Mittwoch, 25. März 2015

Me made Mittwoch mit nicht-fotokompatiblen Mustern

Selbstgemachte Alltagskleidung an einem ganz normalen Mittwoch. Der Tagesablauf heute: nach dem MMM-Foto mit Selbstauslöser zuhause gegen neun auf dem Weg in meine Schreibbude (zum ersten Mal seit einem halben Jahr ohne Stiefel!) feststellen, dass es heute gar nicht so warm ist wie angekündigt, sondern zwar sonnig, aber sehr windig. Bis auf eine Mittagspause um 12.30 Uhr herum am Schreibtisch sitzen (Gerade jetzt: gähnen und MMM-Beitrag schreiben, Zeit für das Nachmittagstief!). Gegen 18.30 Uhr schnell wieder nachhause, Spaghetti kochen und essen und um 20.00 Uhr zum gemeinsamen Stricken zur Mittwochsmasche, die glücklicherweise im Café nebenan stattfindet. Nach der Masche, wahrscheinlich wieder nicht vor 23.00 Uhr, nochmal Mails checken und schlafen gehen. Durchschnittlich und unaufregend also.

Genauso unaufregend meine selbstgemachten Sachen, der Rock ist ein uraltes, schlecht fotografierbares Lieblingsstück (Schnitt 118 aus Burda 9/2005), genäht Ende 2005 oder Anfang 2006 aus einem ziemlich dicken, schwarz-weiß gewebten Wollstoff. Das Tshirt ein Burda-Standardschnitt, den ich aus verschiedenen Jerseys immer wieder nähe. Die schwarze Strickjacke mit Schleifenmuster nach eigenem Entwurf ist gerade ein Jahr alt geworden, sieh an! Ich  hätte gedacht, dass sie schon viel länger fertig ist, sie ist aus meinem Kleiderschrank nämlich nicht mehr wegzudenken.

Hier noch mal eine Nahaufnahme, die die unfotografierbaren Stoffmuster zeigt. Sofern ich im nächsten Leben wieder Nähbloggerin sein sollte, lege ich mir am besten gleich eine Vorliebe für süßliche Pastellfarben zu - die lassen sich nämlich am besten fotografieren, und die Bilder wirken von selbst so freundlich verzuckert, wie es bei meinem aktuellen dunkelblau-blau-schwarzen Kleiderschrankinhalt nicht mal mit gekonnter Bildbearbeitung zu erzielen ist.

Schaut euch auch noch den Me made Mittwoch an, heute mit unserer Gastbloggerin Anne, die sich unter anderem durch eine Burdaanleitung für Paspeltaschen gekämpft hat.

Donnerstag, 19. März 2015

Nähen im Fernsehen

In Großbritannien ging auf BBC2 gerade die dritte Staffel des Nähwettbewerbs Great British Sewing Bee zuende, auch hierzulande von vielen Nähenden begeistert verfolgt.*) Die Sendung war bisher so erfolgreich, dass das Konzept von den Fernsehanstalten einiger europäischer Länder übernommen wurde. In den USA und in Deutschland wurde ebenfalls nach Kandidaten gesucht, und zwischen den Zeilen konnte man bei uns schon in der Zeitung lesen, wer möglicherweise eine deutsche Sendung moderieren würde.

Taugt das Hobby Nähen als Fernsehthema, wenn kein Wettbewerb, keine Konkurrenz, kein Casting daraus gemacht wird? Das wurde bei Crafteln anlässlich der dritten Sewing-Bee-Staffel in den Kommentaren diskutiert. Den Prozess des Nähens im Fernsehen ohne inszenierte Spannungsmomente zu zeigen, erscheint nicht mehr vollkommen absurd, wenn man bedenkt, womit Sendezeit manchmal auch gefüllt wird: mit den schönsten Bahnstrecken Europas zum Beispiel. Bei kleinen Kabel- und Satellitensendern gibt es Spezialsendungen für Motorsportfans oder Angler, die Hobbyfremde vermutlich innerhalb weniger Minuten in Tiefschlaf versetzen würden, und auch die nächtlichen Übertragungen von Snooker- oder Schachturnieren, in die ich bei Schlaflosigkeit schon mal aus Versehen hineingeriet, erschienen mir als Außenstehender verhältnismäßig ereignisarm.

