Montag, 19. Dezember 2011

Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 50


1. Kreuzberger Vögel habens gar nicht so schlecht. Dieses luxuriöse Haus hängt nun in der Reichenberger Straße. Aber Kreuzberg wäre nicht Kreuzberg, wenn nicht auch hier das Private höchst politisch wäre - das Grünflächenamt schneidet gerne mal alles kurz und klein, und die pflanzenpflegenden Anwohner vernetzen sich in einem eigenen Blog: diepolitischeBaumscheibe.wordpress.com.

... und sonst? Am Weihnachtskleid genäht - mehr dazu später - und mit Nadel und Faden und einem alten T-shirt meine geistige Gesundheit bewahrt, auch dazu folgt noch ein Beitrag in dieser Woche.

Selbstgebacken wird vor Weihnachten nichts mehr. Besuch aus Radebeul brachte einen unfassbar  guten Dresdner Stollen aus dem Café Dolze in Radebeul mit und ich als ehemalige Stollenhasserin bin bekehrt. Aber mit übersüßtem Fabrikstollen darf man mir nun erst recht nicht mehr kommen.

Selbermacher geklickt: Die neuen Winter-Strickmuster von knitty.com - sind diese 20er-Jahre-Mützen mit Schnecken im Flapper-Stil nicht entzückend?

Und apropos 20er Jahre und entzückend: Thea vom Neu4bauer-Blog und ihre Schwester füllen den Adventskalender ihres neuen Projekts Sister Magazine Tag für Tag mit entzückenden Kleinigkeiten zum Selbermachen: Dekorations- und Bastelideen, Backrezepte, Retro-Bildchen zum Herunterladen - und am 17. war sogar ein Schnittmuster für ein Mantelkleid im Türchen. Die Inspiration für das Modell war zwar die Herbstkollektion von Miu Miu, aber in die 20er Jahre passt das Kleid doch ebensogut, oder? Ich würde es als Mantel zusammen mit der Knitty-Schneckenmütze tragen. Schaut euch doch auch noch die Stickvorlagen vom 6. Dezember an - das Heft kann man herunterladen - oder die Anleitung für ein Patchwork-Hauskissen aus Wollstoffen vom dritten Türchen. Oder einfach alles, und freut euch wie ich auf das, was noch bis Weihnachten kommt. 

Montag, 12. Dezember 2011

Weihnachtskleid-Sewalong IV: Nähen

So, vierte Runde des Weihnachtskleid-sewalongs und ich muss sagen: dieses öffentliche Schaufenster-Nähen stresst mich. Wie schön ist es doch, im Verborgenen vor sich hin zu werkeln und eines Tages der staunenden Öffentlichkeit (naja) ein fertiges Teil zu präsentieren. Aber da mein Schnittmuster bei so vielen auf der Nähliste steht, werde ich nicht schwächeln, Ehrensache!

Zur Erinnerung, darum geht es: Kleid 10/11 aus simplicity-Meine Nähmode Heft 3/2011
Zuerst einmal habe ich aber das Wochenende mit Ausschlafen, Kaffee trinken, Blogbasteln und Wäsche waschen vertan, ich kann euch also nur zeigen, wie weit ich nach einem Nähabend in der letzten Woche gekommen bin, und das ist zwar nicht viel, sieht schon mal ganz vielversprechend aus:

Mittelnaht und Abnäher im oberen Vorderteil sind genäht, außerdem die Falten im unteren Vorderteil. Diese Falten sind ein ganzes Stück zugesteppt und springen erst ab der Taille auf, das ist schon mal gut. Die Abnäher im Rückenteil sind soweit auch geschlossen. Trena, The slapdash sewist nähte diesen Schnitt schon 2009, sie störte sich daran, dass das Vorderteil mit der Teilungsnaht und den Falten recht viele Details hat, während das Rückenteil einfach nur aus einem Stück mit Abnähern besteht. Ich finde, sie hat ganz recht und baute daher wie sie eine waagerechte Teilungsnaht in das Rückenteil ein.



Das Zusammensetzen ohne markierte Nahtlinie hat sich bisher auch ganz gut angelassen. Das Schnittmuster hat viele Passzeichen, zum Beispiel allein zwei an der oberen Ärmelnaht, die anzeigen, wie die Teile zusammengehören. Andere Markierungen – für das Ende des Reißverschlusses zum Beispiel, oder für die Länge des Schlitzes am Ausschnitt – suchte ich vergeblich auf dem etwas chaotischen Bogen. Da ist bei der Übertragung von simplicity zu „Meine Nähmode“ wohl etwas verloren gegangen. Maria hat aktuell gerade das gleiche Problem mit einem „Meine Nähmode“-Schnitt: die Rückenabnäher sind nicht aufzufinden.

