Sonntag, 30. September 2012

Stoffmanipulationen im September: die Rüschentasche


Herzlich willkommen zur Stoffmanipulationssammlung, bei der ich die Initiatorin Suschna heute vertrete. Es geht wie immer um Zwei- und Dreidimensionales mit und aus Stoff, genäht, gerafft, gefaltet, geknotet oder gedruckt.

Ich wäre im September beinahe meiner Taschenserie aus weißen Stoffen mit roten und schwarzen Akzenten untreu geworden, weil ich mir endlich das neueste Buch von Natalie Chanin, Alabama Studio Sewing + Design gegönnt hatte. Die Fotos darin sind einfach atemberaubend – wunderschöne Kleidungsstücke mit Applikationen, Perlen, aufgenähten Jerseyschnüren und so weiter. Da mein angefangener Schal aber keineswegs atemberaubend zu werden versprach, kehrte ich reumütig zu meinen Taschenmaterialien zurück.


„Random ruffle“, zufällige Rüsche, nennt Natalie Chanin solche aufgenähten Jerseystreifen. Das ist tatsächlich sehr einfach umzusetzen und macht was her. Ich verwendete wie immer Nessel als Taschenmaterial und schnitt Jerseystreifen aus einem alten T-Shirt, die ich mit rotem Stickgarn aufnähte. Die gerüschten Stellen werden mehr oder weniger willkürlich, eben "random" verteilt. Ich dachte mir aber gleich, dass es doch besser aussieht, wenn man ein System hat - im Buch ist nämlich eine Stola abgebildet (S. 138), die dicht an dicht mit "random ruffles" besetzt ist, so dass die gerüschten Stellen ein regelmäßiges Raster ergeben.



Natalie Chanin besetzt T-Shirts mit einigen Rüschenstreifen, aber man könnte ja auch größere Stoffbahnen so gestalten. In weiß mit weiß wäre das z. B. Stoff für ein unkonventionelles Brautkleid.

Eure Stoffmanipulationen im September: 

Marion/Kunst und Kleider befilzte Jerseyschals mit Motiven aus Wolle.

Suschna ahmte Knallerbsen nach, die weißen Beeren des Gartenstrauchs. Bei ihr sind sie aus gefärbter Seide (und sehen täuschend echt aus).  

Waltraut/Siebensachen stellte Blüten aus gestreiftem Stoff her und verzierte ihre Sandalen damit.

Kathrin/annekata probierte eine schwedische Sticktechnik namens Hallandssöm aus, über die es im Netz kaum Informationen gibt - das Internet weiß eben doch nicht alles.

Griselda/Machwerk hat die gesmokte Tasche fertig und experimentierte mit gefüllten Biesen iin transparentem Stoff.

Kathrin/tinistaschen faltete große Sechsecke zu ebenfalls sechseckigen, plastischen Strukturen - eine interessante Technik, die noch viele Möglichkeiten bietet.

Christoph/Chri-stoff Charming experimentierte mit Falten unterschiedlicher Breite - und mit dem Kordelaufnähfuß der Nähmaschine.

... und bei frifris erfährt man, wie man Muschelbiesen mit der Maschine anfertigt und einen rechteckigen Einsatz dann mit schönen Ecken in eine Bluse näht.

Wintermantel-Sew-along 3: Stoffwahl


Der Stoff für den Traummantel wird ausgewählt oder ist sogar schon eingetroffen. Mit welchem Futter wird mein Mantel warm genug, welche Knöpfe nehme ich dazu und brauche ich weitere Zutaten?

Ich will euch nicht auf die Folter spannen: Mein schreckliches Stoffmangelproblem von letzter Woche klärte sich am Dienstag, als ich auf dem Markt 4 Meter dicken, mitternachtsblau-schwarzen Wollstoff an mich raffen konnte. Puh, ich war vielleicht erleichtert! Jetzt kann ich wirklich wie geplant den langen Mantel 107 aus Burda 10/2011 nähen.



Der Stoff, den ihr hier gestern vielleicht schon gesehen habt, ist eine Art Loden, sehr dicht gefilzt, mit einem ganz schwach sichtbaren eingewebten Fischgratmuster. Er ist im Gesamteindruck dunkelblau – das sieht man aber erst, wenn man etwas Schwarzes daneben hält. Der Stoff hat einen leichten Schimmer und einen Strich, d. h. die Härchen auf der Oberfläche liegen alle in einer bestimmten Richtung – das merkt man, wenn man darüberstreicht. Beim Zuschneiden muss ich also unbedingt darauf achten, wie ich die Teile auflege.



Das sen-sa-tio-nelle Futter ist eigentlich kein Futter, sondern ein fließender, flutschiger Vollpoly-Kleiderstoff, den ich vor einem Jahr mal auf Verdacht mitnahm, um ihn irgendwann in ein Futter zu verwandeln. Natürlich ist das ein bisschen riskant – gut möglich, dass man mich später zur Stromerzeugung nutzen kann, wenn ich den Mantel trage! Aber egal, ich probiere es einfach aus. Das Vernähen dieses glitschigen Erdölprodukts wird auf jeden Fall kein Spaß.

Ins Mantel-Vorderteil kommt ganz dünne Bügeleinlage, der Stoff ist für sich schon so mächtig, dass ich nicht viel stabilisieren muss. Wenn ihr noch schwankt, welche Teile ihr bei eurem Stoff verstärken sollt, welches Futter ihr nehmt und ob ein Zwischenfutter angesagt ist – schaut doch mal in die Wissenssammlung hier, die wir gestern angefangen hatten (und die natürlich weiterhin ergänzt werden kann).

Vier Knöpfe für außen muss ich noch beschaffen, außerdem ein Stück schwarzen Futterstoff für die Ärmel, der Poly-Paisley reicht nämlich nicht für das gesamte Futter. Apropos Knöpfe - ein großer Vorteil des Schnittmusters ist mir erst jetzt aufgefallen: Es gibt nur zwei Knopflöcher! Damit ist die Entscheidung für Paspelknopflöcher gefallen. Die Taschen-Frage (aufgesetzt oder Klappentaschen – Lucia war für Klappentaschen) halte ich mir vorerst offen. Ich bin bereit fürs Zuschneiden!

Und wie sieht es bei euch aus? Auch bereit, die Schere anzusetzen, oder noch auf der Suche?

(Ach ja, und ehe's vergesse: Bei Miss Margerite beginnt am 8. 10. ein Cap-Craft-along, um sich zu Mantel gleich die passende Kopfbedeckung zu machen. Vielleicht ist das ja auch etwas für euch?)



Samstag, 29. September 2012

Wintermantel-Sew-along Teil 2a: Wissenssammlung Stoffe, Einlagen, Futter


Eigentlich war das etwas anders geplant: am Sonntag treffen wir uns ja hier zum dritten Teil des Wintermantel-Sew-alongs und beratschlagen über Stoffe, und dafür hatte ich eine kleine Wissensammlung über Oberstoffe, Einlagen, Zwischenfutter und Futter angefangen. Nachdem ich aber am letzten Sonntag so viele Grübeleien zur Stoffwahl bei euch gelesen hatte, einige Mails zu diesem Thema bekam und außerdem Meike anregte, dass man die nähtechnische Seite der Stoff- und Einlagenwahl besser etwas früher behandeln sollte, gibt es die Sammlung heute schon. Es ist sowieso so viel geworden, dass man den Text besser auf zwei Posts aufteilt. Und außerdem kann ich euch so noch etwas besser auf die Folter spannen, ob ich am Dienstag nun Stoff für meinen Mantel gefunden habe oder nicht, hehe.