Ganz zufällig stieß ich nun auf Hinweise auf eine Nähsendung im deutschen Fernsehen, die anscheinend von 1955 an und wohl bis in die 1960er Jahre ausgestrahlt wurde. Marlene Esser moderierte "Eine modische Viertelstunde", und aus den spärlichen Informationen, die mir zur Verfügung stehen, reime ich mir zusammen, dass es sich um eine zwanzig- bis dreißigminütige regelmäßige Sendung (oder mehrere verschiedene) gehandelt haben muss, in denen es ganz konkret ums Nähen ging.


Im Vorwort zu ihrem Buch Schneidern mit Chic (Gütersloh 1966) einem Näh- und Stilratgeber, schrieb Marlene Esser über ihre einige Erfahrungen mit ihrer Sendung:

"Schließlich mache ich seit 1955 die Modesendungen zum Mitschneidern im deutschen Fernsehen (Abb. 1). [...] Oft kommen Briefe: "Bitte, Frau Esser, können wir irgendwo das Ganze noch einmal in Ruhe studieren?" Einmal kamen knapp 10 000 Anfragen nach einer Sendung mit dem Thema "Zauberei mit einem Hemdblusenschnitt". Man möchte nicht nur zuschauen, sondern mitmachen. Aber die Sendung ist nach einer halben Stunde vorbei und "im Äther verschwunden". Danach gibt es nur noch kurze Arbeitsanleitungen, die natürlich nicht so ausführlich sein können, wie ein Buch." (S. 9)

Eine "Modesendung zum Mitschneidern" - das hört sich wie ein Programm an, das mir gefallen könnte! Und wenn ich die Zeilen aus dem Vorwort richtig deute, lief die Nähsendung mindestens elf Jahre, von 1955 bis 1966, als "Schneidern mit Chic" erschien. Möglicherweise noch länger, denn bis 1971 gab es weitere Ausgaben des Nähbuchs. Ich versuche das an anderer Stelle noch weiter zu recherchieren und mehr herauszufinden, aber vielleicht kennt ja sogar eine von euch Leserinnen zufällig diese Sendung? Bei Ette habe ich gesehen, dass Marlene Esser außerdem in den Sechzigern für die Zeitschrift "Meine Familie und ich" eine Schnittmusterbeilage, "Marlene Essers Modellschnitt", erstellte. Mir scheint, die Frau war ein Fernsehstar, eine Marke - wie kommt es, dass wir sie heute nicht mehr kennen und nichts über sie wissen?


 *) Fußnote: Falls ihr den Great British Sewing Bee nicht verfolgt habt, solltet ihr das unbedingt nachholen. Die Staffeln 1-3 gibt es bei youtube, ihr werdet bestimmt Fans. Der Sewing Bee übernimmt das Prinzip der Castingshow, aber ohne die unangenehmen Elemente, ohne Psychodrama, ohne Intrigen, man wünschte, das wahre Leben wäre auch immer so nett und freundlich wie die Sewing-Bee-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer miteinander. Der Zeitdruck, unter dem die KandidatInnen Nähaufgaben lösen müssen, war in der dritten Staffel enorm: Wir reden hier von Projekten wie ein Abendkleid in sechs Stunden, eine Lederjacke in siebeneinhalb. Die Jury, Patrick Grant, ein anbetungswürdig gutaussehender und witziger Herrenschneider aus der Londoner Saville Row und May Martin, eine im Vergleich zu ihm etwas graumäusig wirkenden Nählehrerin, bewertet die Akkuratesse des Genähten, am Ende jeder Folge scheidet ein Kandidat oder eine Kandidatin aus, bis in der letzten Folge eine Gesamtsiegerin oder ein Gesamtsieger ermittelt ist.

Sonntag, 15. März 2015

Schnittbesprechung: Gerade Jacke mit abgerundeter Blende (133, Burdastyle 11/2010)


Diese Wolljacke (Nr. 133 aus Burdastyle 11/2010) hatte ich am Mittwoch ja schon im Me made Mittwoch-Blog gezeigt. Da das Blog hier aber auch für mich selbst als Archiv meiner Nähsachen dient, trage ich hier die technischen Daten nach.

