Montag, 31. Oktober 2011

Berliner Bloggerinnen-und-Freunde-Treffen: ein paar Tipps fürs Wochenende

Liebe Blogtreffen-Damen! Die näheren Informationen zum Treffen solltet ihr inzwischen per Mail bekommen haben (wer nicht, meldet sich bitte nochmal kurz unter nahtzugabeATgmailPUNKTcom). Hier noch ein paar subjektive Tipps für die weitere Wochenendgestaltung:

- Neuköllner Stoff: Die meisten Stoffstände des Maybachufer-Wochenmarkts stehen am Samstag ebenfalls am Maybachufer zwischen Kottbusser Damm und Schinkestraße, außerdem gibt es auf diesem Markt Kunsthandwerk und allerlei Speisen und Getränke – hier hatte ich schon einmal darüber geschrieben und einige Fotos eingestellt.

- am Sonntag ist ebenfalls am Maybachufer, zwischen Nansenstraße und Liberdastraße der Nowkoelln Flowmarkt, ein Flohmarkt vor allem mit privaten Verkäufern, kulinarischem Angebot und Livemusik - da könnte man vor oder nach dem Treffen schnell mal kurz hinspringen. Melleni war beim letzten Mal da und hatte hier ein paar Impressionen gezeigt.

- Die Ausstellung Gesichter der Renaissance im Bode-Museum ist zur Zeit der Renner – leider so sehr, dass die Eintrittskarten für den Tag schon kurz nach Kassenöffnung weg sind. Nachmittags wird angeblich noch einmal ein kleines Kontingent an Restkarten verkauft, wenn die Kartenbesitzer vom Morgen schon in der Ausstellung waren und wieder Luft ist. Um reinzukommen muss man sich also sehr früh anstellen, Glück haben oder eines der wenigen restlichen VIP-Tickets für 30 Euro kaufen.

- Im Museum für Kommunikation läuft die Modeausstellung Fashion talks, zu der ich es selbst noch nicht geschafft habe. Die Bilder bei flickr sehen doch recht vielversprechend aus: auch wenn es vorrangig um die Botschaften geht, die Kleidung aussendet, kommen auch die interesssanten Roben nicht zu kurz.

- Die Dauerausstellung im Museum für Kommunikation wäre vielleicht ein Vorschlag für mitreisende Herren - oder das neue Computerspielemuseum in der Karl-Marx-Allee: Spieleklassiker und die entsprechenden Geräte kann man dort nicht nur besichtigen, sondern zum Teil auch ausprobieren

Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 43



1. Selbstgenäht: Wann kommt es schon mal vor, dass sich ein Nähvorhaben als einfacher herausstellt als vermutet, noch dazu, wenn es sich um NfA handelt? [NfA= Nähen für andere, so auf den Punkt gebracht von Melleni. Für mich impliziert die Bezeichnung zumindest unterschwellig Aufschieben bis Ultimo, Materialengpässe, Nähpannen, wenig begeisterte EmpfängerInnen und andere spaßhemmende Faktoren - ich nähe nämlich so gut wie nie für andere.]

Der für die Schwiegeroma geplante Rock aus ultrarutschigem Polyjersey ist aber so ein seltener Fall von "einfacher als gedacht". Ich malte mir aus, welche Tricks ich vermutlich brauchen würde, um diesen Flutschistoff an der Nähmaschine zu bezwingen und begann schon in der vergangenen Woche, um zur Not noch andere Nähmaschinennadeln, auswaschbares Stickvlies oder gar anderen Stoff besorgen zu können. Und dann war der Jersey lammfromm und ließ sich mit einer Stretchnadel widerstandslos vernähen. Ich fasse es nicht. Der Rock ist bis auf die Säume also fertig – die mache ich dann schnell am Abend vor der Abreise sofort.

2. Paste-up, Karl-Kunger-Straße, am ehemaligen Inselmarkt, Alt-Treptow.

Selbstgebacken: Die sogenannten Holzfäller-Schnitten aus dem Dr-Oetker-Backbuch – Hefeteig mit Käsekuchenbelag und Mandeln. Sehr fade und unaufregend - das Rezept backe ich nicht nochmal.

Montag, 24. Oktober 2011

Selbstgemacht - Wochenrückblick Kw 42




1. Selbstgenäht I: Eine zähe Woche, wegen Erkältung hatte ich eigentlich keine Lust zu gar nichts, das handgenähte Patchwork hat mir noch am ehesten Spaß gemacht. Die Idee ist, die Ringe aus lauter schwarzen und fast-schwarzen Stoffen zu nähen, in die Mitte kommen bunte Seidenreste und ähnliches. Meine Mini-Flicken (die Quadrate z. B. sind 1,5cm groß) kommen mir nun aber gar nicht mehr mini vor, im Vergleich zu dem, was Natron hier näht: die kleinsten Stücke haben nur 5mm Seitenlänge. Wahnsinn? Wahnsinn.