Die Sammlung enthält also das, was ich über Mantelstoffe, Einlagen, Zwischenfutter und Futterstoffe weiß - und das ist beileibe nicht alles, und es ist möglicherweise auch nicht alles richtig, und überhaupt lernt man beim Nähen nie aus. Außerdem wisst ihr wahrscheinlich vieles schon - oder ihr wisst anderes als ich. Wenn ihr also Ergänzungen, Einwände, Anmerkungen habt: immer her damit! Oder wenn ihr bei euch im Blog schon einmal etwas über eure Erfahrungen mit bestimmten Materialien und Verarbeitungsweisen geschrieben habt oder in nächster Zeit schreibt: hinterlasst doch einen Link in den Kommentaren, ich würde eure Links und Informationen dann hier im Text ergänzen. Auf dass die Sammlung wachse und (annähernd) vollständig werde!

Wintermantelstoffe


Wenn wir von einem typischen Wintermantel reden – keinem Daunenmantel, keinem Parka – dann kommen ja in erster Linie verschiedene Wollstoffe als Obermaterial in Frage. Ich habe mal versucht, einige Stoffarten so zu fotografieren, dass man die Unterschiede erkennt (Internet mit anhängenden Griffproben wurde leider noch nicht erfunden).

Oberstoffe

Mantelvelours

Ein dicker, gewebter Stoff , dessen Oberfläche so angerauht, wird, dass sie flauschig weich ist und das Grundgewebe nicht mehr erkennbar ist. Eigentlich der ideale Mantelstoff – wenn er nur nicht so teuer und so schwer aufzutreiben wäre. (Bei Karstadt hatte ich schönen Mantelvelours gefunden – aber 50 Euro pro Meter...)

Loden

Loden

Denkt ihr auch sofort an „Oberförster“? Aber Loden muss nicht trachtengrün sein, es handelt sich einfach um einen gewebten Stoff aus Wolle, der nach dem Weben so behandelt wird, dass er verfilzt wird und die Fasern sich verdichten. Die Webstruktur ist aber noch sichtbar bzw. zu erahnen. Typischerweise hat die Oberfläche einen leichten Glanz, der Stoff ist sehr dicht und windundurchlässig, ja sogar regenabweisend. Ein prima Mantelmaterial, aber auch ziemlich schwer.

Walk

Walk

Üblicherweise ist Walk gestrickt und wird im Produktionsprozess gewalkt und dadurch angefilzt, so dass der Stoff dicker und dichter wird. Trotzdem ist Walk ziemlich winddurchlässig und meistens leicht elastisch. Daher werden häufig lockere, ungefütterte Jacken daraus genäht – es spricht aber nichts dagegen, Walk mit dünner Einlage und Futter wie jeden anderen Wollstoff auch zu verarbeiten. Meike hat das letzten Winter mit ihrem Himbeersorbetmantel gemacht und ich schiele deshalb in ihre Richtung, dass sie vielleicht nochmal was zur Verarbeitung sagt. und hier hat sie noch einmal etwas zur Walk-Verarbeitung geschrieben.


Man sollte sich vorher überlegen, ob verstürzte Teile, z. B. der Kragen oder die vordere Kante nicht zu dick und wulstig werden – bei dem abgebildeten Walk, der knapp einen Zentimeter dick ist, wäre das der Fall. Mehr als zwei Lagen davon bekäme ich nicht mehr gut unter die Maschine, deshalb müsste für Kragenunterseiten und Belege ein passender dünnerer Stoff her. 

Gekochte Wolle

ist sowas wie „Walk für Arme“, etwas günstiger, etwas (oder sehr viel) kratziger und elastischer. So ein strukturiertes Kleidungsstück wie ein Mantel braucht auf jeden Fall eine Bügeleinlage, damit er die Form behält.

Filz

Stoff&Stil bietet Wollfilz in vielen schönen Farben als Bekleidungsmaterial an – aber abgesehen davon, dass es sich wohl nicht wirklich um Filz handelt, wenn die Rückseite gestrickt ist, sondern um Walk, hatte ich bei der letzten Mantel-Sewalong-Runde irgendwo in den Kommentaren gefunden, dass dieser Stoff eher nicht empfehlenswert sei: sehr kratzig und ziemlich steif. Falls die Kommentarposterin (oder jemand anderes mit Erfahrungen aus erster Hand) hier dabei ist, sagt doch noch einmal was dazu.

Martje sagte: "Ein bisschen kratzig ist er, das würde ich auch sagen. Ich finde ihn allerdings nicht besonders steif. Eher recht dehnbar (also, nicht extrem dehnbar- aber für so einen Filz-Walk-Stoff...) und daher weich-formbar. Ich würde daraus keinen Mantel nähen. Zu wenig warm und ich würde befürchten, dass er sich "aushängt"."

Was es im Kaufhaus so an Filz gibt, ist meistens nicht für Bekleidung gedacht –zu steif und zu wenig strapazierfähig. Es gibt aber auch Bekleidungsfilz, davon bekam ich einmal einige Stoffproben einer französischen Firma geschenkt (die ich gerade zum Fotografieren in meinem Wust nicht wiederfinde, ehem) aber wunderschön sage ich euch. tolle Farben, ganz weich, waschbar. Aber wo man sowas kauft? Keine Ahnung!

Tweed - ich steh' ja auf Fischgrat

Tweed und Boucle

Beides wird aus dicken, oft bunten Garnen mehr oder weniger locker gewebt. Der Stoff ist daher nicht so stabil und wärmend, vor allem braucht er einen dünne Bügeleinlage, damit er sich nicht verzieht.

Im Bild habe ich Fischgrat-Tweed, meien Lieblingssorte – nur mit Futter ohne wärmende Zwischenlage gäbe das eher eine Übergangsmantel. Genauso bei Boucle, dem typischen Chaneljackenstoff: ganz locker gewebt, da geht der Wind total durch.

Wollköper="Wolldiagonal"?

Wollköper

Das ist wohl der ominöse „Wolldiagonal“, der in Burda-Anleitungen so oft verlangt wird.  Marion klärt auf: Diagonal ist eine Art der Köperbindung, die Rippen sind aber breiter.
Also ein Wollstoff in Köperbindung, einer Webart, bei der auf der Oberfläche des Stoffes kleine, schräg laufende Rippen entstehen. Auch eher dünn und fließend und eher Übergangsmantel als Wintermantel.

Einlagen


Also wenn ich hier von „Einlage“ rede, dann meine ich die herkömmlichen Einlagen zum Aufbügeln. In der hohen Kunst der handwerklichen Herren- und Damenschneiderei gibt es ja auch verschiedene Einlagen zum Einnähen, Rosshaareinlagen für Kragen und Revers, die mit außen unsichtbaren Handstichen an den Kragenteilen befestigt werden und wegen Gerties New Blog for Better Sewing sind diese Techniken in Amerika irgendwie populär geworden – aber ich verstehe viel zu wenig davon, um darüber zu schreiben. Lieber gut aufgebügelte Einlage, als mit Rosshaar herumzustümpern und auch noch andere dazu anzustiften, ist meine Devise.