Mal sehen, welche dramatischen Mängel ich noch an meinem Schnitt, dem Stoff oder meinem Nähvermögen entdecke -  ich habe noch viel aufzuholen, ehe ich am kommenden Montag in Panik verfallen kann. Wie die Weihnachtskleidnäherei bei allen anderen so vorangekommen ist, findet man hier bei Catherine.

Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 49







1. Selbstgefreut: Sehr! Carola hat früher gern und viel genäht und bot mir ihre alten Schnitte aus den späten Sechzigern, frühen Siebzigern an. So tolle Sachen! In der Brigitte gab es damals richtige Schnittmuster im Heft: ein Modell, in verschiedenen Variationen, auf einem achtfach gefalteten Bogen, eine Seite Schnittmuster, die andere Seite Modellfotos und eine ganz ausführliche Nähanleitung mit Bildern. Danke, Carola, ich fühle mich immer noch ganz beglückt und reich beschenkt.
2. Besonders gefreut habe ich mich über diesen Jackenschnitt hier: ist der klasse oder ist der klasse?
3. Selbstgebacken: Napoleonhüte, ein dänischer Keks aus Mandelmürbteig mit Marzipan in der Mitte. Und Früchtebrot.
4. Selbermacher gesehen: auf dem Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz - einem der schönsten Weihnachtsmärkte in Berlin, weil ohne Teflonpfannen- und Plastiksockenstände, ohne Achterbahn und Riesenrad, und ohne Glühweinsauferei bis zum Umfallen, und damit ganz anders als die meisten Märkte. Hier gibt es wirklich schöne Dinge von Selbermachern, die ihr Metier verstehen - und das, wenn ich die Dekoration gestern richtig deute, schon seit 30 Jahren. Jeden Adventssonntag 11-19.00 Uhr am S-Bahnhof Mexikoplatz.

...und sonst? Selbstgenäht - nicht viel. Anstatt mich so richtig dem Weihnachtskleid zu widmen, habe ich das Wochenende mit Ausschlafen und Kaffeetrinken vertrödelt. Da bin ich froh, dass sogar die Weihnachtskleidqueen Cathérine etwas schwächelt. Ich zeige euch heute Abend, wie weit ich gekommen bin - es sieht nämlich eigentlich ganz vielversprechend aus.

Samstag, 10. Dezember 2011

Koseki II


Bilder gewinnen an Bedeutung, steckt man sie in einem Rahmen: Der Rahmen schreit „Schau her! Hier! Was hier drinnen ist, ist wichtig!“ Und schwupps ist aus einem simplen Foto ein Bild geworden. Mit Stoffen funktioniert das fast genausogut: steckt sie in einen Rahmen, oder spannt sie auf einen Stickrahmen, wie das vor einiger Zeit so beliebt war, oder setzt einen Rahmen aus einfarbigem Stoff darum, und der Stoff wird zum Bild.

Das ist, glaube ich, auch das Prinzip der Tasche aus Patchwork style von Suzuko Koseki, auch wenn die zarten genähten Rahmen nicht schreien, sondern leise japanisch flüstern: „Schaut hier her! Sind wir nicht niedlich?“

Elf verschiedene Stoffe auszusuchen hat dann auch länger gedauert, als die Tasche zu nähen. Oder besser gesagt: das Täschchen. Nach dem ersten Koseki-Nachnähversuch zusammen mit Suschna wollte ich unbedingt noch etwas aus dem Buch machen, das ich tatsächlich benutzen kann. Die Tasche (tote bag von Seite 53) hatte ich für eine geräumige Einkaufstasche gehalten – aber weit gefehlt, es ist ein kleiner Beutel, in den Din A4 gerade so hineinpasst.

Merke also: japanisch ist, wenn es in Wirklichkeit noch viel viel kleiner und niedlicher ist, als man sich jemals vorstellen konnte. Und um doch noch zu einer schönen und großen Einkaufstasche zu kommen, muss ich mir wohl selbst etwas ausdenken...

Montag, 5. Dezember 2011

Selbstgemacht - Wochenrückblick KW 48




1. Nicht genäht, sondern gebastelt, und nicht von mir, sondern von Julia und Tacha (wir anderen hielten die beiden mit Bemerkungen wie "das da muss größer!", "das gefällt mir noch nicht!" und "geht das nicht anders?" bei Laune): Das Blog der Berlin modern quilt guild ist neu gestaltet und wird nun auch regelmäßiger gefüllt. In das tolle Logo mit dem Brandenburger Tor, das Julia entworfen hat, bin ich ganz verliebt, besonders in den neuen Farben.

2. Kein Rückblick, eine Vorschau: Das Museum europäischer Kulturen in Dahlem wird am Mittwoch Abend nach jahrelanger Renovierung wiedereröffnet - und ich bin leider nicht da. Das Museum hat eine Menge textiler Schätze aus ganz Europa in seinen Depots. Bei einer Führung durch die Studiensammlung konnte ich vor eineinhalb Jahren einen viel zu kurzen Blick auf norwegische Strickpullover, bestickte rumänische Schürzen und spanische Steppdecken werfen, denn die anderen Besucher interessierten sich nicht besonders für Textilien. Daher freue ich mich auf die neuen Ausstellungen. 