Der Schnitt aus der Novemberburda 2010 ist ganz gerade geschnitten und fällt absichtlich groß aus, eine Oversized-Jacke, die man in der Übergangszeit auch mal schnell für den Weg zum Briefkasten überwerfen kann. Ich trage sie aber auch jetzt gerade beim Schreiben, weil die Heizung in der Wohnung nur noch selten anspringt (es ist diese blöde Zwischenphase zwischen Heizen und Nicht-Heizen), sehr gemütlich, quasi eine Wolldecke zum Anziehen.


Ich wollte die übergroße Passform zwar beibehalten, aber auch nicht übertreiben. Nach dem Ausmessen der Schnitteile kopierte ich daher Größe 36 (normalerweise nehme ich bei Burda 38 oder 40), und die Jacke ist immer noch sehr reichlich bemessen. Die Ärmel, im Schnitt mit 6 cm "Überlänge", d. h. 6 cm länger als ein normaler Ärmel, kürzte ich auf das Normalmaß.


Bei gestreiftem Stoff bietet es sich ja an, mit den Streifenverläufen zu spielen. Die Ärmel legte ich daher quer zum Fadenlauf auf, so dass die Streifen bei Ärmeln und Jackenkorpus in der gleichen Richtung verlaufen. Auf den Blendenteilen und den Manschetten verlaufen die Streifen diagonal.

Der angegebene Stoffverbrauch, 2,60 m bei ungemustertem Material scheint übertrieben zu sein: Ich bekam alle Teile auf 2,20 m, mit der Blende im schrägen Fadenlauf, und konnte sogar so schieben, dass die Streifenanschlüsse an den Nähten hübsch passen.


Hier nochmal einen genauer Blick auf den Stoff: Ein federleichter Wollstoff, außen flauschig, die linke Seite grob gewebt, und etwas kratzig, erinnert an einen Jutesack. Die violette, dunkelgrünen und dunkelblauen Streifen verschwimmen im Gesamteindruck zu einem dunklen Petrol oder Blaugrün. Ein immens praktischer Stoff, es passt nämlich sowohl Grün als auch Blau dazu.


Daten in Kürze:
Schnitt: 133, Burdastyle 11/2010
Stoff: 2,20 m Wollflausch vom Maybachmarkt
Änderungen: Eine kleinere Größe gewählt, Ärmel um 6 cm gekürzt

Freitag, 6. März 2015

Dressmaker's Ball im Ruhrgebiet und Nähbloggerinnentreffen in Stuttgart und Leipzig

Nähbegeisterte im wirklichen Leben zu treffen ist ja immer das Größte, daher möchte ich hier auf drei Veranstaltungen aus unserer sympathischen Nähblog-Community hinweisen.


Ein tolles Kleid nähen und eine Nacht lang tanzen, feiern und fachsimpeln ist das Motto des Dressmaker's Ball am 14. März in Schwerte - Einzelheiten des glamourösen Events findet ihr hier bei der Organisatorin Alex, außerdem gibt es nur noch heute (6. 3. ) nur noch 15 Karten zum ermäßigten Preis von 69€. Darin ist alles enthalten: Essen, Trinken, Musik, und ich habe schon von einem hochkarätigen, mit 'B' beginnenden Sponsor munkeln hören.


Das Ruhrgebiet ist nicht eure Region? Macht nichts, am 18. April besteht die Möglichkeit, in Stuttgart andere Nähnerds zu treffen, gemeinsam einen Stoffladen zu besuchen und mit Nähplauderei den Tag in einem Restaurant zu beschließen. Organisiert wird das Treffen von Elsa Naeh(r)stoffe, Sabine (Langsame Schildkröte) und Muriel Nahtzugabe 5 cm, dort findet ihr alle Informationen und die Mailadresse, um euch anzumelden.



Wenn Stuttgart zu weit südlich und das Ruhrgebiet zu weit westlich ist, bleibt immer noch Leipzig. Am 9. und 10. Mai organisieren die Frauen des Leipziger Nähtreffs, die sich hier so sympathisch präsentiert hatten, ein Treffen. Stoffläden und eine Stadtführung werden auf dem Programm stehen, außerdem gibt es natürlich viel Zeit für Gespräche. Genaueres findet ihr z. B. hier bei Sylvia Frauenoberbekleidung. 
Anmeldung bis zum 14. 3., damit die Organisatorinnen planen können - es gibt nicht mehr als 40 Plätze. Ich habe mich schon angemeldet - vielleicht sehen wir uns? 