Dünne Einlage mit Längsverstärkung

Man braucht also auf jeden Fall Einlage. Wo kommt die hin? Es erscheint immer etwas übertrieben, wenn die Nähanleitung verlangt, dass man z. B. das gesamte Mantelvorderteil mit Einlage bebügeln soll – aber wenn man überlegt, welche Stoffmasse bei einem Mantel im Spiel ist, die ja auch in Form bleiben muss, dann relativiert sich das. Da das gesamte Stoffgewicht ja sozusagen an den Schultern hängt, verstärkt man meistens auch noch den gesamten Schulterbereich des Rückenteils. Die Einlage wird genauso groß wie das Stoffteil zugeschnitten – also mit Nahtzugaben - oder, wie Julia anmerkte: "mit kleinerer Nahtzugabe [...] (0,5cm und den Oberstoff mit 1,5cm)", wahrscheinlich besonders wichtig bei dickerer Einlage.

Am Saum und an den Ärmelsäumen soll oft auch ein Streifen Einlage aufgebügelt werden. An den Ärmelsäumen ist das auf jeden Fall eine gute Sache, der untere Saum wird mir mit Einlage manchmal zu steif und steht unschön ab, da habe ich schon manchmal die Einlage wieder herausgezupft.

Und was nimmt man? Das kommt in erster Linie auf den Stoff an. Wenn man nicht vorhat, den Fall des Oberstoffs durch die Einlage zu verändern, ihn fester und steifer zu machen, nimmt man am besten etwas ganz Dünnes, das nur stabilisiert.

Ich kaufe meine Einlagen in einer Mischung aus Faulheit und Geiz immer auf dem Markt, allerdings kommt das Zeug wohl zum Teil aus der Industrie und setzt eigentlich eine Bügelpresse voraus - also Hitze und starken Druck beim Aufbügeln. Mit dem normalen Bügeleisen wird das manchmal, aber nicht immer, mühsam, man bügelt Stunden daran herum und verpasst dadurch das halbe Nähkränzchen. Markeneinlagen von Vlieseline haben demgegenüber den Vorteil, dass sie sich auch mit einem normalen Hausfrauenbügeleisen gut festbügeln lassen. Auf der Webseite von Vlieseline gibt es ganz rechts einen Einlagenberater, der verschiedene Einlagen vorschlägt, wenn ihr Oberstoff und Verwendungszweck auswählt - das kann schon mal ein Anhaltspunkt für den Einlagenkauf sein.
Schaut auch nochmal bei Lucia - sie zeigt verschiedene Einlagesorten.

Zwischenfutter


Dünne Stoffe kann man mit verschiedenen Zwischenlagen wärmer machen. Man muss nur bedenken, dass man die ganzen Lagen als Mantel ja buchstäblich tragen muss – einmal vom Gewicht her, aber auch die Materialdicke und die Beweglichkeit der Arme sollte man nicht vernachlässigen.

Werft euch den geplanten Mantelstoff mit Einlage, Zwischenfutter, Futter einmal über und überlegt, ob ihr das im Winter monatelang mit euch herumschleppen wollt, oder ob ihr mit einem dünneren Mantel und einem Extrapullover bei Bedarf nicht besser fahrt. Außerdem verändert sich der Fall des Oberstoffs durch ein Zwischenfutter – wenn es zu viel des Guten ist, kann es passieren, dass der Mantel ohne euch stehen kann.

Alter Mantel von innen (unten der Saum, rechts das weggeklappte Futter)

Das Zwischenfutter wird genau so zugeschnitten wie der Oberstoff (ohne Kragen, Manschetten, Innenbelege und andere Teile, die sowieso doppelt liegen). Oberstoff und Zwischenfutter werden dann wie eine Lage behandelt – im Bild seht ihr einen Blick in meinen alten Mantel, der ein Zwischenfutter aus Batist hat. Die Nähte gehen also durch Oberstoff und Zwischenfutter, das Zwischenfutter kann sich dadurch nicht selbstständig machen. Ein Schnitt mit vielen Teilungsnähten und daher kleinen Schnittteilen ist dafür besonders günstig. Oder – das ist bei Watteline zu empfehlen, die in sich nicht so stabil ist – ihr steppt das Zwischenfutter mit dem Futterstoff zusammen, z. B. in einem Gittermuster.

Watteline

Watteline ist ein lockeres, flauschiges Gestrick aus Wolle und anderen Fasern, dünn, anschmiegsam und günstig und es wärmt trotzdem gut. Andere Vliese – Volumenvlies, Thermolam, Quiltfüllungen und sowas – sind als Zwischenlage ziemlich dick und steif, das Ergebnis ähnelt dann womöglich einer Steppjacke.

Thinsulate

Thinsulate ist ein Hightech-Vlies, das besonders warmhalten soll und mit dem ich keine Erfahrungen habe. Hattet ihr das schon mal in der Hand?

Rebecca hatte und sagte dazu: "Ich habe es schon mehrfach verarbeitet und kann nur davon schwärmen. Hier ist es ganz gut erklärt http://www.funfabric.com/halli.php?00_14295. Es ist leicht (Gewicht) und einfach zu verarbeiten. Ich habe im letzten Winter die folgende Kombination für mich genäht: außen Walk, Mitte Thinsulate und innen dünner Popeline. Super warm! Für meine Kinder nähe ich auch Skijacken draus: Regenstoff - Klimamembran - Thinsulate - Fleece (300er). Und preiswert ist es auch noch.
Zu probieren wäre nochmal Isobalance, wenn auch viel teurer, aber warm ist eben warm :-)"


Klimamembran

Klimamembran wärmt nicht per se, aber es hält den Wind ab, ein Mantel aus Wollstoff wird damit wohl mehr oder weniger winddicht, aber ohne schwitziges Plastiktütengefühl, weil die Membran Feuchtigkeit nach draußen transportiert. Auch hiermit habe ich keine Erfahrungen, ihr vielleicht?

Wieder Rebecca: "... und dann noch was zur Klimamembran: Die kann man, wenn sie richtig funktionieren soll (Schweiß raus und Nässe nicht rein) nur auf Innenfutter mit Kunstfaser nähen, sonst bleibt die geschwitzte Feuchtigkeit innen."

Uta hatte noch eine anderen Vorschlag, sie verwendet das Zwischenfutter gleichzeitig zur Stabilisierung, statt Einlage: "Statt Bebügeln habe ich bei einem lockeren Oberstoff ein stabiles Zwischenfutter in Vorder- und Rückenteil eingefügt und war sehr zufrieden. Einen Blazer, der ziemlich auf Figur geschnitten war, habe ich um einen "back stay" (sorry, keine Ahnung, wie das auf Deutsch heißt) ergänzt, der den oberen Rücken stabilisiert, wenn man kein Zwischenfutter benutzt."

Futterstoffe


Futtertaft

Das normale, von den meisten nicht so sehr geliebte „Flutschfutter“. Wenn es hauptsächlich aus Viskose ist, so wie Neva Viscon oder aus Acetat, so wie Venezia, erzeugt es nicht so ein Plastikgefühl wie das meistens billigere Futter aus Polyester. Und so unsympathisch der Flutschstoff auch sein mag: damit kommt man in den Mantel einfach am leichtesten hinein, und er klebt nicht an der Kleidung.