3. Sonntagsausflug in eine unbekannte Gegend: zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde, auch bekannt als "Friedhof der Sozialisten". Der Gewerkschafter Carl Legien hätte am 1. Dezember den 150. Geburtstag gefeiert, die Blumen von der SPD waren noch frisch. Die leuchtendsten roten Nelken, die ich jemals gesehen habe, oder lag es an dem trüben Wetter und dem seltsam menschenleeren Ort?

Selbermacher geklickt: annekata bloggt wieder: annekata.com - looking at the red thread of creativity - toll!

Sonntag, 4. Dezember 2011

Neues Leben für alte Kleider im November - die letzte Runde

Liebe Leute, die letzte Folge Neues Leben für alte Kleider haben wir heute - fast Gelegenheit, etwas sentimental zu werden. In zehn Folgen kamen mehr als 100 Umarbeitungsprojekte zusammen, vom Verbessern schlecht passender Schrankleichen bis hin zur kompletten Dekonstruktion und Neuschöpfung. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! Mir hats viel Spaß gemacht mit euch, es war jeden Monat wieder spannend und überraschend, was man aus alten Sachen so machen kann, und außerdem sind wirklich ein paar neue Lieblingsteile entstanden. Die aufgehübschte Tasche vom März ist zum Beispiel ständig in Verwendung (wenn auch meistens nicht von mir), und die Strickjacke mit Punktekante vom September ziehe ich derzeit kaum noch aus.  

Jetzt aber zu der kleinen, feinen Sammlung eurer Projekte im November:

Kirstin/Augusthimmel baute einen Adventskranz aus vielen verschiedenen Jeansresten - sehr, sehr cool, besonders mit silbernen Kugeln und Kerzen, und zu anderen Jahreszeiten findet sich dafür bestimmt auch ein Plätzchen.

Sehr cool war auch das Projekt von Griselda/Machwerk: sie überschrieb zwar den Post mit "Der Tod einer heißgeliebten Lederjacke", in Wirklichkeit handelt es sich aber um ein ganz neues Leben dieses tollen Materials als schöne große Ledertasche.

Frau Siebensachen ging eine nicht passende Cordhose aus dem Secondhandladen nicht aus dem Kopf - jetzt trägt sie sie doch, aber als Rock, und erklärt uns, wie das geht. 
Suschna nahm sich eines Strickkleides aus den Achtzigern an: statt Goldknöpfen und aufgesticktem Löwenkopf haben wir jetzt Japanstoff und fast unsichtbar versorgte Mottenlöcher. Karina/Kawi arbeitete eine nicht mehr so beliebte selbstgenähte Jacke in eine Weste mit schönem Kragen um - noch nicht ganz fertig, aber auf jeden Fall viel besser so. Manchmal sind es ja nur kleinere, aber für das Wohlfühlen entscheidende Änderungen: Malou versah ein lockeres Polohemdkleid mit Abnähern und kürzte die Ärmel, aus einer Tunika wurde ein Rock mit Punkten, und der Kleiderschrank ist um zwei gerne getragene Stücke reicher.

Die monatliche Sammlung wird es hier nächstes Jahr nicht mehr geben, aber kein Grund zur Trauer: der Refashion-Stapel wird ja nicht kleiner, im Gegenteil. Ein paar sehr interessante Stücke sind noch da, und die kommen vielleicht im Laufe des nächsten Jahrs unter die Schere.

In Arbeit ist zum Beispiel ein paar Hausschuhe aus einer alten Jeans, ich versuche, den Schnitt von gut passenden Stoffballerinas abzunehmen und werde über Erfolg oder Mißerfolg berichten. Das Pullöverchen oben in der Mitte bekam ich gerade von meiner Schreibtischnachbarin geschenkt - zum Glück kein Waschunfall, sie musterte ihn aus und ließ ihn mit Absicht verfilzen. Jetzt ist er winzig klein, mal sehen, ob ich da wenigstens noch ein paar Handstulpen herausbekomme. Und dann gibt es noch eine Menge Sachen aus den Neunzigern: eine grüne Bluse, deren Muster ich noch immer liebe, deren geräumigen Schnitt aber nicht mehr. Eine dunkelgrüne Cargohose mit Gummizug in der Taille, die man heute nur noch als Geschmacksverirrunng betrachten kann - der Stoff ist aber sehr schön. Genauso der Stoff der Bluse daneben: leider passte sie aber schon immer schlecht, und die Verteilung der Blumen ist auch nicht sonderlich überzeugend. Und der Rock ist jetzt leider einen Tick zu eng, ich hätte aber gerne wieder so einen, passend natürlich.

Es ist also noch viel zu tun. Hier noch einmal die Links zu den Beiträgen der vergangenen Monate:    

Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober