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Sonntag, 13. März 2011
Blumen (XIX + XXI)
Gestickte Blumen, die 19. Aufgabe der Stickamazonen mit Buillonstich und Knötchenstichen in der Mitte. Diese plastischen Stiche - der "raised cup stitch" der Stockrosen gehört auch dazu - könnte ich mir auch gut als Ton-in-Ton Stickerei auf einem Kleidungsstück vorstellen.
Die 21. Aufgabe besteht ganz einfach aus Kettenstichen, Spannstischen und einzelnen Knötchenstichen (andere Stickergebnisse hier) und ergibt eine 50er-Jahre-Bordüre.
"Gibt es denn nichts wichtigeres?", könnte man angesichts der Lage auf der anderen Seite der Erde jetzt fragen. Seht es mir nach - dies ist ein Nähblog, und damit ein Refugium für die global gesehen völlig irrelevanten Themen. Was nicht heißt, dass ich mich nicht entsetzt, hilflos und wütend fühle. Aber hier ist nicht der Ort, um das zu artikulieren.
(Artikulationsmöglichkeiten, was die Zukunft der Atomkraft bei uns betrifft, bieten sich z. B. morgen um 18.00 Uhr, dann finden bundesweit in vielen Orten Mahnwachen statt, Informationen dazu bei ausgestrahlt.de. Bei Atomausstieg selber machen kann man sich über Ökostromanbieter informieren.)
Donnerstag, 17. Februar 2011
Stockrosen (XV)
Eine Aktion vom letzten Jahr soll nicht vergessen werden: die Stickchallenge 2010. Alle 14 Tage wurde über das Stickamazonen-Blog eine neue Stickaufgabe gestellt, eine besondere Stichkombination oder eine bestimmte Technik. In der zweiten Hälfte 2010 hatte ich ziemlich den Anschluss verloren, da ich aber auf lange Sicht so viele bestickte Quadrate haben möchte, dass sie zusammengesetzt eine kleine Decke ergeben, sticke ich auch deses Jahr weiter - wobei das mit dem "Dranbleiben" nach dem Ende so einer regelmäßigen Aktion immer so eine Sache ist. Wir werden sehen, wie das geht.
Aufgabe Nummer 15 vom Juli 2010 (Ergebnisse hier im Stickamazonen-Blog) ist schon mal genau mein Fall: Der Stich, aus dem die Blüten bestehen, nennt sich "raised cup stitch" und besteht aus einer Art Knopflochstich, der um ein paar in Dreiecksform vorgespannte Fäden gestickt wird.Sehr plastisch wird das, und gar nicht mehr dreieckig.
In Stockrosenanordnung ist mir das fast schon zu naturgetreu, passt thematisch aber zur Zeit aber sehr gut, weil ich im vorigen Sommer die Baumscheiben vorm Haus mit selbst gezogenen Stockrosen (aus Samen aus dem Schlosspark in Sacrow) bepflanzt habe, von denen jetzt nach einem halben Meter Schnee, 15 Grad minus, Streusalz und Granulat und zwei Reinigungsaktionen der BSR rein gar nichts mehr zu sehen ist. Ich mache mir Sorgen - ob da noch etwas ist, das wieder austreiben kann? Und ob die im Herbst vergrabenen Tulpenzwiebeln herauskommen? - Wie sagte meine Schreibtischnachbarin so schön: "Du weißt, wie man sich das Leben spannend macht."
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Rabimmel, rabammel, rabomm (XIV)
So kanns gehen: Eben noch auf die Ferien gefreut, einen Tag später durch eine schlimme Erkältung auf Null entschleunigt. Nachdem mir gestern beim Kranksein so fad war, dass ich fast meinen Twitter-Account in Betrieb genommen hätte, um mein Elend und was mir sonst so durch den wattigen Kopf geht, in die Welt zu pusten, habe ich mich heute wieder einigermaßen gefangen. Aber nichts erledigen können, daher wird aus den elf Ferientagen natürlich nichts. Humpf.
