Dienstag, 3. Mai 2011
Blüten mit Oma-Power
Häkeln war die einzige Freizeitbeschäftigung, die sich meine Oma zugestand. Obwohl ich früher ein wenig unter ihren selbstgemachten Geschenken litt (ich sage nur: Häkelpullover, Häkelmützen, Häkelschals), besitze ich doch noch einen ganzen Stapel kunstvoll umhäkelter Taschentücher von ihr. Eine richtige Verwendung dafür habe ich nicht – aber Zerschneiden und Patchwork daraus nähen käme auf keinen Fall in Frage. Für dekorative Taschentuchrosetten ist Schneiden glücklicherweise nicht nötig, nur etwas Nähen, Falten und ein besonderes Stoffstückchen für die Mitte, das in einem Taschentuchrahmen präsentiert wird.
Ich verstehe die Taschentuchblüte als Hommage an alle Omas, die mit ihrer Deckchenhäkelei der heutigen DIY-Bewegung den Boden bereitet haben. Danke, Oma! Und Dank auch an Ellen, die den heutigen Kreativtag organisiert hat – alle Beiträge findet man hier in ihrem Blog.
Material:
ein gut gebügeltes Taschentuch mit Häkelspitze von Oma (oder vom Flohmarkt)
ein Stoffquadrat, Seitenlänge 8cm, zum Beispiel mit einer kleinen Stickerei
Nadel und Faden
Stecknadeln
Bügeleisen
evtl. Knöpfe, Perlen zum Verzieren der Mitte
evtl. eine Broschennadel, einen Haarspangenrohling oder Haarreif
Taschentuch und Stoffquadrat Mitte auf Mitte glatt auslegen.
Alle vier Ecken zur Mitte falten und mit ein, zwei Stecknadeln fixieren, die Falze bügeln. Die Stoffecken des Taschentuchs sollen zusammentreffen, die Häkelkanten überlappen.
Die Ecken ein zweites Mal zur Mitte falten, feststecken, bügeln.
Das Gebilde umdrehen und auf der Rückseite die Ecken des Quadrats zur Mitte falten, gut feststecken und bügeln – und das ganze noch ein zweites Mal, dabei wird das Gefaltete schon ziemlich knubbelig, und die Ecken müssen hierbei nicht ganz bis zur Mitte gefaltet werden.
Die Ecken mit ein paar Stichen auf der Rückseite festnähen – dabei aufpassen, dass nur die ersten Schichten bis zum bunten Stoffquadrat erfasst werden, sonst lässt sich die Blüte nicht mehr öffnen.
Und zuletzt: die Stecknadeln auf der Vorderseite entfernen und die Taschentuchecken wie Blütenblätter auseinanderziehen. Voilà, eine Blüte! Die Mitte kann mit einem Knopf, Perlen oder Stickerei weiter verziert werden, auf der Rückseite kann man eine Broschennadel oder eine Haarspange anbringen – oder natürlich die Taschentuchrosette direkt z. B. auf eine Tasche nähen.
Sonntag, 1. Mai 2011
Neues Leben für alte Kleider im April - und ein Ex-(Braun)hemd
Willkommen im Mai zu einer neuen Ideensammlung: Aufhübschen, Umschneidern, Dekonstruieren, Wieder- und Andersverwerten. Man merkt, es wird wärmer, und die verwendeten Materialien werden dünner. Und apropos Materialien: Wenn ich die "Neues Leben"-Posts bis jetzt rekapituliere, dann waren Pullover bisher das heimliche Thema - in jedem Pullovermonstrum steckt anscheinend eine hübsche kleine Strickjacke, die durch Nähkunst hervorgelockt werden kann. Beweis im April: Poet/Seamstress Stories' feiner schwarzer Riesenpullover war in Wirklichkeit eine verzauberte Strickjacke mit gerüschter Verschlussleiste.
Das heimliche Thema im April hingegen waren Kissenbezüge:
Teresa/Rose und Lavendel hat nicht nur eine weitere Stoffgeschichte aus ihrer Nähkarriere parat, das alte Dirndl für ihre Tochter ist inzwischen umgearbeitet, und aus einem Siebziger-Jahre-Kissenbezug wurde eine Einkaufstasche, deren Muster heute wieder ganz modern wirkt.
Sanne/Sannenäht trieb einen ziemlich schrägen Souvenir-Kissenbezug auf und sah ebenfalls eine Tasche darin - mit einem Gürtel als Träger. In Münster scheint es überhaupt beneidenswerte Trödelläden und -Märkte zu geben, denn Sanne findet oft interessante alte Kleider und ändert sie für sich um - zurückblättern im Blog lohnt sich.
Frau Siebensachen entdeckt in Bett- und Kissenbezügen Röcke: Schon im letzten Juni und jetzt wieder - nur die Nähzauberei braucht noch etwas Zeit.
Karina/Was Kawi so macht war auf der gleichen Spur: ein 70er-Jahre-Kissenbezug vom Flohmarkt wurde zu einem Sommerrock und die Lebensdauer von Kindersachen lässt sich mit einfachen Maßnahmen verlängern.