Das Futter wird am Rücken einen Tick größer als der Oberstoff zugeschnitten, und zwar wird das Schnittteil vom Rückenteil beim Zuschneiden mit 2cm Abstand zum Stoffbruch auf den Futterstoff gelegt. Oben, wo das Futter auf den Beleg trifft, steppt man diese Zugabe einige Zentimeter zu, nach unten hin bleibt das einfach eine offene Falte, die "Bewegungsfalte". Die Idee ist, dass das flutschige Futter eine bewegliche Schicht zwischen Kleidung und Mantel-Oberstoff bildet, so dass sich die Schichten gegeneinander verschieben können. Ohne diese Verschiebbarkeit stellt sich in engen Mänteln leicht ein Zwangsjackengefühl ein.

Steppfutter

Solche gesteppten Futter aus Vlies und Futterstoff gibt es fertig von der Rolle, und nach meiner Beobachtung ist das immer superdick, und ich befürchte Michelinfrauchenalarm. Daher habe ich sowas noch nicht verarbeitet, vielleicht verfügt ihr über Erfahrungen? Ich nehme an, dass man einen weiten Mantelschnitt ohne großartige Taillierung und Teilungsnähte wählen sollte, und vermutlich etwas größer zuschneiden, aber wieviel?

Fleece, Flanell, Plüsch


Ein Wintermantel mit einem kuscheligen Innenfutter erscheint ja äußerst verlockend, aber ich habe bei einem figurbetontem Schnitt, dem Talmi-Mantel, mit Baumwollsatin als Futter, keine guten Erfahrungen gemacht. Der Mantel klebte total an mir, deshalb würde ich mich nicht mehr trauen, einen Mantel mit einem der genannten Materialien zu füttern. Wie sind eure Erfahrungen damit? Ich nehme an es funktioniert, wenn der Mantel nicht zu eng sitzt? Aber woher weiß man, was „zu eng“ ist?
Anja hatte einen weiten Parka mit Fleece gefüttert - es funktionierte und trägt sich sehr angenehm.
Marion nähte sich "einen Mantel aus Wollwalk mit einem dünnen Baumwollstoff als Futter [...] (Die Ärmel habe ich wegen der Bequemlichkeit beim Anziehen mit klassischem Futtertaft gefüttert.) Das reicht vielleicht nicht den ganz hohen Nähansprüchen, ließ sich aber gut verarbeiten, bekommt viel positive Resonanz, habe ich den ganzen Winter getragen und nie gefroren. Es war aber ja auch nicht sooo kalt und außerdem bevorzuge ich das "dünne-Mehrschichtensystem"."

Schulterpolster


"Iiiihh, Schulterpolster!" höre ich schon die Menge aufschreien (oder besser gesagt die zwei Leute, die bis hierher durchgehalten haben). Aber Schulterpolster ist nicht gleich Schulterpolster! Ich rede nicht von diesen merkwürdigen und viel zu großen Schaumstoffschalen, die im Kaufhaus im Kurzwarenregal hängen.

Nein, die richtigen Schulterpolster, wie sie in Schneidereien verwendet werden, sind höchstens einen Zentimeter dick und bestehen aus Vlies und Wattierung. Sie sollen nicht die Schultern auf Schwarzeneggermaß verbreitern, sondern den Schulterbereich stabilisieren und glätten - schließlich hängt das gesamte Gewicht des Mantels daran. Bei einem richtigen Wintermantel sind sie eigentlich unverzichtbar - und in der Regel sind die Schnitte an der Schulternaht auch so konzipiert, dass da Polster rein müssen, damit der Ärmel richtig sitzt. Also nicht einfach weglassen! Man kann sich solche Schulterpolster auch problemlos selber machen - eine Anleitung dafür ist in der Pipeline und wird hoffentlich nächste Woche fertig.

Lucia zeigt in ihrem Beitrag nicht nur ihren Stoff, sondern erklärt auch verschiedene Sorten Einlage und zeigt ein paar Schneiderschulterpolster.  

Dienstag, 25. September 2012

Wochenrückblick KW 38





1. Glühbirnen sind Glück. Die aus den Regalen des Baumarkts verschwundenen Glühbirnen sind im 1-€-Laden an der Hermannstraße aufgetaucht, und ich konnte einen 30-Jahre-Vorrat an Kerzenbirnen erwerben (nicht komplett abgebildet). Übertrieben? Mit Sicherheit, aber ich habe mich lange nicht mehr so zufrieden gefühlt!

2. Alabama Chanin ist schwierig. Nicht so zufrieden war ich mit meinen Applikationsversuchen à la Alabama Chanin mit offenkantigem Jersey auf transparentem Baumwollvoile. Weder mit ähnlichem, noch mit kontrastierendem Garn sieht es so aus, wie ich es mir vorstelle. Komisch, da mir so eine Applikation auf einer Tasche schon ganz gut gelungen war. Aber woran liegt das?

3. Stoffreste machen auch glücklich - mich jedenfalls. Bei Teresa - Rose und Lavendel hatte ich Glück und gewann ein großes kleines Stoffpaket, genau richtig für mein Sechseckprojekt. Ich hab mich total gefreut! Wir machten einen Stoffrestetausch daraus, und eine kleine Restesammlung ist nun auf dem Weg nach Wien.

4. Paste-Up am Stuttgarter Platz, Charlottenburg. (Und, liebe Charlottenburgerinnen und Ex-Charlottenburgerinnen, ich verkneife mir jede Bemerkung wie "gibt es sogar in Charlottenburg"!)

Montag, 24. September 2012

Pionierarbeit in Charlottenburg: Dawandas gute Stube in der Windscheidstraße

Snuggery= "Gemütliche Stube"
Charlottenburg genießt ja in Berlin keinen besonders guten Ruf: spießig, langweilig, überaltert, das untere Ende der Kantstraße schäbig, der Stuttgarter Platz verrufen. Aber: auch in dieser Nachbarschaft tut sich was! Dawanda betätigt sich hier als Pionier und eröffnete am vergangenen Mittwoch in der Windscheidstraße 19 die Dawanda Snuggery – als Showroom mit Produkten zum Anfassen, als Ausstellungsfläche für das beste und schönste von Dawanda, als Ort für Workshops und Veranstaltungen.


Die Produkte, die sich hier begutachten lassen, werden von Dawanda ausgewählt. Es gibt also eine repräsentative Auswahl und von allem etwas: Kindersachen und Kleidung, Schreibwaren und Dekoschnickschnack, Schmuck und Möbel, Dinge aus Stoff und Leder, aus Holz, aus Metall und Porzellan. Wie man es zur Zeit auch in Einrichtungs- und Modeblogs sieht, viel Weißes, Pastelliges, Schwarzes und Graues, gemasertes Holz, Beton, Typographisches und Spitze. Da die Produkte mit der Zeit ausgetauscht werden, kann sich aber in wenigen Wochen schon ein ganz anderes Bild bieten.


Kleine Bilderrahmen mit Fotos und Texten zeigen die Herstellerinnen und Hersteller der Produkte und geben einen Einblick in deren Arbeitsweise und Philosophie. Ein Teil der ausgestellten Dinge kann sofort gekauft werden, andere bestellt man über den Dawandashop. Als Gedächtnisstütze gibt es Visitenkärtchen mit Shopname und Produktnummer zum Mitnehmen, kurzentschlossene Smartphonebesitzer können das WLAN im Laden und die QR-Codes auf den Etiketten nutzen und werden so gleich zum jeweiligen Shop geleitet.