Bis ich wieder vollends auf dem Damm bin, kann ich euch aber noch eine Stickerei zeigen. "Rabimmel, rabammel..." - genau, das war vor einem Monat, beim Laternegehen. "Rabimmel, rabammel, rabomm..." - und wie gehts weiter? Das war nämlich die Frage, und es ist schon ungünstig, wenn einem partout nur noch der Refrain einfallen will. Besonders wenn in der Kinderfraktion die Stimmung gerade auf dem Nullpunkt ist, weil der Martinsmarkt auf der Domäne Dahlem lauter kostspielige Kleinigkeiten anbietet, für die die Mütter nicht das Portemonnaie zücken möchten. Allerdings hätte wohl auch größere Textsicherheit meinerseits die generelle Unzufriedenheit auf dem Rückweg zum Auto nicht beheben können.
Das war tatsächlich mein allererster Laternenumzug aus der Erwachsenenperspektive, und daher ein Grund, als Stickerei festgehalten zu werden. Die 14. Stickaufgabe der Stickamazonen passte dazu - sie erinnerte mich an chinesische Lampions oder Feuerwerk, so dass der Schritt zum Laternenumzug nicht groß war. Für den dort angewandten Garbenstich, der aus gebündelten Spannstichen mit einem separaten Stich quer besteht, habe ich im Netz gar keine Anleitung gefunden. Hängt auch ein bißchen in der Luft, so ohne Richtung und Linie. Wie das z. B. aussehen kann, wenn man an einer Kante entlangstickt, sieht man hier.
Montag, 22. November 2010
Krake Paul (XII)
Wovon hängt es eigentlich ab, ob es im Sommer ein Sommerloch-Tier gibt, dass das ganze Land wochenlang in Atem hält? Ich meine solche Tiere wie den Problembären Bruno, Sammy den Kaiman, der 1994 schließlich "erschöpft und verängstigt" aus einem Baggersee bei Dormagen geborgen wurde, oder auch Manni das Känguruh, das im Sommer 1998 durch Niedersachsen hüpfte, seinen Häschern mehrmals knapp entkam und leider von einem Zug überfahren wurde.
Der prophetische Krake Paul gehört für mich unzweifelhaft auch in die Reihe - obwohl wir ja Dank Fußball eigentlich gar kein Sommerloch hatten. Vielleicht kommt es beim Auftreten von Sommerlochtieren gar nicht so sehr auf die Nachrichtenlage an, sondern sie treten in relativ regelmäßigen Abständen etwa alle vier Jahre auf?
Sammy 1994 - Manni 1998 - Kuno ("Killerwels") 2001/2003 - Bruno 2006 - Paul 2010 - das ist doch ein Muster! Das nächste Sommerlochtier wäre damit 2014 zu erwarten (ich komme dann darauf zurück).
Paul (der übrigens einen dicken Fehler aufweist - sieht das jemand?) hat hier seine Tarnfarbe angelegt und ist mit Stiel- und Vorstichen gestickt. Die Bordüre ist die 12. Stichkombination der Stickamazonen - Ergebnisse sieht man auch hier. Neu ist hier der umschlungene Langettenstich (Schlingstich) in grün, der eine plastische, lose aufliegende Kante bildet.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Lost (XIII)
Lost, verloren - nicht nur im Sommer den Stickrhythmus, sondern jetzt im Frühwinter bin ich auch noch ganz neu verloren an Lost, die Fernsehserie. Wahrscheinlich hat die halbe Welt schon alle Staffeln gesehen - im Nahtzugabe-Haushalt entstand das Lost-Fieber erst vor etwas zwei Wochen, als wir an einem unausgefüllten Abend anfangs eher desinteressiert die erste Folge anschauten, die schon lange auf der Festplatte schmorte. Jetzt wollen wir natürlich auch wissen, wie es weitergeht, und so gibt es, fein dosiert, an jedem freien Abend eine Folge.
Der unbestreitbare Nachteil dieser Freizeitgestaltung: Beim Fernsehen kann ich nicht sticken, so dass das Stickprojekt einstweilen nicht viel vorankommt. Die Stickaufgabe 13 passt aber gut zum Thema: in der Stichkombination aus Spannstichen und Knötchenstichen kann man sich dschungelartig verlieren.
Samstag, 18. September 2010
Piep! (XI)
Ein kleines Lebenszeichen vom heimischen Sofa. Ich bin total erkältet, der Liebste ist demonstrieren gegangen, und ich lasse das Gezwitscher zur Demo im Hintergrund laufen. Moderne Technik ist schon was Tolles.
Danke für eure Beiträge zur Zeitschriftendiskussion - ich bin froh zu wissen, dass ich nicht die einzige, bin die im derzeitigen Angebot nichts findet, und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass das Thema hier im Blog behandelt wird.
