mich, was die in der Kona-Cotton-Fabrik mit den Stoffen machen, dass einige so verwirrt und traumatisiert herauskommen. Artgerechte Haltung, Auslauf, Tee und Kekse, Unterhaltung? Wohl kaum.
Also, was das wird, wird äußerst spannend - Eintöpfe wollte ich eigentlich nicht nähen (sie würde sich z. B. als Kissen auch zu schlecht von meinem gulaschsuppenfarbenen Sofa abheben).
Montag, 29. August 2011
Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 34
1. Stoffschnipselorganisation, andere sagen Patchwork - zwei Kissenbezüge sind Sonntag früh fertig geworden. Fotos und die Einzelheiten gibts bald.
2. Huch, hatten wir das wirklich bestellt? In der Quiltgruppe machen wir ein kleines gemeinsames Projekt: Jeder verarbeitet so ein charm pack mit 44 einfarbigen Stoffquadraten, nach Wunsch mit zwei weiteren Unistoffen. Die Stoffe der Farbrichtung "dusty" erinnern mich allerdings an eine Rentnergarderobe vom Allerfeinsten - ihr wisst schon, braunbeige Schuhe, rehbraune Hose, graubeige Weste mit 1000 Taschen, lindgünes Hemd oder altrosa Bluse... Worauf hab ich mich da bloß eingelassen?
3. Drei Augen! Eine Mutation! (in der Liegnitzer Straße, Kreuzberg)
Und sonst?
Selbstgebacken: Zitronenkuchen - gleich ein ganzes Blech, um die Hälfte zum Quilttreffen mitzunehmen. Auf dem Weg zum Bus wunderte ich mich schon über meine leichte Tasche - aber der Bürobesatzung hat er heute auch geschmeckt.
Selbermacher geklickt: Die Bilder der vielen wunderschönen Quilts vom Treffen gestern sind nun in der flickr-Gruppe bzw. eine Auswahl davon im Blog der Berlin modern quilt guild.
Montag, 22. August 2011
Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 33
1. Selbstgebacken: Pflaumenkuchen mit Rührteig und Streuseln, dabei am Samstag auf dem Balkon die letzten Stiche am Kleid gemacht: es ist fertig!
2. Selbstgenäht: Patchwork angefangen - wird es wohl "schön bunt" oder "zu bunt"?
3. Selbermach-Idee: Kissen, gefunden bei Lambert im Stilwerk: das Motiv wird in einzelne, mehr oder weniger hervortretende Punkte aufgelöst. Der Kissenbezug ist gewebt, die Punkte aus einem flauschigen Flor - das Prinzip könnte man in Stickerei übertragen (Knötchenstiche), und es muss ja nicht schwarz-grau sein.
Selbermacher geklickt: Savage Beauty, die Alexander-McQueen-Ausstellung im Metropolitan Museum.
Donnerstag, 18. August 2011
Textiles in Lychen: Die Handweberei Uckerlein
Zu den schönsten Momenten beim Verreisen gehört für mich immer, wenn ich überraschenderweise interessante Textilien entdecke – sei es ein schöner Stoffladen, ein Museum oder eine Werkstatt.
Anfang Juli in der Uckermark war das nicht anders: In einem Haus in Hauptstraße in Lychen waren mir gleich am ersten Tag Gardinen aufgefallen, offenbar handgewebt, mit durchbrochenen Mustern, in jedem Fenster ein anderes. Auf die Quelle dieser ungewöhnlichen Leinenstoffe stieß ich dann einen Tag später, nämlich auf die Ladenwerkstatt der Handweberei Uckerlein. Der kleine Laden, in dessen Hinterzimmer zwei Webstühle stehen, verkauft nicht nur Gewebtes aus wie Kissenbezüge, Taschen, Tischdecken und Schals, sondern auch Bilder einer ortsansässigen Künstlerin (deren Namen ich mir leider nicht notiert habe) und Kleider von Leibeigen aus Neustrelitz.
Ein Ständer mit wunderbaren weichen Kaschmir-Seidenschals aus Nepal passte auf den ersten Blick nicht ins Bild, erklärt sich aber, wenn man mit der freundlichen Weberin ins Gespräch kommt und erfährt, dass sie im vergangenen Winter mehrere Monate in Nepal verbrachte, um für den Verein Nepra e. V. eine Weberei zu beraten und mit modernen, in Deutschland verkäuflichen Designs zu versorgen. Die Schals, einfarbig oder mit jacquardähnlichen eingewebten Mustern, stellt eine Werkstatt in der Nähe von Kathmandu her, die ehemalige Leprakranke zu fairen Bedingungen beschäftigt. Eine gute, langfristig angelegte Hilfe also, und umso erfolgreicher, je besser sich die Produkte auch tatsächlich in Deutschland verkaufen lassen. Wenn euch in Eine-Welt-Läden nun also schöne gewebte Schals in knackigen Farben und mit modernen Mustern auffallen - die Ursache dafür lebt und webt in der Uckermark.
Verkaufsatelier Handweberei Uckerlein
Fürstenberger Straße 19
17279 Lychen
geöffnet Mai bis September Mi-Fr 14-18.00 Uhr, Sa 10-13.00 Uhr
Da Essen gehen in Brandenburg nicht erst seit Rainald Grebe als etwas problematisch erscheint, noch zwei Tipps für Lychen: Im Hofcafe im Haus Vogelgesang ein paar Schritte von der Weberei kann man in einem schönen begrünten Innenhof (siehe Foto) sitzen und ganz ausgezeichneten selbstgebackenen Kuchen oder eine Suppe essen. Der Kaffee schmeckte mir im Gasthof am Stadttor in der Stargarder Straße einen Tick besser, und auch das Essen dort, z. B. Fisch und Wild aus den Seen und Wäldern um Lychen kann ich empfehlen.
P. S. Und da gerade fast noch Ferienzeit ist: Habt ihr schon die Sewvenirs-Aktion von Miss Margerite gesehen? Wenn ihr im Urlaub schöne Stoff- und Handarbeitsgeschäfte findet, schreibt darüber und verlinkt euren Beitrag in der Liste.
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