Heike/Schneiderprospekt erweckte eine Puppenwiege zu neuem Leben - ob der Stoff auch schon ein anderes Leben vor sich hatte, weiß ich nicht, aber niedlich ist es auf jeden Fall.
Die Tagpflückerin nähte aus Papas Jeans und Mamas Karobluse eine Kinderhose, die überhaupt nicht gestückelt aussieht.
Danyeelas Frühlingsschal mit Hemdkragen ist zwar streng genommen kein Refashionprojekt - sie nähte den Kragen neu nach einem Blusenschnittmuster - aber die Idee lässt sich natürlich genauso gut mit einem alten Oberhemd verwirklichen, sofern der Kragen noch heil ist. Sehenswert und voller Refashion-Ideen auch die Webseite von artpoint, von denen die Idee ursprünglich stammt. Und, weil es thamtisch gerade so gut passt: Katja/Ofdreamsandseams zeigte am Mittwoch ihr me-made-Outfit und zwar einen Krawattenrock.
Suschnas Kimonoseidenschal stellt nun auch gleich eine wunderbare Verbindung und Überleitung her: er lässt sich bestimmt auch als Frühlingsschal tragen - und andererseits dient er der Pazifierung eines Mantels. Was Blumen doch bewirken können!
(Das nächste Mal Neues Leben für alte Kleider am 5. Juni.)
Mein Refashion-Projekt hatte in gewisser Weise ebenfalls mit Resozialisierung zu tun, wobei Refashion an sich ja sowieso als eine Art Resozialisierung für Kleider betrachtet werden kann: nur dass es hier ausschließlich um Äußerlichkeiten geht, nicht um das Bewusstsein.
Ausgangspunkt war ein kaum getragenes Hemd, dessen Farbe mit „milchkaffeebraun“ noch am freundlichsten beschrieben ist. Ein Geschenk der Oma des Liebsten, die – wie wohl die meisten Omas – ihrem Enkel immer noch gerne Sachen mitbringt, von denen sie denkt, dass sie nützlich seien. Mal sind es Frühstücksbrettchen, mal sind es eben Hemden. Und was soll ein lieber Enkel antworten, wenn die Oma, damals schon weit über 70 und sehr schlecht zu Fuß, ihn freudestrahlend - „Ich hab‘ dir ein paar schöne Hemden mitgebracht!“ - mit einem braunen Hemd in Größe XL überrascht? "Kannst du das umtauschen?" sicher nicht. Und das Größenargument zieht nicht, weil Oma immer etwas größer kauft, weil ja die Sachen in der ersten Wäsche „bestimmt noch eingehen“.
Das Hemd war also zu groß, es war braun, es war aus einer Polyester-Viskose-Mischung – Eigenschaften, die es zehn Jahre lang zu einem Leben in der hintersten Ecke des Kleiderschrankes verdammten. Meine erste Idee, eine Bluse mit türkisblauen Akzenten, verwarf ich schon beim Auftrennen: dem ziemlich dicken und dabei völlig knitterfreien Stoff war vorherbestimmt, ein Rock zu werden. Und als mir ein beigegrauer Baumwoll-Viskose-Satin in die Hände fiel, den ich letztes Jahr ohne besondere Absicht auf dem Markt gekauft hatte, glaubte ich an die Vorsehung: Gleiche Farbe, nur einen Ton heller, die beiden waren füreinander bestimmt. Und für den Schnitt des „Skyline Skirt“ aus twinkle sews, der zwei aufeinander abgestimmte Rockstoffe verlangt – Eva/Atelier Schmuckstück hatte ihn letztes Jahr in Schwarz mit Karo genäht.
Im Prinzip handelt es sich um einen ausgestellten Acht-Bahnen-Rock, wobei die Bahnen auf Hüfthöhe diagonal geteilt sind. Neben den zwei Teilen für die Rockbahnen gibt es noch ein Schnitteil für den Futterrock, das gleiche für Vorder- und Rückenteil – that‘s it. Diesmal nur 18 Seiten auszudrucken und zusammenzukleben, kein Vergleich zum Annie-Hall-Rock aus dem selben Buch. Fast wäre ich des Lobes voll, wären nicht die Rockteile im Ausdruck so angelegt, dass eines mit der Schrift nach oben und das andere mit der Schrift nach unten auf den Stoff gelegt werden muss, damit es später zusammenpasst – siehe Suchbild. Eine böse Falle, in die ich - natürlich - getappt bin. Glücklicherweise sieht der Hemdenstoff auf Vorder- und Rückseite gleich aus.
Von dieser Hürde abgesehen ist der Rock aber leicht zu nähen und durch die vielen Nähte leicht anzupassen, die obere Kante wird einfach mit dem Futter verstürzt. Und als Rock sieht das undefinierbare Milchkaffeebraugrau richtig gut aus – vor allem gibt es wohl keine Farbe, die nicht dazu passen würde.
Hier noch die harten Fakten zum Rock
Schnitt: Skyline Skirt aus twinkle sews – Vorsicht, einer der Rockteile muss beim Zuschnitt spiegelverkehrt aufgelegt werden!