2. Selbstgenäht II: Man spricht von "Abschlussschwäche", wenn fast fertig genähte Teile ewig auf eine Kleinigkeit warten, die sie zu wirklich fertigen Teilen macht, habe ich bei bunte kleider gelesen. Da kann ich mitreden, bei diesem Mantel meditierte ich geschlagene 10 Monate über Knopflöcher.

Dafür sind es aber auch die besten Knopflöcher geworden, die ich jemals genäht habe. Ich habe nämlich an meiner Maschine zum ersten Mal das Knopfloch mit Beilauffaden ausprobiert – kennt ihr das? Man klemmt ein Stück dickeres Garn als Schlaufe in den Knopflochfuß, das wird dann übernäht und polstert die Stiche von hinten auf. Super, sage ich euch! Schaut mal in die Anleitung eurer Maschine, das sollte jede können, die mindestens ein halbautomatisches Knopfloch hat.

3. Auch eine Verwendung für alte Wahlplakate (Lohmühlenstraße, Alt-Treptow).

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Nähgeheimnis: Einen großen (Zier-)Knopf selbst beziehen

Beim Nähen gilt: viele Wege führen zum Ziel, und Tricks und Kniffe kann man nie genug kennen. Daher die "Nähgeheimnisse", in denen ich anhand meiner laufenden Nähprojekte solche Tricks dokumentiere, die nicht unbedingt in jedem Nähbuch stehen, die für mich aber hilfreich, einleuchtend, Zeit sparend oder sonstwie nützlich sind - und ich hoffe für euch auch.

Wenn man nur einen einzigen Zierknopf braucht, z. B. für eine Tasche, lohnt es sich kaum, ein ganzes Knopfbezugsset anzuschaffen. Einzelne bezogene Knöpfe, die so wie hier weiter verziert und bestickt werden können, sind leicht hergestellt, und mit einer Plastikdeckeleinlage sogar problemlos waschbar.


Man braucht:

Plastikdeckel von einer Milch- oder Safttüte
Stoff zum Beziehen
Stoff für die Rückseite – am besten dünner Webstoff
eventuell ein kleines Stück Volumenvlies

Nadel, Faden, Schere, eventuell eine kräftige Küchenschere, um den Deckel zurechtzuschneiden und einen Tupfer Klebstoff.


1. Deckel zurechtschneiden

Milchtütendeckel gibt es in verschiedenen Formaten, mal höher, mal flacher und in verschiedenen Größen. Für den oben verlinkten Taschen-Knopf von 2008 hatte ich den Deckel so bezogen, wie er war, für die Strickjacke sollte der Knopf etwas flacher werden, deshalb schnitt ich am Deckelrand das Gewinde ab – wenn ihr das nachmacht: Vorsichtig!! Ich will nachher nichts von abgeschnittenen Fingern hören!


2. Deckel polstern

Für eine schöne, abgerundete Form sollte die Vlieslage die Oberseite und den Rand des Deckels bedecken. Am besten klebt man das Vlies ein bißchen fest, das erleichtert gleich das Nähen.


3. Stoff zuschneiden und einkräuseln

Den Stoff zum Beziehen schneidet man zu einem Kreis etwa mit dem doppelten Durchmesser wie der Deckel zurecht. Die Größe hängt von Deckeldurchmesser und -dicke ab, das Stoffstückchen sollte an allen Seiten bequem um den Deckel herum bis auf die Rückseite reichen.
Am Rand des Stoffkreises mit kleinen Stichen – auf und ab – einen Kräuselfaden einziehen.


4. Deckel beziehen

Den gepolsterten Deckel, Vliesseite voran, auf die Rückseite des Stoffkreises legen und den Kräsuelfaden zusammenziehen, verknoten, nicht abschneiden, sondern in eine Nadel einfädeln und die Kanten ein bißchen kreuz und quer vernähen.


5. Rückseite versäubern

Den Rückseitenstoff zu einem Kreis in der Größe des Deckels zuschneiden, hinten in der Mitte feststecken, die Ränder Stück für Stück einschlagen und auf dem Bezugsstoff von Hand festnähen.


6. Fertig von hinten...

Der Knopf wird durch den Stoff auf der Rückseite angenäht – mit Stiel, falls er wirklich etwas zu knöpfen hat.