Aber nochmal zurück zum Zwitschern, aber zum analogen. (Das war jetzt eine unglaublich elegante Überleitung, nicht wahr?) Berlin gilt als Hauptstadt der Spatzen, weil die kleinen Vögel hier auf Brachflächen und in Kleingärten genügend Unterschlupf und Nahrung finden, sagt man. Aber ob das der einzige Grund ist? In vielen anderen Städten gibt es ja auch viel Grün, aber die Berliner Spatzenpopulation ist schon etwas Besonderes.
Mir sind die Spatzen hier vor allem aufgefallen, weil die Viecher wirklich kleine Schlaumeier sind. An den Plätzen in der Stadtmitte gibt es kleine Schwärme, die sich auf die Nahrungssuche in der Großstadt spezialisiert haben. Nicht im mindesten scheu, hüpfen sie sogar auf den Tischen von Straßencafés herum und picken Krümel auf. Schauen einen auffordernd und niedlich-knopfäugig an, wenn man ein Eis ißt. Manche versuchen es direkt an der Quelle und fliegen in Bäckerläden hinein (und finden dann nicht mehr hinaus), andere lassen einen nicht aus den Augen, wenn man im Park auf der Bank sitzt und eine knisternde Papiertüte dabeihat - es könnte ja etwas Eßbares darin sein.
Als Bordüre die Stickaufgabe 11 der Stickamazonen mit dem geschlossenen Knopflochstich (Closed buttonhole stitch) und dem Ährenstich (Wheatear stitch). Eine Wolke links oben spendiere ich den beiden noch, auch wenn ihnen ein Croissant sicher lieber wäre.
Samstag, 10. Juli 2010
Vuvuzela (X)
Vuvuzela ist schon jetzt mein neues Wort des Jahres 2010. Und ob wir nächstes Jahr noch wissen werden, was das ist, und dass die Diskussion um den Vuvuzela-Lärm am Anfang sogar wichtiger war als die WM-Spiele? Oder wird die Vuvuzela nach der Weltmeisterschaft in unseren ständigen Wortschatz eingehen - "du schnarchst wie eine Vuvuzela!" - "Nebenan war gestern ein Kindergeburstag mit Vuvuzelas, ich war vielleicht genervt!" - "Es ist so heiß heute, der Lüfter des Laptops hört sich schon wie eine Vuvuzela an, hoffentlich raucht er nicht ab."
Wie auch immer, falls ich in zehn Jahren zufällig eine brüchige Plastiktröte in der Garage finde, und mich nur noch dunkel erinnere, dass man die Dinger um das Jahr 2010 herum hatte aber nicht mehr weiß, wie das heißt, dann muss ich jetzt nur noch auf meiner Stickdecke nachschauen.
Die blau-braune Borte ist die 10. Stickaufabe der Stickamazonen. Meine Version sieht diesmal ziemlich anders aus, als die Stickergebnisse - beim gekreuzten Langettenstich (crossed buttonhole stitch) muss man sehr auf Gleichmäßigkeit und auf die Ausrichtung achten, das finde ich ziemlich schwierig, und die Struktur dieser ganzen Stichkombination war mir nicht klar. Kurz: ich fand es ziemlich kompliziert. Was mit "Wicklung" bzw. "wrapping" gemeint war, habe ich auch noch nicht herausgefunden - der Wickelstich, den ich genommen hatte, war es offenbar nicht.
Aber macht nichts. Jetzt muss ich mich erstmal für heute Abend warmtröten*), und ich hoffe ja sehr, dass die deutsche Mannschaft beim Spiel um den dritten Platz nicht wieder auftritt, als wäre sie über Nacht von den Körperfressern ausgetauscht worden.
*) Keine Angst, in Wirklichkeit tröte ich gar nicht. Aber ich würde manchmal gerne. Muss mir Montag noch eine Vuvuzela kaufen, falls es die später nicht mehr gibt.
Freitag, 2. Juli 2010
Bus fahren (IX)
Öffentliche Verkehrsmittel in großer Sommerhitze sind ja immer so eine Sache. Alle schwitzen, alle sind gestresst, und dass manche kaum angezogen sind, trägt irgendwie nicht gerade zur Entspannung bei.