Größe 8, Hüftweite ca. 98cm, Länge ca. 58cm
Material: Oberer Teil Mischung aus Polyester/Viskose, (Hemd) unterer Teil Satin, wahrscheinlich Baumwolle/Viskose, Viskosefutter, in der oberen Rockkante ein mitgefasstes Band zur Verstärkung
Das heimliche Thema im April hingegen waren Kissenbezüge:
Teresa/Rose und Lavendel hat nicht nur eine weitere Stoffgeschichte aus ihrer Nähkarriere parat, das alte Dirndl für ihre Tochter ist inzwischen umgearbeitet, und aus einem Siebziger-Jahre-Kissenbezug wurde eine Einkaufstasche, deren Muster heute wieder ganz modern wirkt.
Sanne/Sannenäht trieb einen ziemlich schrägen Souvenir-Kissenbezug auf und sah ebenfalls eine Tasche darin - mit einem Gürtel als Träger. In Münster scheint es überhaupt beneidenswerte Trödelläden und -Märkte zu geben, denn Sanne findet oft interessante alte Kleider und ändert sie für sich um - zurückblättern im Blog lohnt sich.
Frau Siebensachen entdeckt in Bett- und Kissenbezügen Röcke: Schon im letzten Juni und jetzt wieder - nur die Nähzauberei braucht noch etwas Zeit.
Karina/Was Kawi so macht war auf der gleichen Spur: ein 70er-Jahre-Kissenbezug vom Flohmarkt wurde zu einem Sommerrock und die Lebensdauer von Kindersachen lässt sich mit einfachen Maßnahmen verlängern.
Heike/Schneiderprospekt erweckte eine Puppenwiege zu neuem Leben - ob der Stoff auch schon ein anderes Leben vor sich hatte, weiß ich nicht, aber niedlich ist es auf jeden Fall.
Die Tagpflückerin nähte aus Papas Jeans und Mamas Karobluse eine Kinderhose, die überhaupt nicht gestückelt aussieht.
Danyeelas Frühlingsschal mit Hemdkragen ist zwar streng genommen kein Refashionprojekt - sie nähte den Kragen neu nach einem Blusenschnittmuster - aber die Idee lässt sich natürlich genauso gut mit einem alten Oberhemd verwirklichen, sofern der Kragen noch heil ist. Sehenswert und voller Refashion-Ideen auch die Webseite von artpoint, von denen die Idee ursprünglich stammt. Und, weil es thamtisch gerade so gut passt: Katja/Ofdreamsandseams zeigte am Mittwoch ihr me-made-Outfit und zwar einen Krawattenrock.
Suschnas Kimonoseidenschal stellt nun auch gleich eine wunderbare Verbindung und Überleitung her: er lässt sich bestimmt auch als Frühlingsschal tragen - und andererseits dient er der Pazifierung eines Mantels. Was Blumen doch bewirken können!
(Das nächste Mal Neues Leben für alte Kleider am 5. Juni.)
Mein Refashion-Projekt hatte in gewisser Weise ebenfalls mit Resozialisierung zu tun, wobei Refashion an sich ja sowieso als eine Art Resozialisierung für Kleider betrachtet werden kann: nur dass es hier ausschließlich um Äußerlichkeiten geht, nicht um das Bewusstsein.
| Problematisches Hemd |
Das Hemd war also zu groß, es war braun, es war aus einer Polyester-Viskose-Mischung – Eigenschaften, die es zehn Jahre lang zu einem Leben in der hintersten Ecke des Kleiderschrankes verdammten. Meine erste Idee, eine Bluse mit türkisblauen Akzenten, verwarf ich schon beim Auftrennen: dem ziemlich dicken und dabei völlig knitterfreien Stoff war vorherbestimmt, ein Rock zu werden. Und als mir ein beigegrauer Baumwoll-Viskose-Satin in die Hände fiel, den ich letztes Jahr ohne besondere Absicht auf dem Markt gekauft hatte, glaubte ich an die Vorsehung: Gleiche Farbe, nur einen Ton heller, die beiden waren füreinander bestimmt. Und für den Schnitt des „Skyline Skirt“ aus twinkle sews, der zwei aufeinander abgestimmte Rockstoffe verlangt – Eva/Atelier Schmuckstück hatte ihn letztes Jahr in Schwarz mit Karo genäht.
Im Prinzip handelt es sich um einen ausgestellten Acht-Bahnen-Rock, wobei die Bahnen auf Hüfthöhe diagonal geteilt sind. Neben den zwei Teilen für die Rockbahnen gibt es noch ein Schnitteil für den Futterrock, das gleiche für Vorder- und Rückenteil – that‘s it. Diesmal nur 18 Seiten auszudrucken und zusammenzukleben, kein Vergleich zum Annie-Hall-Rock aus dem selben Buch. Fast wäre ich des Lobes voll, wären nicht die Rockteile im Ausdruck so angelegt, dass eines mit der Schrift nach oben und das andere mit der Schrift nach unten auf den Stoff gelegt werden muss, damit es später zusammenpasst – siehe Suchbild. Eine böse Falle, in die ich - natürlich - getappt bin. Glücklicherweise sieht der Hemdenstoff auf Vorder- und Rückseite gleich aus.
| Suchbild: was stimmt hier nicht? |
Hier noch die harten Fakten zum Rock
Schnitt: Skyline Skirt aus twinkle sews – Vorsicht, einer der Rockteile muss beim Zuschnitt spiegelverkehrt aufgelegt werden!