Der hintere Teil des Ladens ist für Veranstaltungen und damit den gemütlichen Teil vorgesehen. Neben Seminaren für Verkäufer wird es dort jeden Donnerstag Abend Workshops geben, bei denen man sich mit verschiedenen Materialien austoben kann (Termine hier). 

Geöffnet ist der Showroom in der Windscheidstraße 19 jeweils Dienstag bis Samstag von 12-19.00 Uhr und natürlich zu den Abendveranstaltungen, weitere Fotos der Eröffnung findet ihr hier im Dawanda-Blog.




Als Berlin-Besucherinnen müsst ihr aber nicht denken, dass ihr in einer Ecke der Stadt gestrandet seid, in der sich sonst nichts unternehmen lässt, wenn ihr die Dawanda Snuggery besucht! Ein paar  subjektive Vorschläge für eine kleine Tour durch den "alten Westen": 


Um die Ecke in der Leonhardtstraße gibt es zahlreiche kleine Cafés und Läden, in der Hausnummer 4 zum Beispiel Bonitaperla, einen netten kleinen Perlenladen mit Schmuckzubehör, einzelnen Perlen, Swarowskikristallen und skandinavischem Modeschmuck.



Von Fach zu Fach in der Leonhardtstraße 10 hat erst vor einigen Monaten eröffnet, hier findet man Kunsthandwerk und Antiquitäten, und zwar immer wieder anderes, weil die Regalfächer im Laden von Künstlern und Designern wochen- oder monatsweise gemietet werden können. Das ist nicht teuer (ca. 8 bis 9 € pro Fach und Woche) und auch eine gute Idee für Leute, die schöne alte Sachen verkaufen möchten. Die Mischung zwischen neuem Kunsthandwerk im vorderen Raum – bei meinem Besuch z. B. Bilder, Glückwunschkarten, Schmuck aus Glas und Koralle, bestickte Schals aus Palästina – und altem Porzellan, Gläsern, Bildern im hinteren Raum ist jedenfalls sehr charmant, ebenso wie die Inhaberin.

Ein Spaziergang über die Kantstraße bis zum Savignyplatz bietet sich an, wenn man mehr Zeit hat und  Berlin einmal abseits der ausgetretenen Reiseführerrouten kennenlernen will. Auf dem ersten Stück wechseln sich reichlich obskure Bars mit Handyläden ab, dann folgt sozusagen Berlins Chinatown mit asiatischen Restaurants und Läden dicht an dicht, und zuletzt, rund um das Stilwerk, gibt es Möbel und Wohndesign. 

Die Parfümerie Harry Lehmann, Kantstraße 106 verkauft Parfums nach Gewicht, und zwar seit 1926. Außerdem Kunstblumen, wodurch schon das Schaufenster sehenswert ist. 



Der asiatische Supermarkt an der Kreuzung Kaiser-Friedrich-Straße (Kantstraße 101) ist sehr gut sortiert – bis hin zu konservierten Enteneiern und Hühnerfüßen mit Chili. Wenn ihr eine spezielle Zutat sucht, und dort nicht fündig werdet, müsst ihr wahrscheinlich nach London oder Amsterdam fahren. Ab hier fangen die asiatischen Geschäfte an – zum Beispiel gibt es ein Hello-Kitty-Spezialgeschäft, einen Bonsailaden, einige ganz schön verstaubte Geschäfte mit chinesischem Einrichtungs- und Dekokrams, in denen übrigens immer Räumungsverkauf ist. 

Einen Block weiter kreuzt die Wilmersdorfer Straße, eine Fußgängerzone mit den üblichen deutschen Fußgängerzonenläden – darunter eine Filiale des IdeeKreativmarkts (rechts neben P&C).

Geht man die Fußgängerzone noch weiter und unter der S-Bahn-Brück durch, findet sich auf der linken Seite der Reißverschlussspezialist Espe, der auch Knöpfe und andere Kurzwaren hat. (Tipp von Toadstooldots und Carola, Danke!).

Hinter der Wilmersdorfer kommen die Restaurants, hier eine getestete Auswahl: Im Selig (Kantstraße 51) gibt’s nordchinesische Küche, mit Weizennudeln statt Reis, die Nudeln werden dort selbergemacht. Das Furusato ist ein etwas teureres, aber wirklich gutes koreanisches Restaurant (Leibnizstraße 35/Kreuzung Kantstraße). Im Lon Men's Noodle House gibt es Taiwanesische Nudelsuppen, ebenfalls mit selbstgemachten Nudeln (Kantstraße 33). Sehr gut und günstig – die „normale“ Suppenportion ist schon reichlich, die große Suppe eigentlich nicht zu schaffen.

Auf der Strecke liegen auch noch Kumasch, ein auf Seide und festliche Materialien spezialisierter Stoffladen (Kantstraße 47), und am Savignyplatz mit Lalaine (Kantstraße 145) ein wirklich tolles Wollgeschäft. Also plant ruhig den ganzen Nachmittag ein, wenn ihr nach Charlottenburg zu Dawanda fahrt!

Sonntag, 23. September 2012

Wintermantel-Sewalong 2: Schnittmusterwahl


Ich habe den Schnitt für meinen Traummantel gefunden. Vorstellung der Schnittmuster. Kurz Entschlossene können jetzt noch locker einsteigen.

Nein! oder Ja! oder: eigentlich bin ich noch nicht viel weiter als letzte Woche zur Inspirationssammlung. 

Es sind letzte Woche viele reizvolle Mantelschnittmuster vorgestellt worden, die gleich auf meine innere Vormerkliste gewandert sind. Alles läuft aber auf ein Problem heraus: Ich habe noch keinen Stoff, und das Modell, das ich nähen kann, hängt vor allem davon ab, für welchen Schnitt ich den passenden Stoff finde. In der engeren Auswahl stehen der ganz lange Mantel 107 aus Burdastyle 10/2011 (eigentlich mein Favorit) und der Strenesse-Mantel aus dem aktuellen Heft, den ja auch einige von euch nähen werden.

Der Favorit
Für den langen Mantel brauche ich eine große Menge eines nicht gar so dicken Wollstoffs, für den kurzen Mantel eine kleinere Menge eines dickeren Wollstoffs. Und ehrlich gesagt bin ich schon leicht panisch. Auf dem Markt: bisher nichts! Anders als viele andere Teilnehmerinnen horte ich nämlich keinerlei Mantelstoffvorräte. Was Außenstehende vielleicht als "Vernunft" bezeichnen würden, erweist sich als Problem, als Stoffklemme. Nähpläne und keinen Stoff - gibt es Schlimmeres? 

Meine Hoffnung richtet sich damit auf den nächsten Dienstag, Markttag. Dann muss es passieren! Oder ich muss weitere Läden abklappern. Ich kann zwar unter Druck gut nähen oder arbeiten, aber Stoff kauft sich besser in entspanntem Zustand. und was mache ich, wenn ich gar keinen bezahlbaren Stoff finde, der mir gefällt? Ich kann nicht einfach heimlich aussteigen, ich bin doch Mitzveranstalterin!