7. ... und von vorne

Me-made Mittwoch*: Erkältungsjacke


Die Refashion-Strickjacke, die im letzten Monat aus einem Pullover entstanden ist, hat sich schon bewährt. Seit knapp einer Woche bin ich ziemlich erkältet, die Jacke ist schön warm und passt zum Einmummeln auf dem Sofa, und mit dem Miss-Marple-Rock wage ich mich auch an den Schreibtisch und gehe nur ein klitzekleines bißchen früher nach Hause als sonst. Der Ex-Pullover wurde jetzt schon mehr genutzt als in seinem ganzen früheren Leben.


Als Verschluss hat die Jacke noch einen genau (oder gar zu genau?) passenden bezogenen Knopf bekommen, oder besser gesagt einen großen Druckknopf und den Knopf außen nur zur Zierde. Wie man aus einem Milch- oder Saftdeckel selbst ganz leicht so einen bezogenen Knopf basteln kann, habe ich diesmal Schritt für Schritt mitfotografiert, und in einen eigenen Beitrag gepackt, bei Interesse schaut mal hier.

*) Beim Me-made Mittwoch geht es darum, Selbstgemachtes zu tragen und dies zu dokumentieren. Die Teilnehmerinnen von heute finden sich hier.  

Montag, 17. Oktober 2011

Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 41






1. - 3. Selbstgeplant: Was mache ich nur aus einem Riesenhaufen Polyesterkrawatten vergangener Jahrzehnte? Meine Schwiegertante weiß, dass ich nähe und sammelt ab und zu aus den Spenden fürs Tierheim Nähzubehör oder interessante Stoffe für mich. Das ist immer lieb gemeint, aber manchmal nicht ganz berechenbar – der Nähwagen, der sich als bröselndes, deprimierendes Pressspanmonster mit Plastiküberzug entpuppte, stammte auch von ihr. „Möchtest du alte Krawatten haben? Du nähst doch Patchwork.“ Ich dachte an Seidenkarawatten und sagte ja – nun habe ich einen Berg Polykrawatten in schrillen Mustern, mit der ich den gesamten Cast einer Siebziger-Jahre-Krimiserie austatten könnte. Am schönsten finde ich die Etiketten – Krawatten hießen damals „Commodore"; "Suprema Hocheleganz“, "Schubert" oder gar "Thomas Fischers schöne Krawatten" und schämten sich ihrer Kunstfaserherkunft nicht.

Die zündende Idee für dieses Material ist mir aber noch nicht gekommen. Decken, Kissen oder Kleidungsstücke kommen auf jeden Fall nicht in Frage. Im Moment denke ich an Aufbewahrungskörbe für alles mögliche – die Stoffe sind sehr fest und mit fester Einlage (welcher?), sollte das sehr stabil werden, und an (nicht lachen jetzt) Weihnachtsschmuck. Es sind nämlich viele rote und grüne Stoffe dabei, und wenn man mit dem über Schablonen genähten „englischen“ Patchwork in die dritte Dimension geht, könnte das möglicherweise ganz hübsch werden.

4. Selbstgebacken: Nusskranz, ein Hefegebäck mit Haselnussfüllung. Macht auf einem Foto nicht viel her, ist aber einfach und schmeckt unvergleichlich gut, daher hier das Rezept aus Eugenie Erleweins Hauswirtschaftslehre der 50er Jahre, etwas modifiziert.

Hefeteig:
500g Mehl
80g Zucker
ca. 200ml Milch - mit
100g Butter erwärmen
2 Eier
1 Päckchen Trockenhefe

Füllung:
150 g gemahlene Haselnüsse
100g Zucker
1EL Honig
6EL Sahne – alle Zutaten verrühren

Teig kneten und etwa eine Stunde gehen lassen. Den Teig (annähernd) viereckig ausrollen, etwa auf 60x40cm. Die Haselnussfüllung dünn darauf verteilen und den Teig zu einer langen Rolle aufrollen. In eine gefettete Kranzform oder eine große Napfkuchenform legen und noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen.
Bei 175 Grad etwa 45 Minuten backen.

5. Selbstfotografiert: Suschnas Tasche nach Suzuko Koseki und meine Interpretation beim Treffen der Berlin modern quilt guild kurz vereint – in den schnuckeligen Räumen des Nadelwalds, eines neuen Nähcafes in Nord-Neukölln. Die anderen Fotos vom Treffen wie immer bei flickr.

Und außerdem:
Selbstgestrickt: Der Blätterschal aus dem Urlaub im Juli ist fertig, ich bin begeistert und möchte gleich das nächste Lace-Projekt anfangen, Bilder demnächst.