Größe 8, Hüftweite ca. 98cm, Länge ca. 58cm
Material: Oberer Teil Mischung aus Polyester/Viskose, (Hemd) unterer Teil Satin, wahrscheinlich Baumwolle/Viskose, Viskosefutter, in der oberen Rockkante ein mitgefasstes Band zur Verstärkung
Donnerstag, 28. April 2011
Die Suche nach dem *Klick*
Ein Schürzenstoff aus den Siebzigern, ein Webstreifen aus den Achtzigern, ein Patchworkstoff mit einem Muster von William Morris – und ein Stempeldruck von KaZe und einer von Floh: Der beglückendste Moment beim Patchwork ist für mich immer der, wenn ich merke, dass die Farben- und Mustermischung für mich jetzt funktioniert, dass – so pathetisch das klingt – das Patchwork selbst mehr ist, als nur die Summe seiner Teile.
| Druck von Floh |
Ich hatte ja eine sehr lange Patchwork-Pause und daher auch seine Faszination selbst ganz vergessen. Außenstehende definieren Patchwork gerne als „Stoffe in kleinere Stücke zerschneiden und dann anders wieder zusammennähen“, also als etwas, das nach völliger Zeitverschwendung riecht. Aber könnte eine Beschäftigung, die nur aus Zeitverschwendung und einer Menge stupider Näharbeit besteht, tatsächlich zum Hobby von Millionen werden?
| Druck von Karen |
Als ich die letzten Tage Stoffe hin- und herschob, um passende Partner für Flohs Moosgummidruck aus dem Druckaustausch zu finden, dann merkte, dass Karens Stempel- und Obstnetzdruck auch dazu passt, und sich die anderen Stoffe nach und nach darum herum gruppierten, da wusste ich wieder, was für mich persönlich den Suchtcharakter des Patchworkens begründet: Die Freude über eine gelungene Kombination, ein befriedigendes „jetzt-passt-es“-Gefühl, ein Klick, vergleichbar mit dem Moment, wenn man bei einem Puzzle das letzte verbliebene Stück in die letzte freie Stelle drückt. Wenn aus vielen kleinen Einzelteilen wieder ein Ganzes entsteht, und aus Unordnung Ordnung. Im wirklichen Leben gibt es dieses Gefühl nur selten – ab und zu erlebe ich es am Schreibtisch, wenn mir auf einmal Zusammenhänge klar werden, die ich vorher nicht kannte (und auch niemand anderer sonst) – aber, wie gesagt, nur in seltenen Momenten. Beim Patchwork stellt sich dieses Gefühl mit viel größerer Sicherheit ein, und wenn mich das Quiltfieber jetzt wieder richtig packen sollte, dann hat das nur einen Grund: Die Suche nach dem Klick-Gefühl. Was ist euer *Klick* beim Quilten oder bei anderen Handarbeiten? Gibts das nur manchmal - oder immer? Oder kennt ihr das gar nicht?
Mittwoch, 27. April 2011
Am Hermannplatz gibt's Beine...
... und andere Körperteile. Die Karstadt-Filiale hat aufgeräumt und verkauft seit gestern Dekorationselemente, die im Haus nicht mehr gebraucht werden, zum Beispiel Schaufensterfiguren, Vitrinen, künstliches Gemüse, Liegestühle, Blumengestecke, jede Menge Schilder und Bilderrahmen, aber auch Aktenordner, einen prähistorischen PC und Postablagekörbchen.
Mit den aktuellen Preisen für Schaufensterpuppen kenne ich mich nicht aus, aber da dort alles-muss-raus-mäßig verramscht wird und zum Beispiel zehn große goldene Sterne für einen Euro zu haben sind, nehme ich an, dass 40 oder 50 Euro für einen Torso genauso günstig ist und das Angebot somit für euch Ladenbesitzerinnen da draußen interessant sein dürfte. Füße und Beine gibt es auch separat, vermutlich aus der Strumpfabteilung. Und einen Haufen Arme, der zu nichts anderem zu passen scheint. Keine Köpfe - aber gut, ich möchte auch nicht unverhofft Leuten mit einem Kopf im Fahrradkorb begegnen.
Außerdem: Alte Werbebanner - diese großen, bedruckten Planen, die manchmal vor der Fassade hängen, oder im Lichthof über den Rolltreppen. Der Stoff scheint Nylon zu sein, ist teilweise gummiartig beschichtet und stabiler als Wachstuch, aber weicher und angenehmer als LKW-Plane – möglicherweise ein interessantes Material für Taschennäherinnen?
Der Sonderverkauf findet sich in der Karstadt-Filiale am Hermannplatz, im vierten Stock neben dem Restaurant, geöffnet ist nur Montag bis Freitag von 11.00 bis 18.00 Uhr, Samstag geschlossen – und das ganze wohl so lange, bis nichts mehr da ist.