Zu Beruhigung kopiere ich heute schon mal den Schnitt von Burda 107 aus 10/2011 heraus. Es sind 11 Teile,  relativ wenig für einen Mantel. Das Ding ist wirklich wahnsinnig lang - 140 cm Mantellänge reichen mir (168cm) fast bis zum Knöchel. Wäre ich ganz wahnsinnig, könnte ich den Mantel statt mit aufgesetzten Taschen auch mit den Paspeltaschen mit Klappen von Modell 105 nähen, der Grundschnitt ist der gleiche. Das würde die Schwierigkeitspunkte gleich von drei (Mantel) auf dreieinhalb (Modell 105) steigern.Aber an solchen Nervenkitzel wage ich derzeit nicht einmal zu denken - zuerst muss das Stoffproblem aus der Welt geschafft werden. Und ich schaue mal bei Catherine, was ihr euch so ausgesucht habt - lauter gefestigte Entscheidungen oder schwankt ihr auch noch?

P. S. den Bonusmantel von letzter Woche, der euch so begeistert hat, würde ich auch noch gerne in absehbarer Zeit nähen - aber, ihr ahnt es, ich habe keinen Stoff!

Donnerstag, 20. September 2012

Neu: MittwochsMasche im Café Provinz. Gemeinsam stricken, häkeln, sticken


Der Herbst ist Handarbeitszeit, oder? Wenn es kühler wird, überkommt mich auf einmal die Lust auf wollige Strickjacken, kuschelige Schals, Mützen und Handschuhe, und ich nehme mir vor, wieder mehr zu stricken, zu häkeln und zu sticken.

Geht es euch auch so, und habt ihr Lust auf Gesellschaft? Wollt ihr euch über Muster, Tricks und Techniken austauschen, Kenntnisse auffrischen oder Stricken und Häkeln neu lernen? Im Café Provinz in Alt-Treptow (Karl-Kunger-Str. Ecke Bouchéstraße) gibt’s am Mittwoch, 26. 9. ab 20.00 Uhr den ersten Handarbeitsstammtisch. In Zukunft trifft sich der Stammtisch alle 14 Tage, immer am zweiten und am vierten Mittwoch im Monat, die Veranstaltung ist natürlich kostenlos.

Also: angefangene Handarbeit einpacken und am nächsten Mittwoch im Provinz vorbeischauen – ich sitze an einem der großen runden Tische links im ersten Raum und ihr erkennt mich an den Stricknadeln.

Mögen die Maschen mit euch sein!

Dienstag, 18. September 2012

Ein Alltagsrock (119 Burdastyle 5/2012)


Scheint so, als wäre Burdastyle 5/2012 ein sehr gutes Heft: nicht nur der Schnitt für den tollen, weiten Bahnenrock in blau-orange stammt aus dieser Ausgabe, sondern auch der Schnitt für diesen Alltagsrock. Im Heft ist er allerdings alles andere als „Alltags-“, er wird einmal ultrakurz in orange gezeigt (Modell 118), einmal länger und aus pfefferminzgrüner Spitze (Modell 119). Für beides sehe ich derzeit nicht so richtig einen Platz in meiner Garderobe. Aber: Vorteil des Selbermachens ist ja, dass ich nicht in pfefferminzgrüner Spitze herumhüpfen muss, wenn ich nicht will. Unter der Spitzenverkleidung erspähte ich nämlich einen praktischen und für mich alltagstauglichen Schnitt: knielang, locker sitzend, je zwei Falten rechts und links im Vorderteil, ein geknöpfter, etwas breiterer Bund und, ganz wichtig: Taschen.


Stoff war noch vorhanden, ein großer Rest dunkelblaues Baumwoll-Viskose-Mischgewebe mit braunem Schimmer. Den Bund setzte ich mit dunkelbraunen Paspeln ab, selbstgemacht nach meiner Paspelanleitung vom letzten Jahr. Und die zufällig genau passenden Knöpfe fanden sich in einer riesigen Super-Knopfsammlung von Carola für unser Kreuzberger Nähkränzchen (Danke, Carola!). Die Bund-Innenseite ist aus Resten vom Wickelkleid.



Also alles bestens! Nur bei der Näherei hätte ich mich mal etwas besser konzentrieren und etwas zügiger arbeiten können. Der Rock lag nämlich in verschiedenen Stadien der Fertigstellung immer mal wieder zwei, drei Wochen herum, und dadurch entstehen Fehler. Der Reißverschlussschlitz ist nun mit blauem Garn abgesteppt, der Saum mit dunkelbraunem. Der Untertritt am Bund ist ein bisschen schmal – entweder ist mit da im Laufe des Nähprozesses irgendwo Weite verschütt gegangen, oder der Untertritt ist so schmal, weil der Rock eigentlich mit Druckknöpfen geschlossen werden soll. Aber egal: Ich sehe jetzt schon, dass ich dieses Teil viel anziehen werde – Tragefotos voraussichtlich morgen im Me-made-Mittwoch-Blog.

Schnitt: 119 aus Burda 5/2012
Stoff: Baumwoll-Viskose-Mischung vom Markt, ca. 1 Meter und Reste
keine Änderungen bis auf dunkelbraune Paspel am Bund, Knöpfe und Knopflöcher anstatt Druckknöpfe

Montag, 17. September 2012

Wochenrückblick Kw 37




1. + 2. Der wahrscheinllich letzte Spätsommersonntag auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Nirgends ist die Stadt so weit weg wie hier. Der Wind kann Anlauf nehmen, Drachen steigen, es fühlt sich an wie ein Tag am Meer. Das Rauschen der Stadtautobahn ersetzt die Brandung, jeder Besucher findet sein eigenes, einsames Plätzchen.

Die Fläche ist größer als der Tiergarten und soll auf Dauer in einen Landschaftspark umgewandelt werden. Ich hoffe dass sich möglichst wenig ändert, denn dieses Erlebnis von Weite und Großzügigkeit hat man nirgends sonst in Berlin. Wenn man dann mit der U6 zwei Stationen Richtung Kreuzberg zurückfährt und am Mehringdamm aussteigt, hat man das Gefühl, als wäre man ganz weit weg gewesen.

3. Tut mir leid, Karl, für mich siehst du im Moment nicht wie der Sieger der Geschichte aus! (Stencil Krüllsstraße, Alt-Treptow)

4. Und außerdem: ich bin bei Stoffe.de im Blogporträt vorgestellt worden, schon am 1. September - hätte ich gar nicht gemerkt, wenn die aufmerksame Melleni mich nicht darauf angesprochen hätte. Die, die da größtenteils bloggt, und die für die Blogporträtaktion verantwortlich ist, ist übrigens Christine, die mit Sew on trend auch noch ein eigenes Blog hat und die wir vom Me-made-Mittwoch und von Meikes Blümchenmonat kennen. Dass es bei Stoffe.de jetzt Stoffrestekisten zu bestellen gibt, habe ich bei der Gelegenheit auch bemerkt - oiweh, und das bei meinem Faible für Reste. Ich muss jetzt ganz, ganz stark sein.  

Sonntag, 16. September 2012

Wintermantel-Sewalong 1: Mantel-Inspirationen



Was brauche ich eigentlich für einen Mantel? Welche Farbe wünsche ich mir? Welche Ansprüche stelle ich an die Beschaffenheit und Kompatibilität? Welche Schnitte sind schwer oder nicht so schwer zu nähen, und schaffe ich das? Oder auch: Wovon habe ich schon immer geträumt? Was bereitet mir Kopfzerbrechen und woran möchte ich mich endlich mal trauen?

