Freitag, 8. April 2011
Allerlei Neues
Am vorigen Sonntag war das zweite Treffen der Berlin modern quilt guild – wir nähten für Japan und für uns, betrachteten mitgebrachte Quilts, planten die Teilnahme an einer Challenge und die weiteren Treffen, die leider an einem anderen Ort stattfinden werden, da der Trollinge-Laden seinen Kursraum demnächst aufgibt. Bilder und einen kleinen Bericht findet ihr im Blog der BMQG – und falls ihr eine Idee habt, wo sich unsere bald heimatlose Gruppe in Berlin jeweils am ersten Sonntag im Monat treffen könnte, dann sagt doch Bescheid.
Das für viele Blogs obligatorische Haustierfoto im Beitrag ersetze ich mangels Haustier durch ein Foto von der Baumscheibe vor meinem Haus. Für das kleine gekräuselte Blatt in der Bildmitte bin ich verantwortlich (und, ähm, stolz und glücklich) – es gehört nämlich zu den im letzten Jahr gezogenen Stockrosen, über deren Überleben bei diesem mörderischen Winter ich mir im Februar Sorgen gemacht hatte. Aber es ist wie jedes Jahr: der Frühling lockt sogar dort noch Blätter heraus, wo es so aussieht, als würde da nie wieder etwas wachsen.
(Und ganz viel Neues ist auch in der überarbeiteten Blogroll rechts - vielleicht entdeckt ihr da ja ein paar interessante Blogs, die ihr noch nicht kennt.)
Mittwoch, 6. April 2011
Me-made-Mittwoch*: Die verflixte Origami-Bluse
Kennt ihr das, diese Nähprojekte, die im Verlauf ihres Entstehens immer komplizierter werden, bei denen man zum Schluss fast alles noch einmal mühevoll ändert und die dann, wenn endlich fertig, noch nicht einmal hundertprozentig gefallen? Die Origami-Bluse aus dem Buch twinkle sews, über das ich im Januar schon einmal geschrieben hatte, ist genau so ein Fall.
Der Nähprozess zog sich von Weihnachten bis in den März hin, vor allem weil ich mit dem Schnittmuster in Größe 12 anfing, ein Zelt produzierte, fast alles wieder auseinandernahm, die Teile so weit möglich an Größe 8 anglich und noch einmal neu zusammennähte. Über die Schwierigkeiten im einzelnen wird es demnächst einen gesonderten Post in epischer Länge geben.
Die Bluse finde ich letztlich in Ordnung, aber keinesfalls so sensationell, wie es angesichts der ganzen Mühe nur recht und billig gewesen wäre. Weil sie a-förmig nach unten weiter wird, macht sie nicht gerade einen schlanken Fuß, die Origamigeschichte vorne (siehe Detailbild) kommt mir ein bißchen viel vor oder zumindest sehr ungewohnt – wir werden sehen, ob sich die Bluse im Sommer bewährt. Der Rock ist wie letzte Woche auch mein schwarzer Standardrock.
*) Beim Me-made-Mittwoch geht es darum, selbst gemachte Sachen zu tragen und dies zu dokumentieren, alle Teilnehmerinnen von heute sind hier verlinkt.
Samstag, 2. April 2011
Neues Leben für alte Kleider im März - und eine Ex-Werbetasche
Der März war wohl für uns alle nicht der beste Monat, um über so etwas banales wie Nähprojekte nachzudenken. Was mich betrifft, so erneuert sich mein Entsetzen, mein Mitleid und meine Hilflosigkeit jeden Tag, wenn ich Nachrichten höre oder die Zeitung aufschlage. Die Frage, ob und wie man denn bei unserem Grad der Technisierung und der globalen Verflechtung überhaupt noch einigermaßen ressourcenschonend leben könnte, treibt nicht nur mich um, wie ich in vielen Selbermachblogs diesen Monat gelesen habe.
Im Haushalt vorhandene Dinge so lange wie möglich zu benutzen, ist zwar nur ein klitzekleiner Schritt in Richtung eines ressourcenschonenden Daseins, aber auf jeden Fall ein Schritt, den wirklich jeder gehen kann. Und im März sind wieder ein paar schöne und nützliche Ideen zusammengekommen:
Claudia/Lucy-Living nähte praktische und schöne Schreibtischutensilos aus einer Jeans, stabilisiert mit Tetrapackeinlage, und Hund, Katze, Mensch bekommen ein gepatchtes Gartenkissen, ebenfalls aus Jeans.