Mittwoch, 20. April 2011
Me-made Mittwoch*: Blumen
Berlin, 20°, wir befinden uns in der jahreszeitlichen Übergangsphase, die früher als Frühling bekannt war und mehrere Wochen dauern konnte. Heutzutage ist das in fünf oder sechs Tagen erledigt, so dass sich spezielle Kleidung für diese Phase nicht mehr lohnt. Auf der Straße treffen Flipflopträger mit nackten Beinen auf Stiefel und Steppjacken. Ich entschied mich heute morgen für einen Kompromiss, Sommerrock ja (August 2009), aber mit dicker Strumpfhose.
Die Blumen (echt Plastik) sind für euch - ich bin froh, dass mein Artikel über den Versuch des Frech-Verlags, Kreativbloggerinnen kostenlos für sich schreiben zu lassen, so ein großes Interesse gefunden hat (und ärgere mich zum hundertsten Mal, dass die Trackback-Funktion bei Blogger ein Witz ist, dort würde man nämlich eure Verlinkungen sehen).
Einen Aspekt der Debatte möchte ich nochmal aufgreifen - viele mutmaßten, dass der Verlag nur deshalb meine, kein Honorar anbieten zu müssen, weil er es "nur" mit handarbeitenden Frauen zu tun habe. Dass es sich also um eine Geringschätzung handele, die sich aus zwei Aspekten speise: einem Gender-Aspekt (die Arbeit von Frauen ist nichts wert) und einem thematischen Aspekt (Handarbeiten sind nichts wert). Aber: auch bloggende Männer, die sich den größeren Themen widmen, werden von kostenlos-Anfragen nicht verschont. Lest in diesem Zusammenhang Deef Pirmasens' Artikel über das Honorarfrei-Experiment der Welt kompakt vom Juni letzten Jahres. Wie sich die Vorgehensweise und die Argumente doch gleichen! Das Problem liegt wohl eher in der Außenwahrnehmung von Bloggern im allgemeinen, ihrer Motive und Absichten, ein Problem übrigens, das zum Teil auch in den Kommentaren zu Catherines public-life-Beitrag von letzter Woche anklang. Hier gibt es - versprochen - nun zunächst wieder ein paar rein nähorientierte Posts. Auf das Warum und Wozu des Bloggens und warum kostenlos trotzdem nicht umsonst ist, werde ich aber auf jeden Fall noch zurückkommen.
*) Beim Me-made-Mittwoch geht es darum, selbst gemachte Sachen zu tragen und dies zu dokumentieren, alle Teilnehmerinnen von heute sind hier verlinkt.
Freitag, 15. April 2011
Die neue Gratis-Kultur im Internet
Im vergangenen November passierte mir das, worüber sich wohl jede Bloggerin und jeder Blogger freuen würde: Ein etablierter Verlag zeigte sich an meinen Texten sehr interessiert. Ich bekam eine Mail vom Stuttgarter Frech-Verlag mit der Anfrage, ob ich es mir vorstellen könnte, „auf einer größeren Plattform im Internet über mein Hobby zu berichten.“
Ein Anruf beim Verlag machte mich schlauer: Frech, Herausgeber der topp-kreativ-Bücher, plane einen neuen Internetauftritt im Stil eines Online-Magazins mit immer neuen Texten zu allerlei Bastel- und Handarbeitsthemen. Man wolle auch Texte von Bloggern veröffentlichen. Mein Gegenüber war von der Idee einer großen, bunten Webseite, die einmal die Anlaufstelle der deutschsprachigen DIY-Community werden sollte, recht sympathisch begeistert – das gefiel mir. Von einem Honorar war ungefragt auch die Rede, und ich war positiv überrascht, denn in gut fünf Blogjahren hatte ich vor allem die hilflosen Versuche diverser Marketingabteilungen kennengelernt, mit ein paar Komplimenten und dem Verschenken von Billigkram an kostenlose Werbung im Blog, an eine Verlinkung oder an Content heranzukommen.
Ein paar Emails gingen hin- und her, und etwa einen Monat später hatten sich die Umrisse der geplanten Zusammenarbeit herauskristallisiert. Die Vorstellungen meines Ansprechpartners beim Verlag waren konkret: Mindestens vier Artikel im Monat zu unterschiedlichen Handarbeitsthemen sollte ich liefern. Wie es mittlerweile aussah, nicht für ein Blog, denn eine Online-Redaktion würde Beiträge entgegennehmen, bearbeiten und freigeben. Verlinkungen zu anderen Seiten? Die seien nur im Einzelfall möglich, Artikel sollten zum Teil mit dem internen Redaktionsplan abgestimmt werden. Aber egal, so oder so ging es um einen Auftrag für Texte, die innerhalb des PR-Konzepts des Verlags einen bestimmten Zweck erfüllen sollen, und wie der Auftraggeber die Einzelheiten handhaben will, konnte mir ja schnuppe sein.