Die Suche nach Mantel-Inspiration ist bei mir eigentlich ganz einfach: Ich liebe Mäntel! Ich hätte am liebsten ganz viele verschiedene Mäntel, um nach Lust und Laune wechseln zu können: einen ganz langen schwarzen, einen kurzen bunten, einen aus Tweed, einen taillierten und einen weiten, einen Trenchcoat aus Wolle, ach ja, und ein Cape, unbedingt ein Cape.

Naja, es ist bisher bei der Theorie geblieben: in Wirklichkeit habe ich jeweils immer nur einen einzigen intakten Wintermantel. Dazu ist das Mantelnähen zu zeitaufwendig und das Mantelkaufen zu teuer. Dabei gibt es beim Nähen eigentlich kein Teil mit einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis als einen Mantel: Ich ziehe ihn mindestens von November bis März jeden Tag an. Jeden Tag! Das leistet kein anderes Kleidungsstück. Und im Vergleich zu einem schönen gekauften ist ein selbstgenähter Mantel noch günstig.

Mantel 107, Burdastyle 10/2011

Da ich viel zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin und es in Berlin gerne mal -15 Grad hat, sind lange Mäntel für mich praktischer. Sowas wie mein zweireihiger, taillierter, unten weiter Mantel aus schwarz-weiß gewebtem Wollstoff, den ich vor vier Jahren gemacht habe. Der ist jetzt einfach durch.

Als Ersatz käme der ultralange, schmale, zweireihige Mantel 107 aus Burda 10/2011 in Frage. Den würde ich gerne aus einem schönen schwarzen, nicht zu dünnen Wollstoff nähen. Problem: Ich brauche 4,20 Meter davon, kommt also nur in Frage, wenn ich einen günstigen Stoff finde. Das Futter hätte ich schon, denn letztes Jahr nahm ich auf Verdacht einen bunten, irre gemusterten Stoff auf dem Markt mit (lasst euch überraschen) – das würde phantastisch dazu passen.


Strenesse-Mantel aktuelle Burda
Der Mantel von Strenesse aus dem aktuellen Burda-Heft ist zwar kurz, gefällt mir aber wegen der großen Taschen. Wenn ich dafür einen schönen dicken Mantelstoff bekäme, vielleicht in Dunkelgrün oder Mitternachtsblau? Der Stoff müsste auf jeden Fall dicker sein als der Wollstoff meines Fischgratmantels mit Glitzer vom letzten Herbst, damit der Mantel dann warm genug ist.


118 aus Burda 9/2010

102 aus Burda 8/2010

Dann gefallen mir - warum, weiß ich auch nicht so recht - auch noch die weit geschnittenen, untaillierten Mäntel, die es zur Zeit gibt. Zum Beispiel 118 aus Burda 9/2010 oder 102 aus Burda 8/2010. Das wäre ein bisschen riskant, weil ich in weiten Sachen meist etwas verloren wirke, aber andererseits ungeheuer praktisch: was man da noch alles drunterziehen könnte, ohne sich in eine gestopfte Wurst zu verwandeln!


Und nicht zuletzt liegt hier auch noch ein Einzelschnitt aus den späten Sechzigern, den ich von Carola bekam: Ein kurzer, im Rücken ausgestellter Mantel mit Ärmelaufschlägen und Riesenkragen -  so toll! Er wäre genau der Bonusmantel, den ich nähen würde, wenn ich schon einen "vernünftigen" hätte. Aber bis dahin muss dieser vernünftige erstmal genäht werden...

Und wie ist es bei euch? Lang oder kurz, Wolle oder Steppstoff, eng oder weit? Ich bin gespannt, was ihr euch aussucht, Catherine sammelt heute alle Beiträge.

Montag, 10. September 2012

Wochenrückblick KW 36


 


 
1. Wie habt ihr das Ende der Glühbirne Anfang September erlebt? Ich wollte mich noch schnell mit 25-Watt-Kerzenbirnen eindecken und stand im Baumarkt vor leergefegten Regalen. Nun hatte der Ramschladen nebenan noch dies hier: 40-Watt-Glühbirnen, und der Impuls, ein paar zu kaufen, war übemächtig. Hilfe! Sollten Zigaretten verboten werden - ich würde vermutlich anfangen zu rauchen.

2. Griselda hatte schon richtig vermutet: es ist auch noch was großes aus Sechsecken in Gange. Mal sehen wie weit ich komme, ehe sich ein Stoff wiederholt.

3. Erkenntnis des Quilttreffens am Sonntag: Drunkard's path ist ja total Siebziger!

4. Am Reuterplatz, Neukölln: paste up von Tona aus Hamburg.

Sonntag, 9. September 2012

Wintermantel-Sew-along: in 10 Wochen zum Traummantel


Habt ihr Lust auf einen Wintermantel-Sew-along? Die Idee schwebte Catherine und mir schon etwas länger im Kopf herum. Mäntel gehören ja zu den Nähprojekten, die selbst die versierteste Selbernäherin nicht einfach mal so an einem Nachmittag zusammenwuppt. So viele Entscheidungen sind zu treffen, Details zu beachten, technische Schwierigkeiten zu meistern, dass etwas gegenseitige Unterstützung in der nähenden Gemeinschaft doch gut wäre, oder? Wenn wir jetzt gemeinsam anfangen, werden die Mäntel ganz ohne Stress bis Mitte November fertig! 

Wir haben uns folgenden Zeitplan überlegt: 

16. 9. 2012 Mantel-Inspiration (Catherine)

Was brauche ich eigentlich für einen Mantel? Welche Farbe wünsche ich mir? Welche Ansprüche stelle ich an die Beschaffenheit und Kompatibilität? Welche Schnitte sind schwer oder nicht so schwer zu nähen, und schaffe ich das? Oder auch: Wovon habe ich schon immer geträumt? Was bereitet mir Kopfzerbrechen und woran möchte ich mich endlich mal trauen?

23. 9. 2012 Schnittmusterwahl (Catherine)

Ich habe den Schnitt für meinen Traummantel gefunden. Vorstellung der Schnittmuster. Kurz Entschlossene können jetzt noch locker einsteigen.

30. 9. 2012 Stoffwahl (Lucy)

Der Stoff für den Traummantel wird ausgewählt oder ist sogar schon eingetroffen. Mit welchem Futter wird mein Mantel warm genug, welche Knöpfe nehme ich dazu und brauche ich weitere Zutaten?

7. 10. 2012 Zuschneiden und Einlage (Lucy)

Wie bringe ich das Zuschneiden, und schlimmer, das Einlage-Aufbügeln hinter mich?

14. 10. 2012 Mantel nähen I (Lucy und Catherine)

Doppeltermin: Kragen und Designentscheidungen (Catherine), Zusammensetzen und Taschen (Lucy)

21. 10. 2012 Mantel nähen II (Lucy)

Wie kommen die Ärmel an den Mantel? Soll ich mich an Paspelknopflöcher wagen oder doch lieber Klettband annähen?