Ute/Schneckennasen machte aus einem drögen Pulli ein schickes, kleines, frühlingshaftes, ja pariserisches Kurzarmpullöverchen, das jetzt sicher nicht mehr im Wäschekorb vergessen werden wird.
Siebensachen-zum-Selbermachen hatte ebenfalls Strickware unter der Nadel: Ein schwarzer Pullover wird zu einer Weste mit besticktem Schalkragen und Susanne/Suschna machte ein Brillenetui vom Optiker richtig schick und zeigt uns, wie das geht.
Frau Siebensachen griff zu Pinsel und Stoffmalfarbe, da Anti-Atomkraft-Aufkleber in ihrer Gegend ausverkauft waren, und dann hat sie noch einen Weg gefunden, selbst genähte Stoffbinden mit gefilztem Pullovermaterial zu optimieren.
Optimierung war auch das Ziel von Karina/Was Kawi so macht: eine selbst genähte Chenillejacke, die aber beim Tragen ein gewisses Bademantelgefühl verströmte, wurde angepasst und trägt sich jetzt wie eine richtige Jacke, so, wie sich das gehört.
Mein Refashion-Objekt im März, eine geräumige Umhängetasche mit Werbeaufdruck, ist ein Beispiel dafür, wie „gut“ und „gut gemeint“ nicht zwangsläufig zusammengehen müssen.
Es gibt wohl niemanden, der die Forderungen – faire Arbeit, fairer Lohn, fairer Handel, gedruckt auf zertifizierter Bio-Baumwolle – nicht bejahen würde, aber mal ehrlich, würdet ihr diese Tasche gerne herumtragen? Die Botschaft hätte man sicher auch mit ein bißchen ästhetischem Anspruch verpacken können, aber so drohte dieser Tasche das Schicksal der meisten Werbetaschen: Sie werden genau einmal benutzt, dann nämlich, wenn sie verteilt werden, auf Messen oder bei Kongressen, danach liegen sie jahrelang ganz unten im Schrank und fallen irgendwann einer Aufräumaktion zum Opfer.
Schade um eine ansonsten sehr gut gemachte Tasche mit vielen Unterteilungen, zwei Reißverschlussfächern und rotem Futter.
Einfach einen anderen Stoff auf die Klappe zu nähen ist natürlich als Refashion-Idee absolut banal, ich fand es aber gar nicht einfach, einen passenden festen und interessanten Stoff zu finden. Ganz unten im Bügelwäsche-, Reparatur- und Änderungskorb, aus dem ich letzten Monat schon den grauen Pullover gezogen hatte, lag aber noch ein 2005 selbst genähter schwarzer, jetzt eher dunkelgrauer Jeansrock mit allenfalls mittelmäßiger Passform, eben deshalb in letzter Zeit kaum noch angezogen (die Ansprüche steigen, wenn man schon länger selbst näht).
Passend war dieser Stoff zwar, aber für das Interessante war ich selbst zuständig. Aus dem Rock ließ sich kein ausreichend großes Stück gewinnen, um die gesamte Taschenklappe zu überdecken, daher teilte ich die Fläche in drei Streifen auf.
Für den mittleren Streifen verwendete ich die Rückseite des Jeansstoffes und stempelte mit Stoffmalfarbe für dunkle Stoffe (Javana tex opak) im Kartoffeldruck zwei Reihen rote Quadrate auf. Kartoffeldruck ist ja ein Medium mit dem Ruch der Kindergartenbastelei, wird aber, wie Suschna im Zusammenhang mit ihrem bestempelten und bemalten Wandbehang kürzlich schon bemerkt hatte, zu Unrecht so unterschätzt. Die leicht feuchte Oberfläche der Kartoffeln nimmt die Farbe sehr gut an und druckt sich auf Stoff besser ab als z. B. Moosgummistempel.
Die Tasche werde ich heute Nachmittag zum Quilttreffen gleich einweihen, und auch der Liebste hat schon Ansprüche angemeldet und würde sie ab und zu benutzen - Mission erfüllt, würde ich sagen.
Nächstes Mal Neues Leben für alte Kleider am 1. Mai.
Im Haushalt vorhandene Dinge so lange wie möglich zu benutzen, ist zwar nur ein klitzekleiner Schritt in Richtung eines ressourcenschonenden Daseins, aber auf jeden Fall ein Schritt, den wirklich jeder gehen kann. Und im März sind wieder ein paar schöne und nützliche Ideen zusammengekommen:
Claudia/Lucy-Living nähte praktische und schöne Schreibtischutensilos aus einer Jeans, stabilisiert mit Tetrapackeinlage, und Hund, Katze, Mensch bekommen ein gepatchtes Gartenkissen, ebenfalls aus Jeans.