Aber was hielt der Frech-Verlag nun als Honorar für diese Tätigkeit für angemessen? Darüber hatte sich mein Gesprächspartner bisher ausgeschwiegen. Ich fragte also nach und bekam am 25.11. eine Antwort:
„Zur Honorierung: Neben der Möglichkeit sich einem größeren Publikum als Fachfrau zu präsentieren, bieten wir […] neben exklusiven Einblicken in unseren Verlag (Besuch, Infos zu Büchern etc.), Besuchen auf Branchenmessen, auch gerne monatlich ein Buch für Sie an. Ihre Artikel werden Ihnen zugeordnet. Sie erhalten ein Autorenprofil mit Foto und stehen als Fachfrau im Vordergrund.“
Fassen wir also zusammen: Ruhm und Ehre und die Befriedigung meiner persönlichen Eitelkeit (Fachfrau! ich! mit Foto! im Vordergrund! meine Artikel werden mir! zugeordnet!), ab und an einen Buchhändlerprospekt („Infos zu Büchern“), eine Verlagsführung, falls ich zufällig nach Stuttgart käme, eventuell eine Eintrittskarte für Handarbeitsmessen (auf denen der Frech-Verlag im übrigen als Aussteller präsent ist und daher ein Kartenkontingent haben dürfte), und, ach ja, tatsächlich sogar ein Buch im Monat (Selbstkostenpreis).
Wir unbedarften bloggenden Basteltanten und Bastelmuttis können uns doch glücklich schätzen, wenn wir so unseren Geltungsdrang auf einer größeren Plattform ausleben dürfen, dem Frech-Verlag zu einer zugkräftigen Webseite und guten Geschäften verhelfen, und dafür sogar ab und zu ein Buch geschenkt bekommen!
Aber Ironie beiseite: Mich machte mich die Vorstellung fassungslos, dass mein Gegenüber tatsächlich glaubte, jemand würde kostenlos Zeit, Expertise und Ideen investieren (und bei einer Verpflichtung zu mindestens vier Artikeln mit Fotos im Monat reden wir von etwa zwei vollen Arbeitstagen), um den Internetauftritt des nach eigener Aussage „Marktführers im Bereich kreativer Freizeitbücher“ mit Inhalt zu füllen. Der versuchte, mir etwas geschmeichelte Eitelkeit und Sachmittel aus dem allgemeinen Werbeetat als Honorar zu verkaufen. Und der nicht zuletzt eine Menge Geld sparen wollte, indem er vermeintliche Laienautoren für lau anheuerte.
Meiner Absage folgte zwar innerhalb kürzester Zeit eine lavierend-beschwichtigende Antwortmail, so sei das alles ja nicht gemeint gewesen, das telefonische Angebot eines Honorars stehe und ich solle doch meine Vorstellungen mitteilen. Wenig überraschend, dass mein detailliertes Angebot – deutlich unter dem, was der Deutsche Journalistenverband für PR-Texte im Web als angemessen ansieht, siehe deren Honorarrichtlinien hier – unbeantwortet blieb. Auf meine Nachfrage Anfang des Jahres hin dann noch ein knapper Zweizeiler – wir bleiben in Kontakt, wir halten Sie auf dem Laufenden.
Seit Anfang April ist nun die neue Webseite des Frech-Verlags unter der Domain topp-kreativ.de online. Derzeit stammen die Artikel zum größten Teil aus dem eigenen Haus und von einer Hamburger PR-Autorin – für die Zukunft scheint man nach bekanntem Muster auf den Faktor „kostenlos“ zu setzen. Die Nutzerinnen sollen ihre Beiträge einsenden: „Wenn Dein Artikel erscheint - erscheint er unter Deinem Namen!“, lockt die Webseite. Eine Selbstverständlichkeit, möchte man meinen.
Warum nicht lieber gleich ins eigene Blog investieren? Über die Themen schreiben, die einen interessieren, so viel und so oft wie man will, mit Profilbild oder ohne, in einem Umfeld, das man selbst bestimmen kann, im Austausch mit den Leserinnen und Lesern, und vor allem, ohne dass ein Unternehmen die eigene Arbeit zu Geld macht.
Ich bin nämlich durchaus eine Anhängerin der Gratis-Kultur im Internet – aber auch die ist nicht umsonst, sondern beruht auf einem Geben und Nehmen.
Ergänzung 25. 04. 2011:
Interessant auch die Antworten des Verlags auf die Frage des Honorars für Online-Autoren hier in den Kommentaren - "Vorstellungen" kann man ja mal haben.
Ergänzung 26. 04. 2011:
Danke für die überwältigend vielen Kommentare und die zahlreichen Verlinkungen, fürs Weitersagen und Mitdiskutieren.
Mimi von nomimikry hatte sich gleich am 17.4. in die Debatte eingeschaltet und sich zu Recht gegen den Vorwurf der "Dummheit" gegenüber teilnehmenden Bloggerinnen verwahrt, der hier in den Kommentaren zunächst aufkam. Ich denke es ist dann aber deutlich geworden, dass es nicht darum geht, auf Einzelne mit dem Finger zu zeigen und sich aus falsch verstandener Konkurrenz gegenseitig anzugreifen - "Krabbenkorb-Mentalität" nannte Suschna das Phänomen. Im Gegenteil ist wohl eher mehr konstruktiver Austausch und mehr Vernetzung zwischen uns nötig, neben dem Bewusstsein, dass das Kreative ein großer Markt ist, an dem viele mitverdienen möchten, ohne aber die Ideenlieferanten als gleichwertige Partner zu sehen. Wenn ich in den Kommentaren lese, wie viele von euch die gleiche Anfrage bekommen hatten und gar nicht bzw. nach einem ersten Kontakt nicht mehr darauf eingegangen sind, dann bewundere ich erstens eure Abgeklärtheit, zweitens scheint mir, eine offene Diskussion wäre sogar noch zu einem viel früheren Zeitpunkt sinnvoll gewesen.