Montag, 2. März 2015

Träumt ihr vom Nähen?

Samstagmorgen, 28. Februar gegen 7. 15 Uhr: Paris im Frühling. Die Raumschiffe der Außerirdischen, Flugzeugträgern ähnlich, schweben am blauen Himmel über der Stadt. Mich beunruhigt das gar nicht, ich sitze in einem bequemen Korbstuhl vor meinem Lieblingscafé. Der Patron, ein älterer Mann mit Schiebermütze und einem grauen Hemd, das über dem Bauch spannt, bedroht mich mit einem Brotmesser. Geschrei und Chaos, aber der Kellner hat mich schon entdeckt und führt mich weg. Wir sitzen in der Sonne auf dem Balkon seiner Wohnung, lachen und reden. Zum ersten Mal fällt mir auf, was für ein charmanter und gutaussehender Mann dieser Kellner ist, den ich seit Jahren kenne. Eine Mischung aus dem jungen Jean-Paul Belmondo und dem jungen Alain Delon. Meine Güte, ich bin hingerissen und verliebe mich sofort in ihn.

Später fahre ich im Auto durch eine grüne Landschaft, irgendwo weiter südlich - oder immer noch in Frankreich? Ich komme an einer Bananenplantage vorbei, aber da ist auch ein Freizeitpark, ähnlich Disneyland, nur mit Asterix-Thema: ein befestigtes römisches Lager und ein gallisches Dorf aus buntem Fiberglas. Das Lenken des Autos ist ganz schön anstrengend, weil die Straße sehr gewunden und hügelig ist, und so bin ich froh, dass ich als nächstes in einem Bus mitfahre - aber warum nur muss ich so unbequem eingequetscht zwischen den Sitzen auf dem Boden hocken?  

So sieht ein durchschnittlicher Traum im Leben von Lucy Nahtzugabe aus. Was fehlt: das Nähen. Ich habe wirklich schon den größten und lustigsten Blödsinn zusammengeträumt, aber noch niemals im Traum genäht. Dabei denke ich vor dem Einschlafen sehr oft über das Nähen nach, füge in Gedanken Stoffe und Schnitte aus meinem Lager zusammen, grübele über die sinnvollste Nähreihenfolge und überlege, ob die Reste von Projekt X zusammen mit Stoff Y wohl ein neues Z ergeben könnten, und schlafe dabei ein. Ihr kennt das sicher. Aber in meine Träume gelangt nichts davon. Echt schade, oder? Wer weiß, was ich da alles Tolles zurechtnähen würde! Habt ihr schon mal vom Nähen geträumt?

Donnerstag, 26. Februar 2015

Loben und Lästern: Burdastyle März 2015

Shame on me, meinem Vorsatz für 2015, die Burda-Loben-und-Lästern-Rubrik wieder aufleben zu lassen, konnte ich schon für die Ausgabe 2/2015 nicht treu bleiben. Deshalb rasch die Ausgabe 3/2015 besprochen, die Vorschau für 4/2015 ist schon im Netz aufgetaucht!

Im Jahreslauf nach Burda gibt es im Märzheft Osterdekorationen, Brautkleider und Kleider für Hochzeitsgäste. Da ich im Frühsommer und Sommer auf zwei Hochzeiten eingeladen bin, interessiert mich diese Rubrik diesmal besonders. Aber irgendwie gibt es da nichts, in dem ich mich gerne auf einer Feier sehen würde. Den Schnitt von Kleid 120 mit Raglanoberteil, V-Ausschnitt und großen eckigen Zipfeln am Rock wie in den frühen 90ern, einmal auf Seite 38 in einer Version aus gecrashtem Satin (iiiih!), einmal auf S. 44 als Brautkleid finde ich ganz nett für ein unkompliziertes, lockeres Sommerkleid, aber mehr auch nicht. Aha, und nach langer Zeit gibt es mal wieder Schlaghosen (113, Seite 46) - das ist noch das Bemerkenswerteste.