Ute/Schneckennasen machte aus einem drögen Pulli ein schickes, kleines, frühlingshaftes, ja pariserisches Kurzarmpullöverchen, das jetzt sicher nicht mehr im Wäschekorb vergessen werden wird.
Siebensachen-zum-Selbermachen hatte ebenfalls Strickware unter der Nadel: Ein schwarzer Pullover wird zu einer Weste mit besticktem Schalkragen und Susanne/Suschna machte ein Brillenetui vom Optiker richtig schick und zeigt uns, wie das geht.
Frau Siebensachen griff zu Pinsel und Stoffmalfarbe, da Anti-Atomkraft-Aufkleber in ihrer Gegend ausverkauft waren, und dann hat sie noch einen Weg gefunden, selbst genähte Stoffbinden mit gefilztem Pullovermaterial zu optimieren.
Optimierung war auch das Ziel von Karina/Was Kawi so macht: eine selbst genähte Chenillejacke, die aber beim Tragen ein gewisses Bademantelgefühl verströmte, wurde angepasst und trägt sich jetzt wie eine richtige Jacke, so, wie sich das gehört.
Mein Refashion-Objekt im März, eine geräumige Umhängetasche mit Werbeaufdruck, ist ein Beispiel dafür, wie „gut“ und „gut gemeint“ nicht zwangsläufig zusammengehen müssen.
Es gibt wohl niemanden, der die Forderungen – faire Arbeit, fairer Lohn, fairer Handel, gedruckt auf zertifizierter Bio-Baumwolle – nicht bejahen würde, aber mal ehrlich, würdet ihr diese Tasche gerne herumtragen? Die Botschaft hätte man sicher auch mit ein bißchen ästhetischem Anspruch verpacken können, aber so drohte dieser Tasche das Schicksal der meisten Werbetaschen: Sie werden genau einmal benutzt, dann nämlich, wenn sie verteilt werden, auf Messen oder bei Kongressen, danach liegen sie jahrelang ganz unten im Schrank und fallen irgendwann einer Aufräumaktion zum Opfer.
Schade um eine ansonsten sehr gut gemachte Tasche mit vielen Unterteilungen, zwei Reißverschlussfächern und rotem Futter.
Einfach einen anderen Stoff auf die Klappe zu nähen ist natürlich als Refashion-Idee absolut banal, ich fand es aber gar nicht einfach, einen passenden festen und interessanten Stoff zu finden. Ganz unten im Bügelwäsche-, Reparatur- und Änderungskorb, aus dem ich letzten Monat schon den grauen Pullover gezogen hatte, lag aber noch ein 2005 selbst genähter schwarzer, jetzt eher dunkelgrauer Jeansrock mit allenfalls mittelmäßiger Passform, eben deshalb in letzter Zeit kaum noch angezogen (die Ansprüche steigen, wenn man schon länger selbst näht).
Passend war dieser Stoff zwar, aber für das Interessante war ich selbst zuständig. Aus dem Rock ließ sich kein ausreichend großes Stück gewinnen, um die gesamte Taschenklappe zu überdecken, daher teilte ich die Fläche in drei Streifen auf.
Für den mittleren Streifen verwendete ich die Rückseite des Jeansstoffes und stempelte mit Stoffmalfarbe für dunkle Stoffe (Javana tex opak) im Kartoffeldruck zwei Reihen rote Quadrate auf. Kartoffeldruck ist ja ein Medium mit dem Ruch der Kindergartenbastelei, wird aber, wie Suschna im Zusammenhang mit ihrem bestempelten und bemalten Wandbehang kürzlich schon bemerkt hatte, zu Unrecht so unterschätzt. Die leicht feuchte Oberfläche der Kartoffeln nimmt die Farbe sehr gut an und druckt sich auf Stoff besser ab als z. B. Moosgummistempel.
Die Tasche werde ich heute Nachmittag zum Quilttreffen gleich einweihen, und auch der Liebste hat schon Ansprüche angemeldet und würde sie ab und zu benutzen - Mission erfüllt, würde ich sagen.
Nächstes Mal Neues Leben für alte Kleider am 1. Mai.
Donnerstag, 31. März 2011
Me-made Mittwoch am Donnerstag
Ja ist denn heut‘ schon Donnerstag? Bei nächsten me-made-Mittwoch*) muss ich schummeln und mein Foto schon am Dienstag machen, sonst komm ich gar nicht hinterher.