Am 17. 4. nahmen Cat und Kascha, Lunikat, die Feenwerkstatt, Katinka's, das kleine Sockhaus und Mona/ansteckend anders in ihrem Wochenrückblick die Geschichte auf. Am 18. 4. erklärte eine der Blogschreiberinnen für topp-kreativ.de, warum sie die kostenlose Arbeit als Chance für sich sieht. Neben faserfimmel.de und Stelladelsud verlinkte am 18. 4. Deef Pirmasens in der Gefühlskonserve den Artikel und sorgte so wahrscheinlich für die Verbreitung außerhalb der Nähblog-Kreise.
Die Verbeitungswege bei twitter sind für mich als Nicht-Nutzerin größtenteils rätselhaft und unerklärlich, es war aber wohl ein tweet von @textundblog am Ostersamstag, der x-fach retweetet wurde und hier noch einmal für unglaubliche Zugriffszahlen sorgte. Ich danke und staune noch immer und habe verstanden - ich werde twitternde Bekannte nie wieder mit "wozu ist das gut?"-Fragen nerven. Aufgegriffen wurde dieser Artikel dann noch bei Ibbtown.com, bei MAZ-wolldesign.de, bei rueckspiegel.org, vom knittinganarchist/My stash and I und im Wochenrückblick der Mädchenmannschaft.
Ich danke euch allen ganz herzlich - falls ihr hier euren Link vermisst, meldet euch bitte.
| Kostenlos, aber nicht umsonst |
Ein paar Emails gingen hin- und her, und etwa einen Monat später hatten sich die Umrisse der geplanten Zusammenarbeit herauskristallisiert. Die Vorstellungen meines Ansprechpartners beim Verlag waren konkret: Mindestens vier Artikel im Monat zu unterschiedlichen Handarbeitsthemen sollte ich liefern. Wie es mittlerweile aussah, nicht für ein Blog, denn eine Online-Redaktion würde Beiträge entgegennehmen, bearbeiten und freigeben. Verlinkungen zu anderen Seiten? Die seien nur im Einzelfall möglich, Artikel sollten zum Teil mit dem internen Redaktionsplan abgestimmt werden. Aber egal, so oder so ging es um einen Auftrag für Texte, die innerhalb des PR-Konzepts des Verlags einen bestimmten Zweck erfüllen sollen, und wie der Auftraggeber die Einzelheiten handhaben will, konnte mir ja schnuppe sein.
Aber was hielt der Frech-Verlag nun als Honorar für diese Tätigkeit für angemessen? Darüber hatte sich mein Gesprächspartner bisher ausgeschwiegen. Ich fragte also nach und bekam am 25.11. eine Antwort:
„Zur Honorierung: Neben der Möglichkeit sich einem größeren Publikum als Fachfrau zu präsentieren, bieten wir […] neben exklusiven Einblicken in unseren Verlag (Besuch, Infos zu Büchern etc.), Besuchen auf Branchenmessen, auch gerne monatlich ein Buch für Sie an. Ihre Artikel werden Ihnen zugeordnet. Sie erhalten ein Autorenprofil mit Foto und stehen als Fachfrau im Vordergrund.“
Fassen wir also zusammen: Ruhm und Ehre und die Befriedigung meiner persönlichen Eitelkeit (Fachfrau! ich! mit Foto! im Vordergrund! meine Artikel werden mir! zugeordnet!), ab und an einen Buchhändlerprospekt („Infos zu Büchern“), eine Verlagsführung, falls ich zufällig nach Stuttgart käme, eventuell eine Eintrittskarte für Handarbeitsmessen (auf denen der Frech-Verlag im übrigen als Aussteller präsent ist und daher ein Kartenkontingent haben dürfte), und, ach ja, tatsächlich sogar ein Buch im Monat (Selbstkostenpreis).
Wir unbedarften bloggenden Basteltanten und Bastelmuttis können uns doch glücklich schätzen, wenn wir so unseren Geltungsdrang auf einer größeren Plattform ausleben dürfen, dem Frech-Verlag zu einer zugkräftigen Webseite und guten Geschäften verhelfen, und dafür sogar ab und zu ein Buch geschenkt bekommen!
Aber Ironie beiseite: Mich machte mich die Vorstellung fassungslos, dass mein Gegenüber tatsächlich glaubte, jemand würde kostenlos Zeit, Expertise und Ideen investieren (und bei einer Verpflichtung zu mindestens vier Artikeln mit Fotos im Monat reden wir von etwa zwei vollen Arbeitstagen), um den Internetauftritt des nach eigener Aussage „Marktführers im Bereich kreativer Freizeitbücher“ mit Inhalt zu füllen. Der versuchte, mir etwas geschmeichelte Eitelkeit und Sachmittel aus dem allgemeinen Werbeetat als Honorar zu verkaufen. Und der nicht zuletzt eine Menge Geld sparen wollte, indem er vermeintliche Laienautoren für lau anheuerte.