Sollte ich eine Rangfolge der Berliner Verkehrsmittel aufstellen, dann liefe die Straßenbahn, eine überhitzte rollende Sardinenbüchse, unter "unbedingt vermeiden" - ich denke da zum Beispiel an die immer überfüllte M2 vom Alexanderplatz die Prenzlauer Allee hinauf. Bei der S-Bahn gibt es meistensteils Fahrtwind, das ist gut. Die U-Bahn ist vor allem muffig wie immer, was im Sommer nur besonders auffällt.
Der eindeutig beste Ort, um von A nach B zu kommen, ist aber im Moment das wunderbar klimatisierte Oberdeck eines Doppeldeckerbusses. Bellende Hunde und plärrende Kinder bleiben im Untergeschoss, und man kann entspannt und angenehm heruntergekühlt in der Höhe des ersten Stockwerks anderen Leuten auf den Balkon schauen oder Autofahrer bei waghalsigen Einfädelmanövern beobachten. In der ersten Reihe sitzen meistens begeisterte Kinder und ebenso begeisterte Väter, und so mancher gestandene Buspassagier springt auf und hastet nach vorne, wenn dort ein Platz frei wird.
Alles kein Vergleich zu den Bussen, wie ich sie früher, vor Berlin, kannte! Da ich am ländlichen Rand einer norddeutschen Großstadt aufgewachsen bin, war Bus fahren die Qual meiner Jugendjahre: Der Bus fuhr selten, er bewegte sich in einem absurden Zickzackkurs dem Ziel entgegen, um möglichst viele Haltestellen abzudecken, er brauchte für die Strecke daher dreimal so lange wie nötig und er fuhr nicht mehr nach 23.00 Uhr. Dass Bus fahren angenehm und praktisch sein kann, habe ich erst in Berlin entdeckt. Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass das Wort "kann" dort nicht aus Zufall steht. Im M41 (ein Gelenkbus, daher kein Oberdeck) kurz nach Ladenschluss vom Potsdamer Platz zum Hermannplatz ist auch und gerade hier kein Vergnügen - ich sage nur: bellende Hunde, plärrende Kinder, aggressive und/oder gestresste Mitfahrer, dazu noch der eine oder andere berlintypische Bekloppte - aber das ist schon eine ganz andere Geschichte...
Die Stickaufgabe 9 der Stickamazonen ist hier gut versteckt: Mit dem baskischen Knoten oder Palästrinastich stickte ich die beiden grünen Umrandungen, um den Stich überhaupt erst einmal auszuprobieren. Weitere Stickergebnisse mit dem Palästrinastich sieht man hier. Für die Flächenfüllung verwendete ich diesmal den Kettenstich, das ist erheblich einfacher zu arbeiten als Plattstiche und die Stickerei wird nicht so dick und schwer.
Sollte ich eine Rangfolge der Berliner Verkehrsmittel aufstellen, dann liefe die Straßenbahn, eine überhitzte rollende Sardinenbüchse, unter "unbedingt vermeiden" - ich denke da zum Beispiel an die immer überfüllte M2 vom Alexanderplatz die Prenzlauer Allee hinauf. Bei der S-Bahn gibt es meistensteils Fahrtwind, das ist gut. Die U-Bahn ist vor allem muffig wie immer, was im Sommer nur besonders auffällt.
Der eindeutig beste Ort, um von A nach B zu kommen, ist aber im Moment das wunderbar klimatisierte Oberdeck eines Doppeldeckerbusses. Bellende Hunde und plärrende Kinder bleiben im Untergeschoss, und man kann entspannt und angenehm heruntergekühlt in der Höhe des ersten Stockwerks anderen Leuten auf den Balkon schauen oder Autofahrer bei waghalsigen Einfädelmanövern beobachten. In der ersten Reihe sitzen meistens begeisterte Kinder und ebenso begeisterte Väter, und so mancher gestandene Buspassagier springt auf und hastet nach vorne, wenn dort ein Platz frei wird.