Heute aber möchte ich verspätet doch noch hereinwinken, zum Beweis, dass ich den geretteten Pullover aus der letzten Aus-alt-mach-anders-Runde tatsächlich trage. Die Passform ist jetzt wirklich viel besser – nix Sumatranashorn, und wegen der Applikationen hat auch im Büro niemand komisch geguckt - gut, es ist jetzt nicht das Großraumbüro der Deutschen Bank oder sowas, aber trotzdem... (Das nächste Mal Neues Leben für alte Kleider ist übrigens am nächsten Sonntag - ich sammele wieder zur allgemeinen Inspiration die Links zu euren Refashion-Projekten. Alle, die schon einmal mitgemacht haben, habe ich auf dem Schirm, neue sagen bitte einmal kurz „piep“, damit ich euch finde.)
Der Rock ist eines meiner ältesten noch existierenden selbstgenähten Stücke, Schnitt aus dem Burdaheft vom September 2005, ein ausgestellter Bahnenrock aus fließendem Wollkrepp, der jetzt fadenscheinig wird und an der Seite schon einmal unglücklichen Kontakt mit einem Klettband hatte.
Im Herbst muss ich mir langsam überlegen, wie ich diesen Rock ersetze, denn einen schwarzen Wollrock für fast alle Gelegenheiten kann ich gut gebrauchen. Die Frage ist nur: Nähe ich genau diesen Schnitt, der mir gut steht, noch einmal, obwohl er mittlerweile eigentlich völlig aus der Mode ist, oder nähe ich etwas aktuelleres, und wenn ja was? Einen Bleistiftrock? Einen Tulpen- oder Ballonrock mit diesen schicken Falten am Bund? Aber ist das dann noch „für alle Gelegenheiten?“ Wie haltet ihr das, habt ihr uralte Lieblingsschnitte, die ihr immer wieder näht, egal ob unmodisch oder nicht?
*) Beim Me-made-Mittwoch geht es darum, selbst gemachte Sachen zu tragen und dies zu dokumentieren, alle Teilnehmerinnen sind hier verlinkt.
Dienstag, 29. März 2011
K(l)eine Experimente
Mug rugs oder Tassenteppiche, kleine Quilts etwa im Format Din A5, aber auch quadratisch, rund, oval oder unregelmäßig geformt, tauchten etwa seit dem vorigen Sommer in den Quiltblogs auf. Die Funktionsbeschreibung - sie dienen zur Ablage für einen Becher mit einem heißen Getränk und einen Keks - finde ehrlich gesagt ein klein wenig gewollt und ich nehme an, dass die meisten Haushalte auch in Zukunft ohne mugs rugs werden auskommen können. (Aber halt: Bisher ist wohl noch jeder Trend aus dem DIY-Bereich früher oder später vom industriell gefertigten Mainstream aufgenommen worden. Wenn es mug rugs also nächstes Jahr bei Butlers geben sollte und übernächstes Jahr bei Tchibo, sollte mich das nicht wundern.)
Aber für kleine Experimente eignen sie sich natürlich hervorragend. Nach dem Quilttreffen Anfang des Monats hatte ich große Lust, sofort loszulegen. (Apropos Treffen: Falls ihr aus Trier seid, schaut doch mal bei Susanne/Fadensinn, sie organisiert gerade eine modern quilt-Gruppe).
Meistens sind es die Farbkombinationen, die mich an Quilts besonders anziehen. Ich habe daher auch eine Menge Bilder von Quilts gesammelt, die ich gelungen finde - nur, diese Stoffzusammenstellungen aus den eigenen Stoffen nachzubauen, ist gar nicht so einfach. Besonders, wenn man vor allem ältere Baumwollstoffe verwendet, die nicht dezidiert fürs Patchworken entworfen wurden. Die üblichen Erklärungen zur Farblehre, wie sie die meisten Quiltbüchern bieten, finde ich dabei auch nicht sonderlich hilfreich. Mit dem Wissen um den Farbkreis, Komplementär- und Analogkontraste und nicht zuletzt den ominösen Farbwert kann ich zwar analysieren, warum ein bestimmter Quilt farblich gelungen ist - aber aus meinem Material etwas Ansprechendes zusammenstellen, das gelingt mir so nicht. Dazu muss ich ausprobieren, nähen, verwerfen, trennen und neu ausprobieren, und dafür eignen sich die Restetüte und mug rugs tatsächlich ganz ausgezeichnet.