28. 10. 2012 Futter nähen und einsetzen (Lucy und Catherine)

Doppeltermin: Wir kämpfen gemeinsam mit dem Futter und finden dabei vielleicht eine ganz einfache Methode. L. und C. zeigen zwei unterschiedliche Methoden, einen Mantel zu füttern.

4. 11. 2012 Krise kriegen (Catherine)

Nichts klappt - ich heul gleich! Virtuelles Taschentuchreichen und Wege aus der Krise

11. 11. 2012 Fertig stellen (Lucy)

Am Mantel fehlt nur noch der letzte Schliff: Knöpfe, Aufhänger, Gürtelschlaufen...

18. 11.2012 Berliner Minifinale (alle, die da sind)


Fototermin im fertigen Mantel für die Teilnehmerinnen des Blogtreffens!
(bzw. weitere Nähzeit für die, die noch nicht so weit sind)

25. 11. 2012 Großes Finale! (alle)

Präsentation der fertigen Mäntel in den Blogs

Wie ihr seht werden Catherine und ich uns zum Teil abwechseln, zum Teil an einem Termin verschiedene Aspekte behandeln. Ich glaube unsere unterschiedlichen Nähvorlieben ergänzen sich gut: Motivatorin und Vintage-Expertin Catherine wird sich möglicherweise für ein altes Schnittmuster entscheiden, mich könnt ihr fragen, wenn es darum geht, Burda-Anleitungen in unsere Sprache zu übersetzen. Bei jedem Termin wird es eine zentrale Verlinkungsmöglichkeit bei einer von uns geben.

Seid ihr dabei? Einen Mantel zu nähen ist keine Hexerei und auch für relative Nähanfänger machbar, wenn ihr euch nicht gerade einen Schnitt mit 53 Paspeltaschen aussucht. Und die alten Häsinnen finden bestimmt ihre eigene Herausforderung - einen lange gehüteten Wollstoff anschneiden, ein eigenes Schnittmuster basteln, den Kragen pikieren statt zu kleben...

Wir sind sehr gespannt, wer von Euch dabei sein wird - wir treffen uns zur Inspirationssammlung am nächsten Sonntag, 16. 9., bei cat-und-kascha-rote-tupfen.blogspot.com.

Freitag, 7. September 2012

Schöner sitzen


Ich sitze viel, mehr als ich möchte, täglich lange auf diesem Platz. So ein Plastikschalenstuhl wäre ohne Kissen auf die Dauer ziemlich unangenehm, daher besorgte ich nach dem Einzug schnell ein Schaumstoffkissen im Ramschkaufhaus nebenan. Dass ein schöner Kissenbezug nicht schlecht ist, wenn man sich an einem Ort so lange aufhalten muss, ist ja klar.

Aber, unter uns, ich brauchte vor allem ein Betätigungsfeld für meine neue Sucht - ich habe nämlich Hexagonitis. Ja, so siehts aus. Wahrscheinlich war es nur eine Frage der Zeit, wahrscheinlich war es fahrlässig von mir, mich bewusst immer wieder den Hexagons und ihren englischen Verwandten auszusetzen - schließlich wundert man sich ja auch nicht über eine Erkältung, wenn man in der Erkältungszeit im vollbesetzten Bus steht und alle um einen herum husten und schniefen. Jetzt habe ich also auch Hexagonitis mit den bekannten Symptomen:

- ich bin immer auf der Suche nach Stoff für noch mehr Hexagons (andere zerschneiden in diesem Zustand die nicht mehr getragenen Sachen aus dem Kleiderschrank, habe ich gehört – erschreckend, oder?)
- bin ständig beschäftigt mit dem Anlegen, Sortieren und Umschichten hübscher, kleiner, gehefteter Hexagon-Stapel
- habe zerstochene Fingerspitzen
- leide zeitweilig unter Schlafmangel und sozialer Vereinsamung („ich komme gleich, ich mache nur noch schnell die Reihe zuende!“)


Angesteckt hatte ich mich wahrscheinlich schon bei einem Treffen der Berlin modern quilt guild zum Thema – hier im Quilt-guild-Blog findet man auch die ganzen technischen Tricks, die Tacha uns verraten hatte. Beim English paper piecing (Hexagonitis ist nur eine Unterart, es gibt z. B. auch Pentagonitis oder Parallelogrammitis, you name it) werden Stoffstücke um Papierschablonen geheftet oder geklebt und durch Handnähte zusammengefügt.



Ich lade die Schablonen hier herunter und drucke sie auf Schmierpapier aus. Die ausgeschnittenen Papiersechsecke klebe ich mit Klebestift leicht auf den Stoff und hefte die Ränder hinten fest, ohne durch das Papier zu stechen, so dass die Schablonen später herausgezupft werden können und die Heftfäden drinbleiben.


Die klassische Sechseck-Anordnung ist der "Grandmothers flowergarden" mit sechs gleichfarbigen Teilen um eine andersfarbige Mitte herum, aber wie macht man ein modernes Muster daraus? Indem man nur ungemusterte Reste verwendet und eine Anordnung wählt, die gar kein regelmäßiges Muster ergibt, dachte ich mir. Eine gewisse Ähnlichkeit des Kissens mit zeitvertreibenden Spielchen wie Infex oder Mad Virus lässt sich ja nun nicht verleugnen. Aber sowas spiele ich nur gaaanz, ganz selten, ehrlich!    

Mittwoch, 5. September 2012

MMM*: Nur scheinbar grau

Grau ist der Alltag - so sieht es zumindest auf diesem typischen macht-der-Selbstauslöser-jetzt-mal-was-er-soll?-Bild aus der Büroecke aus. Ich stelle die Kamera mit zwei dicken Büchern darunter auf den Tisch und gebe mir drei Versuche. Wenn dann schon ein Foto dabei ist, auf dem ich mir gefalle, auf dem also mein inneres Bild von mir mit dem äußeren zur Deckung kommt, spricht das sehr für das Outfit. Was auf einem Foto nämlich nur in bestimmten Posen und mit Herumgezupfe gut aussieht, wird sehr wahrscheinlich auch im wirklichen Leben nicht so toll sein wie die Vorstellung, die ich mir davon gemacht habe.

In punkto Passform und Wohlfühlen ist bei diesen Teilen alles in Ordnung - dafür wusste ich nicht, dass das Ensemble aus der Entfernung so graumäusig aussieht. Von Nahem ist es nämlich so:



Ein schwarz- weiß geringeltes Shirt nach Burda 114/115 aus Heft 10/2006 (hier kurz besprochen), ein schwarz-weiß karierter Leinenrock mit Passe (122 aus Burda 6/2008, hier vorgestellt) und eine graue, gekaufte Strickjacke. Ich mag das Zusammentreffen unterschiedlicher Musterungen, könnte aber etwas mehr Farbe vertragen, damit ich nicht mit der Wand verschmelze. Das muss der Zebra-Effekt sein, die tragen ja auch schwarz-weiße Muster, damit man sie in der Savanne nicht sieht. Das nächste Mal also lieber eine farbige Strickjacke (habe ich nicht), oder eine dicke Kette in rot, blau, oder grün (dito) oder etwas anderes Buntes dazu, mal sehen.


*) Beim Me-made Mittwoch geht es darum, selbstgemachte Kleidung im Alltag zu tragen und dies zu dokumentieren - alle Teilnehmerinnen wie immer hier bei memademittwoch.blogspot.com.