Das Kleid mit dem größten Nachnähpotenzial für mich findet sich in der Strecke mit den Hawaii-Blumenstoffen, Kleid 127, Seite 29 in einer langen Version: überschnittene Schultern, locker gewickelt, ein geschlossenes Rockteil mit Falten, eine Art Taillenbund, also etwas raffinierter als das übliche Wickelkleid. Es scheint ziemlich locker zu sitzen, ist aber trotzdem tailliert, das sieht wie das ideale Hochsommerkleid aus, aber auch das kurze Kleid (S. 59) aus Unistoff gefällt mir gut. Der Schnitt scheint sich gut mit großen Mustern zu vertragen, vielleicht ist das ja was für meinen "afrikanischen" Waxprint-Stoff? Oder habe ich die Assoziation nur, weil der Waxprint so blau-weiß ist wie der Stoff, den Burda gewählt hat?


Einen Hosenrock, neudeutsch: Culottes möchte ich seit August 2013 haben, als Ette einen Hosenrock zeigte, den sie nach einem Schnittschema von 1942 selbst gezeichnet hatte. Total toll! Und wie man bei ihr sieht, ebenso schön mit eleganten Schnürschuhen wie mit Stoffturnschuhen im Sommer. Der Hosenrock-Wunsch wurde im Oktober 2014 erneuert, als Elke Grüne Blume den Schnitt Girl Friday Culottes ausprobierte, den ich mir daraufhin fast auch besorgt hätte. Glücklicherweise bin ich beim Schnittmusterkauf nicht so spontan, denn der Hosenrock 126 in diesem Heft scheint genau das zu sein, was ich suche: kein Gummizug sondern ein richtiger Bund, mit Taschen und Kellerfalten vorne in den Hosenbeinen. Für gemusterte Culottes bin ich noch nicht reif, ich würde den Schnitt zuerst aus einer schwarzen Viskose-Leinenmischung ausprobieren, um nachzuprüfen, ob Culottes wirklich so lässig, bequem und trotzdem besonders sind, wie ich mir das vorstelle. Und ob ich passende Oberteile und Schuhe dazu habe.

Was meint ihr zu Hosenröcken? Im nächsten Heft wird wohl noch ein anderer, diesmal kürzerer Culotte-Schnitt dabei sei. Ich bin gespannt, wann ich die erste auf der Straße sehe! Burda ist Berlin in Sachen Culottes offenbar einige Zeit voraus.


Positiv aufgefallen ist mir auch Kleid 118 (Kurzgröße) - das könnte an mir nur unter Umständen ein bißchen zu brav aussehen, außerdem scheue ich immer den Aufwand des Änderns und Ausprobierens. Und der Trenchcoatschnitt 128 in der größere-Größen-Abteilung ist auch gut: klassisch und mit allen Details, die so ein Trenchcoat haben muss.


Insgesamt finde ich das Märzheft sehr erfreulich, was aber nicht heißt, dass es gar nichts Belästernwertes gäbe.


Besonders beeindruckt hat mich der asymmetrische Kartoffelsackrock 101 von S. 13. Ich verstehe ja schon die anderen Abwandlungen des Modells (103, 104) nicht, weil ich so einen Rock mit Schlagseite - rechts lang, links kurz - nicht kapiere. Finden das manche Leute hübsch, oder ist es nur "mal was anderes", wie meine Oma gesagt hätte? Modell 101 besteht auch noch aus einer Art Sackleinen und wirkt wie ein Stoffrest, der mit einem Gürtel festgebunden wurde. Hatte das arme Mädchen denn nichts richtiges anzuziehen?


Mitleid überkam mich auch bei Bluse 125a (S. 41): Die Arme, sie muss in einem grauen Sack auf eine Hochzeitsfeier gehen! Wie Aschenputtel vor der Verwandlung, und ein Glitzercollier am Hals kann da auch nihts retten. Vermutlich ist das Teil einfach ungünstig fotografiert, denn von den "Laméfäden im Stoff", wodurch die Bluse "richtig schön festlich" wirken soll, sieht man auf dem Foto leider nichts. Aber ehrlich: selbst aus einem Material mit Glitzer wäre eine Tunikabluse aus Jersey nicht meine erste Wahl als Bekleidung für eine Hochzeitsfeier. Und so sind - wie immer - selbst die schlechten Beispiele noch zu etwas gut: ich weiß jetzt wenigstens ganz genau, was ich nicht anziehen werde. Und in Heft 4/2015 sind wohl ein paar interessante Kleiderschnitte zu erwarten.