Alles kein Vergleich zu den Bussen, wie ich sie früher, vor Berlin, kannte! Da ich am ländlichen Rand einer norddeutschen Großstadt aufgewachsen bin, war Bus fahren die Qual meiner Jugendjahre: Der Bus fuhr selten, er bewegte sich in einem absurden Zickzackkurs dem Ziel entgegen, um möglichst viele Haltestellen abzudecken, er brauchte für die Strecke daher dreimal so lange wie nötig und er fuhr nicht mehr nach 23.00 Uhr. Dass Bus fahren angenehm und praktisch sein kann, habe ich erst in Berlin entdeckt. Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass das Wort "kann" dort nicht aus Zufall steht. Im M41 (ein Gelenkbus, daher kein Oberdeck) kurz nach Ladenschluss vom Potsdamer Platz zum Hermannplatz ist auch und gerade hier kein Vergnügen - ich sage nur: bellende Hunde, plärrende Kinder, aggressive und/oder gestresste Mitfahrer, dazu noch der eine oder andere berlintypische Bekloppte - aber das ist schon eine ganz andere Geschichte...
Die Stickaufgabe 9 der Stickamazonen ist hier gut versteckt: Mit dem baskischen Knoten oder Palästrinastich stickte ich die beiden grünen Umrandungen, um den Stich überhaupt erst einmal auszuprobieren. Weitere Stickergebnisse mit dem Palästrinastich sieht man hier. Für die Flächenfüllung verwendete ich diesmal den Kettenstich, das ist erheblich einfacher zu arbeiten als Plattstiche und die Stickerei wird nicht so dick und schwer.
Donnerstag, 24. Juni 2010
Ranken (VIII)
Die 8. Aufgabe der Stickamazonen war etwas ganz einfaches: eine Ranke aus Kettenstich, Spannstich und Knötchenstich, und komplizierter als es ist, habe ich es diesmal auch nicht gemacht.
So siehts aus wenn ich sticke: aus der Hand, dabei sitze ich auf dem Sofa. Ich bin keine große Zubehöranschafferin, daher habe ich praktisch keinen Spezialkleinkram, den es fürs Sticken und Nähen noch so gibt.
Die Pappkärtchen zum Aufwickeln des Garns habe ich in einigen französischen Stickblogs gesehen und mir selbst welche passend zu meiner Dose zugeschnitten (sowas kann man natürlich auch fertig kaufen). Die üblichen Stickgarnstränge von Anchor verwandeln sich bei mir nämlich in kürzester Zeit in vertüddelte Garnklumpen. Mit dem Aufwickeln wird das tatsächlich verhindert, und es sieht auch noch schön aus.
Samstag, 12. Juni 2010
Eyafjalla
Ein paar Tage absolute Ruhe am Himmel - dieses Ereignis musste mit Stickerei festgehalten werden. Als der Nachrichtensprecher eines Abends zum ersten Mal von einem Vulkanausbruch auf Island berichtete und sich stotternd mit dem Bandwurmnamen „Eyjafjallajökull“ abmühte, hätte wohl niemand gedacht, dass dieser Vulkan ein paar Tage später den Flugverkehr in ganz Europa lahm legen würde. Ich bildete mir ein, die ungewohnte Stille am Himmel sogar hier in B. zu spüren, obwohl ich wahrhaftig nicht in der Nähe eines Flughafens wohne.
Der Vulkan entstand nach Vorlage eines Zeitungsfotos - vereinfacht, auf den Stoff übertragen und nachgestickt. Horst Köhler ist mir aber zu schwierig, auch wenn ein Bundespräsidenten-Rücktritt definitiv eine Stickerei verdient hätte.
Die Umrandung ist eine einfache Variation der Hexenstichborte vom letzten Mal (entsprechend der Sonderaufgabe der Stickamazonen, dieses Muster abzuwandeln – die sehr interessanten Lösungen aus der Gruppe sieht man hier und hier).
Sonntag, 30. Mai 2010
Nochmal Afrika (VII)
Floh fragte, ob ich mir bei Museumsbesuchen auch immer ein "Lieblingsstück" aussuchen würde - nein, im Grunde nicht, aber die perlenbesetzten Kalebassen im Ethnologischen Museum habe ich lange betrachtet, unter anderem weil man nicht erkennen kann, wie die Perlen befestigt wurden. Die Farben und Muster gefielen mir sowieso, daher wurde die größte und bunteste von ihnen zum Vorbild für die nächste Stickerei der Stickamazonen-Challenge, zusammen mit der 7. Stickaufgabe, einer einfachen, aber wirkungsvollen Borte aus Hexenstich, Knötchenstich und einzelnen Kettenstichen.