Meiner Absage folgte zwar innerhalb kürzester Zeit eine lavierend-beschwichtigende Antwortmail, so sei das alles ja nicht gemeint gewesen, das telefonische Angebot eines Honorars stehe und ich solle doch meine Vorstellungen mitteilen. Wenig überraschend, dass mein detailliertes Angebot – deutlich unter dem, was der Deutsche Journalistenverband für PR-Texte im Web als angemessen ansieht, siehe deren Honorarrichtlinien hier – unbeantwortet blieb. Auf meine Nachfrage Anfang des Jahres hin dann noch ein knapper Zweizeiler – wir bleiben in Kontakt, wir halten Sie auf dem Laufenden.
Seit Anfang April ist nun die neue Webseite des Frech-Verlags unter der Domain topp-kreativ.de online. Derzeit stammen die Artikel zum größten Teil aus dem eigenen Haus und von einer Hamburger PR-Autorin – für die Zukunft scheint man nach bekanntem Muster auf den Faktor „kostenlos“ zu setzen. Die Nutzerinnen sollen ihre Beiträge einsenden: „Wenn Dein Artikel erscheint - erscheint er unter Deinem Namen!“, lockt die Webseite. Eine Selbstverständlichkeit, möchte man meinen.
Warum nicht lieber gleich ins eigene Blog investieren? Über die Themen schreiben, die einen interessieren, so viel und so oft wie man will, mit Profilbild oder ohne, in einem Umfeld, das man selbst bestimmen kann, im Austausch mit den Leserinnen und Lesern, und vor allem, ohne dass ein Unternehmen die eigene Arbeit zu Geld macht.
Ich bin nämlich durchaus eine Anhängerin der Gratis-Kultur im Internet – aber auch die ist nicht umsonst, sondern beruht auf einem Geben und Nehmen.
Ergänzung 25. 04. 2011:
Interessant auch die Antworten des Verlags auf die Frage des Honorars für Online-Autoren hier in den Kommentaren - "Vorstellungen" kann man ja mal haben.
Ergänzung 26. 04. 2011:
Danke für die überwältigend vielen Kommentare und die zahlreichen Verlinkungen, fürs Weitersagen und Mitdiskutieren.
Mimi von nomimikry hatte sich gleich am 17.4. in die Debatte eingeschaltet und sich zu Recht gegen den Vorwurf der "Dummheit" gegenüber teilnehmenden Bloggerinnen verwahrt, der hier in den Kommentaren zunächst aufkam. Ich denke es ist dann aber deutlich geworden, dass es nicht darum geht, auf Einzelne mit dem Finger zu zeigen und sich aus falsch verstandener Konkurrenz gegenseitig anzugreifen - "Krabbenkorb-Mentalität" nannte Suschna das Phänomen. Im Gegenteil ist wohl eher mehr konstruktiver Austausch und mehr Vernetzung zwischen uns nötig, neben dem Bewusstsein, dass das Kreative ein großer Markt ist, an dem viele mitverdienen möchten, ohne aber die Ideenlieferanten als gleichwertige Partner zu sehen. Wenn ich in den Kommentaren lese, wie viele von euch die gleiche Anfrage bekommen hatten und gar nicht bzw. nach einem ersten Kontakt nicht mehr darauf eingegangen sind, dann bewundere ich erstens eure Abgeklärtheit, zweitens scheint mir, eine offene Diskussion wäre sogar noch zu einem viel früheren Zeitpunkt sinnvoll gewesen.
Am 17. 4. nahmen Cat und Kascha, Lunikat, die Feenwerkstatt, Katinka's, das kleine Sockhaus und Mona/ansteckend anders in ihrem Wochenrückblick die Geschichte auf. Am 18. 4. erklärte eine der Blogschreiberinnen für topp-kreativ.de, warum sie die kostenlose Arbeit als Chance für sich sieht. Neben faserfimmel.de und Stelladelsud verlinkte am 18. 4. Deef Pirmasens in der Gefühlskonserve den Artikel und sorgte so wahrscheinlich für die Verbreitung außerhalb der Nähblog-Kreise.
Die Verbeitungswege bei twitter sind für mich als Nicht-Nutzerin größtenteils rätselhaft und unerklärlich, es war aber wohl ein tweet von @textundblog am Ostersamstag, der x-fach retweetet wurde und hier noch einmal für unglaubliche Zugriffszahlen sorgte. Ich danke und staune noch immer und habe verstanden - ich werde twitternde Bekannte nie wieder mit "wozu ist das gut?"-Fragen nerven. Aufgegriffen wurde dieser Artikel dann noch bei Ibbtown.com, bei MAZ-wolldesign.de, bei rueckspiegel.org, vom knittinganarchist/My stash and I und im Wochenrückblick der Mädchenmannschaft.
Ich danke euch allen ganz herzlich - falls ihr hier euren Link vermisst, meldet euch bitte.
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