Der rot-weiß-blaue Tassenteppich oben entwickelte sich um die freie Maschinenstickerei herum. Rot, weiß und blau gehört allerdings in meinen Augen zu den "Farbrezepten", die immer funktionieren - Dutzende Nationalfahnen weltweit können nicht irren.
Beigebraun ist demgegenüber ein schwieriger Kandidat. Gelb und Orange passten wider Erwarten nicht so gut dazu - obwohl oder weil alles warme Farben sind? Es entstand eine ziemlich konturlose Farbsoße. Im zweiten Versuch war ein einzelnes dunkelbraunes Quadrat viel zu dunkel, und ein strahlend mittelblaues Stoffstückchen musste ich auch wieder heraustrennen. Im Vergleich zu den gedämpften Farben der anderen Teile wirkte es wie ein Loch in der Fläche.
Passend erschienen Stoffe, die so aussahen, als wären sie schon hundertmal gewaschen worden, als wären sie entweder vergilbt oder von der Sonne verblichen. Ob es möglich ist, diese pudrigen Farben auch mit stärkeren Hell-Dunkel-Kontrasten zu verwenden? Vielleicht probiere ich das beim nächsten Mal aus. Ich finde es jedenfalls höchst spannend, was passiert, wenn Stoffe mit anderen Stoffen in eine Beziehung eintreten.
Eine Anleitung für einen einfachen mug rug aus Resten gibt es übrigens bei Katinka. Mug rugs können aber auch dreischichtig wie normale Quilts genäht werden (also gepatchte Oberseite - Vlies - Rückseite), dann braucht man am Rand eine Einfassung mit Schrägstreifen und falls nicht gerade wie bei mir Floh zur Stelle ist um zu zeigen, wie man schöne Ecken näht, dann gibt es hier bei A-nette eine Anleitung. Und eine Sammlung der unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten der mug rugs gibt es hier und hier bei flickr.
Montag, 21. März 2011
Kimonovariationen von MO-A
Wie ich zufällig gerade heute beim Blick auf Kathrins Blog annekata lernen durfte, ist der Kimono nicht nur für uns Westler das japanische Kleidungsstück schlechthin, wie sie schrieb bedeutet die Bezeichnung „Kimono“ übersetzt tatsächlich „thing to wear“, eine Sache zum Anziehen. Ein Universalkleidungsstück also, das je nach Material zuhause oder zu den allerförmlichsten Gelegenheiten getragen werden konnte, und das nach seinem ersten Leben als Kimono gewöhnlich auf verschiedenste Art recycelt wurde, wie man bei Kathrin nachlesen kann.
Die Berliner Designerin Monika Alschweig (MO-A) nimmt den Aspekt der universellen Tragbarkeit zusammen mit Elementen der traditionellen Kimono-Schnittform in ihre Designs auf.
Es entstehen zum Beispiel Mäntel und Jacken, die sowohl zuhause als Morgenmantel tragbar sind, aber auch über einem Abendkleid eine gute Figur machen würden. Die im Sommer als leichte Jacke für draußen dienen können, oder in der kälteren Jahreszeit Tag für Tag als Strickjackenersatz.
Eine Auswahl dieser feinen Kreationen von MO-A aus Seide, Viskose, Leinen und Wolle konnte ich mir überraschend am Samstag bei einer Modenschau anlässlich des 100. internationalen Frauentags anschauen. Bei der Textile Art letztes Jahr in Berlin hatte MO-A einen Stand, und in der Nahansicht war mir vor allem die Qualität der Materialien aufgefallen.
Richtig wirken können diese Kleidungsstücke aber nur am Körper, in Bewegung, nicht auf einem Kleiderbügel. Die Schau zeigte ganz wunderbar die Transparenz, die Formen und den schönen Fall der edlen Materialien.
Besonders interessant fand ich die sehr weiten, vorne in Falten gelegten Hosen mit einem breiten, schärpenartigen Bund. Aus leichtem strukturierten Leinen oder dünner Baumwolle wären sie im Hochsommer ein phantastisches Kleidungsstück für den Alltag, aber auch festlich und ungewöhnlich genug für jede Opernpremiere.
Besonders interessant fand ich die sehr weiten, vorne in Falten gelegten Hosen mit einem breiten, schärpenartigen Bund. Aus leichtem strukturierten Leinen oder dünner Baumwolle wären sie im Hochsommer ein phantastisches Kleidungsstück für den Alltag, aber auch festlich und ungewöhnlich genug für jede Opernpremiere.
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