Für die Kalebasse selbst probierte ich diesmal den Plattstich als Flächenfüllung aus. Im Grunde ist das ein ganz simpler Stich - die Fäden liegen auf der Oberfläche parallel - um wirklich gut Plattstich zu sticken, braucht es aber viel Übung, die mir noch fehlt. Ich finde es nicht einfach, einen klaren Umriß und eine ganz gleichmäßige Oberfläche zu erzielen, von Abschattierungen mit zwei oder drei Farben ganz zu schweigen.
Da der Stoffgrund bei dieser Stickerei komplett vom Garn bedeckt wird, ist das Stickmotiv ziemlich dick und schwer, jedenfalls im Vergleich zu den bisher gestickten Quadraten. Beim Plattstich wäre es wohl auch gut, ausnahmsweise einen Stickrahmen zu verwenden. Das ist mir normalerweise zu umständlich, auch wenn diese Arbeitsweise nicht gerade professionell ist. Die kommenden Quadrate werden dann wohl ohne Plattstich stattfinden - das ist besser mit meiner schlampigen Aus-der-Hand-Stickerei kompatibel.
Sonntag, 2. Mai 2010
Kaffeeklatsch (V & VI)
Seit Suschnas Post über Häkelborte und Reichsadler lässt mich ja das Thema Kaffeeklatsch nicht los. Zwar ging es ursprünglich um die Tischdecken, aber ihr schwarz-weißes Familienfoto faszinierte mich nicht nur wegen der Dame hinten links in der Bluse mit der interessanten Streifenanordnung. Die abgebildete Kaffeeklatschkultur kenne ich aus meiner Kindheit - die Geburtstage meiner zahlreichen Großtanten und -onkel wurden gewöhnlich mit einem Tortengelage begangen. Vom Kuchen abgesehen waren das für mich als einziges Kind in der Runde immer schrecklich öde Nachmittage. Ich saß meist unter dem Tisch wie in einem Zelt und spielte, oder räumte im Nebenzimmer Omas Kommode aus. Als ich älter war, hätte ich währenddessen gerne gelesen, durfte aber nicht (weil sich das nicht gehörte).
So eine Kaffeerunde mit allen guten (Sahnetorte so viel man will) und quälenden Begleiterscheinungen (Langeweile, die Fragen "wie gehts denn in der Schule?", "was willst du denn später mal werden?") habe ich seit etwa 1987 nicht mehr erlebt, damit gehört der Geburtstagskaffeeklatsch für mich zu den heute verschollenen Bräuchen und Sitten unserer Vorfahren und hat es verdient, in Stickerei festgehalten zu werden.
Die Stickaufgaben Nummer 5 und Nummer 6 bei den Stickamazonen wurden zu gestickten Tischdecken, denn die waren auch in meiner Familie unverzichtbar.
Die rote Grundstruktur oben ist ein Kretastich oder Cretan stitch, aber mit großem Abstand gearbeitet, bei dem unteren Stück ein Wabenstich oder Chevron stitch. Völlig neu für mich war auch der laut Stichlexikon "schnell zu arbeitende", für mich aber alles andere als schnelle Sorbelloknotenstich.
Donnerstag, 8. April 2010
Leichtfüßig
Ganz leichtfüßig fühle ich mich immer in dieser Zeit des Jahres, in den ersten Wochen, wenn die schweren Winterstiefel endlich gegen leichteres Schuhwerk getauscht werden können. Wenn der dicke Wintermantel zuhause hängt fällt buchstäblich eine Last ab, und die Arme sind auf einmal auch wieder viel beweglicher. Beschwingt fühle ich mich, und meistens erwacht dann der Wunsch nach neuen leichten Schuhen. Bunt und verspielt müssen sie sein - vor ein paar Jahren suchte ich blassrosa Ballerinas, dieses Jahr hätte ich gerne gelbe Schläppchen, oder blasstürkise Absatzschuhe mit Querriemchen. Leider werden meine Wünsche in den Schuhgeschäften meiner Preisklasse nur selten befriedigt, daher finde ich so gut wie nie den Frühlingsschuh meiner Träume. Komischerweise bin ich dann spätestens ab Mai über meinen Wunsch hinweg - und auch dieses Mal scheint es auf Verzicht hinauszulaufen, denn in den Schaufenstern sehe ich nur schwarze, graue und braune Stiefeletten, ausgerechnet.
Die Spezialaufgabe der Stickamazonen bestand diesmal aus abgestuften Schlingstichen/Langettenstichen mit eingewebtem Garn. Bei mir ohne Perlenfüllung, denn Perlen machen sich auf Tischdecken so schlecht, dafür habe ich die Schuhe meiner Träume in den Goldrahmen gestellt. Und die Rose aus Buillonstichen ausprobiert, nach der Teresa beim vorletzten Stück gefragt hatte. "Pariser Röschen" ist ein sehr passender Name dafür, denn die kleinen halbplastischen Blüten haben etwas sehr liebenswert Altmodisches - ich denke dabei unweigerlich an das Paris auf 50 oder 100 Jahre alten Fotografien, an Menschen in Sommerkleidern, die auf zierlichen Gartenstühlen im Park sitzen und natürlich elegante Sommerschuhe tragen.
Zufällig stieß ich dann beim Träumen von Paris auf eine wunderbare Seite: Auf parisenimages.fr kann man alte Bilder von Paris betrachten - von der Anfangszeit der Fotografie bis in die 1960er Jahre. Die Suchfunktion in der englischsprachigen Version taugt leider nichts, daher benutzt die franzöische Suche ("Recherchez une photo"). Ihr könnt in das linke Kästchen ("Mots clés") z. B. den Namen einer Sehenswürdigkeit, einer Straße oder einer Person eingeben, oder euch mit dem Kästchen rechts ("Année") die Bilder eines bestimmten Jahres anzeigen lassen.
Und so findet man zum Beispiel dieses Bild zweier strickender Damen im Jardin du Luxembourg von ca. 1952. Möglicherweise Vorläuferinnen des Collectif France Trikot?

Freitag, 12. März 2010
Aus dem Winterschlaf (IV)
Vor zwei oder drei Wochenenden entstand dieses Quadrat mit der vierten Aufgabe der Stickchallenge auf der soliden Grundlage einer gewissen Übellaunigkeit und Lustlosigkeit. Nach acht Wochen Schnee fällt mir auch nichts mehr ein, außerdem erlebe ich nichts, weil ich nur noch rausgehe, wenn es unbedingt sein muss.
Heute morgen: schon wieder Schnee, und ich glaube ich schalte mich gleich wieder in den Winterschlafmodus. Neuer Stich diesmal: der Rückstichstern, oder Whipped Spiders Wheel, hier in verschiedenen Rosa- und Pinktönen.
Übrigens: Ich mag ja die liebevoll geschriebenen Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes. Aussichten für das Wochenende und den Anfang der nächsten Woche:
"Bevor ich zu dem Thema Frühling komme, müssen wir noch gemeinsam das Wochenende überstehen. [...] Man kann es mit dem einen Wort "nasskalt" beschreiben. Aus Nordwesten strömt feuchte und recht kalte polare Meeresluft nach Deutschland. Die Folge sind viele Wolken, in den Niederungen im Norden und im Westen mehr Regen, nach Osten und Süden hin und im Bergland mehr Schnee. [...]
Dann kommen wir endlich zur nächsten Woche und zu den zarten Frühlingshoffnungen. Nun, den Montag überspringen wir mal, da tut sich noch nichts in Sachen Frühling. Am Dienstag streckt er dann von Frankreich seine Fühler in den Südwesten Deutschlands aus." (Quelle: www.dwd.de)
Aber so richtig möchte sich Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich doch noch nicht festlegen - Ende der Woche eventuell bis zu 15 Grad in Süddeutschland. Und was ist mit uns?
Mittwoch, 3. März 2010
"Mach' ihn fleischiger!" (III)
Den Döner. Gut gemeinter Tipp meines Liebsten angesichts dieser Stickerei - ja, es handelt sich um einen Döner, ich sage das lieber gleich, sonst schreibt glatt jemand "Oh, so ein niedlicher Blumenkorb" und dann kommen wir in eine ganz, ganz peinliche Situation.
Wenn in unserer Straße ein Dönerimbiss aufmacht - und zwar genau an der Stelle, an der vor einem halben Jahr schon jemand mit der gleichen Idee scheiterte - dann verdient das, in Stickerei festgehalten zu werden, denn ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass der Laden das Jahr 2011 erleben wird.
Der Döner ist ja, mehr noch als die Currywurst, so eine Art Berliner Nationalessen. Oder zumindest die Geschäftsidee für Leute, die eigentlich keine Geschäftsidee haben und glauben, so mit möglichst wenig Aufwand Geld zu verdienen. Viele, wenn nicht die meisten Berliner Buden erscheinen mir ziemlich obskur - seit ich in der Stadt bin, pflege ich eine Gammelfleisch-Paranoia und halte mich von diesen Läden mit ihren Schaumfleischspießen fern. Wobei es hier sicherlich auch gute Dönerläden gibt - Tipps von Berliner Leserinnen willkommen!
Der Döner wird hier von der dritten Aufgabe der Stickamazonen umrahmt, eine Stichkombination, die mir diesmal besonders gut gefallen hat, weil sie so ornamental ist. Erinnert mich an orientalische Fliesen, und das passt ja.
Für mich neuer Stich diesmal: Der Bouillonstich oder auch Wickelstich, quasi ein auf die Seite gelegter Knötchenstich, hier in gelb.
Na dann, guten Appetit!
Dienstag, 2. Februar 2010
The fish doesn't think (II)
"the fish doesn't think
because the fish knows
everything"
singt Iggy Pop in der Filmmusik zu Emir Kusturicas Arizona Dream.
So ein weiser Fisch ist auch auf das zweite Stück der Stickchallenge 2010 geschwommen, einfach weil ein faszinierendes Fisch-Foto hier tagelang herumlag. Ich schwöre, der Fisch, ein weißer Koi-Karpfen, schaute direkt in die Kamera, und für seine Lage - in ein Tuch gewickelt, außerhalb des Wassers - sah er nicht allzu erstaunt aus. Da er jedes Jahr mit seinen Spiegelkarpfen-Kollegen abgefischt und anschließend wieder in den Teich gesetzt wird (während die Kameraden den Weg auf den Teller antreten), weiß dieser Fisch sicherlich eine Menge, wenn nicht gar alles.
Die zweite Stickaufgabe enthielt den geknoteten Rautenstich, den ich als ziemlich schwierig empfand. Das nächste Mal verwende ich auch lieber ein Lineal, auf dem die Millimetereinteilung noch zu erkennen ist, das trägt bestimmt zur Gleichmäßigkeit der Kästchen bei.
Die Fischschuppen bestehen aus einzelnen Fliegenstichen, um das Gelernte vom letzten Mal zu festigen.
Weitere Stickergebnisse zu dieser Aufgabe findet man hier und hier.
Sonntag, 17. Januar 2010
Ge(be)sticktes 2010 (I)
Wie ich vor einem Jahr schon erzählt habe, bin ich keine große Vorsatzfasserin, schon gar nicht für das Hobby. Außer vielleicht: dazulernen.
2010 möchte ich beim Sticken dazulernen. Vorsatz also: Mehr sticken und beim Sticken mehr ausprobieren. Und auf diesem Weg schließlich mehr können, als die fünf Stiche - Vorstich, Stielstich, Kettstich, Schlingstich, Knötchenstich - die ich bisher kenne und benutze. Meine dicken Stickbücher verraten mir nämlich, dass es zwischen A wie Astipalaia-Stich und Z wie Ziegelstich noch mehrere Dutzend Sticharten gibt, von denen ich bis dato gar keine Ahnung habe.
Meinen Ausgangspunkt bildet die Stickchallenge der Stickamazonen: Initiatorin Barbara (oder eine der anderen Mitstickerinnen) stellt im Blog jeweils am 1. und am 15. des Monats eine Stickaufgabe, die aus einer Kombination verschiedener Stiche besteht. Farben, Garn, Stoff, Größe kann man selbst bestimmen - und so unterschiedlich sind auch die Ergebnisse, die zum Teil im Blog, zum Teil in den Blogs der Mitstickerinnen zu sehen sind.
Ich werde auf Leinenquadrate sticken - bunt, fröhlich, folkloristisch schwebt mir vor - und neben der aktuellen Aufgabe auch anderes aufsticken, wie es kommt, und was mir sammelnswert erscheint. Die Leinenquadrate sollen schließlich einzeln verstürzt und mit Häkelei zu einer Decke verbunden werden, aber bis dahin ist es ja noch lange hin.
Die erste Aufgabe auf einem Rest Leinen-Baumwollmischung (von einem Sommerkleid, vor Jahren genäht, ein Flop, heute noch als "der Hausmeisterkittel" bekannt) brachte für mich als Lernzuwachs den Fliegenstich. Der sich - zunächst unbeabsichtigt, die Überraschung war ganz auf meiner Seite - zu Ufos anordnete, denn 2010 ist ja bekanntlich das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen.
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